Wüstenblume (gebundene Ausgabe) / Waris Dirie, Cathleen Miller Testbericht
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Erfahrungsbericht von nici-nic
In`schallah
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Story
~~~~~~~
\"Kindheitsjahre\"
Der Mittelpunkt dreht sich um ein kleines Nomadenmädchen, dass mit seinen Eltern und den unzähligen Geschwistern in der Wüste Somalias aufwächst: Waris. Die Autorin verarbeitet mit diesem Buch ihre Lebensgeschichte und will damit auch auf die Mißstände in Somalia hindeuten, aber dazu später ausführlicher.
Die ersten Kapitel handeln von ihrer \"Jugend\". In Anführungszeichen deshalb geschieben, weil wir hier in Deutschland eine andere Vorstellung von Jugend haben, als die Menschen in Somalia. Mit 12 Jahren gelten die meisten Mädchen dort ja bereits als \"Frau\" und werden verheiratet.
Waris oder \"Advohol\", was soviel wie kleiner Mund heißt, wie sie ihre Mutter immer liebevoll genannt hat, erzählt wie sie das Leben in der Wüste wahrgenommen hat. Ihre Aufgabe war es die Ziegen zu hüten, zu tränken oder für die Familie Wasserstellen ausfindig zu machen. Waris war von Anfang an anders als die restlichen Mädchen in der Familie oder näheren Umgebung: sie war sehr jungenhaft, weniger vom Aussehen, aber dafür sehr vom Verhalten her gesehen. Sie übernahm viel schwere Arbeit und erfüllte sie auch gewissenhaft und ohne sich zu beklagen, aber sie war auch oft sehr trotzig und setzte ihren Willen durch, wenn ihr etwas nicht paßte.
\"Beschneidung\"
Von Anfang an dreht sich das Buch um ein wichtiges Thema, was sich wie ein roter Faden durch alle 280 Seiten zieht: die Frauenbeschneidung. Doch zu diesem Zeitpunkt, war es für Waris noch ein Privileg und sie nervte ihre Mutter ständig damit, wann sie denn endlich an der Reihe sei, eine \"Frau\" zu werden. Wenn man \"Frau\" sagen kann, denn die Mädchen werden oft schon mit 5 Jahren beschnitten.
Eines Tages kam die Mutter zu den 11 Geschwistern und holte Amman, ihre Schwester. Die Heilerin sei in der Nähe und sie solle beschnitten werden. Waris wollte unbedingt auch schon an die Reihe kommen und bedrängte ihre Mutter, doch die blieb konsequent. Neugierig, wie Waris nunmal war, schlich sie den Beiden hinterher, um bei der Beschneidung zuzuschauen. Doch was sie sah, erschien eher wie eine Folter, als denn wie ein Privileg: die Heilerin zog eine Rasierklinge aus ihrer Tasche und begann die Arbeit an Amman zu verrichten, während ihre Mutter sie von hinten festhielt. Bei der Beschneidung werden die äußeren und inneren Schamlippen entfernt, sowie der Kitzler, damit die Frau keine Lust beim Sexualakt empfindet. Außerdem gilt eine nichtbeschnittene Frau als unrein, denn so hat der Mann die Gewißheit, dass er eine Jungfrau heiratet. Dies alles geschieht natürlich ohne Betäubung. Amman schrie wie verrückt und wand sich. Dann konnte sie sich befreien und sprang blutend auf und rannte weg. Doch die Schmerzen und der hohe Blutverlust ließen sie ohnmächtig werden und die Heilerin setzte ihre Arbeit fort. Waris rannte weg, sie konnte nicht glauben, dass es das gewesen sein soll. Auf einmal war sie sich nicht mehr sicher, ob sie auch beschnitten werden will.
Doch natürlich kam auch ihre Zeit. Wie danals schon bei ihrer Schwester Amman begleitete sie ihre Mutter zur Heilerin, die gerade auf die Klinge spuckte und das alte Blut verwischte. Waris sollte sich hinsetzten und ihre Mutter hielt sie von hinten fest. Die Heilerin mit ihrer Arbeit und Waris wurde schwarz vor Augen vor Schmerz. Doch der Ohnmachtanfall bewahrte sie nicht vor der ganzen Prozedur. Sie wachte wieder auf und muste weiterhin die Schändung ertragen. Anschließend wurden ihre abgeschnittenen Genitalien auf einen Stein gelegt. Wahrscheinlich haben die wilden Tiere sie später gefressen. Waris wurde mit Binden beide Beine von oben bis unten zugenäht, damit sie sich nicht bewegen konnte und die Wunde schneller verheilte. Bis dies der Fall war, dufte sie nicht zur Familie zurück: Sie bekam ein provosorisches Zelt in der Nähe der Familienstätte und lag dort mehrere Tage. Nur ihre Mutter oder Amman kamen einmal vorbei, um Waris zu versorgen. Doch allein mit dem Beschneiden, war der Vorgang noch nicht ausgetragen. Da man ja keinesfalls von Sterilität sprechen kann entzündete sich Waris Gentitalbereich umgemein. Lange Zeit musste sie die Schmerzen ausharren und mit verbundeten Beinen im Zelt liegen bis sie endlich wieder zu ihrer Familie und ihren Tieren konnte.
Ihr Vater, der jetzt bei einer Heirat einen viel besseren \"Preis\" für seine Tochter erzielen konnte, empfing sie strahlend und fragte sie, ob sie jetzt stolz sei. Kurze Zeit überlegte Waris ob sie ihrem Vater sagen sollte, was für Schmerzen sie ertragen muss aber dann zog sie es vor stillschweigend zu gehen.
\"Flucht\"
\"Waris komm mal zu uns\", rief ihr Vater und sie ahnte schon nix gutes. Ein alter Mann mit grauem Haar und Krückstock war zu Besuch: Waris, dass wird dein Ehemann werden, verkündete ihr Vater glücklich, denn er konnte einen guten \"Preis\" aushandeln. Waris aber war entsetzt über diesen alten Mann und rannte zu ihrer Mutter. Sie wöllte diesen Mann nicht heiraten, sie will fliehen, nach Mogadischu, so wie es auch ihre Schwester Amman tat. Zuerst versuchte ihre Mutter ihr noch ins Gewissen zu reden, aber dann sah sie es ein.
In der Nacht wurde Waris von einem leichten Rütteln geweckt: ihre Mutter. Wenn sie wirklich fliehe wöllte, dann müsse sie jetzt gehen. Ohne Essen oder Trinken rannte Waris hinaus in die dunkle Wüste. Als es hell wurde hörte sie plötzlich ihren Vater schreien. Er war ihren Fußspuren gefolgt, als er bemerkte, dass sie weggelaufen war. Waris rannte so schnell sie konnte und hatte nur Mühe ihren Vater abzuhängen.
Sie hatte keine Ahnunh wohin sie gehen musste, noch nie zuvor war sie in Mogadischu gewesen. Sie folgte einfach ihrem Gefühl und kam an eine Straße, von der sie per Anhalter von 2 Männern im Lastwagen mitgenommen wurde.
Doch dies stellte sich wenig später als fataler Fehler heraus. Einer der Männer kam zu ihr auf die Ladefläche geklettert und begann sie zu bedrängen. Zuerst wehrte sie sich, tat dann aber so als wolle sie es auch, so dass er keine Gewalt mehr anwendete. Sie schnappte sich den größten Stein, den sie von der Ladung fidnen konnte und bewarf den Mann, der augenblicklich zusammenbrach. Waris sprang von der Ladefläche und rannte weg. Hinter sich hörte sie nur noch den Fahrer brüllen \"Komm her, du hast meinem Freund umgebracht!\"
Den restlichen Weg bis nach Mogadischu lief sie in der brennenden Hitze. Leider weiß ich nicht mehr genau, wie lange sie dazu benötigte.
\"Mogadischu\"
In Mogadischu angekommen suchte sie sofort nach ihrer Schwester. Auf dem Markt befragte sie dazu Händlerinnen, ob sie Amman kennen. Das Glück schien auf ihrer Seite zu sein, denn eine ältere Frau führte sie zu Amman. Sie wohnte mit ihrem Mann und dem Säugling in einer kleinen Hütte mit 2 Zimmern. Dennoch nahm sie Waris bereitwillig auf, da sie eine Untestützung im Haushalt gut gebrauchen konnte.
Nach einiger Zeit aber zog Waris weiter. Sie wollte nicht länger ihrer Schwester zur Last fallen, auch bedingt, wegen der kleinen Unterkunft.
In Mogadischu lebten aber viele Tanten und Onkel von Waris, so dass sie keine Probleme hatte unterzukommen. Die meisten störte ein Esser mehr oder weniger nicht und freuten sich über die kostenlose Arbeitskraft. Waris säuberte also die Wohnungen und kümmerte sich um die Kinder.
Eines Tages kam Besuch zu der Tante, bei der sie gerade lebte. Der Mann berichtete, dass er 2 Jahre nach London gehen würde, um dort als Botschafter tätig zu sein. Für die Villa in London bräuchte er noch eine Putzfrau und er fragte Waris Tante, ob sie jemanden empfehlen könnte.
Waris drängte sich dazwischen: London, dass wäre die Chance, endlich hier weg zu kommen. Nach langem Betteln, nahm der Botschafter Waris mit.
\"London\"
In London war für Waris alles fremd: es war kalt, denn sie war nur mit einem dünnen Hemd und Sandalen bekleidet und sie war der englischen Sprache nicht mächtig.
Die Frau des Botschafters war von Anfang an sehr streng: sie kontrollierte peinlichst genau, ob Waris gründlichst putzte. Auch hatte sie kaum Ausgang oder Freizeit. Mit den Kindern verstand Waris sich sehr gut und interessierte sich vorallem für eines: Schule.
Öfters fragte sie den Botschafter, ob sie nicht die Abendschule für Ausländer besuchen könnte, um lesen und schreiben zu lernen und das Wichtigste: Englisch. Aber er verbat es ihr, also ging sie heimlich. Eines Tages bekam er es aber heraus und sie konnte nicht weiter am Unterricht teilnehmen. Doch da sie jetzt die Bücher und den Enstieg hatte, übte sie von nun an selbstständig.
Zu Waris Aufgaben gehörte es auch, die jüngste Tochte täglich zur Schule zu bringen. Vor dem Schulgebäude traf sie einen Mann, der den Kontakt zu ihr suchte, doch Wairs reagierte nicht. Der Mann kam jeden Tag, um mit ihr zu sprechen, einmal kam er sogar zur Botschaft, aber die Botschafterin schickte ihn wieder weg. Er gab Waris eine Visitenkarte, auf der \"Fotograf\" stand und sagte, sie solle sich melden. Fast 2 Jahre verlor er nicht das Interesse an ihr.
Dann war die Zeit des Botschafters vorüber und die Familie musste wieder nach Somalia, doch Waris wollte nicht mit. Sie bettelte solange, bis man sie in London allein zurückließ.
\"Allein\"
Ohne Unterkunft und Geld irrte sie auf den Straßen von London umher. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, aber nach Somalia wollte se auch nicht zurückgehen. In einem Kaufhaus dann traf sie eine Verkäuferin: sie war schwarz genau wie sie und sprach Somali. Sie war sehr nett und half Wairs auch sofort, indem sie sie erstmal mit zu sich nahm und Waris einen Job bei McDonalds verschaffte, damit sie sich ein eigenes Zimmer mieten konnte. Trotzdem reichte das Geld nicht.
Dann fiel ihr die Visitenkarte des Fotografen wieder ein und sie rief ihn an und vereinbarte ein Treffen, um sich seine Arbeit einmal anzuschauen.
Sofort war sie von dem Fotostudio begeistert. Überall hingen Plakate mit schönen Frauen. Der Fotograf erklärte ihr, dass er nur Fotos von dem Profil ihres Gesichtes machen wöllte. Waris war einverstanden und von dem Ergebnis überrascht.
\"Agentur\"
Eines Tages rief eine Londoner Modellagentur bei Waris an. Sie hatte zufällig die Fotos des Fotograen gesehen und wollten Waris unter Vertrag nehmen. Da die gerade in Geldnot steckte willigte sie ein, denn die Agentur hatte bereits einen ersten Auftrag für sie: Waris sollte zu einem Casting für den nächsten Pirellikalender. Da sie nicht wusste, was Pirelli ist, war Waris sehr entsetzt als man verlangte, sie solle sich obenrum ausziehen. Waris rannte davon: vom Modelln wollte sie nichts mehr wissen. Aber die Agentur rief an und erklärte ihr alles genau und das der Fotograf sie gerne nochmal sehen würde. Also ging sie hin und wurde für den Auftrag genommen. Eine kleine Rolle im Bond-Film folgte und ihre Karriere nahm langsam ihren Lauf.
\"Heirat\"
Eines stand ihrere Karriere noch im Weg: Passprobleme. Das Einzige, was ihr aus der Misere helfen könnte, wäre eine Heirat. Dazu ließ sie sich auf einen Anwalt ein, der ihr das blaue vom Himmel versprach und viel Geld abknöpfte. Er vermittelte einen alkoholsüchtigen alten Mann, doch die Behörden trotz Heirat stutzig. Als sie sich bei dem Anwalt beschweren wollte, war dieser verschwunden.
Verzweifelt klagte sie einer Kollegin ihr Leid, doch die wusste Rat: ihr Bruder würde Waris heiraten. Doch der alte Mann stand dazwischen. Waris für mit dem Bruder der Freundin zu dem Alten, um über ein Scheidung zu reden. Das Schicksal meinte es gut mit ihr, denn der Mann war tod, als sie dort ankamen. Waris heiratete Nigel. Das Behördenproblem verschwand, aber dafür tat sich ein anderes auf: Nigel war es todernst und er steigerte sich immer mehr in die Ehe rein. Als sie später Aufträge in New York bekam, folgte er ihr einfach dorthin und belagerte tagelang ihre Wohnung. Auch war es für sie schwer, als sie viele Jahre später die wirkliche Liebe fand, Nigel zu einer Scheidung zuüberreden.
\"Operation\"
Wie ich schon am Anfang des Berichtes erzählte, kommt Waris immer wieder auf das Thema der Beschneidung zu sprechen. Zwar war die nn endgültig ausgestanden, aber Probleme gab es trotzdem immer wieder. Waris blieb nur ein kleines Loch für Urin und Monatsblut, so dass sich vieles staute und es so zu Schmerzen und Entzündungen kam.
Mit Hilfe ihrer Freundin, begab sie sich nach mehreren Umentscheidungen in eine Klinik. Dort wurde sie umoperiert und das Zugenähte wieder geöffnet. Zwar wird sie niemals in ihrem Leben Lust empfinden, aber wenigstens konnte sie von jetzt an ohne Schmerzen auf Toilette gehen.
\"New York\"
Um die Karriereleiter weiter hochzuklettern zog sie nach New York um. Dort waren schwarze Modells gefragter als in England.
Dort lernte sie auch Dana kennen, ihre große Liebe...
Hier möchte ich enden mit meiner etwas umfangreichen Story-Wiedergabe. Ich hoffe Ihr seid mir nicht böse, dass Ihr Euch durch soviele Zeilen kämpfen musstet...
Aufbau
~~~~~~
Das Buch ist in mehrere Kapitel untergliedert, so dass es sich schnell lesen läßt und auch im Nachinein noch nachvollziehbar ist, da man sich anhand der Einzelüberschriften wieder an einzelne Begebenheiten erinnert.
Auch empfand ich den Einstieg gut gewählt. Der Roman beginnt mit der Flucht von Waris aus der Wüste nach Mogadischu. Erst dann blickt sie auf ihre Kindheitsjahre zurück. Dieser nicht ganz chronologische Anfang macht neugierig und regt dadurch zum Weiterlesen an.
Interessant fand ich auch das Ende, wo sie nochmal eindrücklich aud das Thema Beschneidung eingeht und Zahlen nennt, die mich sehr erschreckt haben. Auch enthält das Buch einen Anhang mit Adressen für all Diejenigen, die sich ausführlicher damit beschäftigen und vielleicht helfen möchten.
Als negativ fand ich teilweise die langen Sätze. Man braucht dafür eine hohe Konzentration, um genau lesen zu können. Dennoch ist man schnell mit dem Roman durch und kann, wenn ihr mal auf meine Storybeschreibung blickt alles genau wiedergeben und es liegt schon etwas zurück, seit ich damit fertig bin.
Im Mittelteil sind auch Fotos mit eingebunden. Sie zeigen Waris bei ihrer Arbeit als Modell mit berühmten Fotografen, mit ihrem Mann Dana oder mit ihrer Mutter, die sie viele Jahre später in Somalia besucht.
Layout
~~~~~
Das Cover finde ich sehr interessant gestaltet. Es ist braun und auf die Vorderseite ist das Profil von Waris Dirie zu sehen. Sie trägt ein weißes Kopftuch. Damit ist das Modell und das Nomadenmädchen vereint, was ich sehr schön fand. Außerdem har man dadurch sofort einen persönlicheren Bezug, wer denn das Buch geschrieben und all die Sachen erlebt hat.
Statistik
~~~~~~~
Titel: Wüstenblume
Autorin: Waris Dirie
Verlag: Heyne Verlag (www.heyne.de)
ISBN: 3-453-21161-4
Seitenanzahl: 280 mit Fotos
Preis: 8,95 Euro
Originalausgabe: Desert Flower oder Desert Dawn (unterschiedlicher Titel je nach Verlag möglich)
Autorin
~~~~~~
Waris Dirie hat mittlerweile das Modelln aufgegeben und arbeitet als UNO- Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung. Das ihr dies sehr am Herzen liegt, dass andere junge Mädchen nicht dasselbe grausame Schicksal wie sie selbst erleiden müssen, merkt man in dem Buch sehr deutlich.
Die Beschneidung
~~~~~~~~~~~~~~
Nach Schätzungen der USA wurden bereits 130 Mio. Frauen und Mädchen beschnitten, 2 Mio. laufen jährlich Gefahr, die nächsten Opfer zu sein. Das sind 6000 täglich.
Ohne Betäubung wird die Beschneidung meist unter primitiven Bedingungen von einer Hebamme oder einer \"Heilerin\" durchgeführt. Die Frauen benutzen zum Schneiden alle möglichen Geräte: Rasieklingen, Messer Scheren, Glasscherben oder scharfe Steine. Infolge des Eingriffs kommt es häufig zu Komlikationen, wie Schock, Infektionen, Schädigung an Harnröhre und After, Vernarbungen, Tetanus, Blasenentzündungen und Hepatitis B. Langzeitschäden möchte ich hier jetzt nicht alle aufzählen.
Waris Dirie schreibt: \" Über 4000 Jahre lang hat man in afrikanischen Kulturen Frauen verstümmelt. Viele sind der Ansicht, der Koran wurde das Vorschreiben, da dieser Brauch hauptsächlich im moslemischen Ländern verbreitet ist. Doch weder im Koran noch in der Bibel steht, dass die Beschneidung der Frau ein gottgefälliges Werk sei. Vielmehr wird diese Praktik sclicht von Männern unterstützt und gefordert, von unwissenden und egoistischen Männern, die sich damit ihr Alleiniges Anrecht auf die sexuellen Dienste ihrer Frauen sichern wollen. Deshalb verlangen sie, dass ihre Frauen beschnitten sind. Die Mütter fügen sich und lassen ihre eigenen Töchter beschneiden, aus Angst, diese könnten sonst keinen Ehemann finden. Denn eine Frau, die nicht beschnitten wurde, gilt als schmutzig und mannstoll und kann daher nicht verheiratet werden. [...]. Die Beschneidungsprozedur ist ein Ausdruck für die Selbstsucht, den Eigendünkel und der Aggressität der Männer. Vielleicht sollten wir den Männern die Eier abschneiden, damit aus meinem Land wieder ein Paradies wird. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigung und auch keine Beschneidung. Wenn wir ihnen Weichteile abhackten und es ihnen dann freistellen, ob sie herumlaufen und verbluten oder überleben wollen, würden sie vielleicht endlich verstehen was sie ihren Frauen antun.\" Ich glaube, dieser Buchausschnitt steht für sich.
Fazit
~~~
Ich glaube, dies war mein definitiv längster Artikel bis jetzt von daher brauche ich auch nicht noch einmal erwähnen, dass ich dieses Buch empfehle. Wer sich für diese Problematik interessiert, der sollte an diesem Buch nicht vorübergehen.
~ ~ ~ Ich bedanke mich das Ihr bis hierhin durchgehalten habt und freue mich schon auf (hoffentlich zahlreiche) Kommentare. Vielleicht könnt Ihr mir ja auch Bücher empfehlen. Denn das Bücherregal meiner \"Schwiegermutter\" habe ich vorerst ausgeschöpft. ~ ~ ~
In diesem Sinne
Eure Nici :)
Zusatz zum Titel: In`schallah bedeutet auf Somali \"So Gott will\"
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\"Kindheitsjahre\"
Der Mittelpunkt dreht sich um ein kleines Nomadenmädchen, dass mit seinen Eltern und den unzähligen Geschwistern in der Wüste Somalias aufwächst: Waris. Die Autorin verarbeitet mit diesem Buch ihre Lebensgeschichte und will damit auch auf die Mißstände in Somalia hindeuten, aber dazu später ausführlicher.
Die ersten Kapitel handeln von ihrer \"Jugend\". In Anführungszeichen deshalb geschieben, weil wir hier in Deutschland eine andere Vorstellung von Jugend haben, als die Menschen in Somalia. Mit 12 Jahren gelten die meisten Mädchen dort ja bereits als \"Frau\" und werden verheiratet.
Waris oder \"Advohol\", was soviel wie kleiner Mund heißt, wie sie ihre Mutter immer liebevoll genannt hat, erzählt wie sie das Leben in der Wüste wahrgenommen hat. Ihre Aufgabe war es die Ziegen zu hüten, zu tränken oder für die Familie Wasserstellen ausfindig zu machen. Waris war von Anfang an anders als die restlichen Mädchen in der Familie oder näheren Umgebung: sie war sehr jungenhaft, weniger vom Aussehen, aber dafür sehr vom Verhalten her gesehen. Sie übernahm viel schwere Arbeit und erfüllte sie auch gewissenhaft und ohne sich zu beklagen, aber sie war auch oft sehr trotzig und setzte ihren Willen durch, wenn ihr etwas nicht paßte.
\"Beschneidung\"
Von Anfang an dreht sich das Buch um ein wichtiges Thema, was sich wie ein roter Faden durch alle 280 Seiten zieht: die Frauenbeschneidung. Doch zu diesem Zeitpunkt, war es für Waris noch ein Privileg und sie nervte ihre Mutter ständig damit, wann sie denn endlich an der Reihe sei, eine \"Frau\" zu werden. Wenn man \"Frau\" sagen kann, denn die Mädchen werden oft schon mit 5 Jahren beschnitten.
Eines Tages kam die Mutter zu den 11 Geschwistern und holte Amman, ihre Schwester. Die Heilerin sei in der Nähe und sie solle beschnitten werden. Waris wollte unbedingt auch schon an die Reihe kommen und bedrängte ihre Mutter, doch die blieb konsequent. Neugierig, wie Waris nunmal war, schlich sie den Beiden hinterher, um bei der Beschneidung zuzuschauen. Doch was sie sah, erschien eher wie eine Folter, als denn wie ein Privileg: die Heilerin zog eine Rasierklinge aus ihrer Tasche und begann die Arbeit an Amman zu verrichten, während ihre Mutter sie von hinten festhielt. Bei der Beschneidung werden die äußeren und inneren Schamlippen entfernt, sowie der Kitzler, damit die Frau keine Lust beim Sexualakt empfindet. Außerdem gilt eine nichtbeschnittene Frau als unrein, denn so hat der Mann die Gewißheit, dass er eine Jungfrau heiratet. Dies alles geschieht natürlich ohne Betäubung. Amman schrie wie verrückt und wand sich. Dann konnte sie sich befreien und sprang blutend auf und rannte weg. Doch die Schmerzen und der hohe Blutverlust ließen sie ohnmächtig werden und die Heilerin setzte ihre Arbeit fort. Waris rannte weg, sie konnte nicht glauben, dass es das gewesen sein soll. Auf einmal war sie sich nicht mehr sicher, ob sie auch beschnitten werden will.
Doch natürlich kam auch ihre Zeit. Wie danals schon bei ihrer Schwester Amman begleitete sie ihre Mutter zur Heilerin, die gerade auf die Klinge spuckte und das alte Blut verwischte. Waris sollte sich hinsetzten und ihre Mutter hielt sie von hinten fest. Die Heilerin mit ihrer Arbeit und Waris wurde schwarz vor Augen vor Schmerz. Doch der Ohnmachtanfall bewahrte sie nicht vor der ganzen Prozedur. Sie wachte wieder auf und muste weiterhin die Schändung ertragen. Anschließend wurden ihre abgeschnittenen Genitalien auf einen Stein gelegt. Wahrscheinlich haben die wilden Tiere sie später gefressen. Waris wurde mit Binden beide Beine von oben bis unten zugenäht, damit sie sich nicht bewegen konnte und die Wunde schneller verheilte. Bis dies der Fall war, dufte sie nicht zur Familie zurück: Sie bekam ein provosorisches Zelt in der Nähe der Familienstätte und lag dort mehrere Tage. Nur ihre Mutter oder Amman kamen einmal vorbei, um Waris zu versorgen. Doch allein mit dem Beschneiden, war der Vorgang noch nicht ausgetragen. Da man ja keinesfalls von Sterilität sprechen kann entzündete sich Waris Gentitalbereich umgemein. Lange Zeit musste sie die Schmerzen ausharren und mit verbundeten Beinen im Zelt liegen bis sie endlich wieder zu ihrer Familie und ihren Tieren konnte.
Ihr Vater, der jetzt bei einer Heirat einen viel besseren \"Preis\" für seine Tochter erzielen konnte, empfing sie strahlend und fragte sie, ob sie jetzt stolz sei. Kurze Zeit überlegte Waris ob sie ihrem Vater sagen sollte, was für Schmerzen sie ertragen muss aber dann zog sie es vor stillschweigend zu gehen.
\"Flucht\"
\"Waris komm mal zu uns\", rief ihr Vater und sie ahnte schon nix gutes. Ein alter Mann mit grauem Haar und Krückstock war zu Besuch: Waris, dass wird dein Ehemann werden, verkündete ihr Vater glücklich, denn er konnte einen guten \"Preis\" aushandeln. Waris aber war entsetzt über diesen alten Mann und rannte zu ihrer Mutter. Sie wöllte diesen Mann nicht heiraten, sie will fliehen, nach Mogadischu, so wie es auch ihre Schwester Amman tat. Zuerst versuchte ihre Mutter ihr noch ins Gewissen zu reden, aber dann sah sie es ein.
In der Nacht wurde Waris von einem leichten Rütteln geweckt: ihre Mutter. Wenn sie wirklich fliehe wöllte, dann müsse sie jetzt gehen. Ohne Essen oder Trinken rannte Waris hinaus in die dunkle Wüste. Als es hell wurde hörte sie plötzlich ihren Vater schreien. Er war ihren Fußspuren gefolgt, als er bemerkte, dass sie weggelaufen war. Waris rannte so schnell sie konnte und hatte nur Mühe ihren Vater abzuhängen.
Sie hatte keine Ahnunh wohin sie gehen musste, noch nie zuvor war sie in Mogadischu gewesen. Sie folgte einfach ihrem Gefühl und kam an eine Straße, von der sie per Anhalter von 2 Männern im Lastwagen mitgenommen wurde.
Doch dies stellte sich wenig später als fataler Fehler heraus. Einer der Männer kam zu ihr auf die Ladefläche geklettert und begann sie zu bedrängen. Zuerst wehrte sie sich, tat dann aber so als wolle sie es auch, so dass er keine Gewalt mehr anwendete. Sie schnappte sich den größten Stein, den sie von der Ladung fidnen konnte und bewarf den Mann, der augenblicklich zusammenbrach. Waris sprang von der Ladefläche und rannte weg. Hinter sich hörte sie nur noch den Fahrer brüllen \"Komm her, du hast meinem Freund umgebracht!\"
Den restlichen Weg bis nach Mogadischu lief sie in der brennenden Hitze. Leider weiß ich nicht mehr genau, wie lange sie dazu benötigte.
\"Mogadischu\"
In Mogadischu angekommen suchte sie sofort nach ihrer Schwester. Auf dem Markt befragte sie dazu Händlerinnen, ob sie Amman kennen. Das Glück schien auf ihrer Seite zu sein, denn eine ältere Frau führte sie zu Amman. Sie wohnte mit ihrem Mann und dem Säugling in einer kleinen Hütte mit 2 Zimmern. Dennoch nahm sie Waris bereitwillig auf, da sie eine Untestützung im Haushalt gut gebrauchen konnte.
Nach einiger Zeit aber zog Waris weiter. Sie wollte nicht länger ihrer Schwester zur Last fallen, auch bedingt, wegen der kleinen Unterkunft.
In Mogadischu lebten aber viele Tanten und Onkel von Waris, so dass sie keine Probleme hatte unterzukommen. Die meisten störte ein Esser mehr oder weniger nicht und freuten sich über die kostenlose Arbeitskraft. Waris säuberte also die Wohnungen und kümmerte sich um die Kinder.
Eines Tages kam Besuch zu der Tante, bei der sie gerade lebte. Der Mann berichtete, dass er 2 Jahre nach London gehen würde, um dort als Botschafter tätig zu sein. Für die Villa in London bräuchte er noch eine Putzfrau und er fragte Waris Tante, ob sie jemanden empfehlen könnte.
Waris drängte sich dazwischen: London, dass wäre die Chance, endlich hier weg zu kommen. Nach langem Betteln, nahm der Botschafter Waris mit.
\"London\"
In London war für Waris alles fremd: es war kalt, denn sie war nur mit einem dünnen Hemd und Sandalen bekleidet und sie war der englischen Sprache nicht mächtig.
Die Frau des Botschafters war von Anfang an sehr streng: sie kontrollierte peinlichst genau, ob Waris gründlichst putzte. Auch hatte sie kaum Ausgang oder Freizeit. Mit den Kindern verstand Waris sich sehr gut und interessierte sich vorallem für eines: Schule.
Öfters fragte sie den Botschafter, ob sie nicht die Abendschule für Ausländer besuchen könnte, um lesen und schreiben zu lernen und das Wichtigste: Englisch. Aber er verbat es ihr, also ging sie heimlich. Eines Tages bekam er es aber heraus und sie konnte nicht weiter am Unterricht teilnehmen. Doch da sie jetzt die Bücher und den Enstieg hatte, übte sie von nun an selbstständig.
Zu Waris Aufgaben gehörte es auch, die jüngste Tochte täglich zur Schule zu bringen. Vor dem Schulgebäude traf sie einen Mann, der den Kontakt zu ihr suchte, doch Wairs reagierte nicht. Der Mann kam jeden Tag, um mit ihr zu sprechen, einmal kam er sogar zur Botschaft, aber die Botschafterin schickte ihn wieder weg. Er gab Waris eine Visitenkarte, auf der \"Fotograf\" stand und sagte, sie solle sich melden. Fast 2 Jahre verlor er nicht das Interesse an ihr.
Dann war die Zeit des Botschafters vorüber und die Familie musste wieder nach Somalia, doch Waris wollte nicht mit. Sie bettelte solange, bis man sie in London allein zurückließ.
\"Allein\"
Ohne Unterkunft und Geld irrte sie auf den Straßen von London umher. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, aber nach Somalia wollte se auch nicht zurückgehen. In einem Kaufhaus dann traf sie eine Verkäuferin: sie war schwarz genau wie sie und sprach Somali. Sie war sehr nett und half Wairs auch sofort, indem sie sie erstmal mit zu sich nahm und Waris einen Job bei McDonalds verschaffte, damit sie sich ein eigenes Zimmer mieten konnte. Trotzdem reichte das Geld nicht.
Dann fiel ihr die Visitenkarte des Fotografen wieder ein und sie rief ihn an und vereinbarte ein Treffen, um sich seine Arbeit einmal anzuschauen.
Sofort war sie von dem Fotostudio begeistert. Überall hingen Plakate mit schönen Frauen. Der Fotograf erklärte ihr, dass er nur Fotos von dem Profil ihres Gesichtes machen wöllte. Waris war einverstanden und von dem Ergebnis überrascht.
\"Agentur\"
Eines Tages rief eine Londoner Modellagentur bei Waris an. Sie hatte zufällig die Fotos des Fotograen gesehen und wollten Waris unter Vertrag nehmen. Da die gerade in Geldnot steckte willigte sie ein, denn die Agentur hatte bereits einen ersten Auftrag für sie: Waris sollte zu einem Casting für den nächsten Pirellikalender. Da sie nicht wusste, was Pirelli ist, war Waris sehr entsetzt als man verlangte, sie solle sich obenrum ausziehen. Waris rannte davon: vom Modelln wollte sie nichts mehr wissen. Aber die Agentur rief an und erklärte ihr alles genau und das der Fotograf sie gerne nochmal sehen würde. Also ging sie hin und wurde für den Auftrag genommen. Eine kleine Rolle im Bond-Film folgte und ihre Karriere nahm langsam ihren Lauf.
\"Heirat\"
Eines stand ihrere Karriere noch im Weg: Passprobleme. Das Einzige, was ihr aus der Misere helfen könnte, wäre eine Heirat. Dazu ließ sie sich auf einen Anwalt ein, der ihr das blaue vom Himmel versprach und viel Geld abknöpfte. Er vermittelte einen alkoholsüchtigen alten Mann, doch die Behörden trotz Heirat stutzig. Als sie sich bei dem Anwalt beschweren wollte, war dieser verschwunden.
Verzweifelt klagte sie einer Kollegin ihr Leid, doch die wusste Rat: ihr Bruder würde Waris heiraten. Doch der alte Mann stand dazwischen. Waris für mit dem Bruder der Freundin zu dem Alten, um über ein Scheidung zu reden. Das Schicksal meinte es gut mit ihr, denn der Mann war tod, als sie dort ankamen. Waris heiratete Nigel. Das Behördenproblem verschwand, aber dafür tat sich ein anderes auf: Nigel war es todernst und er steigerte sich immer mehr in die Ehe rein. Als sie später Aufträge in New York bekam, folgte er ihr einfach dorthin und belagerte tagelang ihre Wohnung. Auch war es für sie schwer, als sie viele Jahre später die wirkliche Liebe fand, Nigel zu einer Scheidung zuüberreden.
\"Operation\"
Wie ich schon am Anfang des Berichtes erzählte, kommt Waris immer wieder auf das Thema der Beschneidung zu sprechen. Zwar war die nn endgültig ausgestanden, aber Probleme gab es trotzdem immer wieder. Waris blieb nur ein kleines Loch für Urin und Monatsblut, so dass sich vieles staute und es so zu Schmerzen und Entzündungen kam.
Mit Hilfe ihrer Freundin, begab sie sich nach mehreren Umentscheidungen in eine Klinik. Dort wurde sie umoperiert und das Zugenähte wieder geöffnet. Zwar wird sie niemals in ihrem Leben Lust empfinden, aber wenigstens konnte sie von jetzt an ohne Schmerzen auf Toilette gehen.
\"New York\"
Um die Karriereleiter weiter hochzuklettern zog sie nach New York um. Dort waren schwarze Modells gefragter als in England.
Dort lernte sie auch Dana kennen, ihre große Liebe...
Hier möchte ich enden mit meiner etwas umfangreichen Story-Wiedergabe. Ich hoffe Ihr seid mir nicht böse, dass Ihr Euch durch soviele Zeilen kämpfen musstet...
Aufbau
~~~~~~
Das Buch ist in mehrere Kapitel untergliedert, so dass es sich schnell lesen läßt und auch im Nachinein noch nachvollziehbar ist, da man sich anhand der Einzelüberschriften wieder an einzelne Begebenheiten erinnert.
Auch empfand ich den Einstieg gut gewählt. Der Roman beginnt mit der Flucht von Waris aus der Wüste nach Mogadischu. Erst dann blickt sie auf ihre Kindheitsjahre zurück. Dieser nicht ganz chronologische Anfang macht neugierig und regt dadurch zum Weiterlesen an.
Interessant fand ich auch das Ende, wo sie nochmal eindrücklich aud das Thema Beschneidung eingeht und Zahlen nennt, die mich sehr erschreckt haben. Auch enthält das Buch einen Anhang mit Adressen für all Diejenigen, die sich ausführlicher damit beschäftigen und vielleicht helfen möchten.
Als negativ fand ich teilweise die langen Sätze. Man braucht dafür eine hohe Konzentration, um genau lesen zu können. Dennoch ist man schnell mit dem Roman durch und kann, wenn ihr mal auf meine Storybeschreibung blickt alles genau wiedergeben und es liegt schon etwas zurück, seit ich damit fertig bin.
Im Mittelteil sind auch Fotos mit eingebunden. Sie zeigen Waris bei ihrer Arbeit als Modell mit berühmten Fotografen, mit ihrem Mann Dana oder mit ihrer Mutter, die sie viele Jahre später in Somalia besucht.
Layout
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Das Cover finde ich sehr interessant gestaltet. Es ist braun und auf die Vorderseite ist das Profil von Waris Dirie zu sehen. Sie trägt ein weißes Kopftuch. Damit ist das Modell und das Nomadenmädchen vereint, was ich sehr schön fand. Außerdem har man dadurch sofort einen persönlicheren Bezug, wer denn das Buch geschrieben und all die Sachen erlebt hat.
Statistik
~~~~~~~
Titel: Wüstenblume
Autorin: Waris Dirie
Verlag: Heyne Verlag (www.heyne.de)
ISBN: 3-453-21161-4
Seitenanzahl: 280 mit Fotos
Preis: 8,95 Euro
Originalausgabe: Desert Flower oder Desert Dawn (unterschiedlicher Titel je nach Verlag möglich)
Autorin
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Waris Dirie hat mittlerweile das Modelln aufgegeben und arbeitet als UNO- Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung. Das ihr dies sehr am Herzen liegt, dass andere junge Mädchen nicht dasselbe grausame Schicksal wie sie selbst erleiden müssen, merkt man in dem Buch sehr deutlich.
Die Beschneidung
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Nach Schätzungen der USA wurden bereits 130 Mio. Frauen und Mädchen beschnitten, 2 Mio. laufen jährlich Gefahr, die nächsten Opfer zu sein. Das sind 6000 täglich.
Ohne Betäubung wird die Beschneidung meist unter primitiven Bedingungen von einer Hebamme oder einer \"Heilerin\" durchgeführt. Die Frauen benutzen zum Schneiden alle möglichen Geräte: Rasieklingen, Messer Scheren, Glasscherben oder scharfe Steine. Infolge des Eingriffs kommt es häufig zu Komlikationen, wie Schock, Infektionen, Schädigung an Harnröhre und After, Vernarbungen, Tetanus, Blasenentzündungen und Hepatitis B. Langzeitschäden möchte ich hier jetzt nicht alle aufzählen.
Waris Dirie schreibt: \" Über 4000 Jahre lang hat man in afrikanischen Kulturen Frauen verstümmelt. Viele sind der Ansicht, der Koran wurde das Vorschreiben, da dieser Brauch hauptsächlich im moslemischen Ländern verbreitet ist. Doch weder im Koran noch in der Bibel steht, dass die Beschneidung der Frau ein gottgefälliges Werk sei. Vielmehr wird diese Praktik sclicht von Männern unterstützt und gefordert, von unwissenden und egoistischen Männern, die sich damit ihr Alleiniges Anrecht auf die sexuellen Dienste ihrer Frauen sichern wollen. Deshalb verlangen sie, dass ihre Frauen beschnitten sind. Die Mütter fügen sich und lassen ihre eigenen Töchter beschneiden, aus Angst, diese könnten sonst keinen Ehemann finden. Denn eine Frau, die nicht beschnitten wurde, gilt als schmutzig und mannstoll und kann daher nicht verheiratet werden. [...]. Die Beschneidungsprozedur ist ein Ausdruck für die Selbstsucht, den Eigendünkel und der Aggressität der Männer. Vielleicht sollten wir den Männern die Eier abschneiden, damit aus meinem Land wieder ein Paradies wird. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigung und auch keine Beschneidung. Wenn wir ihnen Weichteile abhackten und es ihnen dann freistellen, ob sie herumlaufen und verbluten oder überleben wollen, würden sie vielleicht endlich verstehen was sie ihren Frauen antun.\" Ich glaube, dieser Buchausschnitt steht für sich.
Fazit
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Ich glaube, dies war mein definitiv längster Artikel bis jetzt von daher brauche ich auch nicht noch einmal erwähnen, dass ich dieses Buch empfehle. Wer sich für diese Problematik interessiert, der sollte an diesem Buch nicht vorübergehen.
~ ~ ~ Ich bedanke mich das Ihr bis hierhin durchgehalten habt und freue mich schon auf (hoffentlich zahlreiche) Kommentare. Vielleicht könnt Ihr mir ja auch Bücher empfehlen. Denn das Bücherregal meiner \"Schwiegermutter\" habe ich vorerst ausgeschöpft. ~ ~ ~
In diesem Sinne
Eure Nici :)
Zusatz zum Titel: In`schallah bedeutet auf Somali \"So Gott will\"
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