Weiterbildung Testbericht

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Erfahrungsbericht von Dini2000

AEVO: Andere müssen für diesen Kurs viel bezahlen!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich hatte im Internet herausgefunden, dass vom 05.06. - 27.07.2001 beim Wirtschaftsinstitut Mentil-Naumann in Lübbenau ein Kurs zur Ausbildereignungsprüfung (AEVO) (auch berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation genannt) läuft, der übers Arbeitsamt finanziert werden könnte.

Also informierte ich mich beim Arbeitsamt. Der Kurs wurde mir sofort bewilligt. Da ich kein Arbeitslosengeld oder -hilfe bekomme, gab es in dieser Zeit auch kein Geld für mich. Aber ob ich nun zu Hause sitze oder was lerne, was mich interessiert - was ist da schon dabei?
Immerhin wurde der Kurs bezahlt, dafür legen andere einen Haufen Geld hin. Mein Freund musste als einen Teil seiner Meisterschule auch die Ausbildereignungsprüfung machen und dafür natürlich bezahlen. Er wäre darüber froh gewesen, es wie ich umsonst zu bekommen! Die Fahrkosten bekam ich erstattet und das war okay für mich. Achso, ich glaube der Kurs kostet bei sonst so um die 1000 DM.

Noch kurz was zu meinem Werdegang: Um den Ausbildereignungsschein zu machen muss man vorher einen Beruf erlernt haben. Ich bin Wirtschaftsassistentin, das ist vergleichbar mit Bürokauffrau. Anschließend habe ich 4 Jahre BWL studiert und bin nun arbeitslos, da man im Osten ungern junge Leute ohne Berufserfahrung einstellt. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich kann mit diesem Schein also Jugendlich im Betrieb ausbilden oder an der Berufsschule, da ich ja auch noch studiert habe.

An der Berufsschule will ich jedoch nicht arbeiten. Aber der Schein ist ein Leben lang gültig, also brauche ich ihn vielleicht einmal, warum also so eine Chance sausen lassen?

Außerdem fand ich die Themen eh interessant. Personalplanung und -entwicklung sowie Personalführung hatte ich schon als Fächer während des Studiums, das war interessant, also warum nicht auch was über Jugendliche lernen?

Der Kurs war in verschiedene Teile aufgegliedert:

1. Allgemeine Grundlagen legen:
Gründe für betriebliche Ausbildung, Einflußgrößen auf die Ausbildung, Rechtliche Rahmenbedingungen, Beteiligte und Mitwirkende an der Ausbildung, Anforderungen an die Eignung der Ausbilder

2. Ausbildung planen:
Ausbildungsberufe auswählen, Eignung des Ausbildungsbetriebes, Organisation der Ausbildung, Organisation und Inhalt mit der Berufsschule abstimmen, Ausbildungsplan erstellen, Beurteilungssystem festlegen

3. Auszubildende einstellen:
Auswahlkriterien aufstellen, an Einstellungen mitwirken, Einstellungsgespräche, Vertragsabschluss, Eintragungen und Anmeldungen, Einführung und Probezeit planen

4. Am Arbeitsplatz ausbilden:
Arbeitsplätze auswählen und aufbereiten, praktisch anleiten, aktives lernen anleiten, Handlungskompetenz fördern, Lernerfolgskontrollen durchführen, Beurteilungsgespräche führen

5. Lernen fördern:
Lern- und Arbeitstechniken anleiten, Lernerfolge sicherstellen, Zwischenprüfungen auswerten, auf Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten reagieren, kulturelle Unterschiede berücksichtigen, mit externen Stellen kooperieren

6. Gruppen anleiten:
Kurzvorträge halten, Lehrgespräche durchführen, Moderierend ausbilden, Medien auswählen und einsetzen, aktives Lernen in Gruppen fördern, in Teams ausbilden

7. Ausbildung beenden:
auf Prüfungen vorbereiten und dazu anmelden, Zeugnisse ausstellen, Ausbildung beenden / verlängern, auf Fortbildungsmöglichkeiten hinweisen, an Prüfungen mitwirken


Bei der Meisterschule z.B. wird dieser Kurs in 3 Wochen Vollzeit unterrichtet. So war es früher bei diesem Wirtschaftsinstitut auch. Bei mir waren es jedoch 8 Wochen und wir hatten viel Zeit auf alles genau einzugehen, auch an guten Beispielen, wofür sonst sicher kaum Zeit ist.

Am Ende dieser 8 Wochen bekamen wir vom Wirtschaftsinstitut ein Zertifikat, dass wir daran teilgenommen hatten.

Eine Woche später war bei der IHK die schriftliche Prüfung. Sie bestand aus multiple-choice-Fragen (Mehrfach-Wahl-Fragen) und Fragen, bei denen man die Antworten ausformulieren musste. Wir hatten vorher viele, viele Aufgaben geübt und trotzdem war es nicht ganz einfach.

Erst bei der praktischen Prüfung einen Monat später erfuhren wir dann das Ergebnis der schriftlichen Prüfung. Aber erst mal kam die praktische dran.
Dabei mussten wir eine Lehrunterweisung "vorspielen". Schon zur schriftlichen Prüfung mussten wir dafür unseren Unterweisungsbeleg einreichen in dem ein Vorgang der Ausbildung exakt aufgeführt war. Bei mir war es das wiegen und frankieren von Briefen. Den Auszubildenden muss ja alles haarklein erklärt werden. Bei der Unterweisung kam es darauf an, die richtige Methode gewählt zu haben, richtig mit dem Auszubildenden umzugehen und auf ihn einzugehen. Anschließend wurden noch ein paar Fragen gestellt.

Ich habe eigentlich ganz gut abgeschlossen. Mit 84 Punkten im schriftlichen Teil die beste von meinem Kurs und nach der praktischen war es eine gute 2. Also muss die praktische auch sehr gut gelaufen sein.

Allerdings muss ich sagen: Es ist egal wie gut oder schlecht man ist, hauptsache man besteht! Dafür braucht man wie in allen Prüfungen bei der schriftlichen 50 Punkte bzw. Prozent.
Denn auf dem Zeugnis der IHK steht nur drauf, dass man die Prüfung bestanden hat, keine Note. Es ist also wirklich egal.

Die Schwierigkeit dieses Kurses kommt ja immer auf die Person an. Für mich war es okay. Für Leute, die lange nicht mehr auf der Schulbank gesessen haben, ist es sicher schwieriger. Erst recht für ältere, die nicht damit klar kommen, dass man kooperativ mit den Jugendlichen umgehen muss. Wer das nicht einsieht und autoritär ist, gibt das auch als Antworten in den Prüfungen wieder.

Seit dem 12. September 2001 darf ich also Lehrlinge ausbilden. Naja. Auf jeden Fall war der Kurs sehr interessant. Und vielleicht bilde ich ja wirklich mal (allerdings in einem Unternehmen!) Auszubildende aus. Denn das könnte ich mir gut vorstellen, das kann mir schon Spass machen. Ich will nur nicht vor einer Berufsschulklasse stehen..

Na, mal sehen ob mir das hilft. Ich glaube nicht, dass ich dadurch leichter Arbeit bekomme. Aber wie gesagt, bereuen tu ich es auf keinen Fall! Ich würde es wieder machen!

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Kranich

    25.03.2006, 03:43 Uhr von Kranich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - *lg und danke für gute rückbewertungen* :-))

  • Angel05

    14.04.2002, 14:26 Uhr von Angel05
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand diese AEVO-Ausbildung ganz gut. Ich habe sie im Rahmen meines Studiums vergünstigt machen können und natürlich mitgenommen. Schließlich steigert das den eigenen Marktwert. Viele Grüße. Angel05