Erfahrungsberichte Testbericht

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Erfahrungsbericht von mgmaus

Hilfe für Stotterer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich stottere seit meinem 4 Lebensjahr. Meine Mutter schickte mich Anfangs sofort zu einem Logopäden, was nicht viel half. Die machen das der Meinung meiner Mutter nach noch schlimmer!
Als ich 9 Jahre alt war, war mein Stottern so schlimm, dass mein Lehrer mich zum Gesundheitsamt schickte. Ich war sehr still in der Klasse und hatte wenig Freunde. Beim Gesundheitsamt bekam ich die Adresse von einer Sprachtherapie in Bonn. Er handelte sich hierbei um eine Klinik, die Kinder und Erwachsene therapierte. Der Therapie hielt was sie versprach. Wir machten Atemübungen, Einzeltherapie, Gruppentherapie und Entspannungsübungen. Nach 4 Monaten durfte ich nach Hause gehen. Mein Stottern war zwar nicht weg, aber es war sehr viel besser. Ich wurde kontaktfreudiger und hatte nicht mehr so große Angst. Aber ich musste jeden Tag meine Übungen machen. Dies hielt ca. 3 Jahre an. Dann wurde ich faul und vernachlässigte meine Übungen und bis zum Schluss, ließ ich es ganz bleiben. Meine Angst wurde wieder größer und ich blieb wieder für mich alleine. Die Noten im mündlichen Unterricht in der Schule waren immer eine glatte 6, weil die meistens Lehrer kein Verständnis zeigten.
Nach der Schule erlernte ich trotzdem den Beruf der Verkäuferin, wo man sehr viel mit anderen Menschen zu tun hatte. Es klappte zwar ganz gut, aber sobald mich ein Kunde ansprach und etwas sauer oder gereizt war, fing mein Stottern an. Mit Lieferanten konnte ich gar nicht telefonieren oder bekam Schweißausbrüche beim Telefongespräch. Ich erledigte Behördengänge sehr ungern, telefonierte kaum. Arzttermine machte meistens meine Mutter für mich oder erledigte wichtige Telefonate. Ich war sehr froh das ich sie hatte, aber war dadurch von ihr abhängig. Mein Chef riet mir eine neuen Therapie zu machen. Nach langem hin und her sagte ich dann Ok und ging wieder mal zum Gesundheitsamt. Dort erklärte man mir das es die Klinik nicht mehr gibt, aber eine Andere dafür. Die war auch in Bonn, aber unter einem anderen Therapeuten. Ich war natürlich interessiert und fuhr zu einem Infotag in diese Klinik. Ich hörte mir das alles dort an und war begeistert. Der Therapeut war selbst ein Stotterer, was man ihm aber kaum angemerkt hatte. Was mich aber erschreckte waren die Wartezeiten. Man musste 1 ½ Jahre warten im einen Platz zu bekommen. Nach der Infoveranstaltung, bekam jeder der sich für die Therapie interessier hatte ein Beratungsgespräch. Ich habe mich mit dem Therapeuten unterhalten und er sagte aufgrund meiner Situation (das mein Chef mich schickte) ist es ein Notfall. Sobald einer abspringt, komme ich dran. Einen Monat später rief er an und ich durfte Ende des Monats kommen und mit der Therapie anfangen. Die Therapie dauert 2x 3 Monate. Dazwischen war 1 Monat Pause. Ich bekam von der Krankenkasse Krankengeld und später auch die Fahrtkosten, also lief auch mein Geld weiter. Wir bekamen sofort zu Therapiebeginn ein Diktiergerät womit wir uns aufnehmen mussten.
Die Therapieinhalte waren:
Angsttraining: Leute auf der Strasse ansprechen, In Läden etwas nachfragen, Interviews und Telefontraining.
Atemübungen
Redespiele
Kameraaufnahmen
Gruppengespräche
Sprechübung und erlernen verschiedener Sprachtechniken.
Überall war das Diktiergerät dabei. Am Wochenende durfte man immer Freitags heim und musste das erlernte anwenden. An Therapierende musste wir alle Referate halten und einen kleinen Vortrag vor unsere Familie halten.
Diese Therapie half mir sehr gut und ich rede fast fließend. Ich muss halt nur meine täglichen Übungen machen und die Techniken anwenden. Es reicht aber auch jeden 2. Tag. Die verschieden Techniken haben mir geholfen, besser zu reden und es hilft mir noch heute.
Ich darf jederzeit einen Tag in die Klinik wenn es mir nicht gut geht oder ich die Techniken nochmal auffrischen möchte. Außerdem muss ich jedes Jahr einen Bogen ausfüllen, indem ich ankreuzen muss, wie es mir geht. Den selben Bogen muss auch noch meine Mutter und meine Freundin ausfüllen, damit der Therapeut sehen kann, was sie zu meinem Befinden sagen!

Aber woher kommt Stottern? Man braucht zum reden jede Menge Sprachmuskeln und bei uns Stotterern ist ein Muskel oder mehrere (je nach Art des Stotterns) missgebildet.

Für Fragen stehe ich gerne zu Verfügung!

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