Jeanette Biedermann Testbericht
ab 5,42 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Swinja
Thats how Tschaikowsky gotta rotate in his grave
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Bei längeren Autofahrten und einem ständig eingestellten Sender bleibt es nicht aus, dass man dieses “wunderschöne” Lied, das mir schon länger auffällt, vorgesetzt bekommt.
Was ist eigentlich von einer Künstlerin zu erwarten, die sich “Jeanette Biedermann” nennt? Ein Name, dessen beiden Teile zu perfekt zueinander passen wie Zwiebeltürmchen auf einen DDR-Plattenbau. Jean-Jacques Hinkelhuber oder Yvonne Klachlmoser wären ähnliche Beispiele. Gut, sie kann nichts für ihren Namen, aber hätte es nicht ein besser zur Musik passendes Pseudonym gegeben?
Aber eigentlich geht es ja um die Musik, die ist wichtig.
Im Stile von US-Brit - deren deutsches Äquivalent die Jeanette ja sein soll - trällert die Melodie vor sich hin, perfekt gesamplet und aus dem PC wiedergegeben. Eine durchaus eingängige Melodie, die aber etwas abgehackt wirkt - und das liegt an dem monotonen Rythmus, der halt so vor sich hin klopft. Es ist einfach so, dass praktisch der ganze Instrumentalteil des Lieds aus dem Computer kommt. Das muß nicht schlecht sein, aber ich finde, man hört es übertrieben stark heraus. Und insgesamt hat man den Eindruck, dass hier eine an sich schöne Melodie - schließlich ist sie in ihren Harmonien durchaus komplex aufgebaut - gnadenlos in einen biederen (Aha, daher der Name) Technopop-Rythmus hineingezwängt wurde. Schön und harmonisch geht der Refrain ins Ohr, durch mehrere Tonleitern hindurch, und erinnert etwas an östliche Fünftonmusik. Irgendwie klingt es aber, als sollte es besser von einem klassischen Orchestra gespielt werden, und nicht in diesem Aerobicdance-Stil, in dem es keine rechte erste, zweite oder dritte Strophe, keinen Anfang und kein Ende gibt. Aber dazu komme ich noch.
Der große Schwachpunkt insgesamt ist leider die Stimme. Sie erinnert mich etwas an... hm, an Nena, bei der ich auch immer das Gefühl hate, sie hätte Muskelkater im Sprechorgan, oder irgend etwas Unappetitliches im Mund, dass sie sich scheut, artikuliert zu sprechen. Und von einer “Powervoice” zu reden, halte ich auch für unangemessen - zu dünn klingt es, als ob sich eine Schulklasse im Grundschulalter im Solosingen versuchen würde. Vor allem wenn es darum geht, “etwas höher hinauf” zu kommen. Offen gestanden, mit DER Stimme dazu könnte man meinen, es sei das Titellied irgendeiner Kindersendung - Sandmännchen oder sowas.
Das einzig gute ist, wie gesagt, die Melodie.
Und da frage ich mich, wo ich diese eigentlich herkenne.
Zeitsprung.
Wir schreiben das Jahr 1995. In Rußland regiert noch Zar Boris der Betrunkene, und ich sitze im Marinsky-Theater in St. Petersburg in einer der ersten Reihen. Direkt vor mir ist der Orchestergraben, und aus diesem schallt “Will you be there” mit Fagott und Streichern, mit Pauken und Trompeten, von einem Orchester derart kräftig vorgetragen, dass der Boden erzittert. Nur ohne Stimme dazu. Dafür ein Ballettensemble auf der Bühne. Und ein fuchtelnder Dirigent vor meiner Nase.
Ich habe nichts dagegen, dass man Songs, die es längst gibt, noch einmal covert oder etwas Neues daraus strickt. Wenn es so gemacht wird, dass etwas daraus wird. Das hat hier wohl nicht geklappt. Tschaikowsky würde sich angesichts dessen, was aus dem Leitmotiv seines berühmten “Schwanensee” geworden ist, im Grabe umdrehen. Ich hätte auch Lust dazu, aber ich liege noch in keinem Grab. Dem ganzen Song ist etwas geschehen, was bei einem Menschen strafbar wäre, nämlich erst gestohlen und dann auch noch vergewaltigt worden - ein rythmisches Taktgeklopfe drauf, Soundfonts ausm PC drübergeschmiert, und dann von einer halbgaren auf sexy gekochten Göre ohne Talent und Stimme vorgetragen. Ist das die Art wie heutzutage Musik gemacht wird? Ein sexy Bauchnabel und ein bißchen Tralala drüber?
Was ist eigentlich von einer Künstlerin zu erwarten, die sich “Jeanette Biedermann” nennt? Ein Name, dessen beiden Teile zu perfekt zueinander passen wie Zwiebeltürmchen auf einen DDR-Plattenbau. Jean-Jacques Hinkelhuber oder Yvonne Klachlmoser wären ähnliche Beispiele. Gut, sie kann nichts für ihren Namen, aber hätte es nicht ein besser zur Musik passendes Pseudonym gegeben?
Aber eigentlich geht es ja um die Musik, die ist wichtig.
Im Stile von US-Brit - deren deutsches Äquivalent die Jeanette ja sein soll - trällert die Melodie vor sich hin, perfekt gesamplet und aus dem PC wiedergegeben. Eine durchaus eingängige Melodie, die aber etwas abgehackt wirkt - und das liegt an dem monotonen Rythmus, der halt so vor sich hin klopft. Es ist einfach so, dass praktisch der ganze Instrumentalteil des Lieds aus dem Computer kommt. Das muß nicht schlecht sein, aber ich finde, man hört es übertrieben stark heraus. Und insgesamt hat man den Eindruck, dass hier eine an sich schöne Melodie - schließlich ist sie in ihren Harmonien durchaus komplex aufgebaut - gnadenlos in einen biederen (Aha, daher der Name) Technopop-Rythmus hineingezwängt wurde. Schön und harmonisch geht der Refrain ins Ohr, durch mehrere Tonleitern hindurch, und erinnert etwas an östliche Fünftonmusik. Irgendwie klingt es aber, als sollte es besser von einem klassischen Orchestra gespielt werden, und nicht in diesem Aerobicdance-Stil, in dem es keine rechte erste, zweite oder dritte Strophe, keinen Anfang und kein Ende gibt. Aber dazu komme ich noch.
Der große Schwachpunkt insgesamt ist leider die Stimme. Sie erinnert mich etwas an... hm, an Nena, bei der ich auch immer das Gefühl hate, sie hätte Muskelkater im Sprechorgan, oder irgend etwas Unappetitliches im Mund, dass sie sich scheut, artikuliert zu sprechen. Und von einer “Powervoice” zu reden, halte ich auch für unangemessen - zu dünn klingt es, als ob sich eine Schulklasse im Grundschulalter im Solosingen versuchen würde. Vor allem wenn es darum geht, “etwas höher hinauf” zu kommen. Offen gestanden, mit DER Stimme dazu könnte man meinen, es sei das Titellied irgendeiner Kindersendung - Sandmännchen oder sowas.
Das einzig gute ist, wie gesagt, die Melodie.
Und da frage ich mich, wo ich diese eigentlich herkenne.
Zeitsprung.
Wir schreiben das Jahr 1995. In Rußland regiert noch Zar Boris der Betrunkene, und ich sitze im Marinsky-Theater in St. Petersburg in einer der ersten Reihen. Direkt vor mir ist der Orchestergraben, und aus diesem schallt “Will you be there” mit Fagott und Streichern, mit Pauken und Trompeten, von einem Orchester derart kräftig vorgetragen, dass der Boden erzittert. Nur ohne Stimme dazu. Dafür ein Ballettensemble auf der Bühne. Und ein fuchtelnder Dirigent vor meiner Nase.
Ich habe nichts dagegen, dass man Songs, die es längst gibt, noch einmal covert oder etwas Neues daraus strickt. Wenn es so gemacht wird, dass etwas daraus wird. Das hat hier wohl nicht geklappt. Tschaikowsky würde sich angesichts dessen, was aus dem Leitmotiv seines berühmten “Schwanensee” geworden ist, im Grabe umdrehen. Ich hätte auch Lust dazu, aber ich liege noch in keinem Grab. Dem ganzen Song ist etwas geschehen, was bei einem Menschen strafbar wäre, nämlich erst gestohlen und dann auch noch vergewaltigt worden - ein rythmisches Taktgeklopfe drauf, Soundfonts ausm PC drübergeschmiert, und dann von einer halbgaren auf sexy gekochten Göre ohne Talent und Stimme vorgetragen. Ist das die Art wie heutzutage Musik gemacht wird? Ein sexy Bauchnabel und ein bißchen Tralala drüber?
23 Bewertungen, 1 Kommentar
-
06.06.2002, 00:41 Uhr von merkriVKator
Bewertung: sehr hilfreichwirklich amüsant geschrieben :)
Bewerten / Kommentar schreiben