Tod und Teufel (gebundene Ausgabe) / Frank Schätzing Testbericht


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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von ausforming_von_ciao
Wie dr Tell, gell?
Pro:
über weite Strecken sehr kurzweilig, einige Informationen über das Mittelalter (im Speziellen natürlich über Köln)
Kontra:
diese geschichtlichen Einschübe sind sicherlich nicht jedermanns Sache
Empfehlung:
Ja
Und es wird wieder einmal Zeit für eine Romanbesprechung. Nachdem ich in den letzten Monaten einige Mittelalterromane gelesen habe, wurde mir von Moira „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing empfohlen (oder besser gesagt von ihrer Schwester;) und dankenswerter Weise auch gleich noch zur Verfügung gestellt. Da ich das Buch nun nicht mehr allzu lange haben werde (beim Stammtisch muss ich’s ja zurückgeben) kommt nun also der Bericht dazu (damit die Besitzerin auch weiß, ob sich das Lesen lohnt *g*)
HANDLUNG
Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich hier um einen Roman, der im Mittelalter spielt, nämlich im Jahre 1260. Jacop der Fuchs (wegen seiner leuchtend roten Haarpracht so genannt) ist ein Tagedieb, der sich auf mehr oder weniger gerechte Art und Weise durchs kölner Stadtleben schlägt. Obwohl er zur ärmsten Bevölkerungsschicht gehört, hat er dennoch ein „Dach“ über dem Kopf, denn er besitzt den sogenannten Status muri, er kann also einen geschützten Platz an der Stadtmauer sein Eigen nennen.
Am 10. September geht Jacop wieder einmal auf Beutezug in den Apfelbäumen des Erzbischofs, die sich direkt neben der großen Baustelle des Kölner Doms befinden. Doch dieser Feldzug wird ihm zum Verhängnis, nicht dass er vom Eigentümer erwischt würde, schlimmer, er beobachtet, wie der Baumeister höchstpersönlich vom Gerüst stürzt, nachdem ihn ein „Schatten“ heruntergestoßen hatte.
In diesem Moment gibt der Ast, auf dem Jacop saß, nach und er fällt wie ein reifer Apfel zu Boden, so dass ihn der Mörder sieht und die Verfolgung des einzigen Zeugen aufnimmt, denn an der Tatsache, dass es sich nur um einen tragischen Unfall handelt, darf niemand zweifeln. Nun beginnt eine Hetzjagd durch ganz Köln. Über die bevölkerten Märkte kann Jacop dem Mörder zwar nicht entkommen, aber dieser ist auch zum Warten verurteilt, schließlich kann er ihn auf offener Straße kaum erschießen. So gelingt es ihm sich zu zwei Freunden durchzuschlagen und diesen das Erlebte zu erzählen. Doch der Mörder gibt noch nicht so schnell klein bei, wenig später werden nämlich die beiden Mitwisser, von einem Armbrustbolzen durchbohrt, tot aufgefunden. In dieser Notlage flüchtet sich Jacop zur Färberstochter Richmodis, die ihm kurz zuvor schon einmal geholfen hatte, nach einem Diebeszug einige Verfolger abzuschütteln.
Parallel zu den Ereignissen um Jacop erfährt der Leser noch etwas über die Drahtzieher des Mordes. Diese finden sich nämlich in den obersten Riegen der Patrizier und gehören einer Verschwörung an, die sich für ein kurz bevorstehendes großes Ereignis wappnet. Als diese Personen nun vom ungewollten Zeugen erfahren, wird die Lage für Jacop immer schwerer. Auf der einen Seite verfolgt ihn der Auftragsmörder, auf der anderen auch noch die Drahtzieher höchstpersönlich, die nicht scheuen ihren großen Einfluss auch geltend zu machen.
Zusammen mit Richmodis, ihrem Vater und ihrem Onkel Jaspar, seines Zeichens Physikus, macht sich Jaspar bereit für den Kampf um sein Leben, denn der Gegner ist ihm noch immer dicht auf den Fersen...
WAS HAT DAS BUCH ZU BIETEN?
Das ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt. Die Geschichte ist sehr verständlich geschrieben und kann vor allem durch einen guten Spannungsbogen glänzen. Dieser beruht vor allem auf dem hauchdünnen Vorsprung der „Mitwisser“ vor dem Mörder. Die Gegner der Gruppe sind dem Leser allerdings von vornherein bekannt, immer wieder wechselt der Schauplatz zwischen beiden Gruppen hin und her, wodurch man einen recht guten Überblick über beide Lager bekommt. Ein Nachteil dieser Schreibweise ist sicherlich, dass man die Hintergründe der Verschwörung relativ bald nachvollziehen kann, dies wird allerdings durch die Studien der einzelnen Personen wett gemacht.
Schätzing schildert die jeweiligen Gefühle der Personen recht gut und man spürt eine richtige Weiterentwicklung der einzelnen Charaktere. Die zunehmende Angst, die nicht nur Jacop befällt, sondern auch die Patrizier, was wird aus der Verschwörung wenn sie auffliegt, lohnt sich dieses Vorhaben überhaupt noch, wem kann man noch trauen...
Das Hauptaugenmerk liegt allerdings klar auf Jacop, der sich nach und nach ändert, der, angespornt von Jaspar, mit der Zeit über sich hinaus wächst. So verfolgt der Leser die Entwicklung Jacops vom bettelnden Dieb hin zu einem wahren Mann, der sich seinen Aufgaben stellt.
Da es sich hier ja um einen Roman, der im Mittelalter spielt, handelt, gibt es natürlich auch einige Ausführungen zu dieser Zeit. Diese werden sämtlich durch den gebildeten Jaspar in die Handlung eingebracht, der hauptsächlich von den Machtkämpfen zwischen den weltlichen Patriziern und dem Erzbischof erzählt. So hat man am Ende etwas über die verschiedensten Schiede erfahren, hat Abhandlungen über die Bedeutung des Domes gelesen und sich durch Abhandlungen über das Leben in Köln gewühlt.
Bei diesen Einschüben, ob man sie nun mag oder nicht (aber einige Längen in der Richtung haben die meisten Bücher), kommen natürlich einige Fachbegriffe oder veraltete Wörter vor. Diese sind kursiv gedruckt und können, falls sie nicht schon durch die Handlung klar geworden sind, in einem Register am Ende des Buches nachgeschlagen werden.
HINTERGRUND
Auch wenn die Geschichte an sich frei erfunden ist, so basiert sie doch auf Tatsachen. Den Dom gibt es natürlich, wovon sich ja jeder in Köln selbst überzeugen kann, also gab es auch einen Dombaumeister. Dieser fiel damals auch wirklich vom Gerüst, die Hintergründe wurden allerdings nie geklärt. Den schwelenden Konflikt zwischen Patriziern und dem Klerus gab es ebenfalls, so dass Schätzing nur die beiden historischen Tatsachen miteinander kombinieren musste, wodurch dann eben das Fundament dieses Romans entstand.
FAZIT
Auch wenn ich nur durch Zufall an dieses Buch gekommen bin, es hat sich gelohnt. Die 457 Seiten hatte ich recht schnell gelesen, was zum einen an der Spannung lag, die aufgebaut wurde, andererseits aber auch an den teilweise recht komischen Elemeten, die von den beiden, dem Alkohol nicht ganz abgeneigten, Verwandten Richmodis eingebracht werden. Alles in allem also eine kurzweilige Lektüre, die sich ,zumindest für Personen, die sich gerne mit dem Mittelalter beschäftigen, wirklich lohnt.
STATISTIK
Titel: Tod und Teufel
Autor: Frank Schätzing
Verlag: Best Book (Bertelsmann)
Seiten: 462 (mit Anhang)
Preis: etwa 9€, genau kann ich das aber nicht sagen, ich hab mir das Buch ja nicht gekauft*g*
ISBN: 3 – 8970 - 5133 – 8
Bis demnächst, oder wie es Richmodis Vater wohl gesagt hätte:
Geh’n wir noch einen trinken! (Die Bar ist in der Kommentarspalte aufgebaut...ist aber Selbstbedienung;)
HANDLUNG
Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich hier um einen Roman, der im Mittelalter spielt, nämlich im Jahre 1260. Jacop der Fuchs (wegen seiner leuchtend roten Haarpracht so genannt) ist ein Tagedieb, der sich auf mehr oder weniger gerechte Art und Weise durchs kölner Stadtleben schlägt. Obwohl er zur ärmsten Bevölkerungsschicht gehört, hat er dennoch ein „Dach“ über dem Kopf, denn er besitzt den sogenannten Status muri, er kann also einen geschützten Platz an der Stadtmauer sein Eigen nennen.
Am 10. September geht Jacop wieder einmal auf Beutezug in den Apfelbäumen des Erzbischofs, die sich direkt neben der großen Baustelle des Kölner Doms befinden. Doch dieser Feldzug wird ihm zum Verhängnis, nicht dass er vom Eigentümer erwischt würde, schlimmer, er beobachtet, wie der Baumeister höchstpersönlich vom Gerüst stürzt, nachdem ihn ein „Schatten“ heruntergestoßen hatte.
In diesem Moment gibt der Ast, auf dem Jacop saß, nach und er fällt wie ein reifer Apfel zu Boden, so dass ihn der Mörder sieht und die Verfolgung des einzigen Zeugen aufnimmt, denn an der Tatsache, dass es sich nur um einen tragischen Unfall handelt, darf niemand zweifeln. Nun beginnt eine Hetzjagd durch ganz Köln. Über die bevölkerten Märkte kann Jacop dem Mörder zwar nicht entkommen, aber dieser ist auch zum Warten verurteilt, schließlich kann er ihn auf offener Straße kaum erschießen. So gelingt es ihm sich zu zwei Freunden durchzuschlagen und diesen das Erlebte zu erzählen. Doch der Mörder gibt noch nicht so schnell klein bei, wenig später werden nämlich die beiden Mitwisser, von einem Armbrustbolzen durchbohrt, tot aufgefunden. In dieser Notlage flüchtet sich Jacop zur Färberstochter Richmodis, die ihm kurz zuvor schon einmal geholfen hatte, nach einem Diebeszug einige Verfolger abzuschütteln.
Parallel zu den Ereignissen um Jacop erfährt der Leser noch etwas über die Drahtzieher des Mordes. Diese finden sich nämlich in den obersten Riegen der Patrizier und gehören einer Verschwörung an, die sich für ein kurz bevorstehendes großes Ereignis wappnet. Als diese Personen nun vom ungewollten Zeugen erfahren, wird die Lage für Jacop immer schwerer. Auf der einen Seite verfolgt ihn der Auftragsmörder, auf der anderen auch noch die Drahtzieher höchstpersönlich, die nicht scheuen ihren großen Einfluss auch geltend zu machen.
Zusammen mit Richmodis, ihrem Vater und ihrem Onkel Jaspar, seines Zeichens Physikus, macht sich Jaspar bereit für den Kampf um sein Leben, denn der Gegner ist ihm noch immer dicht auf den Fersen...
WAS HAT DAS BUCH ZU BIETEN?
Das ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt. Die Geschichte ist sehr verständlich geschrieben und kann vor allem durch einen guten Spannungsbogen glänzen. Dieser beruht vor allem auf dem hauchdünnen Vorsprung der „Mitwisser“ vor dem Mörder. Die Gegner der Gruppe sind dem Leser allerdings von vornherein bekannt, immer wieder wechselt der Schauplatz zwischen beiden Gruppen hin und her, wodurch man einen recht guten Überblick über beide Lager bekommt. Ein Nachteil dieser Schreibweise ist sicherlich, dass man die Hintergründe der Verschwörung relativ bald nachvollziehen kann, dies wird allerdings durch die Studien der einzelnen Personen wett gemacht.
Schätzing schildert die jeweiligen Gefühle der Personen recht gut und man spürt eine richtige Weiterentwicklung der einzelnen Charaktere. Die zunehmende Angst, die nicht nur Jacop befällt, sondern auch die Patrizier, was wird aus der Verschwörung wenn sie auffliegt, lohnt sich dieses Vorhaben überhaupt noch, wem kann man noch trauen...
Das Hauptaugenmerk liegt allerdings klar auf Jacop, der sich nach und nach ändert, der, angespornt von Jaspar, mit der Zeit über sich hinaus wächst. So verfolgt der Leser die Entwicklung Jacops vom bettelnden Dieb hin zu einem wahren Mann, der sich seinen Aufgaben stellt.
Da es sich hier ja um einen Roman, der im Mittelalter spielt, handelt, gibt es natürlich auch einige Ausführungen zu dieser Zeit. Diese werden sämtlich durch den gebildeten Jaspar in die Handlung eingebracht, der hauptsächlich von den Machtkämpfen zwischen den weltlichen Patriziern und dem Erzbischof erzählt. So hat man am Ende etwas über die verschiedensten Schiede erfahren, hat Abhandlungen über die Bedeutung des Domes gelesen und sich durch Abhandlungen über das Leben in Köln gewühlt.
Bei diesen Einschüben, ob man sie nun mag oder nicht (aber einige Längen in der Richtung haben die meisten Bücher), kommen natürlich einige Fachbegriffe oder veraltete Wörter vor. Diese sind kursiv gedruckt und können, falls sie nicht schon durch die Handlung klar geworden sind, in einem Register am Ende des Buches nachgeschlagen werden.
HINTERGRUND
Auch wenn die Geschichte an sich frei erfunden ist, so basiert sie doch auf Tatsachen. Den Dom gibt es natürlich, wovon sich ja jeder in Köln selbst überzeugen kann, also gab es auch einen Dombaumeister. Dieser fiel damals auch wirklich vom Gerüst, die Hintergründe wurden allerdings nie geklärt. Den schwelenden Konflikt zwischen Patriziern und dem Klerus gab es ebenfalls, so dass Schätzing nur die beiden historischen Tatsachen miteinander kombinieren musste, wodurch dann eben das Fundament dieses Romans entstand.
FAZIT
Auch wenn ich nur durch Zufall an dieses Buch gekommen bin, es hat sich gelohnt. Die 457 Seiten hatte ich recht schnell gelesen, was zum einen an der Spannung lag, die aufgebaut wurde, andererseits aber auch an den teilweise recht komischen Elemeten, die von den beiden, dem Alkohol nicht ganz abgeneigten, Verwandten Richmodis eingebracht werden. Alles in allem also eine kurzweilige Lektüre, die sich ,zumindest für Personen, die sich gerne mit dem Mittelalter beschäftigen, wirklich lohnt.
STATISTIK
Titel: Tod und Teufel
Autor: Frank Schätzing
Verlag: Best Book (Bertelsmann)
Seiten: 462 (mit Anhang)
Preis: etwa 9€, genau kann ich das aber nicht sagen, ich hab mir das Buch ja nicht gekauft*g*
ISBN: 3 – 8970 - 5133 – 8
Bis demnächst, oder wie es Richmodis Vater wohl gesagt hätte:
Geh’n wir noch einen trinken! (Die Bar ist in der Kommentarspalte aufgebaut...ist aber Selbstbedienung;)
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