Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Ayeli

Melvin, das Schaf

Pro:

Tolle Moral ;)

Kontra:

Kinderbuch???

Empfehlung:

Ja

Zur kleinen Einleitung:
Dieser Text sollte ursprünglich mal ein Kinderbuch werden. Die ersten 5,5 Strophen ging dann auch noch alles gut, bis eine Freundin beschloss, mir zu helfen. Von diesem Moment an gab ich es auf, dass daraus jemals ein Kinderbuch entstehen könnte. Auch der Kellner in unserem Stammlokal, den wir um eine tolle Moral baten, meinte nur: "Mädels, wenn ihr das und das und das und das und das und ... rauslasst, könnte es eventuell noch ein Kinderbuch werden, aber so..."
Nun denn, hiermit gaben wir es auf, haben aber meiner Meinung nach doch noch einen tollen süßen Text hinbekommen. Also, viel Spaß beim Lesen ;)


** MELVIN, DAS SCHAF **

Es war einmal ein junges Schaf,
Das ziemlich klein war und stets brav.
Jeden Tag tollte Melvin um den Schäfer herum
Und sprang dabei die anderen Schafe um.

Eins der Schafe schimpfte und fluchte,
Was so ein hässliches Schaf hier suche.
Traurig schaute der Kleine die Anderen an,
Bis eine Träne über sein kleines Gesicht rann.

Dann drehte er sich etwas tollpatschig um
Und stolzierte um die Hecke herum.
Er überlegte warum er so langweilig sei
Und wünschte sich einen anderen Körper herbei.

So hüpfte er in die nächste Stadt
Und bewunderte auf dem Weg ein buntes Blatt.
So bunt wie das Blatt wollte er sein,
Nicht mehr trist und so schrecklich klein.

Dann traf er ein Reh, groß und graziös,
Das stand dort im Wald und fraß glamourös.
Melvin staunte: "Wie groß das ist!
Vielleicht ist's so groß, weil es so viel frisst!"

In der Stadt dann angekommen
War seine Traurigkeit schnell verronnen.
Am Eck sah er 'nen Mäcki stehn
Und begann gleich darauf zuzugehn.

Das Ziel erreicht trat er ein
Und stopfte sich viel Fastfood rein.
Fertig, er blickte an sich nieder,
Und erkannte sich nicht wieder!

Den neuen Bauch, den fand er toll,
Doch er pflegt den alten Groll.
Nun war er groß und kugelrund,
Nur sein Problem: Er war nicht bunt!

Er suchte einen coolen Laden,
Er wollte bunte Kleidung tragen.
Den H&M, den fand er schnell,
Die Leuchtreklame war sehr hell.

Er lief hinein, fand einen Hut,
Ach mein Gott, der stand ihm gut!
Nun brauchte er noch Kringelsocken,
Mit diesen wollte er schließlich rocken.

Er kaufte noch ein passend Jackett,
Damit wäre sein Look komplett.
Er verließ den laden als buntes Schaf,
Doch war er leider noch zu brav!

Er dachte ein Piercing braucht er noch,
Es gilt als unbrav, wer gelocht.
Der Piercer half ihm eins zu finden,
Um Melvins Angst zu unterbinden.

Er wollte noch ein modernes Tattoo,
Das gab es schließlich gratis dazu.
Er fing an mit dem Piercer zu reden,
Der wollte ihm eine Chance geben.

Er suchte ein Mitglied für seine Band
Mit dem Namen "Devil's Hand".
Das erste Konzert war ein Erfolg,
Das hatte Melvin immer gewollt.

Doch die Band, die war nicht cool,
Denn der Sänger, der war schwul!
Der wollte Melvins Herz gewinnen,
Melvin jedoch war von Sinnen.

Und so schmiedete er ganz leise,
Auf seine eigne Art und Weise,
Einen ganz besondren Plan,
Um zu entfliehen diesem Wahn.

Beim nächsten Konzert sprang er in die Menge,
Hörte noch die letzten Klänge
Seiner alten Musicband
Mit dem Namen "Devil's Hand".

Er vermisste seine Herde
Und reiste um die halbe Erde.
Als er in die Ferne spähte,
Hörte er wie die Herde mähte.

Zum Frühstück betrat er dann die Wiese,
Als Erstes sah ihn dort die Liese.
War das der Melvin, den sie kannten?
Schnell alle Schafe zu ihm rannten.

Melvin unser Modeschaf
War weder langweilig noch brav,
Sondern gepierct und tattoowiert
Und in die Herde etabliert.

Den Schäfer traf alsbald der Schlag,
Als er die Wiese nun betrat.
Die Herde nun in Kringelsocken,
Alle Schafe zu "Slipknot" rockten.

Melvin, der war schwer frustriert,
Alle Schafe war'n tattoowiert!
Melvin schnell den Spaß verlor,
Alles war nun wie zuvor.

Für diesen langen Schafschoral
Bedarf es einer multiplen Moral:

Das Schaf, das ist ein dummes Tier,
Zum Laufen braucht es alle Vier,
Im Gegensatz zum Menschenwesen,
Das kann sogar schon Chorale lesen.

Drum hör gut zu, was ich versuch zu sagen,
Und stell am besten keine Fragen,
Denn die Moral von der Geschicht,
Es tut mir leid, die gibt es nicht!



Achja, WICHTIG: Dieser Text untersteht natürlich meinem und Dodo's persöhnlichem Copyright, also wehe ihr kopiert ihn!! ;)

16 Bewertungen, 7 Kommentare

  • phobee

    28.06.2006, 15:09 Uhr von phobee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist ja genial!!! Vielleicht solltest du es doch nochmal mit dem Kinderbuch probieren.... :-) LG, Pia

  • Estha

    28.06.2006, 13:43 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    ☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼

  • schokofan

    28.06.2006, 03:32 Uhr von schokofan
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg wünscht dir Dagmar

  • Binich

    27.06.2006, 20:24 Uhr von Binich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg Toni

  • Django006

    27.06.2006, 19:26 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • topfmops

    27.06.2006, 18:58 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    AHA !! . . . . . und ich sage und schreibe immer ‚AHA’, wenn ich mal wieder was Neues gelernt hab’. Und bei diesem Bericht habe ich viel für mich Neues erfahren.

  • marina71

    27.06.2006, 18:51 Uhr von marina71
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr einfallsreich!