About a Boy, oder: Der Tag der toten Ente (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DieEine

Hugh Grant ist Ibiza

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich wollte ich dieses Jahr im Sommer unbedingt mit einer Freundin ins Open-Air-Kino gehen. Es wurden so viele Filme angeboten, dass wir uns nur schwer auf einen Film hätten einigen können. Eigentlich wäre auch zeitlich nur \"About a boy\" in Frage gekommen, aber irgendwie kam dann doch was dazwischen. Meine Freundin war aber nun der Meinung, dass ich \"About a boy\" unbedingt sehen wollte und so sind wir dann in einen ganz normalen Kinosaal gegangen und haben uns Hugh Grants neuesten Film angesehen.

Hugh Grant spielt darin den überzeugten Single Will, der in seinen Augen eine Insel ist. Er lebt für sich alleine in seiner eigenen Welt und nichts und niemand kann ihm etwas anhaben. Arbeiten muss er nicht, denn sein Vater hat vor einigen Jahren einen herrlich kitschigen Weihnachtssong geschrieben, von dessen Tantiemen es sich ganz gut leben lässt.
Seine innere Leere füllt er mit Frauenbekanntschaften und - Liebeleien aus. Irgendwann kommt er dahinter, dass sich allein erziehende Mütter bestens als Affaire eignen und so besucht er eine Selbsthilfegruppe, gibt sich als allein erziehender Vater aus und lernt auch prompt eine Frau kennen.
Zu einem gemeinsamen Picknick bringt diese neben ihrem Kind noch den zwölfjährigen Marcus, den Sohn einer Freundin mit und mit dieser Begegnung ändert sich Wills Leben.
Marcus ist der totale Aussenseiter, der mit seiner labilen Mutter alleine in einer kleinen Wohnung lebt. Fiona muss arbeiten und hat nicht viel Zeit sich richtig um ihren Jungen zu käümmern.

Als Will Marcus nach dem Picknick nach Hause bringt, findet er dort Fiona vor, die sich das Leben nehmen wollte. Nachdem diese nach einigen Stunden wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist sich Marcus einig, dass er nicht mehr mit seiner Mutter alleine bleiben kann und dringend ein Mann im Haus her muss. Will schwebt ihm da als potentieller Dad vor, doch kann dieser mit der ökologisch-angehauchten Fiona nichts anfangen.
Marcus merkt dies und er hat Angst nach der Schule nach Hause zu gehen, weil er befürchtet, dass seine Mom sich wieder etwas angetan haben könnte. So nervt er so lange bei Will ab, bis dieser ihn in seine Wohnung lässt und die Nachmittage vor dem Fernseher verbringt. Mit der Zeit entwickelt Will richtige Gefühle für den Jungen, lernt was Verantwortung heisst und ist so bald bereit eine richtig ernsthafte Beziehung mit einer Frau einzugehen.

Hugh Grant ist phantastisch in dieser Nick Hornby Verfilmung. Zum ersten mal spielt er nicht den vertrottelten Gentleman sondern jemand, der er vermutlich wirklich ist: ein alternder Single. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig hochgegriffen, aber ich fand ihn wirklich sehr gut und sehr sympathisch als Will und Szenen, die wirklich ein wenig Tiefgang hatten, hat er gut rübergebracht.

Ebenso überzeugt hat mich der junge Nicholas Hoult als Marcus, denn Gott sei Dank hat mal ein anderer Junge als Haley Joel Osment die Chance bekommen, einen starken Charakter zu spielen. Hoult spielt den Aussenseiter wirklich überzeugend und man hat in jeder Minute des Films Mitleid mit dem Kind und wünscht sich wirklich, dass sich mal einer seiner annehmen würde.

Toni Collette, die als Fiona ein weiteres mal Mut zur Hässlichkeit beweist ist zwar keine gute Mutter, aber eine klasse Schauspielerin, denn auch sie überzeugt als mit ihrem Leben überforderte Mutter.

Mir hat \"About a boy oder der Tag der toten Ente\" sehr gut gefallen, denn der Film bringt einen sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken. Meiner Meinung nach geht er zwar nicht besonders tief und ist manchmal auch etwas zu ideologisch, aber für Unterhaltungskino ist er auf jeden Fall ein top Film, der Spass macht und den man sich getrost noch ein weiteres mal ansehen kann.
Wir haben nach dem Film noch über den Titel spekuliert. \"Der Tag der toten Ente\" ist klar, weil Will und Marcus sich an dem Tag, an dem Marcus mit dem selbstgebackenen Vollkornbrot seiner Mutter eine Ente tötet, kennenlernen und die Vater-Sohn-Geschichte dort ihren Anfang nimmt. Wir waren uns nur nicht sicher, wer mit \"boy\" gemeint ist. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass man Will damit meint, weil dieser sich wirklich wie ein Junge verhält, in den Tag hineinlebt und sich um nichts Sorgen macht, während Marcus, der eigentliche Junge, schon lange erwachsen ist und mit vielen Problemen fertig werden muss.

Auch der leise Soundtrack hat mir bei dem Film gefallen. Badly Drawn Boy (und wieder ein Junge) liefert hier ganz unauffällige, aber doch irgendwie einprägenden Klänge, die zur gesamten Stimmung des Film passen.
Also alles in allem war das Schauen von \"About a boy\" für mich ein gelungener Kinoabend und führte dazu, dass ich wieder einen Anwärter für meine DVD-Sammlung habe.

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