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Erfahrungsbericht von Sonnischlau

Motorradunfall auf der Autobahn

Pro:

nix

Kontra:

alles

Empfehlung:

Nein

Hallöchen liebe Leser,

es wird sicher nicht einer meiner längsten Berichte. Grund dafür ist, dass ich nur mit einer Hand tipseln kann, denn mein linker Arm ist von einer Gipsschiene umhüllt. Wie es dazu kam, darüber möchte ich heute ‚buchstabieren’ (grins).

Es ist Sonntagmittag, der 29. März 2003, die Sonnenstrahlen luden zu einer Motorradtour ein. Bei meiner Ahnenforschung hatte ich einige Probleme mit kleinen Orten, die es nicht mehr gibt oder eingemeindet wurden. Einige Zielgebiete hatte ich mir als Touren zusammengestellt. Als mein Männe fragte, Gurkeln oder Tour, schlug ich eine Tour vor in Richtung PL/Miedzychod. (Start: Berlin). Es war ein herrlicher Tag, alles klappte wie am Schnürchen.
Auf der Rücktour beim letzten Tankstopp einigten wir uns, auf eine Geschwindigkeit von ca. 140 km/h. Es dämmerte schon, mit Sinken der Sonne kam die Kälte. Dies nur als Vorwort

So tockelten wir in Richtung Heimat. Ich klebte mit meiner Honda am Hinterrad von meinem Männe. Die Autobahn 3-spurig, ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf der rechten Spur etliche Fahrzeuge, welche unter 140 km/h fuhren, die wir überholten.

Nun zum Sekundenablauf:

Auf einmal zog mein Motorrad nicht mehr, ich drehte am Gas doch irgendwie nahm sie es nicht an. Mein Tacho zeigte jetzt 130 hm/h an. Irgendwas stimmte nicht. Geräuschmäßig konnte ich keine Veränderung wahrnehmen. Der Abstand zu meinem Männe ist sehr groß geworden. Ich befand mich in der linken Hälfte von der rechten Spur. So versuchte ich mich bemerkbar zu machen, dass ich Probleme habe. Schaltete Fernlicht an und den Blinker rechts. Ich wollte auf den Standstreifen (jetzt 120 km/h). Fast im gleichen Atemzuge fing die Maschine an zu blockieren. Nix ging mehr. Es war als säße ich auf einem Presslufthammer.

- Die Maschiene hoppelte, vibrierte – ließ sich nicht lenken. Kupplung, Gang ging nicht. Nichts ging .
- 208 kg Motorrad hopsten mit mir über die Autobahn.
- Ein Auto überholte mich hupend.

- Gedanken: „Spring, wenn sie kippt“ – „Halt sie Rechts“ - „Zum Standstreifen - Spring“

Die Maschine ließ sich nicht mehr halten – beim Kippen – machte ich mich kurz hoch und versuchte wegzuspringen. Während des Falls sah ich so was wie einen Filmablauf – Bilder von meinem Sohn etc.

- Gedanken: „Schei....“ - „Kopf hochhalten“ - „zum Standstreifen“

Beim Aufprall schlug ich nur kurz mit dem Kopf auf die Fahrbahn. Versuchte mich zu orientieren, nahm die weit entfernte Leitplanke wahr und krabbelte los. Aufstehen konnte ich nicht und mein linker Arm war nicht zu gebrauchen. Mit so einer Art Kriechgang bewegte ich mich in Richtung und über den dicken Abtrennungsstreifen in Richtung Leitplanke. Ich konnte vorbeiquitschende Räder wahrnehmen und Hupen. Als ich die Leitplanke erreicht hatte und mein Versuch scheiterte – diese zu überwinden. Fuchtelte ich wild mit meinem rechten Arm rum. Ich sah meine Maschine mitten in der rechten Spur liegen. Autos, die ihr auswichen, aber nicht anhielten. Ne menge Gelber Lichter (Blinker). Zeitgleich hielt eine Art VW-Bus kurz auf dem Standstreifen und fuhr weiter. Ich hatte Angst, dass ein Auto meinem Motorrad nicht ausweichen, durch den Aufprall ins schleudern kommen könnte und mich am Ende noch platt machte.


Nun hielt ein großer LKW neben meinem Motorrad und jetzt hielten auch PKW’s auf dem Standstreifen. Die Unfallstelle wurde sogleich gesichert, ein weiterer rief die Polizei und Krankenwagen. Einer kümmerte sich um mich und hiefte mich auf die Leitplanke. Da saß ich nun, wohl unter Schock, denn ich zitterte am ganzen Körper und doch atmete ich auf und hoffte, dass mein Männe etwas mitbekommen hatte und auf dem Wege zu mir wäre. Noch immer hielt der Mann mich fest und redete auf mich ein. Den Helm hatte ich noch auf, so konnte ich ihn nicht verstehen.

Sie waren alle erstaunt, dass ich einigermaßen gut beisammen war. Nun holten 3 Männer mein Motorrad von der Fahrbahn. Mein Stehversuch, der recht wacklig war ließ sie ebenfalls aufatmen und wurde sogar beklatscht. Es schien als gehörten die 3 Autos zusammen. Bis die Polizei eintraf verging wohl gut eine Stunde.

Den netten Helfern – 5 Männer an der Zahl – möchte ich hier nochmals ganz herzlich danken. Auch dem Schutzengel den ich wohl gehabt habe. Wie sich herausstellte, gehörten die Autos incl. Insassen nicht zusammen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich wohl eine Menge Glück gehabt hatte und sehr glimpflich dabei weggekommen bin. Zwar habe ich sehr viel Wert auf einen sehr guten Helm, eine Motorradjacke mit Protektoren etc., sowie gepolsterte Handschuhe gelegt. Doch die Motorradhosen (mit Protektoren) fand ich einfach hässlich und wollte ich nicht haben. Die Einstellung dazu hat sich gründlich geändert.

Wo war mein Männe ? – Was geschah noch ? – Das folgt im Teil 2.

Bitte habt Verständnis, dass ich mich so kurz gehalten habe. Das Tipseln mit einer Hand ist recht mühsam. Ferner fallen/fielen meine Kommentare zu Euren Berichten im Telegrammstil aus. Nun wisst Ihr warm.

Vielen Dank für Lesen, Kommentieren und Bewerten. Die Punkte vergebe ich die netten namenlosen Helfern.

Euer Schleckermaul Sonni

51 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Löwin49

    27.11.2005, 19:21 Uhr von Löwin49
    Bewertung: sehr hilfreich

    ui, das ist aber heftig.. <br/>ich hoff du bist wieder hergestellt und es geht dir gut <br/>*G* <br/>Leonie