Medikamente im Internet Testbericht

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Erfahrungsbericht von FrankL

DocMorris und „aut-idem“: Anstelle der verordneten Medikamente nach 3 Wochen nur Billig-Nachahmer zu

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich möchte über meine Erfahrungen mit der niederländischen Versand-Apotheke DocMorris berichten, insbesondere unter Berücksichtgung der derzeitigen \"aut-idem\"-Regelung.

Meine Frau hat einen weit überdurchschnittlichen Bedarf an Medikamenten. Bei der enormen Zahl an Tabletten, die sie schlucken muss, liegt unsere Rezept-Zuzahlungsgebühr als gesetzlich Krankenversicherte bei über 300 Euro im Jahr. Da lag es nahe, die niederländische Versandapotheke DocMorris auszuprobieren, denn Rezept-Zuzahlungen in Holland gibt es nicht.

Zu den Versandmodalitäten ist zu sagen, dass das Kassenrezept per Post an eine deutsche Adresse in Herzogenrath geschickt werden muss. Die Rezepte werden von dort über die Grenze gebracht und in Holland eingelöst. Die Ware wird wieder nach Deutschland transportiert und an den Auftraggeber versandt. Innerhalb von 4-5 Tagen soll der Auftraggeber die Ware erhalten – so ein schriftliches Antwortschreiben von DocMorris. WICHTIG: Hinsichtlich der Einlösung des Kassenrezepts werde deutsches Recht zugrunde gelegt.

Nun zu unserem Fall:
Am 3.12.02 habe ich ein Kassenrezept an DocMorris gesandt, nachdem wir sichergestellt hatten, dass die Medikamente für noch ca. 10 Tage ausreichten. Da wir nach 7 Tagen noch immer auf die Medikamente warteten, habe ich versucht, DocMorris telefonisch zu erreichen. Keine Chance! Zwar gibt es eine 0800er Rufnummer; dieses ist aber nur eine Info-Hotline, die u.a. auf eine Faxabruf-Nummer verweist. Möchte ich ein persönliches Gespräche, so sagt mir der Sprachcomputer: „Tut mir leid. Alle Mitarbeiter sind in einem Gespräch. Bitte rufen Sie ein anderes Mal an.“

Dieses habe ich dann auch getan – insgesamt 25 mal innerhalb von 3 Tagen! Parallel dazu habe ich DocMorris eine e-mail geschickt und auf unsere Dringlichkeit aufmerksam gemacht. Meine e-mail war nach 8 Tagen noch nicht einmal gelesen, geschweige denn beantwortet. Daraufhin schickte ich eine zweite e-mail, dieses Mal an eine Adresse, die speziell der Presse vorbehalten ist. Und siehe da ... am darauffolgenden Tag erhielt ich einen Rückruf. Allerdings teilte mir die Mitarbeiterin mit, dass das Rezept dort nicht angekommen sei. Aber man werde mal nachforschen. Am nächsten Tag wurde die Aussage korrigiert. Das Rezept war eingegangen, aber man warte noch auf ein Medikament, das nicht vorrätig gewesen sei. In 2-3 Tagen sollten wir die Medikamente aber erhalten.

Die Medikamente kamen nicht. Erneute Versuche, DocMorris telefonisch zu erreichen. Keine Chance – nur der bekannte Sprachcomputer.

Am 21.12.02, d.h. nach 18 Tagen erhielten wir endlich das Paket von DocMorris. Dann das Entsetzen: Keines der 3 verordneten Medikamente wurde geliefert! Anstelle dessen 1 Medikament vom Nachahmer Ratiopharm und 2 Reimporte. Dazu ein Infoschreiben über „aut-idem“.

Zu „aut-idem“:
Das am 1.7.2002 in Deutschland in Kraft getretene Gesetz besagt, dass Apotheken ein Medikament substituieren dürfen gegen ein preiswerteres, wenn sich das verordnete Medikament nicht im untersten Preisdrittel befindet (nachzulesen auf der Homepage der KBV). Voraussetzung ist allerdings, dass der Arzt diese „aut-idem“-Regelung zulässt.

Auf unserem Rezept war aber „aut-idem“ durch „Wegstreichen“ des Kästchens untersagt.
Grund hierfür ist, dass meine Frau viele Billig-Nachahmer anstelle des besseren Originals schon genommen hat. Die meisten Nachahmer verträgt sie aber nicht.

Zu Originalpräparaten und Billig-Nachahmern:
Die Krankenkassen sollen sparen. Teure Medikamente sollen durch wirkstoffgleiche Nachahmer, sog. Generika, ersetzt werden. Leider verschweigen Apotheken und auch unsere Gesundheitsministerin, dass die Hilfsstoffe, die sog. Galenik, verändert sein darf. Was aber habe ich vom gleichen Wirkstoff, wenn auf die gut verträgliche Galenik verzichtet wurde? Antwort: Übelkeit und Kopfschmerzen!

In diesem Zusamenhang finde ich es unverantwortlich, dass DocMorris den Ausschluss unseres Arztes von „aut-idem“ ignoriert und anstelle dessen Nachahmer verschickt mit ungleich großen Nebenwirkungen.

Aufgrund der fehlenden Erreichbarkeit und einer Versanddauer von fast 3 Wochen wird DocMorris unseres Erachtens weder dem Anspruch einer „beratenden Apotheke“ (siehe Homepage) gerecht, noch dem Minimum einer medizinischen Versorgung.

Meine Erfahrungen mit DocMorris:
- falsche, nicht verordnete Medikamente,
- nicht akzeptabele Versanddauer (ca. 3 Wochen),
- keine Erreichbarkeit, dadurch
- keine Reklamationsmöglichkeit.

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