Deutsche Bahn AG Testbericht

Deutsche-bahn-ag
ab 63,68
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
  • Angebot:  durchschnittlich
  • Zustand der Einrichtung:  gut
  • Sauberkeit:  durchschnittlich
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  schlecht
  • Information & Kundenservice:  durchschnittlich
  • Familientauglichkeit:  hoch
  • Behindertenfreundlichkeit:  gut
  • Empfehlenswert:  nein

Erfahrungsbericht von OPEL666

Service??? Wozu?

Pro:

billiger für Pendler

Kontra:

Servicewüste, eklige Bahnhöfe, Verspätungen, ständig Pannen, ...

Empfehlung:

Nein

Jaja, die Deutsche Bahn. Die machen mir jeden Tag aufs Neue ganz viel Spaß. Da mein Arbeitsplatz 80 km entfernt liegt und ich nicht jeden Tag mit dem Auto über die B41 und dann Richtung Mainz auf die Autobahn fahren wollte, entschloss ich mich dazu, mir eine Jahreskarte zu abbonieren.

Ich bereue, fast jeden Tag.

Ich will nicht übertreiben. Es gibt schon eindeutig mehr Tage an denen die Bahn pünktlich ist, als Tage an denen das nicht der Fall ist. Aber häufig hat der Zug nicht einfach nur Verspätung, nein, meistens bricht dann gleich die Hölle los.

Ich habe da so ein paar Geschichten auf Lager. Das nervt halt schon ganz schön. Ich will hier meine Erfahrungen loswerden und andere davor warnen. Die Bahn ist nicht empfehlenswert. Wer sich aber trotzdem dazu entschlossen hat, sollte immer ein Buch dabei haben, sowie Beruhigungstropfen. Ein gutes Nervenkostüm ist Voraussetzung. Zeit sollte man auch immer haben und niemals das Bedürfnis verspüren, früher oder auch nur pünktlich daheim sein zu wollen. Das scheint die Bahn nämlich zu spüren und geht dann allein aus Prinzip schon kaputt… Ihr seht: Ein Jahr Bahn prägt…

Geschichte 1: Gleis 2, bitte

Vor circa 2 Monaten stand ich mit meiner Freundin am Bahnsteig 2 in Ingelheim und wartete auf den Zug, der da kommen sollte um mich endlich heim zu bringen.
Nichts Neues dann die Durchsage, der Zug habe wenige Minuten Verspätung (wenige Minuten = 1-15 Minuten, je nach Bahnmitarbeiter… *grrr*).
Dann hieß es der Zug hätte jetzt Einfahrt. Ja, sehr schön, ich sah ihn auch kommen – am falschen Gleis!!! Das war das äußere Gleis, das nur von ICE zur Durchfahrt genutzt wird. Dort gibt es keinen Bahnsteig…
Naja, der Zug hält, man sieht die armen Leute da drin, wie sie verzweifelt versuchen, die Türen zu öffnen, nichts passiert. Ich sehe die Leute am Bahnsteig, die da mit mir stehen und es einfach nicht fassen können. Einige haben sogar applaudiert.
Na ja, der Zug ist dann weiter gefahren. Niemand ist aus- und niemand ist eingestiegen. Klasse.
Geschlagene 10 Minuten später (!!!) dann die erste Durchsage: „Wegen eines Weichenfehlers konnte der Regionalexpress leider nicht halten. Ihre nächste Reisemöglichkeit…“ Nicht mal ein „Wir bitten um Verständnis“. Frechheit, oder? Nur weil die zu blöd sind, muss ich das ausbaden. Aber von mir haben die sowieso kein Verständnis mehr zu erwarten.
Ich habe dann 1 Stunde gewartet auf einen Zug, der dann noch mal 20 Minuten Verspätung hatte, aber immerhin am richtigen Gleis einfuhr. Mein Anschlusszug war dann natürlich auch weg. Tja, persönliches Pech…

Geschichte 2: Der Knall

Kurze Zeit nach diesem Zwischenfall, wieder auf dem Heimweg (wann auch sonst…), fuhren wir so schön durch die Gegend, als es mit einem Mal einen tierischen Schlag tut. Keine Ahnung, was das war. Darauf hin hat dann jemand dem Zugbegleiter bescheid gesagt, der das scheinbar gar nicht mitgekriegt hat. Eine Bahnhöfe weiter musste ich dann umsteigen. Der Zug blieb ewig stehen und ich sah, dass einige Bahnmitarbeiter den ganzen Zug abgingen und nach der Ursache des Knalles zu suchen. Sie haben in den nächsten 15 Minuten nichts gefunden. Mein zweiter Zug konnte in dieser Zeit nicht weiter fahren. Der wird dort überholt. Von meinem Fenster aus hatte ich sehr gute Sicht. Als der Express dann doch endlich mal weiter gefahren ist, habe ich allerdings schon gesehen, was los war. Direkt neben meinem Fenster auf den Gleisen war ein riesiger schwarzer Ölfleck. Normal ist das sicherlich nicht. Aber bitte, wenn die sagen, dass der Zug in Ordnung ist, von mir aus. Auf jeden Fall war ich froh, dass ich diesen Zug verlassen hatte. Ich kam wieder 20 Minuten später daheim an. Wie das halt so ist, wenn man heim will…

Geschichte 3: Oberleitungsschaden

Vor circa 2 Wochen hatte ich die wahnwitzige Idee, ich könnte mal einen kurzen Tag machen und schon um 2 Uhr heimfahren. Blöd eigentlich, so was überhaupt in Betracht zu ziehen… Ich ging gemütlich Richtung Bahnhof, als ich schon von Ferne sah, dass etwas nicht stimmen konnte. Der Bahnsteig nach Mainz war voll mit angenervten Menschen. Auf der anderen Seite standen gleich 2 Züge in die gleiche Richtung, einer nach Bingen und einer nach Koblenz. Ich wollte aber doch nach Kreuznach… Ständig sah man aufgeregte Gestalten rum rennen. Angenervte Reisende rannten rum und suchten scheinbar verzweifelt jemanden, der ihnen hätte Information geben können. Als die beiden Züge ewig nicht abgefahren sind und auch sonst kein Zug mehr kam, bin ich dann auch mal zu so einem Bahnangestellten gebatscht und hab ihn ganz freundlich gefragt, was denn bitte hier los ist. Es hat mich ignoriert. Danke, du Arsch!
Weitere 10 Minuten später ist dann die Bimmelbahn nach Bingen abgefahren. Der Zug nach Koblenz stand noch da. Dann – ENDLICH!!! – die Durchsage: „Reisende Richtung Bad Kreuznach und Saarbrücken bitte einsteigen und in Gau-Algesheim umsteigen!“ Wie schön. Es geht ja. Ende vom Lied: Ich kam genauso spät heim, wie sonst auch.

Aber das ist die Sache, die mich am meisten stört. Man sitzt irgendwo im Nichts, weil wir halt mal spontan da stehen geblieben sind, es kommt kein Zug, oder keine Ahnung was, man wird nicht informiert. Es werden doch Leute dafür bezahlt, in ihrem Kabuff zu sitzen und Durchsagen zu machen. Das kann doch nicht so schwer sein. Im Nachhinein habe ich dann – aus den Nachrichten!!! – erfahren, dass zwischen Mainz und Uhlerborn eine Oberleitung abgerissen wurde.
Warum kann mir das dann nicht einfach mal jemand mitteilen???? Wenn ich doch weiß, was los ist, kann ich das doch viel eher verstehen, warum ich mal wieder später heimkomme, als so… Ich versteh das nicht…

Geschichte 4: Kaputter Pendolino und der Spaß, die letzte Abteilung abzuhängen

An drei hintereinander folgenden Tagen stand ich am Bahnhof. Gleiche Zeit, gleicher Ort. Jedes mal hatte der Zug so seine Probleme:

1. Tag: 15 Minuten Verspätung, Zug hat (noch) 3 Abteilungen, ist zum brechen voll und derbe heiß. Naja, ich bin dann vorne eingestiegen und hatte tierisch Glück, denn ich durfte mich sogar setzen. Juhuu… Doch dann, 2 Haltestellen weiter, tat sich dann gar nichts mehr. Nach 5 Minuten dann die Durchsage: „Bitte Reisende aus der hinteren Abteilung nach vorne umsteigen, die letzte Abteilung wird abgekoppelt“. Ein hysterisches Kichern macht sich im Zug breit, angesichts der Tatsache, dass man kaum noch aussteigen könnte, weil’s so voll ist. Naja, man hat dann die Leute noch irgendwie da reingequetscht. 15 Minuten später sind wir dann auch weiter gefahren.

2. Tag: 10 Minuten Verspätung, 3 Abteilungen. Ich sitze in der letzten. Eine Station weiter stehen wir schon wieder. Nichts geht mehr. Licht geht aus, prima. Ich hätte es ja eigentlich wissen müssen.
Dieses mal keine Durchsage. Dann 10 Minuten später, ein Zugbegleiter, der hereinkommt und in seiner angenervten Weise auffordert, doch bitte das Abteil zu verlassen,… Ja, wir wissen’s, es muss abgekoppelt werden. Auch mal wieder. Weitere 15 Minuten. Meine Bimmelbahn war dann auch mal wieder weg. Schade…

3. Tag: Ich stehe morgens am Bahnsteig, was sehen meine übernächtigten Augen??? Ein Zug fährt ein, mit nur einer einzigen Abteilung. Ich denke, die haben sie doch nicht mehr alle. Das ist einer der vollsten Züge am ganzen Tag. Normalerweise hat der mindestens 3 Abteilungen und ist dann auch derbe voll. Aber gut. Ich hab glücklicherweise noch einen Platz gehabt.
Nachmittags, der Zug ist noch wesentlich voller als der morgens, wieder nur eine Abteilung. Ich dachte echt, ich spinne. Also so wenig dürften die ja auch nicht verdienen… Aber wie ich ja bereits sagte, man braucht keine Informationen erwarten. Das können die nicht. Das steht wahrscheinlich in keinem Handbuch.
In den Nachrichten habe ich dann erfahren, warum das so ist. Die haben einen Riss im Fahrwerk eines Pendolinos gefunden und haben jetzt vorsorglich erstmal alle aus dem Verkehr gezogen, um sie zu überprüfen. Deshalb auch so wenige Abteilungen. Tolle Informationspolitik, liebe Bahn AG!

Also das waren jetzt so ein paar Geschichten aus meinem täglichen Bahngenuss. Wie gesagt, wer auch oft Bahn fahren muss, sollte nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen sein. Niemals wichtige Termine einplanen, schafft man sowieso nicht mehr.

Aber trotzdem: Auf Dauer ist es natürlich günstiger als mit dem Auto zu fahren. Aber der Service der DB ist so was von schlecht und das regt mich halt so tierisch auf. Wenn die einen mehr auf dem Laufenden halten würden, hätte ich auch mehr Verständnis für Verspätungen und der gleichen.

Ergänzung vom 28.10.04:
Ich habe immer noch ein leicht hysterisches Grinsen auf den Lippen... Man weiß ja, dass Toiletten in Zügen nicht gerade den besten Ruf genießen. Heute habe ich auch erfahren, woran das liegt.
Wohl aus purem Überlebensinstinkt habe ich es bisher immer vermieden auf so ein Klo gehen zu müssen, aber heute nun der unerfreuliche Tag an dem es nicht mehr zu verhindern war.
Schon öfters sah ich, dass der Boden vor der Toilettentür ganz nass war, weil das Klo übergelaufen war, und schon öfters hat es im ganzen Zug gestunken sonder Gleichen, aber heute konnte ich das ganze Ausmaß der Bahn'schen Toilettenreinigung betrachten. Ich betrete also diesen Schuhkarton von Klo und was sehe ich? Alles verkotzt und vollgepisst. Den Gestank kann ich garnicht in Worte fassen. Ich bin also würgend rückwärts wieder da raus und hab mich ganz brav wieder an meinen Platz gesetzt. Seitdem hat mein Körper seine Verdauung bis auf Weiteres eingestellt, um sich selbst vor einem weiteren Anblick dieser Art zu schützen.
Das wirklich Schlimme: Der Zug steht in Frankfurt fast eine Stunde. In dieser Zeit, wenn alle Fahrgäste ausgestiegen sind, wäre es doch kein Problem gewesen, mal den Zug zu reinigen. Oder vielleicht doch? Scheinbar schon.

Übrigens: Ich empfehle allen das "Bahnhasserbuch". Habe es mir gekauft und es demonstrativ im ICE gelesen, wo ich auch diverse böse Blicke erntete... Es ist erschreckend, wie oft man sich wieder erkennt...

9 Bewertungen, 3 Kommentare

  • mjk25

    22.08.2005, 20:53 Uhr von mjk25
    Bewertung: sehr hilfreich

    bericht,und was meinte die bahn auf deine beschwerden hin?grüße mario

  • marion_b

    15.02.2005, 16:28 Uhr von marion_b
    Bewertung: sehr hilfreich

    Haha, danach muss ich mal Ausschau halten *G*

  • Zarte_Scotty

    12.08.2004, 13:57 Uhr von Zarte_Scotty
    Bewertung: sehr hilfreich

    bin ich auf die Bahn angewiesen, aber ich habs auch schonmal geschafft, 2 std. im Winter auf die dämliche s-bahn zu warten *grr* Und da wundern die sich noch, das es das Bahnhasser-Buch gibt? *gg* Lg Sandra