Erfahrungsbericht von Daverigger
Asche zu Asche ...
Pro:
1A Spezialeffekte, Carrie-Anne Moss und Keanu Reeves, die Kleidung, die grüne Schrift
Kontra:
Ein Haufen Zeug ...
Empfehlung:
Ja
Was hatten wir nicht alles erwartet, als es hieß, Matrix ginge in die zweite Runde!? Der erste Teil war gleichsam Mythos und Kult, besaß eine gigantische Fangemeinde und schrie nach dem mehr als nur offenen Ende geradezu nach einer gigantischen Fortsetzung, die alle Hollywood-Maßstäbe einfach neu setzen MUSSTE!
Die Fortsetzung, Matrix Reloaded, schlug daher auch ein wie eine Bombe. Die Kinos waren überfüllt, der Andrang an den Kassen gigantisch. Der Film selbst jedoch hatte etwas eingebüßt. Das ganz besondere Flair war weg, der Hauch von Mythos, der Hauch von Ungewissheit, der Hauch von Faszination am Neuen, denn: Es gab natürlich gigantische Spezialeffekte, viele neue Charaktere und Ideen. Dennoch wirkte alles seltsam fremd, clean und überstrapaziert. Das Ende des Films war gleichermaßen schockierend wie enervierend. Neo halbtot, die Maschinen drohen, die Menschheit auszulöschen und stehen fast schon vor der Tür, den mechanischen Finger am imaginären Klingelknopf.
Was nun?
Matrix: Revolutions ...
... beginnt, wo alles endete. Die Maschinen rücken näher, Neos Verstand saß in einer Art von Zwischen-Nirvana fest, aus dem er nur von Trinity gerettet werden konnte und muss laut Orakel „eine Entscheidung treffen“. Das muss in diesem Film so ziemlich jeder. Dann wäre da noch Smith, der mittlerweile alptraumhafte Dimensionen erreicht und fast jeden Menschen in der Matrix zu seinem Ebenbild gemacht hat. Er will nur eines: Neo. Tot. Und das möglichst schnell. Nachdem Alle wieder nach Zion zurückgekehrt sind, drohen die Maschinen endgültig die totale Zerstörung zu bringen. Nur Neo kann jetzt noch alle retten, was er auch prompt versucht. Denn er hat eine Entscheidung getroffen und ist mit Trinity in Kapitän Neobes Schiff unterwegs an die Oberfläche des Planeten ...
Mehr lässt sich zur Story dieses dritten und letzten Teils der Matrix-Trilogie nicht sagen. Mehr zu verraten würde die Spannung definitiv nehmen. Und das könnte ich auf gar keinen Fall verantworten ...
Für Fans des Matrix-Universums ist dieser dritte Teil ein absolutes Muss. Ich sage es ganz ehrlich: Wer den ersten Teil nur mäßig mitreißend empfand und den zweiten nicht viel besser, der kann sich den dritten getrost sparen. Es sei denn, man will unbedingt erfahren, wie alles endet! Dann sollte man allerdings einen Kinotag nutzen ... der volle Preis ist nämlich zu viel für diese Art von Ende!
Doch warum?
Die Spezialeffekte sprechen in allen Aspekten für den Film. Wir sprechen nicht mehr über Bullet-time oder solche Spielereien, es geht ans Eingemachte. Personen fliegen in der Gegend herum als sei es nichts, hunderttausende von „Wächtern“ fliegen durch Tunnel und Zion, Kampfroboter stapfen in Massenschlachten durch komplett Computeranimierte Hangars und ballern auf die unzähligen Wächter was das Zeug hält, Neo verprügelt in Zeitlupe harmlose Wassertropfen und Smiths Gesichtshaut schlägt im Zeitraffer Wellen. Ich kann nicht behaupten, bisher eine vergleichbar aufwendige und so perfekt computeranimierte Produktion verfolgt zu haben, wie Matrix. Sah man im zweiten Teil teilweise fast noch Pixel, als Neo sich gegen zwei oder drei Dutzend Smiths behaupten musste, so bin ich davon überzeugt, in diesem Film bei keiner Szene an der Qualität der Animationen zweifeln zu müssen. Genauso überzeugend der dazugehörige Sound. Alles passte, wirkte perfekt abgestimmt. In dieser Hinsicht war der Film das, was man erwartet hatte und noch mehr. Ganz besonders Neos Endkampf ist teilweise fast atemberaubend gut ausgearbeitet. Besser geht es nicht!
Den genialen Spezialeffekten gegenüber steht jedoch die Leistung der Schauspieler. Morpheus erscheint mir wie ein laffes Stück Toastbrot, obwohl ein Brot die Rolle sicher wesentlich besser gespielt hätte. Kraftlos, ausdruckslos steht der einstige Held da und starrt leblos in die Gegend. Er hat nicht viel zu sagen, wird von Kapitän Niobe zum Co-Piloten degradiert und hat auch sonst nicht viel zu melden. Niobe selbst dagegen wirkt viel vitaler und kraftvoller als im letzten Teil, auch ohne Matrix-Action. Das Orakel wurde durch eine andere Schauspielerin ersetzt und raucht sich die Lungen schwarz, ohne dem Zuschauer wirklich etwas zu bieten und der Merowinger mit seiner fast barbusigen Gefährtin erscheint auch wie aus der Konserve befreit. Sein französischer Akzent nervt tierisch und man ist als Zuschauer froh, wenn er mit seinen inhaltslosen Ausführungen am Ende ist und den letzten Rest Olive geschluckt hat. Der arme Neo schafft es einigermaßen, etwas aus dem Film zu machen. Ein wenig Selbstironie hier, ein wenig Komik dort und am Ende der große Liebende/Leidende, den er meiner Ansicht nacht gut verkörpert. Einzig Carrie-Anne Moss spielt ihre Rolle bis zum Ende gut. Im schwarzen Lackleder wirkt sie seit eh und je sexy, ihr eisiger Blick und ihre treu-verweinten Äugelchen sind so schön anzusehen wie schon im ersten Teil und auch ihr Tod ist gut. Zwar ein klein wenig langatmig, aber gut.
Die Schauspieler bescheren diesem Film also ein dickes Minus. Meiner Meinung nach hätten sie aus ihren Rollen eindeutig mehr machen können. Viel mehr!
Und die Story? Die habe ich auch recht lange versucht zu finden. Am Ende war mir jedoch eines klar: ich musste eine Entscheidung treffen. Endlich den Kinosaal verlassen um den jungen Kerl die Bahn zum Popcorn-aufsammeln und Papp-Becher einsammeln frei zu machen oder weiter den zugefahrenen Vorhang anstarren und weiter grübeln, wo letztendlich die Story geblieben ist. Oder der Sinn. Was auch immer ...
Gab es im ersten Film der Reihe noch große philosophische Ansätze in Richtung Traum/Wirklichkeit, Scheinrealität und Sinn des Lebens, die im zweiten Teil auch relativ genügsam weitergeführt wurden, so vermisse ich solche Ansätze im dritten und letzten Teil völlig. Nur hohle Phrasen sind geblieben, das Orakel schaut vielsagend drein ohne wirklich etwas zu enthüllen, und die ganze Zeit reden alle von Entscheidungen, die sie irgendwie, irgendwo, irgendwann treffen müssen. Die Story war im zweiten Teil schon zu Ende. Der dritte Teil ist fast nur noch ein „Zu Ende bringen“ von etwas, das seinen Reiz verloren hat.
Ich erwarte natürlich nicht, dass die gesamten Geheimnisse der Matrix enthüllt und erklärt und alle Ungereimtheiten beim wundervollen Happy-End unter Jubelschreien der überlebenden Menschen gelöst und erklärt werden. Aber ein paar Hinweise, Auflösungen oder erklärende Worte hätte ich mir schon gewünscht.
Zu allem Überfluss bleiben am Ende des Films für mich noch mehr Fragen im Raum stehen als vorher existiert haben. Und damit meine ich nicht den Standard. Wie sind die überhaupt da hin gekommen? Machen die so weiter bis die sterben? Und warum hat Morpheus so einen albernen Krawattenknoten? Fragen über Fragen, die unbeantwortet bleiben!
Was bleibt am Ende also zu sagen? Das Matrix nicht wirklich so endet, wie man es vielleicht erwartet. Die Spezialeffekte lassen den Zuschauer in andere Welten abtauchen, ohne das eine Story weitergeführt wird, die noch mehr aus diesem Effekt-Konstrukt hätte machen können. Die Schauspieler wirken größtenteils wie in Trance und reizen die Möglichkeiten ihrer Rollen bei weitem nicht aus, bis auf einen netten Neo und eine total tolle Trinity, die als einzige so frisch und unverbraucht wirkt wie in den beiden vorhergehenden Episoden.
Insgesamt muss ich für den Film eine knappe Empfehlung aussprechen. Natürlich will/muss/möchte man wissen, wie die Trilogie endet. Aber leider ist der Schluss ein wenig unbefriedigend, so dass ich insgesamt nur 3 Sterne vergebe. Wer Matrix mag wird den Film natürlich im Kino sehen. Wer Matrix nicht wirklich viel abgewinnen kann, der sollte auf die Leih-DVD warten.
Denn alles, was einen Anfang hat, ist glücklicherweise auch irgendwann mehr oder weniger ... zu Ende ... !?
Die Fortsetzung, Matrix Reloaded, schlug daher auch ein wie eine Bombe. Die Kinos waren überfüllt, der Andrang an den Kassen gigantisch. Der Film selbst jedoch hatte etwas eingebüßt. Das ganz besondere Flair war weg, der Hauch von Mythos, der Hauch von Ungewissheit, der Hauch von Faszination am Neuen, denn: Es gab natürlich gigantische Spezialeffekte, viele neue Charaktere und Ideen. Dennoch wirkte alles seltsam fremd, clean und überstrapaziert. Das Ende des Films war gleichermaßen schockierend wie enervierend. Neo halbtot, die Maschinen drohen, die Menschheit auszulöschen und stehen fast schon vor der Tür, den mechanischen Finger am imaginären Klingelknopf.
Was nun?
Matrix: Revolutions ...
... beginnt, wo alles endete. Die Maschinen rücken näher, Neos Verstand saß in einer Art von Zwischen-Nirvana fest, aus dem er nur von Trinity gerettet werden konnte und muss laut Orakel „eine Entscheidung treffen“. Das muss in diesem Film so ziemlich jeder. Dann wäre da noch Smith, der mittlerweile alptraumhafte Dimensionen erreicht und fast jeden Menschen in der Matrix zu seinem Ebenbild gemacht hat. Er will nur eines: Neo. Tot. Und das möglichst schnell. Nachdem Alle wieder nach Zion zurückgekehrt sind, drohen die Maschinen endgültig die totale Zerstörung zu bringen. Nur Neo kann jetzt noch alle retten, was er auch prompt versucht. Denn er hat eine Entscheidung getroffen und ist mit Trinity in Kapitän Neobes Schiff unterwegs an die Oberfläche des Planeten ...
Mehr lässt sich zur Story dieses dritten und letzten Teils der Matrix-Trilogie nicht sagen. Mehr zu verraten würde die Spannung definitiv nehmen. Und das könnte ich auf gar keinen Fall verantworten ...
Für Fans des Matrix-Universums ist dieser dritte Teil ein absolutes Muss. Ich sage es ganz ehrlich: Wer den ersten Teil nur mäßig mitreißend empfand und den zweiten nicht viel besser, der kann sich den dritten getrost sparen. Es sei denn, man will unbedingt erfahren, wie alles endet! Dann sollte man allerdings einen Kinotag nutzen ... der volle Preis ist nämlich zu viel für diese Art von Ende!
Doch warum?
Die Spezialeffekte sprechen in allen Aspekten für den Film. Wir sprechen nicht mehr über Bullet-time oder solche Spielereien, es geht ans Eingemachte. Personen fliegen in der Gegend herum als sei es nichts, hunderttausende von „Wächtern“ fliegen durch Tunnel und Zion, Kampfroboter stapfen in Massenschlachten durch komplett Computeranimierte Hangars und ballern auf die unzähligen Wächter was das Zeug hält, Neo verprügelt in Zeitlupe harmlose Wassertropfen und Smiths Gesichtshaut schlägt im Zeitraffer Wellen. Ich kann nicht behaupten, bisher eine vergleichbar aufwendige und so perfekt computeranimierte Produktion verfolgt zu haben, wie Matrix. Sah man im zweiten Teil teilweise fast noch Pixel, als Neo sich gegen zwei oder drei Dutzend Smiths behaupten musste, so bin ich davon überzeugt, in diesem Film bei keiner Szene an der Qualität der Animationen zweifeln zu müssen. Genauso überzeugend der dazugehörige Sound. Alles passte, wirkte perfekt abgestimmt. In dieser Hinsicht war der Film das, was man erwartet hatte und noch mehr. Ganz besonders Neos Endkampf ist teilweise fast atemberaubend gut ausgearbeitet. Besser geht es nicht!
Den genialen Spezialeffekten gegenüber steht jedoch die Leistung der Schauspieler. Morpheus erscheint mir wie ein laffes Stück Toastbrot, obwohl ein Brot die Rolle sicher wesentlich besser gespielt hätte. Kraftlos, ausdruckslos steht der einstige Held da und starrt leblos in die Gegend. Er hat nicht viel zu sagen, wird von Kapitän Niobe zum Co-Piloten degradiert und hat auch sonst nicht viel zu melden. Niobe selbst dagegen wirkt viel vitaler und kraftvoller als im letzten Teil, auch ohne Matrix-Action. Das Orakel wurde durch eine andere Schauspielerin ersetzt und raucht sich die Lungen schwarz, ohne dem Zuschauer wirklich etwas zu bieten und der Merowinger mit seiner fast barbusigen Gefährtin erscheint auch wie aus der Konserve befreit. Sein französischer Akzent nervt tierisch und man ist als Zuschauer froh, wenn er mit seinen inhaltslosen Ausführungen am Ende ist und den letzten Rest Olive geschluckt hat. Der arme Neo schafft es einigermaßen, etwas aus dem Film zu machen. Ein wenig Selbstironie hier, ein wenig Komik dort und am Ende der große Liebende/Leidende, den er meiner Ansicht nacht gut verkörpert. Einzig Carrie-Anne Moss spielt ihre Rolle bis zum Ende gut. Im schwarzen Lackleder wirkt sie seit eh und je sexy, ihr eisiger Blick und ihre treu-verweinten Äugelchen sind so schön anzusehen wie schon im ersten Teil und auch ihr Tod ist gut. Zwar ein klein wenig langatmig, aber gut.
Die Schauspieler bescheren diesem Film also ein dickes Minus. Meiner Meinung nach hätten sie aus ihren Rollen eindeutig mehr machen können. Viel mehr!
Und die Story? Die habe ich auch recht lange versucht zu finden. Am Ende war mir jedoch eines klar: ich musste eine Entscheidung treffen. Endlich den Kinosaal verlassen um den jungen Kerl die Bahn zum Popcorn-aufsammeln und Papp-Becher einsammeln frei zu machen oder weiter den zugefahrenen Vorhang anstarren und weiter grübeln, wo letztendlich die Story geblieben ist. Oder der Sinn. Was auch immer ...
Gab es im ersten Film der Reihe noch große philosophische Ansätze in Richtung Traum/Wirklichkeit, Scheinrealität und Sinn des Lebens, die im zweiten Teil auch relativ genügsam weitergeführt wurden, so vermisse ich solche Ansätze im dritten und letzten Teil völlig. Nur hohle Phrasen sind geblieben, das Orakel schaut vielsagend drein ohne wirklich etwas zu enthüllen, und die ganze Zeit reden alle von Entscheidungen, die sie irgendwie, irgendwo, irgendwann treffen müssen. Die Story war im zweiten Teil schon zu Ende. Der dritte Teil ist fast nur noch ein „Zu Ende bringen“ von etwas, das seinen Reiz verloren hat.
Ich erwarte natürlich nicht, dass die gesamten Geheimnisse der Matrix enthüllt und erklärt und alle Ungereimtheiten beim wundervollen Happy-End unter Jubelschreien der überlebenden Menschen gelöst und erklärt werden. Aber ein paar Hinweise, Auflösungen oder erklärende Worte hätte ich mir schon gewünscht.
Zu allem Überfluss bleiben am Ende des Films für mich noch mehr Fragen im Raum stehen als vorher existiert haben. Und damit meine ich nicht den Standard. Wie sind die überhaupt da hin gekommen? Machen die so weiter bis die sterben? Und warum hat Morpheus so einen albernen Krawattenknoten? Fragen über Fragen, die unbeantwortet bleiben!
Was bleibt am Ende also zu sagen? Das Matrix nicht wirklich so endet, wie man es vielleicht erwartet. Die Spezialeffekte lassen den Zuschauer in andere Welten abtauchen, ohne das eine Story weitergeführt wird, die noch mehr aus diesem Effekt-Konstrukt hätte machen können. Die Schauspieler wirken größtenteils wie in Trance und reizen die Möglichkeiten ihrer Rollen bei weitem nicht aus, bis auf einen netten Neo und eine total tolle Trinity, die als einzige so frisch und unverbraucht wirkt wie in den beiden vorhergehenden Episoden.
Insgesamt muss ich für den Film eine knappe Empfehlung aussprechen. Natürlich will/muss/möchte man wissen, wie die Trilogie endet. Aber leider ist der Schluss ein wenig unbefriedigend, so dass ich insgesamt nur 3 Sterne vergebe. Wer Matrix mag wird den Film natürlich im Kino sehen. Wer Matrix nicht wirklich viel abgewinnen kann, der sollte auf die Leih-DVD warten.
Denn alles, was einen Anfang hat, ist glücklicherweise auch irgendwann mehr oder weniger ... zu Ende ... !?
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