Erfahrungsbericht von ralf0816
WEITERBIDUNG&ARBEITSAMT ALLES MIST?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Durch die aktuelle Diskussion über die Verfehlungen der Arbeitsämter ist auch ein Teilbereich der Weiterbildung in die Schusslinie geraten.
In erster Linie trifft es von den Arbeitsämtern beauftragte Bildungsinstitute, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen.
Es wurden somit zumindest recht viele Arbeitsplätze für beschäftigungslose Pädagogen geschaffen, was ja nun mal gar nicht so schlecht ist.
In der Kritik stehen vor allen Dingen sogenannte „allgemeine Qualifizierungen“, darunter fallen beispielsweise die allseits beliebten Bewerbungstrainings, Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Seminare zum Erweb von „Schlüsselqualifikationen“.
Was geht in solchen Veranstaltungen denn so vor sich?
Wer kommt Wie in den „Genuss“ derartiger Seminare?
In der Regel erhalten Arbeitslose von ihrem zuständigen Arbeitsamt eine „Einladung“ zu einer Trainingsmaßnahme.
Selbstverständlich ist es nicht möglich, dieser nicht nachzukommen, da damit eine Sperrfrist verbunden ist. Da nutzen auch die besten Argumente nichts.
Nehmen wir als Beispiel das Bewerbungstraining.
An sich eine fraglos gute Sache, da es gar nicht so einfach ist, eine inhaltlich und formal korrekte Bewerbung zu verfassen.
Gerade in den letzten Jahren haben sich die Standards sehr verändert, wer nicht auf dem neusten Stand ist braucht seine 08/15 Bewerbung erst gar nicht abschicken.
In der Regel wird in diesen Seminaren wirklich fundiertes Wissen vermittelt, soweit, so gut.
Der Hund liegt bei der Auswahl der Teilnehmer begraben, das Arbeitsamt scheint nicht in der Lage zu sein, eine einigermaßen vernünftige Selektion vorzunehmen.
Da werden munter Leute mehrfach hintereinander in diese Seminare gesteckt, es nutzt auch nichts dem Sachbearbeiter eine perfekte Bewerbungsmappe vorzulegen.
Wenn die Bürokratie erst mal läuft, dann läuft sie halt.
Ohne Rücksicht auf Verluste.
Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, da derartige Maßnahmen ein Schweinegeld kosten.
Da freuen sich die Bildungsträger.
Aber: Wer in den letzten Jahren nichts mit Bewerbungen zu tun hatte, sollte auch in Eigeninitiative dafür sorgen, ein Bewerbungstraining zu bekommen.
Wichtig ist es auch, in eine Gruppe zu kommen, die im Groben dem angestrebten Berufsfeld entspricht, da in extrem heterogenen Gruppen(völlig unterschiedliche Bildungsstände) das Lernen sehr schwierig und unangenehm werden kann.
Noch härter wird es bei den „Allgemeinen Qualifikationen“.
Wie das Wort „Allgemein“ schon beinhaltet, kann der jeweilige Bildungsträger eigentlich veranstalten, was ihm gradmal in den Sinn kommt.
Das kann durchaus kuriose Formen annehmen.
Als Beispiele führen die Medien gerne irgendwelche Gruppenspielchen an, die (teils) wirklich lächerlich und befremdlich wirken.
Ein Beispiel:
Du kommst zum erstenmal in deine neue Maßnahme.
Alles fremde Leute, selbstverständlich. Der Dozent sagt sein Sprüchlein auf.
Dann geht es zur Sache. Es wird abgezählt, Gruppen werden gebildet, sogenannte „Beobachter“ werden nominiert.
Jede Gruppe bekommt jetzt einen Haufen Papierschnipsel und soll diese Puzzelmäßig zusammenfügen.
Der Beobachter beobachtet.
Irgendwann ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, dann wird darüber diskutiert, wie das denn alles so geklappt hat.
Hört sich so an wie ein gruppendynamisches Spielchen aus dem Kindergarten, ist es letztendlich auch.
Aber:
Es werden auch durchaus vernünftige Aktionen durchgeführt, freies Sprechen vor einer großen Gruppe zu lernen ist beispielsweise durchaus sinnvoll und ist um eine Ecke auch für die Arbeitsuche durchaus von Vorteil.
Ein weiterer Missstand sind Modeerscheinungen, wie sie gerade im EDV/IT Bereich vorkommen.
Ohne Rücksicht auf Verluste werden völlig unreflektiert haufenweise Leute in solche Maßnahmen gesteckt, die realistischen Erfolgsaussichten spielen offensichtlich keine Rolle.
Aus einer 55jährigen Verkäuferin kann man nun mal keine gefragte IT Fachkraft machen
die am Ende der Veranstaltung einen ganz tollen Job in diesem Bereich bekommt.
Fazit:
Trotz berechtigter Kritik ist Bildung, somit auch Weiterbildung eine wichtige Sache.
Man lernt fürs Leben und das kann auch Spaß machen.
Völlig bekloppt ist auch die Erwartungshaltung, nach einem derartigen Seminar direkt einen Job zu bekommen, darum geht es aber auch gar nicht.
Es kann hilfreich sein, und das ist ja schon mal was.
Da aber momentan ohne Sinn und Verstand Leute in Maßnahmen vermittelt werden,
die den Betroffenen keinesfalls weiterhelfen, ist durchaus Handlungsbedarf vorhanden.
Jetzt aber populistisch an der Weiterbildung zu sparen ist eine verdammt schlechte Idee.
In erster Linie trifft es von den Arbeitsämtern beauftragte Bildungsinstitute, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen.
Es wurden somit zumindest recht viele Arbeitsplätze für beschäftigungslose Pädagogen geschaffen, was ja nun mal gar nicht so schlecht ist.
In der Kritik stehen vor allen Dingen sogenannte „allgemeine Qualifizierungen“, darunter fallen beispielsweise die allseits beliebten Bewerbungstrainings, Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Seminare zum Erweb von „Schlüsselqualifikationen“.
Was geht in solchen Veranstaltungen denn so vor sich?
Wer kommt Wie in den „Genuss“ derartiger Seminare?
In der Regel erhalten Arbeitslose von ihrem zuständigen Arbeitsamt eine „Einladung“ zu einer Trainingsmaßnahme.
Selbstverständlich ist es nicht möglich, dieser nicht nachzukommen, da damit eine Sperrfrist verbunden ist. Da nutzen auch die besten Argumente nichts.
Nehmen wir als Beispiel das Bewerbungstraining.
An sich eine fraglos gute Sache, da es gar nicht so einfach ist, eine inhaltlich und formal korrekte Bewerbung zu verfassen.
Gerade in den letzten Jahren haben sich die Standards sehr verändert, wer nicht auf dem neusten Stand ist braucht seine 08/15 Bewerbung erst gar nicht abschicken.
In der Regel wird in diesen Seminaren wirklich fundiertes Wissen vermittelt, soweit, so gut.
Der Hund liegt bei der Auswahl der Teilnehmer begraben, das Arbeitsamt scheint nicht in der Lage zu sein, eine einigermaßen vernünftige Selektion vorzunehmen.
Da werden munter Leute mehrfach hintereinander in diese Seminare gesteckt, es nutzt auch nichts dem Sachbearbeiter eine perfekte Bewerbungsmappe vorzulegen.
Wenn die Bürokratie erst mal läuft, dann läuft sie halt.
Ohne Rücksicht auf Verluste.
Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, da derartige Maßnahmen ein Schweinegeld kosten.
Da freuen sich die Bildungsträger.
Aber: Wer in den letzten Jahren nichts mit Bewerbungen zu tun hatte, sollte auch in Eigeninitiative dafür sorgen, ein Bewerbungstraining zu bekommen.
Wichtig ist es auch, in eine Gruppe zu kommen, die im Groben dem angestrebten Berufsfeld entspricht, da in extrem heterogenen Gruppen(völlig unterschiedliche Bildungsstände) das Lernen sehr schwierig und unangenehm werden kann.
Noch härter wird es bei den „Allgemeinen Qualifikationen“.
Wie das Wort „Allgemein“ schon beinhaltet, kann der jeweilige Bildungsträger eigentlich veranstalten, was ihm gradmal in den Sinn kommt.
Das kann durchaus kuriose Formen annehmen.
Als Beispiele führen die Medien gerne irgendwelche Gruppenspielchen an, die (teils) wirklich lächerlich und befremdlich wirken.
Ein Beispiel:
Du kommst zum erstenmal in deine neue Maßnahme.
Alles fremde Leute, selbstverständlich. Der Dozent sagt sein Sprüchlein auf.
Dann geht es zur Sache. Es wird abgezählt, Gruppen werden gebildet, sogenannte „Beobachter“ werden nominiert.
Jede Gruppe bekommt jetzt einen Haufen Papierschnipsel und soll diese Puzzelmäßig zusammenfügen.
Der Beobachter beobachtet.
Irgendwann ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, dann wird darüber diskutiert, wie das denn alles so geklappt hat.
Hört sich so an wie ein gruppendynamisches Spielchen aus dem Kindergarten, ist es letztendlich auch.
Aber:
Es werden auch durchaus vernünftige Aktionen durchgeführt, freies Sprechen vor einer großen Gruppe zu lernen ist beispielsweise durchaus sinnvoll und ist um eine Ecke auch für die Arbeitsuche durchaus von Vorteil.
Ein weiterer Missstand sind Modeerscheinungen, wie sie gerade im EDV/IT Bereich vorkommen.
Ohne Rücksicht auf Verluste werden völlig unreflektiert haufenweise Leute in solche Maßnahmen gesteckt, die realistischen Erfolgsaussichten spielen offensichtlich keine Rolle.
Aus einer 55jährigen Verkäuferin kann man nun mal keine gefragte IT Fachkraft machen
die am Ende der Veranstaltung einen ganz tollen Job in diesem Bereich bekommt.
Fazit:
Trotz berechtigter Kritik ist Bildung, somit auch Weiterbildung eine wichtige Sache.
Man lernt fürs Leben und das kann auch Spaß machen.
Völlig bekloppt ist auch die Erwartungshaltung, nach einem derartigen Seminar direkt einen Job zu bekommen, darum geht es aber auch gar nicht.
Es kann hilfreich sein, und das ist ja schon mal was.
Da aber momentan ohne Sinn und Verstand Leute in Maßnahmen vermittelt werden,
die den Betroffenen keinesfalls weiterhelfen, ist durchaus Handlungsbedarf vorhanden.
Jetzt aber populistisch an der Weiterbildung zu sparen ist eine verdammt schlechte Idee.
16 Bewertungen, 2 Kommentare
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15.05.2002, 23:07 Uhr von biker
Bewertung: sehr hilfreichIst was dran!
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19.03.2002, 14:56 Uhr von DaBrooklyn
Bewertung: sehr hilfreichWenn ich demnächst ins Berufleben einsteige, ist Weitergildung das wichtigste für mich.
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