Minority Report (VHS) Testbericht

Minority-report-vhs-science-fiction-film
ab 8,11
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(23)
4 Sterne
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Erfahrungsbericht von Elli-Spirelli

Spiel der Visionen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Minority Report – ein Filmtitel der erst einmal nicht so viel vermuten lässt – aber das braucht er auch gar nicht, schließlich wird so ein Film reichlich beworben. Im Kino, im Fernsehen und Radio hörte man schon gar nichts anderes mehr. Tom Cruise – ohne Zweifel ein Schauspieler, den ich sehr mag trug noch umso mehr dazu bei, dass sich etliche Filmeliebhaber und auch Popcorn-Kinogänger auf den Film freuten und sicher mitunter auch noch immer freuen.

Im Trailer hat man etliche Bilder gesehen, die darauf schließen ließen, dass Science Fiction und Action der Hauptteil des Filmes sein dürfte. Ich persönlich habe mir keine Gedanken gemacht und meine Erwartungen dabei belassen, dass der Film spannend sein wird, ich einen guten (gewohnten) Tom Cruise erlebe und so unterhalten werde, dass ich danach sagen kann: Guter Film.

Letztendlich fällt meine Bewertung besser aus, als ich es gedacht hätte, denn der Film hat mich auf Gebieten überzeugt, die ich gar nicht erwarten konnte, denn irgendwo ist es auch ein etwas moderner Kriminalfilm geworden, selbst wenn der große Anteil an Science Fiction nicht zu übersehen war. Paranormale Elemente lassen mich umso mehr positiv denken, Freiraum und Untermalung durch Lebens und Zukunftsphilosophie geben dann noch einen weiteren Aspekt des Filmes. Eine Mischung die sich sehen lassen kann, wie ich finde.

Tom Cruise spiel John Anderton – ein junger Mann, der beim Department of Precrime arbeitet. Ein riesengroßer Komplex beinhaltet Büros der zukünftigen Art und vor allem noch 3 ganz besondere Menschen. Diese sind in einem Raum, der im Verlauf des Filmes als „Tempel“ benannt wird (spätere Erwähnung) – es sind Precogs – 3 Menschen, die die Zukunft vorhersehen – aber eigentlich nicht primär die Zukunft, sondern Morde. Und da beginnt das Spiel. Sie sehen die Morde der Zukunft, wurden angezapft und senden dadurch ihre Bilder auf eine Art Bildschirm – ein Datenfluss eben, der aufgefangen wird.

Precrime ist ein perfektes System – der Mord wird gesehen – aufgezeichnet – alle Einzelheiten festgehalten und Chief John Anderton hat schon vor 6 Jahren als alles begann sich fest entschlossen, diesen Job gut zu machen, denn er ist selbst nicht verschont worden von Verbrechen. Sein Sohn wurde damals entführt und er sah ihn nie wieder. Seine Frau verließ ihn daraufhin und alles was John noch hat ist der feste Wille die Menschen vor seinem Schicksal zu bewahren – Precrime ist also quasi sein Lebensinhalt.

In einer Stadt wie Washington ist Precrime gestartet – und soll nun nach diesen Jahren , die sehr wohl ergebnisreich verliefen geprüft werden um die letztendliche volle Einführung zu erhalten. Das Spiel um die Frage: Irren sich die Precogs auch? Kann beginnen...
Anderton hat einen Freund und zugleich auch Director von Precrime. Lamar (Max von Sydow) scheint alles dafür zu geben, dass Precrime die nationale Einführung erhalten wird und hat auch keinerlei Zweifel. Die Prüfung allerdings verläuft nicht ganz so wie vorgestellt. Denn John Anderton nimmt nicht nur nach Feierabend futuristische Drogen zu sich, sondern wird von den Precogs in einer ihrer Visionen als definitiver Mörder im System festgehalten. In dem System, an dem Anderton nie zweifelte Er kann nicht glauben, dass er einen Menschen töten wird, den er nicht einmal kennt.. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt und Anderton will herausfinden, wer ihm eins auswischen will, denn er ist sich sicher: Das System funktioniert. Und hier greift dann wohl auch der oft gewählte zweite Titel des Filmes : Vom Jäger zum Gejagten ...


Das ganze geschieht im Jahr 2054. Und genau da hab ich einen Kritikpunkt. Nun mag man das nicht verstehen, aber bei einem fast perfekten Film stellt sich mir die Frage wieso man um Himmels Willen dieses Jahr auswählte. Im Film und auch bereits im Trailer hat man eindeutige Bilder gesehen, zukunftsfantastisch nennen ich es einmal. Straßen, die an Gebäuden entlang führen , die sich untereinander und nebeneinander kreuzen ... hoch und runter an einem Gebäude auf einer Straße zu fahren ist schon mal wahnsinnig – die Autos (mal abgesehen dass die wirklich nicht familienfreundlich sind und nicht gerade den heutigen Geschmack treffen würden) fahren in einer Art Selbststeuerung – Unfälle scheinen also schon mal nicht vorkommen zu können. Soweit , so gut – aber wer glaubt denn bitte im Ernst dass solche Straßen (speziell die ganzen die an Hochhäusern hinauf führen) bis zum Jahre 2054 wahr werden könnTen? Es geht ja nicht darum obn es dann so ist, aber es könnte ja nicht einmal so sein. Und genau deswegen frage ich mich ernsthaft wieso man so ein Jahr gewählt hat, bei dem man dies in Frage stellen kann/möchte weil es einem nahezu auf der Seele brennt.

Etwas Paradoxes ist in jedem Film, der einen paranormalen Anteil hat und so lässt sich am Ende des Filmes vieles in Frage stellen – oder besser gesagt – der Film regt zum Nachdenken eher an – Fragen lässt er nämlich so viele gar nicht offen. Wenn ich zum Beispiel an eine Frage denke, die von einem Freund kam, dann sag ich eindeutig: Es werden viele Fragen nicht sofort sondern im Verlauf des Filmes beantwortet. Wer zum Beispiel wie ein Freund meinerseits die Frage stellt: Wieso zeigt man nicht was mit dem Sohn damals geschah? .. dem sag ich: Wenn die gewusst hätten was mit ihm geschah (die im Film und nicht die Filmemacher) dann hätten sie es sicher auch gezeigt, aber schon alleine die Tatsache, dass Anderton im Verlauf des Films eine ganz bestimmte Person selber fragt was mit diesem geschehn ist dürfte doch wohl darauf schließen lassen, dass Anderton und auch keiner sonst eine Ahnung davon hat. Mal drüber nachgedacht? Es ist wie gesagt mit einigen Dingen in diesem Film so. Andere Dinge sind mit Sicherheit ganz beabsichtigt so dargebracht dass man selber ein wenig philosophieren darf und ja eigentlich auch sollte.

Eine Frage konnt ich mir zum Beisiel nicht beantworten: Anderton steigt aus dem Auto und springt auf andere Autos, die sich gerade auf einer Straße bewegen, die senkrecht nach Unten verläuft – alles kein Problem und sicher auch nicht unlogisch – aber wie konnte er sioch an diesen superglatten Autos festhalten? Spiderman in Spe? ...

Aber es gibt noch mehr Fragen:
Stellt sich doch bestimmt ein jeder die Frage am System der Precogs: Wenn diese eine Vision haben und den zukünftigen Mord sehen – wieso ist man sich sicher, dass dieser Mord auch wirklich begangen werden würde, wenn er doch verhindert wird? Verwirrt? Macht nix ... denn hier werden generelle Gerechtigkeitsfragen gestellt und der Film lebt auch davon, dass genau das seine Wirkung zeigt. Man kann sich genauso gut fragen was wäre wenn das alles wirklich wahr wäre oder wie wäre ein Leben ohne Gewaltverbrechen .. alles ist möglich und jeder wird anders mit dem Film und dessen beinhalteten Themen umgehen. (Empfehlung für nachdenklich veranlagte Menschen: achtet mal darauf wenn bei der Prüfung die Frage auftaucht nach der Anbetung der Precogs, denn hier wird das Wort „Tempel“ nicht nur gebraucht sondern als ein Argument genutzt)

Mulmig ist einem vielleicht, wenn man mitbekommt, dass in der Fantasie der Zukunft vorkommt, dass man anhand seiner Augen gescannt wird. Sicher gerade deswegen weil so was auch heute schon in den Vorstellungen einiger Forscher existiert. Im Film werden Menschen in Einkaufszentren nach dem Scannen con Computerstimmen mit Namen angesprochen und weitere Dinge. Eine Frau wird beispielsweise gefragt ob sie diesmal wieder dieses und jenes Kleidungsstück kaufen möchte. Überwachung Pur? ..

Action ... tja was war da noch gleich .. ich muß sagen, der Trailer ließ mehr vermuten, aber mich persönlich hat es in keinster Weise gestört, dass weniger davon vorhanden war, denn die Spannung ist dafür gehalten worden und das alleine ist mir wichtig gewesen – ich brauche keine aufgesetzten Action-Szenen die nicht zur Story passen würden. Und um beim Thema Story zu bleiben: Diese ist auf ihre eigene Art faszinierend, sie ist durchdacht und bewegt sich immer im Rahmen der Freiheit mit Bildern und Sätzen so spielen zu können, dass alle Teile ein Ganzes ergeben. Einzig das Ende selber habe ich zu kritisieren. Ich und meine Filmenden .. ist sicher ein Thema für sich, aber hier werden so einige sehr enttäuscht sein. Es strotzt geradezu vor Kitsch und unglaubwürdigen Bildern, es ist fast so als wäre es nicht das Ende des Filmes sondern wäre dort nur zufällig gelandet.Bei einem nahezu perfekten Film fällt das einfach ins Gewicht. Also: Kitschwarnung am Ende! .. schade irgendwie ..

Schauspielerisch ist dieser Film bis auf ganz ganz kleinen Ausnahmen an perfekter Auswahl wohl kaum zu übertreffen. Tom Cruise hat nämlich nicht die bescheidenste Rolle seines Lebens gehabt sondern eher die beste Rolle in der er so gut passt, dass sogar Cruise- Antisympathisanten anfangen werden anders zu denken. Wen ich unbedingt erwähnen möchte ist Samantha Morton – sie spielt eine der Precogs und hat nicht nur die passendsten Augen zu der Rolle sondern spielt so beängstigend glaubwürdig, dass es einem einfach gefallen muß. Und mit Sicherheit würden hier noch einige Namen mehr hingehören, aber soweit will ich mal nicht gehen. Kurzum: Gute bis perfekte Auswahl.

Geteilt werden Kinogänger dennoch – denn dieser Film bietet nicht allen das was sie erwarten. Das liegt zum einen daran, dass der paranormale Touch und auch die weniger vorhandene Action im Trailer nicht rüberkommt und zum anderen daran, dass man zum Nachdenken fast gezwungen wird, zumindest an einigen Stellen (ansonsten ist es eher eine freie Art des Filmes etwas an Überlegung hineinzuwerfen was man entweder annimmt oder sein lässt) – Wer auf pures Popcornkino hofft ist bei Minority Report nämlich nicht an der richtigen Adresse.

Ich möchte den Film auf jeden Fall empfehlen, ich bin jedenfalls erleichtert, dass mir Spielberg nach A.I. gezeigt hat, dass er noch der alte wenn nicht sogar der neue leicht altgebliebene Spielberg ist, der sein Handwerk versteht, wenn er denn will. Ich wurde 145 Minuten durchweg gefesselt – habe Bilder in guter Kameraführung erlebt – Special Effects, die nicht einen Hauch Künstlichkeit erkennen ließen und schauspielerische Leistungen gepaart mit einer Mischung Film, die man gesehen haben muss um sich ein Urteil bilden zu können.

Widerlichste Szene: Als Anderton seine Augen wechseln lässt um nicht mehr beim Scannen erkannt zu werden / und wenn er zum Kühlschrank geht (leichte Warnung an welche denen leicht übel wird)

Schreckszene: Als Agatha aus dem Becken heraus Anderton umarmt

Lustigste Szene: Wenn die Augen rollen .. (mehr will ich nicht sagen)

Lieblingszitat: „Dieses Haus ist voller Liebe“


Viel Spaß beim Ansehen

Eure
Elli-Spirelli

45 Bewertungen, 5 Kommentare

  • try_or_die87

    31.07.2008, 22:59 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreich! Liebe Grüße

  • creedy18

    14.06.2008, 20:37 Uhr von creedy18
    Bewertung: sehr hilfreich

    feiner Bericht LG Andrea

  • Baby1

    06.06.2008, 08:47 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Puenktchen3844

    08.04.2008, 20:51 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima. LG

  • wir_2

    27.03.2008, 09:11 Uhr von wir_2
    Bewertung: sehr hilfreich

    die lustige Szene kenn ich... ;-D