Erfahrungsberichte Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bravehart

Gefährliche Schulwege

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit August gehen wieder viele Tausende Schulanfänger zur Grundschule. Leider passieren in diesem Zeitraum August/September auch einige Unfälle mehr in der Statistik. Betroffen davon sind Schulanfänger auf dem Weg zur Schule und nach Hause. Nicht unbedingt das der Weg neu für sie ist, sondern weil viele Dinge auf sie einströmen.

Gehen sie den Schulweg in einer kleinen Gruppe, so wird unterwegs gesprochen, gerannt, gestritten, gestoßen und gespielt. Sie werden unvorsichtig und nehmen die Gefahren des Strassenverkehrs in ihrer Umgebung nicht mehr richtig wahr. Einige sind auch mit dem Fahrrad, Rollerskates oder Trettroller unterwegs. Hier wird das Kind durch den Schulranzen in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt und kann seine Motorik nicht richtig einschätzen und leicht stürzen. Dies sind nur zwei Beispiele die Gefahren für Schulanfänger im Strassenverkehr aufzeigen.

Kinder meinen das sie selbstständig genug sind um den Schulweg alleine zu bewältigen. Der Reiz liegt darin, das man ohne Eltern etwas tut. Schnell werden die Kinder vom eigentlichen Schulweg abgelenkt. Dies können mehrere Situationen sein, wie z.B. Zeitdruck oder indem man eine Dose umherschießt. Diese Ablenkungen können schnell zu Unaufmerksamkeit führen.

Unsere Kinder verstehen schon unsere Warnungen, aufzupassen und wachsam zu sein. Doch die vielen neuen Dinge in ihrer Umgebung veranlassen das die Kinder unachtsam werden. Das war schon so vor 20 Jahren und so ist es heute noch. Einige Kinder haben Glück und wohnen in der Nähe der Schule. Sie brauchen nicht die Strassenseite zu wechseln oder brauchen nur eine leicht befahrene Strasse zu überqueren. Andere Kinder haben nicht das Glück. Sie müssen mit Bus oder Strassenbahn fahren, eine oder mehrere Strassen überqueren oder haben einen längeren beschwerlichen Fußmarsch. Unsere Kinder haben einen einfachen, nicht gefährlichen Weg.

Viele ängstliche Eltern bringen ihre Kinder bis vor die Tür der Schule, Kindergarten oder zum Sportverein. Einerseits ist dies gut, doch andererseits lernt das Kind die Gefahren auf diesen Wegen nicht kennen. Man sollte als Elternteil nicht zu übervorsichtig sein und seinem Kind auch etwas zutrauen. Als Eltern kann man sein Kind am besten einschätzen ob es die Wege alleine gehen kann oder nicht. Jedenfalls sollte man sich die Zeit nehmen, seinem Kind Frage und Antwort zu stehen und auf Gefahren hinweisen, nötigenfalls auch das Kind auf seinen Wegen begleiten und vor Ort Erklärungen geben.

Wenn man sich die Zahl von 13 100 verunglückten Grundschulkindern im Jahr 2000 vor Augen hält, merkt das der Schulweg oder Weg zu Freunden, Sport, Freizeit ein gefährliches Pflaster ist. Dieser Weg ist für die Kinder ein Lernprozess in ihrem Leben, auch wenn es ein gefährlicher Lernprozess sein kann. Laut Statistik sind die Unfälle mit dem Fahrrad höher als die zu Fuß.

Mit der Zeit lernen die Kinder die meisten Gefahren kennen und besser einzuschätzen. Sie werden ja auch älter und verstehen die Situationen besser. Im ersten Schuljahr wird über das Verhalten im Strassenverkehr geredet. Erstklässler erhalten bei Einschulung die bekannten gelben Mützen, damit sie besser im Verkehr erkannt werden und die Autofahrer dementsprechend vorsichtiger fahren.

Kinder benötigen eine längere Zeit um bestimmte Situationen im Strassenverkehr richtig einzuschätzen. Vor allem unterschätzen sie sehr die Geschwindigkeit von Fahrzeugen, beim Überqueren der Fahrbahn. Dies ist mir als 7-jähriger auch passiert, als mir ein Ball auf die Strasse rollte und ich ihn vor einem herannahendem Auto noch holen wollte. Ich unterschätzte die Geschwindigkeit des Wagens und wurde über die Kühlerhaube geschleudert. Dank der Aufmerksamkeit des Fahrers passierte mir nichts schlimmeres.

Um das Kind auf den sichersten Weg zur Schule einzuschwören, sollte man vor allem auf sichere Strassenübergänge hinweisen wie Ampeln und Zebrastreifen. Immer darauf achten das es links und rechts schaut und ein groß genug erscheinende Abstand zu den herannahenden Fahrzeugen läßt. Dies sollte man als Elternteil sowieso schon früh genug dem Kind beibringen. Am besten sobald es laufen kann. Je früher, desto besser.

Morgens früh mit den Kindern gemeinsam aufstehen und frühstücken. Genügend Zeit den Kindern lassen für den Weg zur Schule. Schultaschen nicht unnötig beschweren. Für Kleidung sorgen die hell ist, vor allem in den Wintermonaten. Räder nachsehen, das sie verkehrstauglich sind.

In Nähe von Schulen wird verkehrstechnisch durch Stadt und Land heutzutage viel unternommen. Sei es ein Tempolimit von 30 Km, eine Blitzanlage an der Straße, Einbahnstrassenführung in Schulnähe, keine Hindernisse durch die die Sicht von Kind und Fahrzeugführer beeinträchtigt wird, Strasseneinengung wodurch man langsam fahren muß oder Bushaltestellen die durch große Haltebuchten und Geländer gesichert sind. Selbst Schulverwaltungen sorgen für Aktionen rund um Verkehrssicherheit. Schülerlotzen gibt es schon lange, müßten aber meiner Meinung nach noch intensiviert werden, da viele Kinder heutzutage Freistunden haben oder früher Schulschluß. Zu diesem Zeitpunkten sieht man leider keine Schülerlotzen.

Abschließend bleibt zu sagen, das heutzutage trotz verbesserter Unterrichtung in den Schulen, intensiver Lehrung durch die Eltern sowie Verkehrstechnische Verbesserungen der Schulweg für Grundschüler, besonders für Erstklässler immer noch wie vor 20 Jahren ein Unfallschwerpunkt ist. Vor allem sollte man als Eltern auf Gewissenhaftes Verhalten hinweisen, damit der Weg zur Schule und nach Hause gefahrlos zu bewältigen ist.

Bravehart
19.09.2002

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