Wahlen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jeff-Smart

Immer schön in die Kamera gucken

Pro:

Überrascht war ich von der Einfaltslosigkeit

Kontra:

Hätte mir mehr Gespräch zwischen den Kontrahenten gewünscht

Empfehlung:

Nein

Das TV-Duell Schröder gegen Stoiber bei Rtl und Sat-1

Hallo Ihr Lieben,

wir hatten im Urlaub die Möglichkeit durch Sat-Tv , das Live Rededuell zwischen dem amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber zu sehen. Was wir uns angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen natürlich nicht entgehen lassen wollten. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland läßt sich ein Bundeskanzler auf ein Tv-Rededuell ein. Besonders ungewöhnlich fanden wir das dieses Duell nicht als erstes von den öffentlich rechtlichen sondern zunächst von Rtl und Sat1 ausgetragen wurde. Wie immer geht es hierbei wohl eher um die Quoten, als um die eigentliche Sache. Nämlich die Entscheidung der Wähler am 22.9. die richtige Partei zu wählen. Gerhard Schröder ist seit 4 Jahren im Amt und will es natürlich auch bleiben. Zudem möchte er an dem Rot/Grün Projekt festhalten. Gerhard Schröder stammt aus einfachen Verhältnissen und arbeitete nach seinem Jurastudium als Rechtsanwalt. Der heute 58 jährige regierte zudem von 1990-98 als Ministerpräsident das Land Niedersachsen. Seit 99 ist er auch Bundesvorsitzender der SPD. Die Moderation übernahmen Peter Limbourg , Chefredakteur des Senders N-24 und Peter Klöppel, der durch gute Berichterstattungen, wie z.B. 11 September, schon hinreichend bekannt ist. Edmund Stoiber,Unionskanzlerkandidat, stellt sich dem Rededuell,was zeitgleich auch auf Sat-1 übertragen wurde. Nach einem Jurastudium arbeitete er als Rechtsanwalt, bevor auch er sich der Politik widmete. Edmund Stoiber stammt im Gegensatz zu G.Schröder aus dem Mittelstand. Seit 1993 ist er Ministerpräsident Bayern\'s und wurde 99 mit 93,4% zum Vorsitzenden der CSU gewählt. Auch Franz-Josef-Strauß versuchte 1980 Bundeskanzler zu werden, doch blieb es ihm damals versagt. Schafft es nun Stoiber ?

Das Duell:

Eigentlich sollte ja eine Deutschlandfahne im Hintergrund wehen. Aber das war den Machern in den Studios von Berlin-Adelshof wohl doch zu fett. Beide Kontrahenten mußten im stehen der Fragen Rede und Antwort stehen. Die Fragesteller saßen vor den Kandidaten. Am 8. September findet ja als Ausgleich zum Männerduell das Frauenduell bei Sabine Christiansen und Maybritt Illner zusätzlich statt. Auch hier gibt es ein Livekräftemessen der Frauen von den Kanditaten. Bloß was soll das bringen. Auch wird am selben Tag nocmals ein Rededuell der Kontrahenten stattfinden, diesmal aber bei ARD und ZDF. Doch nun zum Duell wo Schröder das erste und Stoiber das letzte Wort hatte. Jeder bekam eine Redezeit von 60 sec. 600000 Euro kostete allein die aufwendige Dekoration. Welche Deko eigentlich. Ich hab keine gesehen. Hmm ob sich der Aufwand gelohnt hat, wir werden es sehen. Eine Idee des Österreichischen Chefredakteurs Hans Mahr von RTL das Deutschlandlied vor dem Rededuell zu spielen, scheiterte jedoch am massiven Einspruch der Kollegen von ihm. Bloß nicht zu viel Aufregung. Schade eigentlich !
Nach 22:00h wurden 1500 ausgewählte Zuschauer,ich war nicht dabei, angerufen und nach ihrer Meinung befragt.In Grimma fand eine Liveübertragung auf dem Marktplatz statt, weil noch nicht alle Bürger über Strom verfügten. Die Bürger von Grimma hofften auf einen Kanzler mit starker Hand der Geld nach Grimma bringt damit die Bürger nicht abwandern. Während ich diesen Bericht schrieb, haben allerdings bisher die wenigsten irgendwas von der Unterstützung gesehen. Ich hoffe das wird sich bald ändern. Die Moderatoren passen auf die Regeln auf. Jeder hat 90 sec. Antwortzeit. 4x nachfragen möglich dann 60 sec. Antwortzeit. Überziehungszeit wird aufgezeichnet.

1. Frage. Die Meinung über Politiker sind sclecht. Warum sollen die Menschen ihnen Vertrauen.

Schröders : Selbstüberzeugung wird die Menschen überzeugen. Die SPD hat in den letzten Jahren gezeigt, das die Menschen der SPD vertrauen. Allein 20 Milliarden wurden für Familien ausgegeben.

Stoiber: Ich will nicht reden sonder handeln. Politiker reden viel zu viel. Auch er führt Vorteile der CSU an,bei Arbeitsplätzen schaffen sehr aktiv gewesen zu sein.

Ich hätte gern gesehen , wenn beide auch mal beim Sandsäcke stapeln mit angepackt hätten. Das Vertrauen wäre ihnen sicher gewesen.

2.Frage an Schröder . Welchen Kanzler bekommen die Wähler.

Schröder: Mich bekommen sie.
Ich fand die Frage blöd. Auch die Idee für einen Wetten Das Auftritt fand ich völlig daneben. Schröder fand es aus gutem Grund unakzeptabel.Und die Frage,ob ein Imagewechsel zum Zigarrerauchenden Kanzler stattfand,verneinte Schröder.

Frage an Stoiber: Herr Stoiber, findet derzeit ein Ähnlichkeitswettbewerb zu Herrn Schröder statt? Z.b. ihre plötzliche Akzeptanz zur Homoehe. Stoiber: Ihre Wahrnehmung ist nicht ganz richtig. Ich war gegen Homoehe,aber die Mehrheit ist dafür. Ich bin ein konservativer Mensch , aber wenn die Mehrheit dafür ist, bin ich es auch. Ich finde,entweder hat man eine eigene Meinung oder nicht. Diese Antwort war für mich nicht zufriedenstellend.

Frage: Nutzen sie die Hochwasserflut als Werbung für sich selbst ?

Stoiber: Ich glaube nicht, das ich Werbung gemacht habe. Viel mehr haben die Menschen erwartet,das ich komme. Schliesslich ist es die größte Katastrophe Deutschlands.Aber einen Sandsack hat er trotzdem nicht geschleppt. Sein Team hat sogar Teile eines Deiches beschädigt , nur damit er besser auf das Bild passt.

Schröder: Entscheidung kann nur getroffen werden,wenn man sich selber vor Ort ein Bild von den Ausmaßen macht. Auch er war vor Ort,aber nur zum reden und nicht um mitanzupacken.

Schröder fügte noch an, das Ökologie reperabel sei durch neue Energieträger wie Kraftwärmekopplung und Windenergie. Die Ökosteuer solle beibehalten und Kioto Praxis werden.

Stoiber: Umweltschutz ist Chefsache, Zeitlose Daueraufgabe von hoher Priorität. Die CDU hat zwar keine Spezialisten , aber trotzdem hat Frau Merkel die Hauptaufgabe das Umweltgeschehen zu übernehmen.
Den man zu meine Damen und Herren,wie wäre es gerade in diesem Punkt mal zusammenzuarbeiten ?

Schröder zur Ökosteuer: Sinnvolle Balance ist Ökonomisch notwendig und Ökonomisch vertretbar. Atom weg dafür Kraftwärmekopplung her.
Stoiber: Wir wollen mit Atom weitermachen. Es gibt zwar keinen weiteren Bedarf an Atomstrom aber wir wollen auch nicht ganz aussteigen. Ein Energiemix aus allen Verfügbaren Energieträgern wird auch in 10 Jahren noch gebraucht.

Auch hier sollten sich alle Parteien mal an einen Tisch setzen und über alternativen nachdenken. Und vor allem auch gemeinsam umsetzen.

Frage zum Stichwort Steuern: Die Körperschaftssteuer

soll erhöt werden.

Schröder: Richtiges Signal. Verzicht auf Entlastung der Belastung. Dieses Geld soll für Flutopfer eingesetzt werden.

Stoiber: Wir haben noch eine andere Katastrophe, nämlich die Arbeitslosigkeit. Ein verhängnisvoller Fehler wären jetzt Steuererhöhungen, dann wird der Mittelstand geschädigt und investiert nix mehr. Der Kanzler neigt zu Steuererhöhungen. Ich bin nicht für eine Erhöhung der Steuern. Wir wollen nichts nach der Wahl rückgängig machen. Wer keine Steuererhöhungen haben will, wählt CDU. Wir nehmen den Weg über den Bundesbankgewin.

Schröder: Eigene Mittel sollen den Flutopfern helfen,nicht die nächsten Generationen damit belastet werden.

Ich finde es schon traurig das der Staat nicht in der Lage ist für solch eine Katastrophe Geld zur Verfügung zu haben. Wir spenden in die ganze Welt und nun haben wir kein Geld mehr für uns. Ein Glück gibt esdie vielen Spender in unserem Land sonst sähe es ganz schön düster aus. Was machen wir eigentlich wenn ganz Deutschland betroffen wäre.

Stoiber: Der Kanzler hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Er hatte weniger als 3,5 Millionen Arbeitslose versprochen. 100.000 Arbeitslose kosten dem Staat 3,2 Millionen Euro. Wir werden einen anderen Weg gehen ohne Steuererhöhungen.

Schröder: Ich möchte die Arbeitslosigkeit nicht kleinreden,aber die Fluthilfe hat jetzt Vorrang. Unsere Nachkommen sollen nicht dafür bluten müssen.

Hatten wir nicht noch irgendwo Goldreserven ?

Neues Thema Arbeitsmarkt:

Stoiber: Immer wieder den Mittelstand erwähnend , führt er als Schwerpunkt den Binnenmarkt an. Die sinkede Nachfrage hängt nicht vom 11. September ab.

Schröder: Erinnert an 96 ,da wollte Stoiber die Arbeitslosigkeit in Bayer halbieren. Heute gibt es in Bayern die meisten Insolvenzen der Republik.

Wie Helmut Schmidt schon im Interview mit Sandra Maischberger sagte,hätte er sich gewünscht das die Parteien jetzt zusammen und nicht gegeeinander arbeiten. Ist auch meine Meinung, aber leider nicht machbar.

Harz Kommission:

Stoiber: Vor 4 Jahren durch große Reformen wollte Schröder die Zahl der Arbeitslosen reduzieren. Wenn wir es nicht schaffen sollten , verdienen wir es nicht, wieder gewählt zu werden, soll Schröder damals gesagt haben. Das Harzgutachten ist nur eins von 50 , von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen, Gutachten. Es ist nix wert, weil es nicht di Ursachen aufdeckt, warum wir eine solch hohe Arbeitslosigkeit haben. Die Ursachen müssen bekämpft werden, so Stoiber, nicht die Zahlen der Arbeitslosen.

Neues Thema: Wie mehr Jobs schaffen.

Schröder: Gewerbeertragssteuer,Arbeitslose sollen sich schon während der Kündigungszeit beim Arbeitsamt melden.

Stoiber: Ohne Steuerentlastung für den Mittelstand , das sind 75% der Arbeiter, wird das Arbeitslosenproblem nicht bewältigt. Kapitalgesellschaften zahlen keine Steuern und das ist ein grober, schwerwiegender Fehler.

Schröder: Reale Löhne wären gesunken. In unserer Amtszeit sind sie auf 6% gestiegen.

Ich wäre für Abbau aller Überstunden. Und eine vernünftige Ausbildung in Bereichen wo Jobs benötigt werden in der Zukunft,würde die Zahlen vielleicht halbieren.

Arbeitsmarktpolitik:

Schröder: Wir haben nur einen ausländischen Arbeitnehmer ins Land geholt, wenn ein Deutscher nicht da war.

Stoiber: Große Städte haben ein Problem durch ei Mehr an Zuwanderung. Dadurch sollen keine Integrationsprobleme geschaffen werden. 1.) Türkische Kinder sollen Deutsch lernen und Berufe erlernen.
2.) Erst wenn alle integriert sind, sollen neue Einwanderer zugelassen werden.

Ich finde,man hätte vorher wissen müssen,das man IT-Fachkräfte benötigt. Jetzt sind einige der nach Deutschland geholten Inder durch die vielen Insolvenzen der Softwarefirmen arbeitslos und bekommen Arbeitslosengeld.

Außlandspolitik Irak:

Schröder: Wir beteiligen uns im Irak nicht.

Stoiber: Wir auch nicht.

Warum kann sich bloß die Schweiz immer aus allem heraushalten.

Abschlußresumes Stoiber/Schröder

Zum Zeitkonto möchte ich nur sagen, man hätte es getroßt weglassen können,beide überzogen ihr Konto um dieselbe Minutenmenge.

Resume Schröder

1.) Außenpolitik ist ein friedlicher Weg ohne militärische Aktionen.
2.) Große Arbeitsmarktreform. Schneller Menschen in Arbeit bringen.
3.) Flutkatastrophen.Freigewordende Kräfte müssen gewahrt werden.Dieser Schatz muß behütet werden.

Resume Stoiber:

1.) Frieden
2.) Europäische Integration
3.) Bewältigung der Arbeitslosigkeit. Schröder hatte 4 Jahre Zeit,er hat es nicht geschafft,wir werden es besser machen. Deutschland ist ein großartiges Land und es soll es auch bleiben.

Fazit: Stoiber führte immer wieder die Arbeitslosigkeit an. Auch führte er immer wieder Versprechen von Schröder auf die nicht gehalten wurden. Schröder dementierte
dies und führte wiederum Versprechungen von Stoiber auf,die er nicht gehalten hat. Ich meine das beide nicht das einhalten können, was die meisten Menschen wollen. Meiner Meinung nach , sollte man diesmal wirklich nach Sympatie wählen gehen. Auf gar keinen Fall sollte man nicht zur Wahl gehen. Denn durch geringe Wahlbeteiligung bekommen die wenigen Stimmen mehr Gewicht und es kommt dann Parteien zu Gute die man nun wirklich überhaupt nicht wählen wollte. Also nicht Wahlmüde werden, auch wenn man nicht so genau weiß wen denn nun. Stoiber verübte 5 Angriffe auf Schröder. Schröder nur einen auf Stoiber. Fand ich gut wie Schröder sagte, Stoiber solle Akten nicht nur tragen sondern auch lesen. Ich find 5 Attaken für einen Herausforderer dennoch zu wenig.Irgendwie fehlte mir die Spannung,der Kick und der Nervenkitzel. Ich glaube , der Wähler kennt zwar jetzt das Programm der Parteien, aber weiß immer noch nicht, welcher er seine Stimme geben soll. Wir werden es am 22. September sehen.

Jeff-Smart für Yopi im September 2002