Die Ärzte Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jenni_Aurin

Die Geschichte einer Band

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Geschitchte:
1979 lernen sich der damalige Dekorateurs-Lehrling Bela B. und der Gymnasiast "Farin Urlaub“ kennen, und beschließen, zusammen Punk-Rock zu machen. Zu diesem Zwecke steigt Farin Anfang der 80er bei Belas Band "Soilent Grün" ein, die sich nach einem in dem Science Fiction-Film "Soylent Green" aus Leichen hergestellten Nahrungsmittel benannt hat.
1982 veröffentlichen Soilent Grün ihre einzige Single "Die Fleisch EP" und lösen sich nach einem letzten Konzert auf. Zusammen mit dem von der Gruppe "Frau Suurbier" abgeworbenen Bassist "Sahnie" gründen Bela B. und Farin noch 1982 "DIE ÄRZTE“. In einem besetzten Haus findet das erste Konzert statt.
Im Februar 1983 erscheint bei dem Independant-Label "Vielklang" der Punkrock-Sampler "Ein Vollrausch in Stereo - 20 schäumende Stimmungshits": Zusammen mit vielen anderen Bands veröffentlichen die Ärzte hier ihre allerersten Tracks "Zum Bäcker", "Zitroneneis" und "Vollmilch". Auf dem gleichen Label bringen sie wenig später mit der EP-Single "Zu schön, um wahr zu sein" ihre erste "eigene" Platte heraus.
1984 erfolgt zunächst mit der Mini-LP "Uns geht's prima" eine weitere Veröffentlichung bei Vielklang, welche wochenlang an der Spitze der Indie-Charts steht. Per Gerichtsbeschluß erwirkt das Deutsche Rote Kreuz, daß dessen Erkennungssymbol (rotes Kreuz auf weißem Grund) nicht von den Ärzten benutzt werden darf, weshalb das ursprüngliche Cover der "Uns geht's prima" geändert werden muß. Die Musikrichtung geht jetzt zunehmend vom Punk-Rock zum Pop hin; nur bei Konzerten legen die Ärzte einen Gang zu. Der Sieg beim '84er Berliner Senatsrockwettbewerb, der die großen Plattenfirmen auf die Ärzte aufmerksam macht, führt zum Vertrag mit der "CBS" (jetzt "Sony-Music"). Es folgt die erste LP "Debil".
1985 werden die Ärzte zu "Filmstars": Im Film "Richy Guitar" spielt das Trio eine junge Rock-Band bei ihren ersten Gehversuchen. Nachdem der Film fertiggestellt ist, wird das Album "Im Schatten der Ärzte" herausgebracht.
Mitte 1986 kommt es zum Streit mit dem Bassisten Sahnie, der mittlerweile ein Studium der Betriebswirtschaftslehre begonnen hat. Bela und Farin werfen ihm vor, daß ihm Geldverdienen wichtiger seien als die Musik der Band. Mit einer Abfindung in Höhe von 10.000 DM werden sie ihn los. Nach der Trennung machen die Ärzte zunächst als Duo weiter und veröffentlichen das Album „Die Ärzte“.
Ab Anfang 1987 haben die Ärzte mit „The Incredible Hagen“ einen neuen Bassisten, der vorher bei der Berliner Band "Nirvana Devils" gespielt hat. Im selben Jahr kommt es zur Konfrontation mit der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften": Wegen der Texte der Lieder "Geschwisterliebe", "Claudia hat 'nen Schäferhund" und des "Schlafliedes" werden die Alben "Debil" und "Die Ärzte" indiziert. Somit dürfen diese Platten nur noch an volljährige Personen verkauft werden; geworben werden darf für sie überhaupt nicht mehr, und wenn überhaupt, dann sind sie in Läden nur auf konkrete Nachfrage hin erhältlich. Auf diese Zensur reagieren die Ärzte, indem sie einige der auf den indizierten Platten veröffentlichten Songs zusammen mit anderen alten und neuen Liedern auf zwei neue Alben verteilten: Auf das frei verkäufliche Album "Ist das alles? - 13 Höhepunkte mit den Ärzten" sowie die mit den indizierten Stücken gespickte Mini-LP "Ärzte ab 18", welche deshalb auch nur mit Altersnachweiß zu haben ist. Einen weiteren Skandal gibt es im Oktober ´87 bei der TV-Sendung "Live aus dem Alabama" in München zu sehen, bei der sich die Ärzte über den Tod des wenige Tage zuvor verstorbenen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein auslassen. Nach Zuschauerprotesten muß sich der Bayerische Rundfunk in aller Form entschuldigen und verhängt Ärzte-Boykott.
Noch kurz bevor Ende April 1988 das neue Album "Das ist nicht die ganze Wahrheit..." erscheint, fällt der Startschuß zur nächsten Tournee. Erst gegen Ende dieser Tour wird klar, daß es sich um die letzte handeln soll: Am 9. Juli 1988 findet im Kursaal des Sylter Ortes Westerland das vorläufige Abschiedskonzert statt. Zur Begründung für die Trennung erklären die Ärzte, sie hätten Angst, in Zukunft auch mal schlechter werden zu können und wollen deshalb auf dem Höhepunkt ihrer Karriere abtreten. Erst später ('93) fügen sie hinzu, daß es 1988 Probleme mit der Kreativität gegeben hat und sie sich deshalb lieber in andere musikalische Richtungen bewegen wollten, zumal sie sich noch jung genug gefühlt hätten, nochmal von vorne anzufangen. Zum Abschied erscheint im Herbst '88 das Album "Live - Nach uns die Sintflut" und das Video "Die Beste Band der Welt (...und zwar live!)"
1989 wird der Abschied fortgesetzt: Zunächst erscheint auf "Vielklang" das Album "Die Ärzte früher / Der Ausverkauf geht weiter", welches sämtliche Stücke aus der Zeit bei dieser Plattenfirma ('83/'84) enthält. Danach erscheint die letzte Single-Auskopplung aus dem Album "Das ist nicht die ganze Wahrheit...", nämlich "Bitte, bitte". Dabei geraten die Ärzte wiederum in die Schlagzeilen, weil sie beim dazugehörigen Video-Clip Deutschlands Porno-Queen Nr.1, Teresa Orlowski, mitmischen lassen. Betrachten läßt sich dieses Machwerk neben anderen Clips und einigem Livematerial auf dem Video "Die beste Band der Welt (...und zwar live!) II", das offiziell nur an Volljährige verkauft werden darf.
Ende 1989 bis Anfang 1993 widmen sich die Band-Mitglieder ihren eigenen Bands, die aber alle keinen Erfolg für sich verbuchen können und somit nie wirklich bekannt werden.
1993 schafft es Farin, nachdem er Bela einige Demos für neue Songs vorgespielt hat, ihn zu einem Comeback der Ärzte zu überreden. Bassist wird Rod, der vorher schon bei Belas Band Mitglied gewesen ist. Kurz darauf erscheint das Inserat "Beste Band der Welt sucht Plattenfirma" im Branchenblatt "Musikmarkt", auf das sich u.a. die "Metronome" meldet, die schließlich den Zuschlag erhält und bei der die Ärzte bis heute geblieben sind.
Im Oktober erscheint endlich das neue Album "Die Bestie in Menschengestalt", welches um einiges härter als das alte Material klingt. Trotzdem sind die Ärzte zukünftig kommerziell erfolgreicher als jemals zuvor. Das Bühnen-Comeback wird im Oktober 93 in Bielefeld gefeiert. Die darauf folgende Tournee dauert bis Dezember und wird ebenfalls ein voller Erfolg.
Das Jahr 1994 bringt uns zunächst mal wieder einen neuen Sampler: Mit "Das Beste von kurz nach früher bis jetze" sollen vor allem die neuen, jungen Fans mit den "alten" Songs vertraut gemacht werden. Wegen der großen Ressonanz auf die '93er Konzerte gehen die Ärzte nun zwischen März und Juni auf eine ausgedehnte Tournee bei der sie an manchen Orten mehrere Konzerte in Folge geben. Das liegt allerdings auch daran, daß die Ärzte wegen der in ihren Augen schlechteren Atmosphäre in großen Hallen auf solche verzichten und die Nachfrage dann eben durch mehrere Konzerte befriedigen wollen. Im Sommer mischt die Band dann noch auf einigen Festivals mit, u.a. als Headliner beim "Bizarre-Festival" in Köln.
Für die großen "Kiss"-Fans Bela und Rod geht ein Traum in Erfüllung, als die Ärzte auserwählt werden, einen Track zum Kiss-Tribute-Sampler "Kiss My Ass" beisteuern zu dürfen.
Im April 1995 machen sie eine kurze, geheime Tournee durch kleine Clubs, die die Ärzte ausgiebig nutzen, um die Reaktion der Fans auf neues, noch härteres Material zu testen. Einige der so konzerterprobten neuen Songs landen schließlich auf dem am Album "Planet Punk", dem bislang härtesten Longplayer der Ärzte, der es bis auf Platz 2 der Charts schafft. Mit dem neuen Album im Gepäck beginnt am 1. Oktober die "Eine Frage der Ehre-Tour", die bis Mitte November dauert.
Ab Ende März 1996 kann man die Ärzte abermals "on stage" sehen. Bei einigen ihrer Auftritte der „Voodoo-Lounge-Tour“ spürt die Band erstmals seit ihrer Wiedervereinigung, daß manche Fans derzeit eventuell mit Konzerten übersättigt sind: Vor allem bei Zusatzkonzerten gibt es Probleme, die Hallen zu füllen; ein geplantes Festival muß gar wegen des katastrophalen Vorverkaufs abgesagt werden. Ab Ende Mai gibt es das bis jetzt neuste Ärzte-Album "Le Frisur". Bei diesem "Konzept-Album" geht es von Anfang bis Ende um das Thema "Haare". Zu sehen gibt es auch mal wieder etwas von der Band, nämlich auf den Kaufvideos "Gefangen im Schattenreich von Die Ärzte (Teil 1)",und "(Noch mehr) Gefangen im Schatten-reich von Die Ärzte (Teil 2)". Diese lassen den Fan am Leben der Ärzte während der Tourneen '93-'96 teilhaben, und zwar sowohl auf als auch hinter der Bühne+. Der 2. Teil enthält zudem "Making Of"-Aufnahmen von der Produktion des Albums "Planet Punk" und einiger Video-Clips.

16 Bewertungen, 2 Kommentare

  • elektronaut

    14.03.2002, 12:48 Uhr von elektronaut
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe 1999 an einem musikvideo fuer die aerzte gearbeitet, es war die neuversion von elke...war alles zeichentrick..die typen sind echt klasse...als dankeschoen haben sie uns zu einer echt berliner currywurst eingeladen :) lg marco.

  • proggi

    06.03.2002, 17:02 Uhr von proggi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht. ciao proggi