Bauchnabelpiercing Testbericht

Bauchnabelpiercing
Abbildung beispielhaft
ab 14,86
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  gut
  • Tragekomfort:  gut
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  gut
  • Hautverträglichkeit:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Sweetz

Ein Edelstein funkelt in meinem Bauchnabel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Mal wieder ein neuer Modegag“ dachte ich, als mir auf der Straße und bei Freunden ständig Bauchnabelpiercings begegneten. Aber es sah trotzdem verdammt gut aus.

Es vergingen einige Monate, bis ich mit meiner Mutter in die Stadt fuhr und mich in einem Tattoo und Piercingstudio wiederfand.
Ich hatte diesen Laden ausgewählt, weil:

- alle Behandlungen nach den Richtlinien der 1. Organisation professioneller Piercer erfolgen, die mit Medizinern aller Fachrichtungen und Hygienespezialisten zusammenarbeiten.
- es separate Behandlungskabinen gibt, die einen klinischen Hygienestandard vorweisen
- die Räume hell und unverraucht sind
- das Personal langjährige Erfahrung und ein fundiertes Fachwissen aufzuweisen hat.

Auf diese Punkte solltet Ihr achten, wenn Ihr Euch ein Piercing zulegen wollt.

Das Aufklärungsgespräch beinhaltete die Risiken, die auch bei sterilst ausgeführter Arbeit nicht ausbleiben, den Vorgang an sich, die Nachsorge und die Nachfrage nach Allergien, Medikamenteneinnamen, eventueller Drogenabhängigkeit und bekannten Krankheiten.

Als alles geklärt war, wurde der Stecker ausgesucht. Dien Auswahl war riesig, die Entscheidung schwer.
Für einen Ersteinsatz werden sogenannte „Bananenstecker“ bevorzugt, da diese leicht gebogen sind und das tragen im noch offenen Wundkanal angenehmer ist als bei geraden und flachen Steckern. Der billigste kostet 35,-DM, nach oben gibt es keine Grenze.

Danach kamen wir dann zur Spannensten aller Sachen: Dem Piercing an sich.

In einer Behandlungskabine musste ich meine Hose ein Stück ( wirklich nur ein kleines Stück) runterlassen, damit Uwe die Einstichpunkte aufzeichnen konnte.
Danach legte ich mich auf die vorher desinfizierte Liege und wurde um den Bauchnabel herum mit einer Desinfektionslösung besprüht. Das war kalt, tat aber nicht weh. Aus den Augenwinkeln sah ich zu Uwe, der eine Spritze mit lokalem Betäubungsmittel in der Hand hielt. Ich bin kein Freund von Spritzen, aber den Einstich spürte man nicht. Wohl aber das Betäubungsmittel, es brannte wie Feuer. Dieser Schmerz vergeht aber innerhalb von 1-2 Sekunden, da das Mittel in dieser Zeit schon anfängt zu wirken.
Nach einer Pause von ca. 10 Sekunden bereitete Uwe mit einer riesigen Nadel das eigentliche Piercing vor. Diese Nadel hatte einen Hohlraum und dementsprechend weit war auch der Durchmesser. Mein Gedanke “das kann ja nur weh tun“ war noch nicht zuende gedacht, als dieses Teil meinen Bauchnabel schon durchkreuzt hatte. Es war kein Schmerz, sondern nur ein leichter Druck, tat überhaupt nicht weh.
Durch den Hohlraum der Nadel wurde ein dünnes Plastikröhrchen gezogen und die Nadel entfernt, so dass ich jetzt ein Piercing für Arme, ein Stück Plastik, in meinem Nabel bewundern konnte. Der ganze Vorgang mit der Nadel dauerte ca. 10 – 15 Sekunden.
Was danach kam, ging so schnell, dass ich es gar nicht richtig mitbekommen habe. Jedenfalls war plötzlich das Plastik draußen und der Stecker drinnen. Die ganze Angelegenheit lief natürlich völlig steril ab. Der Kopf des Steckers wurde festgeschraubt und ich konnte aufstehen und mein Piercing im Spiegel bewundern. Jau, das sah ja klasse aus. Danach ein Pflaster drauf (blutet nicht, könnte sich aber ohne infizieren) und fertig war die ganze Sache.

An der Kasse bekam ich dann ein Pflegeset für Zuhause mit. Enthalten waren:

- Eine 50 ml Flasche Desinfektionslösung OHNE Alkohol
- Eine kleine Flasche flüssiges D-Panthenol 16,5% zur Wundpflege
- Und 7 sterile Pflaster.
-
Zudem eine kurze Anleitung für die Wundpflege, die mir allerdings schon im Vorgepräch intensiv erklärt wurde. In dieser wurde man nochmals an folgendes erinnert:

Nach dem Piercing muß der Stichkanal bis zur endgültigen Abheilung sauber und hygienisch behandelt werden. Das heißt:

- 24 Stunden nach dem Piercing nicht duschen oder baden.

Wenn diese Zeitspanne vorüber ist muß VOR dem Duschen das Pflaster entfernt werden.
Seife sollte direkt am Stichkanal nicht verwendet werden. Eventuelle Krustenbildung (hatte ich nicht) einfach lauwarm abduschen.
Den Stichkanal danach nicht abtrocknen, sondern trockenfönen, da es bei Handtüchern zu verirrten Fusseln im Bauchnabel kommen kann, die dann eine Entzündung provozieren können.
2 Sprühstöße des Desinfektionsmittels auf die Ein- und Ausstichstelle, sowie auf den Schmuck selbst aufsprühen. 3 Minuten trocknen lassen.
Danach mit einem Wattestäbchen das Panthenol austragen und mit einem sterilen Pflaster abdecken.


Nach dieser Zeit ist das Piercing noch nicht verheilt!!! Die entgültige Abheilzeit kann bis zu 6 Monaten andauern.

Deshalb sollte der Schmuck die ersten 3 Monate nicht entfernt werden.

In dieser Zeit verzichtet man auch für mindestens 6 Wochen auf Sauna, Vollbäder, Chlor und Salz Wasser, enge Kleidung und intensive Sonneneinstrahlung.


Mein Fazit: Ich würde es jederzeit wieder machen lassen, es gab keine Komplikationen und es sieht wirklich klasse aus!
Tut mir aber einen Gefallen, und geht nicht zum erstbesten oder billigsten Piercer. Wer keine Referenzen, ein schmuddeliges Studio oder auf Fragen keine Antwort hat, sollte als „Fachmann“ schon aus dem Rennen sein, denn es gibt auch schwarze Schafe. Die Risiken an Entzündungen und schlimmerem sind kaum zu beschreiben.
Alles in allem hat der Spaß mir 50,-DM gekostet, was aber eine superschöne Investition ist.

17 Bewertungen, 2 Kommentare

  • uteker

    07.06.2002, 17:42 Uhr von uteker
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ach ja, wenn ich jünger wäre, würde ich bestimmt den kleinen Schmerz auch auf mich nehmen, um dann stolz mit einem funkelnden Edelstein im Bauchnabel rumzulaufen. Gruß Ute

  • grashopper

    07.06.2002, 17:10 Uhr von grashopper
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mit Piercing habe ich mich nie so anfreunden können. Sehr interssant, was Du schreibst