Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von westwind83

Eingeschlossen in Verzweiflung

Pro:

Handlung

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wir schreiben das Jahr 1943, Dezember, der Ort ist Russland, Stalingrad.
Seit 3 Wochen ist die 6. Armee unter der Führung von General Paulus eingeschlossen. Die Lebensmittel werden knapp, die Temperaturen gehen bis 50° unter null.
Feldwebel Jürgen Jackob und sein bester Freund wissen nicht wie sie diese Anspannung überstehen sollen.



Jürgen ging wie jeden Morgen ins Lazarett und besuchte seinen Kameraden und Zugführer Leutnant Werner Strober. Vor 2 Wochen wurde er während einer Aufklärungspatroille von etlichen Granatsplittern am rechten Bein verletzt. Die Ärtze können sein Bein nicht mehr retten und beschliessen es zu amputieren, Werners Verzweiflung ist auf einen gewaltigen Höhepunkt angewachsen.
Es ist 7 Uhr früh, um 11 würden sie ihn in den notdürftig eingerichteten
OP schieben um ihm sein Bein zu amputieren.
Werner wurde immer unruhiger, er klagte nicht über die Schmerzen, doch er schien sehr depressiv zu sein als Jürgen ihn besuchte.



\"Na, altes Haus, wirst wohl bald wieder zurück Richtung Heimat geflogen, dann werden wir uns wohl eine ganze Weile nicht mehr sehn,\"
begrüßte der Feldwebel seinen Kameraden mit einem freundlichen Schulterklopfen.
\"Heimat, was bedeutet mir noch die Heimat, oder besser gesagt, was bedeute ich ihr? Sieh mich an Jürgen!- Eine blutgetränkte Mullbinde wird bald nurnoch von meinem Bein übrig sein! Bald bin ich ein gebrochener Krüppel, unbrauchbar und kaputt, wie ein gebrochener Hauptmast einer stolzen Galeone, wie ein geprügelter Hund der um Gnade bettelt!,Werner steigerte sich in seine Hysterie und seine Augen schrien um Erbarmen für eine Untat die er nicht begangen hat.
Wieder klopfte Jürgen seinem Freund auf die Schulter und redete auf ihn ein:\"Werner, glaub mir, Du wirst immer mein Freund bleiben, steigere Dich nicht in etwas rein, Du willst doch raus, Du willst doch leben!
Hör mir zu, wenn ich zurückkomme dann arbeiten wir zusammen, Du wirst mit mir zusammen die Felder bestellen, Du solltest die Gegend einmal sehn, Werner, es ist friedlich auf dem Lande, Du hörst die Vögel zwitschern, der Nebel der vom dunklen Wald die Felder verhüllt, die vielen Tiere die in Eintracht und zuversicht zusammenleben, vernab von Krieg, Gewalt und Zerstörung!

\"Es ist schön, Dir zuzuhören Jürgen, wenn Du bei mir bist, ist mir als
würde es einen morgen nach der finsteren Nacht geben. Hoffnung, doch von hier aus kann ich keine Hoffnung sehen. Es ist alles düster finster, von einer tödlichen Kälte umgeben...\", Sorgenfalten verieten, dass Werner nur schwer an eine bessere zukunft denken konnte, zu sehr hat ihn die Gewalt der jahrelangen Gefechte geprägt.
Man sah ihm deutlich an, dass er all die Jahre in Kummer und Angst verbracht hat.\"Was soll nur aus mir werden\",stammelte er.

\"Ich Dir eine Flasche Rotwein mitgebracht, vielleicht weckt das ja Deinen Wunsch auf die Heimat.\"
\"Bist Du verrückt!\",schrie Werner plötzlich wieder geistesanwesend,
\"Die hast Du doch bestimmt aus irgendeinem Quartier mitgehen lassen!Mensch Jürgen!-Wenn sie Dich nun erwischt hätten wärst Du vors Standgericht gekommen! Bist Du völlig übergeschnappt??\"

\"Achwo, wenn kümmerts, die Oberen Bonzen haben immer genug zu saufen, egal wie schlecht die Zeiten sind, dass weißt Du ebensogut wie ich, bei
Dir ist sie besser aufgehoben als bei irgendeinem Parteimitglied-Oberst.\" , erklärte Der Feldwebel ruhig und gelassen.
\"Warte ersteinmal ruhig ab, wenn Du Aufwachst, genieß den Geschmack der Heimat, stell Dir vor Du wärst dort und so wird es geschehen.\"

Ein Lächeln zierte das betrübte Gesicht des Leutnants: \"Hättest Weihnachtsmann werden sollen, haha! Ich danke Dir! Unter meiner Matratze wirds wohl niemand vermuten, sehen wir uns morgen?\"

\"Ich bin eingeteilt worden für eine Feindsuche im Schnee..., das wird wohl einige Zeit dauern...\"
\"Ist nicht wahr! Mensch, dass ist ein Himmelfahrtskommando, diese dähmlichen Bonzen haben es wohl immernochnicht gelernt, dass eine Kapitulation sinnvoller ist als Mann für Mann wie billiges Brennholz in den Ofen zu schmeißen!\",Werners Unmut über diese Entscheidung ließ sich schon an seinem lauten Tonfall schließen.
\"Kessel ist zum kochen da bis das Fleisch gar ist.\",meinte Jürgen, sein Galgenhumor während der vielen Feldzüge war bekannt.
\"Pass bloß auf! Überall sind russische Scharfschützen, die warten nur auf Zielscheiben die mitten im Schnee herumspazieren!\",sorgte Werner sich um seinen Kameraden.
\"Unkraut vergeht nicht!\",sagte Jürgen mit einem breiten Grinsen und verließ das Lazarett.


Die große Uhr im Lazarett zeigte 10 Minuten vor 11, Werner wachte aus einem Nickerchen auf und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, aber nur einen kurzen Augenblick und er dachte noch einmal an das Gespräch mit Jürgen. Dann dachte er an die Falsche Wein, er griff unter seine Matratze und fühlte den Falschenhals des belebenden Elixiers und beruhigte sich.
Schon kamen 2 Sanitäter in den großen Raum und schoben sein Bett in Richtung OP, viele andere Soldaten riefen ihm noch nach, er beliebt unter seinen Männern, er ließ auch öfter Dinge zu, die andere Befehlshaber unterbanden, er ließ ihnen etwas Freiraum, das war seine Philosophie.
Ein Artzt mit einem Mundschutz schaute ihn von oben ins Gesicht und spritze ihm ein Narkosemittel...\"zählen sie rückwerts von zehn bis null\", er vernahm dieses jedoch nurnoch als leises Echo und kam gerade mal bis acht.


Werner wachte auf, Schweißperlen standen ihm auf der Stirn, doch sein erster Blick ging nicht Richtung Bein sondern auf die Matratze, er blickte sich vorsichtig um, ob er nicht beobachtet würde und griff nach der Flasche. \"Ein 31er aus dem Moselgebiet.Mensch Jürgen, Du bist wahrhaftig der Weihnachtsmann.\",sagte er leise zu sich selbst.
Er nahm ein paar Schluck und dachte an seine Heimat, seine Verlobte und geriet ins schwärmen. \"Bald werden sie mich ausfliegen, bald ist es vorbei, ich bin müde vom kämpfen.\",dachte er.
Sein nächster Gedanke gehörte Jürgen, er fragte sich, ob es ihm wohl auch gut erginge, oder ob er bereits tot im kalten Schnee liegt.
\"Ein so guter Kamerad darf einfach nicht fallen, Jürgen wir sehen uns wieder, das versprech ich Dir!\",sagte er leise zu sich.


-Ende-

Die Geschichte soll die Freundschaft zweier Soldaten zeigen, die viel
zusammen erlebt haben und sich immer wieder bestärkt haben in den Wirren des 2. Weltkrieges.
Ich hoffe ihr habt Gefallen daran gefunden.
Gruss,
Mattes

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