Erfahrungsbericht von FrauNeedle
Kindergeschichte
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Immer, wenn ich mit meinen Kindern das noch schöne Wetter ausnutze, überlegen wir uns ein Spiel, das man unterwegs auf einem Spaziergang spielen kann. Diesmal entschieden wir uns für eine ausgedachte Geschichte. Jeder von uns musste sich zwei drei Sätze zu einer Geschichte ausdenken und es erzählen. So haben wir uns unsere eigene Märchenstunde verschafft :-)
Folgende Geschichte kam dabei heraus:
Der Drache, der Zaubern wollte
Ein kleiner Drache namens Pangu lebte in einem kleinen Wald, dicht bei den Bergen. Es war Herbst und die Bäume trugen kaum noch Blätter. Bald würde der Winter da sein und Pangu graulte es bei dem Gedanken an den kalten Winter. Da fiel ihm ein, dass in den Bergen eine Höhle sein soll, in der die Hexe Schrumpel wohnt. Sie kann dem Drachen vielleicht das Zaubern beibringen. Wenn Pangu zaubern könnte, dann könnte er sich ein warmes Haus zaubern und er muss im Winter nicht mehr frieren. Eine gute Idee, dachte er sich und machte sich auf den Weg um Schrumpels Höhle zu suchen.
Als er den Rand des Waldes erreichte, konnte er die Berge schon deutlich sehen. Weit ist es ja nicht mehr und er stampfte mutig auf die Berge zu. Nach einiger Zeit konnte er den Eingang der Höhle schon sehen. Der kalte Wind pfiff ihm um die spitzen Ohren und der Weg wurde immer beschwerlicher, doch endlich erreichte er sie.
Drinnen war es stockdunkel, er konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Von Schrumpel aber war keine Spur zu sehen. Gerade, als er sich tiefer in die Höhle begeben wollte, hörte er aus einer nahen Ecke ein leises Rascheln. Sein Herz klopfte ganz laut und Pangu überlegte, was er nun machen sollte. Sollte er nachschauen, wer dort ist? Oder doch besser weglaufen und die Hexe eben einfach später noch mal besuchen kommen? Bevor er zu einer Lösung kam, war es schon zu spät. Ein großer und böse aussehender Löwe sprang ihm entgegen und fletschte die Zähne.
Oh je, dachte Pangu, was sollte er jetzt nur tun? Der Löwe war doch so groß und so stark und dazu knurrte er auch noch ganz böse. Wenn ich doch nur zaubern könnte, dachte Pangu weiter, dann würde ich den Löwen jetzt einfach nach Afrika zaubern.
Gerade, als er den Gedanken zu Ende gedacht hatte, erhellte ein Blitz die Höhle und knallte dicht vor dem Löwen im Steinboden ein. Die Erde erzitterte. Doch dem Löwen schien das nichts auszumachen. „Verschwinde aus meiner Höhle“ rief Schrumpel aus einem hinteren Gang der Höhle. „Ich habe dir schon letztes mal gesagt, dass ich dich hier nicht mehr sehen will!“ Vor Wut stampfte Schrumpel mit dem Fuß auf den Boden.
Der böse Löwe dreht sich ganz langsam zur Hexe herum und brummte nun sie an. Wieder landete ein Blitz direkt neben ihm und er wurde immer wütender. Langsam beugte sich der Löwe vor und setzte zum Sprung an.
Oh je, dacht Pangu wieder. Wenn der Löwe jetzt die Hexe angreift, dann kann sie ihm vielleicht das Zaubern nicht mehr beibringen und außerdem würde er dann danach dran sein. Vor lauter Verzweiflung sprang Pangu genau in dem Moment auf den Schwanz des Löwen, als dieser sich zum Sprung abstieß. Ein Schmerzensschrei ertönte. Der Löwe drehte sich herum und erwischte Pangu mit seinen Krallen. Vor Schmerz sog Pangu die Luft ein und stieß sie wieder aus. Doch was war das? Ein Feuerstrahl kam aus seinem Maul und setzte den Schwanz des Löwen in Brand. Jaulend lief der Löwe davon.
Pangu war noch viel zu aufgeregt darüber, dass er Feuer speien konnte, denn das hatte er noch nie geschafft. Die Angst hatte ihm wohl dazu verholfen.
Die Hexe hinkte auf dem kleinen Drachen zu. Irgendwie hatte Pangu sie sich anders vorgestellt. Sie sah gar nicht so böse aus, wie er es dachte, im Gegenteil, Schrumpel sah eigentlich ganz nett aus. „Ich danke dir, mein lieber Pangu“, sagte die Hexe zu ihm. „Du hast mir das Leben gerettet und dafür gewähre ich dir einen Wunsch“.
Pangu war nun ganz aufgeregt, denn jetzt konnte er sich endlich wünschen, dass er selbst auch zaubern kann. „Gut“, sagte Schrumpel, „ich erfülle dir diesen Wunsch. Doch so einfach kann ich dir das nicht machen. Hier ist ein dickes Buch. Darin steht geschrieben, wie man das Zaubern erlernen kann.“ Die Hexe reichte dem Drachen das dicke Buch. „Aber ich kann doch gar nicht lesen“, sagte Pangu ganz traurig. „Kannst du mir das nicht einfach vorlesen?“ „Nein“, erwiderte die Hexe. „Dazu wirst du wohl erst zur Schule gehen müssen und das Lesen erlernen.“
ENDE
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-10 08:08:44 mit dem Titel Ein unvergessener Tag
21. Dezember, der Wecker klingelt. Lena wird aus ihrem Schlaf gerissen. Sie ist noch sehr müde, denn am Abend zuvor fiel es ihr schwer einzuschlafen. Heute sollte ein besonderer Tag sein. Nicht nur, dass ihre Mutter heute Geburtstag hatte, nein, diese Feier musste heute ausfallen und einem anderen, traurigen Anlass den Platz freiräumen. Ihre Oma ist vor zwei Wochen verstorben und sollte heute beerdigt werden, oder besser gesagt, eingeäschert werden. Die Beerdigung sollte erst im Frühjahr stattfinden, wenn der Boden nicht mehr so hart gefroren ist und man problemlos die Urne in die Erde setzen konnte.
Lena hatte eigentlich kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma gehabt. Als Kind war sie sie öfter mal besuchen, doch seit sie immer erwachsener wurde, es andere wichtigere Dinge in ihrem Leben gab, hat sie ihre Oma immer seltener gesehen.
Bei dem Gedanken an den heutigen Tag stiegen ihr die Tränen in die Augen. Was war nur los mit ihr. Lag es wirklich an dem Gedanken an ihre Oma, oder waren es mehr die anderen, angespannten Umstände, die sie so nahe am Wasser stehen liessen?
Lena ist noch jung, gerademal 23 Jahre alt, doch macht sie gerade einiges durch. Sie hat zwei entzückende kleine Kinder im Alter von 4,5 und 1,5 Jahren - einen Jungen und ein Mädchen. Als sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag von zu Hause auszog, um mit ihrem Verlobten für immer zusammen zu sein, glaubte sie noch an ein glückliches Leben. Dieser Glaube kam aber immer mehr ins Schwanken, je länger sie mit ihm zusammen war. Als sie mit ihrer Lehre fertig war, war sie schon hochschwanger. Damit das Kind ehelich zur Welt kam, beschlossen die beiden zu heiraten. Knapp vier Monate später kam dann der Sohn zur Welt und mit ihm veränderte sich ihr Ehemann zusehends. Die Zeit der Unterdrückung begann, denn schliesslich brachte Lena nun kein Geld mehr nach Hause, demnach hatte sie auch keine Ansprüche mehr zu stellen. Tagsüber hatte sie für ihren Sohn und den Haushalt dazusein und abends für ihn. Lena versuchte trotzdem ein glückliches Leben daraus zu machen und drei Jahre später wurde auch geplant eine Tochter geboren.
Genau 5 Jahre hielt diese Ehe. Fünf lange Jahre Unselbständigkeit und Unterdrückung, bis Lena sich dachte, dass es nicht das Leben ist, was sie sich wünschte. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass sie nun endlich selbst erwachsen genug war, um eigenständig zu handeln. Sie sprach sich mit ihrem Mann aus und beschloss, sich von ihm zu trennen. Er war damit natürlich nicht einverstanden, doch was blieb ihm anderes übrig?
Es begann eine Zeit der Traurigkeit und der Ängste, denn auch, wenn sie es war, die die Trennung wollte, so war sie doch traurig darüber, dass es überhaupt soweit kommen musste. Ängste deshalb, weil ihr Mann sie Nacht für Nacht anrief, ihr damit drohte, sie eines Tages zu erwischen, oder sich und die Kinder mit dem Auto gegen einen Baum zu setzen.
Doch heute, am Tag der Beerdigung ihrer Oma wollte sie daran einfach nicht denken. Sie machte sich und ihre Kinder soweit fertig, dass sie pünktlich um 13 Uhr in der Kapelle sein konnte, damit alle Verwandten von der Verschiedenen Abschied nehmen konnten. Anschliessend ging es in ein kleines Café. Sie setzte sich neben ihre Mutter, denn für sie war dieser Tag besonders schlimm. Es war ihr Geburtstag an dem die Mutter beerdigt wurde. Sie weinte die ganze Zeit und Lena war damit beschäftigt, ihre Mutter zu trösten.
Um 17 Uhr beschlossen Lena und ihre Mutter zu gehen. Die Verwandtschaft kannte keine Gnade mit den trauernden Personen, es wurde gelacht und herumgealbert, als wäre es ein ganz normaler Tag. Lena brachte ihre Mutter noch nach Hause und machte sich mit den Kindern dann selbst auf den Weg in ihre Wohnung.
Versunken in ihre Gedanken, klingelte es plötzlich an der Wohnungstür. Nichts Böses ahnend machte sie die Tür auf und erkannte mit Schrecken, dass ihr Mann davor stand. Er war betrunken, das merkte sie sofort. Früher hatte er nie getrunken, doch an diesem Tag muss er alles nachgeholt haben.
Er liess ihr nicht die Möglichkeit irgendetwas zu sagen, schob sie zurück in die Wohnung, schloss die Tür hinter sich und sah Lena mit hasserfülltem Blick an. Als das Schweigen schon schmerzhaft wurde, klingelte das Telefon. Voller Erleichterung ging sie zum Telefon und hörte die aufgeregte Stimme ihrer Mutter am anderen Ende: \"Frank war eben hier\", sagte sie aufgelöst, \"er ist auf dem Weg zu dir. Mach bloss nicht die Tür.....\" mehr konnte Lena nicht mehr hören, denn mit grossen Schritten war Frank auf das Telefon zugelaufen, riss ihr den Hörer aus der Hand und sagte: \" zu spät, ich bin schon hier\". Dann legte er den Hörer auf und fing lautstark zu streiten an. Lena bat ihn darum, bitte nicht vor den Kindern zu streiten, aber es schien zwecklos zu sein.
Frank wusste nicht wohin mit seiner aufgestauten Wut und fing an, die Fensterscheiben in den Türen kaputt zu schlagen. Die Kinder fingen an zu weinen, sie hatten Angst - Angst vor ihrem eigenen Vater! Lena nahm sie bei der Hand und brachte sie ins Kinderzimmer. Es musste schnell gehen, bevor Frank sich wieder ihr zuwandte. Sie sagte zu den Kindern, dass sie das Zimmer nicht verlassen sollten und dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen, ihr Papa ist nur wütend und würde uns schon nichts tun.
Als sie das Kinderzimmer verlies schloss ihre Mutter gerade die Wohnungstür auf. Ihre Mutter hatte zur Not einen Zweitschlüssel, von dem sie nun einfach gebrauch machte. Als sie die Scherben herumliegen sah, blickte sie erschrocken zu Lena, doch sie war ok. Sie schaute Frank an und erschrak noch mehr. Er war an den Händen voller Blut und war gerade auf dem Weg zur Badezimmertür, um sich die nächste Scheibe vorzunehmen. Die Mutter versuchte mit ihm zu reden, doch auch sie hatte kein Glück. Als sie ihm androhte, die Polizei zu rufen, wenn er nicht augenblicklich damit aufhöre, stürmte er mit grossen Schritten auf sie zu und stiess sie mit einem gewaltigem Schubs ins Wohnzimmer.
Es klirrte, die nächste Scheibe war kaputt und überall war Blut. Frank machte plötzlich kehrt in ging ins Kinderzimmer. Lena lief ihm sofort nach, voller Sorge um ihre Kinder, doch er stand nur da und erklärte den Kindern, dass der Papa morgen wiederkommen würde, um noch mehr zu zerstören. Lena versuchte ihren Mann aus dem Kinderzimmer zu locken, als er sie grob an den Armen packte, rüttelte und irgendetwas schrie. Sie verstand kein Wort, hatte nur noch ihre Kinder im Kopf, ihre armen Kinder, die das alles mitansehen mussten. Als Frank das Zimmer verlies, drehte sie sich schnell zu ihren Kindern um und lächelte sie an, als Zeichen, dass alles gut wird.
Sie stapfte hinter ihm her, doch schon im Flur packte er Lena wieder und drückte seine grosse Hand auf ihre Kehle. Das Atmen fiel ihr schon sehr schwer und sie bekam gar nicht mit, wie es an der Wohnungstür wieder klingelte und ihre Mutter es sogar geschafft hatte, sie zu öffnen.
Zum Glück Lenas und wahrscheinlich auch der Kinder und der Mutter, stand ihr Schwager in der Tür, der derzeit einzige Mensch, der noch einen klaren Kopf in dieser Situation behielt. Mit viel List und Überredungskünste schaffte er es tatsächlich Frank aus der Wohnung zu locken.
Nachdem Frank weg war, lief sie sofort zu ihren Kindern. Sie weinten, hatten fürchterliche Angst und zitterten am ganzen Körper. Lena versuchte sie so gut es ging zu beruhigen und kümmerte sich dann um ihre Mutter. Auch sie weinte, aber vor Erleichterung, dass der Spuk vorbei war. Sie hatte Schmerzen in der Schulter, weil Frank doch ziemlich kräftig zugepackt hatte, aber es war nicht so schlimm. Es war vorbei, das war die Hauptsache.
Für ihre Kinder waren die nächsten Tage grausam. Immer wenn es klingelte fingen sie an zu weinen und hatten Angst, dass ihr Vater wieder kommt, so wie er es ihnen gesagt hatte. Doch er hatte am nächsten Tag mit Lena telefoniert, als er wieder nüchtern war, hatte sich hundert mal entschuldigt und versprochen, dass soetwas nie wieder vorkommen würde. Und er hielt sein Versprechen....
Danke für´s Lesen - FrauNeedle
Folgende Geschichte kam dabei heraus:
Der Drache, der Zaubern wollte
Ein kleiner Drache namens Pangu lebte in einem kleinen Wald, dicht bei den Bergen. Es war Herbst und die Bäume trugen kaum noch Blätter. Bald würde der Winter da sein und Pangu graulte es bei dem Gedanken an den kalten Winter. Da fiel ihm ein, dass in den Bergen eine Höhle sein soll, in der die Hexe Schrumpel wohnt. Sie kann dem Drachen vielleicht das Zaubern beibringen. Wenn Pangu zaubern könnte, dann könnte er sich ein warmes Haus zaubern und er muss im Winter nicht mehr frieren. Eine gute Idee, dachte er sich und machte sich auf den Weg um Schrumpels Höhle zu suchen.
Als er den Rand des Waldes erreichte, konnte er die Berge schon deutlich sehen. Weit ist es ja nicht mehr und er stampfte mutig auf die Berge zu. Nach einiger Zeit konnte er den Eingang der Höhle schon sehen. Der kalte Wind pfiff ihm um die spitzen Ohren und der Weg wurde immer beschwerlicher, doch endlich erreichte er sie.
Drinnen war es stockdunkel, er konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Von Schrumpel aber war keine Spur zu sehen. Gerade, als er sich tiefer in die Höhle begeben wollte, hörte er aus einer nahen Ecke ein leises Rascheln. Sein Herz klopfte ganz laut und Pangu überlegte, was er nun machen sollte. Sollte er nachschauen, wer dort ist? Oder doch besser weglaufen und die Hexe eben einfach später noch mal besuchen kommen? Bevor er zu einer Lösung kam, war es schon zu spät. Ein großer und böse aussehender Löwe sprang ihm entgegen und fletschte die Zähne.
Oh je, dachte Pangu, was sollte er jetzt nur tun? Der Löwe war doch so groß und so stark und dazu knurrte er auch noch ganz böse. Wenn ich doch nur zaubern könnte, dachte Pangu weiter, dann würde ich den Löwen jetzt einfach nach Afrika zaubern.
Gerade, als er den Gedanken zu Ende gedacht hatte, erhellte ein Blitz die Höhle und knallte dicht vor dem Löwen im Steinboden ein. Die Erde erzitterte. Doch dem Löwen schien das nichts auszumachen. „Verschwinde aus meiner Höhle“ rief Schrumpel aus einem hinteren Gang der Höhle. „Ich habe dir schon letztes mal gesagt, dass ich dich hier nicht mehr sehen will!“ Vor Wut stampfte Schrumpel mit dem Fuß auf den Boden.
Der böse Löwe dreht sich ganz langsam zur Hexe herum und brummte nun sie an. Wieder landete ein Blitz direkt neben ihm und er wurde immer wütender. Langsam beugte sich der Löwe vor und setzte zum Sprung an.
Oh je, dacht Pangu wieder. Wenn der Löwe jetzt die Hexe angreift, dann kann sie ihm vielleicht das Zaubern nicht mehr beibringen und außerdem würde er dann danach dran sein. Vor lauter Verzweiflung sprang Pangu genau in dem Moment auf den Schwanz des Löwen, als dieser sich zum Sprung abstieß. Ein Schmerzensschrei ertönte. Der Löwe drehte sich herum und erwischte Pangu mit seinen Krallen. Vor Schmerz sog Pangu die Luft ein und stieß sie wieder aus. Doch was war das? Ein Feuerstrahl kam aus seinem Maul und setzte den Schwanz des Löwen in Brand. Jaulend lief der Löwe davon.
Pangu war noch viel zu aufgeregt darüber, dass er Feuer speien konnte, denn das hatte er noch nie geschafft. Die Angst hatte ihm wohl dazu verholfen.
Die Hexe hinkte auf dem kleinen Drachen zu. Irgendwie hatte Pangu sie sich anders vorgestellt. Sie sah gar nicht so böse aus, wie er es dachte, im Gegenteil, Schrumpel sah eigentlich ganz nett aus. „Ich danke dir, mein lieber Pangu“, sagte die Hexe zu ihm. „Du hast mir das Leben gerettet und dafür gewähre ich dir einen Wunsch“.
Pangu war nun ganz aufgeregt, denn jetzt konnte er sich endlich wünschen, dass er selbst auch zaubern kann. „Gut“, sagte Schrumpel, „ich erfülle dir diesen Wunsch. Doch so einfach kann ich dir das nicht machen. Hier ist ein dickes Buch. Darin steht geschrieben, wie man das Zaubern erlernen kann.“ Die Hexe reichte dem Drachen das dicke Buch. „Aber ich kann doch gar nicht lesen“, sagte Pangu ganz traurig. „Kannst du mir das nicht einfach vorlesen?“ „Nein“, erwiderte die Hexe. „Dazu wirst du wohl erst zur Schule gehen müssen und das Lesen erlernen.“
ENDE
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-10 08:08:44 mit dem Titel Ein unvergessener Tag
21. Dezember, der Wecker klingelt. Lena wird aus ihrem Schlaf gerissen. Sie ist noch sehr müde, denn am Abend zuvor fiel es ihr schwer einzuschlafen. Heute sollte ein besonderer Tag sein. Nicht nur, dass ihre Mutter heute Geburtstag hatte, nein, diese Feier musste heute ausfallen und einem anderen, traurigen Anlass den Platz freiräumen. Ihre Oma ist vor zwei Wochen verstorben und sollte heute beerdigt werden, oder besser gesagt, eingeäschert werden. Die Beerdigung sollte erst im Frühjahr stattfinden, wenn der Boden nicht mehr so hart gefroren ist und man problemlos die Urne in die Erde setzen konnte.
Lena hatte eigentlich kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma gehabt. Als Kind war sie sie öfter mal besuchen, doch seit sie immer erwachsener wurde, es andere wichtigere Dinge in ihrem Leben gab, hat sie ihre Oma immer seltener gesehen.
Bei dem Gedanken an den heutigen Tag stiegen ihr die Tränen in die Augen. Was war nur los mit ihr. Lag es wirklich an dem Gedanken an ihre Oma, oder waren es mehr die anderen, angespannten Umstände, die sie so nahe am Wasser stehen liessen?
Lena ist noch jung, gerademal 23 Jahre alt, doch macht sie gerade einiges durch. Sie hat zwei entzückende kleine Kinder im Alter von 4,5 und 1,5 Jahren - einen Jungen und ein Mädchen. Als sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag von zu Hause auszog, um mit ihrem Verlobten für immer zusammen zu sein, glaubte sie noch an ein glückliches Leben. Dieser Glaube kam aber immer mehr ins Schwanken, je länger sie mit ihm zusammen war. Als sie mit ihrer Lehre fertig war, war sie schon hochschwanger. Damit das Kind ehelich zur Welt kam, beschlossen die beiden zu heiraten. Knapp vier Monate später kam dann der Sohn zur Welt und mit ihm veränderte sich ihr Ehemann zusehends. Die Zeit der Unterdrückung begann, denn schliesslich brachte Lena nun kein Geld mehr nach Hause, demnach hatte sie auch keine Ansprüche mehr zu stellen. Tagsüber hatte sie für ihren Sohn und den Haushalt dazusein und abends für ihn. Lena versuchte trotzdem ein glückliches Leben daraus zu machen und drei Jahre später wurde auch geplant eine Tochter geboren.
Genau 5 Jahre hielt diese Ehe. Fünf lange Jahre Unselbständigkeit und Unterdrückung, bis Lena sich dachte, dass es nicht das Leben ist, was sie sich wünschte. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass sie nun endlich selbst erwachsen genug war, um eigenständig zu handeln. Sie sprach sich mit ihrem Mann aus und beschloss, sich von ihm zu trennen. Er war damit natürlich nicht einverstanden, doch was blieb ihm anderes übrig?
Es begann eine Zeit der Traurigkeit und der Ängste, denn auch, wenn sie es war, die die Trennung wollte, so war sie doch traurig darüber, dass es überhaupt soweit kommen musste. Ängste deshalb, weil ihr Mann sie Nacht für Nacht anrief, ihr damit drohte, sie eines Tages zu erwischen, oder sich und die Kinder mit dem Auto gegen einen Baum zu setzen.
Doch heute, am Tag der Beerdigung ihrer Oma wollte sie daran einfach nicht denken. Sie machte sich und ihre Kinder soweit fertig, dass sie pünktlich um 13 Uhr in der Kapelle sein konnte, damit alle Verwandten von der Verschiedenen Abschied nehmen konnten. Anschliessend ging es in ein kleines Café. Sie setzte sich neben ihre Mutter, denn für sie war dieser Tag besonders schlimm. Es war ihr Geburtstag an dem die Mutter beerdigt wurde. Sie weinte die ganze Zeit und Lena war damit beschäftigt, ihre Mutter zu trösten.
Um 17 Uhr beschlossen Lena und ihre Mutter zu gehen. Die Verwandtschaft kannte keine Gnade mit den trauernden Personen, es wurde gelacht und herumgealbert, als wäre es ein ganz normaler Tag. Lena brachte ihre Mutter noch nach Hause und machte sich mit den Kindern dann selbst auf den Weg in ihre Wohnung.
Versunken in ihre Gedanken, klingelte es plötzlich an der Wohnungstür. Nichts Böses ahnend machte sie die Tür auf und erkannte mit Schrecken, dass ihr Mann davor stand. Er war betrunken, das merkte sie sofort. Früher hatte er nie getrunken, doch an diesem Tag muss er alles nachgeholt haben.
Er liess ihr nicht die Möglichkeit irgendetwas zu sagen, schob sie zurück in die Wohnung, schloss die Tür hinter sich und sah Lena mit hasserfülltem Blick an. Als das Schweigen schon schmerzhaft wurde, klingelte das Telefon. Voller Erleichterung ging sie zum Telefon und hörte die aufgeregte Stimme ihrer Mutter am anderen Ende: \"Frank war eben hier\", sagte sie aufgelöst, \"er ist auf dem Weg zu dir. Mach bloss nicht die Tür.....\" mehr konnte Lena nicht mehr hören, denn mit grossen Schritten war Frank auf das Telefon zugelaufen, riss ihr den Hörer aus der Hand und sagte: \" zu spät, ich bin schon hier\". Dann legte er den Hörer auf und fing lautstark zu streiten an. Lena bat ihn darum, bitte nicht vor den Kindern zu streiten, aber es schien zwecklos zu sein.
Frank wusste nicht wohin mit seiner aufgestauten Wut und fing an, die Fensterscheiben in den Türen kaputt zu schlagen. Die Kinder fingen an zu weinen, sie hatten Angst - Angst vor ihrem eigenen Vater! Lena nahm sie bei der Hand und brachte sie ins Kinderzimmer. Es musste schnell gehen, bevor Frank sich wieder ihr zuwandte. Sie sagte zu den Kindern, dass sie das Zimmer nicht verlassen sollten und dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen, ihr Papa ist nur wütend und würde uns schon nichts tun.
Als sie das Kinderzimmer verlies schloss ihre Mutter gerade die Wohnungstür auf. Ihre Mutter hatte zur Not einen Zweitschlüssel, von dem sie nun einfach gebrauch machte. Als sie die Scherben herumliegen sah, blickte sie erschrocken zu Lena, doch sie war ok. Sie schaute Frank an und erschrak noch mehr. Er war an den Händen voller Blut und war gerade auf dem Weg zur Badezimmertür, um sich die nächste Scheibe vorzunehmen. Die Mutter versuchte mit ihm zu reden, doch auch sie hatte kein Glück. Als sie ihm androhte, die Polizei zu rufen, wenn er nicht augenblicklich damit aufhöre, stürmte er mit grossen Schritten auf sie zu und stiess sie mit einem gewaltigem Schubs ins Wohnzimmer.
Es klirrte, die nächste Scheibe war kaputt und überall war Blut. Frank machte plötzlich kehrt in ging ins Kinderzimmer. Lena lief ihm sofort nach, voller Sorge um ihre Kinder, doch er stand nur da und erklärte den Kindern, dass der Papa morgen wiederkommen würde, um noch mehr zu zerstören. Lena versuchte ihren Mann aus dem Kinderzimmer zu locken, als er sie grob an den Armen packte, rüttelte und irgendetwas schrie. Sie verstand kein Wort, hatte nur noch ihre Kinder im Kopf, ihre armen Kinder, die das alles mitansehen mussten. Als Frank das Zimmer verlies, drehte sie sich schnell zu ihren Kindern um und lächelte sie an, als Zeichen, dass alles gut wird.
Sie stapfte hinter ihm her, doch schon im Flur packte er Lena wieder und drückte seine grosse Hand auf ihre Kehle. Das Atmen fiel ihr schon sehr schwer und sie bekam gar nicht mit, wie es an der Wohnungstür wieder klingelte und ihre Mutter es sogar geschafft hatte, sie zu öffnen.
Zum Glück Lenas und wahrscheinlich auch der Kinder und der Mutter, stand ihr Schwager in der Tür, der derzeit einzige Mensch, der noch einen klaren Kopf in dieser Situation behielt. Mit viel List und Überredungskünste schaffte er es tatsächlich Frank aus der Wohnung zu locken.
Nachdem Frank weg war, lief sie sofort zu ihren Kindern. Sie weinten, hatten fürchterliche Angst und zitterten am ganzen Körper. Lena versuchte sie so gut es ging zu beruhigen und kümmerte sich dann um ihre Mutter. Auch sie weinte, aber vor Erleichterung, dass der Spuk vorbei war. Sie hatte Schmerzen in der Schulter, weil Frank doch ziemlich kräftig zugepackt hatte, aber es war nicht so schlimm. Es war vorbei, das war die Hauptsache.
Für ihre Kinder waren die nächsten Tage grausam. Immer wenn es klingelte fingen sie an zu weinen und hatten Angst, dass ihr Vater wieder kommt, so wie er es ihnen gesagt hatte. Doch er hatte am nächsten Tag mit Lena telefoniert, als er wieder nüchtern war, hatte sich hundert mal entschuldigt und versprochen, dass soetwas nie wieder vorkommen würde. Und er hielt sein Versprechen....
Danke für´s Lesen - FrauNeedle
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