Wüstenblume (gebundene Ausgabe) / Waris Dirie, Cathleen Miller Testbericht

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ab 9,12
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Erfahrungsbericht von BabyT24

Von der Nomadin zum Model

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen und Leser,

kürzlich las ich in einem Meinungsforum einen Bericht über das Buch ?Wüstenblume? von Waris Dirie, der mich so fesselte, dass ich dieses Buch unbedingt haben musste. Und bald darauf bestellte ich dieses Buch beim Bertelsmannclub. Nun hieß es nur noch warten, dass das Packet endlich bei mir eintreffen würde. Und was soll ich sagen, ich verschlang dieses Buch regelrecht innerhalb von 4 Tagen.

Nun aber zum Buch. Es ist unterteilt in 17 Kapitel, die ich hier kurz zusammengefasst wiedergeben werde und die Autobiographie von Waris Dairi wiedergibt. Eine Nomadin, die aus Somalia kam und in der Westlichen Welt zum Model wurde und heute UNO-Sonderbotschafterin ist, die gegen die Genitalverstümmelung von Frauen kämpft. Das Buch enthält auf der letzten Seite auch Adressen von drei Institutionen, die dagegen ankämpfen.

Das Buch kostet 7,10 Euro und hat 352 spannungsgeladene Seiten. Aber nun zum Inhalt.

o*O*o Inhalt o*O*o

Alles beginnt mit der Flucht Waris durch die Somalische Wüste, vor Ihrem Vater, der sie verheiraten will. Als sie flieht ist sie gerade 13 Jahre alt und steht kurz vor dem Tod durch Erschöpfung und Hunger. Doch Waris empfängt ein Zeichen Gottes und macht sich wieder auf den Weg nach Mogadischu, wo sie hofft, ihre Tante, eine Schwester der Mutter zu finden. Doch auf dem Weg nach Mogadischu muss sie viele Gefahren durchstehen und auch einen Mann töten, der sie vergewaltigen will. Aber wie kam es überhaupt dazu?

Waris geht zurück in ihre Kindheit und erzählt ihre Geschichte. Waris wird als Tochter einer Nomadenfamilie geboren, die zusammen mit Kamelen, Schafen und anderen Tieren durch die Wüste Somalias zieht, immer auf der Suche nach Wasser und Essen, nie länger als drei oder vier Wochen an der gleichen Stelle. Waris hat elf Geschwister, von denen heute jedoch nur noch sechs am Leben sind, die anderen kamen durch die harten Bedingungen der Wüste oder durch Krankheit ums Leben.

Waris Mutter stammt aus Mogadischu, die von daheim fortlief um den Vater von Waris zu heiraten und mit ihm ein Nomadenleben zu führen. Viele Jahre ist Waris Mutter dem Vater eine gute Frau, die viele Kinder allein in der Wüste gebärt. Doch eines Tages ist es mit dem Gebären vorbei und so zieht der Vater los, sich eine zweite Frau zu suchen. Er kehrt mit dieser zurück und stellt sie Waris und ihrer Familie vor. Doch dieser neuen Frau muss erst noch eine Lektion in Sachen Benehmen erteilt werden.

Eines Tages wird Waris ältere Schwester Aman beschnitten und wird damit zur Frau. Waris brennt darauf auch endlich eine Frau zu werden und bittet ihre Mutter sie auch beschneiden zu lassen. Doch Waris Mutter lehnt dies ab und so folgt Waris unbemerkt und schaut sich das Ritual aus der Ferne an, doch was sie da erblickt lässt sie schaudern, denn so hatte sie sich das Frau sein nicht vorgestellt. Doch sie verdrängt diese Erinnerungen und will endlich auch eine Frau werden, was geschieht, als sie 5 Jahre alt ist. Das Ritual ist schmerzhaft und blutig und Waris hat lange mit den Folgen und Schmerzen zu kämpfen. Doch dennoch ist Waris glücklich, denn sie lebt. Im Gegensatz zu anderen Mädchen, die bei diesem Ritual qualvoll ums Leben kommen.

Eines Morgens wacht Waris auf und hört Stimmen und erfährt, dass ihre Freundin Shukrin, die ungefähr vierzehn ist verheiratet wird. Waris hat sich bis dahin nie Gedanken über die Ehe oder Sex gemacht. Immerhin ist Waris zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind, gerade einmal dreizehn Jahre alt. Dennoch verkündet Waris Vater eines Abends, dass sie heiraten werde. Und schon am darauf folgenden Tag erscheint der Vater mit einem alten Mann, der Waris Ehemann werden soll. Doch Waris begehrt dagegen auf und will diesen Mann nicht heiraten. Sie bittet ihre Mutter um Hilfe und in der folgenden Nacht flieht sie noch vor dem Sonnenaufgang. Somit macht sich Waris auf den Weg nach Mogadischu quer durch die Wüste, ohne dass sie weiß, in welche Richtung sie gehen muss.

Auf ihrer Reise irrt sie tagelang durch die Wüste, rennt vor ihrem Vater davon und entgeht einer Vergewaltigung. Schließlich nimmt sie ein Mann bis nach in Galcaio mit. Dort sucht sie ihren Onkel Ahmed um bei ihm zu leben. Doch dieser will sie zurück zu ihrem Vater bringen, aber dies ist das Letzte was Waris will und so läuft sie wieder fort, zu ihrer Schwester Aman nach Mogadischu. Doch sehr lange bleibt sie nicht und wandert von einer Schwester zur anderen um deren Kinder zu hüten und deren Haushälter sauber zu halten. Doch bei einer Tante trifft sie den somalischen Botschafter, der in London mit einer ihrer Tanten wohnt und beschließt mit ihm nach London zu fliegen.

Und gesagt getan, am nächsten Tag fliegt Waris nach London. Von nun an arbeitet sie im Haus ihrer Tante als Haushaltshilfe und Kindermädchen. Als sie eines Tages die kleine Nichte des Botschafters zur Schule bringt, spricht sie ein Mann an und taucht wenig später sogar beim Botschafterhaus auf. Da Waris aber kein Englisch versteht, denkt sie, der Mann wäre ein Perverser und vergisst das Ganze wieder. Doch bald ist die Zeit gekommen, dass der Botschafter die Zelte abbrechen muss und zurück nach Somalia muss. Durch einen Trick schafft es Waris dennoch in London zu bleiben.

Natürlich muss sich Waris erstmal eine Arbeit suchen, damit sie ein Zimmer zahlen kann und geht abends zu einer Schule um Englisch zu lernen. Auf ihrer Arbeit trifft Waris den Mann von damals wieder und wird von ihm angesprochen. Es stellt sich heraus, dass der Mann Fotos macht und unbedingt Waris im Profil fotografieren will. Das ist der Beginn ihrer Karriere als Model. Denn schon kurz darauf bekommt Waris ihren ersten Job als Model für einen Kalender. Natürlich gelingt nicht alles sofort und Waris hat mit kleinen Missgeschicken und Pannen zu kämpfen. Doch sie lernt zukünftige Berühmtheiten und neue aufregende Orte kennen.

Trotz des neuen Jobs ist Waris anders als andere Frauen. Sie geht nicht mit Männern aus, denn diese wissen ja nichts von ihrer Beschneidung und ihrer Kultur und sie erfährt, dass nicht alle somalischen Frauen beschnitten sind. Lange Jahre hat sie mit Schmerzen während ihrer Periode zu kämpfen, bis sie einen Spezialisten findet, der sie operieren kann. Die Schmerzen sind nach der Operation verschwunden, dennoch wird sie nie so sein, wie andere Frauen.

Doch ein Problem bleibt, sie hat keinen Pass. Um diesen zu bekommen heiratet sie einen alten Trunkenbold. Doch dabei verliert sie nur eine Menge Geld und einen Pass bekommt sie auch nicht. Deshalb heiratet sie den Bruder einer Freundin, was sich jedoch später als schwerwiegender Fehler rausstellt. Aber zumindest kann Waris jetzt alle Teile der Welt bereisen. Das ist der Durchbruch, denn nun steht sie für viele berühmte Fotografen Model. Es ist ein harter Job und irgendwann muss auch mal der arbeitsamste Mensch Urlaub machen. Doch in diesem Urlaub erreicht Waris ein Anruf, dass BBC eine Dokumentation über sie machen möchte. Waris stimmt nach langem hin und her zu, wenn sie dafür ihre Mutter in Somalia besuchen kann. Die Dokumentation wird ein Erfolg, obwohl sich die Suche nach ihrer Mutter schwierig gestaltet.

Eines Abends lernt sie einen netten Mann kennen und redet Stunde um Stunde mit ihm. Und zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt sie, was es heißt verliebt zu sein und geliebt zu werden. Sie lässt sich von ihrem verrückten Mann scheiden und heiratet Dana. Mit ihm wird sie glücklich und bekommt ihren ersten Sohn.

Mit einer Journalistin von Marie Claire spricht Waris zum ersten Mal über die Beschneidung von jungen Mädchen in Somalia. Kurz darauf meldet sich die UNO bei Waris und bittet sie um ihre Unterstützung im Kampf gegen die Beschneidung somalischer Frauen. Waris wird damit zu UNO-Sonderbotschafterin.

o*O*o Fazit o*O*o

Waris Dirie schafft es eindrucksvoll von ihrem Leben zu berichten und den Leser durch alle Hoch- und Tiefpunkte ihres Lebens zu führen. An vielen Stellen war mir traurig zumute, als mir bewusst wurde, wie manche Menschen auf dieser Welt immer noch leben. Das viele Kulturen immer noch Rituale praktizieren, bei denen Menschen sterben oder verstümmelt werden, nur weil es viele Generationen vorher auch so getan haben. An vielen Stellen des Buches fragt man sich, wie Waris das Ganze durchstehen kann. Aber sie ist eine starke Frau und schafft es immer wieder sich aufzurappeln.

Beeindruckend beschreibt Waris ihr Hochkommen vom Nomadenkind zu einem Model. Man kann mitfühlen, wenn sie zum ersten Mal etwas entdeckt, wenn sie die Kultur der westlichen Welt kennen lernt und man bekommt einen Eindruck vermittelt, wie unsere schnelllebige Zeit auf andere Kulturen wirkt. Man lernt vor allen Dingen aber auch, dass es Menschen auf unserer Welt gibt, denen es um einiges schlechter geht als einem selber.

Ich denke, dieses Buch soll aufrütteln und den Menschen zeigen, dass es nicht gut ist an alten Ritualen festzuhalten, nur weil es die Mutter und deren Mutter und deren Mutter usw. so getan haben. Ich kann nur jedem ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Ich selbst werde mir demnächst das zweite Buch von Waris lesen, dass heißt Nomadentochter.

Viel Spaß nun beim Lesen.
Gruß BT

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