Erfahrungsbericht von trenker26
Gangsta´s Paradise
Pro:
Eine schöne Erinnerung
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Servus Leute!
Ich hatte mal zwei Freunde. Besser gesagt, ich habe sie immer noch. Nur leben wir etwas weiter auseinander. Der eine lebt immer noch im tiefsten Oberbayern, der andere im fernen Australien. Der ist dort mit einer Südkoreanerin verheiratet. In seiner Ehe hatte er bisher nur einmal Probleme mit seiner Frau. Das war während der Fußball- WM, als Deutschland gegen Südkorea gespielt hat.
Aber das nur so am Rande.
Als wir noch gemeinsam in unserer Heimat waren, fern von jeden Abwanderungsgedanken, beschlossen die beiden eine Sauftour zu machen. Ich wurde dabei vergessen oder ich hatte keine Lust. So genau weiß ich das nicht mehr. Die beiden gingen also von Kneipe zu Kneipe und irgendwann in den frühen Morgenstunden fiel ihnen dann doch wieder ein, mal nach Hause zu gehen. Nur war die Heimat so rund 25 Kilometer entfernt. Sie marschierten oder wackelten also los und wurden nach ein paar Metern plötzlich furchtbar müde. So kam es, daß sie sich am nächsten Waldrand niederlegten und kurz danach tief und fest einschliefen.
Einige Stunden später wurden sie mit lauten Gebrüll jäh aus ihren Träumen gerissen. Als sie es endlich fertiggebracht haben, die Augen zu öffnen, blickten beide in den Lauf von Pistolen und Gewehren. Ein Sondereinsatzkomamando der Polizei war mit allen was dazugehört angerückt, um die beiden festzunehmen. Mindestens 20 Polizisten mit schußsicheren Westen standen da, jederzeit bereit, von ihren Waffen gebrauch zu machen.
Was war passiert?
Zur gleichen Zeit waren zwei Schwerverbrecher aus den Knast ausgebrochen, die sich angeblich nun in unserer Gegend aufhalten sollen. Dann gibt es auch noch in der heutigen Zeit, gesetzestreue und brave Bürger. Einer davon meldete der Polizei, daß sich dort am Waldrand zwei „Dunkle Gestalten“ herumtreiben. Das müssen die Verbrecher sein.
Das Mißverständnis war schnell aufgeklärt. Genau so schnell wie die Polizei gekommen war, sind sie auch wieder verschwunden.
Zurück blieben zwei Typen, die sich nicht so richtig darüber im klaren waren, ob sie nun noch besoffen sind oder nicht.
Woher ich das weiß? Voller stolz erzählten sie jeden im Dorf, was ihnen passiert ist. So kann man sich auch zum Gespött der Leute machen
MFG Werner
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-31 14:03:02 mit dem Titel Zwei Chaoten und ein Penner
Servus Leute!
Ich möchte Euch heute eine kleine Geschichte aus meiner glorreichen Vergangenheit erzählen.
Wir schreiben das Jahr 1993 und ich war 17 Jahre alt. Ich erkläre hiermit diese Zeit meines Lebens als die verrückteste in meinen Leben. Ausgesehen habe ich wie so ein langhaariger Bombenleger und auch meine innere Einstellung zum Leben ist aus heutiger Zeit nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Außerdem hatte ich einen guten Freund, der mit Leib und Seele Punker war. Ich glaube, zu diesen Zeitpunkt hatte er gerade rote Haare. Ein FC Bayern- Fan und ein 60 er Fan die besten Freunde! Ich glaube, das war damals etwas einmaliges in der Bayrischen Menschheitsgeschichte.
Wir steckten gerade mitten in unserer Ausbildung und lernten beide in der gleichen Firma. Und einmal im Monat hatten wir für eine Woche Berufsschule in München. Und von so einen Tag in München handelt meine heutige Geschichte.
Es war Freitag und die Schule war zu Ende. Wir machten uns also auf den Weg zum Münchner Hauptbahnhof. Dort angekommen mußten wir feststellen, daß unser Zug bereits ohne uns auf den Weg in die Heimat war. Das bedeutete, daß wir nun fast eine Stunde Wartezeit hatten. Da wir aber sehr flexibel waren, beschlossen wir uns die Zeit mit ein paar Bierchen zu vertreiben. Am nächsten Kiosk deckten wir uns ein und setzten uns auf eine Treppe, die zugleich auch der letzte Aufgang zu den Zügen war.
Da saßen wir nun, und dachten laut darüber nach, wie viel halbe Bier wir und dieses Wochenende wohl genehmigen werden. Plötzlich wurde ich von der Seite angemacht. Als ich meinen Kopf nach links schwenkte, erblickte ich direkt neben mir einen Penner. Wie ist denn der dahingekommen? Vorher hatte ich den nicht gesehen. Und auch nicht gerochen! Vertrauenserweckend sah er nicht gerade aus. Total verdreckt, zottelige Haare, zerrissene Kleidung und völlig besoffen.
Jedenfalls fragte er mich nach einer Zigarette. Ich gab ihm eine, doch in seinen Zustand hatte er sie auch gleich abgebrochen. Ich gab ihm eine weitere und er bedankte sich mit unverständlichen Lauten. Da saßen wir nun nebeneinander am Aufgang dieser Treppe und rauchten und sauften: Mein Kumpel, der Punker, ich, der langhaarige Bombenleger und unser neuer Freund, der Vollzeitalkoholiker.
Welchen Eindruck wir damit bei den Leuten machten, kann man sich vorstellen. Dies war uns aber zu diesen Zeitpunkt eigentlich gar nicht so richtig bewußt. Ich wunderte mich nur über die meisten Menschen, die mit kopfschütteln und sonstigen negativen Reaktionen an uns vorbeigingen.
Doch dann passierte etwas, was uns schlagartig über unseren Zustand klarwerden ließ. Plötzlich tauchte ein Mann im schönsten Anzug auf, den ich bis dahin gesehen habe. Er fragte uns, ob wir einen Job brauchen. Einen Job? Was denn für einen Job? Und außerdem, was soll überhaupt diese Frage? Er meinte, er hätte für uns einen Job im Außendienst. Dazu gab er uns seine Visitenkarte und meinte, wir können einfach anrufen, falls wir Interesse hätten. Bevor wir noch was sagen konnten, verschwand dieser Herr wieder spurlos.
Ein Job im Außendienst? Muß ja wirklich seriös sein. Man stelle sich vor, zwei so Typen wie wir beide, kommen zu Euch nach Hause, und wollen Euch zum Beispiel eine Lebensversicherung verkaufen. Tolle Vorstellung, oder?
Jedenfalls auf der Zugfahrt nach Hause amüsierten wir uns köstlich über das Erlebte. Auch heute noch, falls wir uns treffen, finden wir es urkomisch, was uns alles so wiederfahren ist in dieser Zeit.
Übrigens: Dieser Punker von damals ist heute ein braver Familienvater. Er ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Tja, die Zeiten ändern sich! Oder sind es die Leute, die sich ändern?
MFG Werner
Ich hatte mal zwei Freunde. Besser gesagt, ich habe sie immer noch. Nur leben wir etwas weiter auseinander. Der eine lebt immer noch im tiefsten Oberbayern, der andere im fernen Australien. Der ist dort mit einer Südkoreanerin verheiratet. In seiner Ehe hatte er bisher nur einmal Probleme mit seiner Frau. Das war während der Fußball- WM, als Deutschland gegen Südkorea gespielt hat.
Aber das nur so am Rande.
Als wir noch gemeinsam in unserer Heimat waren, fern von jeden Abwanderungsgedanken, beschlossen die beiden eine Sauftour zu machen. Ich wurde dabei vergessen oder ich hatte keine Lust. So genau weiß ich das nicht mehr. Die beiden gingen also von Kneipe zu Kneipe und irgendwann in den frühen Morgenstunden fiel ihnen dann doch wieder ein, mal nach Hause zu gehen. Nur war die Heimat so rund 25 Kilometer entfernt. Sie marschierten oder wackelten also los und wurden nach ein paar Metern plötzlich furchtbar müde. So kam es, daß sie sich am nächsten Waldrand niederlegten und kurz danach tief und fest einschliefen.
Einige Stunden später wurden sie mit lauten Gebrüll jäh aus ihren Träumen gerissen. Als sie es endlich fertiggebracht haben, die Augen zu öffnen, blickten beide in den Lauf von Pistolen und Gewehren. Ein Sondereinsatzkomamando der Polizei war mit allen was dazugehört angerückt, um die beiden festzunehmen. Mindestens 20 Polizisten mit schußsicheren Westen standen da, jederzeit bereit, von ihren Waffen gebrauch zu machen.
Was war passiert?
Zur gleichen Zeit waren zwei Schwerverbrecher aus den Knast ausgebrochen, die sich angeblich nun in unserer Gegend aufhalten sollen. Dann gibt es auch noch in der heutigen Zeit, gesetzestreue und brave Bürger. Einer davon meldete der Polizei, daß sich dort am Waldrand zwei „Dunkle Gestalten“ herumtreiben. Das müssen die Verbrecher sein.
Das Mißverständnis war schnell aufgeklärt. Genau so schnell wie die Polizei gekommen war, sind sie auch wieder verschwunden.
Zurück blieben zwei Typen, die sich nicht so richtig darüber im klaren waren, ob sie nun noch besoffen sind oder nicht.
Woher ich das weiß? Voller stolz erzählten sie jeden im Dorf, was ihnen passiert ist. So kann man sich auch zum Gespött der Leute machen
MFG Werner
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-31 14:03:02 mit dem Titel Zwei Chaoten und ein Penner
Servus Leute!
Ich möchte Euch heute eine kleine Geschichte aus meiner glorreichen Vergangenheit erzählen.
Wir schreiben das Jahr 1993 und ich war 17 Jahre alt. Ich erkläre hiermit diese Zeit meines Lebens als die verrückteste in meinen Leben. Ausgesehen habe ich wie so ein langhaariger Bombenleger und auch meine innere Einstellung zum Leben ist aus heutiger Zeit nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Außerdem hatte ich einen guten Freund, der mit Leib und Seele Punker war. Ich glaube, zu diesen Zeitpunkt hatte er gerade rote Haare. Ein FC Bayern- Fan und ein 60 er Fan die besten Freunde! Ich glaube, das war damals etwas einmaliges in der Bayrischen Menschheitsgeschichte.
Wir steckten gerade mitten in unserer Ausbildung und lernten beide in der gleichen Firma. Und einmal im Monat hatten wir für eine Woche Berufsschule in München. Und von so einen Tag in München handelt meine heutige Geschichte.
Es war Freitag und die Schule war zu Ende. Wir machten uns also auf den Weg zum Münchner Hauptbahnhof. Dort angekommen mußten wir feststellen, daß unser Zug bereits ohne uns auf den Weg in die Heimat war. Das bedeutete, daß wir nun fast eine Stunde Wartezeit hatten. Da wir aber sehr flexibel waren, beschlossen wir uns die Zeit mit ein paar Bierchen zu vertreiben. Am nächsten Kiosk deckten wir uns ein und setzten uns auf eine Treppe, die zugleich auch der letzte Aufgang zu den Zügen war.
Da saßen wir nun, und dachten laut darüber nach, wie viel halbe Bier wir und dieses Wochenende wohl genehmigen werden. Plötzlich wurde ich von der Seite angemacht. Als ich meinen Kopf nach links schwenkte, erblickte ich direkt neben mir einen Penner. Wie ist denn der dahingekommen? Vorher hatte ich den nicht gesehen. Und auch nicht gerochen! Vertrauenserweckend sah er nicht gerade aus. Total verdreckt, zottelige Haare, zerrissene Kleidung und völlig besoffen.
Jedenfalls fragte er mich nach einer Zigarette. Ich gab ihm eine, doch in seinen Zustand hatte er sie auch gleich abgebrochen. Ich gab ihm eine weitere und er bedankte sich mit unverständlichen Lauten. Da saßen wir nun nebeneinander am Aufgang dieser Treppe und rauchten und sauften: Mein Kumpel, der Punker, ich, der langhaarige Bombenleger und unser neuer Freund, der Vollzeitalkoholiker.
Welchen Eindruck wir damit bei den Leuten machten, kann man sich vorstellen. Dies war uns aber zu diesen Zeitpunkt eigentlich gar nicht so richtig bewußt. Ich wunderte mich nur über die meisten Menschen, die mit kopfschütteln und sonstigen negativen Reaktionen an uns vorbeigingen.
Doch dann passierte etwas, was uns schlagartig über unseren Zustand klarwerden ließ. Plötzlich tauchte ein Mann im schönsten Anzug auf, den ich bis dahin gesehen habe. Er fragte uns, ob wir einen Job brauchen. Einen Job? Was denn für einen Job? Und außerdem, was soll überhaupt diese Frage? Er meinte, er hätte für uns einen Job im Außendienst. Dazu gab er uns seine Visitenkarte und meinte, wir können einfach anrufen, falls wir Interesse hätten. Bevor wir noch was sagen konnten, verschwand dieser Herr wieder spurlos.
Ein Job im Außendienst? Muß ja wirklich seriös sein. Man stelle sich vor, zwei so Typen wie wir beide, kommen zu Euch nach Hause, und wollen Euch zum Beispiel eine Lebensversicherung verkaufen. Tolle Vorstellung, oder?
Jedenfalls auf der Zugfahrt nach Hause amüsierten wir uns köstlich über das Erlebte. Auch heute noch, falls wir uns treffen, finden wir es urkomisch, was uns alles so wiederfahren ist in dieser Zeit.
Übrigens: Dieser Punker von damals ist heute ein braver Familienvater. Er ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Tja, die Zeiten ändern sich! Oder sind es die Leute, die sich ändern?
MFG Werner
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