Erfahrungsbericht von holgerhassjun
Der Hund "Holly" in der Hundeschule
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:26:35 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:23:52 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:26:04 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-13 13:52:46 mit dem Titel Detschland der Zukunft
Hier etwas von der Zukunft:
„Aber wenn sie Jaroslawl jetzt nehmen?“
„Werden Ihnen Ihre Kameraden bereits entgegenfliehen...“
Oberstleutnant Feranitz war schon für übermorgen in seine Stellung zurückbeordert – die letzte Festung des Kleist-Bollwerks.
Kriegsminister Freiherr von Craven erschütterte es, daß der junge Mann ihn nie um Protektion anging. Wo er doch das Schlachten fürchtete wie jeder.
Vormittags waren sie in der Nationalgalerie gewesen, dann hatte der Minister in seiner Dachgeschoßwohnung für beide gekocht; Trockenfleisch mit sardischem Käse. Aber Feranitz nutzte nie etwas aus.
Die kleinen Privilegien... Wieviel hatten sie aber auch zu schultern. Die Mädchen, die mit jungfräulich offenen Brüsten und Gänseblümchen im Haar an Ihnen vorübergesprungen waren, hatten sie gegrüßt. „Heil Humboldt!“ – Aber den meisten waren ihre Uniformen widerlich. Lichtflecke flackerten warm durch die Blätter über die Wiese.
„Hört, ‚s hat sechs jeschlagen, muß Euch itzt verjagen“, skandierte der Schließer aus dem Torhäuschen. Der Kriegsminister und sein Freund mußten den Park unterm Friedrich-II.-Mausoleum verlassen.
Sie schlenderten Richtung Pankow. -Am Messinggatter hatte Feranitz seine Wange an den Hals des alten Ministers gepreßt, sich aber sofort wieder gelöst. Von Craven war selig.
„Leutnant – Sie können in die Reserve wechseln.“
Glaubte von Craven den Krieg sowieso verloren?
«DIE JUNGFRAU VON ORLEANS». Deutschherzog Runkel empfing auf einem riesigen Plakat mit seinem warmen Greisenlächeln den Frankenherzog Mont-Chrétien zur Neuinszenierung. Das Reichsvolk ahnte nicht einmal, wie ernst alles war.
„Wenn die Kanadier Jaroslawl nehmen, sind sie in Rußland?“
„Ja.“
„Erreicht unser Herzog denn kein Mitleid bei den Schweden?“
„Die Schweden sind gekauft...“
„Dann versinkt das Abendland –“
„Ja –“
Britannien hatte standgehalten, aber die Amerikanischen Freimärktler waren übers Eismeer gekommen. Europa würde untergehen. Nun endgültig.
Was konnten Altwelt-Tugenden dem entgegensetzen, was die schwarzen Kriegsgefangenen „fuck you“ nannten.
Von Craven und Oberstleutnant Feranitz würden noch eine glückliche Nacht verbringen. Wenn er wiederkäme - würde von Craven Feranitz auf die Kykladen-Festungen mitnehmen.
ENDE
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-21 10:18:00 mit dem Titel Der nächtliche Schnellzug
Über dem staubigen Antlitz der verfallenen Häuser erheben sich düstere Wolken spätabendlicher Stunde. Die einstige Industriestadt - ein gestürzte Königin der Arbeit im Bettlergewand. Am Bahnhof der faulige Gestank ausbleichender Schnapsleichen hoffnungsloser Gestalt, als ich den gepflasterten Boden erschöpft unter mir forttreiben sehe. Eine anmutige junge Frau zeigt Empörung, in der sicheren Arroganz der Unwissenheit, daß sie nur einen Steinwurf entfernt von jenem Dasein der Ärmlichkeit lebt, nachdem eine kleine armselige Figur um eine Münze bat. Im Innern ist sie häßlich gleich der flehenden Gestalt. Ich warte auf den Zug und werfe mit einer schwergläsernen Flasche nach ihr.
Auf uns alle wartet der Nachtschnellzug.
Ganz allein setze ich einen Fuß vor den anderen. Einsam war ich lang nicht mehr, auch wenn ich lange danach sehnte. Heute Nacht schlich ich mich aus dem Haus und ließ Frau und Kind zurück. Bin ein von Geheimniswitterei erfülltes Menschlein – benebelt von der großen Fremde der wirklichen Welt. Was war ich für ein Träumer.
Ein „Ich liebe Dich!“ ein wundervoller Traum, den es ewig noch zu halten gilt.
Ich liebe Dich.
Koffer gepackt und ausgerissen – doch am Fahrscheinautomaten gescheitert.
Kann nicht fliehen und warte auf den Zug.
Das Pflaster unter meinen Füßen will mich nicht mehr tragen, sondern nieder ziehen und beginnt zu klammern, daß mir jeder weitere Schritt eine Qual ist, der mich fordert, die hakenden Tentakeln der Steine aus den Muskelfetzen meiner Ferse zu ziehen. Es tobt im lauen Blut die Stille, pulsierend vor Erschöpfung bis ich endlich halte, zieht brechend seine Bahnen und schwankt vor Bitterkeit.
Einzig Melancholie sucht sich eine Furt durch den nebellosen klaren Strom unter meiner Haut, den man so leicht zu durchschauen vermag und dringt mir in das leere Herz. Einsamkeit suchend habe ich dennoch Angst zu sterben in gefühlsloser Ödnis. Daß mich schließlich bedeckt ein graues Tuch des Schweigens, bleich liegend als der Mann, der sovieles wollte und nur so wenig konnte.
Mehr als eine Vision.
Eine Erschütterung!
Der Mond zeigt zynisch mit dem Finger auf mich herab und stellt mich als verfluchten Idioten dar, als eins der Gleise neben mir entschwand.
In meinen Augen erbricht die Nacht als Schnellzug ohne Halt, der mich fiebertoll auf kaltem Stein zerwirft. Meinen Koffer habe ich vergessen - von meiner losen Zunge in voller Absicht aus dem Gedächtnis davon gejagt, wie blechernes Geröll hinab in die Abgründe meiner Erinnerung.
Eigentlich müßte ich zurück.
Die Liebe wartet nicht. Ich wünschte, ich wäre ein kleines Kind ohne Zeitempfinden.
Geh ich jetzt, so bleib ich weg, wart ich hier, bin ich zu spät – weiter weg, je länger desto besser.
Zurück führt auch kein Weg nach vorn.
Ich bin verwirrt, voll Zweifel noch dazu.
Manche Details sind von entsetzlich geringer Bedeutung.
Die schmutzbraune Hose, die ich sonst nicht mehr zu tragen wußte, scheint mir grade recht, meine Hoffnung in beißender Flüssigkeit zu welken, daß ihre hellgebräunten Blütenblätter, neben ihrem stützenden Stengel zu Boden schweben. Der Alkohol brennt unter dem Fleische meiner Zähne, will ihnen den Halt in meinen Kiefern rauben und die Zunge herauslösen - Furcht...
In der Ferne ein Blitz, so daß mich nur noch zerrendes Rauschen einer starr kreischenden Bremse von folgender Geräuschlosigkeit berführt. Eine große Uhr zeigt den Lauf der Wochen des Wartens auf den richtigen Zug, den ich zu verpassen drohe, da mich das Blut auf gleisigem Eisen lockt. Die Knöpfe meines Hemdes sprangen beim vollstreckenden Zuge meiner Hände von ihren Fesseln, daß mich zerschlissener Stoff zu umhüllen versucht, den ich im rauhen Nachtwind nicht zu halten wage. Er flieht und flieht der Finsternis geneigt.
Mir ist entsetzlich schlecht.
Ein kleiner brauner Pelz huscht mir über die Schuh.
Die Nacht ist viel zu kurz.
Die meisten vergessen wohl ihre Koffer. Vielleicht auch besser so. Was wünsch ich das Vergessen, alles wäre ungeschehen. Kein ewig lüsternd Schatten, der mich zwingt zu flehen. Mein Gedächtnis nicht mehr als ein flüchtiger Schnupfen in lauer Sommerwelt voll Blumen.
Manch einer verkraftet das entsetzlich schlecht – so ganz und gar nicht schelmisch narrenfrei.
Sie alle liegen auf den Schienen.
Enttäuschend flüstern mir flüchtige Stimmen, künden von falscher Torheit, die uns alle zu umschleichen sucht. Ich nahm Träume für bahre Münze, wollte ewig sie berühren.
Eine alternde Ratte nagt an den Gleisen – bald ist das Fell ihr grau und lichte; knochig mager die Gestalt von Hungersnot verzehrt. Kiefer zersetzen meine Schienen – Zähne mager, Zunge toll.
Mein Zug fährt ab und ohne mich davon.
Zurück bleibt der rostende Schrott zweier sinnender Leben.
Hab den Koffer vergessen
Frau und Kind verlassen.
Wer will schon wissen wer ich bin. Nur der Nachtschnellzug.
Nur der Nachtschnellzug...
Er flieht und flieht der Finsternis geneigt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-12 10:16:39 mit dem Titel Beste Freunde (Des Todes)
Jürgen liebte die Ordnung. Auch auf diesen Samstag, nach einer anstrengenden Woche auf Montage, hatte er sich gründlich vorbereitet. Er stand bei Sonnenaufgang auf, während seine Frau noch schlief. Er frühstückte und las die Wochenendausgabe der Tageszeitung. Er mähte den Rasen - mit dem kleinen Handmäher - und begradigte die Kanten. Er zupfte das Unkraut aus den Beeten, harkte sie sorgfältig und nässte sie mit erdkühlem Wasser, das er aus dem selbstgebauten, gusseisernen Brunnen hochpumpte. Es war ein schöner und sonniger Sommertag. Alles fügte sich perfekt zusammen. Jürgen fühlte sich sehr wohl.
Mit seiner Frau, die den Vormittag im Haus mit ihren eigenen Tätigkeiten verbracht hatte, aß er auf der Terrasse zu Mittag. Danach zog er sich in seine Werkstatt zurück. Jürgen musterte den Raum kritisch. Ein leerer Plastikeimer stand unter der Werkbank, auf ihr lagen nebeneinander ein dünnes Seil, ein Rolle aluminiumbeschichtetes Klebeband, ein großes Fleischmesser und eine blumengemusterte Schale mit Karotten: lang, dick, aus dem eigenen Garten und frisch geputzt. Alles war sauber, alles war an seinem Platz, alles war genau so, wie es sein musste.
Alles war vorbereitet für den Besuch seines besten Freundes.
*
Roland hatte keine Chance. Der Angriff überraschte ihn vollkommen. Jürgen bog Rolands Arme auf den Rücken, wickelte das Seil um die Handgelenke und band es am Schraubstock fest. Das längere lose Ende schlang er um Rolands Fußknöchel und verknotete es. Die ganze Aktion war für Jürgen, da vorher geübt, eine Sache von nur wenigen Handgriffen und Augenblicken.
Roland rüttelte und zog, doch es gelang ihm nicht, seine Fessel zu lösen.
Jürgen achtete nicht auf die sinnlosen Bemühungen seines besten Freundes. Er nahm das Messer von der Werkbank. Er hielt die Klinge hoch. Das durch ein schmales Fenster einfallende helle und warme Sonnenlicht spiegelte sich auf dem blanken Metall.
\"Du willst mich doch nicht wirklich deshalb umbringen?\" Rolands Tonfall war eine Mischung aus Unglauben und Angst.
\"Ich hab\' lange drüber nachgedacht\", antwortete Jürgen. \"Es gibt nur eine passende Strafe für das, was du getan hast.\"
Er nahm eine der Karotten aus der Schale und schnitt sie in der Mitte durch. Er runzelte die Stirn. Er öffnete die Schublade der Werkbank und griff nach einem Fläschchen mit Schleiföl. Er gab einen Tropfen auf die Schneide des Messers und ließ ihn verlaufen.
\"Du hast mit meiner Frau geschlafen\", stellte er fest. \"Das hättest du nicht tun dürfen.\"
\"Oh Mann, Jürgen! Sie ist eine Nymphomanin. Alle haben mit ihr geschlafen!\"
\"Ich weiß, dass Marianne \'ne Nymphe ist\", sagte Jürgen. Er setzte einen feinkörnigen Schleifstein an und führte ihn mit sanftem Druck, ausgehend vom Heft und in kleinen Kreisen, über die Schneide. \"Ich hab\'s schon gewusst, als wir geheiratet haben. Am Anfang habe ich sie nie aus den Augen gelassen. Aber dann das Haus ... Marianne wollte ein eigenes Haus. Das Geld reichte nicht. Also ab auf Montage. - Ich bin die ganze Woche auf Montage. Ich weiß, dass Marianne das nicht aushält. So lange ohne Mann, meine ich. Vermutlich geht sie gleich am Montag Morgen den Briefträger an. Ganz sicher sogar. Aber ... ich hab\' ihn nie getroffen, den Briefträger, und will ihn gar nicht treffen. Ich kenn\' ihn nicht. Aber dich kenne ich. Und du bist mein bester Freund. Und der beste Freund schläft nicht mit der Frau seines besten Freundes. Auch nicht, wenn sie eine Nymphomanin ist.\"
Roland blieb stumm. Wie hypnotisiert verfolgte er die ruhigen, methodischen Bewegungen mit denen Jürgen das Messer schliff.
\"Ich kann\'s verstehen\", fuhr Jürgen nach einer kleinen Pause fort, in der man nur das leise Schaben des Schleifsteins auf dem Metall hörte. \"Marianne hat was.\" Er hob die Hände und wog zwei unsichtbare Brüste. \"Sie ist nicht so eine magere Bohnenstange wie deine Christa.\"
\"Willst du die anderen und den Briefträger auch umbringen?\", stieß Roland hervor.
Jürgen schüttelte den Kopf. \"Die anderen sind nicht meine besten Freunde.\" Er betrachtete mit zusammengekniffenen Augen die Schneide und prüfte sie mit dem Finger. \"Wie lange sind wir schon befreundet?\", fragte er ohne eine Antwort zu erwarten. \"Verdammt lange. Schade, dass es so zu Ende gehen muss.\"
Von draußen klang Mariannes helle Stimme herein. Jürgen lauschte. \"Sie ruft nach mir. - Ich sollte mich beeilen.\"
Mit einem Leinenlappen wischte er das schmutzige Öl von der Klinge. Er legte das Messer auf die Werkbank zurück. Von der Rolle Klebeband riss er ein ausreichend langes Stück ab.
*
\"Was hast du jetzt schon wieder vor?\", fragte Roland unsicher.
\"Ein Knebel\", erklärte Jürgen. \"Halt still.\"
Roland warf den Kopf hin und her. Jürgen packte ihn am Kinn und hielt es mit der einen Hand, während er mit der anderen das Band über den Mund klebte.
Roland brummte Unverständliches. Seine Augen waren weit aufgerissen.
\"Ich hab\' das noch nie gemacht\", sagte Jürgen. \"Aber ich denke, es wird eine Riesenschweinerei werden.\" Mit dem Fuß angelte er den Plastikeimer unter der Werkbank hervor und schob ihn zwischen Rolands Beine.
Er nahm eine besonders dicke und lange Karotte aus der Schale. Die Klinge des Messers ging durch sie hindurch wie durch Butter. Jürgen nickte zufrieden.
\"Ich werde dich nicht umbringen\", sagte er nachdenklich. \"Aber Strafe muss sein.\"
Mit einer kurzen, abgehackten Bewegung aus dem Handgelenk und vollkommen mühelos teilte er mit der äußerst scharfen Schneide des Messers eine zweite Karotte.
Und endlich begriff Roland, was sein ehemals bester Freund beabsichtigte.
Der Knebel dämpfte seinen plötzlichen, verzweifelten Schrei nur wenig.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-19 09:17:46 mit dem Titel Keine Überschrift (jedem selbst überlassen)
Es war sehr kalt in der Großen Scheune. Nur die keinste Anzahl Sonnenstrahlen, die durch ein paar kleine Lücken im Dach fielen, durchbrachen die staubige Dämmerung wie helle Steifen. Wenn die Augen sich an das wenige Licht gewöhnt hatten, sah man in der Mitte einen riesigen Berg frisch geernteter Kartoffeln. Vor ein paar Tagen noch in der feuchten, dunklen Erde, lagen sie nun hier alle zusammen auf einem Haufen und warteten, was mit ihnen passieren würde. Sie hatten sich untereinander bekannt gemacht, einige Freundschaften geschlossen, wieder andere hatten festgestellt, dass sie zur selben Mutterpflanze gehörten oder alte Erdbekanntschaften aufgefrischt.
Doch nun langsam ging der Gesprächsstoff aus, Langeweile machte sich breit und der Ton wurde gereizter: "Kann mir mal einer sagen, was hier so müffelt?", fragte die festkochende Sieglinde geziert, "Da fault doch einer!"
Ihre Bekannte Cilena rümpfte hochnäsig die Knollennase: "Sicher einer von unten, von diesen Matschkameraden Hansa oder Grata, die werden sowieso alle nur als Pürree enden ..."
Sieglinde und Cilena hatten sich als Lebensziel gesetzt, einmal ein knackiger Kartoffelsalat zu werden. Über die mehligen Sorten fühlten sie sich meilenweit erhaben. "Schau mal", meinte Cilena, "da auf den Boden fällt ein Sonnenstrahl! Wenn wir doch nur dahin könnten! Das wäre für uns der einzig angemessene Platz, so mitten im Licht!" – "Warum nicht?", schlug Sieglinde vor, "Lass uns Schwung holen und einfach runterkullern!"
Gesagt, getan. Kurz darauf sah man beide Knollen im Schein des Sonnenstrahls hell leuchten. In den nächsten Tagen machten sie sich hochmütig über die anderen lustig, die im Dämmerlicht lagen. Doch Cilena stellte bald fest, dass ihre Freundin irgendwie mehr und mehr schrumpelig aussah. Sieglinde dachte über Cilena dasselbe, außerdem zeigten sich bei beiden so merkwürdige grüne Pusteln ... Glatt, knackig und rund sahen sie jedenfalls beide nicht mehr aus, denn das Sonnenlicht hatte bewirkt, dass sie alle ihre Kraft in grüne keimende Wurzeln abgeben mussten, an ein Ende im Kartoffelsalat war nun gar nicht mehr zu denken! "Jaja", grummelte eine der mehligen Hansaknollen, "Wie heißt noch das alte Kartoffelsprichwort? Hochmut kommt vor dem Runterkullern ..."
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:26:35 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:23:52 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 20:26:04 mit dem Titel Der Hund "Holly" in der Hundeschule (Bitte nicht bewerten Fehler)
Ein Hund rannte, so schnell er konnte, auf seinen Pfoten die Straße entlang.
Dabei hing seine Zunge weit heraus und sein Atem ging schwer. Doch der graue
Lieferwagen kam immer näher. Der Hund wechselte die Richtung und stand
plötzlich vor einer Wand. Rasch drehte er sich herum und begann zu knurren.
Damit er bedrohlicher aussah, richtete er sein zotteliges Fell auf. Langsam
und vorsichtig kam der Mann, mit dem langen Stab an dem eine Schlinge hing,
näher. Obwohl sich der Hund wehrte, zog er ihn zum Wagen und sperrte ihn
ein. Der Wagen fuhr zum Tierheim. Dort wurde der Hund wieder in einen Käfig
gesperrt und wartete traurig darauf, wie es weiterging.
Der kleine Michael hatte Geburtstag und sein größter Wunsch sollte nun in
Erfüllung gehen. Bisher bekam er jede Menge Plüschhunde, sogar einer mit
blauem Fell war darunter. Doch nun, meinten seine Eltern, sei er groß genug
für einen richtigen Hund. So fuhren Michael und seine Eltern in das
Tierheim. Zunächst erkundigte sich der Vater nach einem Welpen. Aber es gab
gerade keine jungen Hunde und so gingen sie in das Hundehaus im Tierheim, um
zu sehen, welcher Hund Michael am besten gefiel. Langsam ging Michael an den
Käfigen entlang. Am liebsten hätte er alle mitgenommen, so sehr mochte er
Hunde. Bei manchen Käfigen machte er einen Schritt zurück, als die Hunde
laut bellend an den Käfigstangen hochsprangen.
Doch dann blieb er vor einem Käfig stehen. Darin saß ein mittelgroßer Hund
mit hell- und dunkelbraunem, zotteligem Fell, einem weißen Fleck auf der
Brust und einer einzelnen weißen Pfote. Der Hund saß vor der geschlossenen
Tür und schaute Michael traurig mit seinen großen, braunen Augen an. Diesen
Hund wollte Michael haben, denn er gefiel ihm besonders gut. Obwohl seine
Eltern ihm gesagt hatten, daß er nicht einfach fremde Hunde anfassen solle,
ging Michael in die Knie und steckte die Hand durch die Gitterstäbe. Der
Hund kam langsam näher, schnüffelte an Michaels Hand und fing gleich an
daran zu lecken. Das kitzelte so sehr, dass Michael lachen mußte. \"Den will
ich haben!!\" rief Michael. Auch der Hund schien sich zu freuen, sprang an
den Stäben hoch und leckte immer noch an Michaels Hand.
Die Hundebetreuerin erzählte, dass sie den Hund erst eingefangen hatten, es
sich um eine Hündin handele und sie noch keinen Namen habe. \"Ich werde sie
Holly nennen\", rief Michael erfreut und der Hündin schien der Name auch
zugefallen, denn als Michael sie ansprach, hob sie ihre Ohren und sah ihn
erwartungsvoll an. Michaels Mutter fragte: \"Möchtest Du Dir nicht noch die
anderen Hunde ansehen?\" Aber Michael schüttelte den Kopf. \"Nein, ich möchte
diesen Hund haben, sie sieht so lustig aus mit ihren Ohren. Schau doch nur,
das Eine steht richtig aufrecht und das Andere hängt so halb herunter. Holly
ist auch ganz lieb. Bitte, bitte, diesen Hund.\" Michaels Mutter tauschte
einen fragenden Blick mit dem Vater aus und beide begannen zu lächeln. \"Wir
nehmen diese Hündin\", sagte Michaels Mutter zu der Hundebetreuerin. Während
Michaels Eltern die nötigen Papiere ausfüllten, spielte Michael mit Holly,
die immer noch im Käfig warten mußte.
Nachdem alles erledigt war, kamen die Eltern mit einem Pfleger zurück.
Dieser schloß den Käfig auf, legte Holly das Halsband an und befestigte eine
Leine daran. Auf die Frage, ob er denn den Hund nehmen möchte, rief Michael
ganz laut \"Ja!\" und stürmte auf sie zu. Holly spürte, dass es zu Ihrem neuen
Zuhause ging und sie nie wieder in einen Käfig mußte. Deshalb freute sie
sich so sehr, dass Holly die ganze Zeit an ihm hochsprang. Als Michael mit
ihr und seinen Eltern zum Auto ging, zog Holly so stark an der Leine, dass
Michael Mühe hatte, sie zu halten.
Zu Hause angekommen, zeigte Michael Holly das ganze Haus vom Dachboden bis
zum Keller. Stolz führte Michael die Hündin in seinem Zimmer herum und blieb
vor einem großen Korb stehen. \"Das ist dein Schlafplatz und jetzt zeige ich
dir den Garten.\" Beide verließen das Zimmer, liefen die Treppe hinunter und
rannten in den Garten. Dort spielten sie, bis beide völlig außer Atem waren
und Michaels Mutter sie zum Abendessen rief.
Am nächsten Morgen, als Michaels Mutter in sein Zimmer kam um ihn zu wecken,
fand sie Holly im Bett neben Michael. Nach mehreren Versuchen erhob sich
Holly und trottete verschlafen in ihr Körbchen. Aber dort blieb sie nicht
lange, sondern folgte Michael in das Badezimmer. Interessiert schaute sie
Michael beim Waschen und Anziehen zu.
Auch beim Frühstück wich sie Michael nicht von der Seite und freute sich
über die kleinen Leckereien, die er ihr unbemerkt unter den Tisch hielt.
Holly und Michael waren sehr traurig, als die Mutter erklärte, dass Holly
nicht mit in die Schule könne. Die Mutter versprach Michael, solange er in
der Schule war, sich um Holly zu kümmern und mit ihr Gassi zu gehen.
In der Schule konnte sich Michael nur sehr schwer auf den Unterricht
konzentrieren. Immer mußte er an seinen Hund denken. Er war froh, als das
Läuten die letzte Stunde beendete und er nach Hause laufen konnte.
Nachdem Michael von Holly überschwenglich begrüßt wurde, mußte er von seiner
Mutter hören, wie schlecht die Hündin erzogen war. Auf der Straße wollte sie
an jedem Hochspringen um ihn zu begrüßen oder sie zog so stark an der Leine,
dass es sehr schwer war Holly überhaupt zu halten.
Gegen Abend berichtete die Mutter ihrem Mann davon. \"Dann muß Holly eben
auch in die Schule und dort wird sie es bestimmt lernen\" schlug Michael beim
Abendessen vor. Die Eltern überlegten und der Vater schlug vor, am
Wochenende eine Hundeschule zu besuchen.
Michael war überrascht, eine Schule für Hunde hatte er sich anders
vorgestellt. Es gab hier kein Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, auch
die Tafel fehlte. Statt dessen spielte sich alles im Freien ab. Es war eine
große Wiese mit einigen Holzwänden und verschiedenen Geräten. Michael und
Holly sahen sich unsicher um, doch seine Eltern munterten die Beiden auf.
Der Trainer erklärte Michael einige wichtige Begriffe und die wichtigsten
Kommandos. Denn nicht nur die Hündin Holly mußte in der Hundeschule lernen,
sondern auch Michael. Vom Trainer erfuhr Michael, wie er mit Holly sprechen
mußte, damit sie ihm gehorchte. Es kam auf die Stimme an und wie er die
Kommandos betonte.
Nach einer Weile hatte Michael seine Angst überwunden und es fing an Spaß zu
machen. Holly machte es ebenfalls viel Spaß. Sie hörte immer besser, wenn
Michael ihr \"bei Fuß\" befahl. Anschließend kam ein Hindernisparcour, bei dem
Holly durch einen Tunnel, über eine Wippe und um Slalomstangen laufen mußte.
Michael war so begeistert von den Übungen, dass er Holly alles zeigte, indem
er selbst den Parcour ablief. Zum Schluß sprangen beide fast gleichzeitig
über einige Hürden.
Die Zeit verging und Holly lernte immer besser und schneller ihre Lektionen
in der Hundeschule. Bis es eines Tages zu einer wichtigen Prüfung ging. Die
Eltern feuerten Michael und Holly an. Stolz zeigte Michael, wie Holly auf
jeden seiner Zurufe reagierte und sich entweder vor ihm setzte, sich
hinlegte oder von ihm entfernte. Dann kam der Parcour, und dieses mal wurde
nach Zeit gewertet. Michael durfte nur noch neben den Hindernissen laufen
und Holly gar nicht mehr helfen. Aber dass brauchte er auch nicht, denn sie
konnte die Übungen schon ganz allein.
Am Ende hatten die Beiden die beste Zeit und gewannen den Wettbewerb. Mit
einem strahlenden Lächeln nahm Michael die Siegerurkunde entgegen und auch
den kleinen Pokal. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und Holly bekam
einige extra Leckereien. Zufrieden fuhren alle gemeinsam nach Hause, wobei
Michael immer wieder aufgeregt von dem Wettkampf und davon, wie er und Holly
den Pokal bekommen hatte, erzählte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-13 13:52:46 mit dem Titel Detschland der Zukunft
Hier etwas von der Zukunft:
„Aber wenn sie Jaroslawl jetzt nehmen?“
„Werden Ihnen Ihre Kameraden bereits entgegenfliehen...“
Oberstleutnant Feranitz war schon für übermorgen in seine Stellung zurückbeordert – die letzte Festung des Kleist-Bollwerks.
Kriegsminister Freiherr von Craven erschütterte es, daß der junge Mann ihn nie um Protektion anging. Wo er doch das Schlachten fürchtete wie jeder.
Vormittags waren sie in der Nationalgalerie gewesen, dann hatte der Minister in seiner Dachgeschoßwohnung für beide gekocht; Trockenfleisch mit sardischem Käse. Aber Feranitz nutzte nie etwas aus.
Die kleinen Privilegien... Wieviel hatten sie aber auch zu schultern. Die Mädchen, die mit jungfräulich offenen Brüsten und Gänseblümchen im Haar an Ihnen vorübergesprungen waren, hatten sie gegrüßt. „Heil Humboldt!“ – Aber den meisten waren ihre Uniformen widerlich. Lichtflecke flackerten warm durch die Blätter über die Wiese.
„Hört, ‚s hat sechs jeschlagen, muß Euch itzt verjagen“, skandierte der Schließer aus dem Torhäuschen. Der Kriegsminister und sein Freund mußten den Park unterm Friedrich-II.-Mausoleum verlassen.
Sie schlenderten Richtung Pankow. -Am Messinggatter hatte Feranitz seine Wange an den Hals des alten Ministers gepreßt, sich aber sofort wieder gelöst. Von Craven war selig.
„Leutnant – Sie können in die Reserve wechseln.“
Glaubte von Craven den Krieg sowieso verloren?
«DIE JUNGFRAU VON ORLEANS». Deutschherzog Runkel empfing auf einem riesigen Plakat mit seinem warmen Greisenlächeln den Frankenherzog Mont-Chrétien zur Neuinszenierung. Das Reichsvolk ahnte nicht einmal, wie ernst alles war.
„Wenn die Kanadier Jaroslawl nehmen, sind sie in Rußland?“
„Ja.“
„Erreicht unser Herzog denn kein Mitleid bei den Schweden?“
„Die Schweden sind gekauft...“
„Dann versinkt das Abendland –“
„Ja –“
Britannien hatte standgehalten, aber die Amerikanischen Freimärktler waren übers Eismeer gekommen. Europa würde untergehen. Nun endgültig.
Was konnten Altwelt-Tugenden dem entgegensetzen, was die schwarzen Kriegsgefangenen „fuck you“ nannten.
Von Craven und Oberstleutnant Feranitz würden noch eine glückliche Nacht verbringen. Wenn er wiederkäme - würde von Craven Feranitz auf die Kykladen-Festungen mitnehmen.
ENDE
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-21 10:18:00 mit dem Titel Der nächtliche Schnellzug
Über dem staubigen Antlitz der verfallenen Häuser erheben sich düstere Wolken spätabendlicher Stunde. Die einstige Industriestadt - ein gestürzte Königin der Arbeit im Bettlergewand. Am Bahnhof der faulige Gestank ausbleichender Schnapsleichen hoffnungsloser Gestalt, als ich den gepflasterten Boden erschöpft unter mir forttreiben sehe. Eine anmutige junge Frau zeigt Empörung, in der sicheren Arroganz der Unwissenheit, daß sie nur einen Steinwurf entfernt von jenem Dasein der Ärmlichkeit lebt, nachdem eine kleine armselige Figur um eine Münze bat. Im Innern ist sie häßlich gleich der flehenden Gestalt. Ich warte auf den Zug und werfe mit einer schwergläsernen Flasche nach ihr.
Auf uns alle wartet der Nachtschnellzug.
Ganz allein setze ich einen Fuß vor den anderen. Einsam war ich lang nicht mehr, auch wenn ich lange danach sehnte. Heute Nacht schlich ich mich aus dem Haus und ließ Frau und Kind zurück. Bin ein von Geheimniswitterei erfülltes Menschlein – benebelt von der großen Fremde der wirklichen Welt. Was war ich für ein Träumer.
Ein „Ich liebe Dich!“ ein wundervoller Traum, den es ewig noch zu halten gilt.
Ich liebe Dich.
Koffer gepackt und ausgerissen – doch am Fahrscheinautomaten gescheitert.
Kann nicht fliehen und warte auf den Zug.
Das Pflaster unter meinen Füßen will mich nicht mehr tragen, sondern nieder ziehen und beginnt zu klammern, daß mir jeder weitere Schritt eine Qual ist, der mich fordert, die hakenden Tentakeln der Steine aus den Muskelfetzen meiner Ferse zu ziehen. Es tobt im lauen Blut die Stille, pulsierend vor Erschöpfung bis ich endlich halte, zieht brechend seine Bahnen und schwankt vor Bitterkeit.
Einzig Melancholie sucht sich eine Furt durch den nebellosen klaren Strom unter meiner Haut, den man so leicht zu durchschauen vermag und dringt mir in das leere Herz. Einsamkeit suchend habe ich dennoch Angst zu sterben in gefühlsloser Ödnis. Daß mich schließlich bedeckt ein graues Tuch des Schweigens, bleich liegend als der Mann, der sovieles wollte und nur so wenig konnte.
Mehr als eine Vision.
Eine Erschütterung!
Der Mond zeigt zynisch mit dem Finger auf mich herab und stellt mich als verfluchten Idioten dar, als eins der Gleise neben mir entschwand.
In meinen Augen erbricht die Nacht als Schnellzug ohne Halt, der mich fiebertoll auf kaltem Stein zerwirft. Meinen Koffer habe ich vergessen - von meiner losen Zunge in voller Absicht aus dem Gedächtnis davon gejagt, wie blechernes Geröll hinab in die Abgründe meiner Erinnerung.
Eigentlich müßte ich zurück.
Die Liebe wartet nicht. Ich wünschte, ich wäre ein kleines Kind ohne Zeitempfinden.
Geh ich jetzt, so bleib ich weg, wart ich hier, bin ich zu spät – weiter weg, je länger desto besser.
Zurück führt auch kein Weg nach vorn.
Ich bin verwirrt, voll Zweifel noch dazu.
Manche Details sind von entsetzlich geringer Bedeutung.
Die schmutzbraune Hose, die ich sonst nicht mehr zu tragen wußte, scheint mir grade recht, meine Hoffnung in beißender Flüssigkeit zu welken, daß ihre hellgebräunten Blütenblätter, neben ihrem stützenden Stengel zu Boden schweben. Der Alkohol brennt unter dem Fleische meiner Zähne, will ihnen den Halt in meinen Kiefern rauben und die Zunge herauslösen - Furcht...
In der Ferne ein Blitz, so daß mich nur noch zerrendes Rauschen einer starr kreischenden Bremse von folgender Geräuschlosigkeit berführt. Eine große Uhr zeigt den Lauf der Wochen des Wartens auf den richtigen Zug, den ich zu verpassen drohe, da mich das Blut auf gleisigem Eisen lockt. Die Knöpfe meines Hemdes sprangen beim vollstreckenden Zuge meiner Hände von ihren Fesseln, daß mich zerschlissener Stoff zu umhüllen versucht, den ich im rauhen Nachtwind nicht zu halten wage. Er flieht und flieht der Finsternis geneigt.
Mir ist entsetzlich schlecht.
Ein kleiner brauner Pelz huscht mir über die Schuh.
Die Nacht ist viel zu kurz.
Die meisten vergessen wohl ihre Koffer. Vielleicht auch besser so. Was wünsch ich das Vergessen, alles wäre ungeschehen. Kein ewig lüsternd Schatten, der mich zwingt zu flehen. Mein Gedächtnis nicht mehr als ein flüchtiger Schnupfen in lauer Sommerwelt voll Blumen.
Manch einer verkraftet das entsetzlich schlecht – so ganz und gar nicht schelmisch narrenfrei.
Sie alle liegen auf den Schienen.
Enttäuschend flüstern mir flüchtige Stimmen, künden von falscher Torheit, die uns alle zu umschleichen sucht. Ich nahm Träume für bahre Münze, wollte ewig sie berühren.
Eine alternde Ratte nagt an den Gleisen – bald ist das Fell ihr grau und lichte; knochig mager die Gestalt von Hungersnot verzehrt. Kiefer zersetzen meine Schienen – Zähne mager, Zunge toll.
Mein Zug fährt ab und ohne mich davon.
Zurück bleibt der rostende Schrott zweier sinnender Leben.
Hab den Koffer vergessen
Frau und Kind verlassen.
Wer will schon wissen wer ich bin. Nur der Nachtschnellzug.
Nur der Nachtschnellzug...
Er flieht und flieht der Finsternis geneigt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-12 10:16:39 mit dem Titel Beste Freunde (Des Todes)
Jürgen liebte die Ordnung. Auch auf diesen Samstag, nach einer anstrengenden Woche auf Montage, hatte er sich gründlich vorbereitet. Er stand bei Sonnenaufgang auf, während seine Frau noch schlief. Er frühstückte und las die Wochenendausgabe der Tageszeitung. Er mähte den Rasen - mit dem kleinen Handmäher - und begradigte die Kanten. Er zupfte das Unkraut aus den Beeten, harkte sie sorgfältig und nässte sie mit erdkühlem Wasser, das er aus dem selbstgebauten, gusseisernen Brunnen hochpumpte. Es war ein schöner und sonniger Sommertag. Alles fügte sich perfekt zusammen. Jürgen fühlte sich sehr wohl.
Mit seiner Frau, die den Vormittag im Haus mit ihren eigenen Tätigkeiten verbracht hatte, aß er auf der Terrasse zu Mittag. Danach zog er sich in seine Werkstatt zurück. Jürgen musterte den Raum kritisch. Ein leerer Plastikeimer stand unter der Werkbank, auf ihr lagen nebeneinander ein dünnes Seil, ein Rolle aluminiumbeschichtetes Klebeband, ein großes Fleischmesser und eine blumengemusterte Schale mit Karotten: lang, dick, aus dem eigenen Garten und frisch geputzt. Alles war sauber, alles war an seinem Platz, alles war genau so, wie es sein musste.
Alles war vorbereitet für den Besuch seines besten Freundes.
*
Roland hatte keine Chance. Der Angriff überraschte ihn vollkommen. Jürgen bog Rolands Arme auf den Rücken, wickelte das Seil um die Handgelenke und band es am Schraubstock fest. Das längere lose Ende schlang er um Rolands Fußknöchel und verknotete es. Die ganze Aktion war für Jürgen, da vorher geübt, eine Sache von nur wenigen Handgriffen und Augenblicken.
Roland rüttelte und zog, doch es gelang ihm nicht, seine Fessel zu lösen.
Jürgen achtete nicht auf die sinnlosen Bemühungen seines besten Freundes. Er nahm das Messer von der Werkbank. Er hielt die Klinge hoch. Das durch ein schmales Fenster einfallende helle und warme Sonnenlicht spiegelte sich auf dem blanken Metall.
\"Du willst mich doch nicht wirklich deshalb umbringen?\" Rolands Tonfall war eine Mischung aus Unglauben und Angst.
\"Ich hab\' lange drüber nachgedacht\", antwortete Jürgen. \"Es gibt nur eine passende Strafe für das, was du getan hast.\"
Er nahm eine der Karotten aus der Schale und schnitt sie in der Mitte durch. Er runzelte die Stirn. Er öffnete die Schublade der Werkbank und griff nach einem Fläschchen mit Schleiföl. Er gab einen Tropfen auf die Schneide des Messers und ließ ihn verlaufen.
\"Du hast mit meiner Frau geschlafen\", stellte er fest. \"Das hättest du nicht tun dürfen.\"
\"Oh Mann, Jürgen! Sie ist eine Nymphomanin. Alle haben mit ihr geschlafen!\"
\"Ich weiß, dass Marianne \'ne Nymphe ist\", sagte Jürgen. Er setzte einen feinkörnigen Schleifstein an und führte ihn mit sanftem Druck, ausgehend vom Heft und in kleinen Kreisen, über die Schneide. \"Ich hab\'s schon gewusst, als wir geheiratet haben. Am Anfang habe ich sie nie aus den Augen gelassen. Aber dann das Haus ... Marianne wollte ein eigenes Haus. Das Geld reichte nicht. Also ab auf Montage. - Ich bin die ganze Woche auf Montage. Ich weiß, dass Marianne das nicht aushält. So lange ohne Mann, meine ich. Vermutlich geht sie gleich am Montag Morgen den Briefträger an. Ganz sicher sogar. Aber ... ich hab\' ihn nie getroffen, den Briefträger, und will ihn gar nicht treffen. Ich kenn\' ihn nicht. Aber dich kenne ich. Und du bist mein bester Freund. Und der beste Freund schläft nicht mit der Frau seines besten Freundes. Auch nicht, wenn sie eine Nymphomanin ist.\"
Roland blieb stumm. Wie hypnotisiert verfolgte er die ruhigen, methodischen Bewegungen mit denen Jürgen das Messer schliff.
\"Ich kann\'s verstehen\", fuhr Jürgen nach einer kleinen Pause fort, in der man nur das leise Schaben des Schleifsteins auf dem Metall hörte. \"Marianne hat was.\" Er hob die Hände und wog zwei unsichtbare Brüste. \"Sie ist nicht so eine magere Bohnenstange wie deine Christa.\"
\"Willst du die anderen und den Briefträger auch umbringen?\", stieß Roland hervor.
Jürgen schüttelte den Kopf. \"Die anderen sind nicht meine besten Freunde.\" Er betrachtete mit zusammengekniffenen Augen die Schneide und prüfte sie mit dem Finger. \"Wie lange sind wir schon befreundet?\", fragte er ohne eine Antwort zu erwarten. \"Verdammt lange. Schade, dass es so zu Ende gehen muss.\"
Von draußen klang Mariannes helle Stimme herein. Jürgen lauschte. \"Sie ruft nach mir. - Ich sollte mich beeilen.\"
Mit einem Leinenlappen wischte er das schmutzige Öl von der Klinge. Er legte das Messer auf die Werkbank zurück. Von der Rolle Klebeband riss er ein ausreichend langes Stück ab.
*
\"Was hast du jetzt schon wieder vor?\", fragte Roland unsicher.
\"Ein Knebel\", erklärte Jürgen. \"Halt still.\"
Roland warf den Kopf hin und her. Jürgen packte ihn am Kinn und hielt es mit der einen Hand, während er mit der anderen das Band über den Mund klebte.
Roland brummte Unverständliches. Seine Augen waren weit aufgerissen.
\"Ich hab\' das noch nie gemacht\", sagte Jürgen. \"Aber ich denke, es wird eine Riesenschweinerei werden.\" Mit dem Fuß angelte er den Plastikeimer unter der Werkbank hervor und schob ihn zwischen Rolands Beine.
Er nahm eine besonders dicke und lange Karotte aus der Schale. Die Klinge des Messers ging durch sie hindurch wie durch Butter. Jürgen nickte zufrieden.
\"Ich werde dich nicht umbringen\", sagte er nachdenklich. \"Aber Strafe muss sein.\"
Mit einer kurzen, abgehackten Bewegung aus dem Handgelenk und vollkommen mühelos teilte er mit der äußerst scharfen Schneide des Messers eine zweite Karotte.
Und endlich begriff Roland, was sein ehemals bester Freund beabsichtigte.
Der Knebel dämpfte seinen plötzlichen, verzweifelten Schrei nur wenig.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-19 09:17:46 mit dem Titel Keine Überschrift (jedem selbst überlassen)
Es war sehr kalt in der Großen Scheune. Nur die keinste Anzahl Sonnenstrahlen, die durch ein paar kleine Lücken im Dach fielen, durchbrachen die staubige Dämmerung wie helle Steifen. Wenn die Augen sich an das wenige Licht gewöhnt hatten, sah man in der Mitte einen riesigen Berg frisch geernteter Kartoffeln. Vor ein paar Tagen noch in der feuchten, dunklen Erde, lagen sie nun hier alle zusammen auf einem Haufen und warteten, was mit ihnen passieren würde. Sie hatten sich untereinander bekannt gemacht, einige Freundschaften geschlossen, wieder andere hatten festgestellt, dass sie zur selben Mutterpflanze gehörten oder alte Erdbekanntschaften aufgefrischt.
Doch nun langsam ging der Gesprächsstoff aus, Langeweile machte sich breit und der Ton wurde gereizter: "Kann mir mal einer sagen, was hier so müffelt?", fragte die festkochende Sieglinde geziert, "Da fault doch einer!"
Ihre Bekannte Cilena rümpfte hochnäsig die Knollennase: "Sicher einer von unten, von diesen Matschkameraden Hansa oder Grata, die werden sowieso alle nur als Pürree enden ..."
Sieglinde und Cilena hatten sich als Lebensziel gesetzt, einmal ein knackiger Kartoffelsalat zu werden. Über die mehligen Sorten fühlten sie sich meilenweit erhaben. "Schau mal", meinte Cilena, "da auf den Boden fällt ein Sonnenstrahl! Wenn wir doch nur dahin könnten! Das wäre für uns der einzig angemessene Platz, so mitten im Licht!" – "Warum nicht?", schlug Sieglinde vor, "Lass uns Schwung holen und einfach runterkullern!"
Gesagt, getan. Kurz darauf sah man beide Knollen im Schein des Sonnenstrahls hell leuchten. In den nächsten Tagen machten sie sich hochmütig über die anderen lustig, die im Dämmerlicht lagen. Doch Cilena stellte bald fest, dass ihre Freundin irgendwie mehr und mehr schrumpelig aussah. Sieglinde dachte über Cilena dasselbe, außerdem zeigten sich bei beiden so merkwürdige grüne Pusteln ... Glatt, knackig und rund sahen sie jedenfalls beide nicht mehr aus, denn das Sonnenlicht hatte bewirkt, dass sie alle ihre Kraft in grüne keimende Wurzeln abgeben mussten, an ein Ende im Kartoffelsalat war nun gar nicht mehr zu denken! "Jaja", grummelte eine der mehligen Hansaknollen, "Wie heißt noch das alte Kartoffelsprichwort? Hochmut kommt vor dem Runterkullern ..."
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