Lost in Translation (DVD) Testbericht

ab 8,14
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Erfahrungsbericht von myra-belle

Oscar für das beste Drehbuch? - Ich glaub, ich bin im falschen Film!

Pro:

Ein paar schöne Aufnahmen von Tokio-City.

Kontra:

Japanische Kultur wird verunglimpft. Figuren langweilig. Film nicht besonders lustig.

Empfehlung:

Nein

STORY

Ein alternder Schauspieler (Bill Murray) dreht in Tokio Werbung für eine japanische Whiskeymarke. Er tut es nur sehr ungern. Ohne geringste Sprachkenntnisse, immensen Schlafproblemen und eine Angtraute, die sich nicht nur geografisch von ihm entfernt hat, weißt er nichts Besseres mit sich anzufangen, als an der Hotelbar zu lungern und eben erwähnten Gesöff in sich hineinzuschütten.

Charlotte (Scarlett Johansson) ist eine junge Frau nach dem erfolgreichen Studium, aber noch ohne Job. Sie ist ihrem Mann (Govanni Ribisi), einem gefragten Fotografen, nach Tokio gefolgt. Dieser merkt noch nicht einmal, dass seine Frau, die er, wie er beteuert, sehr liebt, schlaflos neben ihm liegt.

Es kommt, wie es kommen muss. Beide Hauptdarsteller (Murray und Johansson) treffen immer wieder aufeinander und beschliessen, sich von der lärmenden, fremdländisch Kultur auszuschliessen und gemeinsam sich zurückzuziehen. So soll nach Regisseurin Sofia Coppola eine Seelenverwandtschaft aussehen.

KRITIK

Beide Figuren geben der japanischen Kultur keinerlei Chancen, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Natürlich sind die Japaner auf der einen Seite ganz Businessmen bzw. -women, höflich bis zur Selbstverleugnung, und auf der anderen Seite privat extrem laut, grell und konsumbedacht. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch einen Ausgleich braucht. Wenn man im Geschäft gezwungen ist, nur eine Art perfekte Maschine zu sein, ist es eigentlich nicht wirklich verwunderlich, wenn man in seiner Freizeit auch mal fünfe gerade sein läßt.
Coppola hat aber nur Extreme Situationen aneinader gereiht, die Schönheit Japans und erfurchtverdienende Aspekte der japanischen Kultur werden einfach unter dem Tisch fallen gelassen. Ziemlich deutlich ist es an der Stelle zu sehen, als Charlotte nach dem Besuch eines Schreines nichts Besseres zu tun hat, als sich darüber zu beschweren, dass der Mönch den ganzen Tag nur gesungen hat. Dabei gibt es bestimmt auch europäische Religionsgemeinschaften, die ebendieses machen.
Es wird in meinen Augen in keinster Weise für Verständnis und Toleranz gegenüber anderen Kulturen geworben. Ganz im Gegenteil, die Rave-Party mit selbstverständlichen Drogenkonsum halte ich für eine geschmackliche Entgleisung.

Außerdem kann ich die Beziehnung nicht ganz nachvollziehen. Behäbig fliessen die Minuten, am Ende verpufft alles im luftleeren Raum. Welchen Gewinn haben die Figuren am Ende eigentlich gemacht?
Ich fand es gar nicht schade, dass die geschnittenen Szenen dieses Schicksal ereilt hatte. Keine einzige hätte der Kinofassung auch nur irgendetwas hinzufügen können.

FAZIT

Diese Komödie ist weder witzig, romantisch noch unterhaltsam. Keine Ahnung, wieso so viele davon schwärmen.

19 Bewertungen, 3 Kommentare

  • carinak05

    26.07.2005, 23:35 Uhr von carinak05
    Bewertung: sehr hilfreich

    aber ich glaube, du hast den Sinn des Films nicht wirklich verstanden! Bleibt geschmackssache.

  • anonym

    10.02.2005, 19:39 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mir hat der Film auch nicht besonders gefallen.

  • Boadicea

    10.02.2005, 18:34 Uhr von Boadicea
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...aber glaube doch, dass er, wenn du dir doch eine feste Meinung gebildet hast (dazu ist ja auch nicht jeder fähig *g*), noch weitere Aspekte liefert, unter denen man ihn bewerten und beschreiben könnte. LG von Boadicea.