Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Hoppelherz

Von der kleinen Biene,die so gerne einmal reiten wollte

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Fröhlich summend flog die kleine Biene über die Waldwiese,ein Meer voller bunter Blumen.
Quer über die Wiese führte ein schmaler Wanderpfad.Dort sah die kleine Biene nun ein Mädchen auf einem prächtigen Schimmel entlang reiten.
Die langen,braunen Haare des Mädchens und die weiße Mähne des Pferdes wehten um die Wette.Das Gesicht des Mädchens zeigte ein strahlendes Lächeln.
\"Oh\",dachte das Bienchen verzückt,\"das muss aber schön sein,von einem solch herrlichen Pferd durch die Landschaft getragen zu werden.Das möchte ich auch einmal tun.Ich möchte auch reiten.\"
Schnell flog sie zu der Reiterin herüber.Doch als diese die kleine Imme neben sich bemerkte,bekaam sie ein wütendes Funkeln in den Augen und sie bemerkte schnippisch:\"Ach,hau doch ab,du blödes Vieh!\" Und gleichzeitig schlug sie nach der kleinen Biene.
Die Biene war ganz erschrocken.Das Mädchen wollte ihr wehtun!Nein,da musste sie sich doch wehren!Also so ließ die kleine Biene nun wirklich nicht mit sich umspringen.
Und *pieks* - da hatte sie dem Mädchen auch schon in die Hand gestochen.
O nein,jetzt traten dem Mädchen die Tränen in die Augen.Nun hatte das Bienchen dem Mädchen auch wehgetan,aber das hatte diese ja auch gar nicht anders verdient,oder?
Schnell flog die kleine Biene davon.Aber reiten wollte sie noch immer.
Also flog sie in sicherem Abstand hinter der Reiterin her und schon bald wusste sie,wo sich der Heimatstall des schönen Schimmels befand.
Zufrieden sauste die kleine Biene mit schwirrenden Flügeln zurück zu ihrem Bienenkorb.Gleich morgen früh würde sie losfliegen,um das Pferd zu besuchen.Dann war das garstige Mädchen bestimmt noch nicht am Stall.
Doch als sie den anderen Bienen von ihrem Plan erzählte,von ihrem großen Wunsch,auch einmal zu reiten,wurde sie nur ausgelacht und verspottet:\"Es ist Aufgabe der Fliegen,Pferde zu umlagern,nicht die der Bienen.\" \"Du hast doch gar keine Haare,die wie die des Mädchens im Wind flattern können!\" \"Kümmere dich lieber um deine eigene Arbeit.Der Imker braucht unseren feinen Bienenhonig,um ihn den Leuten verkaufen zu können.\"
Doch die kleine Biene ließ sich nicht von ihrem Traum abbringen:Sie wollte und sie würde reiten!
Am nächsten Morgen machte sie sich sofort auf den Weg zum Pferdestall.
Als sie dort ankam,stand das weiße Pferd bereits friedlich grasend auf der Wiese,die an seinen Stall angrenzte.
Rasch flog die Biene hinüber.Durch ihr Summen war der Schimmel bereits
aufmerksam auf die Biene geworden.Er warf einen kurzen Blick auf seinen Besuch und brummte:\"Och nein,was willst du denn schon wieder?\" \"Du kennst mich?\" \"Ja,oder bist du nicht das freche Vieh,das gestern die Sylvia,meine Reiterin,gestochen hat?\" \"Naja,das stimmt schon\",gab die kleine Biene kleinlaut zu,\"aber wir Bienen stechen nun einmal zu,wenn man nach uns schlägt oder auch,wenn man nur versucht,uns durch Handbewegungen zu verscheuchen.Das reizt uns und dann stechen wir einfach zu.\" \"Ach so,na denn\",meinte der Schimmel,\"und was willst du jetzt hier bei mir?\" \"Ich,ich,äh ich,ich möchte auch einmal auf
dir reiten.\" \"Wie bitte,was willst du?\" Der große Schimmel war sehr erstaunt.
Und das kleine Bienchen wiederholte seinen Wunsch:\"Ich möchte auch einmal reiten.Bitte,erlaube es mir!\" \"Und du wirst mich auch nicht stechen?\" \"Nein,nein,ganz bestimmt nicht!\"versicherte die kleine Biene eifrig. \"Hm,wenn ich es dir auch verbiete,du kannst ja auch so ganz einfach auf meinen Rücken fliegen.\" Das kleine Bienchen war ganz entrüstet:\"Na hör mal,so unhöflich bin ich aber nicht.\" \"Schon gut,schon gut\",meinte das Pferd beschwichtigend,\"also meinetwegen,nimm ruhig Platz.\"
Glücklich setzte sich das Bienchen dicht hinter die Mähne des Schimmels
\"Wir müssen aber auf meiner Wiese bleiben.\" Aber das machte dem kleinen Bienchen natürlich gar nichts aus.Sie war doch so glücklich,endlich reiten zu können!
Da setzte sich der Schimmel auch schon in Bewegung und er wurde schneller und schneller,bis er schließlich kreuz und quer über die große Wiese galoppierte.
Oh nein,wie schnell so ein Pferd doch sein kann!Die arme kleine Biene wurde hin und her geschüttelt,bis ihr schließlich ganz schwindelig wurde.Und was hatte sie für eine Angst,herunterzufallen!Ihr war doch so schrecklich schlecht.Da konnte sie sich bestimmt nicht in der Luft halten,sondern würde hinab ins Gras fallen.Ob es wohl sehr weh tun würde oder ob das Gras sie weich landen ließe?Aber wenn der Schimmel nicht bemerken würde,dass er seinen Passagier verloren hatte und das arme kleine Bienchen schließlich noch zertrampeln würde?Nein,sie wollte nicht von seinen schweren Hufen zerdrückt werden!
\"Stop!Aufhören!Halt an!Ich will hier runter!Jetzt halt doch endlich an!\"
Der Schimmel wurde immer langsamer,bevor er dann endgültig zum Stehen
kam:\"Nanu,kleines Bienchen,du wolltest doch so gern reiten.\" \"Nein,weißt du,das Reiten ist wohl doch nichts für uns Bienen.Ohjeh,bei mir dreht sich jetzt noch alles und du glaubst gar nicht,wie übel mir ist!Da fliege ich doch lieber selbst,als mich von dir umhertragen zu lassen.Aber trotzdem vielen Dank,dass ich es wenigstens einmal versuchen durfte.\"
Schnell verabschiedete sich das kleine Bienchen vom Pferd und flog schnell zu der Blumenwiese,wo sie dem schönen Schimmel das erste Mal begegnet war.
Fortan flog die kleine Biene zwar ständig zwischen ihrem Korb und der
Blumenwiese hin und her;schließlich brauchte der Imker ihren Honig und den ihrer Artgenossen;aber um ein Pferd machte sie stets einen großen Bogen,wenn ihr denn nun einmal eins begegnete.
Denn jedes Mal,wenn sie eines sah,musste sie an ihren eigenen Reitversuch denken,und dabei wurde ihr immer wieder schlecht.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-22 23:30:34 mit dem Titel Der Brief

Der zusammengefaltete Zettel lag vorne auf dem Weg,musste jemandem aus der Tasche gefallen sein.
Ich bückte mich und hob ihn auf.
War es nur ein Einkaufszettel oder ein wichtiges Papier?Vielleicht war irgendwo eine Adresse vermerkt.
Handgeschrieben,ordentlich,mit verschnörkelter Schrift.
Die Tinte war vom Regen verwischt,aber Moment:es war ein herrlich strahlender Sonnentag,waren es Tränen gewesen?
Der Brief schien so privat,aber so liebevoll,so warmherzig,schien voller Gefühle zu stecken.
Ich setzte mich auf die nächste Bank und begann zu lesen.

\"Liebste...
Warum bist du nur gegangen?Warum hat er dich mir genommen?
Du warst alles,und mit dir ist alles von mir gewichen.
Das Leben scheint nicht mehr lebenswert,allein die Sonne schafft es nicht,mich zu erwärmen.Wenn es regnet,die Tropfen perlen an mir ab.
Wenn ich mir beim Kartoffelschälen in die Finger schneide,es tut mir nicht weh.
Alles,was ich noch spüre,ist,wie sehr du mir fehlst!
Für wen soll ich denn jetzt kochen?Wem soll ich denn jetzt das Frühstück ans Bett bringen?
Wer steht an der Tür und begrüßt mich,wenn ich von der Arbeit heimkehre?
Wie soll ich unserer Kleinen denn später das Skat spielen beibringen,wenn wir doch nur zu zweit sind?
Wenn ich die kleine Maus anschaue,sieht sie mich mit deinen Augen an.
Es gibt Tage,da hasse ich sie dafür,dass sie mich immer an dich denken
lässt.Manchmal weine ich bei ihrem Anblick.
Dann steht sie vor mir:\"Papi,warum weinst du denn?\"
Weil ich meine Süßen so sehr liebe.
Es gibt Momente,da fragt sie:\"Wann kommt Mama denn endlich wieder?\"
In diesen Augenblicken hasse ich dich dafür,dass du mit ihm mitgegangen bist.
Ich dachte,er sei so gütig.Hat er dir denn keine Wahl gelassen?
Du wirst uns schließlich nicht so leichtfertig aufgegeben haben!Du wirst doch gewusst haben,wie sehr du uns fehlen wirst!
Es sind nicht nur die Gefühle,es ist auch der Alltag,in dem wir dich so sehr missen!
Ich kann doch gar nicht Kartoffel schälen!Ich weiß nicht,wie die Waschmaschine funktioniert.Ich habe nicht genug Fantasie,um mir Abend für Abend eine neue Gute-Nacht-Geschichte für unsere Kleine auszudenken;selbst zum Vorlesen bin ich zu blöd. \"Mami verliest sich aber nicht so oft wie du,Papi!\"
Und wenn aus der Kleinen eine Große wird?An wen soll sie sich wenden,wenn sie sich das erste Mal verliebt,wenn sie zum ersten Mal ihre Periode bekommt?
Ich weiß doch nicht,was das für eine Frau bedeutet!
Warum musstest du nur gehen?
Ich wünsche mir dich so sehr zurück.
Jedes Mal,wenn es klingelt,eile ich zur Wohnungstür,luge durch den Türspion und bin mir sicher,dass du endlich wieder heimkehrst,und jedes Mal dieselbe Enttäuschung!
Ich weiß,dass mein Verlangen nie erfüllt werden wird,aber es ist so ein
unbändiges Gefühl.
Ich liebe dich so sehr und du ahnst gar nicht,wie sehr es mir fehlt,über deine überall verstreuten Sachen zu stolpern,auch wenn mich deine Unordnung immer so sehr aufgeregt hat.
Manchmal meine ich Schatten zu sehen und denke,du sitzt dort im Schaukelstuhl und liest,aber wenn ich mich dann umdrehe,ist da niemand und der Schatten nur die Staubschicht,die sich über deine Bücher gelegt hat.
Du meine Güte,was tust du denn jetzt nur ohne diese ganzen Schinken?
Ich schaue nun abends nicht mehr fern,ich kucke mir unsere Fotoalben an und habe dein Bild dabei schon den ganzen Tag vor Augen.
Ich habe dir ein Foto von unserer kleinen Familie in die Hand gedrückt,ich hoffe,das ist okay für dich und du bist nicht böse,dass ich dir keines der Bücher mitgegeben habe?
Ich gehe jetzt abends auch viel früher ins Bett,ich schlafe sowieso sehr viel,denn wenn ich von dir träume,dann ist es wie früher,als du noch bei uns warst.
Und wenn dann plötzlich die kleine Maus vor mir steht und mich weckt und ich dann in deine Augen sehe,dann bin ich fast glücklich.
Ich verspreche dir zu tun,was in meiner Macht steht,damit aus unserem Mäuschen auch einmal eine so tolle Frau wie ihre Mutter wird,und meine Liebste,ich weiß,dass es nie eine Frau geben wird,die dich verdrängen könnte.
Du bist mein Leben,auch wenn du nicht mehr bei mir bist.
Ich weiß,du kannst nicht zurück,aber irgendwann,da werde ich zu dir kommen und es wird wie früher sein und dann für ewig!
Ich liebe dich!\"

Ich kehre zurück zu dem Fleck,an dem ich den Brief aufgehoben habe.
Er war niemandem aus der Tasche gefallen,er ist bloß vom Grab geweht worden.
Als ich ihn an den Grabstein anlehne,fängt der Himmel an zu weinen und als ich in die Wolken schaue,bin ich mir sicher,dass sie mitgelesen hat.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-27 02:58:07 mit dem Titel Eine wahre Geschichte - man nannte sie auch "Liebeserklärung"

Nach dem Abendbrot hatte sie sich an den PC gesetzt;just hatte sie ihn
heruntergefahren.
Der Blick auf die Wanduhr verriet ihr:halb vier morgens.
Sie hatte sieben Stunden vor dem Bildschirm zugebracht?!
Sie hatte gechattet,mit ihm;die ganze Zeit.
Und jedes Mal,wenn es hieß \"o-oh\",hatte sie sich gefreut,wie ein Kleinkind,das die \"Teletubbies\" schaut,ebenso wie ihr Herz immer
dann einen Hüpfer gemacht hatte,wenn sein nick am unteren Bildschirmrand aufblinkte.
Sie hatte einen langen Tag gehabt,war eigentlich todmüde gewesen;nur noch ein kurzer Blick:wer hat gemailt,wer ist online?
Aber wie hätte sie denn ins Bett gehen sollen,wenn er online war?

Rückblick

Sie hatte den Internetanschluss gerade erst erhalten und eine Freundin hatte ihr diesen Chat empfohlen und ihr seine Funktionsweise
erklärt.
Seitdem verbrachte sie Tage und Nächte dort,unterhielt sich mit Menschen von überall!
Sie fand es spannend,all diese Leute kennenzulernen,die zum Teil nicht mehr gemeinsam hatten,als dass sie dort im selben Chat verkehrten.
Besonders aufregend wurde es,als sie einen jungen Mann kennenlernte,der nur drei Orte weiter wohnte.
Schnell schien klar:das ist die große Liebe!
Doch ebenso rasch stellte sich heraus;sein Leben bestand nur aus Lügen,ebenso wie die Liebe nur gespielt war.
Doch dann kam er!
Er,der sie an beiden Händen nahm,und sie aus dem tiefen Loch,indem sie festsaß,wieder an die Oberfläche zog und festhielt,dass sie nicht wieder niederstürzen konnte.
Er,der sich vor sie stellte,um ihren Gegnern zuerst entgegentreten zu können!
Er,der sich hinter sie stellte,damit man ihr kein Messer in den Rücken rammen konnte!
Er,der neben ihr ging,um an ihrer Seite zukämpfen!
Sie wusste,sie liebt ihn,und doch war er nur ein großer Bruder.
Denn wie hätte sie in ihrer Situation;die Scherben ihrer Beziehung vor ihren Füßen,keinen Boden mehr unter den Füßen;denn noch an die wahre Liebe glauben können?
Sie glaubte nicht mehr an die bedingungslose Liebe zwischen Mann und Frau,die einfach so da ist,und kurz bevor er ihr das Gegenteil beweisen konnte,wandte sie sich ab und entschied sich für den dritten Mann.
Er bedeutete ihr nicht wirklich viel,aber so konnte er ihr wenigstens auch nicht wehtun.
Diese Liason ging ebenfalls wieder zu Ende.
Es wäre seine Chance gewesen.
Es war seine Chance.Aber sie hat sie ihm genommen.
Ihre Odyssee war schon fast vorbei;da ließ sie sich wieder auf ein Abenteuer ein.Es war nur eine Nacht.Die teuerste ihres Lebens.
Denn so verlor sie ihn,und er war das Kostbarste,was sie hatte.
Nein,er und sie waren noch gar nicht zusammengewesen,aber ihre Herzen waren trotzdem unzertrennbar verbunden gewesen.
Sie hatte nun zur Axt gegriffen und dieses Band durchgehackt.
Warum?
Sie weiß es bis heute nicht...
Einige Zeit verstrich,die Wunden verheilten.
Sie redeten wieder unbefangen miteinander,sie konnten aneinander alles
anvertrauen,aber über ihre Gefühle füreinander,da redeten sie nie mehr.
Sie hatte ihr Herz inzwischen ein weiteres Mal neuverbunden,aber sie wusste:es gibt eine Kraft,stärker als sie,die sie an ihn gekettet hat.
Die alten Gefühle keimten wieder in ihr auf und als sie anfingen,Wurzeln zu schlagen,griff sie erneut zum Beil und schlug die
Bande zwischen dem anderen und ihr durch.
Aber was ist mit ihm?
Er lässt die Blumen in ihrem Herzen blühen,aber ist er auch bereit,gemeinsam mit ihr einen Rosengarten zu bewirtschaften?
Sie kennt ihn nun schon so lange,weiß sovieles über ihn,aber ob er einen grünen Daumen hat,das kann sie nicht sagen.
Sie fragt ihn nicht danach.
Zu groß die Angst,wieder enttäuscht und verletzt zu werden.
Sie will ihn nicht noch einmal verlieren.
Und wenn die Liebe dann scheitert,ist dann die Freundschaft nicht auch am Ende?
Außerdem:Er wohnt nicht nur drei Städte weiter,sondern zwischen ihnen liegen zwei ganze Bundesländer!Wie kann eine Liebe da überhaupt funktionieren?
Zudem,sie hat ihn ja noch nicht einmal irgendwann persönlich getroffen;sie fühlt,dass er ES ist,aber haben ihre Emotionen sie
nicht schon so oft getrogen?
Und sie hat so viele Fehler gemacht,wie zum Beispiel damals,als sie zu ihm meinte,vielleicht würden sie sich im realen Leben doch gar nicht mögen?
Nun muss er schließlich Angst vor einem Treffen haben;Angst,dass sie enttäuscht von ihm sein könnte.
Aber sie ist doch viel zu sehr geblendet von ihm,als dass sie fähig wäre,auch nur den kleinsten Schatten zu entdecken!
Sie wünscht sich nichts so sehr,als von ihm diese Chance zu bekommen,die sie ihm damals mit ihrem One-Night-Stand genommen hat.
Aber wie kann sie nur auf eine neue Chance hoffen,nachdem sie soviel falsch gemacht hat?
Sie traut sich auch nicht,ihrem Wunsch nach einer weiteren Chance;und diese Chance würde sie nutzen!;Ausdruck zu verleihen.
Manchmal ist es eben auch mit ihrerSchlagfertigkeit nicht weit her.
Denn wenn es wie mit einer Sternschnuppe ist:spricht man seinen Wunsch
öffentlich aus,wird er nie erfüllt?
Und sie weiß:Er muss von den Sternen gesandtworden sein!

So,sie hat inzwischen mit ihrem besten Freund telefoniert.
Der hat ihr Mut gemacht:auch wenn er ihr um ein Vielfaches an Körperkraft überlegen ist;so kann sie sich doch trotzdem getrost trauen,ihm offen entgegenzutreten.
Aber weil sie manchmal eben auch ein bisschen schüchtern ist und es nicht wagt,sich ihm direkt mitzuteilen,und auch nicht so
recht weiß,wie sie sich am besten ausdrücken soll,entscheidet sie sich eine kleine Geschichte über ihn und sich zu schreiben und diese online zu stellen.
Denn hat im Internet nicht auch alles begonnen?
Und sie hofft,dass die nächste Welle ihn direkt zu ihrem Beitrag surfen lässt,auf dass er erkennt,dass sie es wirklich ernst meint,wenn sie sagt:\"Lieb dich!\",und dass es nicht bloß eine reine Floskel ist,denn auch wenn sie dabei grinst:sie kann es nun einmal nicht besser!

Vorschau

Tja,leider muss die Geschichte offen enden;denn den Ausgang,den bestimmt er! ;-)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-23 23:25:09 mit dem Titel Reflektionen

Sie saß auf der breiten Fensterbank in der Küche,an den Fensterrahmen angelehnt.
Der Kakao in ihrer Hand dampfte noch,sie schaute hinaus in das diesige
Herbstwetter.
Ihre Wohnung lag im 6.Stock,höher wohnte in dieser kleinen Stadt niemand,und so schien ihr die Welt zu Füßen zu liegen.
Sie hätte gerne einen Spaziergang unternommen,aber bei dem Sturm und dem Regen?
Und so hockte sie am Küchenfenster und ließ die jüngste Vergangenheit Revue passieren.
Sicher,er und sie hatten eine tolle Zeit,aber Spaß ist nicht alles,was
zählt.Klar,sie liebten sich,aber wo waren ihre Freunde geblieben?
Wann hatte sie zuletzt alleine mit Bekannten was unternommen,wann hatte sie das letzte Mal ausgiebig mit ihrer besten Freundin gequatscht?
Sie schaute nach unten auf die Straße.Einige ganz Mutige hatten sich doch noch hinausgewagt und kämpften nun mit ihren Regenschirmen.
Diese Menschen waren der Beweis:es gab nicht nur ihn und sie auf der Welt!
Sie musste lachen,als der Schirm einer alten Frau,der mindestens dreimal so groß war wie seine Besitzerin,ihr aus den Händen glitt,obschon sie den Griff mit beiden Händen fest umklammert gehalten hatte,und vor ihrem Fenster vorbeiflog.
Manche Dinge kann man einfach nicht bei sich behalten.
Aber ihre Freunde,die musste sie doch behalten.
Er und sie konnten sich doch nicht aus allem ausschließen.
Sie braucht Kommunikation,mit vielen Menschen,nicht nur mit einem.
Natürlich,er hat sie beschützt und umsorgt,ihr konnte nichts passieren,aber wer sich die ganze Zeit in größtmöglicher Sicherheit befindet,glaubt schließlich wirklich in Gefahr zu sein.
Es war der goldene Käfig,das Gold war schön,aber das Eingesperrtsein wiegte schwerer.
Sie ist wie ein Schmetterling;sie muss fliegen,um die Süße des Lebens auskosten zu können.
Sie weiß noch nicht,ob sie ein Tag- oder ein Nachtfalter ist.Sie mag die Abwechslung.
Die Situation war festgefahren.
Sie war von ihren Eltern zur Eigenständigkeit erzogen worden,und doch fühlte sie sich nun fremdbestimmt.
Sie möchte ihr Leben gerne einmal mit jemandem teilen,aber sie will nicht ein Leben mit ihm leben.
Ergänzung,ohne abhängig voneinander zu sein.
Ihr Leben soll aus vielen Aspekten bestehen,sich nicht nur um das eine Thema,den einen Menschen,drehen.Sie will auch nicht der einzige Lebensinhalt eines anderen sein.
Denn das Leben ist endlich,und wenn sie für ihn das Leben ist,was ist,wenn die Liebe endet?
Das Leben geht doch trotzdem weiter.
Was schert es das eigene Dasein,wer noch da ist?
Ihr Leben gehört doch ihr,sie ist von ihrem Leben abhängig;wenn ihr Herz aussetzt ist es vorbei.
Aber er atmet doch nicht mit ihrer Lunge!
Er ist nie von ihrer Seite gewichen,aber manche Wege sind so schmal,dass man sie alleine beschreiten muss.
Natürlich,es war nicht so,dass immer die Sonne geschienen hätte,dass es keine Probleme gab,aber wenn es regnete,er spannte immer einen Schirm über sie aus.
Bis sie merkte,dass sie auch einmal wieder im Regen tanzen wollte.
Und so geht sie auch jetzt nach den draußen,ohne Jacke;sie will ja nicht lange draußen bleiben,nur wieder wissen,wie es sich anfühlt;ohne Schirm,der doch gleich wegfliegen würde und sie will nass werden,und sie findet es toll.
Denn sie weiß,dass der Regen aufhören wird,dass die Sonne wieder hervorkommen wird,dass die Tropfen auf ihrer Haut trocknen,auch ohne dass sie etwas dazu tun muss.
Ist das nicht einfach nur der natürliche Lauf der Dinge?
Die Zeit ist unterteilt in Vergangenheit,Gegenwart und Zukunft.
Das alles,es war damals ihre Gegenwart,jetzt ist es die Vergangenheit,heute lebt sie in der Zukunft.
Niemand kann sich vor der Tatsache verschließen,dass es plötzlich Dinge nicht mehr gibt,die in der Vergangenheit dagewesen sind und dass die Gegenwart nun auch auf einmal vorbeigegangen ist.
Die Zeit bleibt nicht stehen.Das Geschehen somit auch nicht,denn wir sind alle abhängig von der Zeit.
Er und sie,du und ich,wir alle.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-16 20:29:46 mit dem Titel Die Nacht des blauen Wunders

Die Nacht des blauen Wunders
Martin, mein bester Freund, hatte zu einer kleinen Party bei sich daheim geladen.
Die Gästeliste bestand hauptsächlich aus seinen Arbeitskollegen, die sich zu einer Clique zusammengefunden hatten, die auch einen Großteil ihrer Freizeit miteinander verbrachten.
Es waren nicht viele Frauen anwesend und die, die da waren, drängten ihre Freunde nachts um zwei, doch alsbald nach Hause zu gehen.
So kam es, dass ich um drei Uhr die einzige Frau zwischen den sechs noch übriggebliebenen Männern war.
Ich hatte zuvor schon die meiste Zeit mit Alex und Dominik verbracht, die ich übrigens bis dahin noch gar nicht gekannt hatte, die sich meiner aber gerne angenommen hatten. (Kein Wunder, betrug das Männer-Frauen-Verhältnis an diesem Abend doch 20:4, und ich war das einzige weibliche Wesen ohne männliche Begleitung.)
Sie hatten mir beigebracht, original russischen selbstgebrannten Wodka auf Ex wegzukippen und Tequila \"richtig\" zu trinken, von wegen Salz und Zitrone.
Wodka kannte ich bis dahin nur als Mischung mit Lemon oder O-Saft, Tequila hatte ich noch nie getrunken, Alex und Dominik wahren verglichen mit mir zartem Blütenblatt wahre Bäume von Männern, kurzum: ich hätte es besser wissen müssen.
Aber nein; ich habe auch noch ein Wetttrinken mit den beiden veranstaltet.
Wodka, Tequila, Bacardi und Rum (trinke ich eigentlich beides auch nur
gemischt)... - alles pur und nacheinander weg.
Es ging mir gut, es ging mir wirklich gut.
Bis Martin mich plötzlich hochzog: \"Komm, tanz ne Runde mit mir!\"
Ich stand auf und plötzlich drehte sich die Welt.
Ich stolperte nach draußen und versah die Rosen von Martins Mutter erst einmal mit einem hochprozentigen Dünger.
Dann ein zweites Mal, und weil aller guten Dinge drei sind, bekamen die Dahlien auch noch etwas ab.
Da lag ich dann mehr tot als lebendig im Vorgarten und wollte nur noch schlafen, als Alex plötzlich neben mir hockte und seine Hand vor meinem Gesicht ausstreckte.
Als ich wieder einigermaßen klar sehen konnte, sah ich, dass eine kleine blaue Pille darin lag (ich meine zumindest, sie sei blau gewesen): \"Hier, nimm das!
Dann geht\'s dir gleich besser. Ist gut gegen die Kopfschmerzen.\" Ich schaute ihn fragend an. In meinem Kopf rauschte es, ich hörte kaum mehr, was er sagte, aber ich hörte, dass die Worte \"Aspirin\" und \"noch besser\" fielen.
Und da griff ich zu.
Im Nu war ich wieder hellwach und nüchtern. Erst, als wir wieder zu den anderen gingen, und Dominik mir plötzlich zuraunte: \"Willkommen in der Wunderwelt des LSD!\", da wusste ich Bescheid.
Und als hätte er mich daraufhin konditioniert, war, kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen, alles bunt.
Vor meinen Augen kringelten sich Linien, schlugen Blitze ein, bauten sich Quadrate zu Pyramiden auf.
Es war, als hätte man mich direkt in eines dieser Op-Art-Bilder aus den 60ern hineinkatapultiert.
Es war bunt, es war schillernd, es war geil.
Zumindest für eine gewisse Zeit.
Plötzlich war es wieder anders.
Ich war das Bild, und in der Ferne sah ich die anderen, die mein Gemälde betrachten zu schienen.
Ich wollte aus dem Rahmen hinausklettern, zu den anderen, aber die Farben blieben immer direkt vor mir und bildeten so eine grelle Trennlinie.
Auf einmal fühlte ich mich so schrecklich alleine und *wusch*, saß ich, hatte ich grade doch noch wie eine Irre getanzt, heulend in der Ecke und zitterte am ganzen Körper.
Scheiße, war das plötzlich kalt!
Ich hörte Martin aus der Ferne schreien: \"Scheiße, was habt ihr ihr gegeben?\" und spürte, wie er mir ein Glas an die Lippen setzte: \"Süße, trink das! Du bist doch schon total ausgetrocknet.\"
Ich hatte keinen Durst, aber noch weniger hatte ich Kraft, mich ihm widersetzen zu können.
Im nächsten Moment hatte er um seine Arme um mich gelegt und rieb mir über meine Arme und Schultern. \"Mensch Mädchen, du klapperst ja schon mit den Zähnen!\"
Er hob mich auf, trug mich ins Bad und ließ heißes Wasser in die Wanne.
Schon saß ich im warmen Schaumbad.
Wie ich aus meinen Klamotten gekommen bin? Keine Ahnung. Ich vermute, er hat sie mir ausgezogen. Aber ich erinnere mich nicht daran. Vielleicht habe ich das auch selbst erledigt.
Martin beugte sich zu mir hinunter und im gleichen Augenblick war ich davon überzeugt, dass er meinen Kopf nun solange unter Wasser drückte, bis ich ertrunken sein würde.
Ich fing an zu schreien, das er weggehen solle. Er meinte aber, er könne mich nicht alleine lassen, nicht in diesem Zustand.
\"Süße, du musst doch keine Angst vor mir haben; das weißt du doch!\"
Ich wusste gar nichts mehr. Ich blieb unruhig.
Und im Nu hatte er sein Shirt über den Kopf gezogen, die Hose heruntergestreift und saß hinter mir, die Arme fest um mich gelegt und redete mir sanft zu: \"Komm Kleines, entspann dich! Ganz ruhig! Schließ die Augen; du vertraust mir doch, oder?\"
Plötzlich war er wieder mein bester Freund und seine Stimme hatte ihren alten beruhigenden Klang.
Ich lehnte meinen Kopf zurück an seine Schulter und ich glaube, wir saßen bestimmt zwei Stunden dort zusammen, ohne auch nur ein Wort miteinander zu wechseln.
Mag sein, dass ich auch eingeschlafen bin.
Am nächsten Morgen wachte ich neben ihm in seinem Bett auf. Wir waren beide immer noch splitterfasernackt.
Ich erinnerte mich, dass wir in der Nacht noch ziemlich wilden Sex miteinander gehabt hatten, aber alles war so schwammig. In meinem Kopf hämmerte es immer noch.
Martin war bereits wach und als er bemerkte, dass auch ich nicht länger am Schlafen war, richtete er sich auf, stütze sich auf den Armen ab, kuckte mich an und meinte mit einem breiten Grinsen: \"Oh Mann, das war mal wieder ne aufregende Nacht, was?\"
Ich hätte kotzen können...

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tratschonkelchen

    06.09.2008, 01:50 Uhr von Tratschonkelchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Raphael