Erfahrungsbericht von pegafli
The Grudge - Der Fluch
Pro:
Animationen und Akustik
Kontra:
laue Story, keine Sympathieträger, nervende Charaktere
Empfehlung:
Nein
The Grudge - Der Fluch
Land: USA
Genre: Horror, Thriller
FSK: ab 16 Jahren
Regie: Takashi Shimizu
Darsteller: Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, Clea DuVall, Bill Pullman, Takako Fuji u.a.
Am 3. März, also heute, ist deutscher Kinostart.
- Wenn eine Seele in Wut stirbt, haftet sich das Gefühl an den Ort des Geschehens und verfolgt jeden, der diesen Betritt. -
Da der Film nicht viel Storie zum Inhalt hat, kann man auch nicht viel dazu schreiben! Im Prinzip dreht sich alles um o.g. Legende! Drum herum wird die Geschichte der amerikanischen Krankenschwester Karen (Sarah Michele Gellar) gestrickt, die nach dem Verschwinden ihrer Kollegin eine alte Frau pflegen soll. In deren Haus angekommen geschehen dann einige seltsame Dinge, angefangen bei Klopfgeräuschen und einer mysteriösen Kindergestalt. Im Laufe des Tages stirbt die alte Frau. Dann bleibt nur noch zu sagen, dass im weiteren Verlauf alle, die dieses Haus betreten haben, auf 'geheimnisvolle' Art verschwinden oder umgebracht werden. Karen macht sich an die Arbeit und versucht des Rätsels Lösung zu ergründen. Viel mehr Inhalt gibt der Film nicht her! Und verraten möchte ich auch nicht, was nun wirklich in dem Haus geschehen ist!
Ich hatte das Glück, den Film schon früher ´bewundern´ zu dürfen.
Das Remake eines japanischen Horrostreifens von Takashi Shimizu ähnelt mit seinen Schockeffekten ´The Ring´. Aber auch nur damit. ;)
Der Film war mittelmäßig und hat mich nicht vom Hocker gerissen. Um eine japanische Legende wurde eine dünne, altersschwache Storie aufgebaut. Erzählt wird in Rückblenden und Puzzleteilen, und es gibt sogar eine Zeitüberschneidung, die den besten Teil des Filmes ausmacht. Der Spaß am Film wird uns schon ziemlich am Anfang verdorben, da ein netter Polizist schon sehr früh über die Legende aufklärt, die sich in einem Haus in Tokio abspielt.
Für alle Horrorfans: DIES IST NUR EIN MÖCHTEGERNTHRILLER!
Es fließt kein Blut. ;) Gearbeitet wurde mit traditionellen japanischen Schockeffekten, die sich auf Geräusche und dunkle Geister bzw. seltsame Gestalten beschränken.
Das einzige, dass entfernt an einen Horror erinnert, ist Blondie Sarah, die ´seelenlos´ durchs Bild stolpert...
Billig ist zwar nicht immer mit schlecht in Verbindung zu setzen, aber in dem Fall wären wohl mehr als nur 10 Millionen Dollar Budget notwendig gewesen...
Ein Sequel ist bereits auch schon geplant, wie auch das offene Ende von ´The Grudge´ vermuten lässt.
Trotzdem ist der Film für alle geeignet, die den japanischen Horror mögen/lieben.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-03-22 07:46:53 mit dem Titel Elephant - Erinnerungen an Littleton!
Wer erinnert sich noch an das Massaker an der Columbine Highschool in Littelton? Ich erinnere mich an den Hilfeschrei zweier Jugendlicher am 20. April 1999 noch ganz deutlich. Auch erinnere ich mich an die Diskussionen, die dadurch ausgelöst wurden. Zum einen hatten die Gegner von Gewaltspielen und Waffen wieder eine Plattform gefunden, um diese zu verteufeln, zum anderen durften auch Ankreidungen gegen Musiker wie Marilyn Manson nicht fehlen. Kaum einen hat es interessiert, wie es im Inneren der Jugendlichen aussah, die dieses Massaker von langer Hand geplant haben, denn der erste Sündenbock sind immer die heutigen Medien. Auch Michael Moore erlangte durch seine Reflektion der Hintergründe weltweiten Ruhm. ‚Bowling for Columbine’ ist vielen wohl in besserer Erinnerung geblieben.
Letzten Freitag bin ich bei meinem Streifzug durch die Videothek an eben diesem Film vorbeigegangen. Dunkel erinnerte ich mich, dass er im Jahr 2004 in unsere Kinos kam, und dass darin in Anlehnung die Geschehnisse in Columbine verarbeitet worden.
• Was ist damals geschehen?
Der 18-jährige Eric Harris und der 17-jährige Dylan Klebold erschossen in der Columbine Highschool 12 ihrer Mitschüler, einen Lehrer und schließlich sich selber. Sie legten im Vorfeld überall in der Schule Sprengsätze, die aber versagten. 23 weitere Menschen wurden verletzt.
Nach genaueren Untersuchungen der Tat, stellte sich heraus, dass dieses Massaker seit einem Jahr geplant war.
Sehr gute Hintergrundinfos und eine intensive Auseinandersetzung mit der Tat sind auf dieser Seite zu finden, die ich euch ans Herz legen möchte: http://www.6thfloor.de/sciencenet/littleton.php
• Cast und Regie
‚Elephant’ stützt sich auf keine bekannten Schauspieler! Alle Figuren werden von Highschoolschülern/ Laiendarstellern gespielt. Es wurden keine Namen erfunden, denn die Hauptfiguren heißen in der Realität genauso wie im Film. Ich verzichte aus diesen Gründen auch auf eine Aufzählung der Darsteller.
Regie führte Gus Van Sant, der mit Independent-Filmen seine Karriere startete. Vielen wird er als Regisseur von ‚Good Will Hunting’ oder dem eher mittelmäßigen Remake von ‚Psycho’ bekannt sein. Ich habe ihn noch in sehr guter Erinnerung von Filmen wie ‚My own private Idaho’ oder ‚Kids’. Seine Filmographie ist lang und bunt gemischt. Doch im Laufe seines Schaffens kristallisieren sich die Filme heraus, in denen er sich mit der Problematik des jung Seins beschäftigt. Mit dieser Thematik setzt er sich wieder in ‚Elephant’ auseinander, für den er in Cannes die ‚Goldene Palme’ erhielt.
• Inhalt, Umsetzung und meine persönliche Meinung
Es ist ein ganz normaler Tag an einer amerikanischen Highschool, der nicht normal enden wird. John wird wie immer von seinem angetrunken Vater zur Schule gefahren und hinterlegt die Autoschlüssel im Rektorat. Wir sehen Elias, wie er auf dem Weg zur Schule Fotos von einem Punkpärchen macht. Nate trifft seine Freundin Carrie. Michelle macht sich nach dem Sportunterricht auf dem Weg zu ihrer Arbeit in der Bibliothek. Brittany, Jordan und Nicole tratschen, essen in der Cafeteria drei Salatblätter und übergeben sich dann gemeinsam auf der Schultoilette. Elias entwickelt seine Fotos und geht in die Bibliothek. Auf dem Weg dorthin trifft er John, von dem er ein Foto macht und dessen Freundin sich zum Homo-Hetero-Treff aufmacht. John verlässt die Highschool und trifft auf Alex und Eric, die mit vollgepackten Taschen in die Highschool gehen und beginnen um sich zu schießen.
Unter den vorgestellten Schülern, sind alle Typen vereinigt. Wir finden den schüchternen, sensiblen Durchschnittstyp, der unter seinen Eltern leidet. Wir sehen in Elias den künstlerisch, begabten Part, der viele Freunde auf der Highschool hat. Nate und Carrie sind die Sportskanone und eine der vielen Highschoolschönheiten, die schon seit Ewigkeiten miteinander gehen und nach der Highschool heiraten werden. Mit Michelle wird uns eine Außenseiterin vorgestellt, die es schwer hat ob ihres Aussehens und die sich wenig mitteilt. Ihr sprachlicher Part ist nur auf einen Satz beschränkt: ‚Ist gut’ oder ‚Geht in Ordnung’. Gleichgültig nimmt sie die Hänseleien ihrer Mitschüler in Kauf. Brittany, Jordan und Nicole sind die typischen Fashenvictims, die nur die besten Klamotten tragen, über Jungs schwärmen und der Bulemie verfallen sind.
In kleinen Geschichten lernen wir die Schüler etwas näher kennen und einschätzen. Ihre Wege kreuzen sich in der Highschool. Dabei werden sie von verschiedenen Kameraperspektiven begleitet. Die Kamerafahrt begleitet immer denjenigen Schüler von hinten, dessen Tagesablauf gerade dargestellt wird. Durch die verschiedenen Blickwinkel werden wir immer vertrauter mit den Hauptfiguren und mit den endlosen Fluren der Highschool und immer ungeduldiger, was als Nächstes geschehen wird. Nach geraumer Zeit, weiß man durch die dauernde Wiederholung, was kommen wird, wohin derjenige geht, den wir gerade sehen. Ich war wie gefesselt von dem Ablauf und mir kam es vor, als wäre ich direkt im Geschehen involviert. Es war, als kannte ich die Figuren, ich konnte mich in ihr Fühlen und Denken hineinversetzen. Ich gewann sie durch diese nicht herkömmliche Schilderung der Ereignisse schon richtig lieb.
Wer jetzt denkt, dass die Ereigniswiederholung langweilig wird, dem kann ich nur sagen, dass immer wieder neue Aspekte auftauchen und dass der Handlungsablauf sehr flüssig von statten geht.
Positiv fällt mir an dem Film auf, dass sich der Regisseur nur auf das nackte Geschehen konzentriert. Es gibt keine dramaturgischen Schnörkel und weit laufenden Diskussionen, die auf den Plot hinführen. Jegliche Hintergrundmusik fehlt. Die Geräuschkulisse wird durch hallende Schritte auf den leeren Fluren der Highschool erzeugt und durch die Unterhaltungen der Schüler im Hintergrund. Die Spannung baut sich ganz von selber auf. Dafür sind auch die Kamerafahrt und die Ereigniswiederholung zuständig. Ungefähr nach der Hälfte des Filmes bin ich auf meiner Lümmelcouch hin und her gerutscht und habe jeden Moment darauf gewartet, dass das Unumgängliche geschieht. Doch ich wurde enttäuscht.
Jetzt erfahren wir in einer Rückblende mehr über Alex und Eric. An dieser Stelle kommt doch Musik zum Tragen. Alex sitzt in seinem Zimmer und spielt auf seinem Klavier die ‚Mondscheinsonate’. Ich wünschte, ich könnte so gut Klavier spielen. Während er die Sonate spielt, fährt die Kamera durch sein Zimmer und lässt uns mehr über seine Interessen erfahren. Das Klavierspiel hat dabei einen sehr großen Eindruck auf mich hinterlassen und ich konnte mich mit der wunderbaren Musik im Ohr auf das Bild fokussieren, das das glatte Gegenteil zur Sonate war. Ich denke, diese Szene war der Punkt, an dem der Film ‚umgekippt’ ist und eine Einführung in das weitere Geschehen, über das ich jetzt meinen Zeigefinger lege und leise ‚pst’ sage.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass van Sant immer leugnete, sich mit dem Film am Massaker in Littleton orientiert zu haben. Trotzdem zeigt er uns an dieser Stelle Hinweise wie Gewaltspiele, nationalsozialistisches Gedankengut und die Bestellung kostenloser Waffen im Internet. Auch erinnern die Szenen in Cafeteria und Schulbibliothek an Littleton, zumindest empfinde ich es so.
Am Ende des Filmes werden wir etwas im Regen bzw. im Frost stehen gelassen, obwohl ich nach genauerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin, dass ein abruptes Ende ohne jeglichen weiteren Kommentar oder Erklärung wunderbar zum Gesamtverlauf des Filmes passt. Ich fand dieses Ende sogar sehr gut, weil es zu weiteren Diskussionen anregt und dem Zuschauer Raum für eigene, freie Interpretation lässt. Gus van Sant schiebt uns in keine vorbestimmte Richtung in unserem Denken, denn die Gedanken sind frei. ;)
• Nackte Fakten
Originaltitel: Elephant (USA, 2003)
Regie: Gus Van Sant
Darsteller: u.a. Alex Frost, Eric Deulen, John Robinson
FSK: ab 12 Jahre (Ich frage mich gerade, ob es 12-jährige gibt, die geistig so ausgereift sind, diesen Film zu verstehen?) – Die DVD gibt es in einer FSK 18 Version
Länge: ca. 80 Min.
• Zusammenfassung
Von mir bekommt ‚Elephant’ eine hundertprozentige Empfehlung. Der Film ist eine spannende Geduldsprobe, die den Zuschauer mit seiner ‚liebevollen’ Charakterzeichnung an seinen Sessel oder seine Couch fesselt, und die Gewalt und deren Eskalation thematisiert. Gewalt erzeugt Gegengewalt. So war es auch in diesem Fall, in dem seelischer Terror in körperlicher Gewalt kompensiert wurde.
Endlose Kamerafahrten über leere Flure drücken die Stimmung und erhöhen die Spannung. Kurze, auf ein Minimum beschränkte Dialoge vermeiden schnörkelige Erklärungsversuche.
Wäre dieser Film, wie ich es mal gelesen habe, eine Verherrlichung des Ereignisses, dann hätte Gus van Sant den Zuschauer doch mehr in die Richtung der Täter geleitet und deren Vorlieben stärker herauskristallisiert.
Aber so lässt van Sant viele Fragen und Erklärungen offen. Selbst ich denke noch nach 3 Tagen über die einfachen, schonungslosen Bilder nach, die sich tief in meinen Kopf eingeprägt haben und mich veranlassten diesen Bericht und somit meine erste Filmrezension zu verfassen.
Ich danke Euch für euer fleißiges Lesen, Kommentieren und Bewerten!
LG Pega
© Pegafli 21.03.05
Ich schreibe unter diesem Nick bei Yopi und Ciao!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-04-13 14:55:58 mit dem Titel Robots - Witzloser Roboterklamauk
Roboter sind Maschinen. Maschinen, deren Garantie abgelaufen ist, leiden sehr schnell unter Defekten. Maschinen Denken nicht eigenständig. Maschinen ,handeln\' nach Programmen und somit nach Vorgaben des Menschen. Wie aber sieht eine Welt aus, in der nur Roboter leben? Wie sind dort die sozialen Strukturen gestrickt? Wer zieht die Fäden? Dies versuchen uns die Macher von \"Ice Age\" in einem Animationsfilm nahe zu bringen.
* Die Macher
Mit großen Tara und vielversprechenden Trailern hat uns BlueSky, angeheuert von 20th Century Fox, ,Robots\' angekündigt und tritt mal wieder in die etwas großen Fußstapfen von Disney und Dreamworks. Ist ,Ice Age\' noch ein gelungener, kurzweiliger Film mit ausgefallener Story, so ist ,Robots\' leider nur ein misslungener Versuch an die damalige Erfolgschiene anzuknüpfen.
Der Regisseur Chris Wedge, der auch bei ,Ice Age\' Regie führte, versucht aber trotzdem aus dem Drehbuch von Lowell Ganz und Babaloo Mandel das Bestmöglichste herauszuholen und dem Erwartungsdruck zu entsprechen.
* Die Story und Umsetzung
\"Robots\" handelt von Roboter Rodney, der in einer Welt vieler skuriler Roboter versucht seinen Traum zu verwirklichen. Als Rodney im Fernsehen einen Werbespot des Erfinders Bigweld, der sich für die gleichen Rechte aller Roboter einsetzt, sieht, entschließt er sich Hobbytüftler zu werden. Nach einigen misslungenen Versuchen ist seine Erfindung endlich ausgereift und Rodney entschließt sich nach Robot City zufahren. Dort möchte er Bigweld seine Erfindung vorstellen. In Robot City angekommen, muss er feststellen, dass Bigweld spurlos verschwunden ist.
An seiner Stelle regiert jetzt das Muttersöhnchen Rasket das Firmenimperium von Bigweld. Unter der Fuchtel seiner Mutter Madame Gasket stellt er die Produktion von Ersatzteilen ein und verkauft nur noch Upgrades. Die daraus entstandene Selektion von armen Altmodellen soll dann in der Schrottpresse von Madame Gasket landen. Mit seinen neuen Freunden aus Robot City macht sich Rodney nun auf die Suche nach Bigweld und daran dieses Unrecht zu bekämpfen.
Leider ist die Story schon von vielen Animationsschmieden abgenutzt. Immer wieder taucht der Losertyp auf, der sich im Lauf des Filmes zum wahren Helden entwickelt. Während seines Abenteuers, trifft er auf neue Freunde, die meistens noch größere Loser als er sind und den witzigen und tollpatschigen Part in der Geschichte übernehmen. Die Liebe darf ebenfalls nicht zu kurz kommen, und so taucht dann noch eine begehrenswerte, weibliche oder männliche Schönheit auf, die unserem Helden beisteht. Und alle guten Charaktere stehen natürlich in krassen Unterschied zu Mr. Badguy, der der Welt nur schlechtes will.
Begutachtet man sich diese herzlos dahin geschusterte Story, so kann man ein müdes Gähnen nicht unterdrücken. Zumindest geht es mir so, wenn ich im Nachhinein darüber schreibe und an die Langweile zurückdenke, die mich überkommen hat. Für Kinder mag das Ganze ja noch seinen Reiz haben, aber diesmal wurden die Belange des begleitenden Erwachsenenpublikums ganz außer Acht gelassen. Alles ist vorhersehbar und die Gags, die uns überschwemmen sind uralt und abgenutzt. Vielleicht hat man sich einfach zu sehr darauf konzentriert die Roboterwelt unserer Menschenwelt anzugleichen, denn es geht ja nichts über ein Tässchen Öl zum Frühstück. Selbst mit Fäkalhumor wird nicht gegeizt. So werden unsere Kleinen amüsiert, indem Rodney und Freund nachts um die Wette furzen.
Die Erwachsenen werden mit Filmzitaten und Anspielungen auf neue Blockbuster (Star Wars) von Fox bei Laune gehalten.
Und was ist das für eine Gesellschaft? Alle sind glücklich und haben Arbeit! Alles Schlechte wird unterdrückt und der Bevölkerung vorenthalten. Ich habe ja nichts gegen Blauäugigkeit, solange ich nicht von ihr geschlagen bin. Kommunistische Gedankenmodelle in einem amerikanischen Kinderfilm? Ein Widerspruch in sich! Ja bitte schön! Warum nicht? Kinder hinterfragen ja noch nicht und sind leicht formbar.
* Charaktere
Zur flauen Story kommen noch die Figuren dazu, die von mir keinen Sympathiebonus bekommen. Wedge legt zwar alles daran, uns seine Hauptcharaktere nahe zu bringen, aber es ist einfach nichts Besonderes an ihnen, das sie unvergesslich beim Publikum machen würde.
Selbst der überzogen kitschige Vater-Sohn-Konflikt zwischen Rodney und seinem ,Erbauer\' lässt in mir kein Mitgefühl aufkommen. Ich möchte jetzt auch keinesfalls in den Wahn verfallen und alle Figuren beschreiben und einzeln vorstellen. Wenn ihr das möchtet, dann schaut euch den Film selber an!
Alle Figuren handeln mit übertriebener Gestik und Mimik. Die meisten haben vereinzelte, hervorstechende Attribute, die man für Gags nutz. Wie zum Beispiel ein riesiges Hinterteil, das als Transportmittel für allerlei Dinge fungiert und jeden umnietet, der im Weg steht.
Am meisten ging mir Fender auf die Nerven. Fender ist ein roter Schrotthaufen, der mit aller Gewalt überzogen witzig wirken soll. Das Häuflein Schrott ist bei mir mit seinen Gags total durchgefallen. Sein Herumgehampel ist lediglich für Kinder amüsant, die sich noch an Clownereien erfreuen. Eines muss ich Fender aber lassen. Er gibt eine sehr gute Britney Spears ab.
* Technische Umsetzung
An der Animation selber kann ich nicht herummeckern. Die Technik ist ausgepfeilt und Figuren und Umgebung sind mit viel Liebe zum Detail bunt und poppig gestaltet. Hier kann Fox im Vergleich mit Pixar Schritt halten. Robot City ist tricktechnisch eine Freude für die Augen. Wenn ihr euch den Film anschaut, dann solltet ihr euch die Fahrt in der Stadtbahn von Robot City genauer betrachten. Da ist an jedem trickreichem Detail gearbeitet worden. Wie in einer Kettenreaktion wird Rodney durch die Stadt geschleudert. Auch die Verfolgungsjagd am Schluss ist sehenswert. Bei diesen Szenen hatte selbst ich meinen Spaß.
Für die Zeichner und Grafiker gibt es einen erhobenen Daumen mit Schleifchen!
Und was gehört noch zu einem Film, der erfolgreich sein möchte? Was wohl? Der Soundtrack natürlich. Schon vor Genuss des Filmes wurde ich tagtäglich von akustisch durch Sarah Connor vergewaltigt, die mir leise ins Ohr säuselte: ,From Zero to Hero\'. Mal abgesehen von der Vermarktung in den Charts, klimpert, raschelt, knackt und dröhnt es in ,Robots\' von allen Seiten. Den Titelsoundtrack selber konnte ich im Film nicht wieder erkennen.
* Synchronisation
Animierten Figuren haucht Synchronisation erst richtig Leben ein, vorausgesetzt der Synchronsprecher versteht sein Handwerk.
Rodney - Philipp Moog: Lieb und nett! Die Stimme des Jungen von Nebenan! Ziemlich farblos.
Bigweld - Wolfgang Völz: Der Schweizer Ruhepol und total präzise!
Ratchet - Oliver Kalkofe
Madame Gasket - Hans Werner Olm: Liefert zusammen mit Kalkofe eine teils überzogene Synchro von Mutter und Sohn ab. Aber auch die Beiden haben hörbar Spaß an ihrem Job!
Fender - Michael Herbig: Herbig macht seine Sache ganz gut und zieht alle Register. Doch Fender mag ich deshalb nicht mehr und nicht weniger.
Cappy - Sarah Connor: Cappy ist eine Statistenfigur und die Mitwirkung von Sarah Connor genauso überflüssig, wie Salz im Meer.
* Weitere Fakten
USA 2005
Länge: 91 Minuten
FSK: keine Altersbeschränkung
* Schlusswort
,Robots\' ist eine alte Story, verpackt in neuem, einfallslosem Gewand. Bunte Schrotthaufen rattern mit viel Liebe fürs Detail durchs Bild und versuchen uns Witze zu vermitteln, die im tiefsten Keller vor sich hingeschlummert haben. Die simpel gestrickte Geschichte und die Clownereien sind wirklich nur für Kinder interessant. Es wird eine heile Welt gezeigt, die aufkeimende Sozialkritik in den Bildern immer wieder durch Hampeleien erstickt.
Für Erwachsene ist der Film überhaupt nicht zu empfehlen, außer sie wollen immer wieder heimlich auf die Uhr schauen. Sehnlicher habe auch ich kaum ein Ende eines Filmes herbeigesehnt.
Ein rostiges Dankeschön von mir an euch fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten!
LG Pega
Ich veröffentliche meine Berichte unter dem Nick Pegafli nur bei Ciao, Yopi und auf meiner eigenen Page!
Land: USA
Genre: Horror, Thriller
FSK: ab 16 Jahren
Regie: Takashi Shimizu
Darsteller: Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, Clea DuVall, Bill Pullman, Takako Fuji u.a.
Am 3. März, also heute, ist deutscher Kinostart.
- Wenn eine Seele in Wut stirbt, haftet sich das Gefühl an den Ort des Geschehens und verfolgt jeden, der diesen Betritt. -
Da der Film nicht viel Storie zum Inhalt hat, kann man auch nicht viel dazu schreiben! Im Prinzip dreht sich alles um o.g. Legende! Drum herum wird die Geschichte der amerikanischen Krankenschwester Karen (Sarah Michele Gellar) gestrickt, die nach dem Verschwinden ihrer Kollegin eine alte Frau pflegen soll. In deren Haus angekommen geschehen dann einige seltsame Dinge, angefangen bei Klopfgeräuschen und einer mysteriösen Kindergestalt. Im Laufe des Tages stirbt die alte Frau. Dann bleibt nur noch zu sagen, dass im weiteren Verlauf alle, die dieses Haus betreten haben, auf 'geheimnisvolle' Art verschwinden oder umgebracht werden. Karen macht sich an die Arbeit und versucht des Rätsels Lösung zu ergründen. Viel mehr Inhalt gibt der Film nicht her! Und verraten möchte ich auch nicht, was nun wirklich in dem Haus geschehen ist!
Ich hatte das Glück, den Film schon früher ´bewundern´ zu dürfen.
Das Remake eines japanischen Horrostreifens von Takashi Shimizu ähnelt mit seinen Schockeffekten ´The Ring´. Aber auch nur damit. ;)
Der Film war mittelmäßig und hat mich nicht vom Hocker gerissen. Um eine japanische Legende wurde eine dünne, altersschwache Storie aufgebaut. Erzählt wird in Rückblenden und Puzzleteilen, und es gibt sogar eine Zeitüberschneidung, die den besten Teil des Filmes ausmacht. Der Spaß am Film wird uns schon ziemlich am Anfang verdorben, da ein netter Polizist schon sehr früh über die Legende aufklärt, die sich in einem Haus in Tokio abspielt.
Für alle Horrorfans: DIES IST NUR EIN MÖCHTEGERNTHRILLER!
Es fließt kein Blut. ;) Gearbeitet wurde mit traditionellen japanischen Schockeffekten, die sich auf Geräusche und dunkle Geister bzw. seltsame Gestalten beschränken.
Das einzige, dass entfernt an einen Horror erinnert, ist Blondie Sarah, die ´seelenlos´ durchs Bild stolpert...
Billig ist zwar nicht immer mit schlecht in Verbindung zu setzen, aber in dem Fall wären wohl mehr als nur 10 Millionen Dollar Budget notwendig gewesen...
Ein Sequel ist bereits auch schon geplant, wie auch das offene Ende von ´The Grudge´ vermuten lässt.
Trotzdem ist der Film für alle geeignet, die den japanischen Horror mögen/lieben.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-03-22 07:46:53 mit dem Titel Elephant - Erinnerungen an Littleton!
Wer erinnert sich noch an das Massaker an der Columbine Highschool in Littelton? Ich erinnere mich an den Hilfeschrei zweier Jugendlicher am 20. April 1999 noch ganz deutlich. Auch erinnere ich mich an die Diskussionen, die dadurch ausgelöst wurden. Zum einen hatten die Gegner von Gewaltspielen und Waffen wieder eine Plattform gefunden, um diese zu verteufeln, zum anderen durften auch Ankreidungen gegen Musiker wie Marilyn Manson nicht fehlen. Kaum einen hat es interessiert, wie es im Inneren der Jugendlichen aussah, die dieses Massaker von langer Hand geplant haben, denn der erste Sündenbock sind immer die heutigen Medien. Auch Michael Moore erlangte durch seine Reflektion der Hintergründe weltweiten Ruhm. ‚Bowling for Columbine’ ist vielen wohl in besserer Erinnerung geblieben.
Letzten Freitag bin ich bei meinem Streifzug durch die Videothek an eben diesem Film vorbeigegangen. Dunkel erinnerte ich mich, dass er im Jahr 2004 in unsere Kinos kam, und dass darin in Anlehnung die Geschehnisse in Columbine verarbeitet worden.
• Was ist damals geschehen?
Der 18-jährige Eric Harris und der 17-jährige Dylan Klebold erschossen in der Columbine Highschool 12 ihrer Mitschüler, einen Lehrer und schließlich sich selber. Sie legten im Vorfeld überall in der Schule Sprengsätze, die aber versagten. 23 weitere Menschen wurden verletzt.
Nach genaueren Untersuchungen der Tat, stellte sich heraus, dass dieses Massaker seit einem Jahr geplant war.
Sehr gute Hintergrundinfos und eine intensive Auseinandersetzung mit der Tat sind auf dieser Seite zu finden, die ich euch ans Herz legen möchte: http://www.6thfloor.de/sciencenet/littleton.php
• Cast und Regie
‚Elephant’ stützt sich auf keine bekannten Schauspieler! Alle Figuren werden von Highschoolschülern/ Laiendarstellern gespielt. Es wurden keine Namen erfunden, denn die Hauptfiguren heißen in der Realität genauso wie im Film. Ich verzichte aus diesen Gründen auch auf eine Aufzählung der Darsteller.
Regie führte Gus Van Sant, der mit Independent-Filmen seine Karriere startete. Vielen wird er als Regisseur von ‚Good Will Hunting’ oder dem eher mittelmäßigen Remake von ‚Psycho’ bekannt sein. Ich habe ihn noch in sehr guter Erinnerung von Filmen wie ‚My own private Idaho’ oder ‚Kids’. Seine Filmographie ist lang und bunt gemischt. Doch im Laufe seines Schaffens kristallisieren sich die Filme heraus, in denen er sich mit der Problematik des jung Seins beschäftigt. Mit dieser Thematik setzt er sich wieder in ‚Elephant’ auseinander, für den er in Cannes die ‚Goldene Palme’ erhielt.
• Inhalt, Umsetzung und meine persönliche Meinung
Es ist ein ganz normaler Tag an einer amerikanischen Highschool, der nicht normal enden wird. John wird wie immer von seinem angetrunken Vater zur Schule gefahren und hinterlegt die Autoschlüssel im Rektorat. Wir sehen Elias, wie er auf dem Weg zur Schule Fotos von einem Punkpärchen macht. Nate trifft seine Freundin Carrie. Michelle macht sich nach dem Sportunterricht auf dem Weg zu ihrer Arbeit in der Bibliothek. Brittany, Jordan und Nicole tratschen, essen in der Cafeteria drei Salatblätter und übergeben sich dann gemeinsam auf der Schultoilette. Elias entwickelt seine Fotos und geht in die Bibliothek. Auf dem Weg dorthin trifft er John, von dem er ein Foto macht und dessen Freundin sich zum Homo-Hetero-Treff aufmacht. John verlässt die Highschool und trifft auf Alex und Eric, die mit vollgepackten Taschen in die Highschool gehen und beginnen um sich zu schießen.
Unter den vorgestellten Schülern, sind alle Typen vereinigt. Wir finden den schüchternen, sensiblen Durchschnittstyp, der unter seinen Eltern leidet. Wir sehen in Elias den künstlerisch, begabten Part, der viele Freunde auf der Highschool hat. Nate und Carrie sind die Sportskanone und eine der vielen Highschoolschönheiten, die schon seit Ewigkeiten miteinander gehen und nach der Highschool heiraten werden. Mit Michelle wird uns eine Außenseiterin vorgestellt, die es schwer hat ob ihres Aussehens und die sich wenig mitteilt. Ihr sprachlicher Part ist nur auf einen Satz beschränkt: ‚Ist gut’ oder ‚Geht in Ordnung’. Gleichgültig nimmt sie die Hänseleien ihrer Mitschüler in Kauf. Brittany, Jordan und Nicole sind die typischen Fashenvictims, die nur die besten Klamotten tragen, über Jungs schwärmen und der Bulemie verfallen sind.
In kleinen Geschichten lernen wir die Schüler etwas näher kennen und einschätzen. Ihre Wege kreuzen sich in der Highschool. Dabei werden sie von verschiedenen Kameraperspektiven begleitet. Die Kamerafahrt begleitet immer denjenigen Schüler von hinten, dessen Tagesablauf gerade dargestellt wird. Durch die verschiedenen Blickwinkel werden wir immer vertrauter mit den Hauptfiguren und mit den endlosen Fluren der Highschool und immer ungeduldiger, was als Nächstes geschehen wird. Nach geraumer Zeit, weiß man durch die dauernde Wiederholung, was kommen wird, wohin derjenige geht, den wir gerade sehen. Ich war wie gefesselt von dem Ablauf und mir kam es vor, als wäre ich direkt im Geschehen involviert. Es war, als kannte ich die Figuren, ich konnte mich in ihr Fühlen und Denken hineinversetzen. Ich gewann sie durch diese nicht herkömmliche Schilderung der Ereignisse schon richtig lieb.
Wer jetzt denkt, dass die Ereigniswiederholung langweilig wird, dem kann ich nur sagen, dass immer wieder neue Aspekte auftauchen und dass der Handlungsablauf sehr flüssig von statten geht.
Positiv fällt mir an dem Film auf, dass sich der Regisseur nur auf das nackte Geschehen konzentriert. Es gibt keine dramaturgischen Schnörkel und weit laufenden Diskussionen, die auf den Plot hinführen. Jegliche Hintergrundmusik fehlt. Die Geräuschkulisse wird durch hallende Schritte auf den leeren Fluren der Highschool erzeugt und durch die Unterhaltungen der Schüler im Hintergrund. Die Spannung baut sich ganz von selber auf. Dafür sind auch die Kamerafahrt und die Ereigniswiederholung zuständig. Ungefähr nach der Hälfte des Filmes bin ich auf meiner Lümmelcouch hin und her gerutscht und habe jeden Moment darauf gewartet, dass das Unumgängliche geschieht. Doch ich wurde enttäuscht.
Jetzt erfahren wir in einer Rückblende mehr über Alex und Eric. An dieser Stelle kommt doch Musik zum Tragen. Alex sitzt in seinem Zimmer und spielt auf seinem Klavier die ‚Mondscheinsonate’. Ich wünschte, ich könnte so gut Klavier spielen. Während er die Sonate spielt, fährt die Kamera durch sein Zimmer und lässt uns mehr über seine Interessen erfahren. Das Klavierspiel hat dabei einen sehr großen Eindruck auf mich hinterlassen und ich konnte mich mit der wunderbaren Musik im Ohr auf das Bild fokussieren, das das glatte Gegenteil zur Sonate war. Ich denke, diese Szene war der Punkt, an dem der Film ‚umgekippt’ ist und eine Einführung in das weitere Geschehen, über das ich jetzt meinen Zeigefinger lege und leise ‚pst’ sage.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass van Sant immer leugnete, sich mit dem Film am Massaker in Littleton orientiert zu haben. Trotzdem zeigt er uns an dieser Stelle Hinweise wie Gewaltspiele, nationalsozialistisches Gedankengut und die Bestellung kostenloser Waffen im Internet. Auch erinnern die Szenen in Cafeteria und Schulbibliothek an Littleton, zumindest empfinde ich es so.
Am Ende des Filmes werden wir etwas im Regen bzw. im Frost stehen gelassen, obwohl ich nach genauerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin, dass ein abruptes Ende ohne jeglichen weiteren Kommentar oder Erklärung wunderbar zum Gesamtverlauf des Filmes passt. Ich fand dieses Ende sogar sehr gut, weil es zu weiteren Diskussionen anregt und dem Zuschauer Raum für eigene, freie Interpretation lässt. Gus van Sant schiebt uns in keine vorbestimmte Richtung in unserem Denken, denn die Gedanken sind frei. ;)
• Nackte Fakten
Originaltitel: Elephant (USA, 2003)
Regie: Gus Van Sant
Darsteller: u.a. Alex Frost, Eric Deulen, John Robinson
FSK: ab 12 Jahre (Ich frage mich gerade, ob es 12-jährige gibt, die geistig so ausgereift sind, diesen Film zu verstehen?) – Die DVD gibt es in einer FSK 18 Version
Länge: ca. 80 Min.
• Zusammenfassung
Von mir bekommt ‚Elephant’ eine hundertprozentige Empfehlung. Der Film ist eine spannende Geduldsprobe, die den Zuschauer mit seiner ‚liebevollen’ Charakterzeichnung an seinen Sessel oder seine Couch fesselt, und die Gewalt und deren Eskalation thematisiert. Gewalt erzeugt Gegengewalt. So war es auch in diesem Fall, in dem seelischer Terror in körperlicher Gewalt kompensiert wurde.
Endlose Kamerafahrten über leere Flure drücken die Stimmung und erhöhen die Spannung. Kurze, auf ein Minimum beschränkte Dialoge vermeiden schnörkelige Erklärungsversuche.
Wäre dieser Film, wie ich es mal gelesen habe, eine Verherrlichung des Ereignisses, dann hätte Gus van Sant den Zuschauer doch mehr in die Richtung der Täter geleitet und deren Vorlieben stärker herauskristallisiert.
Aber so lässt van Sant viele Fragen und Erklärungen offen. Selbst ich denke noch nach 3 Tagen über die einfachen, schonungslosen Bilder nach, die sich tief in meinen Kopf eingeprägt haben und mich veranlassten diesen Bericht und somit meine erste Filmrezension zu verfassen.
Ich danke Euch für euer fleißiges Lesen, Kommentieren und Bewerten!
LG Pega
© Pegafli 21.03.05
Ich schreibe unter diesem Nick bei Yopi und Ciao!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-04-13 14:55:58 mit dem Titel Robots - Witzloser Roboterklamauk
Roboter sind Maschinen. Maschinen, deren Garantie abgelaufen ist, leiden sehr schnell unter Defekten. Maschinen Denken nicht eigenständig. Maschinen ,handeln\' nach Programmen und somit nach Vorgaben des Menschen. Wie aber sieht eine Welt aus, in der nur Roboter leben? Wie sind dort die sozialen Strukturen gestrickt? Wer zieht die Fäden? Dies versuchen uns die Macher von \"Ice Age\" in einem Animationsfilm nahe zu bringen.
* Die Macher
Mit großen Tara und vielversprechenden Trailern hat uns BlueSky, angeheuert von 20th Century Fox, ,Robots\' angekündigt und tritt mal wieder in die etwas großen Fußstapfen von Disney und Dreamworks. Ist ,Ice Age\' noch ein gelungener, kurzweiliger Film mit ausgefallener Story, so ist ,Robots\' leider nur ein misslungener Versuch an die damalige Erfolgschiene anzuknüpfen.
Der Regisseur Chris Wedge, der auch bei ,Ice Age\' Regie führte, versucht aber trotzdem aus dem Drehbuch von Lowell Ganz und Babaloo Mandel das Bestmöglichste herauszuholen und dem Erwartungsdruck zu entsprechen.
* Die Story und Umsetzung
\"Robots\" handelt von Roboter Rodney, der in einer Welt vieler skuriler Roboter versucht seinen Traum zu verwirklichen. Als Rodney im Fernsehen einen Werbespot des Erfinders Bigweld, der sich für die gleichen Rechte aller Roboter einsetzt, sieht, entschließt er sich Hobbytüftler zu werden. Nach einigen misslungenen Versuchen ist seine Erfindung endlich ausgereift und Rodney entschließt sich nach Robot City zufahren. Dort möchte er Bigweld seine Erfindung vorstellen. In Robot City angekommen, muss er feststellen, dass Bigweld spurlos verschwunden ist.
An seiner Stelle regiert jetzt das Muttersöhnchen Rasket das Firmenimperium von Bigweld. Unter der Fuchtel seiner Mutter Madame Gasket stellt er die Produktion von Ersatzteilen ein und verkauft nur noch Upgrades. Die daraus entstandene Selektion von armen Altmodellen soll dann in der Schrottpresse von Madame Gasket landen. Mit seinen neuen Freunden aus Robot City macht sich Rodney nun auf die Suche nach Bigweld und daran dieses Unrecht zu bekämpfen.
Leider ist die Story schon von vielen Animationsschmieden abgenutzt. Immer wieder taucht der Losertyp auf, der sich im Lauf des Filmes zum wahren Helden entwickelt. Während seines Abenteuers, trifft er auf neue Freunde, die meistens noch größere Loser als er sind und den witzigen und tollpatschigen Part in der Geschichte übernehmen. Die Liebe darf ebenfalls nicht zu kurz kommen, und so taucht dann noch eine begehrenswerte, weibliche oder männliche Schönheit auf, die unserem Helden beisteht. Und alle guten Charaktere stehen natürlich in krassen Unterschied zu Mr. Badguy, der der Welt nur schlechtes will.
Begutachtet man sich diese herzlos dahin geschusterte Story, so kann man ein müdes Gähnen nicht unterdrücken. Zumindest geht es mir so, wenn ich im Nachhinein darüber schreibe und an die Langweile zurückdenke, die mich überkommen hat. Für Kinder mag das Ganze ja noch seinen Reiz haben, aber diesmal wurden die Belange des begleitenden Erwachsenenpublikums ganz außer Acht gelassen. Alles ist vorhersehbar und die Gags, die uns überschwemmen sind uralt und abgenutzt. Vielleicht hat man sich einfach zu sehr darauf konzentriert die Roboterwelt unserer Menschenwelt anzugleichen, denn es geht ja nichts über ein Tässchen Öl zum Frühstück. Selbst mit Fäkalhumor wird nicht gegeizt. So werden unsere Kleinen amüsiert, indem Rodney und Freund nachts um die Wette furzen.
Die Erwachsenen werden mit Filmzitaten und Anspielungen auf neue Blockbuster (Star Wars) von Fox bei Laune gehalten.
Und was ist das für eine Gesellschaft? Alle sind glücklich und haben Arbeit! Alles Schlechte wird unterdrückt und der Bevölkerung vorenthalten. Ich habe ja nichts gegen Blauäugigkeit, solange ich nicht von ihr geschlagen bin. Kommunistische Gedankenmodelle in einem amerikanischen Kinderfilm? Ein Widerspruch in sich! Ja bitte schön! Warum nicht? Kinder hinterfragen ja noch nicht und sind leicht formbar.
* Charaktere
Zur flauen Story kommen noch die Figuren dazu, die von mir keinen Sympathiebonus bekommen. Wedge legt zwar alles daran, uns seine Hauptcharaktere nahe zu bringen, aber es ist einfach nichts Besonderes an ihnen, das sie unvergesslich beim Publikum machen würde.
Selbst der überzogen kitschige Vater-Sohn-Konflikt zwischen Rodney und seinem ,Erbauer\' lässt in mir kein Mitgefühl aufkommen. Ich möchte jetzt auch keinesfalls in den Wahn verfallen und alle Figuren beschreiben und einzeln vorstellen. Wenn ihr das möchtet, dann schaut euch den Film selber an!
Alle Figuren handeln mit übertriebener Gestik und Mimik. Die meisten haben vereinzelte, hervorstechende Attribute, die man für Gags nutz. Wie zum Beispiel ein riesiges Hinterteil, das als Transportmittel für allerlei Dinge fungiert und jeden umnietet, der im Weg steht.
Am meisten ging mir Fender auf die Nerven. Fender ist ein roter Schrotthaufen, der mit aller Gewalt überzogen witzig wirken soll. Das Häuflein Schrott ist bei mir mit seinen Gags total durchgefallen. Sein Herumgehampel ist lediglich für Kinder amüsant, die sich noch an Clownereien erfreuen. Eines muss ich Fender aber lassen. Er gibt eine sehr gute Britney Spears ab.
* Technische Umsetzung
An der Animation selber kann ich nicht herummeckern. Die Technik ist ausgepfeilt und Figuren und Umgebung sind mit viel Liebe zum Detail bunt und poppig gestaltet. Hier kann Fox im Vergleich mit Pixar Schritt halten. Robot City ist tricktechnisch eine Freude für die Augen. Wenn ihr euch den Film anschaut, dann solltet ihr euch die Fahrt in der Stadtbahn von Robot City genauer betrachten. Da ist an jedem trickreichem Detail gearbeitet worden. Wie in einer Kettenreaktion wird Rodney durch die Stadt geschleudert. Auch die Verfolgungsjagd am Schluss ist sehenswert. Bei diesen Szenen hatte selbst ich meinen Spaß.
Für die Zeichner und Grafiker gibt es einen erhobenen Daumen mit Schleifchen!
Und was gehört noch zu einem Film, der erfolgreich sein möchte? Was wohl? Der Soundtrack natürlich. Schon vor Genuss des Filmes wurde ich tagtäglich von akustisch durch Sarah Connor vergewaltigt, die mir leise ins Ohr säuselte: ,From Zero to Hero\'. Mal abgesehen von der Vermarktung in den Charts, klimpert, raschelt, knackt und dröhnt es in ,Robots\' von allen Seiten. Den Titelsoundtrack selber konnte ich im Film nicht wieder erkennen.
* Synchronisation
Animierten Figuren haucht Synchronisation erst richtig Leben ein, vorausgesetzt der Synchronsprecher versteht sein Handwerk.
Rodney - Philipp Moog: Lieb und nett! Die Stimme des Jungen von Nebenan! Ziemlich farblos.
Bigweld - Wolfgang Völz: Der Schweizer Ruhepol und total präzise!
Ratchet - Oliver Kalkofe
Madame Gasket - Hans Werner Olm: Liefert zusammen mit Kalkofe eine teils überzogene Synchro von Mutter und Sohn ab. Aber auch die Beiden haben hörbar Spaß an ihrem Job!
Fender - Michael Herbig: Herbig macht seine Sache ganz gut und zieht alle Register. Doch Fender mag ich deshalb nicht mehr und nicht weniger.
Cappy - Sarah Connor: Cappy ist eine Statistenfigur und die Mitwirkung von Sarah Connor genauso überflüssig, wie Salz im Meer.
* Weitere Fakten
USA 2005
Länge: 91 Minuten
FSK: keine Altersbeschränkung
* Schlusswort
,Robots\' ist eine alte Story, verpackt in neuem, einfallslosem Gewand. Bunte Schrotthaufen rattern mit viel Liebe fürs Detail durchs Bild und versuchen uns Witze zu vermitteln, die im tiefsten Keller vor sich hingeschlummert haben. Die simpel gestrickte Geschichte und die Clownereien sind wirklich nur für Kinder interessant. Es wird eine heile Welt gezeigt, die aufkeimende Sozialkritik in den Bildern immer wieder durch Hampeleien erstickt.
Für Erwachsene ist der Film überhaupt nicht zu empfehlen, außer sie wollen immer wieder heimlich auf die Uhr schauen. Sehnlicher habe auch ich kaum ein Ende eines Filmes herbeigesehnt.
Ein rostiges Dankeschön von mir an euch fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten!
LG Pega
Ich veröffentliche meine Berichte unter dem Nick Pegafli nur bei Ciao, Yopi und auf meiner eigenen Page!
24 Bewertungen, 2 Kommentare
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06.05.2005, 23:04 Uhr von Sang_il
Bewertung: sehr hilfreichIch musste mir den Film mit meinem jüngeren Bruder antun! naja ihm hats gefallen, mir nicht! Grüße Sang_il
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19.04.2005, 16:20 Uhr von plötzlichpapa
Bewertung: sehr hilfreichbewusst nicht angeschaut. Du gibst meiner Entscheidung recht. Sehr schöner Bericht.




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