Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von sandwarrior

Aus dem Liebesleben der Pflastersteine

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Nein

Ich erzähle nicht von Alabaster,
heute geht es mal um Pflaster.
Ach wäre ich ein Pflasterstein,
Könnte ich auch in der Geschichte sein.

Leider ist es nicht genau überliefert, von wem und wann der erste Pflasterstein geschaffen wurde.
Der Pflasterstein ( vulgaris hartensis Pflasteritis) ein völlig verkanntes Objekt.
Die wissenschaftliche Analyse, soll von dem führenden Mineralogen Prof. Dr. Jürgen Quader- Hartstein stammen
Fast überall anzutreffen, von allen getreten, befahren und achtungslos beschmutzt.
Kaum einer weis, das auch Pflasterstein ein Leben haben und Gefühle hervorbringen.
Mir wurde die Ehre zuteil, ihrer Geschichte zu lauschen und sie euch darzubringen.


Vor ewigen Zeiten fanden sie zueinander Herr Gra und Frau Nit, engumschlungen in harmonischer liebevoller Zuneigung, lebten sie in der Tiefe der Erde und zeugten viele Nachkommen, bei uns bekannt unter dem klangvollen Namen Granit.
So vergingen Jahr um Jahr und ihre Liebe wurde immer größer.

Ein grausamer Knall

In rasanter Fahrt wurden die liebenden aus der Tiefe hervorgerissen und ins grelle Sonnenlicht geschleudert. Angstvoll umklammert betrachteten sie die Ungetümen Maschinen, die laut ratternd nichts gutes verhießen. Die Reise ging auf ein zuckelndes Förderband und endete in einem dunklen Schacht.
Sie wurden zerrissen aus ihrer innigen Umschlingung.
Unter grausamen Schmerzen wurden sie getrennt und jeder für sich in eine quadratische Form gebracht. Sie lagen nebeneinander und konnten sich doch nicht lieben.
Das Schicksal wollte es, das jeder auf einen anderen LKW kam und irgendwo abgekippt wurde. So wurde sie getrennt, der Herr Gran und seine Frau Nit.

Für Immer?


Eine deutsche Kleinstadt, der Mond beleuchtet ein Rathaus, in dem noch eine heftige Ratssitzung tobt.
Der Bürgermeister: Ich schlage vor unseren Marktplatz neu zu pflastern, mit edlem Granit.
Der Kämmerer: Was das wohl kostet? Wir haben doch keine Mittel mehr.
Papperlapapp, die läppischen 500000 Euro sind doch wohl noch irgendwie rauszukratzen.
Aber! Kein aber, frisch ans Werk, ich will Vorschläge!
Wir könnten das Theater schließen. Toll die Schmierentruppe war mir schon lange ein Dorn im Auge. Weiter!
Ein paar Kindergärtnerinnen entlassen und bei den Sozialleistungen kürzen?
Jungs, ihr werdet immer besser, ich sehe ich habe den besten Stadtrat der Welt.
Nun gut ein paar Kürzungen für den Tierpark und wenn wir die neue Turnhalle ein paar Jährchen später bauen müsste es reichen.
Abstimmung, aha keine Gegenstimmen, also angenommen.
Eine leise Stimme, was werden die Bürger dazu sagen?
Ach was ist doch erst in ein paar Jahren wieder Wahl, bis dahin völlig vergessen.

So rückten die Maschinen an und begannen den Marktplatz neu zu gestalten.
Wettergegerbt, schlenderte der grauhaarige Polier der Tiefbaufirma über die Baustelle und sucht nach passenden Steinen für das Ornament in der Mitte des Platzes.
Blitzartig durchzuckte es ihn, diese zwei passen zueinander, er spürte ihre strömende Energie und nickte wissend.
Er beugte seinen schmerzenden Rücken und setzte die Pflastersteine so eng es ging aneinander.
Sie hatten sich wiedergefunden, der Herr Gra und seine Frau Nit.
Jeden Tag kommt der alte Mann auf den Marktplatz und betrachtet sein Werk.
So traf ich ihn, ganz versunken und fragte was er so anstarrt.
Sei still und lausche diesen beiden Pflastersteinen.
Wenn du ein reines Herz hast, wirst du sie verstehen und ihrer Geschichte lauschen.

Der Geschichte von Herrn Gra und Frau Nit.

Wanderer, wenn du demnächst über einen Marktplatz gehst, halt inne, es könnte der Marktplatz aus der Geschichte sein.
Und überlege genau wo das hinwirfst, das Leben ist überall.

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