Deutschland - USA 1:0 (Viertelfinale) Testbericht

No-product-image
ab 18,95
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003

Erfahrungsbericht von katze35

Olli Kahn - Fußballgott

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Einfach nur grausam !!


Ich habe es gesehen. Das Armutszeugnis der deutschen Fußballnationalmannschaft. Vor ca. 15 Minuten ging das Viertelfinalspiel gegen die USA zu Ende. Ich glaubte an ein Vergnügen, wenn ich mit einem türkischen und einem deutschen Kollegen zum nahegelegenen Burger King fahre und mit ihnen auf einer Großbildleinwand das Spiel sehe.

Zugegebener Maßen wurde ich neben meinem Kollegen aus der Türkei zusehends kleiner mit fortlaufender Spielzeit. Befürchtete ich schon vor dem Spiel eine reine Kampfschlacht, so wurde dies mit der Dauer mehr als bestätigt. Zu Beginn des Spiel, die US-Boys dicht gestaffelt am eigenen Strafraum. Ein Bollwerk aus Beinen und Körpers, die den deutschen Spielern keine Chance einräumte zu guten Torszenen zu kommen. Ein Spiel ohne hochkarätigen Chancen für Klose und Co in der ersten halben Stunde. Dafür aber Chancen für drei Spiele, die sich den Amerikanern bot und von dem einzig überragenden deutschen Spieler zunichte gemacht wurden; Oliver Kahn.

Die US-Mannschaft dominierte nicht nur in den Spielanteilen, sondern zeigte auch im technischen Bereich eine deutliche Überlegenheit. Ungewohnte Stolpereien, des sonst so zuverlässigen Didi Hamann, permanente Abspielfehler des Mittelfelds und ungenaue Flanken, blind vors Tor geschlagen, prägten das Spiel der Deutschen. Im Gegenzug wussten die quirligen US-Stürmer Donovan, Reyna und McBridge, sowie der stets präsente Eddie Lewis, die deutsche Abwehr ein- ums anderemal schwindelig zu spielen. Bis zur 39. Minute es zu einer Standardsituation halbrechts vor dem amerikanischen Strafraum kam. Der sonst äußerst schwache Ziege bringt einen Freistoß herein, den Michael Ballack im Kampf gegen 2 US-Verteidiger per Kopf im Tor versenkt. 1 : 0 für das deutsche Team das zum Ende der 1. Halbzeit für ca. 15 Minuten das Spiel bestimmen konnte und eine weitere Großchance durch Klose (Pfostentreffer per Kopf. In der 43. Minute) besaß.

Wer also nun erwartet hat, das Deutschland die zweite Halbzeit weiter dominiert, wurde bitterst enttäuscht. Es begann ein einziger Sturmlauf der USA, der aber neben klarsten Torchancen nicht durch einen Treffer belohnt wurde. Immer wieder war es dem Torhüter Oliver Kahn zu verdanken, dass der Ausgleich nicht fiel. Kopf und Kragen riskierend, vereitelte er ein um die andere Chance der Jungs mit den blauen Trickots. Nichts für schwache Nerven. Die anfängliche verbale Unterstützung des deutschen Teams, im mittlerweile überfüllten Burger King, schlug um in hämisches Unterstützen der Amis.

Es gelang dem deutschen Mittelfeld in keiner Phase der 2. Halbzeit den Spielfluss des Gegners zu stören. Noch nicht einmal von Entlastungsangriffen konnte man reden. Und es war eine Wohltat den Schlusspfiff, des stets sicher wirkenden Schiedsrichter Hugh Dallas aus Schottland zu hören. Selbst Franz Beckenbauer war in seiner Spielanalyse auf dem Sender Premiere sprachlos und enttäuscht von der Leitung unserer Mannschaft. Man mag in ein paar Tagen wohl nicht mehr davon Reden, denn trotz dieser desolaten Leistung ist das, nur von wenigen vor Beginn der WM erwartete, Halbfinale erreicht. Hier treffen wir auf den Sieger aus der Partie Senegal – Südkorea, und wehe die deutsche Mannschaft überlässt dem Gegner wieder so das Spiel; das wäre das definitive aus und brächte bestenfalls das Spiel um Platz 3.

Heute wurde ein historischer Satz des englischen Stürmers Shearer aus dem Jahr 1986 bestätigt: Fussball ist, wenn irgendwo auf der Welt 20 Mann hinter einem Ball herrennen und Deutschland gewinnt. Stolz wäre ich nicht unbedingt auf diesen möglichen WM-Titel.

Eure, trotz des Sieges, enttäuschte Katze

34 Bewertungen