Erfahrungsbericht von kerlimaus99
Die Rache ist mein, spricht der Herr,
Pro:
gesellschaftskritisch, Werbung für Selbstbewußtsein, kein flacher Klamauk
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
aber man kann ja helfen.
Wem ist noch nie der Gedanke gekommen, Recht und Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, gerade in Zeiten zunehmender Kriminalität besonders auch gegen Kinder und der manchmal lächerlichen verhängten Strafen, sicherlich eine nachzuvollziehende Gefühlregung, aber trotzdem muß das Gewalt- und Strafmonopol beim Staat liegen, denn sonst herrscht hier bald Anarchie und Zustände wie im Wilden Westen und das will sicherlich auch kaum einer.
Um etwa dieses Thema geht es in dem Film \"Der blutige Pfad Gottes - Missionare des Todes\" unter der Regie von Troy Duffy im Jahre 1999 in den USA entstanden.
Den religiösen Brüdern Conner und Murphy MacManus ist die zunehmende Gewalt und Kriminalität ein Dorn im Auge, wie wohl jedem rechtschaffenden Menschen, und als der Pfarrer auch noch in einer Predigt erzählt, daß derjeniege, der wegschaut, sich ebenso schuldig macht, wie der Verbrecher selbst, macht es irgendwie Klick in den beiden, die keine Messe versäumen, und sie entschließen sich der Rache des Herrn schon mal etwas helfend vorzugreifen.
Ihre Aktivitäten reißen Lücken gerade auch im organisierten Verbrechen, denn ihre Zahl der Verbrecher wird durch die Rächer im Namen des Herrn immer mehr dezimiert, was weder den Gangsterbossen angesichts ihrer bedrohten Geschäfte, noch dem FBI gefällt, daß auch prompt auf der Bildfläche in Form des homosexuellen Agenten Smecker erscheint.
Ihm gelingt es zwar mit der Zeit ein Täterprofil zu erstellen und auch Verbindungen zu den beiden Brüdern zu ziehen, aber trotz, daß er ihnen immer näher kommt, oder gerade deswegen entwickelt auch er eine gewisse Sympathie für das Handeln der beiden, jedenfalls gelingt es weder ihm noch einem von den Unterwelt angeheuerten Killer diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Im Verlaufe des Filmes nimmt die Gewaltbereitschaft der beiden Brüder, gespielt von Sean Patrick Flanery, auch bekannt als die jüngere Ausgabe von Indiana Jones, und Norman Reedus, bekannt auch aus Tödliche Gerüchte, immer mehr zu, auch durchlaufen sie einen gewissen Säkularisierungsprozeß, daß heißt ihre religiöse Motivation gerät immer mehr in den Hintergrund.
Mehr will ich von diesem spannenden, aber auch amüsanten Film nicht verraten, denn vielleicht will ihn sich der oder die eine oder andere nach diesem Bericht ja mal anschauen.
Bevor ich den Film bewerte bzw. meine Eindrücke schildere noch kurz zu den \"technischen Daten\" :
Der blutige Pfad Gottes - Missionare des Todes, USA, 1999, 104 min.
Regie: Troy Duffy
Darsteller: Willem Dafoe, Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, David della Rocco, Billy Connolly, David Ferry u. a.
Erstaufführung: Kino 14.09.2000, Video 21.11.2000
Die Story des Filmes ist gut entwickelt und jederzeit nachvollziebar und wer schwarzen Humor liebt, wird bei diesem Film voll auf seine Kosten kommen. Dieser Krimi ist absolut spannend inszeniert und nur wenig vorhersehbar, so daß immer ein gewisses Überraschungsmoment erhalten bleibt.
Die Darsteller verkörpern ihre Rollen absolut glaubwürdig und auch die zunehmende Sympathisierung des Ermittlers mit den Tätern, der im Grunde ihre Taten zwar für ungesetzlich, aber auch gleichzeitig nicht für verurteilenswert hält, kommt stimmig rüber.
Wenn man dazu noch berücksichtig, daß dieser Film das Regiedebüt von Troy Duffy ist, so ist ihm auf Anhieb ein wirklich mehr als gelungener Film geglückt, auch wenn der Film am Ende etwas abfällt.
Wer spannende Unterhaltung sucht, die mit einem großen Schuß, wenn auch schwarzen, Humors gewürzt ist, ist bei diesem Film an der richtigen Adresse und wird nicht enttäuscht werden.
Ich kann diesen Film jedenfalls empfehlen und wünsche jeden, der ihn sich jetzt ansieht, gute und spannende Unterhaltung.
Sollte ich etwas Wichtiges und Wissenswertes vergessen haben, so bin ich für Hinweise und Anregungen in Euren hoffentlich zahlreichen Kommentaren wie immer sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 22:40:09 mit dem Titel Die 120 Tage von Sodom
Schon der Titel \"Die 120 Tage von Sodom\" läßt ja nicht Gutes vermuten, ruft sie einem doch sofort die Geschichte der biblischen Städte Sodom und Gomorrah in Erinnerung, die der Zorn Gottes nach Überlieferung der Heiligen Schrift traf, als dieser das lasterhafte Treiben und das sündige Leben seiner Bewohner nicht mehr ertragen konnte.
Wem es immer noch nicht mulmig wurde, der beeindruckt vielleicht, daß die literarische Vorlage dieses Filmes von Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade geschrieben wurde, der von 1740 bis 1814 lebte, aber gut ein Drittel seines Lebens wegen Giftmordes, Ausschweifungen aller Coleur und nicht zuletzt wegen politischer Delikte im Gefängnis verbrachte und auf den wohl der Begriff des Sadismus zurückzuführen ist.
Zugegebenermaßen befinde ich mich bei diesem Beitrag in einem Dilemma, denn normalerweise beinhalten meinen Berichte über Filme eine recht genaue Beschreibung des Inhaltes, die dazu dienen soll, daß sich der Leser selbst ein Bild machen kann und so vielleicht auch meinen Argumenten eher folgen kann, da aber dieser Film meiner Meinung nach völlig zu recht FSK 18 ist, und hier ja auch jüngere Mitglieder anzutreffen sind, werde ich diesen Film sehr knapp und hoffentlich jugendfrei zusammenfassen und bitte um Verständnis, wenn ich für detaillierte beschreibung in diesem Fall ausnahmsweise auf einschlägige Filmseiten wie www.filmlexikon.de oder www.cinezone.com verweise.
In dem Film werden im faschistischen Italien mehrere junge Männer und Frauen gegen ihren Willen gefangengehalten und dienen den dekadenten Faschisten und Großbürgern zur Befriediegung ihrer Lust und sadistischen Triebe. Sie werden auf jede erdenkliche Art gedemütigt und mißbraucht. Das dieses in einer Orgie endet, die mit dem Tod der jungen Männer und Frauen endet scheint fast zwangsläufig, wie gesagt, auf alle Details verzichte ich hier bewußt.
Noch kurz zu den \"technischen Daten\":
Darsteller: Sonia Saviange, Umberto Paolo Quintavalle, Paolo Bonacelli, Aldo Valletti, Giorgio Cataldi, u. a.
Regie : Pier Paolo Pasolini
1975 entstanden in italienisch-französischer Koproduktion
Kurz nach seiner Erstaufführung am 30.01.1976 geriet der Film auf den Index, weil die Verantwortlichen meinten, daß könnte man den zartbeseiteten Kinobesuchern nicht zumuten und der Film wäre sowieso keine Kunst, sondern eher eine zur Schaustellung menschlicher Perversitäten. Und auch heute noch ist der Film mit FSK 18 nur für Erweachsene freigegeben, wie schon mehrfach erwähnt, und ich meine, das auch vollkommen zu Recht.
Die Kritik an diesem Film spaltet sich bis zum heutigen Tage in zwei Lager, wirklich nach dem Motto schwarz und weiß. Während die eine es für eine künstlerische Umsetzung halten, in der die Schauspieler die Charaktere glaubhaft verkörpern und die Dekadenz des italienischen Faschismus und des ihn unterstützenden Großbürgertums voll zur Geltung komme, so wird er von den anderen nahezu verteufelt, nicht zuletzt wegen der Anspielungen auf die katholische Kirche.
Meine persönliche Meinung zu diesem Film ist auch zweischneidig, was vielleicht auch daran liegt, daß kerlimaus99 nicht so sehr von schwarz/weiß-Klischees begeistert ist, und das betrachtete Objekt doch lieber einer differenzierten Begutachtung unterwirft.
Auch ich finde den Film künstlerisch gelungen, denn manchmal hat man den Eindruck nicht einen Film zu sehen, sondern eher versteckte Kamera, so glaubhaft kommen die von den Schauspielern dargestellten Charaktere rüber, für mich überigens ein grund mehr, warum ich den Film für Jugendliche nicht geeignet halte, denn es besteht die Gefahr Fiktion und Realität zu verwechseln.
Wenn es Absicht war, und davon gehe ich einfach mal aus, den italienischen Faschismus und das Großbürgertum dekadent erscheinen zu lassen, so ist auch dies gelungen, aber gleichzeitig ein Ansatzpunkt meiner Kritik, denn das Buch, das als Vorlage diente entstand 100 Jahre vor dem otalienischen Faschismus. Es hat also weder mit diesem noch mit Mussolinis Regime irgendetwas gemein und ich halte diese Transformierung eher für unglücklich, denn Faschisten einfach damit abzutun, daß es sich hierbei um dekadente Sadisten handelt, ist sicher eine zu einseitige und zu einfache nicht funktioniere Lösung.
Auch die Verstrickung der Kirche ist in der vorliegenden Form nicht nachvollziehen. Auch ich sehe die Rolle der Kirche in den Faschistischen Regimes von Deutschland, Italien und Spanien mit Unwohlsein, aber man muß auch berücksichtigen, daß die Kirchen wahrscheinlich nur wegen diesen Teinarrangements überhaupt noch in der Lage waren, ihren charitativen und christlichen Aufgaben nachzukommen und Widerstand hätte wohl nur zum Verbot geführt, aber keinem einzigen Juden das Leben gerettet. Auch die teilweise bei Kirchen erkennbare Doppelmoral und das Übersehen von Gewalt und sexuellem Mißbrauch in Familien oder durch kirchliche Würdenträger wird von mir alles andere als gutgeheißen, aber die hier dargestellten Mißbräuche und Gewalttaten, sowie Erniedriegungen sprengen jeden Rahmen, den man der Kirche je unterstellen könnte, und so paßt das Bild einfach nicht und geht auch über ein gesundes Maß der Übertreibung, daß man als künstlerische Freiheit bezeichnen könnte hinaus.
Vielleicht wäre es glücklicher gewesen, die originalzeit, also das späte 18. Jahrhundert zu belassen und die Kirche eher außen vor zu lassen, um noch glaubwürdiger zu wirken.
Dennoch zeigt der Film auf sehr ungeschminkte Weise zu welchen Perversitäten Menschen fähig sind, wenn ihnen auch die entsprechenden Machtmittel zu Verfügung stehen. Ich benutze hier bewußt das Wort Perversität, obwohl es im allgemeinen Sprachraum viel zu schnell für alles gebraucht wird, was von der Norm, was heißt schon Norm, also vom von der Mehrheit praktizierten abweicht, aber wer diesen Film gesehen hat, wird mir zustimmen, daß hier dieses Wort voll und ganz paßt und wer ihn gesehen hat und auch zu diesem Schluß kommt, der wird mit Sicherheit dieses Wort in Zukunft vorsichtiger und sicher nicht mehr so schnell gebrauchen.
Obwohl ich den Film gerade aus künstlerischer Sicht für sehenswert halte, möchte ich doch auch gleichzeitig jedem raten, es sich gut zu überlegen, ob er diesem Film wirklich gewachsen ist, und sollte jemand in Bezug darauf zweifel haben, sollte er diesen Film lieber meiden.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen haben, so bin ich wie immer für Eure Hinweise und Anmerkungen in den hoffentlich zahlreichen Kommentaren sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 18:56:49 mit dem Titel Videos sind doch gefährlich
zumindest wenn sie Porno-Videos sind, unsachgemäß entsorgt werden und so wieder auftauchen.
Nach \"Der bewegte Mann\", der mit Til Schweiger in der Hauptrolle zu einem Kassenschlager wurde und \"Das Kondom des Grauens\", der dem Wort Rohrkrepierer eine ganz neue Dimension gab, kommt mit \"Wie die Karnickel\" morgen der dritte verfilmte Comic von Ralf König in unsere Kinos, abgesehen von diversen Vorabvorführungen, von denen eine Grundlage dieses Beitrages ist.
Wer den Comic kenne sollte und daher den Inhalt kennt, wird den folgenden Abschnitt, der ein wenig den Inhalt beschreibt, zwar nicht besonders prickelnd finden, aber zu einem kompletten Beitrag gehört das eben dazu.
Ich werde hier aber den Inhalt nicht komplett schildern, denn da es sich um einen aktuellen Film handelt, will ihn sich sicher der/die eine oder andere noch ansehen und ich möchte weder die Spannung nehmen, noch den Spaß verderben.
Horst, eher schusselig und verklemmt, und Vera, wenig aufgeschlossene kindergärtnerisch tätige Zicke, leben in einer Beziehung, die auch nicht mehr das Gelbe vom Ei ist.
Als ein Porno-Videocassette auftaucht, die Horst eigentlich entsorgen wollte, ist Vera empört und entsetzt und verläßt die gemeinsame Wohnung und zieht zu ihrer Mutter zurück.
Horst, der nun am Boden zerstört ist, wird von seinem neuen Nachbarn, dem schwulen Sigi, wieder aufgebaut und mutiert vom grauen verklemmten Mauerblümchen, zumindest teilweise zum draufgängerischen Lebemann, tapeziert seine Wohnung mit Postern von Pornodarstellerinnen und schafft es sogar Kontakt zu einer unnahbar wirkenden Opernsängerin Kriemhild zu knüpfen.
Der lebensberaterisch tätige Sigi ist aber zur zeit auch wieder solo, hat aber seinen Spaß mit dem nicht ganz so hellen aber dafür umso muskulöseren Möbelpacker Benno und das Coming Out gegenüber seiner Mutter noch vor sich.
Die ist die Ausgangssituation für eine turbulente Komödie, in der Verwechslungen und Mißverständnisse vorprogrammiert sind, als sowohl Vera als auch Sigi Ex-Lover versuchen die scheinbar zerbrochene Beziehung wieder zu retten.
Mehr wird aber nicht verraten.
Also die Comics von Ralf König finde ich ja durchaus genial und auch die Verfilmung des bewegten Mannes ist sicherlich ein Meilenstein des deutschen Films, aber daran kann dieser Film in keiner Weise anknüpfen.
Die Gags sind zwar lustig, teilweise aber viel zu vorhersehbar und platt, aber vielleicht sind einerseits auch die Erwartungen zu hoch und andererseits das Thema auch etwas ausgelutscht.
Sicher ist es auch wichtig, daß Filme mit schwulen Rollen und Thematiken gedreht und auch gezeigt werden, da sie sicher auch ein Teil der Integration und des Weges zur Normalität sind, aber ob dabei, die wenn auch teils kabarettistische überzeichnete, Darstellung der gängigen Klischees hilfreich sind, mag durchaus auch ernsthaft bezweifelt werden. So kann ich Euch zum Beispiel versichern, daß nicht alle Schwulen beim Anblick eines auch nur einigermaßen attraktiven Mannes gegen irgendwelche Laternen Rennen oder sonst irgendwie ständig notgeil sind.
Wer sich aber unbeschwert amüsieren will, der ist bei diesem Film an der richtigen Adresse, wenn er keine allzu großen Ansprüche an Gags und Story stellt.
Die Darstellung der Personen durch die zumindest mir unbekannten Darsteller kann durchaus gefallen und wirkt überzeugend, kann den Film aber letztlich auch nicht völlig retten.
Da ich die Darsteller schon angesprochen habe, nun also kurz zu den \"technischen Daten\" :
Wie die Karnickel
Regie : Sven Unterwaldt
Darsteller : Michael Lott, Sven Walser, Anna Böttcher, Heinrich Schmieder, Heinrich Schaftmeister, Andreja Schneider, u. a.
Deutschland, 2002, 84 min.
Dieser Film wird sicher nicht an den Erfolg von \"Der bewegte Mann\" anknüpfen, wenn er wohl auch nicht so floppen wird wie \"Das Kondom des Grauens\".
Wer allerdings einen tiefsinnigen Film mit puentiertem Humor erwartet, wird sicher enttäuscht das Kino verlassen.
Als abschließende Bewertung kann ich sagen, daß ich mich zwar amüsiert habe, aber so der Reißer war es auch nicht, ich habe mehr erwartet, wahrscheinlich zuviel, daher gebe ich auch nicht die beste, sondern eher eine mittlere Bewertung.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen habe, so bin ich für Hinweise und Anregungen in Euren hoffentlich zahlreichen Kommentaren sehr dankbar, die gegebenenfalls in einem Update ihren Niederschlag finden.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 22:32:27 mit dem Titel Sex sells, aber dadurch wird der Film nicht besser
Eigentlich war ich eher zufällig in den Film \"Lucia und der Sex\" geraten, war halt eingeladen worden, konnte mir auch vorher eigentlich nichts unter dem Film vorstellen und das Schlimme ist hinterher auch nicht, aber nun mal langsam, Ihr sollt Euch ja auch ein Bild machen können.
Also erstmal zu Story, eigentlich ein klassisches Thema. Zu beginn hat ein Paar einen One-Night-Stand, sagt sich noch eben die Namen und Wohnorte, Handynummern wären wahrscheinlich praktischer gewesen, aber hätten auch den Film unnötig gemacht, und trennt sich.
Während er als Schriftsteller eine gewisse Karriere macht, aber noch auf den Durchbruch durch eine Muse wartet, die er dann natürlich auch trifft und die ihn ermutigt zu versuchen aus dieser flüchtigen Begegnung einen Bestseller zu machen.
Aber wie man sich schon zu Anfang denken konnte, war der One-Night-Stand natürlich nicht ohne Folgen, denn neun Monate später wird eine Tochter geboren und die Mutter macht sich zunächst vergeblich auf die Suche die Vater die \"glückliche\" Nachricht zu überbringen.
Viel später lernt dieser eher zufällig seine Tochter kennen, ohne aber sich selbst als Vater zu erkennen zu geben und das ist wohl ein schwerer Fehler.
Na, alles klar, oder verwirrt, denn genauso ist der Film, er wirkt zu jeder Zeit völlig unrelistisch und konstruiert und so fällt es natürlich auch den Darstellern schwer, sich mit ihren Rollen zu identifizieren, so daß sie allesamt ziemlich blas bleiben, was aber wohl eher Drehbuch und Regie und nicht den Schauspielern selbst anzukreiden ist.
Vor der weitere Bewertung hier erstmal die technischen Daten:
Lucia und der Sex
Frankreich/Spanien, 2001, 128 min.
Regie : Julio Médem
Darsteller : Najwa Nimri, Tristán Ulloa, Paz Vega
Wer meint meine Kurzzusammenfassung wäre irgendwie wirr und unzusammenhängend, so daß man irgendwie den Faden verliert, dem kannn ich nur sagen genauso ist der Film und ich war wirklich froh, als er nach über zwei Stunden vorbei war und manchmal schien es, als hätten selbst Darsteller und Regiesseur den Faden verloren, aber sie waren wenigstens eifrig, wenn auch oft spärlich bekleidet kräftig am suchen.
Nicht das ich irgendwie prüde wäre, daß mit Sicherheit nicht, sondern eher das Gegenteil, aber wenn ich mir einen Porno ansehen wollte, würde ich ihn auch so nennen und ihn nicht als Kinodrama kaschieren, wie auch immer der überhaupt die Freigabe bekommen hat, wobei ich jetzt gar nicht genau weiß, welche FSK es war, ich glaube 16, aber 18 wäre wohl angebrachter gewesen.
Und was man Pornofilmen immer vorwirft, es würde ja nur um das eine gehen, deshalb heißen die ja auch so, und keine handlung, das findet man genau in diesem Film wieder, den ich gar nciht empfehlen kann, leider.
Zwar hat er eine Handlung, aber die wird so hölzern, holperig, konstruiert und verworren, daß man ihr echt nicht folgen kann und genauso meinen könnte, es wäre keine vorhanden. Hier wird wohl voll auf die Trumpfkarte Sex gesetzt, die die Zuschauer in Massen ins Kino locken soll, was hoffentlich nicht aufgeht, weil wir sonst in Zukunft wahrscheinlich öfter mit solchen Machwerken erfreut werden.
Hätte ich vorher einen Bericht über den Film gelesen, hätte ich ihn mir mit Sicherheit nicht angetan und kann Euch nur abraten, denn er ist eigentlich nur für den brauchbar, der ihn als Anheizer für eine hoffentlich heiße Nacht gebrauchen will, aber sonst taugt er nicht viel.
Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag hilfreich sein und Euch zwei vergeudete Kinostunden ersparen.
Solltet Ihr etwas Wichtiges oder Wissenswertes vermissen, so bin ich für Hinweise und Anregungen und auch für jeden anderen Eurer hoffentlich zahlreichen Kommentaren wie immer sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen meines Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer von diesem Film echt enttäuschter kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-28 14:57:21 mit dem Titel Der Weg ist das Ziel oder so ähnlich
David Beckham gibt die Vorlage und Jess schießt in einem Spiel der englischen Nationalmannschaft das entscheidende Tor, doch halt, Jess ist ja eine junge Frau, bin ich jetzt im falschen Film oder was.
Könnte man denken, wenn man diese Szenen aus dem Kinofilm sieht, der am 03.10.2002 in den Kinos abläuft, den ich aber bereits sehen konnte und versuchen werde Euch mit diesem Beitrag etwas näher zu bringen.
Nein, dies war nur ein Traum der 17jährigen Inderin Jess, die mit ihren Eltern in London lebt, deren großes Vorbild David Backham und deren einzige Leidenschaft der Fußball ist.
Ihre Eltern sind davon alles andere als begeistert, denn sie sähen Jess lieber in der indischen Tradition im Haus, am Herd und bei Ehemann und Enkelkindern. Aus diesem Grund geht Jess ihrer Leidenschaft auch mehr oder weniger heimlich nach und kickt im Park mit ihren männlichen Spielkameraden, die sie zwar nicht für voll nehmen, aber denen sie ein ums andere Mal zeigt, wo der Hammer hängt und was eine Harke ist.
Eines Tages sieht Jules, die schon länger in einer Frauenmannschaft spielt, die bereits erste Erfolge erzielt hat, Jess und lädt sie zu einem Probetraining ein. Diese sich nun ergebende Entwicklung ist den Eltern natürlich mehr als ein Dorn im Auge.
Da sich sicherlich einige User selbst den Film ansehen wollen, will ich mehr nicht verraten und komme nach einigen technischen Daten gleich zu meinen Eindrücken.
Regie : Gurinder Chadha
Rollen und ihre Darsteller:
Jess Bahmra - Parmider Nagra
Jules Paxton - Keira Knightley
Joe - Jonathan Rhys Meyers
Mr. Bahmra - Anupam Kher
Pinky Bhamra - Archie Panjabi
Mel - Shaznay Lewis
Alan Paxton - Frank Harper
Paula Paxton - Juliet Stevenson
Mrs. Bhamra - Shahenn Khan
u. v. a.
Dieser knapp zwei Stunden lange Film wird meiner Meinung nach trotz seiner Qualität und Hintergründigkeit in unseren Kinos wohl leider keine großen Erfolge feiern, denn erstens ist sicher Frauenfußball nicht das Thema, was die Massen vom Hocker reißt und in die Kinos strömen läßt und Filme über gesellschaftliche Probleme mit Tiefgang und Hindergründigkeit haben es eh meist schwer, also ein doppeltes Handikap für diesen Film, schade eigentlich.
Denn obwohl der Fußball, insbesondere von Frauen ausgeübt, schon eine dominierende Rolle in diesem Film spielt, geht es eigentlich gar nicht so sehr darum, als vielmehr um den Widerstand von Jess gegen traditionelle Gesellschaftsformen und Zwänge, mit denen man von außen konfrontiert wird.
Auch zeigt der Film, wie schnell zu Klischees und Vorurteilen gegriffen wird, wenn etwas nicht der \"Norm\" entspricht, so werden fußballspielende Frauen hier zumindest am Rande der Story gleich damit in Verbindung gebracht, daß mit ihnen ja wohl etwas nicht stimmen könnte, sie vielleicht sogar lesbisch oder noch was schlimmeres wären.
Wenn man dieser Theorie im Umkehrschluß folgt, müßte ja auch alle Männer, die in Mannschaften, Vereinen und Berufsgruppen mehr oder weniger unter sich sind, schwul sein, das wären dann wahrscheinlich mindestens 50 % der männlichen Bevölkerung und man müßte echt Angst um den Fortbestand der Menschheit haben, woran man sofort sieht, daß ein solches Denken natürlich Quatsch ist.
Die Quintessenz des Films ist für mich, daß man eigene Ziele auch versuchen sollte zu verwirklichen, sei der Weg auch noch so weit in die sich in denselben stellenden Widerstände auch noch so groß. Es lohnt sich auf jeden Fall für sich selbst zu kämpfen als ein Leben lang kreuzunglücklich zu sein.
Wer an einen hintergründigen Film mit Tiefgang interessiert ist, über den man sich auch über das Sehen hinaus Gedanken machen kann und bei dem trotzdem auch die komischen Elemente nicht gänzlich zu kurz kommen, der ist bei \"Kick it like Beckham\" sicher an der richtigen Adresse und wird nicht enttäuscht sein, knapp zwei Stunden investiert zu haben.
Wer aber denkt, in diesem Film würde Klamauk auf Kosten des durch den Kakao gezogenen Frauenfußballs gemacht, der wird ebenso sicher enttäuscht das Kino verlassen.
Ein Film, der sich meiner Meinung nach auf jeden Fall lohnt und den ich Euch nur empfehlen kann.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen haben, so bin ich für Hinweise und Anregungen, aber auch für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare wie immer sehr dankbar, die ich gegebenenfalls in einem Update verarbeiten werde.
Danke für Euer Interesse und das Lesen und Bewerten meines Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
Wem ist noch nie der Gedanke gekommen, Recht und Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, gerade in Zeiten zunehmender Kriminalität besonders auch gegen Kinder und der manchmal lächerlichen verhängten Strafen, sicherlich eine nachzuvollziehende Gefühlregung, aber trotzdem muß das Gewalt- und Strafmonopol beim Staat liegen, denn sonst herrscht hier bald Anarchie und Zustände wie im Wilden Westen und das will sicherlich auch kaum einer.
Um etwa dieses Thema geht es in dem Film \"Der blutige Pfad Gottes - Missionare des Todes\" unter der Regie von Troy Duffy im Jahre 1999 in den USA entstanden.
Den religiösen Brüdern Conner und Murphy MacManus ist die zunehmende Gewalt und Kriminalität ein Dorn im Auge, wie wohl jedem rechtschaffenden Menschen, und als der Pfarrer auch noch in einer Predigt erzählt, daß derjeniege, der wegschaut, sich ebenso schuldig macht, wie der Verbrecher selbst, macht es irgendwie Klick in den beiden, die keine Messe versäumen, und sie entschließen sich der Rache des Herrn schon mal etwas helfend vorzugreifen.
Ihre Aktivitäten reißen Lücken gerade auch im organisierten Verbrechen, denn ihre Zahl der Verbrecher wird durch die Rächer im Namen des Herrn immer mehr dezimiert, was weder den Gangsterbossen angesichts ihrer bedrohten Geschäfte, noch dem FBI gefällt, daß auch prompt auf der Bildfläche in Form des homosexuellen Agenten Smecker erscheint.
Ihm gelingt es zwar mit der Zeit ein Täterprofil zu erstellen und auch Verbindungen zu den beiden Brüdern zu ziehen, aber trotz, daß er ihnen immer näher kommt, oder gerade deswegen entwickelt auch er eine gewisse Sympathie für das Handeln der beiden, jedenfalls gelingt es weder ihm noch einem von den Unterwelt angeheuerten Killer diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Im Verlaufe des Filmes nimmt die Gewaltbereitschaft der beiden Brüder, gespielt von Sean Patrick Flanery, auch bekannt als die jüngere Ausgabe von Indiana Jones, und Norman Reedus, bekannt auch aus Tödliche Gerüchte, immer mehr zu, auch durchlaufen sie einen gewissen Säkularisierungsprozeß, daß heißt ihre religiöse Motivation gerät immer mehr in den Hintergrund.
Mehr will ich von diesem spannenden, aber auch amüsanten Film nicht verraten, denn vielleicht will ihn sich der oder die eine oder andere nach diesem Bericht ja mal anschauen.
Bevor ich den Film bewerte bzw. meine Eindrücke schildere noch kurz zu den \"technischen Daten\" :
Der blutige Pfad Gottes - Missionare des Todes, USA, 1999, 104 min.
Regie: Troy Duffy
Darsteller: Willem Dafoe, Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, David della Rocco, Billy Connolly, David Ferry u. a.
Erstaufführung: Kino 14.09.2000, Video 21.11.2000
Die Story des Filmes ist gut entwickelt und jederzeit nachvollziebar und wer schwarzen Humor liebt, wird bei diesem Film voll auf seine Kosten kommen. Dieser Krimi ist absolut spannend inszeniert und nur wenig vorhersehbar, so daß immer ein gewisses Überraschungsmoment erhalten bleibt.
Die Darsteller verkörpern ihre Rollen absolut glaubwürdig und auch die zunehmende Sympathisierung des Ermittlers mit den Tätern, der im Grunde ihre Taten zwar für ungesetzlich, aber auch gleichzeitig nicht für verurteilenswert hält, kommt stimmig rüber.
Wenn man dazu noch berücksichtig, daß dieser Film das Regiedebüt von Troy Duffy ist, so ist ihm auf Anhieb ein wirklich mehr als gelungener Film geglückt, auch wenn der Film am Ende etwas abfällt.
Wer spannende Unterhaltung sucht, die mit einem großen Schuß, wenn auch schwarzen, Humors gewürzt ist, ist bei diesem Film an der richtigen Adresse und wird nicht enttäuscht werden.
Ich kann diesen Film jedenfalls empfehlen und wünsche jeden, der ihn sich jetzt ansieht, gute und spannende Unterhaltung.
Sollte ich etwas Wichtiges und Wissenswertes vergessen haben, so bin ich für Hinweise und Anregungen in Euren hoffentlich zahlreichen Kommentaren wie immer sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 22:40:09 mit dem Titel Die 120 Tage von Sodom
Schon der Titel \"Die 120 Tage von Sodom\" läßt ja nicht Gutes vermuten, ruft sie einem doch sofort die Geschichte der biblischen Städte Sodom und Gomorrah in Erinnerung, die der Zorn Gottes nach Überlieferung der Heiligen Schrift traf, als dieser das lasterhafte Treiben und das sündige Leben seiner Bewohner nicht mehr ertragen konnte.
Wem es immer noch nicht mulmig wurde, der beeindruckt vielleicht, daß die literarische Vorlage dieses Filmes von Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade geschrieben wurde, der von 1740 bis 1814 lebte, aber gut ein Drittel seines Lebens wegen Giftmordes, Ausschweifungen aller Coleur und nicht zuletzt wegen politischer Delikte im Gefängnis verbrachte und auf den wohl der Begriff des Sadismus zurückzuführen ist.
Zugegebenermaßen befinde ich mich bei diesem Beitrag in einem Dilemma, denn normalerweise beinhalten meinen Berichte über Filme eine recht genaue Beschreibung des Inhaltes, die dazu dienen soll, daß sich der Leser selbst ein Bild machen kann und so vielleicht auch meinen Argumenten eher folgen kann, da aber dieser Film meiner Meinung nach völlig zu recht FSK 18 ist, und hier ja auch jüngere Mitglieder anzutreffen sind, werde ich diesen Film sehr knapp und hoffentlich jugendfrei zusammenfassen und bitte um Verständnis, wenn ich für detaillierte beschreibung in diesem Fall ausnahmsweise auf einschlägige Filmseiten wie www.filmlexikon.de oder www.cinezone.com verweise.
In dem Film werden im faschistischen Italien mehrere junge Männer und Frauen gegen ihren Willen gefangengehalten und dienen den dekadenten Faschisten und Großbürgern zur Befriediegung ihrer Lust und sadistischen Triebe. Sie werden auf jede erdenkliche Art gedemütigt und mißbraucht. Das dieses in einer Orgie endet, die mit dem Tod der jungen Männer und Frauen endet scheint fast zwangsläufig, wie gesagt, auf alle Details verzichte ich hier bewußt.
Noch kurz zu den \"technischen Daten\":
Darsteller: Sonia Saviange, Umberto Paolo Quintavalle, Paolo Bonacelli, Aldo Valletti, Giorgio Cataldi, u. a.
Regie : Pier Paolo Pasolini
1975 entstanden in italienisch-französischer Koproduktion
Kurz nach seiner Erstaufführung am 30.01.1976 geriet der Film auf den Index, weil die Verantwortlichen meinten, daß könnte man den zartbeseiteten Kinobesuchern nicht zumuten und der Film wäre sowieso keine Kunst, sondern eher eine zur Schaustellung menschlicher Perversitäten. Und auch heute noch ist der Film mit FSK 18 nur für Erweachsene freigegeben, wie schon mehrfach erwähnt, und ich meine, das auch vollkommen zu Recht.
Die Kritik an diesem Film spaltet sich bis zum heutigen Tage in zwei Lager, wirklich nach dem Motto schwarz und weiß. Während die eine es für eine künstlerische Umsetzung halten, in der die Schauspieler die Charaktere glaubhaft verkörpern und die Dekadenz des italienischen Faschismus und des ihn unterstützenden Großbürgertums voll zur Geltung komme, so wird er von den anderen nahezu verteufelt, nicht zuletzt wegen der Anspielungen auf die katholische Kirche.
Meine persönliche Meinung zu diesem Film ist auch zweischneidig, was vielleicht auch daran liegt, daß kerlimaus99 nicht so sehr von schwarz/weiß-Klischees begeistert ist, und das betrachtete Objekt doch lieber einer differenzierten Begutachtung unterwirft.
Auch ich finde den Film künstlerisch gelungen, denn manchmal hat man den Eindruck nicht einen Film zu sehen, sondern eher versteckte Kamera, so glaubhaft kommen die von den Schauspielern dargestellten Charaktere rüber, für mich überigens ein grund mehr, warum ich den Film für Jugendliche nicht geeignet halte, denn es besteht die Gefahr Fiktion und Realität zu verwechseln.
Wenn es Absicht war, und davon gehe ich einfach mal aus, den italienischen Faschismus und das Großbürgertum dekadent erscheinen zu lassen, so ist auch dies gelungen, aber gleichzeitig ein Ansatzpunkt meiner Kritik, denn das Buch, das als Vorlage diente entstand 100 Jahre vor dem otalienischen Faschismus. Es hat also weder mit diesem noch mit Mussolinis Regime irgendetwas gemein und ich halte diese Transformierung eher für unglücklich, denn Faschisten einfach damit abzutun, daß es sich hierbei um dekadente Sadisten handelt, ist sicher eine zu einseitige und zu einfache nicht funktioniere Lösung.
Auch die Verstrickung der Kirche ist in der vorliegenden Form nicht nachvollziehen. Auch ich sehe die Rolle der Kirche in den Faschistischen Regimes von Deutschland, Italien und Spanien mit Unwohlsein, aber man muß auch berücksichtigen, daß die Kirchen wahrscheinlich nur wegen diesen Teinarrangements überhaupt noch in der Lage waren, ihren charitativen und christlichen Aufgaben nachzukommen und Widerstand hätte wohl nur zum Verbot geführt, aber keinem einzigen Juden das Leben gerettet. Auch die teilweise bei Kirchen erkennbare Doppelmoral und das Übersehen von Gewalt und sexuellem Mißbrauch in Familien oder durch kirchliche Würdenträger wird von mir alles andere als gutgeheißen, aber die hier dargestellten Mißbräuche und Gewalttaten, sowie Erniedriegungen sprengen jeden Rahmen, den man der Kirche je unterstellen könnte, und so paßt das Bild einfach nicht und geht auch über ein gesundes Maß der Übertreibung, daß man als künstlerische Freiheit bezeichnen könnte hinaus.
Vielleicht wäre es glücklicher gewesen, die originalzeit, also das späte 18. Jahrhundert zu belassen und die Kirche eher außen vor zu lassen, um noch glaubwürdiger zu wirken.
Dennoch zeigt der Film auf sehr ungeschminkte Weise zu welchen Perversitäten Menschen fähig sind, wenn ihnen auch die entsprechenden Machtmittel zu Verfügung stehen. Ich benutze hier bewußt das Wort Perversität, obwohl es im allgemeinen Sprachraum viel zu schnell für alles gebraucht wird, was von der Norm, was heißt schon Norm, also vom von der Mehrheit praktizierten abweicht, aber wer diesen Film gesehen hat, wird mir zustimmen, daß hier dieses Wort voll und ganz paßt und wer ihn gesehen hat und auch zu diesem Schluß kommt, der wird mit Sicherheit dieses Wort in Zukunft vorsichtiger und sicher nicht mehr so schnell gebrauchen.
Obwohl ich den Film gerade aus künstlerischer Sicht für sehenswert halte, möchte ich doch auch gleichzeitig jedem raten, es sich gut zu überlegen, ob er diesem Film wirklich gewachsen ist, und sollte jemand in Bezug darauf zweifel haben, sollte er diesen Film lieber meiden.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen haben, so bin ich wie immer für Eure Hinweise und Anmerkungen in den hoffentlich zahlreichen Kommentaren sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 18:56:49 mit dem Titel Videos sind doch gefährlich
zumindest wenn sie Porno-Videos sind, unsachgemäß entsorgt werden und so wieder auftauchen.
Nach \"Der bewegte Mann\", der mit Til Schweiger in der Hauptrolle zu einem Kassenschlager wurde und \"Das Kondom des Grauens\", der dem Wort Rohrkrepierer eine ganz neue Dimension gab, kommt mit \"Wie die Karnickel\" morgen der dritte verfilmte Comic von Ralf König in unsere Kinos, abgesehen von diversen Vorabvorführungen, von denen eine Grundlage dieses Beitrages ist.
Wer den Comic kenne sollte und daher den Inhalt kennt, wird den folgenden Abschnitt, der ein wenig den Inhalt beschreibt, zwar nicht besonders prickelnd finden, aber zu einem kompletten Beitrag gehört das eben dazu.
Ich werde hier aber den Inhalt nicht komplett schildern, denn da es sich um einen aktuellen Film handelt, will ihn sich sicher der/die eine oder andere noch ansehen und ich möchte weder die Spannung nehmen, noch den Spaß verderben.
Horst, eher schusselig und verklemmt, und Vera, wenig aufgeschlossene kindergärtnerisch tätige Zicke, leben in einer Beziehung, die auch nicht mehr das Gelbe vom Ei ist.
Als ein Porno-Videocassette auftaucht, die Horst eigentlich entsorgen wollte, ist Vera empört und entsetzt und verläßt die gemeinsame Wohnung und zieht zu ihrer Mutter zurück.
Horst, der nun am Boden zerstört ist, wird von seinem neuen Nachbarn, dem schwulen Sigi, wieder aufgebaut und mutiert vom grauen verklemmten Mauerblümchen, zumindest teilweise zum draufgängerischen Lebemann, tapeziert seine Wohnung mit Postern von Pornodarstellerinnen und schafft es sogar Kontakt zu einer unnahbar wirkenden Opernsängerin Kriemhild zu knüpfen.
Der lebensberaterisch tätige Sigi ist aber zur zeit auch wieder solo, hat aber seinen Spaß mit dem nicht ganz so hellen aber dafür umso muskulöseren Möbelpacker Benno und das Coming Out gegenüber seiner Mutter noch vor sich.
Die ist die Ausgangssituation für eine turbulente Komödie, in der Verwechslungen und Mißverständnisse vorprogrammiert sind, als sowohl Vera als auch Sigi Ex-Lover versuchen die scheinbar zerbrochene Beziehung wieder zu retten.
Mehr wird aber nicht verraten.
Also die Comics von Ralf König finde ich ja durchaus genial und auch die Verfilmung des bewegten Mannes ist sicherlich ein Meilenstein des deutschen Films, aber daran kann dieser Film in keiner Weise anknüpfen.
Die Gags sind zwar lustig, teilweise aber viel zu vorhersehbar und platt, aber vielleicht sind einerseits auch die Erwartungen zu hoch und andererseits das Thema auch etwas ausgelutscht.
Sicher ist es auch wichtig, daß Filme mit schwulen Rollen und Thematiken gedreht und auch gezeigt werden, da sie sicher auch ein Teil der Integration und des Weges zur Normalität sind, aber ob dabei, die wenn auch teils kabarettistische überzeichnete, Darstellung der gängigen Klischees hilfreich sind, mag durchaus auch ernsthaft bezweifelt werden. So kann ich Euch zum Beispiel versichern, daß nicht alle Schwulen beim Anblick eines auch nur einigermaßen attraktiven Mannes gegen irgendwelche Laternen Rennen oder sonst irgendwie ständig notgeil sind.
Wer sich aber unbeschwert amüsieren will, der ist bei diesem Film an der richtigen Adresse, wenn er keine allzu großen Ansprüche an Gags und Story stellt.
Die Darstellung der Personen durch die zumindest mir unbekannten Darsteller kann durchaus gefallen und wirkt überzeugend, kann den Film aber letztlich auch nicht völlig retten.
Da ich die Darsteller schon angesprochen habe, nun also kurz zu den \"technischen Daten\" :
Wie die Karnickel
Regie : Sven Unterwaldt
Darsteller : Michael Lott, Sven Walser, Anna Böttcher, Heinrich Schmieder, Heinrich Schaftmeister, Andreja Schneider, u. a.
Deutschland, 2002, 84 min.
Dieser Film wird sicher nicht an den Erfolg von \"Der bewegte Mann\" anknüpfen, wenn er wohl auch nicht so floppen wird wie \"Das Kondom des Grauens\".
Wer allerdings einen tiefsinnigen Film mit puentiertem Humor erwartet, wird sicher enttäuscht das Kino verlassen.
Als abschließende Bewertung kann ich sagen, daß ich mich zwar amüsiert habe, aber so der Reißer war es auch nicht, ich habe mehr erwartet, wahrscheinlich zuviel, daher gebe ich auch nicht die beste, sondern eher eine mittlere Bewertung.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen habe, so bin ich für Hinweise und Anregungen in Euren hoffentlich zahlreichen Kommentaren sehr dankbar, die gegebenenfalls in einem Update ihren Niederschlag finden.
Danke für Euer Interesse und das Lesen dieses Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 22:32:27 mit dem Titel Sex sells, aber dadurch wird der Film nicht besser
Eigentlich war ich eher zufällig in den Film \"Lucia und der Sex\" geraten, war halt eingeladen worden, konnte mir auch vorher eigentlich nichts unter dem Film vorstellen und das Schlimme ist hinterher auch nicht, aber nun mal langsam, Ihr sollt Euch ja auch ein Bild machen können.
Also erstmal zu Story, eigentlich ein klassisches Thema. Zu beginn hat ein Paar einen One-Night-Stand, sagt sich noch eben die Namen und Wohnorte, Handynummern wären wahrscheinlich praktischer gewesen, aber hätten auch den Film unnötig gemacht, und trennt sich.
Während er als Schriftsteller eine gewisse Karriere macht, aber noch auf den Durchbruch durch eine Muse wartet, die er dann natürlich auch trifft und die ihn ermutigt zu versuchen aus dieser flüchtigen Begegnung einen Bestseller zu machen.
Aber wie man sich schon zu Anfang denken konnte, war der One-Night-Stand natürlich nicht ohne Folgen, denn neun Monate später wird eine Tochter geboren und die Mutter macht sich zunächst vergeblich auf die Suche die Vater die \"glückliche\" Nachricht zu überbringen.
Viel später lernt dieser eher zufällig seine Tochter kennen, ohne aber sich selbst als Vater zu erkennen zu geben und das ist wohl ein schwerer Fehler.
Na, alles klar, oder verwirrt, denn genauso ist der Film, er wirkt zu jeder Zeit völlig unrelistisch und konstruiert und so fällt es natürlich auch den Darstellern schwer, sich mit ihren Rollen zu identifizieren, so daß sie allesamt ziemlich blas bleiben, was aber wohl eher Drehbuch und Regie und nicht den Schauspielern selbst anzukreiden ist.
Vor der weitere Bewertung hier erstmal die technischen Daten:
Lucia und der Sex
Frankreich/Spanien, 2001, 128 min.
Regie : Julio Médem
Darsteller : Najwa Nimri, Tristán Ulloa, Paz Vega
Wer meint meine Kurzzusammenfassung wäre irgendwie wirr und unzusammenhängend, so daß man irgendwie den Faden verliert, dem kannn ich nur sagen genauso ist der Film und ich war wirklich froh, als er nach über zwei Stunden vorbei war und manchmal schien es, als hätten selbst Darsteller und Regiesseur den Faden verloren, aber sie waren wenigstens eifrig, wenn auch oft spärlich bekleidet kräftig am suchen.
Nicht das ich irgendwie prüde wäre, daß mit Sicherheit nicht, sondern eher das Gegenteil, aber wenn ich mir einen Porno ansehen wollte, würde ich ihn auch so nennen und ihn nicht als Kinodrama kaschieren, wie auch immer der überhaupt die Freigabe bekommen hat, wobei ich jetzt gar nicht genau weiß, welche FSK es war, ich glaube 16, aber 18 wäre wohl angebrachter gewesen.
Und was man Pornofilmen immer vorwirft, es würde ja nur um das eine gehen, deshalb heißen die ja auch so, und keine handlung, das findet man genau in diesem Film wieder, den ich gar nciht empfehlen kann, leider.
Zwar hat er eine Handlung, aber die wird so hölzern, holperig, konstruiert und verworren, daß man ihr echt nicht folgen kann und genauso meinen könnte, es wäre keine vorhanden. Hier wird wohl voll auf die Trumpfkarte Sex gesetzt, die die Zuschauer in Massen ins Kino locken soll, was hoffentlich nicht aufgeht, weil wir sonst in Zukunft wahrscheinlich öfter mit solchen Machwerken erfreut werden.
Hätte ich vorher einen Bericht über den Film gelesen, hätte ich ihn mir mit Sicherheit nicht angetan und kann Euch nur abraten, denn er ist eigentlich nur für den brauchbar, der ihn als Anheizer für eine hoffentlich heiße Nacht gebrauchen will, aber sonst taugt er nicht viel.
Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag hilfreich sein und Euch zwei vergeudete Kinostunden ersparen.
Solltet Ihr etwas Wichtiges oder Wissenswertes vermissen, so bin ich für Hinweise und Anregungen und auch für jeden anderen Eurer hoffentlich zahlreichen Kommentaren wie immer sehr dankbar und werde sie gegebenenfalls in einem Update verarbeiten.
Danke für Euer Interesse und das Lesen meines Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer von diesem Film echt enttäuschter kerlimaus99
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-28 14:57:21 mit dem Titel Der Weg ist das Ziel oder so ähnlich
David Beckham gibt die Vorlage und Jess schießt in einem Spiel der englischen Nationalmannschaft das entscheidende Tor, doch halt, Jess ist ja eine junge Frau, bin ich jetzt im falschen Film oder was.
Könnte man denken, wenn man diese Szenen aus dem Kinofilm sieht, der am 03.10.2002 in den Kinos abläuft, den ich aber bereits sehen konnte und versuchen werde Euch mit diesem Beitrag etwas näher zu bringen.
Nein, dies war nur ein Traum der 17jährigen Inderin Jess, die mit ihren Eltern in London lebt, deren großes Vorbild David Backham und deren einzige Leidenschaft der Fußball ist.
Ihre Eltern sind davon alles andere als begeistert, denn sie sähen Jess lieber in der indischen Tradition im Haus, am Herd und bei Ehemann und Enkelkindern. Aus diesem Grund geht Jess ihrer Leidenschaft auch mehr oder weniger heimlich nach und kickt im Park mit ihren männlichen Spielkameraden, die sie zwar nicht für voll nehmen, aber denen sie ein ums andere Mal zeigt, wo der Hammer hängt und was eine Harke ist.
Eines Tages sieht Jules, die schon länger in einer Frauenmannschaft spielt, die bereits erste Erfolge erzielt hat, Jess und lädt sie zu einem Probetraining ein. Diese sich nun ergebende Entwicklung ist den Eltern natürlich mehr als ein Dorn im Auge.
Da sich sicherlich einige User selbst den Film ansehen wollen, will ich mehr nicht verraten und komme nach einigen technischen Daten gleich zu meinen Eindrücken.
Regie : Gurinder Chadha
Rollen und ihre Darsteller:
Jess Bahmra - Parmider Nagra
Jules Paxton - Keira Knightley
Joe - Jonathan Rhys Meyers
Mr. Bahmra - Anupam Kher
Pinky Bhamra - Archie Panjabi
Mel - Shaznay Lewis
Alan Paxton - Frank Harper
Paula Paxton - Juliet Stevenson
Mrs. Bhamra - Shahenn Khan
u. v. a.
Dieser knapp zwei Stunden lange Film wird meiner Meinung nach trotz seiner Qualität und Hintergründigkeit in unseren Kinos wohl leider keine großen Erfolge feiern, denn erstens ist sicher Frauenfußball nicht das Thema, was die Massen vom Hocker reißt und in die Kinos strömen läßt und Filme über gesellschaftliche Probleme mit Tiefgang und Hindergründigkeit haben es eh meist schwer, also ein doppeltes Handikap für diesen Film, schade eigentlich.
Denn obwohl der Fußball, insbesondere von Frauen ausgeübt, schon eine dominierende Rolle in diesem Film spielt, geht es eigentlich gar nicht so sehr darum, als vielmehr um den Widerstand von Jess gegen traditionelle Gesellschaftsformen und Zwänge, mit denen man von außen konfrontiert wird.
Auch zeigt der Film, wie schnell zu Klischees und Vorurteilen gegriffen wird, wenn etwas nicht der \"Norm\" entspricht, so werden fußballspielende Frauen hier zumindest am Rande der Story gleich damit in Verbindung gebracht, daß mit ihnen ja wohl etwas nicht stimmen könnte, sie vielleicht sogar lesbisch oder noch was schlimmeres wären.
Wenn man dieser Theorie im Umkehrschluß folgt, müßte ja auch alle Männer, die in Mannschaften, Vereinen und Berufsgruppen mehr oder weniger unter sich sind, schwul sein, das wären dann wahrscheinlich mindestens 50 % der männlichen Bevölkerung und man müßte echt Angst um den Fortbestand der Menschheit haben, woran man sofort sieht, daß ein solches Denken natürlich Quatsch ist.
Die Quintessenz des Films ist für mich, daß man eigene Ziele auch versuchen sollte zu verwirklichen, sei der Weg auch noch so weit in die sich in denselben stellenden Widerstände auch noch so groß. Es lohnt sich auf jeden Fall für sich selbst zu kämpfen als ein Leben lang kreuzunglücklich zu sein.
Wer an einen hintergründigen Film mit Tiefgang interessiert ist, über den man sich auch über das Sehen hinaus Gedanken machen kann und bei dem trotzdem auch die komischen Elemente nicht gänzlich zu kurz kommen, der ist bei \"Kick it like Beckham\" sicher an der richtigen Adresse und wird nicht enttäuscht sein, knapp zwei Stunden investiert zu haben.
Wer aber denkt, in diesem Film würde Klamauk auf Kosten des durch den Kakao gezogenen Frauenfußballs gemacht, der wird ebenso sicher enttäuscht das Kino verlassen.
Ein Film, der sich meiner Meinung nach auf jeden Fall lohnt und den ich Euch nur empfehlen kann.
Sollte ich etwas Wichtiges oder Wissenswertes vergessen haben, so bin ich für Hinweise und Anregungen, aber auch für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare wie immer sehr dankbar, die ich gegebenenfalls in einem Update verarbeiten werde.
Danke für Euer Interesse und das Lesen und Bewerten meines Beitrages.
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Euer kerlimaus99




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