Fast drei Wochen waren vergangen, seitdem ich das letzte Mal eine richtige Eisenbahn-Tour gemacht hatte, was für mich wirklich schon eine Ewigkeit ist, wo ich doch normalerweise mindestens zweimal wöchentlich mit dem Zug durch die Gegend kurve.
So war es dann auch nicht verwunderlich, dass mich am Donnerstag mal wieder die unvergleichliche Lust überkam, am nächsten Morgen in einen Zug zu steigen und mir ein paar Eisenbahnstrecken, aber auch Städte anzuschauen.
Allerdings musste ich mir nun, da es in meinem Geldbeutel momentan nicht gerade besonders rosig aussieht, gut überlegen, wie ich wohin am günstigsten reisen könnte. Ich schnappte mir also meinen immer griffbereit liegenden Baedeker Reiseführer Deutschland (mmmh, ... könnte man eigentlich auch mal nen Bericht drüber schreiben - mach ich mal demnächst) und blätterte den Wälzer ein wenig durch.
Beim Buchstaben E angelangt, hatte ich dann das perfekte Reiseziel gefunden. In der Eifel war ich nun wirklich noch nie gewesen und die Bilder der dort zu findenen Eifelmaare (ehemalige Vulkankrater, in welchen sich heute kleine Seen befinden) sprachen mich richtig an.
Es wird sich nun jeder fragen, der sich geographisch ein wenig auskennt, was Bad Ems (in dieser Rubrik befinden wir uns ja gerade) denn mit der Eifel zu tun hat. Nun, ganz einfach. Um freitags billig mit dem Zug durch die Gegend fahren zu können und dabei durch die Eifel zu kommen, entschied ich mich für das Rheinland-Pfalz-Ticket der Deutschen Bahn (auch wieder ein Thema, dem ich mich irgendwann mal in einem Bericht widmen kann). Da dieses allerdings auch nur in Rheinland-Pfalz verkauft wird, musste ich mir einen Ort in Rheinland-Pfalz aussuchen, der möglichst nahe an meiner hessischen Heimatstadt Gießen liegt und indem ich zudem noch die Wartezeit von einem zum nächsten Zug eventuell durch Besichtigungen überbrücken könnte.
Ich blätterte also wieder in meinem Reiseführer und entdeckte im Kapitel "Lahntal" die Stadt Bad Ems, die in der wenn auch kurz gehaltenen Beschreibung durchaus einen interessanten Eindruck zumindest für einen kurzen Zwischenstopp machte.
Am nächsten Morgen setzte ich mich in Gießen in den RegionalExpress nach Koblenz und machte mich auf den Weg nach Bad Ems.
2. Wo liegt Bad Ems?
Bad Ems liegt inmitten des schönen Lahntals, an der (so ein Wunder aber auch) Lahn, etwa 15 Kilometer von deren Mündung in den Rhein entfernt. Die nächstgelegene Großstadt ist Koblenz, etwa 20 Kilometer westlich.
Bad Ems ist von den Hängen des Westerwaldes von beiden Seiten umgeben, was dem 10.000 Einwohner zählenden Ort, eingezwängt zwischen den Bergen, einen schönen Ersteindruck verleiht.
Reist man mit dem Auto an, erreicht man Bad Ems am besten über Lahnferienstraße B417 Gießen-Koblenz, die nächste Autobahnauffahrt liegt in Montabaur an der A3 Frankfurt-Köln. Mit der Bahn erreicht man Bad Ems mit stündlich verkehrenden RegionalBahn-Zügen und zweistündlich verkehrenden RegionalExpress-Zügen ab Koblenz oder Gießen. Ab Frankfurt(Main) empfiehlt sich auch die Anreise über Limburg(Lahn).
3. Geschichte
Bad Ems zählt zu den ältesten Heilbädern Deutschlands. Anfang des 18.Jahrhunderts ließen sich die Fürsten von Nassau-Oranien ein barockes Schloss mit einem Badehaus errichten, welches heute noch als Teil des Kurhauses besteht.
Im 19.Jahrhundert wurde Bad Ems zum Heilbad von Weltgeltung. Zaren, Fürsten, Kaiser, Könige, aber auch Personen aus Kunst,Kultur und
Musik kamen nach Ems zum Kuren. Dostojewski, Richard Wagner, Otto von Bismarck (der mit der Unterzeichnung der Emser Depeschen den Deutsch-Französischen Krieg auslöste) sind nur einige Namen von Persönlichkeiten, welche in Ems weilten.
4. Besichtigung
Als ich mit dem Zug in Bad Ems ankam, war ich erstmal über den Bahnhof selbst ein wenig überrascht. Er ist nämlich meiner Meinung nach der kleinste Bahnhof Deutschlands, welcher eine Bahnsteighalle besitzt. Dies wird sich jedoch aus der Zeit, als berühmte Persönlichkeiten hierher mit der Bahn anreisten (es gab sogar mal durchgehende Züge Paris-Moskau mit Halt in Bad Ems !!!), ableiten. Das Bahnhofsgebäude selbst zählt aber nicht gerade zu den schönsten und saubersten.
Also schnell raus und die kurze Straße hinunter zur Lahn, wo man gleich den ersten positiven Eindruck von Bad Ems gewinnt. Die Bäderarchitekur ist für mich allgemein recht faszinierend. Und Bad Ems kommt meiner Ansicht in Bezug auf diese besondere Art von Architektur locker an andere bekannte Weltbäder wie Karlsbad oder Marienbad in Böhmen oder Baden-Baden heran.
Über eine der beiden Fußgängerbrücken, welche über die Lahn führen, gelangt man hinüber zum Kurhaus, in welchem man, wenn man einen Blick hineinwirft, überwiegend Rentner beim Trinken aus den Mineralquellen beobachten kann. Das Kurhaus zieht sich mit seiner Fassade über mehrere hundert Meter an der Lahn entlang und mir hat es besonders gefallen, an der Lahn entlang durch den Kurpark zu wandern, der sich direkt an das Kurhaus, in welchem sich auch eine Spielbank (wie in jedem Heilbad mit Weltgeltung) befindet, anschließt. Ich kann mir vorstellen, dass es hier insbesondere im Sommer bei schönem Sonnenscheins sehr entspannend sein kann, sich mit Blick auf die Lahn zu entspannen. Über die Römerstraße gelangt man in das dann nicht mehr so schön wirkende Stadtzentrum mit weitestgehender modernerer Bebauung.
Für einen Aufstieg auf einen der Bad Ems umgebenden Berge mit drei verschiedenen Aussichtstürmen hatte ich bei meinem kurzen Aufenthalt leider keine Zeit. Auch die überall in der Stadt beworbene Emser Therme mit römischem Bad und allem, was man sonst noch in einer Therme finden will, konnte ich in meinem etwa eineinhalb stündigen Aufenthalt natürlich nicht besuchen. Auf den Plakaten in der Stadt hat sie allerdings einen recht hübschen Eindruck gemacht.
5. Fazit
Zwar ist Bad Ems nicht gerade eine Stadt, in der der Bär tobt. Aber für einen kurzen Zwischenstop, um die wunderschöne Bäderarchitektur in einem ehemaligen Heilbad von Weltgeltung zu bewundern, sollte man sich allemal Zeit nehmen.
Auch kann ich mir vorstellen, dass man, wenn man vom Arzt mal eine Kur verschrieben bekommen sollte, hier durchaus schön entspannen kann und zudem noch schöne Möglichkeiten zum Wandern hat. Auch Möglichkeiten für Besichtigungen in der Umgebung sind zahlreich vorhanden. Es empfehlen sich Ausflüge ins Rheintal, an die Mosel, nach Limburg und und und.
Kemmenau über Bad Ems: Auslieferung L. Depke, Sonnerschau. Lehrbuch der Antlitz-Diagnostik. Der Schlüssel zur erfolgreichen Anwendung der Biochemie, Balneologie und Diätetik
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