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Erfahrungsbericht von schraddel

Geldspielautomaten: Verdient tatsächlich nur der Aufsteller?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich kenne da son einen Spezi, der steckt hin und wieder etwas Geld in Spielautomaten, die in der Kneipe hängen. Und meist holt er mehr Geld heraus, als er hinein gesteckt hat. Da mein Freund bestimmt nicht zum Typus "Spielsüchtiger" gehört, sondern bei allem, was er tut, eher berechnend vorgeht, habe ich ihn nach dem Geheimnis seines Erfolges gefragt.

Seine Geheimtipps hat er mit natürlich nicht verraten; aber so viel habe ich verstanden: Es gehört viel Geduld, gute Beobachtungsgabe, etwas Insider-Wissen, und ein wenig Glück dazu.

Geduld bedeutet: Abwarten zu können, bis die Chancen gut stehen, und sich nicht vom ersten verlockenden Piepsen des Automaten dazu verleiten lassen, Geld hinein zu stecken.

Gute Beobachtungsgabe heißt, die Maschine kennen zu lernen - während andere Leute spielen - und sich die Sequenzen zu merken, nach denen in der Regel eine Ausspielung erfolgt.

Insider-Wissen bedeutet zum Beispiel, in Erfahrung zu bringen, wann der Automat normalerweise geleert wird. Wenn sich nur der Mindestvorrat an Geld darin befindet, sind die Chancen gering, einen größeren Betrag heraus zu holen.

Und das letzte Quentchen Glück, das braucht es dann eben.

Wie mein Freund seinem Glück ein wenig auf die Sprünge hilft, das konnte ich durch intensives Nachfragen dann doch noch erfahren. Das ganze "System" - wenn man es so nennen kann - basiert auf dem einfachen Grundsatz, dass voller als voll physikalisch nicht möglich ist.

So ein Automat, sagte mein Freund, hat einen Münzspeicher. Und wenn viele Leute daran spielen, dann wird dieser Münzspeicher voll. Und je mehr Münzen von derselben Sorte eingeworfen werden, umso schneller ist der Speicher für eben diese Münzsorte voll. Deswegen muss man beim Spielen darauf achten, nur Münzen von dem Wert nachzuwerfen, der zuvor am häufigsten eingeworfen wurde. Irgendwann sind dann so viele Münzen im Schacht, dass der Automat gar nicht mehr anders kann, als einen Teil davon auszubezahlen. Man muss "nur" darauf achten, dass man nicht selber derjenige ist, der diesen Teil eingeworfen hat.

Mein innerer Moralapostel meldete sich zu Wort.

Ist das nicht rücksichtslos dem gegenüber, der vor Dir gespielt hat?, fragte ich meinen Freund. Das kann doch ein armes Schwein sein, ein Spielsüchtiger eben, der hier sein letztes Geld reinschmeißt, und dann kommst Du und nimmst es ihm ab.

Was heißt abnehmen?, entgegnete mein Freund. Sein Geld ist ohnehin weg, und im Zweifelsfall bekommt es eben der Automatenaufsteller. Von seiner Spielsucht werde ich ihn nicht heilen können. Außerdem riskiere ich ja auch etwas, denn hundertprozentig berechenbar ist so ein Automat nie.

Hier konnte ich nicht widersprechen, denn ich hatte ihn auch schon verlieren gesehen.

Ich würde das "Rezept" meines Freundes auch niemandem zur Nachahmung empfehlen, denn außer den oben genannten Voraussetzungen und einem beinahe fotografischen Gedächtnis braucht man dazu auch ein angeborenes Talent. Das hat nicht jeder, und das ist durch angelerntes Wissen nicht zu ersetzen.

In den meisten Fällen stimmt es also doch: An Spielautomaten verdienen nur die Aufsteller, und wer regelmäßig spielt, verliert auf jeden Fall. Wer aber nur hin und wieder ein Spielchen wagt, und einen Verlust ohne Probleme verschmerzen kann, der kann - auch ohne das Talent meines Freundes zu besitzen - auch manchmal Glück haben.

Eine ernsthafte Warnung muss zum Schluss dieses Beitrags jedoch sein:

Wer bemerkt, dass ihm nach einem Verlust das Aufhören schwer fällt, sollte sofort - und am besten für längere Zeit - von Glücksspielen die Finger lassen! Spätestens hier ist der Punkt erreicht, ab dem es gefährlich wird. Der Sinn eines Spiels ist das Spiel selber; die Aussicht auf einen kleinen Gewinn macht es nur spannender. Wenn das Spiel keinen Spaß mehr macht, und man nur noch spielt, um zu gewinnen, muss man aufhören. Und zwar sofort.

Und wenn der Sinn den Schreibens das Geldverdienen wäre, würde ich nicht bei Yopi posten...

;-)

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Duffy_2000

    01.04.2002, 22:29 Uhr von Duffy_2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr interessante These ...