Erfahrungsbericht von Rioja
Frauen und Handwerken ... Erfahrungsbericht der komischen Art
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Im Frühjahr passiert immer etwas unglaubliches mit mir: Ich werde geistig und körperlich mobiler. Die geistige Erfrischung kommt der Kreativität zugute, und um die körperlichen Eskapaden etwas im Gleichgewicht zu halten, fasste ich den Entschluss, mich als Heimwerker zu betätigen. Ich wollte etwas selbst bauen.
Bei der Recherche nach einem geeigneten Objekt meines Tatendranges fiel mein Blick auf die Selbstbauanleitung eines Schuhputz-Schrankes. Nicht, dass ich Schuhputzen als solches zu meinen Lieblingshobbies zähle, aber ich dachte ernsthaft darüber nach, wo meine schwarze Polierbürste wohl abgeblieben sei?!
Die Bauanleitung versprach Abhilfe: Die Accessoires (mir war gar nicht bewusst, dass man diesen Begriff im Zusammenhang mit Schuhputzzeug überhaupt benutzt), wie Lappen, Bürsten, Cremes und ähnliches lassen sich wunderbar in dem Schrank verstauen. Super, und die Schuhe passen auch noch rein? Ich las weiter: Nein, sie passen nicht. Na ja, macht ja nichts, aber ein solches Schränkchen ist im Handel in der Form nicht erhältlich. Das Argument zog bei mir.
Zum Bauen benötigte ich erst einmal Domino-Dreischicht-Platten mit einer schön gewachsenen Oberfläche, die ich dann mit einem Bosch-Exzenterschleifer fein und glatt überarbeiten kann. Ah .... ja! So ein Gerät habe ich nicht, und nun? Geht nicht auch feines Schmirgelpapier? Egal, später. Ich las weiter. Holzdübel brauche ich auch noch. Kein Problem, vom letzten Ikea-Selbstbausatz eines Phonoschrankes habe ich noch etliche über. Die Bohrlöcher für die Dübel soll ich mit einer Dübel-Bohrschablone exakt positionieren und dann die Dübel mit UHU express verleimen. Nichts einfacher als das! Ich notierte alles auf einem Zettel und fuhr frohen Herzens in den Baumarkt.
Um nicht gleich vom Personal als Anfänger geoutet zu werden, machte ich ein wichtiges Gesicht und suchte erst mal die Abteilung von Bosch auf. Einen Exzenterschleifer fand ich so auf Anhieb nicht gerade, aber ein Regal weiter hielt ich einen Black & Decker KC 1882 CK in der Hand und fand ihn äußert interessant. Auf der Verpackung las ich, dass dieses Gerät 2,3 kg wiegt und über zwei Getriebestufen verfügt. Wow ... damit kann man sogar schalten. Er verfügt über eine Bohrfutterspannweite von 0,5 bis 10 mm und einer Akku Schnelladung mit Ladeschlussanzeige. Ich legte das Gerät auf seinen Platz zurück und widmete meine Aufmerksamkeit den Akkuschraubern. Die erschienen mir erheblich leichter und praktischer im Gebrauch. Eine kurze Anleitung zur Benutzung und Beachtung las ich aufmerksam durch: Das Anziehmoment eines Akkuschraubers sagt etwas über die Leistung des Akkuschraubers aus. Je höher sie ist, desto härter darf das Material sein bzw. desto dicker darf die Schraube sein. Kein unerhebliches Kaufkriterium, wie mir schien, aber ich brauchte ja gar keine Schrauben. Holzdübel waren angesagt. Ach ja, Leim.
Ich zog weiter durch die Heimwerkerabteilung, fand alles mögliche, aber keinen Leim. Mist. Ich befürchtete schon, etwas hilflos zu wirken, als ich beschloss, den Akkuschrauber zu kaufen und doch Schrauben zu verwenden. Man ja nie wissen, wofür das mal gut ist. Nun fehlten noch die Bretter. Wie hießen die Dinger noch gleich? Egal, ich stapfte in die Holzabteilung und bewunderte das Überangebot. Schön gewachsene Naturholzbretter wollte ich haben, und geschliffen müssen sie auch schon sein, weil ich keinen Exzenterschleifer mehr kaufen wollte. Beim Schleifen mit Schleifpapier hatte ich schon üble Erfahrungen mit aufgeratschten Fingergelenken gemacht, und so kam diese billigere Variante für mich auch nicht in Frage. Ich fand wunderbar glatte Kieferplatten. Als ich eine anhob, stellte ich fest, dass sie nicht von unerheblichem Gewicht waren. Und da ich meine Schuhbürsten nicht in Fort-Nox verbarrikadieren wollte, wählte ich furnierte Platten, die auch eine super glatte Oberfläche hatten, aber eben nicht über ein schönes Wachstum verfügten. Auch egal. Man muss bereit sein, Abstriche zu machen, wenn die Kreativität ans Tageslicht drängt.
So, was fehlte noch? Akkuschrauber, Bohrer, Bretter in verschiedenen Längen hatte ich nun. Da ich mir nicht mehr ganz sicher war, wie lang die Bretter sein müssen, kam mir zu Bewusstsein, dass eine Säge wohl unverzichtbar sei. Da gab es Schlitzsägen, Absetzsägen, Feinsägen und eine Sägelade. Wäre ein Stuhl vor dem Regal gewesen, ich hätte mich gesetzt! Ich wollte doch einfach nur sägen. Ein Brett durchsägen. Warum musste immer alles so kompliziert sein?
Dann fand ich das Traumstück: Einen Fuchsschwanz! Was für ein alberner Name, aber die ersetzt locker die Schlitz- und Absetzsäge und mit der Universalzahnung ist sie für feinere Arbeiten geeignet. Schnell packte ich sie zu den anderen Utensilien und steuerte die Kasse an.
Zuhause angekommen, packte ich meine Reichtümer auf der Terrasse aus und bewunderte immer noch meinen Tatendrang. Der Rest ist ziemlich schnell erzählt, denn das Unternehmen Schuhputz-Schrank wurde zu den Akten gelegt. Da ich seinerzeit über keine geeignete Werkbank verfügte, musste der Campingtisch herhalten. Zunächst erwies sich diese Lösung als hervorragend, aber nachdem ich bei dem Zuschnitt der Bretter bereits eine nicht unerhebliche Längsriefe mit dem Fuchsschwanz in die Kunststoffoberfläche gesägt hatte, brach der Tisch bei dem Versuch, das eine Brett mit dem anderen zu verschrauben zusammen. Da ich einen neuen Tisch benötigte, mussten meine Schuhputzbürsten weiterhin heimatlos in irgendeinem Karton ihr Dasein fristen. Das war mir völlig egal.
Wer jetzt denkt, dass Frauen lieber nicht heimwerken sollten, der sollte sich mal die folgenden Tipps zu Gemüte führen! Ist die Gattin gerade mal nicht anwesend, um den Staubsauger unter das zu bohrende Loch in der Wand zu halten, dann kleben Sie doch einfach eine Kaffeefiltertüte unter die Bohrstelle. Wunderbar geeignet, um dem Vorwurf des verdreckten Fußbodens auszuweichen. Oder hauen Sie sich auch ständig mit dem Hammer auf den Finger, weil der Nagel so kurz ist? Nehmen Sie einfach eine Haarklammer zu Hilfe, klemmen den Nagel dazwischen. Das funktioniert! Wollen Sie etwas streichen und die Farbe vom letzten Mal ist klumpig und alt? Sie wollen aber für die kleine Stelle keine Neue kaufen? Kein Problem. Klauen Sie Ihrer Frau eine Nylonstrumpfhose und quetschen Sie die Farbreste dadurch. Die Restfarbe ist wie neu. Und Nylonstrumpfhosen sind billiger als Farbtöpfe. Soviel zum Thema Frauen und Heimwerken! Edith Handelsmann
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-15 23:52:33 mit dem Titel Damenoberbekleidung - Erfahrungsbericht hautnah!
Es gibt viele Möglichkeiten, um sich als Frau von Zeit zu Zeit etwas Gutes zu gönnen. Die einen legen sich auf eine Liege und lassen sich
Schönheitsverwöhnen, die anderen baden ihre Füße in wohltuenden Essenzen und wieder andere sitzen stundenlang beim Friseur und lesen
Klatschzeitschriften. Ich dagegen dachte neulich mal darüber nach, meinen Kleiderschrank mit einem schönen neuen Stück aufzufrischen. Hatte ich
doch in Erfahrung gebracht, dass in diesem Jahr Hemdblusenkleider wieder modern sind. Eine nette Alternative zu den gängigen bauchnabelfreien Tops,
die nun wirklich nicht für jedes Alter geeignet sind. In Gedanken schwelgte ich in der Illusion, mit einem schwarzen Hemdblusenkleid kleine
Figurproblemchen tadellos kaschieren zu können. Gedacht, gesagt, getan. Mit frischem Elan und einer mit gutem Geschmack reichlich gesegneten
Freundin an meiner Seite betrat ich das Geschäft. Mein Blick glitt suchend über die Kleiderständer, bleib angewidert an den Hosen mit überweitem
Schlag und Blümchenapplikationen hängen und hing bewundernd an einer übergroßen Barbiepuppe. Sie trug ein Hemdblusenkleid. Das war also nicht
nur ein Gerücht, es war wirklich wahr: Sie waren \"in\". Ich schlenderte durch den Laden, meine Freundin probierte inzwischen diverse Sommerklamotten
an, und suchte nach Kleidern. Nichts zu sehen, überall nur bonbonfarbene T-Shirts, Hosen und reichlich Flitterzeug. Eine Verkäuferin konnte ich auch
nicht sehen. Ich schlich weiter durch die Regale, traf auf noch eine Schaufensterpuppe im selben Kleid, konnte die aber schlecht fragen, woher sie das
hatte. Hinter der Kasse entdeckte ich dann doch eine Verkaufsberaterin, die unter dem Tresen hockend die Papiertüten sortierte. Sie konnte mir helfen
und kurze Zeit später hielt ich ein Hemdblusenkleid zweifelnd vor meine Figur. Das es sich hierbei um ein Stück in der Größe L handelte, muss ich ja
wohl nicht extra betonen? Mutigen Schrittes betrat ich eine Kabine und hörte nebenan meine Freundin, die immer noch in Begeisterung schwelgend die
neue Sommerkollektion anprobierte. \"Ich glaube, das passt mir nicht!\" Noch war ich im Mantel, stand aber immerhin schon vor dem Spiegel. \"Zieh es
mal an, du bist unmöglich\", tönte es aus der Nachbarkabine. Sie probierte weiter und ich pellte mich aus den dicken Wintersachen. Mantel und Schal
ließ ich salopp auf die Erde fallen, meinen Rock versuchte ich noch auf den Haken zu hängen, wo schon meine Tasche ihren Platz fand. Für meinen
Pullover gab es hingegen keinen mehr und die Schuhe schob ich dezent zu meiner Freundin rüber. \"Das ist immer ein Mist in diesen blöden
Umkleidekabinen,\" schimpfte ich vor mich hin \"und es ist nicht immer von Vorteil, wenn man größer als 1,60 m ist!\" Ich guckte geradewegs in die Augen
eines Mannes, der gegenüber im Regal nach etwas suchte. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich einen BH trug, der seit etlicher Zeit in die Kategorie
\"hätte schon längst entsorgt werden müssen\" fiel. Die Schwingtür der Kabine konnte nicht verbergen, dass ich mich gerade restlos blamiert hatte.
Irgendwie hatte ich schon wieder genug von dieser Exkursion. Aber da ich jetzt ja schon mal dabei bin, dachte ich, dann kann ich den Fummel ja auch
mal anprobieren. Die Ärmel passten schon mal. Stolz beflügelte mich. Im Schulterbereich wurde es dann schon etwas knapper, aber mein Ehrgeiz ließ
sich jetzt kaum noch bremsen. Hier ein wenig gezupft, dort ein wenig gezwängt, ich war drin. Nun nur noch zuknöpfen. Ja ... das war es dann.
Zornesröte stieg mir ins Gesicht, der Schweiß suchte sich den Weg durch meine Haare auf die Stirn ... ich beschloss, einen Brief an die
Verantwortlichen der Damenoberbekleidungsindustrie zu verfassen. Bis knapp über den Bauchnabel bekam ich das Kleid zugeknöpft, dann kam ich in
den gefährlich Bereich in Brustnähe. Mal ehrlich, meine Damen ... und natürlich auch meine Herren, kennen Sie viele Frauen, die über eine Oberweite
unterhalb der Schallgrenze von 75 cm verfügen, wenn sie älter als 13 sind? Ich kann kaum verbergen, dass ich nicht dazu gehöre, schon von Haus aus
nicht. Zwischen der Knopfleiste auf der einen und den Knopflöchern auf der anderen Seite klaffte eine Kluft von bestimmt 15 cm. Die konnte ich, selbst
wenn ich die Luft bis zum bedenklichen Bereich einsog, nicht überbrücken. Völlig deprimiert und in einem desolaten äußeren Gesamterscheinungsbild
gab ich diese Situation meiner Freundin bekannt. \"Komm doch mal raus und lass mal sehen!\" Die hat wohl nicht alle Tassen im Schrank, dachte ich bei
mir und steigerte mich wütend in die Worte, die mir auf den Lippen lagen: \"Ich bin zu jung für die Faltenrockabteilung!\" Sollte sich in dieser Runde noch
jemand von dieser Einkaufssituation angesprochen fühlen, ich bin gern bereit, eine Unterschriftenliste rumgehen zu lassen, um den Modemachern mal
gehörig die Meinung zu sagen. Denn ich bin wirklich nicht bereit, mich einer Brustverkleinerung hinzugeben, nur weil Weiblichkeit vielleicht gerade nicht
modern ist. Und dennoch wünsche ich mir ein Hemdblusenkleid, in schwarz. Wer bei einem Stadtbummel mal eines entdecken sollte, der möge mir
bitte Bescheid geben. Danke. \"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-14 15:10:42 mit dem Titel ... und Gartenzwerge können doch sprechen!
Made in England
Ich gebe es ja zu: Ich bin - verzeihen Sie mir die rüde Sprache - eine botanische Wildsau. Meine Kenntnisse über diverse Baumarten kommen erst dann zum Vorschein, wenn Obst daran hängt, welches ich einwandfrei erkennen kann. Anderes Laub- und Nadelholz wird mir immer ein großes Geheimnis bleiben. Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, einen Kleingarten in einer Kolonie mein Eigen nennen zu dürfen. Das mag nun auf Unverständnis stoßen, aber einer der wesentlichen Beweggründe zum Pachtverhältnis war die Aussicht, in einem bequemen Gartenstuhl meinem Hang zum Entspannen zu frönen. Das eine höhere Macht allerdings vor die Ernte die Arbeit gesetzt hat, verdrängte ich erfolgreich. Tatendurstig machte ich mich auf, meinen Garten, der mehr als zwei Jahre Brach lag, zu inspizieren. Einen kleinen Spaten, eine Harke und reissfeste Haushaltshandschuhe hatte ich dabei. Erst einmal hatte ich enorme Schwierigkeiten anhand des Planes, der in praktische Rechtecke aufgeteilt war, meine Scholle zu finden. Sah alles gleich aus. Vorne Rasen, in der Mitte ein Baum, rechts und links Gemüse - oder so etwas ähnliches - hinten ein Haus mit Veranda. Verzweiflung keimte auf und wieder einmal keiner da, den man fragen konnte. Dann sah ich ihn: Vorne kein Rasen, mehr so Wiese, rechts und links Büsche, in der Mitte ein Baum und hinten kein Haus mit Veranda, sondern eine Hütte, die irgendwie schief aussah. Die Tür quietschte unangenehm beim Öffnen und hing in den Angeln. Wir richten das später, dachte ich. Ich ließ meine Blicke schweifen und fühlte Stolz und Begeisterung. Direkt vor der Hütte würde mein neuer käuflich erworbener Stuhl mit Federkern und Doppelpolsterung stehen. Ich sah es förmlich vor mir. Was ich auch noch vor mir sah, war dummer weise der Absatz im Pachtvertrag, der aussagte, daß alle Gärten in einem gepflegten Zustand sein müßten. Was \"gepflegt\" bedeuten kann, stellte ich bei einem kurzen Blick über Nachbars Zaun fest. Hier bedauerte ich zutiefst, daß meine Mitbürger offensichtlich alles Spießer sind und eine andere Lebensauffassung haben als ich. Schade eigentlich, denn mein Goldstück sah so herrlich einladend romantisch aus. Schnell holte ich die restlichen Utensilien aus dem Auto: Ein Buch \"Wie werde ich ein guter Gärtner\", eine Heckenschere, die Gießkanne, eine Schaufel und meinen geliebten Stuhl. In dem machte ich es mir erst einmal bequem und studierte meinen Fotoband auf der Suche nach dem Gestrüpp, welches direkt am Zaun wucherte. Das Buch legte ich nach einer halben Stunde erschöpft neben mich und stellte fest, daß Gartenarbeit unangenehm anstrengend sein kann. Bis dahin hatte ich noch keinen Handschlag getan. Die Sonne stand hoch am Himmel, der Baum spendete tröstenden Schatten und ich machte ein kleines Nickerchen. \"My dear, what a mess?!\" Hups, wer da? Was ist durcheinander? Vor allem, wer redet mich mit \"Meine Liebe\" an? Ich sah niemanden. \"I´m here.\" Wo? Völlig verwirrt schaute ich in die Runde, sah aber nichts. Oder doch? War da nicht etwas Rotes im Gebüsch? Schwerfällig erhob ich mich aus meinem Stuhl, tastete
das Rote ab, fühlte etwas Kaltes und hob es auf. Mein Gott, ein Gartenzwerg! Hier möchte ich gern einmal anmerken, daß Gartenzwerge auf meiner Liste der Abartigkeiten des deutschen Gutes auf einem der höheren Ränge angesiedelt sind. Und dieser hier war besonders häßlich. Rote Mütze, dicke Knubbelnase, runder Bauch und als Gipfel der Geschmacklosigkeit hatte das kleine Monster einen karierten Schottenrock an. Ich war sprachlos. Langsam drehte ich den Wicht um und konnte auf der Unterseite einen Stempel \"Made in England\" erkennen. Auch das noch: Ein Snob in meinem Garten!! Angewidert trug ich das gärtnerische Kulturgut mit spitzen Fingern in Richtung Mülltonne. \"I´m not rubbish.\" Wie, er wäre kein Müll? Darüber habe ich ja wohl zu entscheiden und nicht so ein kleines Hutzelmännchen. Außerdem, wie kommt er dazu, mit mir zu sprechen? Ich mache doch nicht mit jedem Konversation, und schon gar nicht mit Zwergen! Kurz entschlossen hob ich den Deckel der Tonne an und ließ ihn langsam und genüßlich auf den Boden des Inneren sinken. Schnell Deckel zu, erledigt. Zurück auf meinem Stuhl versuchte ich Schlaf zu finden. Aus der Traum, ich kriegte kein Auge mehr zu, denn der Wicht ließ eine Tirade englischer Schimpfwörter los, die ich hier lieber nicht wiederholen möchte. Bevor eine ernst zu nehmende deutsch-englische Konfliktsituation entstehen konnte, holte ich ihn wieder aus dem Müll hervor und plazierte ihn an Nachbars Gartenzaun. Er grinste zufrieden. Ich ermahnte ihn kurz, mich zufrieden zu lassen und machte mich an meine Arbeit. Während ich einiges Grünzeug aus dem Boden rupfte, darüber nach sinnierte, ob es sich dabei um Unkraut handele, trällerte der kleine Kerl eine fröhliche Weise. Zwischendurch machte er kleine Pausen, plauderte ein wenig und erzählte mir von den schottischen Highlands. Da käme nämlich seine Verwandtschaft her und er wäre einmal auf Besuch dagewesen. Aha. Als ich dabei war die größeren Büsche herauszureißen, hatte ich schon das eine oder andere Wort mit ihm gewechselt und konnte nicht umhin, über seine Witze zu lachen. Es wurde ein sehr kurzweiliger Nachmittag. Als der Abend dämmerte, klappte ich meinen Stuhl zusammen, harkte das vermeintliche Unkraut auf einen Haufen, betrachtete mein Werk, verabschiedete mich von meinem neu gewonnenen Freund, freute mich über meine zahlreicher werdenden Englischkenntnisse und fuhr nach Hause. Dort angekommen, berichtete ich meinem Mann von dem wunderschönen Tag im Garten und war etwas verwirrt, als er sich Zettel und Stift nahm und eine Anzeige für den kommenden Samstag in der Zeitung formulierte. Da er von vornherein prophezeit hatte, daß mein gärtnerischer Ausflug eh nur von kurzer Dauer sein würde, und ich jetzt offensichtlich auch noch am Überschnappen wäre, hielte er es für angebracht, mich aus der Natur herauszuholen. Wie humorlos! Und meinen schönen Stuhl hole ich nächsten Sonntag ab und sage meinem kleinen Freund \"Good Bye!\"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-27 22:25:09 mit dem Titel Eine Mail, die Herrn Posses Leben beeinflusst - Kurzgeschichte (Humor)
\"Geliebter ... ich vermisse dich so sehr! Nachts liege ich in meinem Bett und verzehre mich vor Sehnsucht nach dir. Tagsüber träume ich ... von dir. Kann dich einfach nicht vergessen. Bitte, melde dich ... ich kann so nicht leben! Kuss ... deine Zuckerschnute.\"
Georg Posse saß wie erstarrt vor dem Monitor. Was hatte er getan? Nichts hatte er getan, er hatte lediglich seine E-Mails auf seinen Rechner geladen und zwischen diverser Werbepost die Nachricht einer Zuckerschnute gefunden. Georg kannte keine Zuckerschnute. Soviel war schon mal klar.
Während er in der Küche stand, um sich einen Kaffee für sein angeschlagenes Nervenkostüm zu kochen, versuchte er sich darauf zu konzentrieren, seit wann er nicht mehr \"Geliebter\" von irgendwem war, geschweige denn, von einer Zuckerschnute. Das muss Ende der 80er Jahre gewesen sein. Hatte Hannelore nicht auch immer Geliebter gesagt? So ein Mist, dass sein Gedächtnis auf dem absteigenden Ast war. Oder sagte sie immer \"Schatz\"? Herr Posse rieb sich die Stirn. Oder hatte er mal irgendwann eine Frau mit \"Zuckerschnute\" angesprochen ... nein, zu Hannelore hatte er immer \"Schatz\" gesagt.
Er schlurfte zurück zum Schreibtisch und starrte wieder auf die Mail. Absender der Mail: [email protected]. Das musste ja so kommen, kein Indiz auf einen Namen, eine Herkunft oder gar auf ein Geschlecht des Schreibenden. Schlagartig wurde Georg bewusst, dass es sich bei dem Absender ja auch um einen Mann handeln konnte. Er sackte in sich zusammen, schluckte trocken, schlug sich mit der Hand vor die Stirn und schimpfte sich selber einen Idioten! Die Mail war ja gar nicht für ihn! Er kannte keine Männer, die sich selber Zuckerschnute nannten. Wie albern. Georg Posses Rückrat nahm wieder Haltung an. Nur Frauen schreiben so sentimentales Zeug wie: Sich vor Sehnsucht verzehren und ... Moment mal: Was sollte das bedeuten, sie könne nicht mehr ohne ihn - ohne Georg Posse - leben?
Sein Blick wanderte von einer Ecke des Monitors in die andere. Da stand tatsächlich seine E-Mail-Adresse als Empfänger. Er blickte schnell nach rechts in die Ecke, zackig zurück in die linke ... als hoffte er, durch diesen Trick alles auszulöschen. Da stand [email protected]. Wie blöd!
Ihm wurde mulmig in der Magengegend. Nervös fingerte er in der Schreibtischschublade nach einer zerdrückten Schachtel Zigaretten. Wie lange hatte er nicht geraucht? Mehr als ein Jahr mochte das jetzt schon her sein. Schnell schob er sich die Zigarette zwischen die Lippen, suchte nach Feuer und als sie glimmte, zog er hastig daran. Als er hustete, verfluchte er innerlich das liederliche Weibsbild, dass ihm - Georg Posse - den wohlverdienten Feierabend so sehr versaute. Jawohl, genau das dachte er: Versaute. Irgendwie war er jetzt sauer.
Sich ganz in diesem Gefühl ergebend führte er den Mauszeiger auf dem Monitor in Richtung \"löschen\" ... ließ seinen Zeigefinger über der Taste schweben ... und ....! Herr Posse legte die Hand neben seine Maus und betrachtete das kleine Eingabegerät angewidert. Zuckerschnute brauchte seine Hilfe, das wurde ihm jetzt klar. Sie/er oder es wollte nicht ohne ihn leben. Er verstand zwar nicht, warum nicht, weil soooo aufregend war er nun wahrhaftig nicht, aber Zuckerschnute musste ja schließlich wissen, wem sie/er/es die Mail geschickt hatte.
Sein Körper gewann an Spannkraft, er streckte seine magere Brust dem Monitor entgegen, als hätte er einen Feind vor sich und wollte durch diese zaghafte Drohgebärde Eindruck schinden ... und. Mit einem Seufzen sank er in seinem Stuhl zurück.
Sollte er antworten? Sollte er Zuckerschnute einfach vergessen und die Mail löschen ... von seinem Computer einfach entfernen? Eine Festplatte kann nicht denken, aber er - Georg Posse - würde immer an dieses Ereignis denken müssen. Viel Aufregung hatte er wahrhaftig nicht in seinem Leben. Umso schwerer zu verstehen, wie es gerade dieser Nachricht gelungen sein mochte, sich auf seinen Computer zu verirren.
Er klickte das Feld \"Antworten\" an, übertrug in das Adressfeld [email protected] und wusste nicht weiter. Was schreibt man einer weiblichen Zuckerschnute, die man nicht kennt und von der man eigentlich nicht erwarten sollte, dass sie sich vor Sehnsucht nach Georg Posse verzehrte? Oder von ihm träumte? Er wusste es nicht. Aber viel schlimmer, was schreibt man einer männlichen - immerhin bestand ja ein kleines Restrisiko, dass es sich hier um einen Mann handeln konnte - Zuckerschnute? Ein Mann, der nicht ohne Herrn Posse leben wollte? Georg schenkte sich einen Weinbrand ein. Er krönte die Schreibtischplatte vor sich mit einem ordentlichen Schluck braunen Alkohols, seine Nerven waren zum Reißen gespannt. Seit wann hatte er keinen Alkohol mehr getrunken? Egal, das musste jetzt sein! Prost Georg - Prost Zuckerschnute. Und noch einen! Prost Georg - Prost Zuckerschnute. Und noch einen! Jawohl, den Abend hat er oder sie ihm - Herrn Posse - gründlich versaut. Er stierte auf den Bildschirm. Der Cursor blinkte in Warteposition. Also noch einen Weinbrand und noch eine Zigarette. Der Cursor blinkte noch immer. Georg war sauer. Richtig sauer. Zuckerschnute hatte ihn verführt. Regelrecht verführt. Er soff und qualmte! Er, der grundsolide Finanzbeamte. Seit wann hatte er nicht mehr ... aber lassen wir das jetzt lieber. Georg Posse jedenfalls saß noch, soweit ich informiert bin, die ganze Nacht vor dem Computer. Er klickte mehrmals \"Datei schließen\" seines Mailprogramms an, trat in tiefe Zwiegespräche mit der \"löschen\"-Taste, leerte die Flasche Weinbrand, suchte nach der zehnten gerauchten Zigarette nach einem Aschenbecher und allgemein nach einem Ausweg aus der vertrackten Situation. Sein Kopf sackte, als der Morgen langsam dämmerte, auf die Tastatur und löste damit unfreiwillig das Problem. Sein Computer ergab sich in einem Ausnahmefehler und als Georg Posse nach einer bequemeren Schlafposition suchte, machte er einen Neustart. Als er am helllichten Tag verkatert, hustend und mit Nackenschmerzen erwachte, stellte er fest, dass sein Monitor nichts mehr anzeigte. Kein zuckender Cursor, keine Mail. Wie er Zuckerschnuten hasste!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-18 00:28:47 mit dem Titel Reisezeit - "nur so - just for fun"
Reisefieber
Vollbepackt mit diversen Reisekatalogen, immer schön nach dem Motto: Wir bieten mehr für Ihr Geld!, betrete ich ein Reisebüro. Einmal im Jahr packt mich das Reisefieber; das Pauschalreisefieber.
Ich sinke auf einen unbequemen Stuhl vor dem Schreibtisch und warte, bis die jugendliche Mitarbeiterin dieses gastlichen Hauses den Hörer des Telefons entnervt aufknallt und sich in der gleichen Sekunde mir freundlich lächelnd zuwendet. Sie ist ein Profi.
\"Sie wünschen?\" richtet sie eine unprofessionelle Frage an mich. Doch kein Profi.
Verreisen will ich, zum Brötchen kaufen bin ich wohl kaum hierher gekommen! Meine Achtung ihr gegenüber sinkt merklich. Die Antwort fällt daher gleichermaßen professionell aus: \"Verreisen\". Pause. Um das Gespräch etwas aufzulockern, zerre ich an meinen mitgebrachten Katalogen herum und schlage den erstbesten auf. Mit dem Zeigefinger fahre ich über die Seite und bleibe bei meinem ersten Traumziel hängen.
\"Ist das hier wohl noch frei?\" wünsche ich zu wissen. Sie wühlt in ihrer Schublade und fördert das Gegenstück zu meinem Katalog daraus hervor. Schlägt die Seite auf, runzelt ihre Stirn und wendet sich dem auf ihrem Schreibtisch plazierten Computer zu. \"Da wollen wir mal nachsehen!\" Glücklich darüber, daß nun etwas passiert, lehne ich mich entspannt auf dem Stuhl zurück und setze einen interessierten Blick auf. Sie fragt mich, wann ich fliegen möchte und wieviel Personen wir sind. In zwei Wochen und zu viert. Aha.
\"Nein, das Hotel ist leider schon ausgebucht und zudem sind im Flugzeug keine Plätze mehr frei.\" So ein Mist! Mich tröstet der Umstand, daß wir daheim etliche Kataloge gewälzt haben und in der Lage sind, uns als flexible Menschen zu bezeichnen.
Die Reisebürokauffrau fragt mich, welche Ansprüche wir denn an unser Ziel hätten? Warum will sie denn das nun wissen und außerdem, was geht sie das an? Ich will mal nicht pampig werden, richte mich auf dem Stuhl auf und antworte: \"Sonne, Strand, gutes Wetter und nette Leute.\"
Schon wieder dieses Aha-Gesicht bei ihr. Die Frau ist echt anstrengend! Langsam wird es mir zu bunt und ich helfe ihr etwas auf die Sprünge. Hieve den gesamten Stapel mitgebrachter Kataloge auf den Schreibtisch und schlage die mit kleinen Zetteln versehenen Seiten auf. Das sollte sie nun eine Zeit beschäftigen und von ihrer Fragerei abhalten. Erstaunen flackert durch ihr Gesicht. Wieder kramt sie in der Schublade und holt die Kataloggegenstücke heraus. Haben meine etwa ansteckende Krankheiten oder warum verweigert sie diese zur Zusammenarbeit?
Mein Blick ruht kritisch auf der Person. Sie arbeitet an ihrem Computer und läßt sich durch mich keineswegs irritieren. Doch ein Profi! Die Zeit zieht sich in die Länge, mir wird etwas langweilig und ich betrachte die Menschenschlange, die sich hinter meinem Stuhl aufgereiht hat.
\"Hier,\" ruft die Fachkraft aus \"hier ist noch etwas frei.\" Sie hat wieder meine vollste Konzentration. \"Mallorca. Der Flug und auch ein Hotel ist noch zu haben.\" Sie nennt mir den Namen und hektisch beginne ich in meinen Katalogen zu blättern, um das Objekt in Augenschein nehmen zu können. Mmmh, so schnell kann ich das jetzt nicht entscheiden und frage an, was sie denn sonst noch so anzubieten hätte. Ihr Blick wirkt etwas mißmutig und hinter mir höre ich ganz deutlich ungeduldiges Geräuspere.
Aber sie hämmert weiter auf der unschuldigen Computertastatur herum. \"Würde Ihnen Griechenland denn auch zusagen?\" Mir ja, aber ob das daß richtige für Kinder in dieser Jahreszeit ist? \"Kinder fahren auch mit?\" Meine Geduld schleicht sich langsam von dannen und ich erinnere sie daran, daß ich das bereits eingangs erwähnte: Wir sind zu viert. Dann eben nicht Griechenland. Wir einigen uns darauf, daß wir auf Mallorca bleiben. Ist für die Kinder auch viel besser, weil es dort nämlich Würstchenbuden gibt und es auch nicht so heiß wird. Jetzt verstehen wir uns wieder. Der Flug ist schnell reserviert, nur das passende Hotel findet sich nicht auf die Schnelle. Aber auch dieses Hindernis meistern wir nach einer halben Stunde gemeinsam. Wir haben es gefunden:
Das Paradies für den deutschen Pauschaltouristen, inclusive allem, was mein Herz höher schlagen läßt. Die Angestellte entspannt ihre verzerrten Gesichtszüge, die Menschenmassen hinter mir atmen erleichtert auf und ich träume von Sonne, Sand und Meer. Schönen Urlaub!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-27 22:31:02 mit dem Titel Herzklopfen ;-))
Der Wecker schrillt unvernünftig dicht an meinem linken Ohr. Wieder ein neuer Tag, der dazu einlädt, nette Dinge zu erleben - oder auch nicht. Ich räkele mich etwas, reibe die verschlafenen Augen wach, schwinge mich aus dem Bett und trete den Weg ins Bad an.
Später sitze ich einigermaßen frisch am Frühstückstisch, blättere die Zeitung durch und schiebe mir nebenbei einen Toast in den Mund. Der Wetterbericht lässt meine Laune steigen: Sonne, 18 Grad, weit und breit keine Wolke in Sicht. Das lässt sich hören ... und heute ist Frühlingsanfang.
Verträumt krame ich in der Medikamentenkiste und nehme mit dem Rest kalten Kaffee die Tropfen und Tabletten ein, die ich täglich benötige, um mich bei Gesundheit zu halten. Höchste Zeit, das Haus zu verlassen.
Beschwingt stürze ich die Treppen hinunter und begrüße draußen vor der Tür den Tag mit einem Lächeln. Um neun habe ich einen Termin bei meinem Arzt. Das Wartezimmer ist unerwartet voll um diese Zeit. Ich werde aufgerufen, sitze im Behandlungszimmer, der Arzt betritt den Raum und ich kriege Herzklopfen. Warum das?
Frühlingsanfang, schießt es mir durch den Kopf - Verlieben und Herzklopfen!
Verstehe ich jetzt nicht, denn den Arzt kenne ich schon seit meiner Kindheit und außerdem ist der Doktor mindestens 70, einen Kopf kleiner als ich und naja, etwas dicklich in der Mitte. So gar nicht mein Typ. Spielen jetzt die Hormone verrückt? Der Arzt legt die Manschette zum Blutdruckmessen um meinen linken Arm, pumpt heftig, horcht und schüttelt den Kopf: 160 zu 110. Donnerwetter, das ist ein dolles Stück, wo ich doch immer zu niedriger Kreislauftätigkeit neige. Der Puls gibt Aufschluss darüber, dass ich anstatt im Stuhl zu sitzen, mindestens einen flotten Dauerlauf hinter mir haben sollte.
Auf die Frage, ob in letzter Zeit irgendetwas Aufregendes passiert ist, kann ich selbst nach angestrengter Nachdenkerei keine positive Antwort liefern.
Zur täglichen Medikamentengabe gesellt sich ein weiteres Präparat hinzu, zumindest bis auf weiteres. Ich verlasse die Praxis und steuere das nächste Cafe in der Stadt an. Leicht nervös lasse ich mich auf einen Stuhl am Tisch in der Ecke fallen, betrachte geschäftig die Karte und bestelle beim Kellner einen Cappuccino.
Beim Anblick des Hinterteils des Italieners fängt mein Herz wieder an zu springen. Langsam wird´s lästig, aber hier lohnt es sich wenigstens!
Völlig vertieft in die Karte bedanke ich mich artig mit rotem Kopf für den Cappuccino, der jetzt auf meinem Tisch steht. Bloß nicht wieder hinterher gucken! Nur nicht unnötig aufregen! Vielleicht hätte ich mir besser ein Wasser bestellt, Kaffee macht nur noch nervöser. Ein blonder, mittelalter Mann fragt mich, ob an meinem Tisch noch ein Platz frei ist. Na klar, antworte ich salopp, um gleich im Anschluss daran mit einer leicht erhöhten Herztätigkeit gestraft zu werden. Junge, was ist das bloß - ich stehe doch gar nicht auf blond!
Irgendetwas stimmt hier nicht. Schnell leere ich die Tasse, bezahle und verlasse das Cafe, jedoch nicht, ohne dem Kellner noch schnell einen heißen Blick zu schicken. Draußen angekommen, atme ich tief ein, verspüre aber keine Linderung. Ganz im Gegenteil, ich hyperventiliere. Gleich falle ich um, ich merk´s ganz deutlich. Begleitet von Ohrensausen und schwarzen Punkten vor den Augen wanke ich auf eine Bank.
Darauf sitzt bereits eine ältere Dame und ich habe einige Mühe, ihr nicht direkt vor die Füße zu fallen. Ich plumpse unelegant auf die Sitzstatt, greife mir ans Herz und lasse einem tiefen Stöhner freien Lauf. Die Dame missversteht die Situation, schickt mir ein breites Lächeln, tätschelt mein Knie und meint, dass sie das Gefühl gut kennt. Ach, denke ich, hat sie auch Kreislaufbeschwerden dieser Art? Ja, jung müsse man noch sein, lässt sie mich vernehmen, dann ist es so schön, wenn man frisch verliebt ist. Besonders am Frühlingsanfang, und dann noch an einem so schönen, wie diesen.
Erschreckt gucke ich sie an und frage mich, ob irgendwo in meinem Gesicht ein Hinweis darauf zu entdecken ist, dass dieser Fall hier vorliegt. Nein, ich bin nicht verliebt! Und schon gar nicht in meinen Arzt, in den italienischen Kellner oder in den blonden Unbekannten. Was, fragt sie zurück, in so viele? Ich sehe mich genötigt, ihr Aufklärung zukommen zu lassen. Das dass erst seit heute so ist, und ich nicht weiß, woher das kommt. Schade, sagt sie, ich hätte so verliebt ausgesehen mit den leicht erröteten Wangen und dem nervösen Zucken meiner Halsschlagader. Nun, da die Sache geklärt ist, fragt sie mich, ob es mir gut geht, oder ob sie ein Taxi für mich rufen soll. Ich ziehe das Taxi in Erwägung und binnen 5 Minuten ist es da. Dankbar verabschiede ich mich und werde nach Hause gefahren. Dem Taxifahrer wage ich nicht, in die Augen zu sehen. Möglicherweise zieht das wieder eine Attacke nach sich. Der Tag war schon aufregend genug und noch mehr potentielle Liebhaber verkrafte ich nicht.
Langsam steige ich die Treppen zu meiner Wohnung hoch, mache mir einen kalten Umschlag und lege mich aufs Sofa. Weit und breit kein männliches Wesen in Sicht, selbst Hans Meiser habe ich wieder ausgeschaltet, und doch pocht es in meiner Brust wie wild. Verstört mache ich mich wieder auf den Weg zu meiner Medikamentenkiste, suche ein Beruhigungsmittel und entdecke ein kleines Fläschchen, welches obenauf liegt. Kreislauftropfen, steht da drauf. Wenn es da steht, wird es wohl auch drin sein, und mir fällt ein, daß ich heute Morgen davon ca. 30 Stück verkonsumiert habe. Die Flasche sieht dem Vitaminpräparat aber auch verdammt ähnlich und mir schwant langsam, warum ich mit heftigsten Verliebtheitssymtomen zu kämpfen hatte. Die Dinger habe ich mal verschrieben bekommen, als mein Blutdruck im Keller war, zwecks Aufpäppelung. In der Beschreibung steht, das eine Überdosierung - die hier zweifelsohne vorliegt - zu überhöhten Herzschlägen animiert. Ich bin erleichtert: Nur überhöhte Herzschläge und keine Vielmännerei.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-03 23:20:57 mit dem Titel Der Termin oder \
Über nichts kann ich mich mehr aufregen, als über einen vor der Nase weggeschnappten Parkplatz, wenn ich es eilig habe. Ich hatte einen Zahnarzttermin und war eh schon spät dran. Ich sollte der erste Patient am Nachmittag sein und hatte selbst auf diesem Termin bestanden.
Zum Glück sah ich einen freien Parkplatz vor der Praxis und fuhr mit meinem Wagen an der Lücke vorbei, um rückwärts einzuparken. Den Blinker hatte ich bereits nach rechts betätigt. Die nachfolgenden Fahrzeuge fuhren umständlich um mich herum, so dass ich noch einen Moment wartete. Aus diesem Fluss löste sich plötzlich ein schweres Motorrad und fuhr direkt in die freie Lücke ein.
Das Blut stieg mir vor Zorn ins Gesicht und wütend riss ich meine Wagentür auf, sprang aus dem Auto und lief auf den Motorradfahrer zu.
Der hatte bereits seinen Helm abgenommen und ein kahlgeschorener Schädel blinkte mir entgegen. Der Typ war mindestens einen Kopf größer als ich und seine breite Stiernase war mit einem silbernen Ring gepierct.
Ich musste mich schwer beherrschen, um ihm nicht \"Du Arschloch\" ins Gesicht zu brüllen, bekundete ihm jedoch mit wütend bebender Stimme, dass mir der freie Platz zustehe und ich seinen Abgang erwarte. Doch der Typ grinste mir nur breit ins Gesicht und zeigte mir seinen Mittelfinger, um mir zu vermitteln, was er von meinem Ansinnen halte. Er drehte sich um und stakste davon.
Wütend schrie ich ihm hinterher: \"Du Penner, ich weiß mir schon zu helfen.\"
Er drehte sich nicht einmal um und verschwand hinter einer Häuserecke. Innerlich kochte ich, und man kann sagen, im Affekt zog ich mein kleines Klappmesser aus der Tasche und zerstach am Motorrad dieses Typen beide Reifen. Befriedigt setzte ich mich zurück in mein Auto und fand eine Parklücke, etwa fünfzig Meter weiter.
Als ich die Praxisräume betrat, war ich einige Minuten zu spät. Beim Versuch einer Entschuldigung winkte die Sprechstundenhilfe lächelnd ab. Ich könne gleich im Behandlungsraum Platz nehmen. Während sie mich auf dem Stuhl vorbereitete, erzählte sie mir, dass sich eh alles etwas verzögert habe, weil irgendeine hysterische Kuh die Reifen des Motorrads von Dr. Brinkmanns Vertretung zerstochen habe.
In diesem Moment trat der breitnasige Kahlkopf mit einem weißen Kittel in den Behandlungsraum. Er nahm den Bohrer und mit einem breiten Grinsen flüsterte er mir fies zu:
\"Na, dann wollen wir mal.\"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 22:26:43 mit dem Titel Am Anfang war der Furz ... und noch einmal ;-))
Ich weiß, ein heikles Thema und ein Thema mit viel Sprengstoff. Aber dennoch kann ich nicht verhehlen, dass es von mir mit einer gewissen Spannung zur Kenntnis genommen wird. Woher kommt der Furz, was veranlasst ihn, sich immer dann zu melden, wenn es so gar nicht passt und warum brauchen wir ihn, den Furz???
Fragen über Fragen, die beantwortet werden wollen. Zumindest ich möchte das wissen. Alltäglich, gewöhnlich, natürlich und überhaupt sind seine Hauptattribute. Unangenehm, stinkig und völlig überflüssig ist unsere Auffassung von ihm. Wir können ihn aber nicht wegzaubern ... er ist, was er ist ... und er wird nie ein anderer sein.
Schon in der Antike kämpfte man gegen die unangenehmen Begleiterscheinungen des Furzes an. Erfolglos. Wir haben uns weiterentwickelt, aber der Furz blieb, was er war: Überflüssig. Oder vielleicht doch nicht so überflüssig? Ich habe recherchiert. Denn ich will ja nicht, dass irgendjemand ahnungslos durchs Leben stapft und sich am Ende fragt, warum er immer gefurzt hat ohne zu wissen, warum.
Die Fakten sind klar: Genuss ist des Rätsels Lösung. Übergenuss, um es mal ganz genau zu formulieren. Wir essen zuviel, wir rauchen zuviel, wir trinken zuviel. Klasse. Hat die Gesellschaft in der Urzeit ähnliche Laster gehabt? Hm ... wohl kaum, aber gefurzt haben sie auch schon. Vielleicht lagen ja die Urviecher zu schwer im Magen, wer kann das schon beurteilen? Nix mit Cholesterinkontrolle und so. Wie viele Kalorien haben denn 100 g Säbelzahntiger? Und wie viel Fett fiel auf die Menge? Keine Ahnung. War der Magen der Urzeitmenschen ähnlich konzipiert wie der unsrige? Haben sie auch damals schon mit viel Margarine oder Öl gekocht und gebraten? Eher unwahrscheinlich. Und Rohkost feingeraspelt gab es auch nicht als Gegenmittel, von Bullrich Salz mal ganz zu schweigen.
Aber gefurzt haben sie auch schon. Wissenschaftliche Studien geben da leider eher wenig Auskunft, aber ich bin mir sicher, sie haben es getan!!!!!
Die frohe Botschaft ist ja, dass pupsen gesund ist! Gase, die sich entwickelt haben, kommen so wenigstens raus und stauen nicht unangenehm. Da gibt es ja auch eine Typisierung von Pupsern:
Der gewöhnliche Furz: Kommt in der Natur am häufigsten vor. Der Furz ist an sich recht geruchsarm, aber dennoch peinlich, wenn er in einer Gruppe von Menschen auftritt, die einen noch nicht kennen. Er ist nicht lautlos.
Der gehustete Furz: Gruppendynamisch äußerst wertvoll. Die Person, die ihn fahren lässt, versteckt ihn hinter einem gekonnten künstlichen Huster. Blöd ist nur, wenn der Furz länger währt als der Huster, das ist megapeinlich.
Der verkniffene Furz: Tztztztzt ... am Gesichtsausdruck des Furzbesitzers lässt sich seine Last und Pein zweifelsohne ablesen. Auch sieht es nicht sehr schick aus, wenn die Hinterbacken in einer engen Jeans unmöglich zusammengekniffen werden. Auf den Verkniffenen sollte man in der Öffentlichkeit trotz seiner Lautlosigkeit und seiner Geruchsarmut verzichten, denn er bereitet nichts als Pein.
Der windige Furz: Der kommt meist spontan und ohne Ansage. Er rast zumeist recht geräuschvoll und leicht riechend durch die Gegend und dem Besitzer bleibt keine Chance, ihn zu unterdrücken. Dennoch ist er ziemlich sympathisch, denn er kommt so spontan und naiv, dass er in der Beliebtheitsskala einen der höheren Plätze errungen hat.
Der Zerreißer: Er hat das ganze Potential eines guten Furzes. Er ist laut, geruchsintensiv und zieht alle Aufmerksamkeit spontan auf sich. In Gesellschaft eher unbeliebt, aber nicht verhasst. Außer von dem, der ihn lässt ... also freien Lauf lässt. Der wird sich immer an die peinliche Situation erinnern.
Da frage ich mich, wie das mit dem Furzen in der Öffentlichkeit so gehalten wird. Ich kenne einen Spruch und den lasse ich auch meine Kinder bereits wissen, wenn ich gekocht habe: Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket? Dieses sozial äußerst wertvolle Zitat stammt übrigens aus dem Mittelalter. Aber das ist ja mehr so familienintern und mit keiner großen Problematik behaftet.
Jetzt soll man einmal darüber nachdenken, dass jeder Mensch mit einem Liter Pups am Tag belastet ist. Unglaublich, aber wahr ... ich habe wissenschaftlich recherchiert. Insgesamt 400 Bakterien sorgen für unsere mehr oder weniger peinlichen Ausbrüche pro Tag. Auch wenn sie für unser Nahrungsrecycling zuständig sind, könnten sie sich doch wirklich etwas dezenter an die Arbeit machen. Tun sie aber nicht. Und warum nicht? Weil wir das Falsche essen! Wir sind selber schuld!
Geruchsfördernd sind Nahrungsmittel wie Hartkäse, Fisch, Spargel und Kaffee. Das hätte ich jetzt eher weniger vermutet. Aber was ich bereits wusste, ist, dass Knoblauch, Zwiebel und Kohl eher förderlich sind. Isst man hingegen Spinat, Petersilie und Heidelbeeren hat man gute Chancen geruchlos davon zu kommen. Schalldämpfer für die Geräusche konnte ich trotz intensiver Suche nicht ausfindig machen, Sie sollten also weiterhin hustend die Hürde meistern.
Ich fand am Ende übrigens noch eine Statistik: 8 Fürze pro Tag sind unbedenklich, hingegen sind 20 schon eher geeignet, um mal einen Arzt aufzusuchen. Männer und Frauen furzen auch gleichviel, wobei es Männer weniger peinlich ist. Können die vielleicht besser und länger husten als wir Frauen?
Edith Handelsmann
4.9.2002
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 23:37:45 mit dem Titel Jungs sind doof ...
... eine Aussage, die schon im jüngsten Kindergartenalter von weiblichen Geschlechtsgenossinnen hinreichend genutzt wird. Das geht dann etwa bis zum 11. Lebensjahr so weiter, um dann plötzlich in Liebeskummerattacken zu enden. Aber darüber möchte ich eigentlich gar nicht resümieren, vielmehr interessiert mich die Entwicklung der Aussage \"Jungs sind doof\". Denn eigentlich ändert sich daran nichts, bis ins hohe Rentenalter hinein. Aus Jungs werden Männer und trotzdem finden wir Mädels bzw. Frauen sie immer noch doof. Nicht immer, aber immer öfter ... wenn ich mich mal dieses Slogans bedienen darf.
Männer! Ein Wort, begleitet durch einen unschuldigen Blick aus weiblichen Augen, sagt doch schon fast alles. Ich meine, wir brauchen Männer, manchmal zumindest. Kinder zeugen, Fußball hassen lernen, Fussel am Mund kriegen und für die Rentenversicherung sorgen, dafür sind sie wahrhaftig notwendig. Sind wir mal ehrlich: Zu was sonst noch? Meine Herren, hauen Sie mich jetzt bitte nicht, verlassen Sie bitte auch nicht den Saal, man sagte mir nur, ich solle mal wieder bissige Texte schreiben und nun bin ich gerade dabei, einen davon vorzulesen. Ich meine das ja auch nicht persönlich, wirklich nicht. Denn im Grunde meines Herzens liebe ich Männer, nur ... ich muss lange kramen, um dieses Gefühl wieder hervorzuholen.
Fast alle Männer schlafen auf dem Sofa vor dem Fernseher ein. Tatsache! Ich kenne genug Männer, die das leidenschaftlich lieben, um diese Aussage treffen zu können. Es dauert nicht einmal lange, bis diese visuelle Schlaftablette wirkt. Meine Damen, platzieren Sie Ihren Gatten mit Kissen und Polyacryldecke auf dem Sofa, schalten Sie ein x-beliebiges Programm ein und warten Sie auf erhofften Erfolg. Er tritt garantiert nach 30 Minuten Maximum ein. Ihr Gatte schnarcht selig und Sie können tun und lassen, was immer Sie wollen - fernsehen fällt natürlich aus.
Bitten Sie ihn in arbeitsreichen Engpässen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder mit ihren gemeinsamen Kindern das Kino zu besuchen. Zum einen, weiß er plötzlich gar nicht mehr, dass ein Vierbeiner die Wohnung mit ihm teilt und zum anderen hat er, wenn die Rede auf die Kinder kommt, noch dringend etwas am Auto zu tun. Er reißt Ihnen den Staubsauger aus der Hand, verschwindet in der Garage und Sie müssen sich am kommenden Tag auf die Suche nach dem Gerät machen, weil er es selbstredend nicht wieder an den angestammten Platz gestellt hat. Warum tut er so was? Ich sag es ja: Jungs sind doof - ganz egal, wie alt sie sind.
Haben Sie schon einmal gemeinsam mit Ihrem Gatten eine Wohnung renoviert? Er liebt Baumärkte, das erwähnte ich bereits einmal an anderer Stelle, aber dennoch ist er nicht in der Lage, das zu besorgen, was Sie wirklich benötigen. Allerlei Spielzeug schleppt er an, aber nicht die Tapete, die Sie ihm detailgetreu beschrieben haben. Fahren Sie lieber selber hin und kaufen alles ein; dann klappt es wenigstens. Der Angetraute glänzt bei diesen Gelegenheiten sowieso eher durch Abwesenheit, als das er auf der Leiter tapezierend Wunder vollbringt, denn vergesslich sind die \"Herren der Schöpfung\" zudem auch noch. Jede Gelegenheit wird genutzt, um sich aus dem Staub zu machen.
Auch ist es nicht gerade von Erfolg gekrönt, dem Allerliebsten noch etwas beizubringen. Ich meine, er muss ja nicht auf \"Sitz\" \"Platz\" und \"Aus\" hören, denn das tut in der Regel schon der Hund recht erfolgreich, aber wie sieht es aus mit den alltäglichen Utensilien, die er permanent überall verstreut? Ewig meckert er über minderjährige Hausgenossen rum, oft auch recht lautstark, aber darf man seine Erziehungsmethoden untergraben und einwerfen, wie es sich mit ihm persönlich verhält? Mit vollen Aschenbechern, die am Computer rumdümpeln, mit Motorradzeitschriften am Klo oder leeren Bierflaschen, die seinen allabendlichen Weg begleiten? Darf man als Frau da mal ehrlich sein und ihn mal so richtig zusammen stauchen? Ich weiß es nicht. Jungs sind halt doof!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 23:42:56 mit dem Titel Nüchterne Betrachtung
- kein Massenposting ... ich habe nur meine Kurzgeschichten wieder gefunden ;-)) ...
Die Liebe ist ein seltsames Spiel - dabei kommt es noch nicht einmal auf den Blickwinkel an. Männer und Frauen - von Haus aus schon recht verschieden, besonders im Denken und Fühlen - sind sich hier ausnahmslos einmal einig: Liebe ist komisch.
Herzflattern bei den ersten Symptomen leichter Verliebtheit bis hin zu kalten Füssen, die man nach Jahren des Einerleis zuweilen bekommt, wenn der Partner auf der Bildfläche erscheint. Dabei fällt mir auf, dass immer der körperliche Aspekt im Vordergrund steht, oder warum sind das Herz und die Füße gerade bei der Erwähnung aktuell gewesen? Schmetterlinge im Bauch ... auch die Tierwelt bleibt nicht verschont, wenn es darum geht, Verliebtheit in Worte zu fassen. Ist aber auch schwer!
Fragen Sie mal Ihre Teenager-Tochter, warum sie gerade in den pickligen Jüngling, der 10 cm kleiner ist als ihr Baby und Hosen trägt, die in der Kniegegend schlottern, verliebt ist. \"Der ist cool!\" Klar, ich dumme Kuh, wie konnte ich das nur übersehen? Für mich erschließen sich da so prompt keinerlei Reize, aber ich muss mich ja auch nicht mit ihm blamieren.
Mich wundert sowieso immer ein wenig, warum so viele Prachtexemplare von Menschen so oft ihren Weg allein gehen müssen. Hierbei spreche ich auf Heiratsannoncen an: Seriöser Herr - Ende 50 - wohlhabend - selbstständig - durchaus vorzeigbar - sucht nette \"Sie\". Oder: Sie - Mitte 50 - aber jünger aussehend - sucht nach einer Enttäuschung einen charaktervollen Herrn, der Spaß am Leben hat. Ist ja nichts gegen einzuwenden, einzig stört mich die Tatsache, dass alle immer wunderbar aussehen, genug Geld haben, um sich ein flottes Leben zu leisten oder aber von der Gegenseite die Nase voll haben sollten, weil sie mehrfach getäuscht wurden. Warum wollen die - auf Teufel komm raus - wieder einen Partner? Warum wollen Frauen immer ausgebeulte Unterhosen und stinkende Socken waschen? Statt dessen könnten sie wöchentlich zum Friseur gehen, sich schick einkleiden oder auf Ischia der Sonne huldigen - oder den Italienern, die dort massenweise rumlaufen.
Ein Mysterium!
Männer könnten doch prima jeden Abend Skat spielen, im Fernsehen gucken, was sie wollen, Biertrinken bis zum Abwinken oder zum Minigolf gehen anstatt sich mit einer säuerlichen Frau rumzuquälen, die bestimmt schon zum 1000. Mal fragt, warum er wieder zu spät zum Essen heimkommt. Macht das alles Sinn oder können sie sich keine Putzfrau leisten?
Ich glaube nicht, dass das alles mit Liebe zu tun hat. Diese ständigen Kleinkriege, die am Esstisch oder an der Zahnpastatube wüten. Gehetzte Frauen, die zwischen Kindergebrüll, Bratpfanne und Palmoliv ihr Dasein fristen. Männer, die froh sind, dass sie arbeiten gehen dürfen, um nicht permanent auf die heimische Brut zu treffen und abends in ihrer Stammkneipe hocken, um Gleichgesinnten ihr Leid zu klagen. Frauen, die sich im Dauerwellenzeitalter noch Lockenwickler reindrehen, weil sie keine Zeit haben, zum Friseur zu gehen und sich anhören müssen, dass Frau Meier von nebenan irgendwie frischer aussieht. Männer, die Überstunden schieben, ihre Geliebte währenddessen beglücken, um wenigstens ein klitzekleines Gefühl von \"Gebrauchtsein\" zu bekommen. Frauen, die den tagtäglichen Einkauf als das absolute Highlight ihres Tages empfinden und vor Verabredungen verkünden: Da muss ich erst meinen Mann fragen.
Sagen Sie mal ehrlich: Das kann es doch nicht sein!
Die Liebe ist ein seltsames Spiel ... sie bekommt zu wenig, er erwartet zuviel! Und dennoch soll es sie geben: Die perfekten Paare. Paare, die sich innig und heiß lieben, auch noch nach Jahrzehnten. Da ich jetzt gerade keine repräsentative Umfrage zur Hand habe und von Statistiken allgemein nichts halte, müssen Sie jetzt herhalten!
Alle anwesenden vollständigen Paare bitte einmal aufstehen ... keine Scheu, Herrschaften, hier wird nichts veröffentlicht, was Sie nicht wollen!
Die Glücklichen bleiben bitte stehen, die Unglücklichen dürfen sich wieder setzen und noch etwas zu trinken bestellen!
Alle anwesenden unvollständigen Paare - also praktisch die Hälfte eines Paares - bitte auch einmal aufstehen! Wieder das gleiche Spiel: Glücklich bleibt stehen und unglücklich darf sich wieder setzen!
Bitte einmal alle Singles aufstehen! Seid ihr glücklich? Wenn ja, stehen bleiben, wenn nein, bitte setzen!
Überwältigende Ereignisse spielen sich vor meinen Augen ab. Es gibt sie also doch: Glückliche Menschen! Wir alle sollten uns öfters treffen, denn in Gegenwart glücklich liebender Menschen geht einem doch das Herz auf und man fühlt sich gleich viel wohler!
Ich danke für Ihre Mitwirkung!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-05 23:32:48 mit dem Titel Ein ganz normaler Tag - Teil 1 -
Mein Kopf brummt nicht schlecht, als ich aufwache. Wo - zum Teufel - ist der Wecker, der wie ein Irrer bimmelt? Schlafblind taste ich den Nachttisch ab. Greife dabei an das falsche Objekt, dass zunächst mit einem leisen \"Plopp\", dann mit einem splitzen \"Klirr\" auf dem Fußboden landet. Schwer und langsam öffnen sich meine Augenlider. Wo ist der Wecker??? Meine Ohren sind nicht in der Lage, herauszufinden, von wo das schrille Gebimmel kommt und mein Kopf antwortet auf Tatsache mit einem heftigen Schmerz. Ich hab ihn, er liegt unter dem Kissen des Nachbarbettes. So, jetzt noch schnell nachsehen, was runtergefallen ist: Mir wird schlecht, meine Magensäure entwickelt Spitzenwerte. Auf dem blauen Teppich unter mir zeichnet sich eine große dunkle Pfütze ab und darin verteilt recken sich mir kleine Glassplitter und ein perfekt erhaltener Glasboden entgegen. Was habe ich bloß am letzten Fernsehabend getrunken? Ich rechne zusammen: Kopfschmerzen plus Übelkeit plus dunkler Fleck - vielleicht roter Fleck? - das macht = zuviel Rotwein.
Rotwein? ... Oh nein! ... zack, raus aus dem Bett - wo sind die Latschen? - shit, auch egal, Tür auf ... davor liegt ein schwarzer Hund ... er bzw. sie guckt mich ratlos an und verschwindet mit eingezogenem Schwanz auf dem Sofa ... ich stürze in die Küche .... und?!?!? Was wollte ich denn in der Küche? Ich meine, es ist immer ein wenig seltsam, wenn Menschen mit sich selber reden, aber hier entfährt mir ein lautes: \"Mist ... der Tag kann ja heiter werden!\"
Als ich kurze Zeit später unter der Dusche stehe, fällt mir wieder ein, warum ich in die Küche gegangen bin: ich wollte einen Lappen holen und den Rotweinfleck entfernen. Später, denke ich, jetzt passt mir das nicht. Bin sowieso viel zu sehr damit beschäftigt, die richtige Wassertemperatur für meine Entspannungsdusche zu finden. Endlich. Ungefähr zwei Minuten stehe ich unter der Brause, habe die Augen geschlossen, um den Schmerz im Kopf zu verbannen und lasse das Wasser auf meine Haut prasseln, als es eiskalt wird. Mein Schrei ist so laut, dass die Hühner des Nachbarn aufgeregt los gackern. Hoffentlich ist keins tot umgefallen, Hühner sind doch so schreckhaft ... und ich habe dann nicht nur Eier im Kühlschrank, sondern muss auch noch ein Suppenhuhn käuflich erwerben.
Bibbernd stehe ich immer noch in der Dusche und weiß nicht so recht, was ich jetzt tun soll. Pah, denke ich leicht gereizt, dann eben heute nicht warm duschen, morgen ist auch noch ein Tag. Wo ist bloß wieder mein Handtuch? Es liegt doch immer direkt vor der Dusche. Da ich allein zu Hause bin, will es mir einfach nicht gelingen, prompt einen Schuldigen zu finden. Also raus, zum Handtuchhalter patschen, abtrocknen.
Der Blick in den Spiegel hilft auch nicht dabei, die Laune etwas aufzubessern. Mich starrt ein Wesen an, dass ich eigentlich nicht kennen lernen möchte und dem ich dringend anraten würde, eine Kosmetikerin aufzusuchen. Verleugnen zwecklos, ich muss mich mit der Kreatur auseinandersetzen. Tagescreme auf das Gesicht, Deo unter die Achseln, ein wenig Feuchtigkeitslotion an die trockenen Beine und Haare bürsten. Herrje, das ziept aber ganz schön. Kein Wunder, ich kam ja auch nicht dazu, mir die Haare zu waschen. Und die Konstellation Haarspray von gestern und Wasser von heute gibt immer ein wenig Anlass zur Besorgnis. Ich rupfe also mit der Bürste einzelne Haarbüschel heraus, korrigiere den Sitz des in die Luft gerichteten Ponys und suche das Schlafzimmer zwecks Einkleidung auf.
Mein lieber Hund liegt wieder vor der Tür und verlangt nun die Streicheleinheiten, die sie dazu veranlässt, die Schlafzimmertür freizugeben. Nicht, dass wir uns hier missverstehen, ich liebe meine Hunde wirklich, aber kann sie denn nicht sehen, dass mir zum einen recht kühl ist und ich zum anderen gerade jetzt irgendwie nicht die Muße habe, mich einer zielsicheren Gesicht-Ableck-hab dich auch lieb-Aktion zu stellen? Ich tätschele den Hals meines Lieblings und schubse sie mit dem rechten Knie sanft in die Ecke, damit ich an ihr vorbei ins Zimmer schlüpfen kann. Wieder guckt sie mich komisch an und trottet mit eingezogenem Schwanz auf ihr Sofa.
Auf dem Weg zum Schrank entfährt mir ein weiterer Schrei. Kein Freund von massiven Schimpfworten zu sein, fällt mitunter ziemlich schwer und so brülle ich nun unkontrolliert: \"Scheiße!\". Mit dem rechten Fuß stehe ich in dem Splitterhaufen und auf dem linken Fuß allein kann ich nur unsicher stehen, also lasse ich mich plump auf das Bett fallen. Ich könnte heulen. Ehrlich. Zu dem dunklen Fleck auf dem Teppich gesellen sich hellrote Blutflecke und gäben unter anderen Umständen sicherlich eine hübsche Farbkombination ab. Ich schnappe mir mein weißes Schlaf-T-Shirt und wickele es um den verletzten Fuß. Man gut, dass der Besen vom letzten Mückenmassaker noch neben dem Schrank steht. Auf diesen stütze ich mich ab und humpele an meinem Hund, der sich sofort wieder auf´s Sofa begibt, vorbei in die Küche. Auf der Suche nach einer Pinzette finde ich nur den Zeckenentferner. Auch egal, aber etwas umständlich in der Handhabung. Nachdem ich die Splitter alle herausgezogen habe - das lässt sich prima feststellen, indem man mit der Hand leicht über das Einsatzgebiet streicht. Wenn es wehtut, dann muss man weiterzupfen, wenn es nicht wehtut, sollte man ein Pflaster suchen. Genau, und das ist in unserem Haushalt nicht so einfach, weil bei uns eine Pflasterfetichistin wohnt. Ich finde keines. Hätte mich auch gewundert. Also nehme ich die von der letzten Verstauchung übrig gebliebene Mullbinde und wickele sie mir um den Fuß. Tesafilm muss das Pflaster beim Fixieren der Binde ersetzen. Aber auf Schönheit kommt es an diesem Tag nicht an.
Wo ich schon mal in der Küche bin, bereite ich in dem Kocher mein Teewasser vor. Mein Hund liegt immer noch auf dem Sofa und vergeudet keinen Blick an mich. Zurück im Schlafzimmer ziehe ich Jeans und Sweatshirt an, eine ungewohnte Kleidung für mich, aber für den Tag genau das richtige.
Frühstück und Zeitungslesen bringe ich ohne weitere Zwischenfälle hinter mich. Aber langsam sollte ich mich um meine Frisur kümmern. Und ... irgendetwas wollte ich noch im Schlafzimmer erledigen, kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Egal, später fällt es mir bestimmt wieder ein. Im Bad, wieder vor dem Spiegel, kann ich keine optische Verbesserung im Gesicht feststellen. Make-up, Rouge und Wimperntusche vollbringen immer wahre Wunder, und zum ersten Mal an diesem Tag habe ich das Gefühl, etwas gutes für mich getan zu haben. Noch einmal bürste ich mir das Haar, das mehr einer zerrupften Perücke gleicht, als einer Frisur. Da ich immer bestens mit dem Lockenfön klarkomme, teile ich unter großer Anstrengung eine Strähne meines Haares ab, um die Lockenbürste zum Einsatz zu bringen. Langsam drehe ich die Haare auf und schalte den Fön an. Jeder Frau, die ähnliches wie ich mitgemacht hat an diesem Tag, müsste jetzt eigentlich der kalte Angstschweiß auf der Stirn stehen.
Richtig! Ich kriege die Bürste nicht wieder heraus. Vorsichtig versuche ich Haar für Haar herauszuziehen, das ziept widerlich und ist von Misserfolg gekrönt. Tränen kullern mir aus den Augen und zieren die Wangen mit dünnen verschmierten Ralleystreifen. Verzweifelt sinke ich auf den Klodeckel und sehe einen übervollen Wäschekorb direkt vor meiner Nase. Genau der hat mir noch gefehlt und ich empfinde einen Weltschmerz, der ungebremst aus mir heraus bricht. Beide Hunde liegen nun in der geöffneten Tür und gucken mich interessiert an. Mit Klopapier trockne ich die Tränenflut, stehe auf und wasche mein Gesicht mit kaltem Wasser.
Was ich dann tat, erfahren Sie im zweiten Teil.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-05 23:33:22 mit dem Titel Ein ganz normaler Tag - Teil 2 -
Ich verscheuche die Hunde aus dem Türrahmen - mache ich eigentlich sonst nicht, also Hunde verscheuchen - aber dennoch brauche ich keine Zuschauer bei meiner Bürstennummer und meiner persönlichen Niederlage. Langsam und gesenkten Hauptes trotte ich gen Telefon ins Wohnzimmer. Mein Schreibtischstuhl knarrt unter mir, als ich mich darauf fallen lasse. Warum allein soll ich das schwer haben an einem solchen Tag? Die Telefonnummer der Friseurin meines Vertrauens finde ich schnell und als sie abhebt, lasse ich nur kurz vernehmen, dass ich mich arger Bedrängnis befinde und ihre Hilfe mehr als nötig habe. Ist klar, sie hat natürlich keine Zeit, zu mir zu kommen. Also muss ich zu ihr. Ich könnte schon wieder heulen. Ich meine, wer fährt schon gern in einem Auto ohne abgedunkelte Scheiben umher, wenn er eine Rundbürste auf der linken Haupthälfte trägt? Hier tippe ich ganz pauschal mal auf: Niemand!
Aber erst einmal muss ich, bevor ich mich auf den peinlichen Ausflug begebe, die Hunde füttern. Sie fressen recht schnell und ich lasse sie vor die Tür, ohne aus dieser auch nur einen Schritt hinauszutreten. Wäre ja noch schöner, wenn meine Nachbarin mich in diesem desolaten Zustand zu sehen bekäme. Hunde wieder rein und dann noch einmal ab ins Bad: Wieder Make-up, Rouge und Wimperntusche. Eigentlich sehe ich jetzt recht gut aus, wenn nur die doofe Bürste nicht wäre! Ehe ich mich auf den Weg mache, trinke ich trotz der frühen Tageszeit - wir haben es jetzt erst kurz vor Mittag - ein Glas Rotwein zur Beruhigung und bevor ich ins Auto steige, sehe ich mich nach rechts um, dann nach links, wieder nach rechts .... und dann ... schnell ins Fahrzeug. Geschafft, niemand ist meiner angesichtig geworden. Ich schöpfe Hoffnung.
Nach wenigen Minuten stehe ich auf dem Parkplatz vor dem Friseurladen. Ein großes, nicht zu unterschätzendes Problem wirft sich mir jetzt auf: Wie komme ich über die zweispurige Fahrbahn zum Laden rüber, ohne das mich jemand sieht. Regenschirm zur Tarnung wäre albern, weil die Sonne scheint. Einen Hut habe ich nicht bei mir, weil ich daran dummerweise nicht gedacht habe. Also halte ich mir meine große schwarze Tasche an die linke Stirnseite und renne, was das Zeug hält. Atemlos stehe ich vor dem Empfang beim Friseur. \"Sie wünschen?\" fragt mich ein Fräulein, das ich nicht kenne. Langsam lasse ich meine Tasche sinken und sie versteht. Hach, Frauen sind wirklich ganz klasse und so schnell von Begriff. \"Zu wem möchten Sie?\" .... ich will nur noch meine Ela sehen und sonst niemanden! Minuten später sitze ich bei Ela auf dem Stuhl. Sie lacht. Das irritiert mich ein wenig, weil ich dachte, Frauen sind untereinander solidarisch. Ich gucke säuerlich, sie hört auf zu lachen. \"Wir haben ein Problem.\" Stellt sie sachkundig fest. Naja, denke ich, eigentlich habe ich mehr ein Problem. Lange Rede, kurzer Sinn, nach meinem Treffen mit Ela bin ich wieder Trägerin einer flotten Kurzhaarfrisur, kann allerdings nicht behaupten, dass mich das gerade glücklich stimmt. Ich fahre nach Hause.
Es ist nun kurz nach vierzehn Uhr und ich verspüre Hunger, als ich wieder in meiner Küche stehe und überlege, was ich noch zu erledigen habe .... irgend etwas war da noch ..... Auf der Suche nach einer unkomplizierten Zwischenmahlzeit treffe ich auf Baguettes aus dem Tiefkühlfach. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Also Ofen anstellen, Baguettes auspacken, auf das Blech legen und .... tschüs ....! Meine Gedanken schweifen zu dem übervollen Wäschekorb vom Morgen. Also stopfe ich die schmutzige Wäsche in die Wäschemaschine und bemerke, dass ich kein Waschpulver mehr habe. Ich hasse diese Welt, ehrlich! Aber dann fällt mir schlagartig ein, dass früher mit Kernseife gewaschen wurde. Und genau so ein Stück Kernseife habe ich noch irgendwo rumliegen. Nachdem ich sie gefunden habe, schabe ich mit einem Messer kleine Raspel Kernseife ab und fülle sie in das Waschmittelfach. 40 Grad einstellen, fertig.
In der Zwischenzeit ist das Baguette fertig, es riecht himmlisch nach überbackenem Käse. Selbstredend verbrenne ich mir die Finger, als ich versuche, ohne Hilfsmittel mein Mittagessen auf den Teller zu befördern. Während ich die Finger unter den kalten Wasserstrahl halte, habe ich Muße, über alles noch einmal nachzudenken. Fragen, wie \"womit habe ich das verdient?\" und \"was habe ich verbrochen?\" - eben so das übliche, wenn alles schief geht, schwirren mir durch den Kopf. Den einzigen Trost bietet mir im Moment das Baguette. Nachdem meine Finger trocken sind und auch nicht mehr so brennen, setze ich mich und genieße mein Essen.
Das Telefon klingelt. Hin- und h
Bei der Recherche nach einem geeigneten Objekt meines Tatendranges fiel mein Blick auf die Selbstbauanleitung eines Schuhputz-Schrankes. Nicht, dass ich Schuhputzen als solches zu meinen Lieblingshobbies zähle, aber ich dachte ernsthaft darüber nach, wo meine schwarze Polierbürste wohl abgeblieben sei?!
Die Bauanleitung versprach Abhilfe: Die Accessoires (mir war gar nicht bewusst, dass man diesen Begriff im Zusammenhang mit Schuhputzzeug überhaupt benutzt), wie Lappen, Bürsten, Cremes und ähnliches lassen sich wunderbar in dem Schrank verstauen. Super, und die Schuhe passen auch noch rein? Ich las weiter: Nein, sie passen nicht. Na ja, macht ja nichts, aber ein solches Schränkchen ist im Handel in der Form nicht erhältlich. Das Argument zog bei mir.
Zum Bauen benötigte ich erst einmal Domino-Dreischicht-Platten mit einer schön gewachsenen Oberfläche, die ich dann mit einem Bosch-Exzenterschleifer fein und glatt überarbeiten kann. Ah .... ja! So ein Gerät habe ich nicht, und nun? Geht nicht auch feines Schmirgelpapier? Egal, später. Ich las weiter. Holzdübel brauche ich auch noch. Kein Problem, vom letzten Ikea-Selbstbausatz eines Phonoschrankes habe ich noch etliche über. Die Bohrlöcher für die Dübel soll ich mit einer Dübel-Bohrschablone exakt positionieren und dann die Dübel mit UHU express verleimen. Nichts einfacher als das! Ich notierte alles auf einem Zettel und fuhr frohen Herzens in den Baumarkt.
Um nicht gleich vom Personal als Anfänger geoutet zu werden, machte ich ein wichtiges Gesicht und suchte erst mal die Abteilung von Bosch auf. Einen Exzenterschleifer fand ich so auf Anhieb nicht gerade, aber ein Regal weiter hielt ich einen Black & Decker KC 1882 CK in der Hand und fand ihn äußert interessant. Auf der Verpackung las ich, dass dieses Gerät 2,3 kg wiegt und über zwei Getriebestufen verfügt. Wow ... damit kann man sogar schalten. Er verfügt über eine Bohrfutterspannweite von 0,5 bis 10 mm und einer Akku Schnelladung mit Ladeschlussanzeige. Ich legte das Gerät auf seinen Platz zurück und widmete meine Aufmerksamkeit den Akkuschraubern. Die erschienen mir erheblich leichter und praktischer im Gebrauch. Eine kurze Anleitung zur Benutzung und Beachtung las ich aufmerksam durch: Das Anziehmoment eines Akkuschraubers sagt etwas über die Leistung des Akkuschraubers aus. Je höher sie ist, desto härter darf das Material sein bzw. desto dicker darf die Schraube sein. Kein unerhebliches Kaufkriterium, wie mir schien, aber ich brauchte ja gar keine Schrauben. Holzdübel waren angesagt. Ach ja, Leim.
Ich zog weiter durch die Heimwerkerabteilung, fand alles mögliche, aber keinen Leim. Mist. Ich befürchtete schon, etwas hilflos zu wirken, als ich beschloss, den Akkuschrauber zu kaufen und doch Schrauben zu verwenden. Man ja nie wissen, wofür das mal gut ist. Nun fehlten noch die Bretter. Wie hießen die Dinger noch gleich? Egal, ich stapfte in die Holzabteilung und bewunderte das Überangebot. Schön gewachsene Naturholzbretter wollte ich haben, und geschliffen müssen sie auch schon sein, weil ich keinen Exzenterschleifer mehr kaufen wollte. Beim Schleifen mit Schleifpapier hatte ich schon üble Erfahrungen mit aufgeratschten Fingergelenken gemacht, und so kam diese billigere Variante für mich auch nicht in Frage. Ich fand wunderbar glatte Kieferplatten. Als ich eine anhob, stellte ich fest, dass sie nicht von unerheblichem Gewicht waren. Und da ich meine Schuhbürsten nicht in Fort-Nox verbarrikadieren wollte, wählte ich furnierte Platten, die auch eine super glatte Oberfläche hatten, aber eben nicht über ein schönes Wachstum verfügten. Auch egal. Man muss bereit sein, Abstriche zu machen, wenn die Kreativität ans Tageslicht drängt.
So, was fehlte noch? Akkuschrauber, Bohrer, Bretter in verschiedenen Längen hatte ich nun. Da ich mir nicht mehr ganz sicher war, wie lang die Bretter sein müssen, kam mir zu Bewusstsein, dass eine Säge wohl unverzichtbar sei. Da gab es Schlitzsägen, Absetzsägen, Feinsägen und eine Sägelade. Wäre ein Stuhl vor dem Regal gewesen, ich hätte mich gesetzt! Ich wollte doch einfach nur sägen. Ein Brett durchsägen. Warum musste immer alles so kompliziert sein?
Dann fand ich das Traumstück: Einen Fuchsschwanz! Was für ein alberner Name, aber die ersetzt locker die Schlitz- und Absetzsäge und mit der Universalzahnung ist sie für feinere Arbeiten geeignet. Schnell packte ich sie zu den anderen Utensilien und steuerte die Kasse an.
Zuhause angekommen, packte ich meine Reichtümer auf der Terrasse aus und bewunderte immer noch meinen Tatendrang. Der Rest ist ziemlich schnell erzählt, denn das Unternehmen Schuhputz-Schrank wurde zu den Akten gelegt. Da ich seinerzeit über keine geeignete Werkbank verfügte, musste der Campingtisch herhalten. Zunächst erwies sich diese Lösung als hervorragend, aber nachdem ich bei dem Zuschnitt der Bretter bereits eine nicht unerhebliche Längsriefe mit dem Fuchsschwanz in die Kunststoffoberfläche gesägt hatte, brach der Tisch bei dem Versuch, das eine Brett mit dem anderen zu verschrauben zusammen. Da ich einen neuen Tisch benötigte, mussten meine Schuhputzbürsten weiterhin heimatlos in irgendeinem Karton ihr Dasein fristen. Das war mir völlig egal.
Wer jetzt denkt, dass Frauen lieber nicht heimwerken sollten, der sollte sich mal die folgenden Tipps zu Gemüte führen! Ist die Gattin gerade mal nicht anwesend, um den Staubsauger unter das zu bohrende Loch in der Wand zu halten, dann kleben Sie doch einfach eine Kaffeefiltertüte unter die Bohrstelle. Wunderbar geeignet, um dem Vorwurf des verdreckten Fußbodens auszuweichen. Oder hauen Sie sich auch ständig mit dem Hammer auf den Finger, weil der Nagel so kurz ist? Nehmen Sie einfach eine Haarklammer zu Hilfe, klemmen den Nagel dazwischen. Das funktioniert! Wollen Sie etwas streichen und die Farbe vom letzten Mal ist klumpig und alt? Sie wollen aber für die kleine Stelle keine Neue kaufen? Kein Problem. Klauen Sie Ihrer Frau eine Nylonstrumpfhose und quetschen Sie die Farbreste dadurch. Die Restfarbe ist wie neu. Und Nylonstrumpfhosen sind billiger als Farbtöpfe. Soviel zum Thema Frauen und Heimwerken! Edith Handelsmann
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-15 23:52:33 mit dem Titel Damenoberbekleidung - Erfahrungsbericht hautnah!
Es gibt viele Möglichkeiten, um sich als Frau von Zeit zu Zeit etwas Gutes zu gönnen. Die einen legen sich auf eine Liege und lassen sich
Schönheitsverwöhnen, die anderen baden ihre Füße in wohltuenden Essenzen und wieder andere sitzen stundenlang beim Friseur und lesen
Klatschzeitschriften. Ich dagegen dachte neulich mal darüber nach, meinen Kleiderschrank mit einem schönen neuen Stück aufzufrischen. Hatte ich
doch in Erfahrung gebracht, dass in diesem Jahr Hemdblusenkleider wieder modern sind. Eine nette Alternative zu den gängigen bauchnabelfreien Tops,
die nun wirklich nicht für jedes Alter geeignet sind. In Gedanken schwelgte ich in der Illusion, mit einem schwarzen Hemdblusenkleid kleine
Figurproblemchen tadellos kaschieren zu können. Gedacht, gesagt, getan. Mit frischem Elan und einer mit gutem Geschmack reichlich gesegneten
Freundin an meiner Seite betrat ich das Geschäft. Mein Blick glitt suchend über die Kleiderständer, bleib angewidert an den Hosen mit überweitem
Schlag und Blümchenapplikationen hängen und hing bewundernd an einer übergroßen Barbiepuppe. Sie trug ein Hemdblusenkleid. Das war also nicht
nur ein Gerücht, es war wirklich wahr: Sie waren \"in\". Ich schlenderte durch den Laden, meine Freundin probierte inzwischen diverse Sommerklamotten
an, und suchte nach Kleidern. Nichts zu sehen, überall nur bonbonfarbene T-Shirts, Hosen und reichlich Flitterzeug. Eine Verkäuferin konnte ich auch
nicht sehen. Ich schlich weiter durch die Regale, traf auf noch eine Schaufensterpuppe im selben Kleid, konnte die aber schlecht fragen, woher sie das
hatte. Hinter der Kasse entdeckte ich dann doch eine Verkaufsberaterin, die unter dem Tresen hockend die Papiertüten sortierte. Sie konnte mir helfen
und kurze Zeit später hielt ich ein Hemdblusenkleid zweifelnd vor meine Figur. Das es sich hierbei um ein Stück in der Größe L handelte, muss ich ja
wohl nicht extra betonen? Mutigen Schrittes betrat ich eine Kabine und hörte nebenan meine Freundin, die immer noch in Begeisterung schwelgend die
neue Sommerkollektion anprobierte. \"Ich glaube, das passt mir nicht!\" Noch war ich im Mantel, stand aber immerhin schon vor dem Spiegel. \"Zieh es
mal an, du bist unmöglich\", tönte es aus der Nachbarkabine. Sie probierte weiter und ich pellte mich aus den dicken Wintersachen. Mantel und Schal
ließ ich salopp auf die Erde fallen, meinen Rock versuchte ich noch auf den Haken zu hängen, wo schon meine Tasche ihren Platz fand. Für meinen
Pullover gab es hingegen keinen mehr und die Schuhe schob ich dezent zu meiner Freundin rüber. \"Das ist immer ein Mist in diesen blöden
Umkleidekabinen,\" schimpfte ich vor mich hin \"und es ist nicht immer von Vorteil, wenn man größer als 1,60 m ist!\" Ich guckte geradewegs in die Augen
eines Mannes, der gegenüber im Regal nach etwas suchte. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich einen BH trug, der seit etlicher Zeit in die Kategorie
\"hätte schon längst entsorgt werden müssen\" fiel. Die Schwingtür der Kabine konnte nicht verbergen, dass ich mich gerade restlos blamiert hatte.
Irgendwie hatte ich schon wieder genug von dieser Exkursion. Aber da ich jetzt ja schon mal dabei bin, dachte ich, dann kann ich den Fummel ja auch
mal anprobieren. Die Ärmel passten schon mal. Stolz beflügelte mich. Im Schulterbereich wurde es dann schon etwas knapper, aber mein Ehrgeiz ließ
sich jetzt kaum noch bremsen. Hier ein wenig gezupft, dort ein wenig gezwängt, ich war drin. Nun nur noch zuknöpfen. Ja ... das war es dann.
Zornesröte stieg mir ins Gesicht, der Schweiß suchte sich den Weg durch meine Haare auf die Stirn ... ich beschloss, einen Brief an die
Verantwortlichen der Damenoberbekleidungsindustrie zu verfassen. Bis knapp über den Bauchnabel bekam ich das Kleid zugeknöpft, dann kam ich in
den gefährlich Bereich in Brustnähe. Mal ehrlich, meine Damen ... und natürlich auch meine Herren, kennen Sie viele Frauen, die über eine Oberweite
unterhalb der Schallgrenze von 75 cm verfügen, wenn sie älter als 13 sind? Ich kann kaum verbergen, dass ich nicht dazu gehöre, schon von Haus aus
nicht. Zwischen der Knopfleiste auf der einen und den Knopflöchern auf der anderen Seite klaffte eine Kluft von bestimmt 15 cm. Die konnte ich, selbst
wenn ich die Luft bis zum bedenklichen Bereich einsog, nicht überbrücken. Völlig deprimiert und in einem desolaten äußeren Gesamterscheinungsbild
gab ich diese Situation meiner Freundin bekannt. \"Komm doch mal raus und lass mal sehen!\" Die hat wohl nicht alle Tassen im Schrank, dachte ich bei
mir und steigerte mich wütend in die Worte, die mir auf den Lippen lagen: \"Ich bin zu jung für die Faltenrockabteilung!\" Sollte sich in dieser Runde noch
jemand von dieser Einkaufssituation angesprochen fühlen, ich bin gern bereit, eine Unterschriftenliste rumgehen zu lassen, um den Modemachern mal
gehörig die Meinung zu sagen. Denn ich bin wirklich nicht bereit, mich einer Brustverkleinerung hinzugeben, nur weil Weiblichkeit vielleicht gerade nicht
modern ist. Und dennoch wünsche ich mir ein Hemdblusenkleid, in schwarz. Wer bei einem Stadtbummel mal eines entdecken sollte, der möge mir
bitte Bescheid geben. Danke. \"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-14 15:10:42 mit dem Titel ... und Gartenzwerge können doch sprechen!
Made in England
Ich gebe es ja zu: Ich bin - verzeihen Sie mir die rüde Sprache - eine botanische Wildsau. Meine Kenntnisse über diverse Baumarten kommen erst dann zum Vorschein, wenn Obst daran hängt, welches ich einwandfrei erkennen kann. Anderes Laub- und Nadelholz wird mir immer ein großes Geheimnis bleiben. Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, einen Kleingarten in einer Kolonie mein Eigen nennen zu dürfen. Das mag nun auf Unverständnis stoßen, aber einer der wesentlichen Beweggründe zum Pachtverhältnis war die Aussicht, in einem bequemen Gartenstuhl meinem Hang zum Entspannen zu frönen. Das eine höhere Macht allerdings vor die Ernte die Arbeit gesetzt hat, verdrängte ich erfolgreich. Tatendurstig machte ich mich auf, meinen Garten, der mehr als zwei Jahre Brach lag, zu inspizieren. Einen kleinen Spaten, eine Harke und reissfeste Haushaltshandschuhe hatte ich dabei. Erst einmal hatte ich enorme Schwierigkeiten anhand des Planes, der in praktische Rechtecke aufgeteilt war, meine Scholle zu finden. Sah alles gleich aus. Vorne Rasen, in der Mitte ein Baum, rechts und links Gemüse - oder so etwas ähnliches - hinten ein Haus mit Veranda. Verzweiflung keimte auf und wieder einmal keiner da, den man fragen konnte. Dann sah ich ihn: Vorne kein Rasen, mehr so Wiese, rechts und links Büsche, in der Mitte ein Baum und hinten kein Haus mit Veranda, sondern eine Hütte, die irgendwie schief aussah. Die Tür quietschte unangenehm beim Öffnen und hing in den Angeln. Wir richten das später, dachte ich. Ich ließ meine Blicke schweifen und fühlte Stolz und Begeisterung. Direkt vor der Hütte würde mein neuer käuflich erworbener Stuhl mit Federkern und Doppelpolsterung stehen. Ich sah es förmlich vor mir. Was ich auch noch vor mir sah, war dummer weise der Absatz im Pachtvertrag, der aussagte, daß alle Gärten in einem gepflegten Zustand sein müßten. Was \"gepflegt\" bedeuten kann, stellte ich bei einem kurzen Blick über Nachbars Zaun fest. Hier bedauerte ich zutiefst, daß meine Mitbürger offensichtlich alles Spießer sind und eine andere Lebensauffassung haben als ich. Schade eigentlich, denn mein Goldstück sah so herrlich einladend romantisch aus. Schnell holte ich die restlichen Utensilien aus dem Auto: Ein Buch \"Wie werde ich ein guter Gärtner\", eine Heckenschere, die Gießkanne, eine Schaufel und meinen geliebten Stuhl. In dem machte ich es mir erst einmal bequem und studierte meinen Fotoband auf der Suche nach dem Gestrüpp, welches direkt am Zaun wucherte. Das Buch legte ich nach einer halben Stunde erschöpft neben mich und stellte fest, daß Gartenarbeit unangenehm anstrengend sein kann. Bis dahin hatte ich noch keinen Handschlag getan. Die Sonne stand hoch am Himmel, der Baum spendete tröstenden Schatten und ich machte ein kleines Nickerchen. \"My dear, what a mess?!\" Hups, wer da? Was ist durcheinander? Vor allem, wer redet mich mit \"Meine Liebe\" an? Ich sah niemanden. \"I´m here.\" Wo? Völlig verwirrt schaute ich in die Runde, sah aber nichts. Oder doch? War da nicht etwas Rotes im Gebüsch? Schwerfällig erhob ich mich aus meinem Stuhl, tastete
das Rote ab, fühlte etwas Kaltes und hob es auf. Mein Gott, ein Gartenzwerg! Hier möchte ich gern einmal anmerken, daß Gartenzwerge auf meiner Liste der Abartigkeiten des deutschen Gutes auf einem der höheren Ränge angesiedelt sind. Und dieser hier war besonders häßlich. Rote Mütze, dicke Knubbelnase, runder Bauch und als Gipfel der Geschmacklosigkeit hatte das kleine Monster einen karierten Schottenrock an. Ich war sprachlos. Langsam drehte ich den Wicht um und konnte auf der Unterseite einen Stempel \"Made in England\" erkennen. Auch das noch: Ein Snob in meinem Garten!! Angewidert trug ich das gärtnerische Kulturgut mit spitzen Fingern in Richtung Mülltonne. \"I´m not rubbish.\" Wie, er wäre kein Müll? Darüber habe ich ja wohl zu entscheiden und nicht so ein kleines Hutzelmännchen. Außerdem, wie kommt er dazu, mit mir zu sprechen? Ich mache doch nicht mit jedem Konversation, und schon gar nicht mit Zwergen! Kurz entschlossen hob ich den Deckel der Tonne an und ließ ihn langsam und genüßlich auf den Boden des Inneren sinken. Schnell Deckel zu, erledigt. Zurück auf meinem Stuhl versuchte ich Schlaf zu finden. Aus der Traum, ich kriegte kein Auge mehr zu, denn der Wicht ließ eine Tirade englischer Schimpfwörter los, die ich hier lieber nicht wiederholen möchte. Bevor eine ernst zu nehmende deutsch-englische Konfliktsituation entstehen konnte, holte ich ihn wieder aus dem Müll hervor und plazierte ihn an Nachbars Gartenzaun. Er grinste zufrieden. Ich ermahnte ihn kurz, mich zufrieden zu lassen und machte mich an meine Arbeit. Während ich einiges Grünzeug aus dem Boden rupfte, darüber nach sinnierte, ob es sich dabei um Unkraut handele, trällerte der kleine Kerl eine fröhliche Weise. Zwischendurch machte er kleine Pausen, plauderte ein wenig und erzählte mir von den schottischen Highlands. Da käme nämlich seine Verwandtschaft her und er wäre einmal auf Besuch dagewesen. Aha. Als ich dabei war die größeren Büsche herauszureißen, hatte ich schon das eine oder andere Wort mit ihm gewechselt und konnte nicht umhin, über seine Witze zu lachen. Es wurde ein sehr kurzweiliger Nachmittag. Als der Abend dämmerte, klappte ich meinen Stuhl zusammen, harkte das vermeintliche Unkraut auf einen Haufen, betrachtete mein Werk, verabschiedete mich von meinem neu gewonnenen Freund, freute mich über meine zahlreicher werdenden Englischkenntnisse und fuhr nach Hause. Dort angekommen, berichtete ich meinem Mann von dem wunderschönen Tag im Garten und war etwas verwirrt, als er sich Zettel und Stift nahm und eine Anzeige für den kommenden Samstag in der Zeitung formulierte. Da er von vornherein prophezeit hatte, daß mein gärtnerischer Ausflug eh nur von kurzer Dauer sein würde, und ich jetzt offensichtlich auch noch am Überschnappen wäre, hielte er es für angebracht, mich aus der Natur herauszuholen. Wie humorlos! Und meinen schönen Stuhl hole ich nächsten Sonntag ab und sage meinem kleinen Freund \"Good Bye!\"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-27 22:25:09 mit dem Titel Eine Mail, die Herrn Posses Leben beeinflusst - Kurzgeschichte (Humor)
\"Geliebter ... ich vermisse dich so sehr! Nachts liege ich in meinem Bett und verzehre mich vor Sehnsucht nach dir. Tagsüber träume ich ... von dir. Kann dich einfach nicht vergessen. Bitte, melde dich ... ich kann so nicht leben! Kuss ... deine Zuckerschnute.\"
Georg Posse saß wie erstarrt vor dem Monitor. Was hatte er getan? Nichts hatte er getan, er hatte lediglich seine E-Mails auf seinen Rechner geladen und zwischen diverser Werbepost die Nachricht einer Zuckerschnute gefunden. Georg kannte keine Zuckerschnute. Soviel war schon mal klar.
Während er in der Küche stand, um sich einen Kaffee für sein angeschlagenes Nervenkostüm zu kochen, versuchte er sich darauf zu konzentrieren, seit wann er nicht mehr \"Geliebter\" von irgendwem war, geschweige denn, von einer Zuckerschnute. Das muss Ende der 80er Jahre gewesen sein. Hatte Hannelore nicht auch immer Geliebter gesagt? So ein Mist, dass sein Gedächtnis auf dem absteigenden Ast war. Oder sagte sie immer \"Schatz\"? Herr Posse rieb sich die Stirn. Oder hatte er mal irgendwann eine Frau mit \"Zuckerschnute\" angesprochen ... nein, zu Hannelore hatte er immer \"Schatz\" gesagt.
Er schlurfte zurück zum Schreibtisch und starrte wieder auf die Mail. Absender der Mail: [email protected]. Das musste ja so kommen, kein Indiz auf einen Namen, eine Herkunft oder gar auf ein Geschlecht des Schreibenden. Schlagartig wurde Georg bewusst, dass es sich bei dem Absender ja auch um einen Mann handeln konnte. Er sackte in sich zusammen, schluckte trocken, schlug sich mit der Hand vor die Stirn und schimpfte sich selber einen Idioten! Die Mail war ja gar nicht für ihn! Er kannte keine Männer, die sich selber Zuckerschnute nannten. Wie albern. Georg Posses Rückrat nahm wieder Haltung an. Nur Frauen schreiben so sentimentales Zeug wie: Sich vor Sehnsucht verzehren und ... Moment mal: Was sollte das bedeuten, sie könne nicht mehr ohne ihn - ohne Georg Posse - leben?
Sein Blick wanderte von einer Ecke des Monitors in die andere. Da stand tatsächlich seine E-Mail-Adresse als Empfänger. Er blickte schnell nach rechts in die Ecke, zackig zurück in die linke ... als hoffte er, durch diesen Trick alles auszulöschen. Da stand [email protected]. Wie blöd!
Ihm wurde mulmig in der Magengegend. Nervös fingerte er in der Schreibtischschublade nach einer zerdrückten Schachtel Zigaretten. Wie lange hatte er nicht geraucht? Mehr als ein Jahr mochte das jetzt schon her sein. Schnell schob er sich die Zigarette zwischen die Lippen, suchte nach Feuer und als sie glimmte, zog er hastig daran. Als er hustete, verfluchte er innerlich das liederliche Weibsbild, dass ihm - Georg Posse - den wohlverdienten Feierabend so sehr versaute. Jawohl, genau das dachte er: Versaute. Irgendwie war er jetzt sauer.
Sich ganz in diesem Gefühl ergebend führte er den Mauszeiger auf dem Monitor in Richtung \"löschen\" ... ließ seinen Zeigefinger über der Taste schweben ... und ....! Herr Posse legte die Hand neben seine Maus und betrachtete das kleine Eingabegerät angewidert. Zuckerschnute brauchte seine Hilfe, das wurde ihm jetzt klar. Sie/er oder es wollte nicht ohne ihn leben. Er verstand zwar nicht, warum nicht, weil soooo aufregend war er nun wahrhaftig nicht, aber Zuckerschnute musste ja schließlich wissen, wem sie/er/es die Mail geschickt hatte.
Sein Körper gewann an Spannkraft, er streckte seine magere Brust dem Monitor entgegen, als hätte er einen Feind vor sich und wollte durch diese zaghafte Drohgebärde Eindruck schinden ... und. Mit einem Seufzen sank er in seinem Stuhl zurück.
Sollte er antworten? Sollte er Zuckerschnute einfach vergessen und die Mail löschen ... von seinem Computer einfach entfernen? Eine Festplatte kann nicht denken, aber er - Georg Posse - würde immer an dieses Ereignis denken müssen. Viel Aufregung hatte er wahrhaftig nicht in seinem Leben. Umso schwerer zu verstehen, wie es gerade dieser Nachricht gelungen sein mochte, sich auf seinen Computer zu verirren.
Er klickte das Feld \"Antworten\" an, übertrug in das Adressfeld [email protected] und wusste nicht weiter. Was schreibt man einer weiblichen Zuckerschnute, die man nicht kennt und von der man eigentlich nicht erwarten sollte, dass sie sich vor Sehnsucht nach Georg Posse verzehrte? Oder von ihm träumte? Er wusste es nicht. Aber viel schlimmer, was schreibt man einer männlichen - immerhin bestand ja ein kleines Restrisiko, dass es sich hier um einen Mann handeln konnte - Zuckerschnute? Ein Mann, der nicht ohne Herrn Posse leben wollte? Georg schenkte sich einen Weinbrand ein. Er krönte die Schreibtischplatte vor sich mit einem ordentlichen Schluck braunen Alkohols, seine Nerven waren zum Reißen gespannt. Seit wann hatte er keinen Alkohol mehr getrunken? Egal, das musste jetzt sein! Prost Georg - Prost Zuckerschnute. Und noch einen! Prost Georg - Prost Zuckerschnute. Und noch einen! Jawohl, den Abend hat er oder sie ihm - Herrn Posse - gründlich versaut. Er stierte auf den Bildschirm. Der Cursor blinkte in Warteposition. Also noch einen Weinbrand und noch eine Zigarette. Der Cursor blinkte noch immer. Georg war sauer. Richtig sauer. Zuckerschnute hatte ihn verführt. Regelrecht verführt. Er soff und qualmte! Er, der grundsolide Finanzbeamte. Seit wann hatte er nicht mehr ... aber lassen wir das jetzt lieber. Georg Posse jedenfalls saß noch, soweit ich informiert bin, die ganze Nacht vor dem Computer. Er klickte mehrmals \"Datei schließen\" seines Mailprogramms an, trat in tiefe Zwiegespräche mit der \"löschen\"-Taste, leerte die Flasche Weinbrand, suchte nach der zehnten gerauchten Zigarette nach einem Aschenbecher und allgemein nach einem Ausweg aus der vertrackten Situation. Sein Kopf sackte, als der Morgen langsam dämmerte, auf die Tastatur und löste damit unfreiwillig das Problem. Sein Computer ergab sich in einem Ausnahmefehler und als Georg Posse nach einer bequemeren Schlafposition suchte, machte er einen Neustart. Als er am helllichten Tag verkatert, hustend und mit Nackenschmerzen erwachte, stellte er fest, dass sein Monitor nichts mehr anzeigte. Kein zuckender Cursor, keine Mail. Wie er Zuckerschnuten hasste!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-18 00:28:47 mit dem Titel Reisezeit - "nur so - just for fun"
Reisefieber
Vollbepackt mit diversen Reisekatalogen, immer schön nach dem Motto: Wir bieten mehr für Ihr Geld!, betrete ich ein Reisebüro. Einmal im Jahr packt mich das Reisefieber; das Pauschalreisefieber.
Ich sinke auf einen unbequemen Stuhl vor dem Schreibtisch und warte, bis die jugendliche Mitarbeiterin dieses gastlichen Hauses den Hörer des Telefons entnervt aufknallt und sich in der gleichen Sekunde mir freundlich lächelnd zuwendet. Sie ist ein Profi.
\"Sie wünschen?\" richtet sie eine unprofessionelle Frage an mich. Doch kein Profi.
Verreisen will ich, zum Brötchen kaufen bin ich wohl kaum hierher gekommen! Meine Achtung ihr gegenüber sinkt merklich. Die Antwort fällt daher gleichermaßen professionell aus: \"Verreisen\". Pause. Um das Gespräch etwas aufzulockern, zerre ich an meinen mitgebrachten Katalogen herum und schlage den erstbesten auf. Mit dem Zeigefinger fahre ich über die Seite und bleibe bei meinem ersten Traumziel hängen.
\"Ist das hier wohl noch frei?\" wünsche ich zu wissen. Sie wühlt in ihrer Schublade und fördert das Gegenstück zu meinem Katalog daraus hervor. Schlägt die Seite auf, runzelt ihre Stirn und wendet sich dem auf ihrem Schreibtisch plazierten Computer zu. \"Da wollen wir mal nachsehen!\" Glücklich darüber, daß nun etwas passiert, lehne ich mich entspannt auf dem Stuhl zurück und setze einen interessierten Blick auf. Sie fragt mich, wann ich fliegen möchte und wieviel Personen wir sind. In zwei Wochen und zu viert. Aha.
\"Nein, das Hotel ist leider schon ausgebucht und zudem sind im Flugzeug keine Plätze mehr frei.\" So ein Mist! Mich tröstet der Umstand, daß wir daheim etliche Kataloge gewälzt haben und in der Lage sind, uns als flexible Menschen zu bezeichnen.
Die Reisebürokauffrau fragt mich, welche Ansprüche wir denn an unser Ziel hätten? Warum will sie denn das nun wissen und außerdem, was geht sie das an? Ich will mal nicht pampig werden, richte mich auf dem Stuhl auf und antworte: \"Sonne, Strand, gutes Wetter und nette Leute.\"
Schon wieder dieses Aha-Gesicht bei ihr. Die Frau ist echt anstrengend! Langsam wird es mir zu bunt und ich helfe ihr etwas auf die Sprünge. Hieve den gesamten Stapel mitgebrachter Kataloge auf den Schreibtisch und schlage die mit kleinen Zetteln versehenen Seiten auf. Das sollte sie nun eine Zeit beschäftigen und von ihrer Fragerei abhalten. Erstaunen flackert durch ihr Gesicht. Wieder kramt sie in der Schublade und holt die Kataloggegenstücke heraus. Haben meine etwa ansteckende Krankheiten oder warum verweigert sie diese zur Zusammenarbeit?
Mein Blick ruht kritisch auf der Person. Sie arbeitet an ihrem Computer und läßt sich durch mich keineswegs irritieren. Doch ein Profi! Die Zeit zieht sich in die Länge, mir wird etwas langweilig und ich betrachte die Menschenschlange, die sich hinter meinem Stuhl aufgereiht hat.
\"Hier,\" ruft die Fachkraft aus \"hier ist noch etwas frei.\" Sie hat wieder meine vollste Konzentration. \"Mallorca. Der Flug und auch ein Hotel ist noch zu haben.\" Sie nennt mir den Namen und hektisch beginne ich in meinen Katalogen zu blättern, um das Objekt in Augenschein nehmen zu können. Mmmh, so schnell kann ich das jetzt nicht entscheiden und frage an, was sie denn sonst noch so anzubieten hätte. Ihr Blick wirkt etwas mißmutig und hinter mir höre ich ganz deutlich ungeduldiges Geräuspere.
Aber sie hämmert weiter auf der unschuldigen Computertastatur herum. \"Würde Ihnen Griechenland denn auch zusagen?\" Mir ja, aber ob das daß richtige für Kinder in dieser Jahreszeit ist? \"Kinder fahren auch mit?\" Meine Geduld schleicht sich langsam von dannen und ich erinnere sie daran, daß ich das bereits eingangs erwähnte: Wir sind zu viert. Dann eben nicht Griechenland. Wir einigen uns darauf, daß wir auf Mallorca bleiben. Ist für die Kinder auch viel besser, weil es dort nämlich Würstchenbuden gibt und es auch nicht so heiß wird. Jetzt verstehen wir uns wieder. Der Flug ist schnell reserviert, nur das passende Hotel findet sich nicht auf die Schnelle. Aber auch dieses Hindernis meistern wir nach einer halben Stunde gemeinsam. Wir haben es gefunden:
Das Paradies für den deutschen Pauschaltouristen, inclusive allem, was mein Herz höher schlagen läßt. Die Angestellte entspannt ihre verzerrten Gesichtszüge, die Menschenmassen hinter mir atmen erleichtert auf und ich träume von Sonne, Sand und Meer. Schönen Urlaub!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-27 22:31:02 mit dem Titel Herzklopfen ;-))
Der Wecker schrillt unvernünftig dicht an meinem linken Ohr. Wieder ein neuer Tag, der dazu einlädt, nette Dinge zu erleben - oder auch nicht. Ich räkele mich etwas, reibe die verschlafenen Augen wach, schwinge mich aus dem Bett und trete den Weg ins Bad an.
Später sitze ich einigermaßen frisch am Frühstückstisch, blättere die Zeitung durch und schiebe mir nebenbei einen Toast in den Mund. Der Wetterbericht lässt meine Laune steigen: Sonne, 18 Grad, weit und breit keine Wolke in Sicht. Das lässt sich hören ... und heute ist Frühlingsanfang.
Verträumt krame ich in der Medikamentenkiste und nehme mit dem Rest kalten Kaffee die Tropfen und Tabletten ein, die ich täglich benötige, um mich bei Gesundheit zu halten. Höchste Zeit, das Haus zu verlassen.
Beschwingt stürze ich die Treppen hinunter und begrüße draußen vor der Tür den Tag mit einem Lächeln. Um neun habe ich einen Termin bei meinem Arzt. Das Wartezimmer ist unerwartet voll um diese Zeit. Ich werde aufgerufen, sitze im Behandlungszimmer, der Arzt betritt den Raum und ich kriege Herzklopfen. Warum das?
Frühlingsanfang, schießt es mir durch den Kopf - Verlieben und Herzklopfen!
Verstehe ich jetzt nicht, denn den Arzt kenne ich schon seit meiner Kindheit und außerdem ist der Doktor mindestens 70, einen Kopf kleiner als ich und naja, etwas dicklich in der Mitte. So gar nicht mein Typ. Spielen jetzt die Hormone verrückt? Der Arzt legt die Manschette zum Blutdruckmessen um meinen linken Arm, pumpt heftig, horcht und schüttelt den Kopf: 160 zu 110. Donnerwetter, das ist ein dolles Stück, wo ich doch immer zu niedriger Kreislauftätigkeit neige. Der Puls gibt Aufschluss darüber, dass ich anstatt im Stuhl zu sitzen, mindestens einen flotten Dauerlauf hinter mir haben sollte.
Auf die Frage, ob in letzter Zeit irgendetwas Aufregendes passiert ist, kann ich selbst nach angestrengter Nachdenkerei keine positive Antwort liefern.
Zur täglichen Medikamentengabe gesellt sich ein weiteres Präparat hinzu, zumindest bis auf weiteres. Ich verlasse die Praxis und steuere das nächste Cafe in der Stadt an. Leicht nervös lasse ich mich auf einen Stuhl am Tisch in der Ecke fallen, betrachte geschäftig die Karte und bestelle beim Kellner einen Cappuccino.
Beim Anblick des Hinterteils des Italieners fängt mein Herz wieder an zu springen. Langsam wird´s lästig, aber hier lohnt es sich wenigstens!
Völlig vertieft in die Karte bedanke ich mich artig mit rotem Kopf für den Cappuccino, der jetzt auf meinem Tisch steht. Bloß nicht wieder hinterher gucken! Nur nicht unnötig aufregen! Vielleicht hätte ich mir besser ein Wasser bestellt, Kaffee macht nur noch nervöser. Ein blonder, mittelalter Mann fragt mich, ob an meinem Tisch noch ein Platz frei ist. Na klar, antworte ich salopp, um gleich im Anschluss daran mit einer leicht erhöhten Herztätigkeit gestraft zu werden. Junge, was ist das bloß - ich stehe doch gar nicht auf blond!
Irgendetwas stimmt hier nicht. Schnell leere ich die Tasse, bezahle und verlasse das Cafe, jedoch nicht, ohne dem Kellner noch schnell einen heißen Blick zu schicken. Draußen angekommen, atme ich tief ein, verspüre aber keine Linderung. Ganz im Gegenteil, ich hyperventiliere. Gleich falle ich um, ich merk´s ganz deutlich. Begleitet von Ohrensausen und schwarzen Punkten vor den Augen wanke ich auf eine Bank.
Darauf sitzt bereits eine ältere Dame und ich habe einige Mühe, ihr nicht direkt vor die Füße zu fallen. Ich plumpse unelegant auf die Sitzstatt, greife mir ans Herz und lasse einem tiefen Stöhner freien Lauf. Die Dame missversteht die Situation, schickt mir ein breites Lächeln, tätschelt mein Knie und meint, dass sie das Gefühl gut kennt. Ach, denke ich, hat sie auch Kreislaufbeschwerden dieser Art? Ja, jung müsse man noch sein, lässt sie mich vernehmen, dann ist es so schön, wenn man frisch verliebt ist. Besonders am Frühlingsanfang, und dann noch an einem so schönen, wie diesen.
Erschreckt gucke ich sie an und frage mich, ob irgendwo in meinem Gesicht ein Hinweis darauf zu entdecken ist, dass dieser Fall hier vorliegt. Nein, ich bin nicht verliebt! Und schon gar nicht in meinen Arzt, in den italienischen Kellner oder in den blonden Unbekannten. Was, fragt sie zurück, in so viele? Ich sehe mich genötigt, ihr Aufklärung zukommen zu lassen. Das dass erst seit heute so ist, und ich nicht weiß, woher das kommt. Schade, sagt sie, ich hätte so verliebt ausgesehen mit den leicht erröteten Wangen und dem nervösen Zucken meiner Halsschlagader. Nun, da die Sache geklärt ist, fragt sie mich, ob es mir gut geht, oder ob sie ein Taxi für mich rufen soll. Ich ziehe das Taxi in Erwägung und binnen 5 Minuten ist es da. Dankbar verabschiede ich mich und werde nach Hause gefahren. Dem Taxifahrer wage ich nicht, in die Augen zu sehen. Möglicherweise zieht das wieder eine Attacke nach sich. Der Tag war schon aufregend genug und noch mehr potentielle Liebhaber verkrafte ich nicht.
Langsam steige ich die Treppen zu meiner Wohnung hoch, mache mir einen kalten Umschlag und lege mich aufs Sofa. Weit und breit kein männliches Wesen in Sicht, selbst Hans Meiser habe ich wieder ausgeschaltet, und doch pocht es in meiner Brust wie wild. Verstört mache ich mich wieder auf den Weg zu meiner Medikamentenkiste, suche ein Beruhigungsmittel und entdecke ein kleines Fläschchen, welches obenauf liegt. Kreislauftropfen, steht da drauf. Wenn es da steht, wird es wohl auch drin sein, und mir fällt ein, daß ich heute Morgen davon ca. 30 Stück verkonsumiert habe. Die Flasche sieht dem Vitaminpräparat aber auch verdammt ähnlich und mir schwant langsam, warum ich mit heftigsten Verliebtheitssymtomen zu kämpfen hatte. Die Dinger habe ich mal verschrieben bekommen, als mein Blutdruck im Keller war, zwecks Aufpäppelung. In der Beschreibung steht, das eine Überdosierung - die hier zweifelsohne vorliegt - zu überhöhten Herzschlägen animiert. Ich bin erleichtert: Nur überhöhte Herzschläge und keine Vielmännerei.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-03 23:20:57 mit dem Titel Der Termin oder \
Über nichts kann ich mich mehr aufregen, als über einen vor der Nase weggeschnappten Parkplatz, wenn ich es eilig habe. Ich hatte einen Zahnarzttermin und war eh schon spät dran. Ich sollte der erste Patient am Nachmittag sein und hatte selbst auf diesem Termin bestanden.
Zum Glück sah ich einen freien Parkplatz vor der Praxis und fuhr mit meinem Wagen an der Lücke vorbei, um rückwärts einzuparken. Den Blinker hatte ich bereits nach rechts betätigt. Die nachfolgenden Fahrzeuge fuhren umständlich um mich herum, so dass ich noch einen Moment wartete. Aus diesem Fluss löste sich plötzlich ein schweres Motorrad und fuhr direkt in die freie Lücke ein.
Das Blut stieg mir vor Zorn ins Gesicht und wütend riss ich meine Wagentür auf, sprang aus dem Auto und lief auf den Motorradfahrer zu.
Der hatte bereits seinen Helm abgenommen und ein kahlgeschorener Schädel blinkte mir entgegen. Der Typ war mindestens einen Kopf größer als ich und seine breite Stiernase war mit einem silbernen Ring gepierct.
Ich musste mich schwer beherrschen, um ihm nicht \"Du Arschloch\" ins Gesicht zu brüllen, bekundete ihm jedoch mit wütend bebender Stimme, dass mir der freie Platz zustehe und ich seinen Abgang erwarte. Doch der Typ grinste mir nur breit ins Gesicht und zeigte mir seinen Mittelfinger, um mir zu vermitteln, was er von meinem Ansinnen halte. Er drehte sich um und stakste davon.
Wütend schrie ich ihm hinterher: \"Du Penner, ich weiß mir schon zu helfen.\"
Er drehte sich nicht einmal um und verschwand hinter einer Häuserecke. Innerlich kochte ich, und man kann sagen, im Affekt zog ich mein kleines Klappmesser aus der Tasche und zerstach am Motorrad dieses Typen beide Reifen. Befriedigt setzte ich mich zurück in mein Auto und fand eine Parklücke, etwa fünfzig Meter weiter.
Als ich die Praxisräume betrat, war ich einige Minuten zu spät. Beim Versuch einer Entschuldigung winkte die Sprechstundenhilfe lächelnd ab. Ich könne gleich im Behandlungsraum Platz nehmen. Während sie mich auf dem Stuhl vorbereitete, erzählte sie mir, dass sich eh alles etwas verzögert habe, weil irgendeine hysterische Kuh die Reifen des Motorrads von Dr. Brinkmanns Vertretung zerstochen habe.
In diesem Moment trat der breitnasige Kahlkopf mit einem weißen Kittel in den Behandlungsraum. Er nahm den Bohrer und mit einem breiten Grinsen flüsterte er mir fies zu:
\"Na, dann wollen wir mal.\"
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 22:26:43 mit dem Titel Am Anfang war der Furz ... und noch einmal ;-))
Ich weiß, ein heikles Thema und ein Thema mit viel Sprengstoff. Aber dennoch kann ich nicht verhehlen, dass es von mir mit einer gewissen Spannung zur Kenntnis genommen wird. Woher kommt der Furz, was veranlasst ihn, sich immer dann zu melden, wenn es so gar nicht passt und warum brauchen wir ihn, den Furz???
Fragen über Fragen, die beantwortet werden wollen. Zumindest ich möchte das wissen. Alltäglich, gewöhnlich, natürlich und überhaupt sind seine Hauptattribute. Unangenehm, stinkig und völlig überflüssig ist unsere Auffassung von ihm. Wir können ihn aber nicht wegzaubern ... er ist, was er ist ... und er wird nie ein anderer sein.
Schon in der Antike kämpfte man gegen die unangenehmen Begleiterscheinungen des Furzes an. Erfolglos. Wir haben uns weiterentwickelt, aber der Furz blieb, was er war: Überflüssig. Oder vielleicht doch nicht so überflüssig? Ich habe recherchiert. Denn ich will ja nicht, dass irgendjemand ahnungslos durchs Leben stapft und sich am Ende fragt, warum er immer gefurzt hat ohne zu wissen, warum.
Die Fakten sind klar: Genuss ist des Rätsels Lösung. Übergenuss, um es mal ganz genau zu formulieren. Wir essen zuviel, wir rauchen zuviel, wir trinken zuviel. Klasse. Hat die Gesellschaft in der Urzeit ähnliche Laster gehabt? Hm ... wohl kaum, aber gefurzt haben sie auch schon. Vielleicht lagen ja die Urviecher zu schwer im Magen, wer kann das schon beurteilen? Nix mit Cholesterinkontrolle und so. Wie viele Kalorien haben denn 100 g Säbelzahntiger? Und wie viel Fett fiel auf die Menge? Keine Ahnung. War der Magen der Urzeitmenschen ähnlich konzipiert wie der unsrige? Haben sie auch damals schon mit viel Margarine oder Öl gekocht und gebraten? Eher unwahrscheinlich. Und Rohkost feingeraspelt gab es auch nicht als Gegenmittel, von Bullrich Salz mal ganz zu schweigen.
Aber gefurzt haben sie auch schon. Wissenschaftliche Studien geben da leider eher wenig Auskunft, aber ich bin mir sicher, sie haben es getan!!!!!
Die frohe Botschaft ist ja, dass pupsen gesund ist! Gase, die sich entwickelt haben, kommen so wenigstens raus und stauen nicht unangenehm. Da gibt es ja auch eine Typisierung von Pupsern:
Der gewöhnliche Furz: Kommt in der Natur am häufigsten vor. Der Furz ist an sich recht geruchsarm, aber dennoch peinlich, wenn er in einer Gruppe von Menschen auftritt, die einen noch nicht kennen. Er ist nicht lautlos.
Der gehustete Furz: Gruppendynamisch äußerst wertvoll. Die Person, die ihn fahren lässt, versteckt ihn hinter einem gekonnten künstlichen Huster. Blöd ist nur, wenn der Furz länger währt als der Huster, das ist megapeinlich.
Der verkniffene Furz: Tztztztzt ... am Gesichtsausdruck des Furzbesitzers lässt sich seine Last und Pein zweifelsohne ablesen. Auch sieht es nicht sehr schick aus, wenn die Hinterbacken in einer engen Jeans unmöglich zusammengekniffen werden. Auf den Verkniffenen sollte man in der Öffentlichkeit trotz seiner Lautlosigkeit und seiner Geruchsarmut verzichten, denn er bereitet nichts als Pein.
Der windige Furz: Der kommt meist spontan und ohne Ansage. Er rast zumeist recht geräuschvoll und leicht riechend durch die Gegend und dem Besitzer bleibt keine Chance, ihn zu unterdrücken. Dennoch ist er ziemlich sympathisch, denn er kommt so spontan und naiv, dass er in der Beliebtheitsskala einen der höheren Plätze errungen hat.
Der Zerreißer: Er hat das ganze Potential eines guten Furzes. Er ist laut, geruchsintensiv und zieht alle Aufmerksamkeit spontan auf sich. In Gesellschaft eher unbeliebt, aber nicht verhasst. Außer von dem, der ihn lässt ... also freien Lauf lässt. Der wird sich immer an die peinliche Situation erinnern.
Da frage ich mich, wie das mit dem Furzen in der Öffentlichkeit so gehalten wird. Ich kenne einen Spruch und den lasse ich auch meine Kinder bereits wissen, wenn ich gekocht habe: Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket? Dieses sozial äußerst wertvolle Zitat stammt übrigens aus dem Mittelalter. Aber das ist ja mehr so familienintern und mit keiner großen Problematik behaftet.
Jetzt soll man einmal darüber nachdenken, dass jeder Mensch mit einem Liter Pups am Tag belastet ist. Unglaublich, aber wahr ... ich habe wissenschaftlich recherchiert. Insgesamt 400 Bakterien sorgen für unsere mehr oder weniger peinlichen Ausbrüche pro Tag. Auch wenn sie für unser Nahrungsrecycling zuständig sind, könnten sie sich doch wirklich etwas dezenter an die Arbeit machen. Tun sie aber nicht. Und warum nicht? Weil wir das Falsche essen! Wir sind selber schuld!
Geruchsfördernd sind Nahrungsmittel wie Hartkäse, Fisch, Spargel und Kaffee. Das hätte ich jetzt eher weniger vermutet. Aber was ich bereits wusste, ist, dass Knoblauch, Zwiebel und Kohl eher förderlich sind. Isst man hingegen Spinat, Petersilie und Heidelbeeren hat man gute Chancen geruchlos davon zu kommen. Schalldämpfer für die Geräusche konnte ich trotz intensiver Suche nicht ausfindig machen, Sie sollten also weiterhin hustend die Hürde meistern.
Ich fand am Ende übrigens noch eine Statistik: 8 Fürze pro Tag sind unbedenklich, hingegen sind 20 schon eher geeignet, um mal einen Arzt aufzusuchen. Männer und Frauen furzen auch gleichviel, wobei es Männer weniger peinlich ist. Können die vielleicht besser und länger husten als wir Frauen?
Edith Handelsmann
4.9.2002
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 23:37:45 mit dem Titel Jungs sind doof ...
... eine Aussage, die schon im jüngsten Kindergartenalter von weiblichen Geschlechtsgenossinnen hinreichend genutzt wird. Das geht dann etwa bis zum 11. Lebensjahr so weiter, um dann plötzlich in Liebeskummerattacken zu enden. Aber darüber möchte ich eigentlich gar nicht resümieren, vielmehr interessiert mich die Entwicklung der Aussage \"Jungs sind doof\". Denn eigentlich ändert sich daran nichts, bis ins hohe Rentenalter hinein. Aus Jungs werden Männer und trotzdem finden wir Mädels bzw. Frauen sie immer noch doof. Nicht immer, aber immer öfter ... wenn ich mich mal dieses Slogans bedienen darf.
Männer! Ein Wort, begleitet durch einen unschuldigen Blick aus weiblichen Augen, sagt doch schon fast alles. Ich meine, wir brauchen Männer, manchmal zumindest. Kinder zeugen, Fußball hassen lernen, Fussel am Mund kriegen und für die Rentenversicherung sorgen, dafür sind sie wahrhaftig notwendig. Sind wir mal ehrlich: Zu was sonst noch? Meine Herren, hauen Sie mich jetzt bitte nicht, verlassen Sie bitte auch nicht den Saal, man sagte mir nur, ich solle mal wieder bissige Texte schreiben und nun bin ich gerade dabei, einen davon vorzulesen. Ich meine das ja auch nicht persönlich, wirklich nicht. Denn im Grunde meines Herzens liebe ich Männer, nur ... ich muss lange kramen, um dieses Gefühl wieder hervorzuholen.
Fast alle Männer schlafen auf dem Sofa vor dem Fernseher ein. Tatsache! Ich kenne genug Männer, die das leidenschaftlich lieben, um diese Aussage treffen zu können. Es dauert nicht einmal lange, bis diese visuelle Schlaftablette wirkt. Meine Damen, platzieren Sie Ihren Gatten mit Kissen und Polyacryldecke auf dem Sofa, schalten Sie ein x-beliebiges Programm ein und warten Sie auf erhofften Erfolg. Er tritt garantiert nach 30 Minuten Maximum ein. Ihr Gatte schnarcht selig und Sie können tun und lassen, was immer Sie wollen - fernsehen fällt natürlich aus.
Bitten Sie ihn in arbeitsreichen Engpässen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder mit ihren gemeinsamen Kindern das Kino zu besuchen. Zum einen, weiß er plötzlich gar nicht mehr, dass ein Vierbeiner die Wohnung mit ihm teilt und zum anderen hat er, wenn die Rede auf die Kinder kommt, noch dringend etwas am Auto zu tun. Er reißt Ihnen den Staubsauger aus der Hand, verschwindet in der Garage und Sie müssen sich am kommenden Tag auf die Suche nach dem Gerät machen, weil er es selbstredend nicht wieder an den angestammten Platz gestellt hat. Warum tut er so was? Ich sag es ja: Jungs sind doof - ganz egal, wie alt sie sind.
Haben Sie schon einmal gemeinsam mit Ihrem Gatten eine Wohnung renoviert? Er liebt Baumärkte, das erwähnte ich bereits einmal an anderer Stelle, aber dennoch ist er nicht in der Lage, das zu besorgen, was Sie wirklich benötigen. Allerlei Spielzeug schleppt er an, aber nicht die Tapete, die Sie ihm detailgetreu beschrieben haben. Fahren Sie lieber selber hin und kaufen alles ein; dann klappt es wenigstens. Der Angetraute glänzt bei diesen Gelegenheiten sowieso eher durch Abwesenheit, als das er auf der Leiter tapezierend Wunder vollbringt, denn vergesslich sind die \"Herren der Schöpfung\" zudem auch noch. Jede Gelegenheit wird genutzt, um sich aus dem Staub zu machen.
Auch ist es nicht gerade von Erfolg gekrönt, dem Allerliebsten noch etwas beizubringen. Ich meine, er muss ja nicht auf \"Sitz\" \"Platz\" und \"Aus\" hören, denn das tut in der Regel schon der Hund recht erfolgreich, aber wie sieht es aus mit den alltäglichen Utensilien, die er permanent überall verstreut? Ewig meckert er über minderjährige Hausgenossen rum, oft auch recht lautstark, aber darf man seine Erziehungsmethoden untergraben und einwerfen, wie es sich mit ihm persönlich verhält? Mit vollen Aschenbechern, die am Computer rumdümpeln, mit Motorradzeitschriften am Klo oder leeren Bierflaschen, die seinen allabendlichen Weg begleiten? Darf man als Frau da mal ehrlich sein und ihn mal so richtig zusammen stauchen? Ich weiß es nicht. Jungs sind halt doof!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 23:42:56 mit dem Titel Nüchterne Betrachtung
- kein Massenposting ... ich habe nur meine Kurzgeschichten wieder gefunden ;-)) ...
Die Liebe ist ein seltsames Spiel - dabei kommt es noch nicht einmal auf den Blickwinkel an. Männer und Frauen - von Haus aus schon recht verschieden, besonders im Denken und Fühlen - sind sich hier ausnahmslos einmal einig: Liebe ist komisch.
Herzflattern bei den ersten Symptomen leichter Verliebtheit bis hin zu kalten Füssen, die man nach Jahren des Einerleis zuweilen bekommt, wenn der Partner auf der Bildfläche erscheint. Dabei fällt mir auf, dass immer der körperliche Aspekt im Vordergrund steht, oder warum sind das Herz und die Füße gerade bei der Erwähnung aktuell gewesen? Schmetterlinge im Bauch ... auch die Tierwelt bleibt nicht verschont, wenn es darum geht, Verliebtheit in Worte zu fassen. Ist aber auch schwer!
Fragen Sie mal Ihre Teenager-Tochter, warum sie gerade in den pickligen Jüngling, der 10 cm kleiner ist als ihr Baby und Hosen trägt, die in der Kniegegend schlottern, verliebt ist. \"Der ist cool!\" Klar, ich dumme Kuh, wie konnte ich das nur übersehen? Für mich erschließen sich da so prompt keinerlei Reize, aber ich muss mich ja auch nicht mit ihm blamieren.
Mich wundert sowieso immer ein wenig, warum so viele Prachtexemplare von Menschen so oft ihren Weg allein gehen müssen. Hierbei spreche ich auf Heiratsannoncen an: Seriöser Herr - Ende 50 - wohlhabend - selbstständig - durchaus vorzeigbar - sucht nette \"Sie\". Oder: Sie - Mitte 50 - aber jünger aussehend - sucht nach einer Enttäuschung einen charaktervollen Herrn, der Spaß am Leben hat. Ist ja nichts gegen einzuwenden, einzig stört mich die Tatsache, dass alle immer wunderbar aussehen, genug Geld haben, um sich ein flottes Leben zu leisten oder aber von der Gegenseite die Nase voll haben sollten, weil sie mehrfach getäuscht wurden. Warum wollen die - auf Teufel komm raus - wieder einen Partner? Warum wollen Frauen immer ausgebeulte Unterhosen und stinkende Socken waschen? Statt dessen könnten sie wöchentlich zum Friseur gehen, sich schick einkleiden oder auf Ischia der Sonne huldigen - oder den Italienern, die dort massenweise rumlaufen.
Ein Mysterium!
Männer könnten doch prima jeden Abend Skat spielen, im Fernsehen gucken, was sie wollen, Biertrinken bis zum Abwinken oder zum Minigolf gehen anstatt sich mit einer säuerlichen Frau rumzuquälen, die bestimmt schon zum 1000. Mal fragt, warum er wieder zu spät zum Essen heimkommt. Macht das alles Sinn oder können sie sich keine Putzfrau leisten?
Ich glaube nicht, dass das alles mit Liebe zu tun hat. Diese ständigen Kleinkriege, die am Esstisch oder an der Zahnpastatube wüten. Gehetzte Frauen, die zwischen Kindergebrüll, Bratpfanne und Palmoliv ihr Dasein fristen. Männer, die froh sind, dass sie arbeiten gehen dürfen, um nicht permanent auf die heimische Brut zu treffen und abends in ihrer Stammkneipe hocken, um Gleichgesinnten ihr Leid zu klagen. Frauen, die sich im Dauerwellenzeitalter noch Lockenwickler reindrehen, weil sie keine Zeit haben, zum Friseur zu gehen und sich anhören müssen, dass Frau Meier von nebenan irgendwie frischer aussieht. Männer, die Überstunden schieben, ihre Geliebte währenddessen beglücken, um wenigstens ein klitzekleines Gefühl von \"Gebrauchtsein\" zu bekommen. Frauen, die den tagtäglichen Einkauf als das absolute Highlight ihres Tages empfinden und vor Verabredungen verkünden: Da muss ich erst meinen Mann fragen.
Sagen Sie mal ehrlich: Das kann es doch nicht sein!
Die Liebe ist ein seltsames Spiel ... sie bekommt zu wenig, er erwartet zuviel! Und dennoch soll es sie geben: Die perfekten Paare. Paare, die sich innig und heiß lieben, auch noch nach Jahrzehnten. Da ich jetzt gerade keine repräsentative Umfrage zur Hand habe und von Statistiken allgemein nichts halte, müssen Sie jetzt herhalten!
Alle anwesenden vollständigen Paare bitte einmal aufstehen ... keine Scheu, Herrschaften, hier wird nichts veröffentlicht, was Sie nicht wollen!
Die Glücklichen bleiben bitte stehen, die Unglücklichen dürfen sich wieder setzen und noch etwas zu trinken bestellen!
Alle anwesenden unvollständigen Paare - also praktisch die Hälfte eines Paares - bitte auch einmal aufstehen! Wieder das gleiche Spiel: Glücklich bleibt stehen und unglücklich darf sich wieder setzen!
Bitte einmal alle Singles aufstehen! Seid ihr glücklich? Wenn ja, stehen bleiben, wenn nein, bitte setzen!
Überwältigende Ereignisse spielen sich vor meinen Augen ab. Es gibt sie also doch: Glückliche Menschen! Wir alle sollten uns öfters treffen, denn in Gegenwart glücklich liebender Menschen geht einem doch das Herz auf und man fühlt sich gleich viel wohler!
Ich danke für Ihre Mitwirkung!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-05 23:32:48 mit dem Titel Ein ganz normaler Tag - Teil 1 -
Mein Kopf brummt nicht schlecht, als ich aufwache. Wo - zum Teufel - ist der Wecker, der wie ein Irrer bimmelt? Schlafblind taste ich den Nachttisch ab. Greife dabei an das falsche Objekt, dass zunächst mit einem leisen \"Plopp\", dann mit einem splitzen \"Klirr\" auf dem Fußboden landet. Schwer und langsam öffnen sich meine Augenlider. Wo ist der Wecker??? Meine Ohren sind nicht in der Lage, herauszufinden, von wo das schrille Gebimmel kommt und mein Kopf antwortet auf Tatsache mit einem heftigen Schmerz. Ich hab ihn, er liegt unter dem Kissen des Nachbarbettes. So, jetzt noch schnell nachsehen, was runtergefallen ist: Mir wird schlecht, meine Magensäure entwickelt Spitzenwerte. Auf dem blauen Teppich unter mir zeichnet sich eine große dunkle Pfütze ab und darin verteilt recken sich mir kleine Glassplitter und ein perfekt erhaltener Glasboden entgegen. Was habe ich bloß am letzten Fernsehabend getrunken? Ich rechne zusammen: Kopfschmerzen plus Übelkeit plus dunkler Fleck - vielleicht roter Fleck? - das macht = zuviel Rotwein.
Rotwein? ... Oh nein! ... zack, raus aus dem Bett - wo sind die Latschen? - shit, auch egal, Tür auf ... davor liegt ein schwarzer Hund ... er bzw. sie guckt mich ratlos an und verschwindet mit eingezogenem Schwanz auf dem Sofa ... ich stürze in die Küche .... und?!?!? Was wollte ich denn in der Küche? Ich meine, es ist immer ein wenig seltsam, wenn Menschen mit sich selber reden, aber hier entfährt mir ein lautes: \"Mist ... der Tag kann ja heiter werden!\"
Als ich kurze Zeit später unter der Dusche stehe, fällt mir wieder ein, warum ich in die Küche gegangen bin: ich wollte einen Lappen holen und den Rotweinfleck entfernen. Später, denke ich, jetzt passt mir das nicht. Bin sowieso viel zu sehr damit beschäftigt, die richtige Wassertemperatur für meine Entspannungsdusche zu finden. Endlich. Ungefähr zwei Minuten stehe ich unter der Brause, habe die Augen geschlossen, um den Schmerz im Kopf zu verbannen und lasse das Wasser auf meine Haut prasseln, als es eiskalt wird. Mein Schrei ist so laut, dass die Hühner des Nachbarn aufgeregt los gackern. Hoffentlich ist keins tot umgefallen, Hühner sind doch so schreckhaft ... und ich habe dann nicht nur Eier im Kühlschrank, sondern muss auch noch ein Suppenhuhn käuflich erwerben.
Bibbernd stehe ich immer noch in der Dusche und weiß nicht so recht, was ich jetzt tun soll. Pah, denke ich leicht gereizt, dann eben heute nicht warm duschen, morgen ist auch noch ein Tag. Wo ist bloß wieder mein Handtuch? Es liegt doch immer direkt vor der Dusche. Da ich allein zu Hause bin, will es mir einfach nicht gelingen, prompt einen Schuldigen zu finden. Also raus, zum Handtuchhalter patschen, abtrocknen.
Der Blick in den Spiegel hilft auch nicht dabei, die Laune etwas aufzubessern. Mich starrt ein Wesen an, dass ich eigentlich nicht kennen lernen möchte und dem ich dringend anraten würde, eine Kosmetikerin aufzusuchen. Verleugnen zwecklos, ich muss mich mit der Kreatur auseinandersetzen. Tagescreme auf das Gesicht, Deo unter die Achseln, ein wenig Feuchtigkeitslotion an die trockenen Beine und Haare bürsten. Herrje, das ziept aber ganz schön. Kein Wunder, ich kam ja auch nicht dazu, mir die Haare zu waschen. Und die Konstellation Haarspray von gestern und Wasser von heute gibt immer ein wenig Anlass zur Besorgnis. Ich rupfe also mit der Bürste einzelne Haarbüschel heraus, korrigiere den Sitz des in die Luft gerichteten Ponys und suche das Schlafzimmer zwecks Einkleidung auf.
Mein lieber Hund liegt wieder vor der Tür und verlangt nun die Streicheleinheiten, die sie dazu veranlässt, die Schlafzimmertür freizugeben. Nicht, dass wir uns hier missverstehen, ich liebe meine Hunde wirklich, aber kann sie denn nicht sehen, dass mir zum einen recht kühl ist und ich zum anderen gerade jetzt irgendwie nicht die Muße habe, mich einer zielsicheren Gesicht-Ableck-hab dich auch lieb-Aktion zu stellen? Ich tätschele den Hals meines Lieblings und schubse sie mit dem rechten Knie sanft in die Ecke, damit ich an ihr vorbei ins Zimmer schlüpfen kann. Wieder guckt sie mich komisch an und trottet mit eingezogenem Schwanz auf ihr Sofa.
Auf dem Weg zum Schrank entfährt mir ein weiterer Schrei. Kein Freund von massiven Schimpfworten zu sein, fällt mitunter ziemlich schwer und so brülle ich nun unkontrolliert: \"Scheiße!\". Mit dem rechten Fuß stehe ich in dem Splitterhaufen und auf dem linken Fuß allein kann ich nur unsicher stehen, also lasse ich mich plump auf das Bett fallen. Ich könnte heulen. Ehrlich. Zu dem dunklen Fleck auf dem Teppich gesellen sich hellrote Blutflecke und gäben unter anderen Umständen sicherlich eine hübsche Farbkombination ab. Ich schnappe mir mein weißes Schlaf-T-Shirt und wickele es um den verletzten Fuß. Man gut, dass der Besen vom letzten Mückenmassaker noch neben dem Schrank steht. Auf diesen stütze ich mich ab und humpele an meinem Hund, der sich sofort wieder auf´s Sofa begibt, vorbei in die Küche. Auf der Suche nach einer Pinzette finde ich nur den Zeckenentferner. Auch egal, aber etwas umständlich in der Handhabung. Nachdem ich die Splitter alle herausgezogen habe - das lässt sich prima feststellen, indem man mit der Hand leicht über das Einsatzgebiet streicht. Wenn es wehtut, dann muss man weiterzupfen, wenn es nicht wehtut, sollte man ein Pflaster suchen. Genau, und das ist in unserem Haushalt nicht so einfach, weil bei uns eine Pflasterfetichistin wohnt. Ich finde keines. Hätte mich auch gewundert. Also nehme ich die von der letzten Verstauchung übrig gebliebene Mullbinde und wickele sie mir um den Fuß. Tesafilm muss das Pflaster beim Fixieren der Binde ersetzen. Aber auf Schönheit kommt es an diesem Tag nicht an.
Wo ich schon mal in der Küche bin, bereite ich in dem Kocher mein Teewasser vor. Mein Hund liegt immer noch auf dem Sofa und vergeudet keinen Blick an mich. Zurück im Schlafzimmer ziehe ich Jeans und Sweatshirt an, eine ungewohnte Kleidung für mich, aber für den Tag genau das richtige.
Frühstück und Zeitungslesen bringe ich ohne weitere Zwischenfälle hinter mich. Aber langsam sollte ich mich um meine Frisur kümmern. Und ... irgendetwas wollte ich noch im Schlafzimmer erledigen, kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Egal, später fällt es mir bestimmt wieder ein. Im Bad, wieder vor dem Spiegel, kann ich keine optische Verbesserung im Gesicht feststellen. Make-up, Rouge und Wimperntusche vollbringen immer wahre Wunder, und zum ersten Mal an diesem Tag habe ich das Gefühl, etwas gutes für mich getan zu haben. Noch einmal bürste ich mir das Haar, das mehr einer zerrupften Perücke gleicht, als einer Frisur. Da ich immer bestens mit dem Lockenfön klarkomme, teile ich unter großer Anstrengung eine Strähne meines Haares ab, um die Lockenbürste zum Einsatz zu bringen. Langsam drehe ich die Haare auf und schalte den Fön an. Jeder Frau, die ähnliches wie ich mitgemacht hat an diesem Tag, müsste jetzt eigentlich der kalte Angstschweiß auf der Stirn stehen.
Richtig! Ich kriege die Bürste nicht wieder heraus. Vorsichtig versuche ich Haar für Haar herauszuziehen, das ziept widerlich und ist von Misserfolg gekrönt. Tränen kullern mir aus den Augen und zieren die Wangen mit dünnen verschmierten Ralleystreifen. Verzweifelt sinke ich auf den Klodeckel und sehe einen übervollen Wäschekorb direkt vor meiner Nase. Genau der hat mir noch gefehlt und ich empfinde einen Weltschmerz, der ungebremst aus mir heraus bricht. Beide Hunde liegen nun in der geöffneten Tür und gucken mich interessiert an. Mit Klopapier trockne ich die Tränenflut, stehe auf und wasche mein Gesicht mit kaltem Wasser.
Was ich dann tat, erfahren Sie im zweiten Teil.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-05 23:33:22 mit dem Titel Ein ganz normaler Tag - Teil 2 -
Ich verscheuche die Hunde aus dem Türrahmen - mache ich eigentlich sonst nicht, also Hunde verscheuchen - aber dennoch brauche ich keine Zuschauer bei meiner Bürstennummer und meiner persönlichen Niederlage. Langsam und gesenkten Hauptes trotte ich gen Telefon ins Wohnzimmer. Mein Schreibtischstuhl knarrt unter mir, als ich mich darauf fallen lasse. Warum allein soll ich das schwer haben an einem solchen Tag? Die Telefonnummer der Friseurin meines Vertrauens finde ich schnell und als sie abhebt, lasse ich nur kurz vernehmen, dass ich mich arger Bedrängnis befinde und ihre Hilfe mehr als nötig habe. Ist klar, sie hat natürlich keine Zeit, zu mir zu kommen. Also muss ich zu ihr. Ich könnte schon wieder heulen. Ich meine, wer fährt schon gern in einem Auto ohne abgedunkelte Scheiben umher, wenn er eine Rundbürste auf der linken Haupthälfte trägt? Hier tippe ich ganz pauschal mal auf: Niemand!
Aber erst einmal muss ich, bevor ich mich auf den peinlichen Ausflug begebe, die Hunde füttern. Sie fressen recht schnell und ich lasse sie vor die Tür, ohne aus dieser auch nur einen Schritt hinauszutreten. Wäre ja noch schöner, wenn meine Nachbarin mich in diesem desolaten Zustand zu sehen bekäme. Hunde wieder rein und dann noch einmal ab ins Bad: Wieder Make-up, Rouge und Wimperntusche. Eigentlich sehe ich jetzt recht gut aus, wenn nur die doofe Bürste nicht wäre! Ehe ich mich auf den Weg mache, trinke ich trotz der frühen Tageszeit - wir haben es jetzt erst kurz vor Mittag - ein Glas Rotwein zur Beruhigung und bevor ich ins Auto steige, sehe ich mich nach rechts um, dann nach links, wieder nach rechts .... und dann ... schnell ins Fahrzeug. Geschafft, niemand ist meiner angesichtig geworden. Ich schöpfe Hoffnung.
Nach wenigen Minuten stehe ich auf dem Parkplatz vor dem Friseurladen. Ein großes, nicht zu unterschätzendes Problem wirft sich mir jetzt auf: Wie komme ich über die zweispurige Fahrbahn zum Laden rüber, ohne das mich jemand sieht. Regenschirm zur Tarnung wäre albern, weil die Sonne scheint. Einen Hut habe ich nicht bei mir, weil ich daran dummerweise nicht gedacht habe. Also halte ich mir meine große schwarze Tasche an die linke Stirnseite und renne, was das Zeug hält. Atemlos stehe ich vor dem Empfang beim Friseur. \"Sie wünschen?\" fragt mich ein Fräulein, das ich nicht kenne. Langsam lasse ich meine Tasche sinken und sie versteht. Hach, Frauen sind wirklich ganz klasse und so schnell von Begriff. \"Zu wem möchten Sie?\" .... ich will nur noch meine Ela sehen und sonst niemanden! Minuten später sitze ich bei Ela auf dem Stuhl. Sie lacht. Das irritiert mich ein wenig, weil ich dachte, Frauen sind untereinander solidarisch. Ich gucke säuerlich, sie hört auf zu lachen. \"Wir haben ein Problem.\" Stellt sie sachkundig fest. Naja, denke ich, eigentlich habe ich mehr ein Problem. Lange Rede, kurzer Sinn, nach meinem Treffen mit Ela bin ich wieder Trägerin einer flotten Kurzhaarfrisur, kann allerdings nicht behaupten, dass mich das gerade glücklich stimmt. Ich fahre nach Hause.
Es ist nun kurz nach vierzehn Uhr und ich verspüre Hunger, als ich wieder in meiner Küche stehe und überlege, was ich noch zu erledigen habe .... irgend etwas war da noch ..... Auf der Suche nach einer unkomplizierten Zwischenmahlzeit treffe ich auf Baguettes aus dem Tiefkühlfach. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Also Ofen anstellen, Baguettes auspacken, auf das Blech legen und .... tschüs ....! Meine Gedanken schweifen zu dem übervollen Wäschekorb vom Morgen. Also stopfe ich die schmutzige Wäsche in die Wäschemaschine und bemerke, dass ich kein Waschpulver mehr habe. Ich hasse diese Welt, ehrlich! Aber dann fällt mir schlagartig ein, dass früher mit Kernseife gewaschen wurde. Und genau so ein Stück Kernseife habe ich noch irgendwo rumliegen. Nachdem ich sie gefunden habe, schabe ich mit einem Messer kleine Raspel Kernseife ab und fülle sie in das Waschmittelfach. 40 Grad einstellen, fertig.
In der Zwischenzeit ist das Baguette fertig, es riecht himmlisch nach überbackenem Käse. Selbstredend verbrenne ich mir die Finger, als ich versuche, ohne Hilfsmittel mein Mittagessen auf den Teller zu befördern. Während ich die Finger unter den kalten Wasserstrahl halte, habe ich Muße, über alles noch einmal nachzudenken. Fragen, wie \"womit habe ich das verdient?\" und \"was habe ich verbrochen?\" - eben so das übliche, wenn alles schief geht, schwirren mir durch den Kopf. Den einzigen Trost bietet mir im Moment das Baguette. Nachdem meine Finger trocken sind und auch nicht mehr so brennen, setze ich mich und genieße mein Essen.
Das Telefon klingelt. Hin- und h
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