Erfahrungsbericht von Cleopatra1972
Geprüfte Managementassistentin bSb
Pro:
Kaum
Kontra:
Siehe Beitrag
Empfehlung:
Nein
Vor einigen Jahren beschloss ich, mich beruflich weiter zu bilden und informierte mich bei den verschiedensten Anbietern, was denn für mich als gelernte Industriekauffrau mit damals knapp 10 Jahren Berufserfahrung an Weiterbildung geeignet wäre. Unter anderem wurde ich auf den Lehrgang \"Geprüfte Managementassistentin bSb\" aufmerksam. Diese Maßnahme wird vom \"Bundesverband Sekretariat und Bürowesen e. V.\" in Bremen angeboten. Von der teilnehmenden Schule wurde dieser Lehrgang in den höchsten Tönen gelobt: Mit diesem BWL-basierenden Lehrgang würde der Blick für die Unternehmensentscheidungen geschult - Mitarbeiter sollen in der Lage sein, Entscheidungen des Arbeitgebers besser zu verstehen. Klang alles schön und gut:
- Dauer: 12 Monate
- Kosten: € 2.500,-- inklusive Unterrichtsgebühr, Bücher und
Prüfungsgebühr
- Fächer: Managementtechniken, Marketing, Betriebspsycholoie und
-soziologie, Englisch, EDV, Präsentationstechniken und
Personalwesen
Die Prüfungen werden im Halbjahresrythmus abgelegt.
Frohen Mutes meldete ich mich zu diesem Lehrgang an, in der Hoffnung, mit dem Abschlusszeugnis eine bessere Stelle zu finden (damals war ich noch bei der Zeitarbeit). Die Realität sah allerdings leider ganz anders aus: Die Unterrichtsinhalte (insbesondere im Marketing - obwohl ansonsten mein Lieblingsfach - und in der Psychologie) waren derart praxisfern, dass ich damit nur herzlich wenig anfangen. Im wahren Berufsleben konnte ich den Lernstoff gar nicht anwenden. Ich war übrigens nicht die einzige Teilnehmerin, die massive Probleme mit Theorie und Praxis hatte... Zu Beginn wurde uns Teilnehmerinnen zugesagt, in EDV würden wir darin geschult, z. B. eine Homepage aufzubauen. Statt dessen fing der Dozent praktisch bei NULL an: Wie schreibe ich einen Brief? Wie erstelle ich eine Excel-Tabelle? Wie erstelle ich ein einfaches Torten-Diagramm aus Excel-Daten? Nicht mal von PowerPoint war auch nur noch ansatzweise die Rede.
In Psychologie fiel ich insgesamt 2x durch. Dadurch durfte ich die Bezeichnung \"geprüft\" nicht verwenden. Um den Titel \"Geprüfte Managementassistentin bSb\" tragen zu dürfen, hätte ich den kompletten Lehrgang noch einmal absolvieren müssen, was ich aber - auch aus finanziellen Gründen - nicht wollte. Auf meine Bitte, mir eine Teilnahmebescheinigung ohne Noten auszustellen, wurde ich immer wieder vertröstet, bis ich nach ca. 3 Monaten endlich mal ein Papier vom bSb in den Händen hatte.
Meine Vorstellung, mit dieser Zusatzausbildung eine bessere Stelle zu finden, war leider etwas sehr hochgegriffen. Jeder Arbeitgeber kann sich vorstellen, was diese Bezeichnung \"Managementassistentin\" bedeutet. Die Anforderungen, die an die \"Trägerin\" gestellt werden, sind jedoch derart unrealistisch (es sein denn, man hat vorher noch BWL oder VWL studiert), dass ein Scheitern quasi vorprogrammiert ist. Ich weiß in diesem Fall, wovon ich hier schreibe: Ich war nach der Zeitarbeit eine Weile bei einer Personalberatung beschäftigt und habe dort gelernt, worauf es bei Bewerbungen ankommt (Was will der potenzielle Arbeitgeber in den ersten 60 Sekunden wissen und was nicht? Wie ist die Aufmachung der Bewerbung am Optimalsten? Etc.). Der Berater, der sich unter anderem auch meine Bewerbungsunterlagen vorgenommen hatte, sagte mir ganz klar, dass ich mit diesem Lehrgang (egal, ob ich nun die Prüfungen bestanden hätte oder nicht) keine Chance hätte, weil ich die Inhalte praktisch gar nicht anwenden konnte. Wie bereits oben geschrieben, war ich nicht die einzige Teilnehmerin, der es genauso ging. Wir hatten in unserem Lehrgang einen Notendurchschnitt von maximal 3.
Fazit: Dafür € 2.500,-- auszugeben, halte ich für deutlich überzogen. Sicher gibt es auch den/die eine/n oder andere/n, die bessere Erfahrungen gemacht haben. Aus meiner eigenen Sicht kann ich nur schreiben: Jede Menge Geld praktisch zum Fenster rausgeschmissen. Bedauerlich!
- Dauer: 12 Monate
- Kosten: € 2.500,-- inklusive Unterrichtsgebühr, Bücher und
Prüfungsgebühr
- Fächer: Managementtechniken, Marketing, Betriebspsycholoie und
-soziologie, Englisch, EDV, Präsentationstechniken und
Personalwesen
Die Prüfungen werden im Halbjahresrythmus abgelegt.
Frohen Mutes meldete ich mich zu diesem Lehrgang an, in der Hoffnung, mit dem Abschlusszeugnis eine bessere Stelle zu finden (damals war ich noch bei der Zeitarbeit). Die Realität sah allerdings leider ganz anders aus: Die Unterrichtsinhalte (insbesondere im Marketing - obwohl ansonsten mein Lieblingsfach - und in der Psychologie) waren derart praxisfern, dass ich damit nur herzlich wenig anfangen. Im wahren Berufsleben konnte ich den Lernstoff gar nicht anwenden. Ich war übrigens nicht die einzige Teilnehmerin, die massive Probleme mit Theorie und Praxis hatte... Zu Beginn wurde uns Teilnehmerinnen zugesagt, in EDV würden wir darin geschult, z. B. eine Homepage aufzubauen. Statt dessen fing der Dozent praktisch bei NULL an: Wie schreibe ich einen Brief? Wie erstelle ich eine Excel-Tabelle? Wie erstelle ich ein einfaches Torten-Diagramm aus Excel-Daten? Nicht mal von PowerPoint war auch nur noch ansatzweise die Rede.
In Psychologie fiel ich insgesamt 2x durch. Dadurch durfte ich die Bezeichnung \"geprüft\" nicht verwenden. Um den Titel \"Geprüfte Managementassistentin bSb\" tragen zu dürfen, hätte ich den kompletten Lehrgang noch einmal absolvieren müssen, was ich aber - auch aus finanziellen Gründen - nicht wollte. Auf meine Bitte, mir eine Teilnahmebescheinigung ohne Noten auszustellen, wurde ich immer wieder vertröstet, bis ich nach ca. 3 Monaten endlich mal ein Papier vom bSb in den Händen hatte.
Meine Vorstellung, mit dieser Zusatzausbildung eine bessere Stelle zu finden, war leider etwas sehr hochgegriffen. Jeder Arbeitgeber kann sich vorstellen, was diese Bezeichnung \"Managementassistentin\" bedeutet. Die Anforderungen, die an die \"Trägerin\" gestellt werden, sind jedoch derart unrealistisch (es sein denn, man hat vorher noch BWL oder VWL studiert), dass ein Scheitern quasi vorprogrammiert ist. Ich weiß in diesem Fall, wovon ich hier schreibe: Ich war nach der Zeitarbeit eine Weile bei einer Personalberatung beschäftigt und habe dort gelernt, worauf es bei Bewerbungen ankommt (Was will der potenzielle Arbeitgeber in den ersten 60 Sekunden wissen und was nicht? Wie ist die Aufmachung der Bewerbung am Optimalsten? Etc.). Der Berater, der sich unter anderem auch meine Bewerbungsunterlagen vorgenommen hatte, sagte mir ganz klar, dass ich mit diesem Lehrgang (egal, ob ich nun die Prüfungen bestanden hätte oder nicht) keine Chance hätte, weil ich die Inhalte praktisch gar nicht anwenden konnte. Wie bereits oben geschrieben, war ich nicht die einzige Teilnehmerin, der es genauso ging. Wir hatten in unserem Lehrgang einen Notendurchschnitt von maximal 3.
Fazit: Dafür € 2.500,-- auszugeben, halte ich für deutlich überzogen. Sicher gibt es auch den/die eine/n oder andere/n, die bessere Erfahrungen gemacht haben. Aus meiner eigenen Sicht kann ich nur schreiben: Jede Menge Geld praktisch zum Fenster rausgeschmissen. Bedauerlich!
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