Gartenpflege & Naturschutz im Garten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sambucus

Pflanzen selber ziehen

Pro:

es klappt fast immer

Kontra:

man muß Geduld haben

Empfehlung:

Ja

Wer Spaß an Pflanzen hat und damit mehr als „kaufen-giessen-angucken“ meint, sollte mal versuchen, Pflanzen aus Samen selbst zu ziehen. Grundsätzlich kann man nämlich alles einpflanzen was einem so in die Hände fällt. Ob die Kastanie oder Eichel, die man beim letzten Spaziergang aufgelesen hat, oder der Pfirsichkern von heute mittag. Ob der Olivenkern aus dem letzten Spanienurlaub oder die Kirschen aus Nachbars Garten. Selbst aus den Supermarkt-Datteln, die noch von Weihnachten übrig geblieben sind, kann ein Palmenwald werden.

Zuerst sollte man die Samenkerne säubern. Anhaftendes Fruchtfleisch fängt sonst an zu schimmeln. Dann werden die Samen gewässert. Ich nehme einfach eine normale Kaffeetasse, die ich randvoll mit Wasser mache. Hierin bleiben die Samen je nach Härte 2 - 10 Tage, um aufzuweichen. Besonders harte Kerne, wie z.B. Oliven, sollte man sogar vorsichtig mit einem Messer anritzen, damit sie sich besser mit Wasser vollsaugen können.

Nach dem wässern muß man die Samen weiterhin feucht (nicht nass !) halten. Profis schwören hierbei auf Kokosfasern. DieKerne mit Kokosfasern umhüllen, einmal kräftig wässern, abtropfen lassen und in einer Plastiktüte z.B. einem Gefrierbeutel verschließen. Es geht aber auch mit allen anderen Materialien, die Feuchtigkeit speichern können. Ich persönlich bevorzuge normales Küchenkrepp (Zewa wisch und weg). In einen Suppenteller oder Blumentopfuntersetzer legt man zwei, drei Lagen Küchenkrepp. Darauf kommen die Samenkerne und darüber wieder zwei, drei Lagen Küchenkrepp. Das Ganze lagert man nun bei normaler Zimmertemperatur oder wärmer und hält es immer schön feucht (regelmäßig gießen), bis die Samen anfangen zu keimen. Das kann je nach Pflanze 2 bis 8 Wochen dauern.

Wenn der Keim kräftig genug ist, d.h. 5 – 10 cm lang geworden ist, pflanzt man ihn in Blumenerde oder ein anderes Substrat. Der Keim ist die erste Wurzel und gehört daher nach unten. Der noch anhängende Kern sollte mit 1 - 2 cm Substrat bedeckt sein. Das Substrat hält man weiterhin feucht und nach wenigen Tagen erscheint das erste Blatt. Die Nährstoffe in den Kernen reichen der jungen Pflanze für mindestens sechs Wochen. Danach muß man sie wie jede andere Zimmerpflanze behandeln, dass heißt, regelmäßig düngen.

Anfangs sieht so ein Pflänzchen recht kurios aus. An einem dünnen Stängelchen, das aus dem Kern gewachsen ist, entwickeln sich große Blätter, wie bei den Verwandten draußen. Wenn man die Pflanze aber immer in einem kleinen Topf belässt und regelmäßig die Wurzeln zurückschneidet, werden die Blätter Jahr für Jahr kleiner, bis die Proportionen wieder stimmen. Durch die Wahl des Pflanzgefäßes und die regelmäßige (jährliche) Behandlung des Wurzelballens, kann man die Größe seiner Pflanzen fast nach Belieben selbst bestimmen.

Selbstgezogene Pflanzen sind übrigens auch schöne Mitbringsel und kommen als Geschenke immer gut an. Die meisten Menschen schätzen die Idee und den Zeiteinsatz nämlich höher ein als den Wert in Euro.

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