Erfahrungsbericht von santo_md
Minority Report - Tom Cruise mal wieder ein Genie
Pro:
Sehr spannend, gute story, schöner geschichtenaufbau
Kontra:
Nix
Empfehlung:
Nein
Endlich gibt es einen neuen Steven Spielberg Film. Es handelt sich hier um \'Minority Report\', der kürzlich in den USA angelaufen ist. In Deutschland muß man noch ein wenig auf den Kinostart warten, da der Film erst im Oktober zu sehen ist. Ich habe mir \'Minority Report\' schon angeschaut, und hoffentlich kann ich mit meinem Bericht eure Neugier ein wenig anstacheln.
DIE HANDLUNG
Wir schreiben das Jahr 2054. Die Technologie hat gewaltige Fortschritte gemacht - Computer bedient man durch holographische Bilder, es gibt rasante Autos auf riesigen vertikalen Highways, und die Menschen werden durch ein Augenscanning identifiziert. Was aber der bedeutsamste Fortschritt ist, nennt sich \'Precrime\'.
Precrime ist ein Unternehmen, welches sich die kognitiven Fähigkeiten von drei Menschen zu Nutze nimmt. Diese drei \'Pre-Cogs\' können künftige Morde vorhersehen, in dem sie die Gedanken der Menschen lesen. Die Namen des Opfers und des Mörders sind auf kleine Bälle geprägt, die nach den Visionen erscheinen. Die Gedanken werden aufgezeichnet und die Bilder werden ausgewertet. Man sieht das Opfer, den Mörder und den Tatort, und mittels der Informationen wird der Mörder ermittelt und noch vor dem eigentlichen Mord festgenommen. Durch dieses Unternehmen konnte die Verbrechensrate drastisch gesenkt werden, so daß die Menschen dieses Eingreifen in die Privatssphäre hinnehmen.
Detective John Anderton (Tom Cruise) ist Mitglied dieser Precrime-Einheiten, und er steht völlig hinter diesem System. Als plötzlich wieder Bilder von den Pre-Cogs auftauchen, steht er im Mittelpunkt des Geschehens, denn man sieht ihn, wie er in der Zukunft einen Menschen erschießt. Nun ist er der Gejagte, und John versucht mit allen Mitteln den Precrime-Einheiten zu entkommen. Er macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, da er nicht verstehen kann, wieso er einen Mord begehen wird...
DIE DATEN ZUM FILM
Regisseur: Steven Spielberg
Darsteller:
- Tom Cruise (John Anderton)
- Max von Sydow (Lamar Burgees)
- Samantha Morton (Agatha)
- Steve Harris (Jed)
- Neal McDonough (Fletcher)
- Patrick Kilpatrick (Knott)
- Jessica Capshaw (Evanna)
Spielzeit: 144 min
FSK: ab 16 Jahre
Webseite:
- deutsch: http://www.minorityreport.de
- englisch: http://www.minorityreport.com, http://www.precrime.org/home.html
Kinostart Deutschland : 3.Oktober 2002
MEINE MEINUNG!!
Endlich ist es zu einer Zusammenarbeit von Steven Spielberg und Tom Cruise gekommen, was schon im Voraus einen guten Film verspricht. Deshalb war ich ziemlich gespannt auf den neuen Film \'Minority Report\', der im Juni in den USA in die Kinos kam. Und so wollte ich als Spielberg-Fan auch nicht auf den deutschen Kinostart im Oktober warten, sondern ich habe mir den Film im englischen Original angeschaut.
Vielleicht war das lange Warten auf eine Zusammenarbeit von Spielberg und Cruise auch gut - schon in den 80ziger Jahren wäre es ja mit \'Rain Man\' fast zu einem gemeinsamen Film gekommen, aber Spielberg mußte kurzfristig die Regiearbeit abgeben, da er seinen Verpflichtungen gegenüber der Indiana Jones Reihe nachkommen mußte. Mittlerweile sind beide gereift, und nicht nur was das Alter betrifft, sondern auch künstlerisch. Spielberg hat sich ja in den letzten Jahren hauptsächlich mit ernsthafteren Filmen beschäftigt, und nach \'A.I.\' mit \'Minority Report\' wieder einen Science Fiction Film vorgelegt. Hoffentlich passiert mit \'Minority Report\' nicht das gleiche wie mit \'A.I.\', was zwar gute Kritiken bekam, aber bei den Zuschauern ziemlich durchfiel (mir hat \'A.I\' gefallen, aber das Ende fand ich nicht so toll). Letztendlich wurde \'A.I.\' aber auch bei den Oscars übergangen, da kann man nur hoffen, das \'Minority Report\' da besser abschneiden wird. Chancen hat der Film auf jeden Fall, denn es handelt sich hier um einen echt guten Science Fiction Film.
Das Bild was Spielberg von der Zukunft malt, ist ziemlich düster. Zwar sind die Verbrechensraten durch Precrime drastisch reduziert, aber der Preis dafür ist hoch - nämlich die völlige Aufgabe der Privatssphäre. Aber die ist nicht nur durch Precrime verloren gegangen, sondern die Daten eines jeden Menschen sind durch ein Augen-Scan immer und überall zugänglich. Geht man in ein Kaufhaus, wird man kurz gescannt, und schon erhält man eine persönliche Begrüßung und Produktvorschläge. Das macht auch die Werbung viel effektiver, denn so können auf die Person zugeschnitten, die richtigen Werbeplakate bei einem Spaziergang erscheinen. Und wer jetzt an undenkbare Zustände denkt, ist auf dem Holzweg. Schließlich gibt es all dies schon heute, natürlich nur in Ansätzen. Aber gerade die Anschläge vom 11.September haben gezeigt, wie schnell wir für angekündigte Sicherheit unsere einzelnen Rechte aufgeben. \'Minority Report\' ist keine Reaktion auf die Geschehnisse vom 11.September, denn der Film wurde schon viel früher entwickelt, aber trotzdem paßt das Thema gut. Denn werden die Rechte des einzelnen Menschen immer weiter eingeschränkt, sind wir nicht mehr weit von der in \'Minority Report\' gemalten Zukunft entfernt.
***** Leichte Spoiler *****
Was natürlich reine Fiction ist, ist die Funktion der Pre-Cogs. Nun gut, es könnte auch wahr werden, aber momentan ist der Mensch noch nicht so weit, daß er die Gedanken von anderen Menschen lesen kann. Wie die Pre-Cogs dann aber eingesetzt werden, ist erschreckend. Die Festnahme und Verurteilung von Menschen, bevor sie die Tat eigentlich begangen haben, wiederspricht jeder Vernunft. Schließlich spricht man den Menschen die Chance ab, ihre Zukunft selbst zu bestimmen und zu ändern. Auch John muß dies ja am eigenen Leib erfahren, aber er hatte wenigstens die Chance seine Zukunft zu ändern, in dem er die Wahl hatte, ob er das vorhergesagte Verbrechen begeht oder nicht. Und das das System des Precrime sowieso fehlerhaft ist, kann man am Ende des Films ja sehen (mehr möchte ich hier nicht verraten).
Wer durch die Trailer einen Actionfilm erwartet, ist eventuell ein wenig fehl am Platze. Die im Trailer gezeigten Actionsequenzen sind natürlich im Film zu sehen, aber es sind auch die einzigsten. \'Minority Report\' brilliert eher durch die Storyline und die Thematik, die geschickt in Szene gesetzt wurde und von Spannung durchzogen ist. Wie immer gibt es auch etwas fürs Auge, denn die animierten Such-Spinnen sind sehr sehenswert. Die Bewegungen wirken sehr \'menschlich\' und überhaupt hinterlassen sie eher den Eindruck von menschlichen Verhalten. Es gibt allerdings auch ein paar gewöhnungsbedürfte Szenen, die aber wichtig für die Storyline sind - z.B. als John sich die Augen entfernen läßt. Wahrscheinlich ergibt sich deshalb die FSK-Freigabe von 16 Jahren (habe ich irgendwo gelesen, aber ich weiß gar nicht ob es stimmt - in den USA war der Film mit PG13 gelabelt).
Und es folgt noch die Erklärung des Titels \'Minority Report\', was auf deutsch so viel wie Minderheiten Bericht heißt. Alle drei Pre-Cogs erzeugen das Bild von der Zukunft, aber es gibt auch Fälle, wo die drei nicht übereinstimmen. In dem Fall gibt es einen Minority Report, der zwar gespeichert wird, aber nicht verwendet - es zählt die Mehrheit.
Insgesamt wirkt der Film sehr düster, was aber von Spielberg beabsichtig wurde. Es gibt kaum lebhafte Farben, alles ist ziemlich dunkel gehalten, was auch das Gefühl vermittelt, das man eine solche Zukunft nicht will. Die lange Spielzeit von 144min hat überhaupt nicht gestört - im Gegenteil, man hat eigentlich total vergessen, das der Film schon so lange läuft. Es gab ständig überraschende Wendungen, die die Spannung aufrechterhielten. Manche Kameraeinstellungen sind auch beeindruckend - als z.B. John in dem Apartment-Haus gesucht wird, sieht man das Haus von oben mit Blick in verschiedene Wohnungen und deren Bewohner. Zuerst hatte ich natürlich angenommen, das es sich hier um eine computeranimierte Szene handelt, aber wie ich später gelesen hatte, ist es ein richtiges Set gewesen. Der Film ist spannend, es gibt etwas für\'s Auge, die Story ist interessant - was will man mehr. Das Resultat ist ein faszinierender Film, der zu den Glanzpunkten in Spielbergs Karriere gehört.
Spielberg hat mit der Besetzung auch mal wieder einen Kunstgriff getan. Tom Cruise spielt wirklich hervorragend - er ist nicht der knallharte Actionheld, sondern er macht die Emotionen des Films. Neben Cruise als John springt jedem ein weiterer Charakter ins Auge, und zwar Pre-Cog Agatha, gespielt von Samantha Morton - einfach genial. Ihren \'Run\'-Schrei im Haus habe ich immer noch vor Augen. Cameo-Auftritte gibt es u.a. von Cameron Crowe (Ausgleich für den unfreiwilligen Cameo-Auftritt von Spielberg in Vanilla Sky) und Cameron Diaz. Lucy Lui soll auch irgendwo zu sehen sein, aber ich habe sie nicht entdeckt. Seine Stieftochter Jessica Capshaw hat Spielberg auch im Film untergebracht, und zwar als Precrime-Agentin Evanna.
Da mir der Film sehr gut gefallen hat, freue ich mich jetzt schon auf die DVD, wo man bestimmt ein gutes Making Of zu sehen bekommt. Ich würde auch gerne einen Audiokommentar von Spielberg hören, aber bis jetzt hat er sich immer geweigert einen DVD-Kommentar aufzunehmen - er überläßt die Interpretation lieber dem Zuschauer.
Der Film beruht übrigens auf der gleichnamigen Story von Philip K. Dick aus dem Jahr 1956. Ich selbst habe die Geschichte noch nicht gelesen, aber da ich den Film so spitzenmäßig fand, sollte ich mir vielleicht auch mal die ursprüngliche Idee näher anschauen.
====
\'Minority Report\' kann ich nur empfehlen. Der Film ist eine gelungene Mischung von Science Fiction und Thriller, und trotz der langen Spielzeit von über zwei Stunden kommt keine Langeweile auf. Ein wahrlich sehr guter und faszinierender Film von Steven Spielberg, der hoffentlich bei der kommenden Oscar-Verleihung Beachtung findet.
Unbedingt anschauen!!!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 01:51:55 mit dem Titel Hugh Grants - About a Boy
Nick Hornby? Ich hoffe mal, dass nicht allzu viele Leser unwissend das Gesicht verziehen. Immerhin wurde vor zwei Jahren mit „High Fidelity“ ein Roman des Briten erfolgreich verfilmt und auch in diesem Jahr steht uns eine weitere Verfilmung ins Haus, „About a boy“ betitelt. Ob die hohen Erwartungen an den Film allerdings gehalten werden können, ist fraglich immerhin wurden mit den Weitz-Brüdern die Macher des ersten „American Pie“-Filmes engagiert und derartiger Humor ist doch eigentlich unvereinbar mit Nick Hornby. Aber vielleicht können die Gebrüder Weitz ja die Filmwelt überraschen...
Von Eigensinn getrieben, fristet Will Freeman sein Dasein als Enddreißiger. Nicht jeder Mensch braucht feste Bindungen und ein geregeltes Arbeitsleben, manche sind auch für das Dasein als Insel vorbestimmt. So beschreibt sich Will vor allem gerne als Ibiza, eine Insel die im Gegensatz zu vielen anderen Beziehungseinsiedlern in seinen Augen als richtig cool bezeichnet werden kann. Von den Tantiemen eines Weihnachtssongs – den sein Vater Ende der Fünfziger geschrieben hatte – mehr als gutlebend, vertreibt er sich seinen Alltag mit solch schwerwiegenden Aufgaben wie CDs kaufen, Fernsehgucken oder Haare professionell zerzausen lassen. Beziehungen? Gibt es natürlich auch in seinem Leben, aber länger als einen Monat hält es die „Liebe“ Wills nicht mit einer Frau aus. Ein beneidenswertes Leben? In seinen Augen schon!
Der zwölfjährige Marcus hingegen fristet ein Außenseiterdasein, von seinen Mitschülern aufgrund der seltsamanmutenden Kleidung verspottet, findet er auch bei seiner alleinerziehenden Mutter nicht den notwendigen Trost. Die alleinerziehende Musik-Therapeutin – in ihrer kleinen Außenseiterwelt lebend – wird von schweren Depressionen geplagt und Marcus hat das unweigerliche Gefühl er müsste auf seine Mutter aufpassen und sie so glücklich wie möglich machen.
Wie es das Schicksal so will, werden die beiden gänzlich verschiedenen Figuren durch Wirrungen zusammengeführt: Auf der Suche nach neuem weiblichen Kurzbeziehungen, kommt Will die brillante Idee sich als alleinerziehender Vater auszugeben, um in einer Gruppe alleinerziehender Mütter Eindruck zu schinden. Der Plan hat zunächst Erfolg, Will trifft sich mit Suzie zu einem Picknick – sein imaginärer Sohn wurde unverhofft von seiner ebenso imaginären Ex-Ehefrau abgeholt. Doch Suzie hat an diesem Tag noch einen Zögling: den kleinen Marcus, dessen Mutter dringend einen Tag Auszeit benötigt. Obwohl es anfangs nach einem eher schweren Verhältnis aussieht, entwickelt sich in der Folgezeit eine wahre Freundschaft zwischen den beiden „Männern“...
Doch näher sei hier nicht auf die Geschichte eingegangen, wer mehr wissen möchte sollte den Weg ins Kino wagen. Die wunderbare Geschichte der generationsübergreifenden Freundschaft zwischen Will und Marcus ist das Geld auf jeden Fall wert. Und die Frage, wieso der Film den verheißungsvollen Untertitel „oder: Der Tag der toten Ente“ trägt, wird natürlich auch im Lichtspielhaus geklärt.
Zu Beginn gleich ein Geständnis von mir: Ich habe „About a Boy“ bisher noch nicht gelesen. Es fristet ein nicht allzu einsames Dasein auf meinem Nachttisch und erhofft sich von mir bald gelesen zu werden. Und nachdem Genuss des Filmes kann ich eines gewiss sagen: Lange muss das Buch nicht mehr auf seine Erlösung warten. Denn ich kann garantieren: Dies wird die Komödie des Sommers. Will Freeman wird erfolgreich in die Fußstapfen Bridget Jones treten und die Kinonation in einem wundervollen Mix aus Humor und tiefergehenden Gefühlen verzaubern. Und schließlich will man solch eine wundervolle Melange auch in der geschriebenen Version genießen.
Und ich muss des weiteren zugeben: Ich hätte den Gebrüdern Weitz nie zugetraut solch eine wundervolle Kombination von Gefühlen und Komik zu finden. Zu keinem Zeitpunkt verfallen sie in die tiefen Regionen des Fäkalhumors. Immerzu wahren sie den sympathischen Humor weit oberhalb der Gürtellinie. Gerade köstliche Kommentare aus dem Off – die von den Hauptfiguren Will und Marcus abgegeben werden – sorgen für wunderbar trockenen Humor in bester Nick Hornby Tradition.
Perfekt arrangieren die Gebrüder Weitz mit Peter Hedges ein Drehbuch das wahrlich jeden Hornby-Liebhaber erfreuen dürfte. Und im Gegensatz zum brillanten „Vorgänger“ „High Fidelity“ wird hier nicht der zwanghafte Versuch unternommen das typisch britische Geschehen in die USA zu verlegen. Sicherlich gänzlich kann man den Charme eines Hornbys nicht zerstören, aber die Wurzeln liegen eindeutig im Vereinigten Königreich und man sollte ja nicht unnötigerweise den Ursprung entwurzeln. So bewegt sich die Geschichte des Filmes weit von den üblichen britischen Sozial-Komödien und bietet anstelle dessen lockerleichte Unterhaltung in bester „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Bridget Jones“ Tradition.
Was den Film aber gänzlich gelingen lässt, sind seine phantastisch aufspielenden Darsteller. Allen voran kann Hugh Grant – u.a. in den angesprochenen „Bridget Jones“ und „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ zu begutachten – mit der stärksten Vorstellung seiner gesamten Karriere aufwarten. Er verkörpert den sympathischen Eigenbrödler auf eine wundervolle Art und Weise, die er gänzlich seiner starken Mimik zu verdanken hat. Und endlich kann Hugh Grant beweisen, dass er nicht nur den Herzensbrecher spielen kann, sondern auch in der Lage ist vielschichtigere Rollen perfekt auszufüllen.
Der kleine Nicholas Hoult hingegen kann dem großen Star fast die Show stehlen, selbstbewusst agiert dieser als Außenseiter, der auf der Suche nach familiären Glück und Anerkennung bei den schulischen Mitstreitern ist. Durch sein leicht schrulliges Aussehen passt der kleine Akteur perfekt in die Rolle des freundlosen Außenseiter, der immerzu von seinen Mitschülern gepeinigt wird. Aber auch ansonsten beweist der Junge, dass er ein unübersehbares Potential hat, welches ihm sicherlich eine große Zukunft im Filmbusiness bescheren kann.
Ebenso hervorstechend brilliert Toni Collette – die schon mit ihrem Agieren in „Muriel’s Hochzeit“ und „The sixth Sense“ (inklusive Oscar-Nominierung für die beste weibliche Nebendarstellerin) die Kritiker auf sich aufmerksam machte – als verschrobene Mutter Marcus’. Immerzu in ein schreckliches Outfit gehüllt, gibt sie ein perfektes Bild der sozialen Außenseiterin ab, die unter Depressionen leidet. Pendelnd zwischen Verständnis für ihren Sohn und zwischen Heulkrämpfen unterstreicht Toni Collette erneut, dass sie perfekt geeignet ist für Rollen, die nicht ganz dem Normalitätsgrad entsprechen. Und mal ganz ehrlich betrachtet, ihr herrlich schräges Singen – wohlgemerkt als Musik-Therapeutin – ist einfach genial.
Die restlichen wichtigen Rollen – die immerhin mit solche klangvollen Namen wie Rachel Weisz (bekannt als weiblicher Star der „Mumie“-Filme“; hier als Wills spätere Liebe Rachel) und Victoria Smurfit (die immerhin neben Leonardo diCaprio in „The Beach“ gespielt hat; hier als alleinerziehende Mutter Suzie) besetzt sind – können leider neben den dominant aufspielenden Hauptdarstellern nicht gänzlich überzeugen, was aber keinesfalls bedeuten soll, dass diese nicht ihre Figuren mit dem notwendigen Leben ausfüllen.
Zum Abschluss erneut von mir ein kleiner Blick auf den überragenden Soundtrack, der dieses Mal komplett vom wollmützetragenden Badly Drawn Boy – der unter dem bürgerlichen Namen Damon Gough das Licht der Welt erblickte – komponiert worden ist. Der musikalische Außenseiter offenbart uns wundervolle Pop-Klänge, die den filmischen Genuss in unermessliche Höhen schnellen lassen. Wundervolle Pop-Arrangements untermalen die Szenen und sorgen hoffentlich dafür, dass Badly Drawn Boy endlich den langverdienten Durchbruch schafft. Oder wie wäre es denn mal mit einer Oscar-Nominierung als beste Score – es müssen ja nicht immer große Orchester zu beeindruckenden Kompositionen getrieben werden, manchmal reicht auch ein Soundtrack, der dem Zuschauer ein wundervolles Gefühl zwischen winterlicher Melancholie und sommerlicher Freude vermittelt und dennoch große Kompositionskunst offenbart.
Abschließend von mir eine uneingeschränkte Guckempfehlung. „About a Boy“ ist wundervolles britisches Kino, das den Zuschauer herrlich unterhält ohne in amerikanische Kitschregionen abzudriften. Und eines dürfte sicher sein, bei diesem Film dürfte sich jeder amüsieren, ob Männlein – die sich an dem traumhaften Leben Wills und dessen Weisheiten erfreuen werden – oder Weiblein – die sich an einem wundervollen Hugh Grant und einer ebenso gefühlvollen Geschichte erfreuen können –, jeder wird „About a Boy“ sofort in sein Herz schließen...
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 01:44:28 mit dem Titel Road to perdition - Tom Hanks und Jude Law in einem gut gelungenem Drama
Mit \"Road to Perdition\" kommt derzeit die zweite Regiearbeit von Sam Mendes in die deutschen Kinos. Nach \"American Beauty\" kann man will von Mendes erwarten, und mit dem neuen Film \"Road to Perdition\", der schon jetzt als Oscarkandidat gehandelt wird, liefert er wieder ein Meisterwerk ab.
DIE HANDLUNG
Der Film spielt im Winter 1931 in den USA, es herrscht die Depression. Die Familie Sullivan kommt trotzdem ganz gut über die Runden, die beiden Söhne von Michael Sullivan (Tom Hanks), Peter (Liam Aiken) und Michael Jr. (Tyler Hoechlin), erleben eine ganz angenehme Kindheit. Eines Tages versteckt sich Michael im Auto seines Vaters, als der Nachts das Haus verläßt. Er wird Zeuge, wie sein Vater einen Mann erschießt, denn Michael Sullivan ist ein Killer unter den Fittichen von Mafiaboss John Rooney (Paul Newman), der ihn als Waisenjunge aufgenommen hatte. Die anderen Männer bekommen mit, das Michael Jr. Zeuge des Mordes war. Der Sohn von Rooney, Connor Rooney (Daniel Craig), ist eifersüchtig auf Sullivan, deshalb will er ihn und seinen Sohn erledigen. Doch Sullivan erfährt noch rechtzeitig von dem Komplott, aber er kann seine Frau und seinen jüngsten Sohn Peter nicht mehr retten.
Connor berichtet seinem Vater John von dem Vorfall, und dieser versucht Sullivan mit Geld wieder auf seine Seite zu ziehen. Doch das will Sullivan nicht, er begibt sich mit seinem Sohn Michael Jr. nach Chicago zu Frank Nitti (Stanley Tucci), für den er arbeiten will. Dafür soll dieser die Rooneys umbringen. Doch die John Rooney hat dies vorausgeahnt und sitzt schon im Hinterzimmer von Nitti. Rooney schickt den Killer Harlen Maguire (Jude Law) los, damit er Sullivan und seinen Sohn erledigt. Sullivan und sein Sohn Michael flüchten...
DIE DATEN
Regisseur: Sam Mendes
Darsteller:
- Tom Hanks (Michael Sullivan)
- Tyler Hoechlin (Michael Sullivan, Jr.)
- Paul Newman (John Rooney)
- Jude Law (Harlen Maguire)
Spielzeit: 116 min
FSK: ab 16 Jahre
Webseite:
- deutsch: http://www.roadtoperdition.de/
- englisch: http://www.roadtoperdition.com/
Kinostart USA : 12. Juli 2002
Kinostart Deutschland : 05. September 2002
MEINE MEINUNG
Nachdem \"American Beauty\" zu meinen Lieblingsfilmen gehört, war ich schon gespannt auf den neuen Film \"Road to Perdition\" von Regisseur Sam Mendes. Erfreulicherweise hat man bei seinen Filmen keine schauerlichen deutschen Filmtitel erfunden, sondern man hat die englischen Originaltitel beibehalten. Schon dies gefällt mir, denn nichts ist schlimmer als solche Titel wie \"Schokolade zum Frühstück\" oder \"Mit aller Macht\".
Nun aber zurück zu \"Road to Perdition\". Ehrlich gesagt, hatte ich einen Gangsterfilm erwartet, denn schließlich wurde damit geworben. Da mir dieses Genre sowieso nicht gefällt, war ich sehr glücklich, das es sich hier nicht um einen bloßen Gangsterfilm handelt, sondern eher um ein Drama, welches die Beziehung von Vater und Sohn zum Thema hat. Deshalb sollte man auch keine ach so tollen Actionszenen erwarten, und auch das Rumgeballere hält sich in Grenzen. Auch wenn mit der Action sparsam umgegangen wurde, hat man die Zeit aber auch nicht mit Dialogen gefüllt. Im Gegenteil, die Bezeihung von Vater und Sohn wird durch Taten und Gesten beschrieben, und kaum durch das gesprochene Wort. Und darin ist ja Mendes sowieso ein Meister.
Und ich glaube wirklich, es ist ein Vorteil, das Mendes hier eine Geschichte von Vater und Sohn inszeniert hat, und nicht einen Gangsterfilm über die Mafia. Das gab es schon vorher, und so hätte er kaum Akzente setzen können. Er legt vielmehr Wert auf Details. So kann man eine gute Inszenierung des Amerikas der dreiziger Jahre erleben. Bis ins kleinste Details wurde es nachgebildet, und man fühlt sich fast in diese Zeit versetzt. Es geht einfach um die Bilder, aber dies wird ohne Effekthascherei umgesetzt. Gibt es doch mal eine größere Schießerei, sieht man auch kaum Blut spritzen, wie das sonst so der Fall ist. Es geht hier um das Schicksal eines Vaters, der seinen Sohn auf einen besseren Weg schicken will, als er ihn gegangen ist.
Die Darsteller sind alle hervorragend. Am besten haben mir Tyler Hoechlin als Michael Jr. und Jude Law als Maguire gefallen. Tom Hanks ist zwar auch gut, und er wird mit Sicherheit auch für den Oscar nominiert werden, aber bei ihm ist auch der einzige Schachpunkt des Films zu finden. Eigentlich liegt es nicht direkt an Hanks, zumindest könnte auch Mendes dafür verantwortlich sein. Der Person des Vaters ist meiner Meinung nach nicht konsequent genug böse. Irgendwie liegt der Verdacht hier nahe, das der Charakter künstlich für das Publikum aufgeweicht wurde, denn hätte man Hanks als absoluten bösen Killer akzeptiert? Vielleicht liegt es auch nur am Gesichtsausdruck von Hanks, denn wenn er als kaltblütiger Killer Leute umbringt, spiegelt sein Gesicht eben nicht die Kaltblütigkeit wieder.
Die Story ist konsequent umgesetzt. Es gibt niemals irgendwelche Tiefpunkte, die Spannung ist über den gesamten Film verteilt, so daß man die zwei Stunden wie gefesselt im Kinosessel sitzt. Am besten haben mir die folgenden beiden Szenen gefallen, der Schußwechsel im Regen und die Szene im Dinner, wo Sullivan durch eine Schweißperle mehr sagt, als alle Worte. Hier zeigt sich das Können von Mendes, und schon deswegen sollte man sich diesen Film anschauen.
EPILOG
\"Road to Perdition\" ist ein hervorragender Film, der spannend und interessant die Beziehung von Vater und Sohn vor dem Hintergrund der Mafiaszene zeigt. Ich kann diesen Film nur jedem empfehlen, man sollte nur nicht einen Gangster-Actionfilm erwarten.
Sehenswerter Ganster-Drama Film
DIE HANDLUNG
Wir schreiben das Jahr 2054. Die Technologie hat gewaltige Fortschritte gemacht - Computer bedient man durch holographische Bilder, es gibt rasante Autos auf riesigen vertikalen Highways, und die Menschen werden durch ein Augenscanning identifiziert. Was aber der bedeutsamste Fortschritt ist, nennt sich \'Precrime\'.
Precrime ist ein Unternehmen, welches sich die kognitiven Fähigkeiten von drei Menschen zu Nutze nimmt. Diese drei \'Pre-Cogs\' können künftige Morde vorhersehen, in dem sie die Gedanken der Menschen lesen. Die Namen des Opfers und des Mörders sind auf kleine Bälle geprägt, die nach den Visionen erscheinen. Die Gedanken werden aufgezeichnet und die Bilder werden ausgewertet. Man sieht das Opfer, den Mörder und den Tatort, und mittels der Informationen wird der Mörder ermittelt und noch vor dem eigentlichen Mord festgenommen. Durch dieses Unternehmen konnte die Verbrechensrate drastisch gesenkt werden, so daß die Menschen dieses Eingreifen in die Privatssphäre hinnehmen.
Detective John Anderton (Tom Cruise) ist Mitglied dieser Precrime-Einheiten, und er steht völlig hinter diesem System. Als plötzlich wieder Bilder von den Pre-Cogs auftauchen, steht er im Mittelpunkt des Geschehens, denn man sieht ihn, wie er in der Zukunft einen Menschen erschießt. Nun ist er der Gejagte, und John versucht mit allen Mitteln den Precrime-Einheiten zu entkommen. Er macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, da er nicht verstehen kann, wieso er einen Mord begehen wird...
DIE DATEN ZUM FILM
Regisseur: Steven Spielberg
Darsteller:
- Tom Cruise (John Anderton)
- Max von Sydow (Lamar Burgees)
- Samantha Morton (Agatha)
- Steve Harris (Jed)
- Neal McDonough (Fletcher)
- Patrick Kilpatrick (Knott)
- Jessica Capshaw (Evanna)
Spielzeit: 144 min
FSK: ab 16 Jahre
Webseite:
- deutsch: http://www.minorityreport.de
- englisch: http://www.minorityreport.com, http://www.precrime.org/home.html
Kinostart Deutschland : 3.Oktober 2002
MEINE MEINUNG!!
Endlich ist es zu einer Zusammenarbeit von Steven Spielberg und Tom Cruise gekommen, was schon im Voraus einen guten Film verspricht. Deshalb war ich ziemlich gespannt auf den neuen Film \'Minority Report\', der im Juni in den USA in die Kinos kam. Und so wollte ich als Spielberg-Fan auch nicht auf den deutschen Kinostart im Oktober warten, sondern ich habe mir den Film im englischen Original angeschaut.
Vielleicht war das lange Warten auf eine Zusammenarbeit von Spielberg und Cruise auch gut - schon in den 80ziger Jahren wäre es ja mit \'Rain Man\' fast zu einem gemeinsamen Film gekommen, aber Spielberg mußte kurzfristig die Regiearbeit abgeben, da er seinen Verpflichtungen gegenüber der Indiana Jones Reihe nachkommen mußte. Mittlerweile sind beide gereift, und nicht nur was das Alter betrifft, sondern auch künstlerisch. Spielberg hat sich ja in den letzten Jahren hauptsächlich mit ernsthafteren Filmen beschäftigt, und nach \'A.I.\' mit \'Minority Report\' wieder einen Science Fiction Film vorgelegt. Hoffentlich passiert mit \'Minority Report\' nicht das gleiche wie mit \'A.I.\', was zwar gute Kritiken bekam, aber bei den Zuschauern ziemlich durchfiel (mir hat \'A.I\' gefallen, aber das Ende fand ich nicht so toll). Letztendlich wurde \'A.I.\' aber auch bei den Oscars übergangen, da kann man nur hoffen, das \'Minority Report\' da besser abschneiden wird. Chancen hat der Film auf jeden Fall, denn es handelt sich hier um einen echt guten Science Fiction Film.
Das Bild was Spielberg von der Zukunft malt, ist ziemlich düster. Zwar sind die Verbrechensraten durch Precrime drastisch reduziert, aber der Preis dafür ist hoch - nämlich die völlige Aufgabe der Privatssphäre. Aber die ist nicht nur durch Precrime verloren gegangen, sondern die Daten eines jeden Menschen sind durch ein Augen-Scan immer und überall zugänglich. Geht man in ein Kaufhaus, wird man kurz gescannt, und schon erhält man eine persönliche Begrüßung und Produktvorschläge. Das macht auch die Werbung viel effektiver, denn so können auf die Person zugeschnitten, die richtigen Werbeplakate bei einem Spaziergang erscheinen. Und wer jetzt an undenkbare Zustände denkt, ist auf dem Holzweg. Schließlich gibt es all dies schon heute, natürlich nur in Ansätzen. Aber gerade die Anschläge vom 11.September haben gezeigt, wie schnell wir für angekündigte Sicherheit unsere einzelnen Rechte aufgeben. \'Minority Report\' ist keine Reaktion auf die Geschehnisse vom 11.September, denn der Film wurde schon viel früher entwickelt, aber trotzdem paßt das Thema gut. Denn werden die Rechte des einzelnen Menschen immer weiter eingeschränkt, sind wir nicht mehr weit von der in \'Minority Report\' gemalten Zukunft entfernt.
***** Leichte Spoiler *****
Was natürlich reine Fiction ist, ist die Funktion der Pre-Cogs. Nun gut, es könnte auch wahr werden, aber momentan ist der Mensch noch nicht so weit, daß er die Gedanken von anderen Menschen lesen kann. Wie die Pre-Cogs dann aber eingesetzt werden, ist erschreckend. Die Festnahme und Verurteilung von Menschen, bevor sie die Tat eigentlich begangen haben, wiederspricht jeder Vernunft. Schließlich spricht man den Menschen die Chance ab, ihre Zukunft selbst zu bestimmen und zu ändern. Auch John muß dies ja am eigenen Leib erfahren, aber er hatte wenigstens die Chance seine Zukunft zu ändern, in dem er die Wahl hatte, ob er das vorhergesagte Verbrechen begeht oder nicht. Und das das System des Precrime sowieso fehlerhaft ist, kann man am Ende des Films ja sehen (mehr möchte ich hier nicht verraten).
Wer durch die Trailer einen Actionfilm erwartet, ist eventuell ein wenig fehl am Platze. Die im Trailer gezeigten Actionsequenzen sind natürlich im Film zu sehen, aber es sind auch die einzigsten. \'Minority Report\' brilliert eher durch die Storyline und die Thematik, die geschickt in Szene gesetzt wurde und von Spannung durchzogen ist. Wie immer gibt es auch etwas fürs Auge, denn die animierten Such-Spinnen sind sehr sehenswert. Die Bewegungen wirken sehr \'menschlich\' und überhaupt hinterlassen sie eher den Eindruck von menschlichen Verhalten. Es gibt allerdings auch ein paar gewöhnungsbedürfte Szenen, die aber wichtig für die Storyline sind - z.B. als John sich die Augen entfernen läßt. Wahrscheinlich ergibt sich deshalb die FSK-Freigabe von 16 Jahren (habe ich irgendwo gelesen, aber ich weiß gar nicht ob es stimmt - in den USA war der Film mit PG13 gelabelt).
Und es folgt noch die Erklärung des Titels \'Minority Report\', was auf deutsch so viel wie Minderheiten Bericht heißt. Alle drei Pre-Cogs erzeugen das Bild von der Zukunft, aber es gibt auch Fälle, wo die drei nicht übereinstimmen. In dem Fall gibt es einen Minority Report, der zwar gespeichert wird, aber nicht verwendet - es zählt die Mehrheit.
Insgesamt wirkt der Film sehr düster, was aber von Spielberg beabsichtig wurde. Es gibt kaum lebhafte Farben, alles ist ziemlich dunkel gehalten, was auch das Gefühl vermittelt, das man eine solche Zukunft nicht will. Die lange Spielzeit von 144min hat überhaupt nicht gestört - im Gegenteil, man hat eigentlich total vergessen, das der Film schon so lange läuft. Es gab ständig überraschende Wendungen, die die Spannung aufrechterhielten. Manche Kameraeinstellungen sind auch beeindruckend - als z.B. John in dem Apartment-Haus gesucht wird, sieht man das Haus von oben mit Blick in verschiedene Wohnungen und deren Bewohner. Zuerst hatte ich natürlich angenommen, das es sich hier um eine computeranimierte Szene handelt, aber wie ich später gelesen hatte, ist es ein richtiges Set gewesen. Der Film ist spannend, es gibt etwas für\'s Auge, die Story ist interessant - was will man mehr. Das Resultat ist ein faszinierender Film, der zu den Glanzpunkten in Spielbergs Karriere gehört.
Spielberg hat mit der Besetzung auch mal wieder einen Kunstgriff getan. Tom Cruise spielt wirklich hervorragend - er ist nicht der knallharte Actionheld, sondern er macht die Emotionen des Films. Neben Cruise als John springt jedem ein weiterer Charakter ins Auge, und zwar Pre-Cog Agatha, gespielt von Samantha Morton - einfach genial. Ihren \'Run\'-Schrei im Haus habe ich immer noch vor Augen. Cameo-Auftritte gibt es u.a. von Cameron Crowe (Ausgleich für den unfreiwilligen Cameo-Auftritt von Spielberg in Vanilla Sky) und Cameron Diaz. Lucy Lui soll auch irgendwo zu sehen sein, aber ich habe sie nicht entdeckt. Seine Stieftochter Jessica Capshaw hat Spielberg auch im Film untergebracht, und zwar als Precrime-Agentin Evanna.
Da mir der Film sehr gut gefallen hat, freue ich mich jetzt schon auf die DVD, wo man bestimmt ein gutes Making Of zu sehen bekommt. Ich würde auch gerne einen Audiokommentar von Spielberg hören, aber bis jetzt hat er sich immer geweigert einen DVD-Kommentar aufzunehmen - er überläßt die Interpretation lieber dem Zuschauer.
Der Film beruht übrigens auf der gleichnamigen Story von Philip K. Dick aus dem Jahr 1956. Ich selbst habe die Geschichte noch nicht gelesen, aber da ich den Film so spitzenmäßig fand, sollte ich mir vielleicht auch mal die ursprüngliche Idee näher anschauen.
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\'Minority Report\' kann ich nur empfehlen. Der Film ist eine gelungene Mischung von Science Fiction und Thriller, und trotz der langen Spielzeit von über zwei Stunden kommt keine Langeweile auf. Ein wahrlich sehr guter und faszinierender Film von Steven Spielberg, der hoffentlich bei der kommenden Oscar-Verleihung Beachtung findet.
Unbedingt anschauen!!!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 01:51:55 mit dem Titel Hugh Grants - About a Boy
Nick Hornby? Ich hoffe mal, dass nicht allzu viele Leser unwissend das Gesicht verziehen. Immerhin wurde vor zwei Jahren mit „High Fidelity“ ein Roman des Briten erfolgreich verfilmt und auch in diesem Jahr steht uns eine weitere Verfilmung ins Haus, „About a boy“ betitelt. Ob die hohen Erwartungen an den Film allerdings gehalten werden können, ist fraglich immerhin wurden mit den Weitz-Brüdern die Macher des ersten „American Pie“-Filmes engagiert und derartiger Humor ist doch eigentlich unvereinbar mit Nick Hornby. Aber vielleicht können die Gebrüder Weitz ja die Filmwelt überraschen...
Von Eigensinn getrieben, fristet Will Freeman sein Dasein als Enddreißiger. Nicht jeder Mensch braucht feste Bindungen und ein geregeltes Arbeitsleben, manche sind auch für das Dasein als Insel vorbestimmt. So beschreibt sich Will vor allem gerne als Ibiza, eine Insel die im Gegensatz zu vielen anderen Beziehungseinsiedlern in seinen Augen als richtig cool bezeichnet werden kann. Von den Tantiemen eines Weihnachtssongs – den sein Vater Ende der Fünfziger geschrieben hatte – mehr als gutlebend, vertreibt er sich seinen Alltag mit solch schwerwiegenden Aufgaben wie CDs kaufen, Fernsehgucken oder Haare professionell zerzausen lassen. Beziehungen? Gibt es natürlich auch in seinem Leben, aber länger als einen Monat hält es die „Liebe“ Wills nicht mit einer Frau aus. Ein beneidenswertes Leben? In seinen Augen schon!
Der zwölfjährige Marcus hingegen fristet ein Außenseiterdasein, von seinen Mitschülern aufgrund der seltsamanmutenden Kleidung verspottet, findet er auch bei seiner alleinerziehenden Mutter nicht den notwendigen Trost. Die alleinerziehende Musik-Therapeutin – in ihrer kleinen Außenseiterwelt lebend – wird von schweren Depressionen geplagt und Marcus hat das unweigerliche Gefühl er müsste auf seine Mutter aufpassen und sie so glücklich wie möglich machen.
Wie es das Schicksal so will, werden die beiden gänzlich verschiedenen Figuren durch Wirrungen zusammengeführt: Auf der Suche nach neuem weiblichen Kurzbeziehungen, kommt Will die brillante Idee sich als alleinerziehender Vater auszugeben, um in einer Gruppe alleinerziehender Mütter Eindruck zu schinden. Der Plan hat zunächst Erfolg, Will trifft sich mit Suzie zu einem Picknick – sein imaginärer Sohn wurde unverhofft von seiner ebenso imaginären Ex-Ehefrau abgeholt. Doch Suzie hat an diesem Tag noch einen Zögling: den kleinen Marcus, dessen Mutter dringend einen Tag Auszeit benötigt. Obwohl es anfangs nach einem eher schweren Verhältnis aussieht, entwickelt sich in der Folgezeit eine wahre Freundschaft zwischen den beiden „Männern“...
Doch näher sei hier nicht auf die Geschichte eingegangen, wer mehr wissen möchte sollte den Weg ins Kino wagen. Die wunderbare Geschichte der generationsübergreifenden Freundschaft zwischen Will und Marcus ist das Geld auf jeden Fall wert. Und die Frage, wieso der Film den verheißungsvollen Untertitel „oder: Der Tag der toten Ente“ trägt, wird natürlich auch im Lichtspielhaus geklärt.
Zu Beginn gleich ein Geständnis von mir: Ich habe „About a Boy“ bisher noch nicht gelesen. Es fristet ein nicht allzu einsames Dasein auf meinem Nachttisch und erhofft sich von mir bald gelesen zu werden. Und nachdem Genuss des Filmes kann ich eines gewiss sagen: Lange muss das Buch nicht mehr auf seine Erlösung warten. Denn ich kann garantieren: Dies wird die Komödie des Sommers. Will Freeman wird erfolgreich in die Fußstapfen Bridget Jones treten und die Kinonation in einem wundervollen Mix aus Humor und tiefergehenden Gefühlen verzaubern. Und schließlich will man solch eine wundervolle Melange auch in der geschriebenen Version genießen.
Und ich muss des weiteren zugeben: Ich hätte den Gebrüdern Weitz nie zugetraut solch eine wundervolle Kombination von Gefühlen und Komik zu finden. Zu keinem Zeitpunkt verfallen sie in die tiefen Regionen des Fäkalhumors. Immerzu wahren sie den sympathischen Humor weit oberhalb der Gürtellinie. Gerade köstliche Kommentare aus dem Off – die von den Hauptfiguren Will und Marcus abgegeben werden – sorgen für wunderbar trockenen Humor in bester Nick Hornby Tradition.
Perfekt arrangieren die Gebrüder Weitz mit Peter Hedges ein Drehbuch das wahrlich jeden Hornby-Liebhaber erfreuen dürfte. Und im Gegensatz zum brillanten „Vorgänger“ „High Fidelity“ wird hier nicht der zwanghafte Versuch unternommen das typisch britische Geschehen in die USA zu verlegen. Sicherlich gänzlich kann man den Charme eines Hornbys nicht zerstören, aber die Wurzeln liegen eindeutig im Vereinigten Königreich und man sollte ja nicht unnötigerweise den Ursprung entwurzeln. So bewegt sich die Geschichte des Filmes weit von den üblichen britischen Sozial-Komödien und bietet anstelle dessen lockerleichte Unterhaltung in bester „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Bridget Jones“ Tradition.
Was den Film aber gänzlich gelingen lässt, sind seine phantastisch aufspielenden Darsteller. Allen voran kann Hugh Grant – u.a. in den angesprochenen „Bridget Jones“ und „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ zu begutachten – mit der stärksten Vorstellung seiner gesamten Karriere aufwarten. Er verkörpert den sympathischen Eigenbrödler auf eine wundervolle Art und Weise, die er gänzlich seiner starken Mimik zu verdanken hat. Und endlich kann Hugh Grant beweisen, dass er nicht nur den Herzensbrecher spielen kann, sondern auch in der Lage ist vielschichtigere Rollen perfekt auszufüllen.
Der kleine Nicholas Hoult hingegen kann dem großen Star fast die Show stehlen, selbstbewusst agiert dieser als Außenseiter, der auf der Suche nach familiären Glück und Anerkennung bei den schulischen Mitstreitern ist. Durch sein leicht schrulliges Aussehen passt der kleine Akteur perfekt in die Rolle des freundlosen Außenseiter, der immerzu von seinen Mitschülern gepeinigt wird. Aber auch ansonsten beweist der Junge, dass er ein unübersehbares Potential hat, welches ihm sicherlich eine große Zukunft im Filmbusiness bescheren kann.
Ebenso hervorstechend brilliert Toni Collette – die schon mit ihrem Agieren in „Muriel’s Hochzeit“ und „The sixth Sense“ (inklusive Oscar-Nominierung für die beste weibliche Nebendarstellerin) die Kritiker auf sich aufmerksam machte – als verschrobene Mutter Marcus’. Immerzu in ein schreckliches Outfit gehüllt, gibt sie ein perfektes Bild der sozialen Außenseiterin ab, die unter Depressionen leidet. Pendelnd zwischen Verständnis für ihren Sohn und zwischen Heulkrämpfen unterstreicht Toni Collette erneut, dass sie perfekt geeignet ist für Rollen, die nicht ganz dem Normalitätsgrad entsprechen. Und mal ganz ehrlich betrachtet, ihr herrlich schräges Singen – wohlgemerkt als Musik-Therapeutin – ist einfach genial.
Die restlichen wichtigen Rollen – die immerhin mit solche klangvollen Namen wie Rachel Weisz (bekannt als weiblicher Star der „Mumie“-Filme“; hier als Wills spätere Liebe Rachel) und Victoria Smurfit (die immerhin neben Leonardo diCaprio in „The Beach“ gespielt hat; hier als alleinerziehende Mutter Suzie) besetzt sind – können leider neben den dominant aufspielenden Hauptdarstellern nicht gänzlich überzeugen, was aber keinesfalls bedeuten soll, dass diese nicht ihre Figuren mit dem notwendigen Leben ausfüllen.
Zum Abschluss erneut von mir ein kleiner Blick auf den überragenden Soundtrack, der dieses Mal komplett vom wollmützetragenden Badly Drawn Boy – der unter dem bürgerlichen Namen Damon Gough das Licht der Welt erblickte – komponiert worden ist. Der musikalische Außenseiter offenbart uns wundervolle Pop-Klänge, die den filmischen Genuss in unermessliche Höhen schnellen lassen. Wundervolle Pop-Arrangements untermalen die Szenen und sorgen hoffentlich dafür, dass Badly Drawn Boy endlich den langverdienten Durchbruch schafft. Oder wie wäre es denn mal mit einer Oscar-Nominierung als beste Score – es müssen ja nicht immer große Orchester zu beeindruckenden Kompositionen getrieben werden, manchmal reicht auch ein Soundtrack, der dem Zuschauer ein wundervolles Gefühl zwischen winterlicher Melancholie und sommerlicher Freude vermittelt und dennoch große Kompositionskunst offenbart.
Abschließend von mir eine uneingeschränkte Guckempfehlung. „About a Boy“ ist wundervolles britisches Kino, das den Zuschauer herrlich unterhält ohne in amerikanische Kitschregionen abzudriften. Und eines dürfte sicher sein, bei diesem Film dürfte sich jeder amüsieren, ob Männlein – die sich an dem traumhaften Leben Wills und dessen Weisheiten erfreuen werden – oder Weiblein – die sich an einem wundervollen Hugh Grant und einer ebenso gefühlvollen Geschichte erfreuen können –, jeder wird „About a Boy“ sofort in sein Herz schließen...
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 01:44:28 mit dem Titel Road to perdition - Tom Hanks und Jude Law in einem gut gelungenem Drama
Mit \"Road to Perdition\" kommt derzeit die zweite Regiearbeit von Sam Mendes in die deutschen Kinos. Nach \"American Beauty\" kann man will von Mendes erwarten, und mit dem neuen Film \"Road to Perdition\", der schon jetzt als Oscarkandidat gehandelt wird, liefert er wieder ein Meisterwerk ab.
DIE HANDLUNG
Der Film spielt im Winter 1931 in den USA, es herrscht die Depression. Die Familie Sullivan kommt trotzdem ganz gut über die Runden, die beiden Söhne von Michael Sullivan (Tom Hanks), Peter (Liam Aiken) und Michael Jr. (Tyler Hoechlin), erleben eine ganz angenehme Kindheit. Eines Tages versteckt sich Michael im Auto seines Vaters, als der Nachts das Haus verläßt. Er wird Zeuge, wie sein Vater einen Mann erschießt, denn Michael Sullivan ist ein Killer unter den Fittichen von Mafiaboss John Rooney (Paul Newman), der ihn als Waisenjunge aufgenommen hatte. Die anderen Männer bekommen mit, das Michael Jr. Zeuge des Mordes war. Der Sohn von Rooney, Connor Rooney (Daniel Craig), ist eifersüchtig auf Sullivan, deshalb will er ihn und seinen Sohn erledigen. Doch Sullivan erfährt noch rechtzeitig von dem Komplott, aber er kann seine Frau und seinen jüngsten Sohn Peter nicht mehr retten.
Connor berichtet seinem Vater John von dem Vorfall, und dieser versucht Sullivan mit Geld wieder auf seine Seite zu ziehen. Doch das will Sullivan nicht, er begibt sich mit seinem Sohn Michael Jr. nach Chicago zu Frank Nitti (Stanley Tucci), für den er arbeiten will. Dafür soll dieser die Rooneys umbringen. Doch die John Rooney hat dies vorausgeahnt und sitzt schon im Hinterzimmer von Nitti. Rooney schickt den Killer Harlen Maguire (Jude Law) los, damit er Sullivan und seinen Sohn erledigt. Sullivan und sein Sohn Michael flüchten...
DIE DATEN
Regisseur: Sam Mendes
Darsteller:
- Tom Hanks (Michael Sullivan)
- Tyler Hoechlin (Michael Sullivan, Jr.)
- Paul Newman (John Rooney)
- Jude Law (Harlen Maguire)
Spielzeit: 116 min
FSK: ab 16 Jahre
Webseite:
- deutsch: http://www.roadtoperdition.de/
- englisch: http://www.roadtoperdition.com/
Kinostart USA : 12. Juli 2002
Kinostart Deutschland : 05. September 2002
MEINE MEINUNG
Nachdem \"American Beauty\" zu meinen Lieblingsfilmen gehört, war ich schon gespannt auf den neuen Film \"Road to Perdition\" von Regisseur Sam Mendes. Erfreulicherweise hat man bei seinen Filmen keine schauerlichen deutschen Filmtitel erfunden, sondern man hat die englischen Originaltitel beibehalten. Schon dies gefällt mir, denn nichts ist schlimmer als solche Titel wie \"Schokolade zum Frühstück\" oder \"Mit aller Macht\".
Nun aber zurück zu \"Road to Perdition\". Ehrlich gesagt, hatte ich einen Gangsterfilm erwartet, denn schließlich wurde damit geworben. Da mir dieses Genre sowieso nicht gefällt, war ich sehr glücklich, das es sich hier nicht um einen bloßen Gangsterfilm handelt, sondern eher um ein Drama, welches die Beziehung von Vater und Sohn zum Thema hat. Deshalb sollte man auch keine ach so tollen Actionszenen erwarten, und auch das Rumgeballere hält sich in Grenzen. Auch wenn mit der Action sparsam umgegangen wurde, hat man die Zeit aber auch nicht mit Dialogen gefüllt. Im Gegenteil, die Bezeihung von Vater und Sohn wird durch Taten und Gesten beschrieben, und kaum durch das gesprochene Wort. Und darin ist ja Mendes sowieso ein Meister.
Und ich glaube wirklich, es ist ein Vorteil, das Mendes hier eine Geschichte von Vater und Sohn inszeniert hat, und nicht einen Gangsterfilm über die Mafia. Das gab es schon vorher, und so hätte er kaum Akzente setzen können. Er legt vielmehr Wert auf Details. So kann man eine gute Inszenierung des Amerikas der dreiziger Jahre erleben. Bis ins kleinste Details wurde es nachgebildet, und man fühlt sich fast in diese Zeit versetzt. Es geht einfach um die Bilder, aber dies wird ohne Effekthascherei umgesetzt. Gibt es doch mal eine größere Schießerei, sieht man auch kaum Blut spritzen, wie das sonst so der Fall ist. Es geht hier um das Schicksal eines Vaters, der seinen Sohn auf einen besseren Weg schicken will, als er ihn gegangen ist.
Die Darsteller sind alle hervorragend. Am besten haben mir Tyler Hoechlin als Michael Jr. und Jude Law als Maguire gefallen. Tom Hanks ist zwar auch gut, und er wird mit Sicherheit auch für den Oscar nominiert werden, aber bei ihm ist auch der einzige Schachpunkt des Films zu finden. Eigentlich liegt es nicht direkt an Hanks, zumindest könnte auch Mendes dafür verantwortlich sein. Der Person des Vaters ist meiner Meinung nach nicht konsequent genug böse. Irgendwie liegt der Verdacht hier nahe, das der Charakter künstlich für das Publikum aufgeweicht wurde, denn hätte man Hanks als absoluten bösen Killer akzeptiert? Vielleicht liegt es auch nur am Gesichtsausdruck von Hanks, denn wenn er als kaltblütiger Killer Leute umbringt, spiegelt sein Gesicht eben nicht die Kaltblütigkeit wieder.
Die Story ist konsequent umgesetzt. Es gibt niemals irgendwelche Tiefpunkte, die Spannung ist über den gesamten Film verteilt, so daß man die zwei Stunden wie gefesselt im Kinosessel sitzt. Am besten haben mir die folgenden beiden Szenen gefallen, der Schußwechsel im Regen und die Szene im Dinner, wo Sullivan durch eine Schweißperle mehr sagt, als alle Worte. Hier zeigt sich das Können von Mendes, und schon deswegen sollte man sich diesen Film anschauen.
EPILOG
\"Road to Perdition\" ist ein hervorragender Film, der spannend und interessant die Beziehung von Vater und Sohn vor dem Hintergrund der Mafiaszene zeigt. Ich kann diesen Film nur jedem empfehlen, man sollte nur nicht einen Gangster-Actionfilm erwarten.
Sehenswerter Ganster-Drama Film




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