Hybrid Theory - Linkin Park Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von peryk

Wandeln auf ausgetrampelten Pfaden

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Gitarrist, Bassist, Drummer, DJ & ?Sänger? der die Vocals rappt. Dies scheint die Erfolgsformel, die scheinbar sämtliche Nu-Metal Bands beherzigen. Linkin Park geht da einen Schritt weiter. Durch einen MC/Rapper (Mike Shinoda), wird der Gesang von Sänger Chester Bennington ergänzt.

Gerade diese Hybride macht die Band Hitparadentauglich. Mike & Chester singen abwechselnd die Vocals, wobei die Texte in der Regel von Mike gerappt werden, Chester singt dann den Chorus.
Ohne diese Zutat wäre die Musik der Band kaum etwas für die (Single!-)Charts. Laute, fette Gitarren, die an Industrial-Metal Bands wie ?Nine Inch Nails? erinnern, Texte die in ihrer Düsterheit problemlos von jeder Alternative-Metal der 90er stammen könnten (Korn, Limp Bizkit etc.).



?Papercut? beginnt das Album mit mechanischen Rhythmen, die schnell von lauten Gitarren übertönt werden. Der Song ist eine Mischung aus Industrial- & Rap-Metal, und entspricht viel eher als die Singles (?One Step Closer? & ?Crawling?) am ehesten dem Sound des Albums.

?One Step closer?, der Titelsong aus dem Film ?Das Experiment? klingt wie ein sehr melodischer Limp Bizkit Song, besonders eindringlich ist die Textzeile gegen Ende (?shut up when I´m talking to you?) deren Wirkung durch mehrfache, gebrüllte, Wiederholung verstärkt wird (Das haben sich die Jungs bei ?Rage against the Machine? abgeguckt)

?With you? wird von DJ Joseph Hahn & tiefen Bassgeräuschen eröffnet. Nach den ersten 3 Tracks wird aber leider klar, das die Band ausser einem, wenn auch so einzigartigen, Sound nicht viel zu bieten hat. Leider klingen fast sämtliche Songs auf ?Hybrid Theory? gleich.

?Points of Authority? unterscheidet wiederum kaum von den anderen Stücken. Ein eingängiger Chorus, laute Gitarren, Elektro-Geräusche im Hintergrund ? und keinerlei Abwechslung (Einziger Lichtblick ist das geprochene Intro)

?Crawling?, die 2. Single der Band, hat eine eindringliche Melodie, und einen dramatischen Chorus. Der Song würde ohne Mike´s gerapte Vocals aber sicherlich besser klingen.

?Runaway? (Mein Tipp für die 3. Single), ist ein sehr melodischer Song, der von Chester´s Gesang getragen wird. Ähnlich wie bei ?Crawling? ist Mike´s Sprechgesang fast gänzlich überflüssig (er hat kaum Text). Das gerade die Stücke, auf dem der 2. Sänger nicht zu hören ist, die besten des Albums (und kommerziell am aussichtsreichsten) sind, sollte der Band zu denken geben.

?By myself? ist das genaue Gegenstück zu den vorangegangenen 2 Songs. Mike spricht den gesamten Text, und Chester singt nur den Chorus. Der gekreischte Chorus verstärkt hier ausnahmsweise mal die Aussage des Songs (normalerweise wird euch das Gekreische schnell auf die Nerven gehen).

?In the end? ist ein Stück mit Klavier-Intro und ?Outro. Die Aussage des Stücks, bei dem Sänger & Rapper/MC sehr gut harmonieren, wird durch die voll aufspielenden Musiker während des Chorus noch erheblich verstärkt

Ein eingängige Bass-Hook dient als Auftakt von ?A Place for myself?. Das gute Riff, wird während der Textpassagen (wieder gerappt) abwechselnd von Bassist & Gitarrist Brad Delson gespielt. An Stelle 1:50 singt Chester die Zeile ?You tried to take the best of me ? go away? exakt 8 mal (Kann man als offene Verneigung vor den Nu-Metal Kings ?KoRn? sehen, die dieses Stilmittel in ihren Songs auch verwenden. Chester imitiert bei den ersten 4 Wiederholungen auch noch fast exakt die Stimme und Intonation des ?KoRn?-Sänger Johnathan Davies)

?Forgotten? ist Track 7 ?By myself? sehr ähnlich. Die Band verzichtet hier auf ein Intro, und beginnt den Song schon mit dem Chorus.


?Cure for the Itch? ist ein Instrumental, bei dem DJ Joseph Hahn zu Beginn scratchen (=Kratzen auf Schallplatten um daraus Musik zu erzeugen) darf. Der fette Bass während dieser Nummer wird eine Belastungsprobe für eure Lautsprecher darstellen (bei mir vibriert gerade der Boden).

?Pushing me away? ist eine gesungene Nummer (Wenn ihr die Kritik zu den Songs davor gelesen habt, wisst ihr was ich meine). Nette Nummer... leider entspricht sie fast exakt Track 8 ?In the End? (das auch noch besser ist )


FAZIT:

Die Songs sind eingängig, der Sound ist fast schon einmalig, und trifft den Puls der Zeit, die Band (Musiker) harmonieren großartig.....

.... aber es gibt erhebliche Schwächen.

Das Experiment mit dem Duo Sänger & MC geht nicht vollends auf. Diese harmonieren manchmal (?In the end?, ?Crawling?, ?Papercut?), aber häufig klingt es als hätte der MC ein- bis zwei Zeilen Text bekommen, als Vorwand um diesen im Song verwenden zu können.

Die Band hat einen einzigen Sound, und nicht viel mehr. Hört man nur einige Stücke des Albums denkt man es wäre großartig. Geht man aber ins Detail, merkt man schnell das viele Songs auf dem Album nur ?re-writes? (umgeschriebene Songs, die anderen Songs sehr ähnlich klingen aber einen anderen Text aufweisen) von anderen sind (?Forgotten? & ?By myself? sowie ?In the End? & ?Pushing me away?).
Das das Album nur eine Spielzeit von 38 Minuten hat, und die Band schon seit fast 4 Jahren zusammen Musik macht, verstärkt diesen Eindruck nur noch.
Dies ist unverzeihlich, wenn man bedenkt das dies erst das Debüt der Band ist, und das Album von guten Ideen nur so übersprudeln sollte.

Versteht mich nicht falsch, das Album ist ganz gut, aber wir haben es hier eher mit einem One-Hit Wonder zu tun, dass einfach nicht die Substanz hat, um auf die Dauer mit den Großen der Branche mitzuhalten.
Das Album ist ein Empfehlung wert, obwohl die Band scheinbar jetzt schon ihr Pulver verschossen hat.

15 Bewertungen, 4 Kommentare

  • simong

    24.02.2002, 21:58 Uhr von simong
    Bewertung: sehr hilfreich

    naja, ich finde Linkin Park eigentlich sehr gut und finde auch, dass sie Songs zwar ähnlich klingen, aber das es dort schon einige gewaltige Unterschiede gibt!

  • Talianna

    24.02.2002, 21:55 Uhr von Talianna
    Bewertung: sehr hilfreich

    das mit dem One-Hit-Wonder glaube ich zwar nicht, is aber eine prima Meinung. Jedem das Seine.

  • madhead

    24.02.2002, 21:50 Uhr von madhead
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nunja, darüber lässt sich streiten. madhead

  • Bettina-l

    24.02.2002, 21:48 Uhr von Bettina-l
    Bewertung: sehr hilfreich

    Halt eine vermischte Theorie!