PISA-Studie Testbericht

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Erfahrungsbericht von hirni

Mich hat es nicht überrascht!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Als ich von der PISA-Studie hörte, war ich nicht sonderlich überrascht, dass Deutschland nicht sehr gut abgeschnitten hatte, um nicht zu sagen, dass sie irgendwo da unten kraxelten. Ich hätte mir auch so denken können, dass das deutsche Schulsystem sehr schlecht ist. Schließlich wird hier in Deutschland überhaupt nichts vom Staat unternommen, dass die deutsche Jugend ein bisschen gefördert wird.
Wer hier hochbegabt ist, muss schon viel Geld haben um gefördert zu werden. In Schottland zum Beispiel gibt es ein Internat in einem alten Schloss à la Hogwarts aus Harry Potter. Dieses Internat ist nur für Hochbegabte Schüler. Aber sie müssen auch genügend Geld haben, denn ein Unterrichtsjahr kostet die Eltern 25.000 Euro, dass sind über 2.000 Euro pro Monat. Dafür lernt man dort in der achten Klasse auf Universitätsniveau und hat mit einem alter von 18 Jahren einen Doktortitel abgeschlossen. Jeder Schüler bekommt Einzellunterricht in einen Fach, welches sein Spezialgebiet ist.
Zur Information: Hochbegabt sind Schüler und natürlich auch Erwachsenen ab einem IQ von 130, also drei Jahren gegenüber durchschnittlich schlauen Schülern vorraus.

Ich selbst habe auch mal einen IQ Test gemacht. Damals war ich so acht oder neun Jahre alt. Schon so ein Test alleine ist nicht gerade Preiswert. Mein Ergebnis war (das soll jetzt keine Angeberei sein) 131, also gerade noch Hochbegabt. Ich wusste damals noch gar nicht, was das wirklich bedeutete, sondern nur, dass ich so schlau bin, um geeignet zu sein um einen Klasse zu überspringen. Ich möchte jetzt nicht weiter darüber reden, da das ersten nicht sehr interessant ist und zweitens nicht zum Thema passt.
Meine Mutter wurde daraufhin beraten, wie ich denn gefördert werden könne, denn in den normalen Schulen (Grundschule) war das nicht so gut möglich. Da gab es die Hochbegabtenförderung e.V., die bot verschiedene Kurse für Hochbegabte Kinder an. Mich interessierten zwei von vielen verschiedenen Kursen: Der Computer-Kurs und der Biologie-Kurs.
Die Hochbegabtenförderung (Hbf) hat mehrere „Sitze“ in Deutschland verteilt. Es kam nur der in Bochum in Frage, da ich in Dortmund wohnte und andere gab es nur in Bielefeld und Düsseldorf.
So ein Kurs ist schon eine gute Sache. Man lernt dort mit gleichaltrigen und vor allem gleich schlauen Kinder über Themen die einen interessieren. Was will man mehr? Vielleicht, dass die ganze Sache ein bisschen günstiger ist. Denn der Computerkurs, den ich 4 ½ Jahre besuchte war jeden zweiten Samstag von 17.15 Uhr bis 20.30 Uhr inklusive eine Viertelstunde Pause, also 3 Stunden Kurs. Und das kostete 150 Mark im Monat. Also 25 Mark pro Stunde und da waren noch fünf andere Kinder und es gab ca. ein dutzend solcher Computerkurse. Ich ging trotz relativ hoher Preise, wie schon gesagt, 4 ½ Jahre dahin, doch dann wurde es auch mir zu langweilig und der Kurse wurde aufgelöst. Einen guten Freund habe ich dort gefunden. Er ist auch hier bei Yopi unter den Namen Brian


„Was hat das jetzt mit der PISA-Studie zu tun?“, fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Ganz einfach: Ich möchte euch durch dieses Beispiel verdeutlichen, dass die Deutsche Jugend einfach nicht gefördert wird.
Ich glaube, dass die PISA-Studie nicht aussagt, wie schlau bzw. doof die Schüler Deutschlands sind, sondern wie blöd die Politiker sind, da es garantiert viele, sehr schlaue Schüler in Deutschland sind, die nur noch unentdeckt sind und es leider wahrscheinlich auch immer bleiben werden. Das liegt vor allem daran, dass unsere lieben Politiker (ich möchte jetzt keinen mit Namen nennen) viel zu wenig Geld für die Förderung von Talenten ausgeben und auch für das restliche Schulsystem, denn schließlich haben doch nicht nur Hochbegabte Kinder ein Recht auf eine gute Ausbildung, sondern auch alle anderen, die „nur“ durchschnittlich sind.


Und es gibt noch einen Punkt in unserem Schulsystem, der mir überhaupt nicht gefällt und das ist das Sitzen bleiben, das ist etwas, was viele Schüler das ganze Leben lang beschäftig und oft beeinträchtigen diese Leute auch die anderen in der Klasse. Als ich auf meiner Schule in die siebte Klasse kam, gab es so viele Leute die sitzen geblieben sind, dass eine neue Klasse gemacht werden musste und so wurden alle Klassen „gevierteilt“, also die Hälfte der Mädchen und die Hälfte der Jungen. Eine Gruppe blieb so zusammen und kam in eine andere Klasse, so dass völlig neue Klassen entstanden. Viele Leute haben so ihre Freunde und Kollegen verloren und durch die Wahl zwischen Latein und Französisch gab es ganz extreme Fälle, in denen Schüler von ihren besten Freunden regelrecht „weggerissen“ wurden und in eine völlig neue und fremde Klasse gesteckt wurden.
So haben die Sitzen gebliebenen den Schülern geschadet, die vielleicht sehr gut waren und nicht sitzen geblieben sind.
Aber auch generell finde ich sitzen bleiben keine gute Idee. Ich finde da hat die Waldorfschule doch einen großen Vorteil gegenüber normalen, weiterführenden Schulen, da gibt’s es nicht nur kein sitzen bleiben, sondern die Schüler bleiben auch acht Jahre lang zusammen in einer Klasse. Das heißt sie sind von der ersten Klasse bis zur achten zusammen.
In den nördlichen Ländern wie Finnland und so, ist das auch so und die haben viel besser abgeschnitten als Deutschland, denn durch so eine Schulform, bekommt man viel leichter Freunde, oder verliert sie nicht so schnell, wenn man nicht mehr mit ihnen zusammen in einer Klasse ist. Und nur wenn man gute Freunde in der Klasse hat, fühlt man sich darin wohl und nur wenn man sich in der Klasse wohl fühlt, kann man gut mitarbeiten und gut lernen.



Fazit:
Es sind keinesfalls die Schüler so dumm. Sicherlich gibt es einige Schüler, die nun wirklich weit unter dem durchschnittlichen IQ liegen, aber es gibt bestimmt einige schlaue Schüler, von denen es nur keiner weiß. Oftmals verhalten sich Hochbegabte Schüler nicht wirklich schlaue, sie sind oft gar nicht die besten in der Klasse, auf jeden Fall von den Noten her, aber wenn man so einen IQ-Test macht, kann es oft zu Überraschungen führen. Nur wird nichts für die Jugend getan, weder für die Hochbegabten, noch für durchschnittlich schlaue Schüler.
Ich kann auch gut verstehen, dass diejenigen, die auf das Internat in Schottland gehen, nicht in Deutschland leben werden, wenn sie volljährig sind, sondern nach England oder USA zu gehen, denn wenn ein Land sowenig für einen tut, dann würde ich es auch nicht einsehen, nachher für dieses „faule“ Land zu arbeiten und dienen.


© by Hirni (Yopi) und Neo87 (ciao) 2002

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