Sexy Beast (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DocT.

Ben Kingsley in ungewohnter Rolle

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein Film mit Ben Kingsley ist an sich gesehen eigentlich immer sehenswert und generell gut. Schließlich steht er für eine Reihe guter Filme, wie zum Beispiel Gandhi, in dem er die Hauptrolle spielte. Auch im Film Sexy Beast besetzt er eine der Hauptrollen, doch diesmal bin ich etwas gespaltener Meinung über diesen Film. Sicherlich hebt sich Ben Kingsley in bezug auf seine schauspielerische Leistung deutlich von den anderen Mitwirkenden ab, aber ein sehr guter Schauspieler macht leider noch nicht zwangsläufig einen guten Film.
Die Regie in diesem Streifen führte Jonathan Glazer, der mit Sexy Beast sein Filmdebüt gab. Jonathan Glazer ist kein Unbekannter in der weitgefassten Filmbranche, denn er hat früher einige Werbefilme( aktuell den Levi´s Spot) gedreht, die recht gut waren. Dem Film Sexy Beast kann man dieses durchaus anmerken, denn er versucht mittels rasanter Filmschnitte ähnliche Effekte in seinem Film Sexy Beast zu erzielen. Speziell die ersten Szenen erinnerten mich ganz stark an einen Werbefilm für einen neuen PKW!! Ich möchte sie kurz einmal skizzieren:

Szene 1 / Vorspann
In der ersten Szene sieht man den englischen Ganoven GAL, der in einem kleinen spanischen Ort seinen Ruhestand genießt. Er liegt auf seiner Liege am Pool in der heißen spanischen Mittagssonne und sinniert über das Leben und die Hitze. Seine Hitze im Schritt kühlt er stöhnenderweise mit einem Eisbeutel! Am Pool neben ihm sieht man einen spanischen Jugendlichen, der für ihn Reinigungsarbeiten am Pool verrichtet. Dieses aber macht er auch nur mehr lustlos, da auch ihm die Hitze zu schaffen macht. Der Anschiss folgt postwendend von Gal.
Gal sieht man sein Alter an, denn sein rundumlaufender Rettungsring kann sich sehen lassen. Der Ruhestand lässt grüßen. Bei der Auswahl seiner todschicken gelben Badehose hat der Regisseur wirklich Geschmack walten lassen. Eine Hose, die man in den Siebzigern getragen hat (siehe auch das Kinoplakat)! Mühsam erhebt sich Gab aus seiner Liege und geht drei vier Schritte zum Pool, um dort dann zu verharren.

Szene 2
Man sieht eine Limousine, deren Marke nicht sofort sichtbar ist, die mit hohem Tempo eine Serpentinenstrasse hinabfährt (könnte auch hinauf sein, so genau erinnere ich mich nicht mehr). Am Steuer sitzt eine etwas ältere gutaussehende dunkelhaarige Frau.
Ein Zusammenhang mit der vorherigen Szene lässt sich nicht erkennen!

Szene 3
Ein großer Felsbrocken löst sich aus einer Gesteinsformation und rollt einen Bergabhang hinab. In der weiteren Einstellung sieht man, dass er direkt auf den Pool zurollt, vor dem sich in der brüllenden Hitze Gal rekelt. Dem Zuschauer wird suggeriert, dass er wahrscheinlich Gal treffen wird.

Szene 4
Der Pkw fährt vor das Anwesen von Gal und die Frau, seine Frau, steigt aus und geht ins Haus, wo ihr dann Gal Dove entgegenkommt und berichtet, dass ihn knapp ein Felsbrocken verfehlt hätte. Dieser läge nun auf dem Boden des Pools und hat beim Aufschlag den Fliesenboden durchschlagen. Ab hier plätschert die Geschichte, die ich etwas weiter unten zusammenfasse, so langsam weiter.

Speziell diese ca. 10 Minuten dauernden Sequenzen erinnern mich ganz stark an einen kurzen Werbefilm. Die Schnittfolge ist sehr abrupt, die Botschaft, die vermittelt werden soll, ist nicht gleich klar. Ein Umstand, der es dem Zuschauer am Anfang nicht gerade einfach macht, in den Film einzusteigen.

Handlung
Gal, ein alternder englischer Ganove, der seine besseren Zeiten schon lange hinter sich zu haben scheint, verbringt seinen Ruhestand in einem kleinen spanischen Örtchen mit seiner Frau Deedee, einer ehemaligen Pornoqueen. Der kleine oben beschriebene Vorfall mit dem Felsbrocken, der nur knapp Gal verfehlte, und in den Pool fiel, scheint ein böses Vorzeichen für die beiden zu sein. Kurze Zeit später überbringt nämlich das befreundete Ehepaar Aitch, gespielt von Cavan Kendall, und Jackie, dargestellt von Juliane White, eine Nachricht, die Gal und seiner Frau Deedee (Amanda Redman) die Eiseskälte in den spanischen Süden bringt: Der Don kommt!! Mit Don ist Don Logan, gemeint, der von Ben Kingsley gespielt wird. Dieser ist ein brutaler psychotischer Killer, der für den Gangsterboss Teddy Bass (Ian McShane) in London eine Crew zusammenstellen soll, die einen spektakulären Coup durchführen sollen. Sie wollen gemeinsam eine Londoner Bank ausrauben. Der Zugangsweg soll von einem danebenliegenden Schwimmbad aus geschehen. Die gesamten Tunnelarbeiten müssen unter Wasser und innerhalb einer Nacht geschehen. Dazu benötigen sie einen Spezialisten und dieser Spezial ist Gal Dove! Doch dieser möchte nur noch seinen Ruhestand an der spanischen Costa de Sol genießen. Nur hat er nicht dabei bedacht, dass seine alte Firma keinerlei Kündigung oder Ruhestand akzeptiert. Einen Tag lang liefern sich die beiden zuerst ein interessantes verbales Wortgefecht, das sicherlich nicht nur mir, sondern auch einigen anderen Zuschauern eine Gänsehaut brachte. Nachts kommt es dann zu einem finalen Ende der Diskussion, deren Hergang ich natürlich nicht beschreiben werde, denn vielleicht gibt es ja doch den ein oder anderen, der sich den Film noch anschauen möchte. Letztendlich reist Gal Dove doch noch ein letztes Mal nach London, um seinen Job zu machen.
Der eigentlich Bruch, der in einer Londoner Bank stattfindet, wird nur wenig gezeigt und ist auch im Handlungsablauf des gesamten Filmes nur Nebensache. Denn auch in London gibt es noch einige interessante Details zu sehen bzw. zu hören.


Hauptrollen: Don Logan - Ben Kingsley,
Gal Dove - Ray Winstone
Deedee Doove - Amanda Redman
Teddy Bass – Ian McShane
Aitch – Cavan Kendall
Jackie – Julianne White

Regie : Jonathan Glazer

Filmdauer : 88 Minuten

Bezahlter Eintrittspreis im Cineplax Münster : 8 Euro (Wochenendpreis)


Fazit :
Ich möchte diesen Film nur bedingt empfehlen, denn eigentlich ist die Handlung etwas oberflächlich und zeigt eindeutig dramaturgische Schwächen im Ablauf. Einzig die verschiedenen Dialoge von Don Logan und seine brutal abstoßende Art machen den Film ein wenig sehenswert. Ben Kingsley spiel wieder einmal extrem gut, wobei es hier aber weniger die Bilder sind, die begeistern, sondern einfach nur die Art des Dialoges. In dieser Art habe ich noch nie einen Menschen real sprechen gesehen – allerdings bin ich darüber auch froh. Ich möchte niemals mit so einem Ekel zusammentreffen
Die anderen Schauspieler sind meiner Meinung nach so lala, also nicht überragend, sondern einfach breiter Durchschnitt.
Die Schnitttechnik zu Beginn des Filmes ist etwas verwirrend und wie ich oben näher beschrieben habe, erinnert sie mich sehr stark an einen Werbeclip. Zusammenfassend möchte ich sagen: Wartet ab bis er in die Videotheken kommt und leiht ihn euch für kleines Geld aus!!

Über nette Kommentare freut und bedankt sich

DocT. !!


Veröffentlicht bei dooyoo.de am 29.7.2002 um 19.00 Uhr, bei ciao.com am 30.7.2002 um 07.00 Uhr. Veröffentlicht bei yopi um 18.30 Uhr am 14.08.2002 !!

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