Der Untergang (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von c_obst
Tage wie diese!
Pro:
sehr reasiltisch und unverzerrt
Kontra:
gibt\\\'s keins
Empfehlung:
Ja
Hallo Leute,
ich komme gerade aus dem Kino und hab mir den neuen 2. Weltkriegs Hammer „Der Untergang“ von Bernd Eichinger und Oliver Hirschbiegel angeschaut. Was ich von diesem Werk halte werde ich euch unten erzählen.
-- Story --
Die Geschichte ist schnell erzählt, wir schreiben das Jahr 1945, der zweite Weltkrieg geht dem Ende zu und die russischen Truppen stehen kurz vor Berlin. Erst jetzt fühlt sich die Führung des deutschen Reiches genötigt sich in den Führerbunker zu begeben. Die feindlichen Truppen stoßen immer weiter vor und es ist absehbar, dass es keine Rettung für Berlin und damit auch das dritte Reich geben wird. Der Film befasst sich weniger mit der eigentlichen Kriegshandlung a la Dokumentarfilm sondern hauptsächlich mit den Persönlichkeiten der damaligen Führungsriege, natürlich vornweg mit der von Adolf Hitler gespielt von Bruno Ganz.
-- Hintergrund --
Man fragt sich natürlich, wie kann man einen Film über eine Begebenheit machen, die nur die wenigsten überlebt haben? Ganz einfach, man muss die ganzen Einzelheiten von den wenigen Überlebenden und kurzfristigen Besuchern des Führerbunkers zusammentragen. Die wohl wichtigste Informationsquelle ist hierbei die Sekretärin und Vertrauensperson des Führers, die er 1942 eingestellt hat. Die Sekretärin hieß Traudl Junge und wird im Film von Alexandra Maria Lara verkörpert. Diese Erfahrungen wurden auch in Büchern zusammengetragen, so hat Traudl Junge das Buch „Bis zur letzten Stunde. Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben.“ geschrieben.
-- Die Atmosphäre --
Obwohl der film 155 Minuten Länge hat, wird es die gesamte Zeitspanne kein einziges mal langweilig. Was heißt hier langweilig? Dieser Film ist kein typischer (Anti)kriegsfilm, es handelt sich viel mehr um ein Psychogramm der damaligen Machthaber in den letzten Zügen des Krieges. Der Film lebt von den Gegensätzen der gezeigten Bilder. Es wird ständig, aber nicht störend, zwischen den Leben über und unter der Erde, soll heißen Führerbunker, hin und her geschaltet und dadurch die extremen Unterschiede drastisch auf die Leinwand gebannt. Während z. B. die russischen Truppen nur noch 12 km vom Berliner Stadtkern entfernt stehen und die Innenstadt bereits mit Artilleriefeuer überzogen wird feiert man im Führerbunker eine kleine Party um die Stimmung wieder zu heben. Der gesamte Streifen ist auf Realismus ausgelegt und hat kaum nennenswerte Actionanteile. Ganz im Gegenteil, die Geschehnisse nehmen rasant ihren Lauf und man hat das Gefühl direkt im Führerbunker zu sitzen. Vor allem gegen Ende geht es nervlich und emotional ziemlich an die Belastungsgrenze als sich nach und nach die verschiedenen Hauptdarsteller selbst das Leben nehmen.
-- Adolf Hitler --
Wie schon gesagt wird Adolf Hitler von Bruno Ganz gespielt, aber was heißt hier gespielt, es macht den Anschein als wäre Bruno Ganz für die Dauer der Dreharbeiten zu Adolf Hitler geworden. In diesem Streifen wird der Diktator des dritten Reiches ganz anders gezeigt wie man es eigentlich gewohnt ist. Meist wird Hitler nur von einer Seite beleuchtet, sei’s der gnadenlose Diktator und Massenmörder oder das böse Genie. Hier wird sehr differenziert der Charakter von Hitler hinterfragt. Man kann es kaum glauben aber dieser Mann kann auch sehr liebevoll sein und fast schon zu einer Art Vaterfigur werden. Doch es gibt auch die andere Seite, der gnadenlose Befehlshaber der Streitkräfte, der alle Befehle bedingungslos ausgeführt sehen will und keinen Widerspruch duldet. Aber er kann auch zwiegespalten, fast schon schizophren sein; im einen Moment den Untergang des Reiches akzeptierend und alle Hoffnung verloren und im anderen Moment wieder der unbarmherzige Stratege und Kriegsherr, der auf Hilfe von Truppen wartet von denen jeder weiß, dass sie eigentlich aufgerieben oder eingekesselt sind. Alles in Allem wird Adolf Hitler in diesem Film ganz einfach als gezeichneter Mensch dargestellt. Und es wird gezeigt, dass jeder Mensch, auch Hitler, sehr vielschichtig sein kann und eben nicht nur gut oder böse. Erst Als Hitler keinen Ausweg mehr sieht und alle seine schönen Pläne sich in Luft aufgelöst hatten beging Adolf Hitler und seine Frau Eva Braun, die er noch wenige Tage vorher im Bunker geheiratet hat, Selbstmord. Die Leichen wurden auf Anweisung des Führers verbrannt und es wurden nie Überreste gefunden.
-- Traudl Jung --
Traudl Jung, die Sekretärin von Adolf Hitler, wird von Alexandra Maria Lara und zeigt ein Mädchen, das zur „guten Zeit“ im Jahr 1942 als der Krieg noch weit von Deutschland entfernt war und die Siegesmeldungen noch real, als persönliche Sekretärin des Führers eingestellt wurde. Sie spiegelt die ganze Angst und Zerrissenheit der damaligen Bevölkerung wider. Einerseits treu dem großen Führer Adolf Hitler ergeben aber auf der anderen Seite realistisch genug um einzusehen, dass man in Berlin nicht überleben kann. Traudl Jung hat Hitler aber auch als geduldigen und liebevollen, ja fast schon väterlichen, Mann kennen und schätzen gelernt ohne dabei aber den enormen Respekt vor der Person zu verlieren.
-- Magda Göbbels --
Magda Göbbels gespielt von Corinna Harfouch ist die Ehefrau des Reichs Propagandaministers und der Inbegriff von Nationalsozialistischem Gedankengut. Magda Göbbels wird als knallharte Frau ohne Skrupel dargestellt die zwar Anfangs versuchte der Situation in Berlin zu entkommen aber letztendlich ohne den Nationalsozialismus auch keine Zukunft für sich und ihre Kinder mehr gesehen hat. Die Situation gipfelt in der eigenhändigen Ermordung ihrer sechs Kinder mit Gift.
-- Josef Göbbels --
Josef Göbbels wird von Ulrich Matthes dargestellt und ist auch ein absoluter Hardliner. Als Reichs Propagandaminister kann er es sich nicht leisten auch nur den Anschein zu erwecken man könne die Hoffnung verlieren. Er krallt sich an jeder noch so kleinen Hoffnung fest und versucht sich seine eigene schöne Welt zurechtzustricken. Erst als Hitler tot ist bricht seine ganze Traumwelt zusammen und er wird für kurze Zeit zu einem ganz normalen Menschen. Nachdem seien Frau die Kinder vergiftet hatte, begingen Josef und Magda Göbbels Selbstmord.
-- Eva Braun --
Eva Braun wird gespielt von Juliane Köhler. Die Figur der Eva Braun ist der krasse Gegensatz zum Bunkerleben. Eva ist jung, hübsch und lebenslustig. Sie will den Krieg und seine für sie schlechte Wendung nicht akzeptieren und versucht ihre innere Spaltung vor allem mit Amüsement zu überdecken. Auch Naivität bestimmt das Handeln von Eva, denn man hat nie das Gefühl sie würde sich wirklich Gedanken über ihre momentane Situation machen.
-- Fazit --
„Der Untergang“ ist ein Film der schon längst überfällig war. Dieser Streifen arbeitet eine Epoche auf, die vielen in diesem Zusammenhang gar nicht bewusst ist. Die letzten Tage im Bunker waren wohl die schwersten Tage, die die Führung des dritten Reiches jemals erlebt haben und wohl auch die ehrlichsten, da diese enorme Druck bei den Meisten den eigentlichen Charakter zum Vorschein brachten. Man darf hier nicht vergessen, dass es sich um einen Spielfilm und keine Dokumentation handelt. Viele Szenen im Film sind nicht 100%ig so zu beweisen wie sie hier dargestellt werden aber im Großen und Ganzen wird es wohl so ähnlich gewesen sein. Aber meiner Ansicht nach der wichtigste Effekt, den dieser Film erzielt, ist wohl die „Entmystifizierung“ von Adolf Hitler. Diesen Film muss man einfach sehen!
Vielen Dank fürs Lesen
ich komme gerade aus dem Kino und hab mir den neuen 2. Weltkriegs Hammer „Der Untergang“ von Bernd Eichinger und Oliver Hirschbiegel angeschaut. Was ich von diesem Werk halte werde ich euch unten erzählen.
-- Story --
Die Geschichte ist schnell erzählt, wir schreiben das Jahr 1945, der zweite Weltkrieg geht dem Ende zu und die russischen Truppen stehen kurz vor Berlin. Erst jetzt fühlt sich die Führung des deutschen Reiches genötigt sich in den Führerbunker zu begeben. Die feindlichen Truppen stoßen immer weiter vor und es ist absehbar, dass es keine Rettung für Berlin und damit auch das dritte Reich geben wird. Der Film befasst sich weniger mit der eigentlichen Kriegshandlung a la Dokumentarfilm sondern hauptsächlich mit den Persönlichkeiten der damaligen Führungsriege, natürlich vornweg mit der von Adolf Hitler gespielt von Bruno Ganz.
-- Hintergrund --
Man fragt sich natürlich, wie kann man einen Film über eine Begebenheit machen, die nur die wenigsten überlebt haben? Ganz einfach, man muss die ganzen Einzelheiten von den wenigen Überlebenden und kurzfristigen Besuchern des Führerbunkers zusammentragen. Die wohl wichtigste Informationsquelle ist hierbei die Sekretärin und Vertrauensperson des Führers, die er 1942 eingestellt hat. Die Sekretärin hieß Traudl Junge und wird im Film von Alexandra Maria Lara verkörpert. Diese Erfahrungen wurden auch in Büchern zusammengetragen, so hat Traudl Junge das Buch „Bis zur letzten Stunde. Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben.“ geschrieben.
-- Die Atmosphäre --
Obwohl der film 155 Minuten Länge hat, wird es die gesamte Zeitspanne kein einziges mal langweilig. Was heißt hier langweilig? Dieser Film ist kein typischer (Anti)kriegsfilm, es handelt sich viel mehr um ein Psychogramm der damaligen Machthaber in den letzten Zügen des Krieges. Der Film lebt von den Gegensätzen der gezeigten Bilder. Es wird ständig, aber nicht störend, zwischen den Leben über und unter der Erde, soll heißen Führerbunker, hin und her geschaltet und dadurch die extremen Unterschiede drastisch auf die Leinwand gebannt. Während z. B. die russischen Truppen nur noch 12 km vom Berliner Stadtkern entfernt stehen und die Innenstadt bereits mit Artilleriefeuer überzogen wird feiert man im Führerbunker eine kleine Party um die Stimmung wieder zu heben. Der gesamte Streifen ist auf Realismus ausgelegt und hat kaum nennenswerte Actionanteile. Ganz im Gegenteil, die Geschehnisse nehmen rasant ihren Lauf und man hat das Gefühl direkt im Führerbunker zu sitzen. Vor allem gegen Ende geht es nervlich und emotional ziemlich an die Belastungsgrenze als sich nach und nach die verschiedenen Hauptdarsteller selbst das Leben nehmen.
-- Adolf Hitler --
Wie schon gesagt wird Adolf Hitler von Bruno Ganz gespielt, aber was heißt hier gespielt, es macht den Anschein als wäre Bruno Ganz für die Dauer der Dreharbeiten zu Adolf Hitler geworden. In diesem Streifen wird der Diktator des dritten Reiches ganz anders gezeigt wie man es eigentlich gewohnt ist. Meist wird Hitler nur von einer Seite beleuchtet, sei’s der gnadenlose Diktator und Massenmörder oder das böse Genie. Hier wird sehr differenziert der Charakter von Hitler hinterfragt. Man kann es kaum glauben aber dieser Mann kann auch sehr liebevoll sein und fast schon zu einer Art Vaterfigur werden. Doch es gibt auch die andere Seite, der gnadenlose Befehlshaber der Streitkräfte, der alle Befehle bedingungslos ausgeführt sehen will und keinen Widerspruch duldet. Aber er kann auch zwiegespalten, fast schon schizophren sein; im einen Moment den Untergang des Reiches akzeptierend und alle Hoffnung verloren und im anderen Moment wieder der unbarmherzige Stratege und Kriegsherr, der auf Hilfe von Truppen wartet von denen jeder weiß, dass sie eigentlich aufgerieben oder eingekesselt sind. Alles in Allem wird Adolf Hitler in diesem Film ganz einfach als gezeichneter Mensch dargestellt. Und es wird gezeigt, dass jeder Mensch, auch Hitler, sehr vielschichtig sein kann und eben nicht nur gut oder böse. Erst Als Hitler keinen Ausweg mehr sieht und alle seine schönen Pläne sich in Luft aufgelöst hatten beging Adolf Hitler und seine Frau Eva Braun, die er noch wenige Tage vorher im Bunker geheiratet hat, Selbstmord. Die Leichen wurden auf Anweisung des Führers verbrannt und es wurden nie Überreste gefunden.
-- Traudl Jung --
Traudl Jung, die Sekretärin von Adolf Hitler, wird von Alexandra Maria Lara und zeigt ein Mädchen, das zur „guten Zeit“ im Jahr 1942 als der Krieg noch weit von Deutschland entfernt war und die Siegesmeldungen noch real, als persönliche Sekretärin des Führers eingestellt wurde. Sie spiegelt die ganze Angst und Zerrissenheit der damaligen Bevölkerung wider. Einerseits treu dem großen Führer Adolf Hitler ergeben aber auf der anderen Seite realistisch genug um einzusehen, dass man in Berlin nicht überleben kann. Traudl Jung hat Hitler aber auch als geduldigen und liebevollen, ja fast schon väterlichen, Mann kennen und schätzen gelernt ohne dabei aber den enormen Respekt vor der Person zu verlieren.
-- Magda Göbbels --
Magda Göbbels gespielt von Corinna Harfouch ist die Ehefrau des Reichs Propagandaministers und der Inbegriff von Nationalsozialistischem Gedankengut. Magda Göbbels wird als knallharte Frau ohne Skrupel dargestellt die zwar Anfangs versuchte der Situation in Berlin zu entkommen aber letztendlich ohne den Nationalsozialismus auch keine Zukunft für sich und ihre Kinder mehr gesehen hat. Die Situation gipfelt in der eigenhändigen Ermordung ihrer sechs Kinder mit Gift.
-- Josef Göbbels --
Josef Göbbels wird von Ulrich Matthes dargestellt und ist auch ein absoluter Hardliner. Als Reichs Propagandaminister kann er es sich nicht leisten auch nur den Anschein zu erwecken man könne die Hoffnung verlieren. Er krallt sich an jeder noch so kleinen Hoffnung fest und versucht sich seine eigene schöne Welt zurechtzustricken. Erst als Hitler tot ist bricht seine ganze Traumwelt zusammen und er wird für kurze Zeit zu einem ganz normalen Menschen. Nachdem seien Frau die Kinder vergiftet hatte, begingen Josef und Magda Göbbels Selbstmord.
-- Eva Braun --
Eva Braun wird gespielt von Juliane Köhler. Die Figur der Eva Braun ist der krasse Gegensatz zum Bunkerleben. Eva ist jung, hübsch und lebenslustig. Sie will den Krieg und seine für sie schlechte Wendung nicht akzeptieren und versucht ihre innere Spaltung vor allem mit Amüsement zu überdecken. Auch Naivität bestimmt das Handeln von Eva, denn man hat nie das Gefühl sie würde sich wirklich Gedanken über ihre momentane Situation machen.
-- Fazit --
„Der Untergang“ ist ein Film der schon längst überfällig war. Dieser Streifen arbeitet eine Epoche auf, die vielen in diesem Zusammenhang gar nicht bewusst ist. Die letzten Tage im Bunker waren wohl die schwersten Tage, die die Führung des dritten Reiches jemals erlebt haben und wohl auch die ehrlichsten, da diese enorme Druck bei den Meisten den eigentlichen Charakter zum Vorschein brachten. Man darf hier nicht vergessen, dass es sich um einen Spielfilm und keine Dokumentation handelt. Viele Szenen im Film sind nicht 100%ig so zu beweisen wie sie hier dargestellt werden aber im Großen und Ganzen wird es wohl so ähnlich gewesen sein. Aber meiner Ansicht nach der wichtigste Effekt, den dieser Film erzielt, ist wohl die „Entmystifizierung“ von Adolf Hitler. Diesen Film muss man einfach sehen!
Vielen Dank fürs Lesen
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