Erfahrungsbericht von Annna13
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Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Immer noch fühle ich mich in einer Lehranstalt, besonders aber in einer Schule ... (fast) wie zu Hause;-). Humor ist Humor, und in jedem Scherz stimmt mindestens die Hälfte, das hat also seine Gründe: Meine Mutter war 37 Jahre Grundschullehrerin, und ich durfte, nein, ich sollte, in die Schule gehen, nein, mit der Straßenbahn fahren (in einer Zeit, als es eine äusserste Rarität war, dass ein Kind nicht die am nächsten liegende Schule besucht...), in der sie, Genossin Georgieva, ihre ganze Lehrerinlaufbahn lang Generationen von Kindern nicht nur das Lesen und Schreiben beigebracht hat. Das ist für mich, später aber auch für meinen jüngeren Bruder, lebenslänglich zu einem Verhängnis geworden;-( Warum das? Ganz einfach: Um nur beim Thema zu bleiben – ich habe es nie gelernt, mal abzuschreiben oder vorzusagen, also eine „normale“ Persönlichkeitsentwicklung anzugehen. Als ich es dann in der 10. Klasse des Gymnasiums, des einzigen deutschsprachigen Gymnasiums in Sofia, also einer der wenigen „Eliteschulen“, doch wagte und bei einer Zwischenschulolympiade in Chemie die gelöste Aufgabe dem künftigen Presseattaché Bulgariens in Bonn u. Belgrad aus meiner Klasse zukommen ließ, wurde ich, OK, wie beide, selbstverständlich erwischt. Zettel gefunden, Kugelschreiberfarbe und Schriften verglichen...Am nächsten Tag war die Tatsache in der Schule bekannt und der Mathelehrer, der Klassenlehrer der Konkurenzklasse A, höhnte gleich in den ersten Minuten seiner Stunde, dass in der Klasse B „türkische Sitten“ herrschen – Mädchen wischen die Tafel ab, sagen auch den Jungs tüchtig vor...Auch ganz selbstverständlich bekamen wir beide um zwei Punkte niedrigere Noten für Benehmen für das nächste Halbjahr oder so...Welche Schande für die Tochter einer Lehrerin!
Es fiel mir also auch schwer, mich in Klassen oder Gruppen wie die anderen zu benehmen, also „Kollektivbewusstsein“ in der Tat umzusetzen...Nur verpetzt habe ich nie;-) Und galt, naja, als „Streberin“ und „paukte“ in allen Fächern.
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich habe mich im Unterricht, ob in der Schule oder an der Uni, nie gelangtweilt. Ausser dem Beistand meiner Mitschüler, die innovativer, da unbelastet, waren und immer mit einem Vorschlag kamen, habe ich wohl wider Erwarten auch eigene Methoden entwickelt.
- Dem Unterricht folgen, mitdenken, sich konzentrieren ist wohl klassisch und zu seeehr geradlinig. Den Unterricht mitgestalten, eigene Beitröge geben. Geht leider doch nicht immer. Klar, das hängt von der Qualität des Unterrichts, bzw. des Lehrers ab.
- Ein guter Schauspieler sein, in dem man von sich gibt, dass man sehr aufmerksam zuhört und dabei in eigenen Gedanken versunken ist oder vom schönen Wetter draussen träumt oder aber das Geschehen auf dem Schulhof verfolgt, durfte auch von den meisten ausprobiert sein, wird aber bestimmt nicht lange aushalten.
- Bei mir galt normalerweise die Taktik „nur nicht auffallen“ (aus verständlichen Gründen). So habe ich auch bei langweiligem Unterricht das damals verbreitete Spiel „Stiere und Kühe“ mit dem Nachbarn gespielt. Auch wenn es aussieht, dass wir tüchtig notieren, entwickelt es geteilte Aufmerksamkeit und ist doch nicht ganz ungefährlich, besonders wenn man sich in die falsche Richtung konzentriert hat und den Lehrer nicht hört oder sieht...
- Eine gute stille Alleinbeschäftigung im Notfall gegen Langeweile oder Einschlafen wäre 10x10 Kästchen zeichnen und angefangen oben links mir der 1 , mit dem Schachpferdeschritt zu versuchen, alle Felder mit den Zahlen bis 100 zu füllen. Sieht ebenso wie Notieren aus, vielleicht besser für Studenten geeignet, wenn der Nachbar mit Blaupapier doppeltmitschreibt.
- Ähnliche Kopfbeschäftigung ist das Spiel, wenn man aus den Buchstaben in einem langen Wort versucht, so viel wie möglich andere Wörter zu bilden. Habe damit Langeweile nicht nur im Unterricht vertrieben, sondern mir auch langes Warten z. B. leichter gemacht.
- Die Krönung und mein eigenes Patent ist ... das Häkeln. Glaubt mir, ich war gezwungen, es mir einfallen zu lassen. Es stimmt, dass ich gehört hatte, dass es in der damaligen DDR üblich ist, dass die Studentinnen in Vorlesungen stricken oder häkeln, bei uns würde es aber skandalös wirken. Und gerade in der Magisterstufe hatten wir 4-stündige Seminare ohne Pausen, die unerträglich langweilig waren. Die langen Referate waren verteilt und wurden einer nach dem anderen von den Autoren vorgetragen, keine Diskussion fand statt, nichts, selbst der namhafte Professor pennte am Schreibtisch vorne...Absolute Einschlafegefahr! Also nichts wie Garn kaufen, einen Sitüplatz in der letzten Reihe reservieren und unter dem Tisch eine Stäbchentasche häckeln. Der Kommiliton nebenbei behauptete, er habe die Häckeltechnik beinahe gelernt, und ich hatte nach einigen Seminaren eine Superstrandtasche für den Sommer fertig. Warum nicht Stricken? Bei meiner Stricktechnik geht die Wolle über den Hals...
Was kann man gegen die Müdigkeit tun?
Gut ausschlafen, also rechtzeitig ins Bett gehen. Arbeit und Ruhe richtig dosieren. Das war bei mir, ist aber auch beim Sohnemann ein Gesetzt. Bei mir, weil ich normalerweise diszipliniert und konzentriert arbeitete und nie abends bis spät noch Hausaufgaben machte. Ausgegangen wurde eventuell am Wochenende und nie bis sehr spät.Beim Sohnemann – weil er extrem faul ist und durch zeitiges Ins-Bett-Gehen eine Portion Arbeit schwänzen möchte;-) In seinem Alter von 14 ½ schläft er spätestens gegen 21.30 ein und steht um 6.15 auf, nach dem der Wecker um 6 geklingelt hat. Den stellt er abends selber, steht auf, bis ich noch schlafe, macht sich Frühstück und Frisur. Ist eigentlich recht munter morgens, hat nie verschlafen, ist nie später in die Schule gelandet.
Das Schlafen beim geöffneten Fenster, auch im Winter, ist bei und ein Muss und ein Plus. Denn so hat man einen festen und gesunden Schlaf. Und erkrankt kaum.
Da es bei manchen sich Ausbildenden die morgendliche Müdigkeit ein Problem sein kann, und die meisten Schüler wohl keinen Kaffee trinken, würde ich eine Brausetablette Vitamin C, vor dem Frühstück am besten, empfehlen – es ist bekannt, dass es u. a. munter macht. Ein Apfel in der Pause tut auch sehr gut.
Die frische Luft im Raum ist für mich von Wichtigkeit. Vorausgesetzt der Lärm von der Straße oder aus dem Schulhof erlaubt das. CO2 macht müde und ist ungesund.
Bewegung kann auch hilfreich sein. Bei Kleinschülern veranlasst das die Lehrerein sogar während des Unterrichts. Ältere können sie sich selber und bewusst mit einer Runde im Schulhof z. B. holen.
Die zauberhaften Eigenschaften der guten alten Kaugummi auch in dieser Beziehung konnten euch bekannt sein. Oder auch nicht. Für manche Lehrer könnte es revolutionär klingen, es ist aber wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Kauen wesentlich die Konzentration erhöht und die Müdigkeit reduziert, so ist sie gerade für den Unterricht geeignet. Wie wird man aber mit dem alten Verhaltensmodell fertig, dass Kaugummikauen im Unterricht und woanders unanständig ist? Meinerseits habe etwas in der Richtung getan, in dem ich einen Artikel in eine Frauenzeitung geschrieben habe. Als Sohneman darin las und nach seiner Wochenportion Unterrichtskaugummi fragte, konnte ich ihn mir doch nicht mit vollem Mund im Unterricht vorstellen – dachte gleich, wie flink er mir die Kaumasse in die Hand drückte, als er vor Tante Mimis Tür – die Österreicherin, zu der er im Vorschulalter zum täglichen Deutschunterricht ging - stand. Es würde mich interessieren, wie es damit in deutschen Schulen steht.
35 Bewertungen, 12 Kommentare
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06.05.2007, 21:36 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichlg Sylvia
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03.05.2007, 10:39 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich::::sh::::lg::::anja::::
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02.04.2007, 03:59 Uhr von diana75
Bewertung: sehr hilfreich‹^› ‹(•¿•)› ‹^›G*R*U*S*S*‹^› ‹(•¿•)› ‹^›
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12.03.2007, 14:19 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico:-)
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19.02.2007, 18:40 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
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17.02.2007, 21:58 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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18.11.2006, 23:57 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich**LG Anita**
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27.06.2006, 15:19 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich"sh" von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny
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24.06.2006, 19:29 Uhr von honeymaus
Bewertung: sehr hilfreichSH + LG, Manuela
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16.06.2006, 14:38 Uhr von IQIQIQ
Bewertung: sehr hilfreichAuch diesen Bericht werde ich natürlich nicht unbewertet lassen!
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02.06.2006, 14:05 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•. ... sh ... .•:*¨¨*:•.
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08.05.2006, 21:15 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh! .... Lieben Gruß, Marianne ;o)
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