Der Schwarm (gebundene Ausgabe) / Frank Schätzing Testbericht

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ab 9,36
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Erfahrungsbericht von Tiger

Die Tiefsee - fremder als entfernte Galaxien

Pro:

Klasse Grundidee, Intelligente Geschichte, Liebenswerte Charaktere

Kontra:

Seltsames Ende

Empfehlung:

Ja

Meine Mutter hat mir dieses Buch aus der Bücherhalle mitgebracht, weil es so gute Kritiken bekommen hat.
Als Biologiestudentin streift es ja auch leidlich mein Interessengebiet ;-)
Tatsächlich beschäftigt sich das Buch aber nicht bloß mit der Biologie, sondern auch mit Klima, Geologie, Ölbohrungen, Meeresströmungen und vielem mehr. Aber erst einmal zur

Geschichte

Ich werde nicht viel verraten, weil einem das speziell bei diesem Buch, die Spannung nimmt. Ich habe Rezensionen gelesen, nach denen man sich die ersten 500 Seiten praktisch sparen kann. Daher nur eine kleine Prise.

Vor Perus Küste verschwindet ein Fischer spurlos.
Sigur Johannson, Molekularbiologe, wird von seiner Freundin gebeten, seltsame Würmer zu untersuchen, die ihre Firma auf dem Meeresboden gefunden hat.
Leon Anawak, Walethologe (Verhaltensforscher), wundert sich über das Ausbleiben der Wale vor der kanadischen Küste, die sonst regelmäßig jedes Jahr dort vorbeiziehen.
Plötzlich tauchen Schwärme von extrem giftigen Quallen vor Australiens Küsten auf, die sich auch so gar nicht quallentypisch verhalten.
Zwischen all diesen Merkwürdigen Vorfällen besteht ein Zusammenhang. Aber welcher?

Die Charaktere

Sigur Johannson ist Norweger und Professor an der Universität in Trondheim. Er liebt einen guten Wein, ein gutes Buch und gute Musik. Am meisten liebt er sein kleines Haus am See.
Johannson ist der erste, der sich mit den Zusammenhängen der merkwürdigen Ereignisse befaßt, zusammen mit seiner besten Freundin, Tina Lund.

Leon Anawak lebt in Kanada und arbeitet als Führer für eine Whale Watching Institution. Gleichzeitig arbeitet er an einer Versuchsreihe mit Meeressäugern, um herauszufinden, ob sie ein Bewußtsein ihrer selbst haben.
Leon hat noch nicht so recht zu sich selbst gefunden und ist daher unausgeglichen und abweisend.

Das sind die beiden Hauptcharaktere, wie ich es nennen würde. Dazu gesellen sich noch viele andere brilliante Wissenschaftler, von denen es drei sogar tatsächlich gibt.

Am Anfang teilt sich die Handlung aber in zwei Handlungsstränge, von denen sich einer mit Johannson und einer mit Anawak beschäftigt, daher denke ich, daß es passend ist, diese beiden als Hauptfiguren zu betiteln.

Zum Buch

Das bestechende an diesem Buch ist zum einen die Thematik Tiefsee, über die der Mensch weniger weiß, als über die Sterne über ihm. Als Biologiestudentin fand ich es auch sehr interessant zu lesen, wie die Wissenschaftler gearbeitet haben und die Beschreibung der modernen Technik, die sie eingesetzt haben.
Zum anderen ist das Buch sehr fesselnd geschrieben. Daß es "zuviel Wissenschaft" enthalten soll, finde ich Quatsch. Die wissenschaftlichen Erklärungen sind Grundlage zum Verständnis der Handlung und ich finde, daß es sogar ein exzellenter Weg ist, sich weiterzubilden, da die behandelten Themen sehr gut recherchiert worden sind, wie man der in der Danksagung enthaltenen Liste von Professoren entnehmen kann.
Natürlich gibt es, wie in jedem Buch, Passagen, die den einen oder anderen weniger interessieren, so auch bei mir. Aber langweilig wurde es dadurch nicht!

Das Ende der Geschichte war allerdings ein bißchen seltsam. Da kommt auf einmal ein seitenlanger Gedankenmonolog einer der Figuren, bei dem man allerdings ebensogut einen Aufsatz hätte lesen können.
Lustig fand ich jedoch, daß der Autor ein bißchen Ironie mit sich selber zeigt, als er sagen läßt, daß in den Geschichten der Menschen immer die gleichen überleben, sonst würde es nicht als Happy End empfunden - und dann die Geschichte auch genauso ausgeht.

Ein weiterer Pluspunkt ist, daß recht viele der Protagonisten sterben. In Anbetracht der Situation finde ich das mehr als angemessen. Außerdem überleben nur die Personen, die keine Heldentaten vollbracht haben (abgesehen von einer), gemäß des Zitates aus dem Buch: "Die Heldenrollen in diesem Spiel sind schon verteilt und es sind die Rollen von Toten."

Am besten fand ich aber, daß man bis zur Hälfte des Buches überhaupt keine Ahnung hat, mit was man es eigentlich zu tun hat und auch ziemlich lange keine, wie das alles ausgehen mag.

Fazit

Ich hoffe, hoffe, hoffe jemand macht daraus einen Film! Für mich ist F. Schätzing besser als M. Crichton und von dem haben sie doch auch jedes Buch verfilmt.
Trotz etwas komischen Endes lohnt es sich wirklich, dieses Buch zu lesen, das sich in der Varianz der Themen kaum mit einem anderen vergleichen läßt.

Weitere Infos

Der Schwarm, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Gebundene Ausgabe
ISBN: 3462033743
1000 Seiten
Preis: 24,90 €

Ab Oktober 2005:

Der Schwarm, erschienen beim Fischer Taschenbuchverlag
Broschiert
ISBN: 3596164532
1000 Seiten
Preis: 9,90 €

Außerdem:

Der Schwarm, erschienen bei Dhv der Hörverlag
Hörbuch
ISBN: 3899403967
10 Audio-CDs
Preis: 49,95 €

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Quantaqa

    26.03.2005, 19:08 Uhr von Quantaqa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Testbericht! Kurz und bündig! Gibt eine Einleitung ins Buch, verrät aber nicht zu viel!