Erfahrungsbericht von engel123
Der Weg zur besten Freundin!
Pro:
Man hat einen Menschen, der dich wirklich versteht und dich auch verstehen will, nichts gespieltes
Kontra:
Finde solch einen Menschen zwischen den 1.000 schwarzen Schafen erstmal.
Empfehlung:
Nein
Hallo meine lieben Yopi-User!
Ich sitze mal wieder vor meinem Computer und überlege, was kannst du denn heute schreiben?
Mir fällt nichts Instinktives ein, was meine Leser erfreuen würde.
Dennoch bin ich auf ein Thema gestoßen, was mich in letzter Zeit vollkommen beschäftigt!
Und zwar handelt es sich hierbei um das Thema „Freundschaft“.
Was bedeutet Freundschaft für mich?
Es ist eine kleines Wort mit dennoch großer Bedeutung.
Eine Freundschaft zu anderen Leuten aufbauen zu können, bedeutet eine ganze Menge von Zeit opfern zu können bzw. zu wollen, dem Freund zuhören, ihm selbst etwas anvertrauen (sei es ein Geheimnis, sei es etwas was den Freund, die Eltern, Schule, Arbeit oder jegliches angeht).
Ihm in jeder Situation weiter zu helfen, wenn man kann, einfach auch mal andere Dinge, andere Dinge sein lassen und voll und ganz seinem Freund nahe stehen.
Auch bei Umzügen nie den Kontakt abbrechen lassen.
Meines Erachtens ist eine gute Freundschaft mehr wert, als jeder klobige Wertgegenstand.
Das heißt wenn sie auch so behandelt wird und richtig gepflegt wird.
Und so definiere ich für mich das Wort Freundschaft!
F – Freude den anderen zu sehen
R – Rundum glücklich fühlen
E – Ehrlichkeit
U – Unendliche Offenheit
N – Niemals verlieren
D – durch dick und dünn gehen
S – Schuld auch mal einsehen
C – Chemie muss stimmen
H - Helfen
A - Aufmerksam
F – Fertig werden mit allem was kommt
T - Tränen
Was gehört zur Pflege einer guten Freundschaft?
Zu aller aller erst gehört dazu nunmehr die EHRLICHKEIT.
Um die Freundschaft gut zu pflegen und die Ehrlichkeit nicht zu verlieren, gehört genug Reden.
Immer wieder reden, reden und reden.
Der Freund wird sich wohlfühlen und merken, hey da hört mir ja endlich mal jemand zu.
Er wird sich dir anvertrauen, wird dir vielleicht nicht alles erzählen (manche Geheimnisse sollte man nun mal für sich behalten), aber das meiste bestimmt.
Gefolgt von Offenheit, denn nicht jeder kann von jetzt auf gleich ein offenes Dasein für den anderen bringen!
Ich jedenfalls müsste diesen jemand erst kennenlernen, bevor ich ihm eine Menge meiner Probleme und Geheimnisse anvertrauen könnte.
Wie erreiche ich denn die Offenheit?
Das ist bei jedem anders.
Die einen erzählen gleich vorne weg wie schwer sie es im Leben haben, das ist meiner Meinung nach nur die Ich-Will-Im-Mittelpunkt-Stehen-Sonst-Raste-Ich-Aus-Nummer.
Auf solche Freunde kann ich wirklich nur .......!
Oder die sogenannten Freunde, die dich heute beste Freundin nennen und später hinter deinem Rücken über dich herziehen, weil sie es einfach nicht verkraften können, dass auch du mal im Mittelpunkt stehst und nicht sie.
Oder die Ober-Besten-Freunde.
Heute nennt sie sich beste Freundin und morgen liegt sie mit deinem Freund in der Kiste.
Alles das musste eine Freundin von mir schon durchmachen.
Ich kann ruhigen Gewissens behaupten, dass es eine Freundin ist, auch mehr als gut.
Geschichte:
Ich möchte nicht irgendwie eingebildet klingen oderso, aber damals als ich noch zur Schule ging, verlief jeder Tag gleich.
Das Prinzesschen (so wurde ich damals immer genannt) ist kaum auf dem Schulhof angekommen, da wurde sie schon von Massen überrannt.
Ich war damals ein beliebtes Mädel in der Schule, was ich auch heute noch bin, nur eben nicht mehr in der Schule.
Dachte ich wäre als Mensch anerkannt worden, doch der Gedanke schlug fehl.
Alle interessierten sich nur für meine Klamotten, für mein Aussehen.
Nicht irgendeiner für meine Person.
Alle erzählten mir immer ihre Gedanken und Probleme.
Doch wann fragte mich mal einer wie es mir ginge?
Diese Frage stellte ich mir oft selbst und räumte wiederum im gleichen Moment ein: Mensch Mädel, hast du schon vergessen, nur deine äußerlichen Aspekte sind hier maßgebend, wie kannst du da auf die Idee kommen und denken jemand würde sich für Dich, die private Person, kümmern?
So ging das dann das fast ganze Schulleben.
Wir hatten natürlich auch Einzelfälle, die nicht so von der Klasse angenommen wurden, als Personen wie ich es war, oder Ähnliche.
Diese gehörten zu den Gruppen der etwas Molligen, zu denen deren Familien kein Geld hatten und zu denen die eine Klammer trugen!
Allen strebte nur der Gedanke, wenn nicht „in“ gebaut dann „out“!
Durch diese Zusammenarbeit mit den anderen verlor ich dann auch jegliches Interesse der Schule und meine Bemühungen für Arbeiten, Klausuren und Kurzkontrollen landeten auf dem Nullpunkt.
So begann die schwierigste Zeit für meine Eltern, die mir versucht hatten ein lebenlang alles erdenklich mögliche zu geben, was man einem Teeny in solcher Zeit hatte geben müssen.
Dazu zählten Zeiten, wie: Ach, Mum, es war doch nur ein Glas.
Oder: Sorry, hab gar nicht auf die Uhr geguckt!
Oder: Hast du noch mal 50 DM, hab das andere Geld schon verbraten.
Dazu muss ich sagen/zugeben, dass ich damals eine ziemlich verwöhnte Zicke gewesen bin.
Nun zurück zum Thema Nullpunkt.
Irgendwann war es dann auch soweit und die Zeugnisse waren geschrieben.
Voller Hoffnung, saß ich nun da auf dem Stuhl und bang um mein Zeugnis.
Es war der Abschluss der 9. Klasse.
Kathleen, nun bitte komm du nach vorn und hole dir deine erbrachten Leistungen in Form von „Zahlen“ ab.
Als ich schon diesen Satz hörte, dämmerte es!
Mathe 5.
Das war klar.
Mein einziger Gedanke, dieses Schuljahr nicht versetzt zu werden, war die reinste Katastrophe.
Dann begannen die Fragen:
Was wollte sie denn eben mit der Andeutung auf deine Zensuren.
Nun, weglaufen konnte ich wohl schlecht.
Zu meinem Glück verschwanden die ersten schon, nachdem sie ihr Zeugnis bekamen.
War doch klar, es sind die Sommerferien gewesen.
Nun stand ich dort noch, mit ca. 7 Mann im Klassenzimmer rum und wusste nicht was ich darauf antworten sollte.
Ich entschied mich dafür, mein Zeugnis kurz der kleinen Runde zu überreichen und ahnte schon welche Gesichter sie schnitten würden.
Einige sagten, ach auch in der Unterstufe wird’s nicht anders.
Andere interessierten sich nicht.
Und was mir ganz am Ende auffiel war, dass eine Mitschülerin aus meiner Klasse unser Gespräch die ganze Zeit belauscht hatte.
Ich jedoch hatte keine Lust mich auch noch dem zu widmen, nach diesem schlag ins Gesicht!
Zum glück blieb mir noch die eine Hoffnung – Nachprüfung-
Die wäre nach 5 ½ Wochen gewesen.
Zu Hause angekommen, blieb mir nichts anderes übrig, als auch meinen Eltern dieses Schundblatt zu zeigen.
Diese ahnten aber schon, dass Ihnen nichts anderes ins Haus flattern würden und so begannen sie sich mit Selbstvorwürfen das Leben noch schwerer zu machen, als es doch schon war.
Ich sagte, um mir meinen Fehler einzugestehen, dass ich mich dort selbst wieder rausboxen würde, denn schließlich hab ich mich da auch reingeboxt.
Daraufhin schnappte ich mir gleich das Telefon und rief alle möglichen „Freunde“ aus meiner Nochklasse an und fragte, ob sie sich nicht für ein paar Stunden in den Sommerferien mit mir zusammensetzen würden und die ein oder andere Matheaufgabe pauken könnten.
In angst schon die Antworten zu wissen, wählte ich die erste Nummer.
Tut mir Leid, aber ...... ist mit ...... am Strand und sie wollen am späten Abend noch auf ein Open-Air.
Auch Tage später meldete sich keiner von ihnen um mit mir ein wenig Mathe durchzugehen.
Die hatten ihre eigenen Probleme.
Gut, dachte ich nach diesem Telefonat, das ging ja schon gut los.
Aber es ist ja gerade mal der erste Ferientag , also hast du noch bequeme 5 Wochen und ein paar Tage Zeit.
Am Nachmittag drei Tage später, als ich mit meiner neuen Angewohnheit vertraut auf dem Sessel saß und versuchte irgendwelche Gleichungen zu Ungleichungen umzustellen und auch andersherum, riefen mich meine Eltern an, ich solle doch bitte um .... Uhr beim ...... sein.
Da ich nichts Wichtigeres vorhatte, erschien ich am Treffpunkt.
Schon vom weitem erkannte ich den Audi meines Vaters am Klang des Diesels.
In kurzen Sätzen erklärten sie mir etwas von einem Nachhilfelehrer, der auch schon am Ende des Satzes bei uns stand.
So Mäuschen, dieser Herr (ca. 50 Jahre alt und totales Mathe-Genie) wird dir nun dabei helfen, deine Zensur in Mathe wieder einigermaßen gerade hinzubekommen.
Ich dachte, och nee, das darf es doch gar nicht geben.
So begann es, dass ich Tag für Tag bei ihm zu Hause saß und mal für mal 10 DM pro Stunde abdrücken musste, obwohl ich doch immer noch nichts von alldem verstand.
So ging es dann ca. ne Woche, bis er mich anschrie, ob ich denn schon in der Schule so doof gewesen bin?!?
Das gab mir den Rest, von allem was bislang geschehen worden war.
Ich fing an zu weinen, erst leise dann lauter und irgendwann lief ich einfach aus seiner Wohnung nach Hause.
Dort angekommen und in Tränen aufgelöst, überlegte ich meine Tat, die ich eben vollbrachte.
Was hast du da nur getan?
Deine Eltern wollen nur das Beste und du rennst weg.
Später habe ich meinen Eltern die ganze Story erzählt und sie meinten ist schon gut, wir werden jemand anders für dich finden.
Dabei waren es doch nur noch knapp 4 Wochen.
Einen Tag später erzählte mir mein Vater von einem Jungen, der in der Schule ebenso ein Mathe-ass war.
Und am gleichen Tag kam er auch gleich und paukte mit mir Mathe von vorn bis hinten.
ER hieß Frank und war eigentlich ein total lustiger Typ.
Mit ihm machte Mathe lernen fast richtig Spaß.
Nur dachte ich mir, warum sitzt er bei diesem Sonnenschein in meinem Zimmer und paukt Mathe??
Diese Frage stellte ich ihm natürlich auch, worauf ich die antwort bekam: wer mal ein tolles Studium möchte, der muss kräftig pauken und so ein bisschen Geld dazu schadet doch keinem.
Das ging dann auch ca. ne Weile gut, bis auf einmal ein Taxi vor der Tür stand.
Der Taxifahrer stieg aus, zu meinem Staunen mit einem Strauß roter großer Rosen, es waren 20 Stück.
Alles was er sagte war, einen schönen Gruß von Ihrem Verehrer.
So neugierig wie ich war, bat ich meine Mutter die Blumen ins Wasser zu stellen, dabei entdeckte ich ein kleines Briefchen dran.
Auf diesen Stand: Für das wunderbarste Mädchen, das ich je kennen gelernt habe. Dein Frank.
Leider konnte ich die Gefühle von ihm nicht wiedergeben, sodass ich den Mathekurs mit ihm abbrechen musste.
Ihm tat es ziemlich weh, doch was sollte ich machen?
Ich erklärte ihm, dass so was auf Dauer nicht gut gehen konnte.
Wenn ich mit jemanden Mathe lernen würde, der mehr empfindet als ich für ihn???
Sowas kann doch nicht gut gehen, oder?
Noch am gleichen Tag bekam ich einen Anruf meiner Mitschülerin, DER MITSCHÜLERIN, die pausenlos unser Gespräch während der Zeugnisausgabe mit angehört hat.
Sie rief mich an und fragte, ob ich Hilfe von ihr in Mathe bekommen könnte?!?
Ich dachte ich wäre in irgendeinem schlechten Film.
Ich fragte sie, was hast du eben gesagt?
Sie fragte den restlos gleichen Satz zum zweitenmal.
Ich vereinbarte mit ihr ein Treffen bei mir zu Hause.
Kaum aufgelegt, musste ich mich erst mal wieder sammeln!
Sie ruft bei mir an und fragt ob ich Hilfe in Mathe brauche?
Muss das nicht andersrum sein?
Jedenfalls freute ich mich vielleicht endlich die richtige Person zum Lernen gefunden zu haben.
Einige Stunden später stand sie bei mir in der Tür, ich bat sie freundlichst einzutreten und bemerkte wie sie leicht errötete, sprach sie aber nicht weiter darauf an!
Wir lernten eine ganze Weile und zwischendurch bemerkte ich, dass sie eigentlich eine ganz nette ist, auch wenn sie nun mal ein paar Kilos mehr auf der Waage hatte.
So verging das die nächsten zwei Wochen und ich muss sagen, in diesen zwei Wochen hatte ich wirklich eine tolle Zeit.
Damit das Lernen nicht ganz so trocken auf den Boden fiel, überlegten wir uns eine Taktik.
Wir kamen auf den Entschluss jeden Tag ein paar Stunden zu lernen und danach an den strand zu fahren!
Dann endlich war es soweit: der Tag, der Tage!
Sie gab mir für diesen Tag noch ein kleines Bärchen als Glücksbringer mit und meinte, der hätte ihr in letzter Zeit auch viel Glück gebracht!
Während ich in dem Wartezimmer (ich war nicht allein prüfungsterminiert) wartete, dachte ich noch eine ganze zeitlang über dieses Mädchen, was ich von da ab richtig mochte noch lange nach, anstatt noch mal in meinen Hefter zu gucken, ob ich vielleicht nicht doch noch was lernen konnte.
Alle meine Gedanken galten nur ihr und ich fragte mich immer noch: Wieso tat sie das?
Ich bestand die Prüfung mit schriftlich und mündlich 2, das bedeutete, dass ich dieses Jahr doch noch versetzt werden würde.
Ich war überglücklich und wusste wem ich das zu verdanke hatte.
Dem Mädchen, die mich anrief, die ich vorher mit samt der Klasse in eine andere Stufe eingestuft habe.
Diese Geschichte ist nun mittlerweile schon 4 Jahre her.
Und seit 4 Jahren ist sie auch meine beste Freundin.
Sie hat mir gezeigt, was es heißt Freunde zu haben, sie hat sich um mich gekümmert, wenn es mir schlecht ging und tut dies auch immer noch.
In ihr sehe ich wirklich den Menschen, den lange gedacht habe, schon gefunden zu haben.
Aber auch der Gedanke schlug fehl.
Die Mädchen meiner damaligen Beschäftigung hab ich ab da an links liegen lassen, weil ich wusste es zählt nicht einfach nur der Chick und das Aussehen.
Auch die innerlichen Aspekte eines Menschen sollte man nicht vergessen vor allem aber auch tolerieren.
Mensch ist nun mal nicht gleich Mensch.
Wir ergänzen uns beide super.
Wir verstehen uns wirklich bis aufs Letzte und ich bin ihr echt dankbar dafür, dass sie mich damals angerufen hat.
Nicht nur dafür, dass sie ihre halben Ferien dafür geopfert hat, mit mir zu lernen, sondern auch weil ich ihr sonst vielleicht nie eine so gute Freundin gefunden habe.
Mittlerweile habe ich auch wieder einen neuen Bekanntenkreis.
Bestehend aus aller Herren Länder.
Wir sind wie eine große Familie.
Jeder ist für jeden da, aber dieses Mädchen bleibt DAS Mädchen, was ich nie vergessen werde!
Freue mich über zahlreiche Kommentare, wenn ihr so was vielleicht auch schon mal durchgemacht habt!
In diesem Sinne liebe Grüße an alle.
Ich sitze mal wieder vor meinem Computer und überlege, was kannst du denn heute schreiben?
Mir fällt nichts Instinktives ein, was meine Leser erfreuen würde.
Dennoch bin ich auf ein Thema gestoßen, was mich in letzter Zeit vollkommen beschäftigt!
Und zwar handelt es sich hierbei um das Thema „Freundschaft“.
Was bedeutet Freundschaft für mich?
Es ist eine kleines Wort mit dennoch großer Bedeutung.
Eine Freundschaft zu anderen Leuten aufbauen zu können, bedeutet eine ganze Menge von Zeit opfern zu können bzw. zu wollen, dem Freund zuhören, ihm selbst etwas anvertrauen (sei es ein Geheimnis, sei es etwas was den Freund, die Eltern, Schule, Arbeit oder jegliches angeht).
Ihm in jeder Situation weiter zu helfen, wenn man kann, einfach auch mal andere Dinge, andere Dinge sein lassen und voll und ganz seinem Freund nahe stehen.
Auch bei Umzügen nie den Kontakt abbrechen lassen.
Meines Erachtens ist eine gute Freundschaft mehr wert, als jeder klobige Wertgegenstand.
Das heißt wenn sie auch so behandelt wird und richtig gepflegt wird.
Und so definiere ich für mich das Wort Freundschaft!
F – Freude den anderen zu sehen
R – Rundum glücklich fühlen
E – Ehrlichkeit
U – Unendliche Offenheit
N – Niemals verlieren
D – durch dick und dünn gehen
S – Schuld auch mal einsehen
C – Chemie muss stimmen
H - Helfen
A - Aufmerksam
F – Fertig werden mit allem was kommt
T - Tränen
Was gehört zur Pflege einer guten Freundschaft?
Zu aller aller erst gehört dazu nunmehr die EHRLICHKEIT.
Um die Freundschaft gut zu pflegen und die Ehrlichkeit nicht zu verlieren, gehört genug Reden.
Immer wieder reden, reden und reden.
Der Freund wird sich wohlfühlen und merken, hey da hört mir ja endlich mal jemand zu.
Er wird sich dir anvertrauen, wird dir vielleicht nicht alles erzählen (manche Geheimnisse sollte man nun mal für sich behalten), aber das meiste bestimmt.
Gefolgt von Offenheit, denn nicht jeder kann von jetzt auf gleich ein offenes Dasein für den anderen bringen!
Ich jedenfalls müsste diesen jemand erst kennenlernen, bevor ich ihm eine Menge meiner Probleme und Geheimnisse anvertrauen könnte.
Wie erreiche ich denn die Offenheit?
Das ist bei jedem anders.
Die einen erzählen gleich vorne weg wie schwer sie es im Leben haben, das ist meiner Meinung nach nur die Ich-Will-Im-Mittelpunkt-Stehen-Sonst-Raste-Ich-Aus-Nummer.
Auf solche Freunde kann ich wirklich nur .......!
Oder die sogenannten Freunde, die dich heute beste Freundin nennen und später hinter deinem Rücken über dich herziehen, weil sie es einfach nicht verkraften können, dass auch du mal im Mittelpunkt stehst und nicht sie.
Oder die Ober-Besten-Freunde.
Heute nennt sie sich beste Freundin und morgen liegt sie mit deinem Freund in der Kiste.
Alles das musste eine Freundin von mir schon durchmachen.
Ich kann ruhigen Gewissens behaupten, dass es eine Freundin ist, auch mehr als gut.
Geschichte:
Ich möchte nicht irgendwie eingebildet klingen oderso, aber damals als ich noch zur Schule ging, verlief jeder Tag gleich.
Das Prinzesschen (so wurde ich damals immer genannt) ist kaum auf dem Schulhof angekommen, da wurde sie schon von Massen überrannt.
Ich war damals ein beliebtes Mädel in der Schule, was ich auch heute noch bin, nur eben nicht mehr in der Schule.
Dachte ich wäre als Mensch anerkannt worden, doch der Gedanke schlug fehl.
Alle interessierten sich nur für meine Klamotten, für mein Aussehen.
Nicht irgendeiner für meine Person.
Alle erzählten mir immer ihre Gedanken und Probleme.
Doch wann fragte mich mal einer wie es mir ginge?
Diese Frage stellte ich mir oft selbst und räumte wiederum im gleichen Moment ein: Mensch Mädel, hast du schon vergessen, nur deine äußerlichen Aspekte sind hier maßgebend, wie kannst du da auf die Idee kommen und denken jemand würde sich für Dich, die private Person, kümmern?
So ging das dann das fast ganze Schulleben.
Wir hatten natürlich auch Einzelfälle, die nicht so von der Klasse angenommen wurden, als Personen wie ich es war, oder Ähnliche.
Diese gehörten zu den Gruppen der etwas Molligen, zu denen deren Familien kein Geld hatten und zu denen die eine Klammer trugen!
Allen strebte nur der Gedanke, wenn nicht „in“ gebaut dann „out“!
Durch diese Zusammenarbeit mit den anderen verlor ich dann auch jegliches Interesse der Schule und meine Bemühungen für Arbeiten, Klausuren und Kurzkontrollen landeten auf dem Nullpunkt.
So begann die schwierigste Zeit für meine Eltern, die mir versucht hatten ein lebenlang alles erdenklich mögliche zu geben, was man einem Teeny in solcher Zeit hatte geben müssen.
Dazu zählten Zeiten, wie: Ach, Mum, es war doch nur ein Glas.
Oder: Sorry, hab gar nicht auf die Uhr geguckt!
Oder: Hast du noch mal 50 DM, hab das andere Geld schon verbraten.
Dazu muss ich sagen/zugeben, dass ich damals eine ziemlich verwöhnte Zicke gewesen bin.
Nun zurück zum Thema Nullpunkt.
Irgendwann war es dann auch soweit und die Zeugnisse waren geschrieben.
Voller Hoffnung, saß ich nun da auf dem Stuhl und bang um mein Zeugnis.
Es war der Abschluss der 9. Klasse.
Kathleen, nun bitte komm du nach vorn und hole dir deine erbrachten Leistungen in Form von „Zahlen“ ab.
Als ich schon diesen Satz hörte, dämmerte es!
Mathe 5.
Das war klar.
Mein einziger Gedanke, dieses Schuljahr nicht versetzt zu werden, war die reinste Katastrophe.
Dann begannen die Fragen:
Was wollte sie denn eben mit der Andeutung auf deine Zensuren.
Nun, weglaufen konnte ich wohl schlecht.
Zu meinem Glück verschwanden die ersten schon, nachdem sie ihr Zeugnis bekamen.
War doch klar, es sind die Sommerferien gewesen.
Nun stand ich dort noch, mit ca. 7 Mann im Klassenzimmer rum und wusste nicht was ich darauf antworten sollte.
Ich entschied mich dafür, mein Zeugnis kurz der kleinen Runde zu überreichen und ahnte schon welche Gesichter sie schnitten würden.
Einige sagten, ach auch in der Unterstufe wird’s nicht anders.
Andere interessierten sich nicht.
Und was mir ganz am Ende auffiel war, dass eine Mitschülerin aus meiner Klasse unser Gespräch die ganze Zeit belauscht hatte.
Ich jedoch hatte keine Lust mich auch noch dem zu widmen, nach diesem schlag ins Gesicht!
Zum glück blieb mir noch die eine Hoffnung – Nachprüfung-
Die wäre nach 5 ½ Wochen gewesen.
Zu Hause angekommen, blieb mir nichts anderes übrig, als auch meinen Eltern dieses Schundblatt zu zeigen.
Diese ahnten aber schon, dass Ihnen nichts anderes ins Haus flattern würden und so begannen sie sich mit Selbstvorwürfen das Leben noch schwerer zu machen, als es doch schon war.
Ich sagte, um mir meinen Fehler einzugestehen, dass ich mich dort selbst wieder rausboxen würde, denn schließlich hab ich mich da auch reingeboxt.
Daraufhin schnappte ich mir gleich das Telefon und rief alle möglichen „Freunde“ aus meiner Nochklasse an und fragte, ob sie sich nicht für ein paar Stunden in den Sommerferien mit mir zusammensetzen würden und die ein oder andere Matheaufgabe pauken könnten.
In angst schon die Antworten zu wissen, wählte ich die erste Nummer.
Tut mir Leid, aber ...... ist mit ...... am Strand und sie wollen am späten Abend noch auf ein Open-Air.
Auch Tage später meldete sich keiner von ihnen um mit mir ein wenig Mathe durchzugehen.
Die hatten ihre eigenen Probleme.
Gut, dachte ich nach diesem Telefonat, das ging ja schon gut los.
Aber es ist ja gerade mal der erste Ferientag , also hast du noch bequeme 5 Wochen und ein paar Tage Zeit.
Am Nachmittag drei Tage später, als ich mit meiner neuen Angewohnheit vertraut auf dem Sessel saß und versuchte irgendwelche Gleichungen zu Ungleichungen umzustellen und auch andersherum, riefen mich meine Eltern an, ich solle doch bitte um .... Uhr beim ...... sein.
Da ich nichts Wichtigeres vorhatte, erschien ich am Treffpunkt.
Schon vom weitem erkannte ich den Audi meines Vaters am Klang des Diesels.
In kurzen Sätzen erklärten sie mir etwas von einem Nachhilfelehrer, der auch schon am Ende des Satzes bei uns stand.
So Mäuschen, dieser Herr (ca. 50 Jahre alt und totales Mathe-Genie) wird dir nun dabei helfen, deine Zensur in Mathe wieder einigermaßen gerade hinzubekommen.
Ich dachte, och nee, das darf es doch gar nicht geben.
So begann es, dass ich Tag für Tag bei ihm zu Hause saß und mal für mal 10 DM pro Stunde abdrücken musste, obwohl ich doch immer noch nichts von alldem verstand.
So ging es dann ca. ne Woche, bis er mich anschrie, ob ich denn schon in der Schule so doof gewesen bin?!?
Das gab mir den Rest, von allem was bislang geschehen worden war.
Ich fing an zu weinen, erst leise dann lauter und irgendwann lief ich einfach aus seiner Wohnung nach Hause.
Dort angekommen und in Tränen aufgelöst, überlegte ich meine Tat, die ich eben vollbrachte.
Was hast du da nur getan?
Deine Eltern wollen nur das Beste und du rennst weg.
Später habe ich meinen Eltern die ganze Story erzählt und sie meinten ist schon gut, wir werden jemand anders für dich finden.
Dabei waren es doch nur noch knapp 4 Wochen.
Einen Tag später erzählte mir mein Vater von einem Jungen, der in der Schule ebenso ein Mathe-ass war.
Und am gleichen Tag kam er auch gleich und paukte mit mir Mathe von vorn bis hinten.
ER hieß Frank und war eigentlich ein total lustiger Typ.
Mit ihm machte Mathe lernen fast richtig Spaß.
Nur dachte ich mir, warum sitzt er bei diesem Sonnenschein in meinem Zimmer und paukt Mathe??
Diese Frage stellte ich ihm natürlich auch, worauf ich die antwort bekam: wer mal ein tolles Studium möchte, der muss kräftig pauken und so ein bisschen Geld dazu schadet doch keinem.
Das ging dann auch ca. ne Weile gut, bis auf einmal ein Taxi vor der Tür stand.
Der Taxifahrer stieg aus, zu meinem Staunen mit einem Strauß roter großer Rosen, es waren 20 Stück.
Alles was er sagte war, einen schönen Gruß von Ihrem Verehrer.
So neugierig wie ich war, bat ich meine Mutter die Blumen ins Wasser zu stellen, dabei entdeckte ich ein kleines Briefchen dran.
Auf diesen Stand: Für das wunderbarste Mädchen, das ich je kennen gelernt habe. Dein Frank.
Leider konnte ich die Gefühle von ihm nicht wiedergeben, sodass ich den Mathekurs mit ihm abbrechen musste.
Ihm tat es ziemlich weh, doch was sollte ich machen?
Ich erklärte ihm, dass so was auf Dauer nicht gut gehen konnte.
Wenn ich mit jemanden Mathe lernen würde, der mehr empfindet als ich für ihn???
Sowas kann doch nicht gut gehen, oder?
Noch am gleichen Tag bekam ich einen Anruf meiner Mitschülerin, DER MITSCHÜLERIN, die pausenlos unser Gespräch während der Zeugnisausgabe mit angehört hat.
Sie rief mich an und fragte, ob ich Hilfe von ihr in Mathe bekommen könnte?!?
Ich dachte ich wäre in irgendeinem schlechten Film.
Ich fragte sie, was hast du eben gesagt?
Sie fragte den restlos gleichen Satz zum zweitenmal.
Ich vereinbarte mit ihr ein Treffen bei mir zu Hause.
Kaum aufgelegt, musste ich mich erst mal wieder sammeln!
Sie ruft bei mir an und fragt ob ich Hilfe in Mathe brauche?
Muss das nicht andersrum sein?
Jedenfalls freute ich mich vielleicht endlich die richtige Person zum Lernen gefunden zu haben.
Einige Stunden später stand sie bei mir in der Tür, ich bat sie freundlichst einzutreten und bemerkte wie sie leicht errötete, sprach sie aber nicht weiter darauf an!
Wir lernten eine ganze Weile und zwischendurch bemerkte ich, dass sie eigentlich eine ganz nette ist, auch wenn sie nun mal ein paar Kilos mehr auf der Waage hatte.
So verging das die nächsten zwei Wochen und ich muss sagen, in diesen zwei Wochen hatte ich wirklich eine tolle Zeit.
Damit das Lernen nicht ganz so trocken auf den Boden fiel, überlegten wir uns eine Taktik.
Wir kamen auf den Entschluss jeden Tag ein paar Stunden zu lernen und danach an den strand zu fahren!
Dann endlich war es soweit: der Tag, der Tage!
Sie gab mir für diesen Tag noch ein kleines Bärchen als Glücksbringer mit und meinte, der hätte ihr in letzter Zeit auch viel Glück gebracht!
Während ich in dem Wartezimmer (ich war nicht allein prüfungsterminiert) wartete, dachte ich noch eine ganze zeitlang über dieses Mädchen, was ich von da ab richtig mochte noch lange nach, anstatt noch mal in meinen Hefter zu gucken, ob ich vielleicht nicht doch noch was lernen konnte.
Alle meine Gedanken galten nur ihr und ich fragte mich immer noch: Wieso tat sie das?
Ich bestand die Prüfung mit schriftlich und mündlich 2, das bedeutete, dass ich dieses Jahr doch noch versetzt werden würde.
Ich war überglücklich und wusste wem ich das zu verdanke hatte.
Dem Mädchen, die mich anrief, die ich vorher mit samt der Klasse in eine andere Stufe eingestuft habe.
Diese Geschichte ist nun mittlerweile schon 4 Jahre her.
Und seit 4 Jahren ist sie auch meine beste Freundin.
Sie hat mir gezeigt, was es heißt Freunde zu haben, sie hat sich um mich gekümmert, wenn es mir schlecht ging und tut dies auch immer noch.
In ihr sehe ich wirklich den Menschen, den lange gedacht habe, schon gefunden zu haben.
Aber auch der Gedanke schlug fehl.
Die Mädchen meiner damaligen Beschäftigung hab ich ab da an links liegen lassen, weil ich wusste es zählt nicht einfach nur der Chick und das Aussehen.
Auch die innerlichen Aspekte eines Menschen sollte man nicht vergessen vor allem aber auch tolerieren.
Mensch ist nun mal nicht gleich Mensch.
Wir ergänzen uns beide super.
Wir verstehen uns wirklich bis aufs Letzte und ich bin ihr echt dankbar dafür, dass sie mich damals angerufen hat.
Nicht nur dafür, dass sie ihre halben Ferien dafür geopfert hat, mit mir zu lernen, sondern auch weil ich ihr sonst vielleicht nie eine so gute Freundin gefunden habe.
Mittlerweile habe ich auch wieder einen neuen Bekanntenkreis.
Bestehend aus aller Herren Länder.
Wir sind wie eine große Familie.
Jeder ist für jeden da, aber dieses Mädchen bleibt DAS Mädchen, was ich nie vergessen werde!
Freue mich über zahlreiche Kommentare, wenn ihr so was vielleicht auch schon mal durchgemacht habt!
In diesem Sinne liebe Grüße an alle.
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