Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Schlumpf-_1

Tamara

Pro:

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Kontra:

Der Mensch als Mensch zählt leider in dieser Gesellschaft immer weniger.

Empfehlung:

Nein

Tamara

Bisher hatte Tamara eigentlich eine unbeschwerte Kindheit und Jugend gehabt. Der Vater ein kleinbäuerlicher Lohnunternehmer hatte es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht. Die Mutter erledigte die Buchhaltungsarbeiten und kümmert sich um den Haushalt und die beiden Töchter.
So langsam begann jedoch die Ehe zu kriseln. Der Vater begann zu trinken und enorme Schulden zu machen. Die Mutter zog mit einem jüngeren Mann zusammen und reichte die Scheidung ein. Ihre 11 Jährige Tochter Senta nahm sie mit. Tamara bleib beim Vater.
Für Tamara die gerade 17 geworden war, war nun die Zeit der unbeschwerten Kindheit und Jugend vorbei. Sie hatte gerade in einem großes Ausflugshotel im Nachbarort ihre Ausbildung zur Köchin begonnen. An ihren wenigen freien Tagen sollte sie die ganzen Haushaltsarbeiten erledigen und auch noch die Buchhaltung für den Vater machen. Das konnte sie niemals schaffen. Der Vater begann sie zu drangsalieren und zu schikanieren.
Sie wandte sich voller Verzweiflung an ihre Mutter. Die Mutter meinte: „Wenn es dir bei deinem Vater nicht gefällt, so suche dir doch ne eigene Wohnung. Zu mir kannst du auf jeden Fall nicht kommen.“
Eine eigene Wohnung konnte sie sich nicht leisten und immer im Hotel bleiben konnte sie auch nicht.
Der Vater begann immer mehr zu trinken. Er war ein psychisches Wrack geworden. Aus einem einst liebvollen Mann ist ein jähzorniger, zynischer Phsychophat geworden. In seinen Rauschzuständen begann er Tamara zu schlagen und zu misshandeln.

Eines Tage schien sich für die Tamara die Chance ihres Lebens zu bieten. Im Hotel lernte sie Jörg kennen. Jörg war Jurastudent. Sein Vater war ein angesehener und sehr erfolgreicher Anwalt. Jörg war der einzige Sohn und der Vater wollte das der Junge in seine Fußstapfen tritt und die Kanzlei weiterführt.
Jörg und Tamara verstanden sich vom ersten Augenblick an prächtig. Jörg war anders als alle anderen . Jörg war etwas besonderes. Er war immer elegant gekleidet und immer charmant und zuvorkommend. Er liebte Gedichte und Poesie. Jörg war richtig romantisch, aber er wusste wie man ein Mädchen ganz geschickt verführt.
Tamara klagte Jörg ihr Leid. Er bot ihr an zu ihm in seine Wohnung zu ziehen. Was Tamara auch tat. Das Glück schien wieder zurückgekehrt zu sein in Tamara´s Leben.

Die folgenden Wochen und Monate waren für Tamara wohl die schönsten ihres Lebens. Sie hatte ihren „Traummann“ gefunden und endlich Ruhe vom jähzornigen Vater. Sie ging richtig euphorisch durch das Leben. Leider war sie auch ein bisschen sehr naiv. Sie bemerkte nicht das Jörg sie schon bald belog und betrog. Für ihn war Tamara nur sein „Bettschatz“. Seine Freunde von der Uni begannen sich Lustig zu machen über sie. Sie versuchten sich immer sie in der Öffentlich bloßzustellen und zu blamieren. Irgendwie bekam das Tamara überhaupt nicht mit. Sie himmelte nur ihren Jörg an und ließ dabei vieles andere außer acht.
Doch eines Tages da gab es ein böses Erwachen für Tamara. Aufgrund von einer gewissen Übelkeit ging sie zum Arzt. Der stellte fest das sie Schwanger ist.
Tamara war voller Freude und erzählte es gleich Jörg. Dieser reagiert so wie sie ihn noch nie erlebt hatte. Aufbrausend und mit Zornesröte im Gesicht schrie er sie an: „ Bist du verrückt ein Kind. Du kleine Schlampe hast nicht aufgepasst oder wolltest vielleicht gar ein Kind von mir? Du hast mein Vertrauen missbraucht. Hau ab und verschwinde“.
Tamara versucht mit Jörg zu diskutieren, aber es hatte keinen Sinn. Er packte sie am Arm zerrte sie vor die Tür und ließ diese krachend ins Schloss fallen. Etwa eine Stunde trommelte Tamara von außen gegen die Tür, weinte, wimmerte und schrie. Doch alles zwecklos Jörg reagiert nicht darauf.

So fuhr sie per Anhalter wieder zurück zum Vater. Die Wohnung glich einer Räuberhöhle. Berge von Geschirr standen in der Küche. Überall war Schmutz und Spinnenweben. Fenster und Türen waren teilweise zerstört. Der Vater lag im Dilerium im Wohnzimmer und dämmerte so vor sich hin. Er bemerkte gar nicht das Tamara zurückgekommen war.
Sie schlich sich leise in ihr Zimmer und warf sich weinend auf ihr Bett.
Am nächsten Morgen stand sie sehr früh auf und fuhr per Anhalter wieder zurück zu Jörg.
An der Tür klingelte sie „Sturm“. Jörg machte sofort auf und bat sie ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa saß der Vater von Jörg. Dieser sagte in einem barschen Ton zu Tamara: „Junge Frau kommen sie her und setzten sie sich. Ich muss mit ihnen Reden“.
Tamara gehorchte und setze sich neben dem wohlbeleibten Mann auf das Sofa. Jörg´s Vater begann fortzufahren: „ Mein Sohn wird in wenigen Jahren einer der angesehensten Anwalteskanzleien in diesem Land übernehmen. Er wird Klienten aus den höchsten Kreisen haben. Die Frau an seine Seite muss auf dem selben Bildungsstand sein wie er. Sie sind das nicht! Ein uneheliches Kind das wäre ein unheimlicher Skandal. Das würde ihm auf Dauer einen großen Imageverlust bringen und seine zukünftige Karriere sehr gefährden.
So mache ich ihnen nun folgendes Angebot. Nächsten Mittwoch werden sie mit meinem Sekretär einen kleinen Ausflug machen. Er bringt sie zu einem Frauenarzt. Dieser wird einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Desweiteren werden sie von mir eine großzügige finanzielle Entschädigung erhalten. Sie werden jeglichen Kontakt zu meinem Sohn einstellen und werden über diese Sache stillschweigen bewahren. Sie haben nun 5 Tage Bedenkzeit. Ich kann ihnen nur raten das Angebot anzunehmen, ansonsten werde ich ihnen das Leben zur Hölle machen“. Tamara stand auf und rannte auf und davon.


Als Tamara wieder auf der Straße war blieb sie irgendwann stehen und weint bitterlich vor sich hin. Sie setzte sich auf den Bordstein und saß lange Zeit regungslos da. Plötzlich stand sie auf und ging weiter. Sie hatte einen einsamen Entschluss gefasst. Sie ging in alle Apotheken der Stadt und kaufte überall eine Packung Schlaftabletten. Sie kaufte noch eine Flasche Orangensaft und ein Taschenmesser. Mit dem Taschenmesser begann sie die Schlaftabletten säuberlich zu kleinern, um sie hernach in den Saft zu geben. Sie ging in den Park setzte sich auf eine Bank und trank ihr Gebräu restlos aus.
Am anderen Morgen fanden zwei Jogger Tamara regungslos auf der Bank. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Vier Tage darauf wurde Tamara beerdigt. Alle waren da: Der Vater, die Mutter und auch Jörg und sein Vater. Vater und Mutter hatten Tränen in den Augen. Beide legen einen großen Kranz nieder. Den größten Kranz legten aber Jörg und sein Vater nieder. An diesem war eine Schleife auf der folgendes geschrieben stand: Zur Ewigen Erinnerung an die größte Liebe meines Lebens, dein dich über alles liebender Jörg.
Ich stand auch dabei und dachte mir: Welch eine Heuchelei!!


Dieser Bericht wurde auch bei Ciao.com von mir veröffentlicht.

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