Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Dana16w

Das Attentat

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nichts, wirklich nichts war mehr da.
Völlige Stille umgab sie. Alle die sie liebten waren tot. Alles was blieb war Trauer und diese Leere. Diese widerliche Leere, die einen auffrisst. Die einen in ein Loch zieht und nie wieder raus lässt.
Warum? Warum musste es so kommen? War denn nicht alles total normal gewesen?
Alles war so schön gewesen. Und nun? Nun war nichts mehr da.

Alles hatte an einem Montag begonnen. Cassa war auf die Strasse gegangen. Sie wollte nur eine Packung Zigaretten holen und sich dann gemütlich vor den Fernseher setzen um ihre Lieblingsserie nicht zu verpassen.
Timmy, ihr jüngerer Bruder schlief und ihre Eltern waren in der Dunkelkammer. Sie waren Redakteure für eine politische Zeitung, für die \" Klarsicht \".
Die beiden arbeiteten stets zusammen, schrieben zusammen an den Artikeln und machten sogar Fotos für diese, auch wenn öfters Bilder von Profis unter ihre Artikel gesetzt wurden. Die Bilder waren eher ein Teil ihres Lebenswerkes. Sie waren Zeitungsmenschen aus Leidenschaft.
Ja, leiden, dass mussten sie manchmal, wenn sie stundenlang warteten um ihre Story zu bekommen. Doch es lohnte sich fast jedes Mal.
Cassa hatte es sehr weit zum Zigarettenladen. Automaten waren shon vor über fünf Jahren verboten worden, Kinder könnten sich zu leicht Zigaretten beschaffen. Es wurden spezielle Zigarettenläden aufgestellt, rund um die Uhr geöffnet, immer.
Diese Zigarettenläden standen jedoch immer mindestens 2 Kilometer voneinander entfernt. Es wäre Verschwendung gewesen zu viele davon aufzustellen.
Cassa wohnte genau zwischen zwei Läden, egal wohin sie ging, einen Kilometer musste sie immer zurücklegen.

Langsam schlenderte sie die Strasse entlang. Sie hatte es nicht besonders eilig, genoss lieber die frische Luft. Ihre Serie war so gut wie vergessen.
Sie ging ihrer Lieblingsbeschäftigung nach-fremde Autos bestaunen.
Sie war begeistert von den Cabrios und Kombis, bevorzugte jedoch immer silberne und schwarze Autos.
Da, eine ganze Reihe von schwarzen BMWs fuhr in die Richtung aus der sie gekommen war. Was für ein Tempo!
Doch sie kümmerte sich nicht länger darum, denn ein silberner Mercedes kreuzt die Strasse und brauste davon. Sie sah ihm noch nach und beschleunigte ihr Tempo ein wenig, denn der Wagen hatte sie an ihre Lieblingsserie erinnert.
Schnell kaufte sie ihre Sargnägel und flitzte nach Hause. Doch vor ihrem Haus stockte sie. Die Karawane von BMWs stand in ihrer Strasse! Zu wem wollten sie?
Dann hörte sie Schritte und versteckte sich schnell hinter einem Gebüsch. Einige schwarzgekleidete Männer mit Sonnenbrillen kamen aus ihrem Haus gerannt.
Sie stiegen in einen der Wagen und fuhren los. Auch die restlichen Wagen folgten ihrem Beispiel.
Cassa war verwirrt. Sie wollte alles wissen, was sich hier ereignet hatte. So schnell sie konnte lief sie nach Hause. Die Tür stand noch offen. \"Mom, Dad, wo seid ihr?\"
Keine Antwort
\"Timmy?\" nun quieckte sie bereits, ihre Stimme zitterte.
Sie lief in die Dunkelkammer. Keine Spur. Sie lief in Timmies Zimmer, auch nichts.
Dann lief sie in das Sclafzimmer ihrer Eltern. Es war unglaublich. Ihre Eltern.... Sie waren tot. Lachen von Blut strömten aus ihren Köpfen. Sie wollte nicht genauer hinsehen, sie ängstigte sich zu sehr davor.
Timmy, wo war Timmy? War ihr einziger Gedanke. Sie weinte, ganze Bäche strömten ihr aus den Augen. Sie merkte nichts davon. Sie wollte nur wissen, wo Timmy ist.
Sie sah sich im Zimmer um und dann sah sie ihn. Doch sie wollte nicht hinsehen. Sein kleines, süßes Gesicht, leblos. Ohne jede Regung.
Nichts, wirklich nichts war mehr da.
Völlige Stille umgab sie. Alle die sie liebten waren tot. Alles was blieb war Trauer und diese Leere. Diese widerliche Leere, die einen auffrisst. Die einen in ein Loch zieht und nie wieder raus lässt.
Warum? Warum musste es so kommen? War denn nicht alles total normal gewesen?
Alles war so schön gewesen. Und nun? Nun war nichts mehr da.
Drrrrring. Das Telefon. Waren es die Männer? Hatten sie gemerkt, dass sie sie gesehen hatte? Wollten sie überprüfen, ob sie noch im Haus war?
Egal, sie musste abnehmen. Sie wollte die Männer verfluchen, sie anschreien. Doch sie wollte auch Beweise sammeln. Sie wollte ihre Stimmen aufnehmen, sie wollte Rache.
Behutsam stellte sie den Anrufbeantworter an. Dann hob sie ab.
\"Ja?\" sagte sie vorsichtig.
\"Cassa\", meldete sich ein Kollege ihrer Eltern, \"Sind deine Eltern da?\"
Cassa begann zu schluchzen, konnte sich nicht mehr unter Kontrolle halten.
\"Schätzchen, beruhige dich. Du musst mir nicht sagen was los ist, ich weiß es schon. Ich komme zu spät. Bitte verlass jetzt sofort das Haus. Wenn die Männer erfahren, dass du noch da bist, werden sie wieder kommen.\"
\"Aber, aber wo soll ich hin??\"
\"Komm zu mir, aber sofort. Ich werde dir alles erklären.
Mit diesen Worten legte er auf.

Cassa wollte noch einige Sachen mitnehmen. Doch plötzlich hörte sie Reifen quietschen und rannte. Sie lief durch das Wohnzimmer direkt zur Küche. Aus der Hintertür raus sofort in den Garten der Nachbarn.
Sie lief und lief, immer durch die Hintergärten der Nachbarn.
Dann musste sie anhalten, sie konnte einfach nicht mehr. Nichts, keine Schritte hinter ihr, anscheinend hatten sie sie nicht gesehen. Doch sie wollte kein Risiko eingehen. Durch Hintergärten und Seitenstrassen bahnte sie sich einen Weg zu Mr. Borton, dem Arbeitskollegen und sehr guten Vertauten ihrer Eltern.

Sie klingelte. nichts geschah. Verzweifelt klngelte sie immer und immer wieder. Dann meldete er sich endlich.
\"Wer ist da?\"
\"Cassa\"
\"Hat dich irgendwer gesehen?\"
\"Nein\"
\"Dann komm schnell hoch.\"
Sie nahm die Treppen, wollte lieber nicht gesehen werden und fltzte so schnell sie konnte hoch.
Vor der Tür angelangt musste sie erst einmal verschnaufen und trat dann ein.
\"Was ist los?? Ist die ganze Welt verrückt geworden? Bitte erzähl mir was passiert ist!!\" Schluchzte sie, während sie in Mr. Bortons Arme stürzte.
\"Beruhige dich, ich werde dir alles erzählen. Ich brauche deine Hilfe und du sicherlich meine.\"
\"Ich bin ruhig. Erzähl mir alles, bitte.\"
\"Also, alles begann damit, dass deine Eltern diesen Bericht schreiben sollten. Einen Bericht über das neue militärische Gebäude. Weißt du, welches ich meine?\"
Cassa nickte.
\"Ein ganz normaler Bericht. Nichts Besonderes eigentlich.
Doch dann stießen sie auf etwas Gefährliches.\"
Er schwieg einen Moment, dachte nach, ob er Cassa wirklich alles erzählen sollte.
\"Das alles ist wirklich sehr gefährlich für dich. Willst du wirklich alles wissen?\"
\"Ich habe keine andere Wahl. Ich werde ehe schon verfolgt, jetzt will ich wenigstens wissen, warum mein Leben so gefährlich geworden ist!\"
\"In Ordnung.
Dieses Gebäude... Deine Eltern fanden heraus, dass dieses angebliche Militärgebäude nur Tarnung ist.\"
\"Tarnung für was? Und wie ist das überhaupt möglich? Die Regierung muss doch über so etwas Bescheid wissen!!\"
\"Oh ja, das weiß sie auch. Schon einmal etwas von korrupten Politikern gehört? Die gibt es wie Sand am Meer und mit Geld lässt sich bei denen so einiges bewerkstelligen.
In diesem Gebäude hat sich eine terroristische Organisation eingenistet. Die GTB. Was das genau bedeutet wissen wir noch nicht. Doch wir wissen, dass deine Eltern einen Skandal aufgedeckt haben.\"
\"Was macht die GTB?\"
\"Sie entwickelt biologische Waffen. Sie will damit ganz Arabien auslöschen.\"
\"Aber warum?\"
\"Du erinnerst dich sicher noch an den 11.September 2001, oder?\"
\"Aus Erzählungen, ja. Ich war damals noch zu jung um es ganz zu verstehen.\"
\"Tausende Amerikaner waren geschockt. Einige befürchteten den 3.Weltkrieg, wenn Amerika etwas unternehmen würde.Die GTB jedoch schwor Rache. Jedoch konnten sie damals nichts tun, jetzt schon.\"
\"Ach du scheiße! Wir müssen zur Polizei!\"
\"Das wird aber schwer. Ein Informant hat mir erzählt, dass die ganze Redaktion ausgeschaltet werden soll. Ich jedoch habe vor einigen Monaten gekündigt. Mich werden sie nicht verdächtigen, hoffe ich zumindest.
Die Polizei ist in alles eingeweiht. Zumindest die Polizei im ganzen Bezirk 2596, unserem Bezirk.
Das nächste Bezirk ist knapp 30 km von hier entfernt. Die Entfernung ist nicht das Problem. Das Problem ist die Grenze.\"
\"Lass mich raten, die wird auch überwacht.\"
\"Genau.\"
\"Und was sollen wir tun?\"
\"Das entfernteste Bezirk aufsuchen.
Bezirk 2599 ist gut 200 km entfernt. Dafür sind die Grenzen leicht zu passieren, weil sie undicht sind. Ein Freund bei der Grenzwache hat mir eine genaue Beschreibung gegeben. Wir müssen bis zum Rely - Park, von da aus in den Wald. Im Wald fließt ein Fluss, der in das nächste Bezirk fließt. Die Schwachstelle der Grenze. Dieser Weg ist sehr mühsam, deshalb kommt da nie jemand vorbei.\"

Sie fuhren los. Mr.Borton hatte ein unauffälliges Auto, ganz in schwarz, das normale Modell.
Locker würden sie die 150 km bis zum Rely - Park zurücklegen. Doch dann müssten sie den Park durchqueren, einen der größten des Staates. Doch das war nicht das Schlimmste. Sie mussten ein kleines Boot durch den ganzen Park schleppen und dann auch noch durch den Wald.
Der Fluss war nicht leicht auszumachen und tief im Inneren des Waldes befindlich.
Doch jetzt saßen sie noch in dem gemütlichen Wagen und würden gut eine Stunde fahren.
Cassa legte sich auf den Rücksitz und schlief, komplett zugedeckt mit einer warmen Decke.

\"Cassa! Cassa! Wach auf, schnell!\"
Was war los? Wie lange hatte sie geschlafen? Waren sie etwa schon da?
\"Los leg dich in den Sitz hinein und sei still!\"
Die Sitzbank ließ sich aufklappen, sie war innen hohl. Man konnte sich problemlos hineinlegen um zu schlafen oder sich zu verstecken.
Sie klappte die Sitzbank herunter, schloß den Riegel jedoch nicht, da sie Angst hatte, dass sie ihn nicht wieder öffnen könnte. Das war ihr einmal geschehen und seit dem hatte sie fürchterliche Angst davor.
Das Auto kam zum Stehen.
\"Polizeikontrolle, steigen sie bitte aus!\"
\"Was ist denn los\", hörte sie ihn sagen und aussteigen.
\"Ach wissen sie, wir haben bloß nach ihnen gesucht, weil sich wichtige Staatsgeheimnisse kennen.\"
\"Ich?? Wie kommen sie auf so etwas?\"
\"Tut mir Leid.\" Dann hörte sie einen gedämpften Schuss, in dumpfes Geräusch und ein teuflisches Lachen.
\"Sieh nach, ob man die Sitzbank hochklappen kann.\"
Cassa wurde bleich. So schnell wie sie konnte versuchte sie den Riegel zu schließen, doch der klemmte und ließ sich nicht bewegen.
Dann endlich schloß er sich mit einem lauten Klicken.
Doch es hatte niemand gehört.
\"Okay, Auto ist leer, Sitzbank lässt sich nicht bewegen und im Kofferraum ist nur ein Holzboot.\"
\"In Ordnung, wir können jetzt gehen, Tony holt den Wagen in ein paar Stunden ab.\"
Also fuhren sie weg.
Cassa kam erst nach einer halben Stunde aus ihrem Versteck hervor. Tränen liefen an ihren Wangen hinunter.
Doch ihr Zorn war um Vieles größer als ihre Angst. Sie musste zur Polizei!
Langsam startete sie den Motor und fuhr los. Jeder Polizeiwagen entsetzte sie. Doch sie kam durch, sie war beim Rely - Park.
Sie kramte das Boot heraus und bemerkte, wie schwer es war. Wie sollte sie es so weit tragen können?
Doch das war jetzt nicht so wichtig. Sie wollte einfach weg.
Im Dunkeln schleppte sie das Boot durch den Park. Doch nach einigen Schritten konnte sie nicht mehr, Sie musste ausruhen.
Sie setzte sich auf eine Bank. Langsam entspannten sich ihre verkrampften Muskeln und sie nickte ein. Dann hörte sie plötzlich Schritte und sah eine Taschenlampe aufleuchten. Ohne zu zögern lief sie los. Alles war nun egal, alles was zählte war zu überleben. Sie rannte und rannte. Hinter sich hörte sie zwar nichts, doch das konnte trügen. Sie rannte bis sie den Wald erreicht hatte.
Nun erst merkte sie, dass sie das Boot vergessen hatte. Doch sie dachte überhaupt nicht daran es zurück zu holen. Sie rannte in den Wald hinein und beschloß auf einen Baum zu klettern. Sie sah eine kleine Baumhütte und stieg auf diesen Baum.Die Hütte war zwar nicht gerade stabil, doch es reichte für sie.Sie legte sich hin und schlief ein.
Am nächsten Tag wachte sie auf und fühlte einen fürchterlichen Muskelkater in ihren Beinen.
Schmerzhaft kletterte sie vom Baum und ging tiefer in den Wald hinein.
Wohin sie musste, das wusste sie zwar nicht genau, doch sie wusste, dass sie ganz tief in den Wald hinein musste.
Ununterbrochen ging sie. Fast zwei Stunden lang. Doch der Wald blieb dicht und ließ sie nichts erkennen.
Sie musste kurz ausruhen, sie konnte einfach nicht mehr.
Ein furchtbarer Hunger plagte sie, doch sie hatte nichts zu essen bei sich. Bald, sagte sich sich. Bald bin ich da und kann etwas essen.
Also ging sie weiter. Sie war so erschöpft, dass sie immer wieder hinfiel. Äste streiften sie und ließen schmerzhafte Kratzer zurück, doch sie musste weiter.
Ihre Knie waren dreckverkrustet und aufgeschürft, ihr ganzer Körper zerkratzt, doch sie fühlte nicht mehr viel davon, sie war viel zu müde.
Bald war sie zu erschöpft zum Gehen, also kroch sie nur noch weiter.
Es wurde dunkel. Doch sie konnte ihn hören, den Fluss!
Noch einmal nahm sie ihre ganze Kraft zusammen und stand auf. Sie lief und stand plötzlich direkt vor dem Fluss.
Sie wollte in den Fluss springen. Dann hörte sie ein Klicken. Ein Schuss. Sie fiel, fiel auf ihre Knie, landete mit dem Gesicht im Wasser.
Sie hatte den Fluss erreicht, doch jetzt war alles vorbei. Alles!



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So, das war meine Geschichte.
Ich hoffe sie gefällt euch, falls Brüche vorhanden sind, liegt das wohl daran, dass es ursprünglich eine Geschichte in zwei Teilen war.



Danke fürs Lesen

©©©© Dana 16 w ©©©©

52 Bewertungen, 2 Kommentare

  • manu63

    26.11.2011, 01:36 Uhr von manu63
    Bewertung: sehr hilfreich

    viele Grüße von Manuela

  • paula2

    08.09.2011, 00:32 Uhr von paula2
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße