Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Schejtan

Heimweg

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich stieg langsam aus dem Bus von der Arbeit. Ich arbeitete in einem Café. Heute musste ich mittags arbeiten, also war es noch recht früh. Jetzt nur noch 5 Minuten laufen und ich war zu Hause.

Ich holte die Zigaretten aus der Jackentasche und zündete eine an. „Kannst du mir mal Feuer geben?“, fragte mich da jemand. Ich drehte mich um und sah Jonas , er war mit mir in einer Grundschulklasse. „Natürlich“, antwortete ich und gab ihm Feuer. „Danke“, sagte er und drehte sich wieder ohne ein weiteres Wort um. Ich setzte ebenfalls meinen Weg fort
.
Vorbei am kleinen Lebensmittelladen und dem verwahrlosten Haus, in dem wir früher immer „Geisterjäger“ gespielt haben. Und da war dann auch schon der Bolzplatz, Austragungsplatz vieler Fußballspiele. Auch heute war er wieder besetzt. Ein paar Jugendliche waren dort. Ich blieb am Zaun stehen und sah ihnen ein wenig zu. Unter ihnen erkannte ich auch Frederik, mit dem ich mal ein prima Stürmerduo abgab. Er schoss gerade ein Tor und lief zu seinen Teamkollegen, klatschte mit ihnen ab und lachte mit ihnen. Danach griff er gleich einen Gegenspieler an und grätschte ihn um, half ihm aber sofort wieder auf.

In diesem Augenblick knallte der Ball genau vor mir gegen den Zaun. Ich zuckte kurz zusammen und die Zigarette fiel mir aus der Hand. Genau in eine Pfütze, nicht mehr zu gebrauchen. Als ich wieder aufblickte, stand Frederik vor mir, bückte sich gerade nach dem Ball. Ich nickte ihm zu. Er drehte sich um und warf den Ball zurück. Dabei traf er eine Taube, die in diesem Moment dort lang flog. Es kümmerte ihn nicht.

Ich zündete mir eine neue Zigarette an und ging weiter. Nach weiteren 100 m kramte ich nach meinen Schlüsseln. Ich hörte schon die Bauarbeiter, die die Straße ausbesserten, genau vor meiner Wohnung. Bei Tag hieß das unerträglichen Lärm, abends Kinder, die dort spielten. Die halbaufgerauchte Zigarette warf ich in den schmalen Spalt zwischen den Häusern, dahin, wo sie keiner sieht. Meine Hand zitterte, als ich die Tür öffnete. Ich sah im Briefkasten nach, fand aber nur Rechnungen und Prospekte. Noch ein paar Stufen und ich war vor meiner Wohnungstür.

Ich schloss auf und ging hinein, direkt in die Küche und zum Kühlschrank. Eine Schüssel Frosties sollte erst mal reichen. Ich setze mich ins „Wohnzimmer“ und schaltete den Fernseher ein. Ich zappte lange, bis ich mich schließlich dazu entschloss, den Fernseher wieder auszuschalten. Die Schüssel brachte ich in die Küche zurück. Zurück im Wohnzimmer griff ich wahllos nach einer CD, legte sie ein und drückte auf Random. Es kam „Herrliche Jahre“ von den Ärzten. Ich öffnete mein Fenster, setze mich auf die Fensterbank und sah den Bauarbeitern zu. Sie legten gerade die neuen Pflastersteine für den Bürgersteig. So saß ich da, und schließlich erklangen die ersten Töne von „The Kid’s aren’t Alright“. Die Bauarbeiter packten ihre Lunchpakete aus, tauschten Essen aus, machten Witze. Es folgte „The Unforgiven“ von Metallica und die Arbeiter nahmen mit einem Schulterklaps ihre Arbeit wieder auf. Als „Atwa“ von System of a Down anfing, ärgerten sie sich über Zigarette, die auf den frisch gepflasterten Bürgersteig fiel. Und schließlich kam wieder Metallica, „Fade to Black“. Der Polier griff sich kurz in den Nacken, um den ersten Regentropfen wegzuwischen.

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