Dr. Oetker Culinaria Chinese Style Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Geschmack:
- Geruch:
- Zubereitung:
Erfahrungsbericht von LosGatos
Was Chinesen nicht essen....
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Der aufmerksame Leser meiner Berichte und leidgeplagte Empfänger meiner Kommentare weiß, dass LosGatos kein Hehl daraus macht, dass ihm Fertiggerichte nicht so sehr behagen. Natürlich haben auch solche Produkte ihre Berechtigung, denn nicht jeder hat Zeit und/oder Lust zum Kochen oder verfügt über einen eigenen Geschmack. Dass freitags bei LosGatos seit einiger Zeit traditioneller Pizzatag ist, habe ich ja in einem anderen Bericht („Das Wochenende kann beginnen..“) schon einmal kundgetan. Demzufolge ist natürlich Abwechslung vonnöten.
Zum Glück kann ich wohlwollend feststellen, dass Fertiggerichte vor 20 Jahren nicht aufgehört haben, sich weiter zu entwickeln. Wenn ich an Tiefkühlpizze der 70er Jahre denke, hatten diese mit einer Pizza nur den Namen gemeinsam. Es handelte sich um spärlich belegte viereckige harte Teigplatten. Und sie stammten, wenn ich mich recht erinnere, auch schon aus dem Hause Dr. Oetker. Vielleicht hat letzterer, als er seinerzeit entführt wurde, darüber nachgedacht, was er im künftigen Leben besser machen kann. Jedenfalls sind Tiefkühlpizze heutzutage qualitativ wesentlich besser als vor Jahren, was Teig, Belag und Geschmack angeht.
Auf der Suche nach neuen Einfällen und Produkten hat sich Dr. Oetker in letzter Zeit meiner Ansicht nach reichlich weit vorgewagt, als er seine Reihe CULINARIA ins Leben rief: Pizza griechisch, indisch, chinesisch und mexikanisch. Ich stehe dem deshalb skeptisch gegenüber, weil ein italienisches Gericht italienisch bleiben sollte. Es war einmal eine Pizza, die gute alte Pizza Margarita mit Tomaten, Käse und Oregano darauf, sonst nichts. Vielleicht gibt es ja demnächst noch eine Pizza mit Sushi. Oder Weißwurst in Sojasoße oder Schweinsbraten indisch....
Da ich ja noch zu jener Gattung von Berichteschreibern zähle, die die Produkte, über die sie schreiben, vorher selbst testen (ja ich weiß, das macht hier jeder...oder habe ich da schon wieder ein Raunen des Entsetzens ausgelöst ?!), habe ich mich entschlossen, wenigstens eines der Produkte aus der CULINARIA-Reihe einmal zu erwerben und zu verzehren. Schließlich will ich mich auch nicht dem Vorwurf aussetzen, über etwas zu reden, worüber ich keine Ahnung habe. Meine Wahl fiel auf die Pizza Chinese Style (warum das in Englisch sein muss, weiß ich auch nicht), weil die den Vorteil hat, auf vegetarischer Basis zu sein. Was sie gekostet hat, weiß ich nicht mehr, ich vermute zwischen 2 und 3 Euro.
DIE VERPACKUNG
Da es ja durchaus auch Leser gibt, denen die Verpackung wichtiger als das darin enthaltene Produkt ist, möchte ich diese auch gleichberechtigt behandeln, indem ich mich auch kurz dem widme, was das Auge, das ja bekanntlich auch mitisst, zuerst sieht, nämlich den bunten Karton, in dem das ganze eingepackt ist. Gemäß dieser Abbildung erscheint die Pizza bunt und reichlich mit Gemüse belegt. Aber hoppla, was hat dieser chinesische Gondoliere neben der Pizza auf der Verpackung zu suchen ?! Vermutlich möchte Dr. Oetker daran erinnern, dass Pizza ursprünglich aus Italien kommt, ebenso wie die Gondola. Anstatt im Canale Grande bewegt sich der chinesische Bootsfahrer jedoch auf einem einsamen Bergsee.
Auf der Rückseite der Packung findet man dann - passend zur Pizza - eine Ansammlung von fernöstlichen Zutaten wie kleingeschnittenes Gemüse, angerichtet in Essschälchen, nebst Gewürzen und Essstäbchen. Wer nicht sicher ist, ob er wirklich Pizza essen möchte, kann jetzt immer noch die Nummer vom China-Bringdienst anrufen und sich was Asiatisches wie Süßsaures Schweinefleisch oder gebratene Nudeln kommen lassen.
Außerdem findet man hier im Überblick die Produkte der CULINARIA-Reihe.
Und das Kleingedruckte darf natürlich auch nicht fehlen, die Zutaten, die ich nicht alle aufzählen möchte (denn abschreiben kann jeder). Nur das Wichtigste: Weizenmehl, Tomaten, Edamer Käse, Mungobohnenkeime, Zuckererbsen, Paprika, Karotten, Zwiebeln, Austernsauce, Chilisauce, Honig....
DIE ZUBEREITUNG
Dazu findet man auf der Verpackung auch Hinweise, die ich mir als erfahrener Pizza-Bäcker natürlich nie durchlese. Stattdessen werfe ich meinen Umluft-Herd an und stelle den Thermostat ca. auf 200 °C. Einer der ganz wichtigen Hinweise ist natürlich, dass man die Pizza nicht nur aus dem Pappkarton, sondern auch aus der Plastikfolie nehmen soll, bevor man sie in den Ofen tut. Immerhin könnte ein McDonalds-geschädigter Verbraucher den Unterschied im Geschmack gar nicht bemerken. Aber bevor die Pizza in den Ofen wandert, tue ich noch etwas für die chinesisch-türkische Völkerverständigung und gebe noch ein paar luftgetrocknete mit Knoblauch versetzte schwarze Oliven obendrauf, die ich auf unserem Wochenmarkt beim Türken kaufe. Dann habe ich etwas Zeit und lese ein paar Berichte bei YOPI, vergebe ein paar ‚hilfreich’ und schreibe ein paar gehässige Kommentare. Auf die Uhr sehe ich jedoch nicht dabei. Stattdessen schaue ich ab und zu mal nach, ob mir die Pizza schon entgegenlacht (das tut sie dann, wenn der Käse schon etwas krustig ist). Manchmal ruft auch LosGatos’ Freundin schon aus der Küche „Pizza ist fertig“. Spätestens dann lasse ich YOPI YOPI sein und stürme an den Esstisch. Natürlich habe ich der Zwischenzeit auch schon längst eine Flasche Rotwein aufgemacht.
DER VERZEHR
Um das ganze stilecht handzuhaben, schneide ich die Pizza zunächst vollständig klein in mundgerechte Stücke, die ich in kleine Schüsseln gebe, aus denen sie dann mit Stäbchen gegessen werden können. Eine Anleitung, wie man mit Stäbchen isst, lasse ich an dieser Stelle jedoch bewusst weg, sondern setze das als bekannt voraus. Wer dennoch nicht weiß, wie das geht, ohne sich dabei die Finger zu brechen, kann ja auch ersatzweise Fackelmann-Zahnstocher (zu diesem Produkt gibt es auf dieser Plattform zahlreiche sehr hilfreiche Berichte, allerdings nicht bei mir) benutzen und die Stückchen damit aufspießen.
Nun, ich stelle fest, der Teig ist durchaus gelungen, was bei mir so viel wie locker und nicht hart bedeutet. Sehr positiv finde ich in der Tat die vegetarische Variante einer Pizza. Es sind wirklich reichlich Bohnenkeime, Paprika, Karotten etc. vertreten. Der Geschmack geht ins Süßsaure, was mich aufgrund der Zutat Honig auch nicht wundert. Der Chili kann sich gegen den Honig offensichtlich nicht so recht durchsetzen, ich schmecke ihn jedenfalls nicht heraus. D.h. das ganze ist nicht übermäßig würzig, aber da kann man ja gegebenenfalls leicht nachhelfen. Ich bin vielleicht nicht ganz satt geworden, was bei mir bei einer Pizza als einzigem Gang ohnehin selten der Fall ist. Aber es hätte durchaus schlimmer kommen können. Ich habe mit Sicherheit schon viel schlechtere Pizze gegessen. An meinen Favoriten Meeresfrüchte-Pizza von Costa kommt die CULINARIA Chinese Style natürlich nicht heran.
FAZIT
Ich habe die mir selbst gestellte Aufgabe erfüllt, tatsächlich einmal eine Pizza aus der CULINARIA-Reihe von Dr. Oetker zu mir zu nehmen. Ich habe das nicht etwa getan, weil ich sonst nicht wusste, worüber ich bei YOPI hätte schreiben sollen, sondern vielmehr, um einerseits meine Neugierde zu befriedigen und andererseits, um nicht als voreingenommen zu gelten. Die Pizza hat in der Tat nicht so schlecht geschmeckt, wie ich dachte. Trotzdem habe ich nicht vor, weiterhin in der Reihe Dr. Oetker Pizza CULINARIA tätig zu werden, sondern werde mich demnächst wieder meinen anderen Serien „Australien“ und „Sänger, die mir wichtig waren“ widmen.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 30.5. 2002
Veröffentlicht bei CIAO, Dooyoo, Yopi, eComments
Zum Glück kann ich wohlwollend feststellen, dass Fertiggerichte vor 20 Jahren nicht aufgehört haben, sich weiter zu entwickeln. Wenn ich an Tiefkühlpizze der 70er Jahre denke, hatten diese mit einer Pizza nur den Namen gemeinsam. Es handelte sich um spärlich belegte viereckige harte Teigplatten. Und sie stammten, wenn ich mich recht erinnere, auch schon aus dem Hause Dr. Oetker. Vielleicht hat letzterer, als er seinerzeit entführt wurde, darüber nachgedacht, was er im künftigen Leben besser machen kann. Jedenfalls sind Tiefkühlpizze heutzutage qualitativ wesentlich besser als vor Jahren, was Teig, Belag und Geschmack angeht.
Auf der Suche nach neuen Einfällen und Produkten hat sich Dr. Oetker in letzter Zeit meiner Ansicht nach reichlich weit vorgewagt, als er seine Reihe CULINARIA ins Leben rief: Pizza griechisch, indisch, chinesisch und mexikanisch. Ich stehe dem deshalb skeptisch gegenüber, weil ein italienisches Gericht italienisch bleiben sollte. Es war einmal eine Pizza, die gute alte Pizza Margarita mit Tomaten, Käse und Oregano darauf, sonst nichts. Vielleicht gibt es ja demnächst noch eine Pizza mit Sushi. Oder Weißwurst in Sojasoße oder Schweinsbraten indisch....
Da ich ja noch zu jener Gattung von Berichteschreibern zähle, die die Produkte, über die sie schreiben, vorher selbst testen (ja ich weiß, das macht hier jeder...oder habe ich da schon wieder ein Raunen des Entsetzens ausgelöst ?!), habe ich mich entschlossen, wenigstens eines der Produkte aus der CULINARIA-Reihe einmal zu erwerben und zu verzehren. Schließlich will ich mich auch nicht dem Vorwurf aussetzen, über etwas zu reden, worüber ich keine Ahnung habe. Meine Wahl fiel auf die Pizza Chinese Style (warum das in Englisch sein muss, weiß ich auch nicht), weil die den Vorteil hat, auf vegetarischer Basis zu sein. Was sie gekostet hat, weiß ich nicht mehr, ich vermute zwischen 2 und 3 Euro.
DIE VERPACKUNG
Da es ja durchaus auch Leser gibt, denen die Verpackung wichtiger als das darin enthaltene Produkt ist, möchte ich diese auch gleichberechtigt behandeln, indem ich mich auch kurz dem widme, was das Auge, das ja bekanntlich auch mitisst, zuerst sieht, nämlich den bunten Karton, in dem das ganze eingepackt ist. Gemäß dieser Abbildung erscheint die Pizza bunt und reichlich mit Gemüse belegt. Aber hoppla, was hat dieser chinesische Gondoliere neben der Pizza auf der Verpackung zu suchen ?! Vermutlich möchte Dr. Oetker daran erinnern, dass Pizza ursprünglich aus Italien kommt, ebenso wie die Gondola. Anstatt im Canale Grande bewegt sich der chinesische Bootsfahrer jedoch auf einem einsamen Bergsee.
Auf der Rückseite der Packung findet man dann - passend zur Pizza - eine Ansammlung von fernöstlichen Zutaten wie kleingeschnittenes Gemüse, angerichtet in Essschälchen, nebst Gewürzen und Essstäbchen. Wer nicht sicher ist, ob er wirklich Pizza essen möchte, kann jetzt immer noch die Nummer vom China-Bringdienst anrufen und sich was Asiatisches wie Süßsaures Schweinefleisch oder gebratene Nudeln kommen lassen.
Außerdem findet man hier im Überblick die Produkte der CULINARIA-Reihe.
Und das Kleingedruckte darf natürlich auch nicht fehlen, die Zutaten, die ich nicht alle aufzählen möchte (denn abschreiben kann jeder). Nur das Wichtigste: Weizenmehl, Tomaten, Edamer Käse, Mungobohnenkeime, Zuckererbsen, Paprika, Karotten, Zwiebeln, Austernsauce, Chilisauce, Honig....
DIE ZUBEREITUNG
Dazu findet man auf der Verpackung auch Hinweise, die ich mir als erfahrener Pizza-Bäcker natürlich nie durchlese. Stattdessen werfe ich meinen Umluft-Herd an und stelle den Thermostat ca. auf 200 °C. Einer der ganz wichtigen Hinweise ist natürlich, dass man die Pizza nicht nur aus dem Pappkarton, sondern auch aus der Plastikfolie nehmen soll, bevor man sie in den Ofen tut. Immerhin könnte ein McDonalds-geschädigter Verbraucher den Unterschied im Geschmack gar nicht bemerken. Aber bevor die Pizza in den Ofen wandert, tue ich noch etwas für die chinesisch-türkische Völkerverständigung und gebe noch ein paar luftgetrocknete mit Knoblauch versetzte schwarze Oliven obendrauf, die ich auf unserem Wochenmarkt beim Türken kaufe. Dann habe ich etwas Zeit und lese ein paar Berichte bei YOPI, vergebe ein paar ‚hilfreich’ und schreibe ein paar gehässige Kommentare. Auf die Uhr sehe ich jedoch nicht dabei. Stattdessen schaue ich ab und zu mal nach, ob mir die Pizza schon entgegenlacht (das tut sie dann, wenn der Käse schon etwas krustig ist). Manchmal ruft auch LosGatos’ Freundin schon aus der Küche „Pizza ist fertig“. Spätestens dann lasse ich YOPI YOPI sein und stürme an den Esstisch. Natürlich habe ich der Zwischenzeit auch schon längst eine Flasche Rotwein aufgemacht.
DER VERZEHR
Um das ganze stilecht handzuhaben, schneide ich die Pizza zunächst vollständig klein in mundgerechte Stücke, die ich in kleine Schüsseln gebe, aus denen sie dann mit Stäbchen gegessen werden können. Eine Anleitung, wie man mit Stäbchen isst, lasse ich an dieser Stelle jedoch bewusst weg, sondern setze das als bekannt voraus. Wer dennoch nicht weiß, wie das geht, ohne sich dabei die Finger zu brechen, kann ja auch ersatzweise Fackelmann-Zahnstocher (zu diesem Produkt gibt es auf dieser Plattform zahlreiche sehr hilfreiche Berichte, allerdings nicht bei mir) benutzen und die Stückchen damit aufspießen.
Nun, ich stelle fest, der Teig ist durchaus gelungen, was bei mir so viel wie locker und nicht hart bedeutet. Sehr positiv finde ich in der Tat die vegetarische Variante einer Pizza. Es sind wirklich reichlich Bohnenkeime, Paprika, Karotten etc. vertreten. Der Geschmack geht ins Süßsaure, was mich aufgrund der Zutat Honig auch nicht wundert. Der Chili kann sich gegen den Honig offensichtlich nicht so recht durchsetzen, ich schmecke ihn jedenfalls nicht heraus. D.h. das ganze ist nicht übermäßig würzig, aber da kann man ja gegebenenfalls leicht nachhelfen. Ich bin vielleicht nicht ganz satt geworden, was bei mir bei einer Pizza als einzigem Gang ohnehin selten der Fall ist. Aber es hätte durchaus schlimmer kommen können. Ich habe mit Sicherheit schon viel schlechtere Pizze gegessen. An meinen Favoriten Meeresfrüchte-Pizza von Costa kommt die CULINARIA Chinese Style natürlich nicht heran.
FAZIT
Ich habe die mir selbst gestellte Aufgabe erfüllt, tatsächlich einmal eine Pizza aus der CULINARIA-Reihe von Dr. Oetker zu mir zu nehmen. Ich habe das nicht etwa getan, weil ich sonst nicht wusste, worüber ich bei YOPI hätte schreiben sollen, sondern vielmehr, um einerseits meine Neugierde zu befriedigen und andererseits, um nicht als voreingenommen zu gelten. Die Pizza hat in der Tat nicht so schlecht geschmeckt, wie ich dachte. Trotzdem habe ich nicht vor, weiterhin in der Reihe Dr. Oetker Pizza CULINARIA tätig zu werden, sondern werde mich demnächst wieder meinen anderen Serien „Australien“ und „Sänger, die mir wichtig waren“ widmen.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 30.5. 2002
Veröffentlicht bei CIAO, Dooyoo, Yopi, eComments
28 Bewertungen, 3 Kommentare
-
02.06.2002, 01:34 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichMeine Meinung kennst du ja schon. Lieber chinesisch essen als eine solche Pizza. Aber dein Bericht ist wirklich Klasse.
-
02.06.2002, 01:16 Uhr von butterkeks
Bewertung: sehr hilfreichIch hab auch schon mal eine probiert...ich glaube mexikanisch...mit tortilla-chips drauf. ungewöhnlich, aber geschmeckt hat sie ganz gut. Gruß Drea
-
30.05.2002, 23:36 Uhr von Swinja
Bewertung: sehr hilfreichWie wäre es mit der Reihe "Pizzas die mir wichtig waren"? *ggg*
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