Eine Billion Dollar (gebundene Ausgabe) / Andreas Eschbach Testbericht

Luebbe-verlagsgruppe-eine-billion-dollar-gebundene-ausgabe
ab 12,87
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(6)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(3)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von SeeHummel

Die wahre Liebe wirst du nur in Leipzig finden

Pro:

von Anfang bis Ende sehr interessant, durch Einbau damaliger aktueller Geschehnisse wirkt die Geschichte real und möglich, man lernt einiges wenn man will

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Hallo meine Lieben,

und weiter geht es mit einem Bericht über ein Buch von mir. Natürlich muss Abwechslung mal sein, weswegen ich euch heute keinen Thriller vorstellen werde, sondern einen ... hm ... nennen wir es einfach mal stinknormalen Roman.

Der Autor
><><><><><

Andreas Eschbach wurde 1959 in Ulm geboren und ist schon seit seinem 12. Lebensjahr schreiberisch tätig. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1995 (‚Die Haarteppichknüpfer’) und gewann damit sofort den Literaturpreis des Science-Fiction Club Deutschland. Auch sein zweiter Bericht brachte ihm einen Preis, so dass allen, einschließlich ihm, klar war, dass er es als Schreiber sehr weit bringen wird, weswegen er seit 1996 als freier Schriftsteller arbeitet und national wie international als Weltklasseautor angesehen wird – am bekanntesten ist von ihm sein Buch ‚Das Jesus-Video’.

Eschbach lebt nun in Stuttgart und es bleibt zu hoffen, dass seine kommenden Werke auch so erfolgreich sein werden, wie die vergangenen.

***Quelle: www.literaturschock.de***

Weitere Werke von ihm sind außerdem noch:

- Solarstation
- Kelwitts Stern
- Quest
- Der letzte seiner Art
- Gesang der Stille
- Das Marsprojekt

Inhalt
><><><

John Salvatore Fontanelli kann man wirklich als armes Schwein bezeichnen. Er hat keinen müden Penny in der Tasche und ist schon wieder am grübeln, wie er den Anteil seiner Miete zahlen soll, denn seinen Job als Pizza-Boy hat er eben verloren, nachdem er sein Dienstrad geschrottet hat. Doch das Schicksal soll es gut mit ihm meinen, denn unverhofft und ohne dass jemand aus seiner Familie gestorben ist, von dem er hätte etwas erben können, erbt John eine BILLION Dollar (in Zahlen 1.000.000.000.000). Das ist ja schon unfassbar, aber was noch unfassbarer ist, dass dies das Erbe eines schon längst verstorbenen Vorfahren Johns sein soll, welcher vor genau 500 Jahren 10.000 Dollar angelegt hat, damit der jüngste männliche Nachfahre von ihm der am 23. April 1995 am leben ist dieses mittlerweile auf eine Billion angestiegene Vermögen erben soll. Wir wollen es ja nicht Haken nennen, aber eine kleine Bedingung gibt es dennoch, denn das Erbe ist an eine Prophezeiung gebunden. Der Erbe dieses Vermögens soll damit nämlich den Menschen ihre verlorene Zukunft wiedergeben.

Für John beginnt somit ein ganz neues Leben, denn er weiß nicht wie er die Prophezeiung erfüllen soll und Familie Vacchi, sie hat über Generationen das Vermögen gehütet und gemehrt, weiß es auch nicht. So begibt sich John zunächst mit ihnen nach Italien, wo er ein Leben in Saus und Braus beginnt, jedoch nicht ohne Neider, denn selbst sein eigener Bruder will ihm die Kohle abluchsen, indem auf einmal ein bisher noch nicht bekannter Sohn von ihm auf der Bildfläche erscheint und der zweijährige Junge ja dann so der rechtmäßige Erbe wäre ist Johns Bruder wirklich der Vater. Allerdings kommt John wieder einmal der Zufall zu Hilfe, denn ein unbekannter Anrufer schickt ihm via Fax die Gesundheitsakte seines Bruders aus der hervorgeht, dass sein Bruder gar keinen Sohn haben kann, denn er ist Zeugungsunfähig.

Eigentlich könnte John nun ja ein Leben führen wie Gott auf Erden persönlich, doch das schlechte Gewissen plagt ihn das er die Prophezeiung erfüllen muss. Er trennt sich aus diesem Grund von den Vacchis, da ihm der unbekannte Anrufer eine Wahnsinns Idee offenbart hat, wie er diese Prophezeiung erfüllen kann. Wie diese ausschaut, ob es klappt oder nicht und was sonst noch passiert, das werde ich hier erstmal nicht weiter verraten.

Gedanken
><><><><><

Meine Inhaltsangabe klingt so vielleicht nicht wirklich spektakulär und aufregend, aber ich kann euch sagen, lasst euch davon nicht täuschen. Es ist wirklich spannend zu verfolgen, was John und McCaine, so der Name des unbekannten Anrufers, alles bewerkstelligen um die Prophezeiung zu erfüllen. Sie bauen ein wahres Weltimperium auf und es kommen viele wirtschaftliche Sachen zur Sprache. Eigentlich bin ich absolut nicht der Typ für wirtschaftliche Gespräche, aber die Strategie der beiden oder besser die von McCaine, denn John hat auch von nix eine Ahnung, zu verfolgen ist echt wahnsinnig interessant, denn so wie McCaine das alles geplant hat und es John, und somit auch dem Leser, in einfachen Worten erklärt klingt das alles logisch und vor allem weltverbessernd und wirklich möglich, wenn man ein Budget in dieser Größenordnung hätte.

Natürlich wäre das Buch damit aber immer noch nicht der Knüller als den ich es betrachte, wenn alles so glatt laufen würde, denn so glatt läuft das alles gar nicht. John muss schon bald merken, dass ihm die ihm nächsten Menschen zu seinen größten Feinden werden können und das er alleine nicht in der Lage ist die Macht, die er mittlerweile als reichster Mann der Welt hat, alleine zu tragen und richtig zu nutzen. Und wider seiner Erwartung stellt sich eine junge Dame, hinter der er vorher nur Böses vermutet hat, als seine große Liebe heraus. Warum ich dies betone??? Weil die gute aus Leipzig kommt so wie ich ja auch ;o). Doch auch dieses Glück soll John nicht lange vergönnt sein und für ihn beginnt weiter ein Leben auf der Suche nach der Erfüllung der Prophezeiung.

Eschbach schafft es, diese zunächst extrem klischeehafte Geschichte spannend rüber zu bringen, da einige unvorhergesehene Sachen passieren und vor allem auch das Ende nicht das typische Happy End ist, wie man es erwarten könnte, denn obwohl es John durch puren Zufall allein schafft die wahrscheinlich Beste und richtige Lösung der Prophezeiung zu finden endet die Geschichte schon ein wenig tragisch. Eschbach schafft es aber nicht nur durch den Verlauf der Geschichte selber den Leser zu fesseln, sondern auch durch seinen Schreibstil. Dieser ist wirklich fantastisch und lässt sich mehr als flüssig lesen, ohne das man als Leser ‚ungründlich’ liest und dadurch vielleicht einige Sachen verpasst. Im Gegenteil, ich habe zum Beispiel jedes Wort in mich aufgesaugt, da ich die Geschichte einfach faszinierend fand, dadurch, dass aktuelle Zeitgeschehen der Jahre 1995 bis etwa 2000 mit eingeflossen sind. So kommt unter anderem auch die Sache mit Bill Clinton und seiner Affäre mit der wohl berühmtesten Praktikantin zur Sprache und wie man diese am Besten wirtschaftlich zu seinem Vorteil hätte nutzen können. So gewinnt das Ganze irgendwie noch mehr an Realitätswahrscheinlichkeit, da alles hätte so geschehen können, wenn wirklich ein italienischer Gläubiger im Jahre 1495 solche einen Traum gehabt hätte und dann auch wirklich 10.000 Dollar für 500 Jahre angelegt hätte.

Während des Lesens und auch danach habe ich mir aber auch immer wieder Gedanken gemacht, was ich wohl mit soviel Geld anstellen würde. Um ehrlich zu sein – keine Ahnung, ich glaube ich würde genauso ratlos dastehen wie John zunächst. Vor allem ist es auch faszinierend, wie schnell sich Geld durch Zins und Zinseszins ‚vermehren’ kann. Klar sind 500 Jahre eine extrem lange Zeit, aber zwischen 10.000 Dollar und einer Billion ist noch eine viel utopischere Spanne oder???

Weiter ist mir aufgefallen, dass Eschbach Orte die er näher beschreibt wirklich so beschreibt wie sie entweder sind oder so, dass ich sie mir wirklich Bildlich vorstellen kann. So hat er zum Beispiel den Platz um die Leipziger Uni so beschrieben wie ich ihn jeden Tag auch wirklich vor Augen habe. Weiterhin vermittelt er dabei auch einiges an geschichtlichem Wissen, so zum Beispiel über die Montagsdemonstrationen vor dem Mauerfall und die Abläufe, die nicht ungefährlich waren, zu dieser Zeit.

Wie ihr merkt, ich bin begeistert und will nur noch ein was anmerken, was mir an dem Buch auch noch gefallen hat. Eschbach hat seine Seitenzahlen nicht ganz normal mit 1, 2, 3 usw. angegeben, sondern er beginnt auf Seite eins mit 1.000.000.000 Dollar. Jede Seite stellt also eine riesen Summe an Kohle dar, bis wir dann am Ende meiner Taschenbuchausgabe des Bastei-Lübbe-Verlags bei 887.000.000.000 Dollar angekommen sind. Klingt so nicht wirklich wichtig, aber was das interessante ist, dass er bei einigen Seiten angegeben hat für was dieser Betrag zum Beispiel in der Welt ausgegeben wurde (z.B. 3.000.000.000 Dollar jährlich für Tierfutter in Deutschland).

Ich kann dieses Buch eigentlich uneingeschränkt jedem von euch empfehlen, der nicht nur unterhaltende Lektüre lesen möchte, sondern dabei auch noch ein wenig ins Grübeln geraten will, denn zum Nachdenken regt das Buch auf jeden Fall an. Für mich eine 5***** Sache und ich bereue es nicht, dass ich mir das Buch für 9,90€ als Taschenbuchausgabe gekauft habe, nachdem ich einen Bericht darüber hier gelesen hatte.

In diesem Sinne: Lest mal wieder was Anständiges anstatt euch nur mit Fernsehen zuzudröhnen oder so.

*winke* euer Hummelchen

27 Bewertungen, 1 Kommentar

  • frankensteins

    26.09.2008, 21:42 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    na dann aber nix wie nach Leipzig lg Werner