Last Samurai (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von Lotosblüte
Ein Film zum Immer-Wieder-Anschauen
Pro:
Ein \\\"Actionepos\\\" mit Tiefgang. Man kann sehr viel \\\"Menschliches\\\" für sich selbst daraus lernen.
Kontra:
Absolut nichts.
Empfehlung:
Ja
Ich bin keine große Kinogeherin, jedenfalls nicht regelmäßig. Ich mag auch keine "Actionfilme", in denen es nur dauernd Tschin-Bum macht. Vielleicht gerade aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mir "Last Samurai" anzuschauen bzw. später dann das Video zu kaufen - obwohl ich eigentlich für Tom Cruise gar nicht unbedingt so viel übrig habe. Und ich kann sagen: mein Geld war selten so gut angelegt.
Gründe?
Viele, und ich entdecke bei jedem Mal Ansehen neue:
Hier einige davon:
Ich mag Japan. Das müsste noch kein Grund sein, aber mich beeindruckt die "Philosophie" der Samurai: "Dienen und konsequent bei dem bleiben, was man gewählt und als richtig erkannt hat...im Ernstfall bis zum Tod".
Tom Cruise als Captain Nathan Algren hat mich absolut überzeugt, auch wenn er nicht mein "Typ" ist. Er schafft es hier in ganz besonderer Weise zusammen mit seinem Filmpartner Ken Watanabe als Samuraiführer Katsumoto dem Zuschauer die Grundlagen einer Kultur nahe zu bringen, die uns heute fern und geradezu irreal erscheint.
Ich habe am Beginn des Films erwartet, dass da in erster Linie viel gekämpft und draufgehauen wird, aber dem ist nur bedingt so. Der Film verfügt über eine ganz besondere Komik und sehr viel hintergründigen Humor. Dazu kommen ganz tiefe Lebenseinsichten, von denen ich bis heute einfach nicht genug kriegen kann. Ich habe mir das Video bisher sicher an die 15 mal angesehen, und noch während ich das hier schreibe, bekomme ich direkt wieder Lust darauf. Seit dem letzten Mal ist es nämlich schon 2 Monate her...
Eine Szenen liebe ich so, dass ich sie mir regelmäßig gönnen muss:
Zum Beispiel jene, in der Nathan Algren von Katsumoto erfährt, dass er den Ehemann jener Frau im Kampf getötet hat, die ihn so gastfreundlich in ihrem Haus aufnimmt, ihn pflegt und sogar von seiner Alkoholsucht befreit. Was daran nahe geht, ist die Erkenntnis, wie völlig unterschiedlich diese alte "Moral" von der unsrigen ist: Feind ist Feind und Kampf ist Kampf. Ein Samurai, der im Krieg stirbt, wird als Held empfunden - und der ihn ehrenvoll getötet hat, wird nicht verurteilt. Gastfreundschaft gilt auch für den Feind.
Oder die Szene, in welcher Nathan Algren vom Leibwächter Katsumotos aufgefordert wird, einen Stock aus der Hand zu legen. Algren weigert sich jedoch und tritt ihm mutig gegenüber. Der "Kampf" findet in strömendem Regen statt, und selbst blutverschmiert mit dem Gesicht im Schlamm zu landen, kann Algren nicht daran hindern, immer und immer wieder aufzustehen, bis er in der Tat "am Ende" ist. Auch das wird von den Samurai als Tapferkeit und Mut gewertet - selbst bei einem Feind.
Daraus habe ich in der Tat etwas gelernt: wenn du etwas willst, dann versuch es immer und immer wieder. Wenn man dich ungerecht behandelt, steh auf und wehr dich. Immer und immer wieder. Das ist wahrer Mut. Und auch dein "Feind" wird dadurch gezwungen sein, dich zu respektieren. Mich beeindruckte diese Szene zutiefst.
Die "Lebensphilosophie" der Samurai lautet "Bushi Do" - "Leben in jedem Atemzug". Hier gibt es im Film eine wunderbare Szene, in der Katsumoto und Algren endgültig von Todfeinden zu Freunden werden. Im Klostergarten, umgeben von blühenden Bäumen und einer Athmosphäre von unglaublicher Einsicht und Schönheit. Herrlich!
Oder die Szene, in der Katsumotos Sohn stirbt... na, da legt euch lieber die Taschentücher bereit...
Und als nach der feigen Ermordung aller Samurai Nathan Algren Katsumoto zu einem ehrenvollen Tod verhilft und der "Feind" zu tausenden vor ihm niederkniet und der Tapferkeit der Samurai Respekt erweist, da wurde es auch im Kinsosaal so still wie selten.
Es sind wundervolle Szenen. Nicht kitschig, einfach zutiefst vielsagend und "menschlich".
Für jene, die näher am Wasser gebaut haben, ist es vielleicht klüger, sich den Film nicht im Kino anzuschauen, dann kann man nach Herzenslust drauflosweinen.
Und noch etwas:
Mir sagte jemand, der Film hätte zu wenig "Erotik", weil man "nur einmal eine nackte Schulter" sieht. Bitte überzeugt euch hier selbst davon, dass gerade die zärtliche Beziehung, die sich zwischen Nathan Algren und seiner Gastgeberin "Taka" entwickelt, zu den schönsten und erotischsten Sequenzen gehört, die ich je in einem Film gesehen habe. Weit qualitätvoller als irgendeine banale Sexszene. Diese hätte im Gegenteil viel verdorben.
Insgesamt: unbedingt anschauen! Der Film ist aufbauend, klug, witzig und einfach schön.
Kürzlich habe ich wieder einmal gelesen, der Film sei bei Kritikern und Zusehern "gefloppt". Ich könnte wirklich nicht sagen, warum. Wegen Tom Cruise, der nicht "überzeugend" genug war?
Wann ist man "überzeugend"? Das ist eine sehr subjektive Wertung. Und die Masse muss ja auch nicht immer Recht haben. Ich mag, wie gesagt, Tom Cruise auch nicht besonders, aber in dieser Rolle spricht er mich sehr angesprochen.
Es wurde auch kritisiert, die Story sei zu kitschig, märchenhaft und unrealistisch gewesen. Daran mag etwas Wahres sein, aber wenn man alles so historisch detailgetreu und "real" wie möglich dargestellt hätte, wäre das Ergebnis ein Dokumentarfilm über die Kultur der Samurai gewesen (wenn man darüber mehr wissen möchte, gibt es im Netz jede Menge Material zum Film). Hier sollte aber die Geschichte eines "Helden" erzählt werden, der eben in jeder Beziehung Held ist und bleibt. Bis zum bittern Ende.
Ist doch schön?! Einfach zum Träumen, wie diese Geschichte eines Saulus, der sich zum Paulus wandelt, hätte sein können...mit einem wunderbar "kitschigen" Happy End.
Mir gefällt es immer wieder.
Wie bei Titanic. War ja auch weitgehend "kitschig" und total erfunden, aber trotzdem einfach "schön".
Und ihr Männer: tut's doch nicht immer so, als ginge euch das alles hinten vorbei...stimmt ja überhaupt nicht.
Grins.
Grüße
von Lotosblüte
69 Bewertungen, 8 Kommentare
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24.04.2006, 18:22 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichNoch nicht gesehen. <br/>LG Cicila
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02.09.2005, 23:41 Uhr von Fluetie
Bewertung: sehr hilfreichMänner weinen bei Filmen, nur die wenigsten geben es zu! Traurig, wie Gefühle versteckt werden um als "stark" dazustehen. Eigentlich, eine schwache Leistung. Ich bin froh weinen zu können. lg Dirk
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13.08.2005, 16:57 Uhr von feldhase
Bewertung: sehr hilfreichEin phantastischer Film! Einmalige Aufnahmen und er geht ans Herz. Toll - Film, wie Bericht. LG vom Feldhasen
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09.08.2005, 13:04 Uhr von Venusshine
Bewertung: sehr hilfreichhat der Film auch ganz gut gefallen. vlg, Micha
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22.06.2005, 11:36 Uhr von mojito
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht! Liebe Grüße, mojito
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21.06.2005, 19:01 Uhr von TokeiIhto
Bewertung: sehr hilfreichist eben alles Geschmackssache. ;-) VLG Wolfgang
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21.06.2005, 14:24 Uhr von jens811983
Bewertung: sehr hilfreichIst wirklich ein starker Film und vor allem im Kino beeindruckend gewesen. lg Jens
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10.06.2005, 21:25 Uhr von the_real_cheetah
Bewertung: sehr hilfreichich bin genau deiner meinung! mich fasziniert der film auch, und ich interessiere mich auch für japan und die samuari...das hab ich sogar diesem film zu verdanken! würd mich freuhen wenn du dir meinen bericht darüber (über den film) auc
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