Elling (VHS) Testbericht

Elling-vhs-komoedie
ab 10,29
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Erfahrungsbericht von Mattes1203

Elling und die Poesie...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Story:
Nach dem Tod seiner Mutter wird Elling in die Psychiatrie eingewiesen. Zwei Jahre lang teilt er sein Zimmer mit Kjell Bjarne. Nach ihrer Entlassung beziehen die beiden eine Sozialwohnung in Oslo. Ihrem Sozialarbeiter müssen sie beweisen, daß sie ihren Alltag allein bewältigen können. Doch ist das gar nicht so einfach für jemanden, für den telefonieren oder das Durchqueren eines Restaurants genauso schwierig ist wie die Besteigung des Mount Everest.
Im Laufe der Zeit trifft Kjell Barne die Frau seines Lebens und Elling stellt fest, daß er zum Poeten geboren ist.

Als Vorlage diente der Roman „Blutsbrüder“ von Ingvar Ambjörnsen. Mit 800.000 Zuschauern allein in Norwegen hat „Elling“ proportional mehr Zuschauer im eigenen Land als „Amelie“ in Frankreich. Als bester fremdsprachiger Film wurde „Elling“ für den Oscar nominiert.
Regie führte Petter Naess, einem Theaterregisseur. Neben Per Christian Ellefsen (Elling) und Sven Nordin (Kjell Bjarne) wirken u. a. mit: Per Cristensen, Jorgen Langhelle und Marit Pia.

Mit Elling und Kjell Bjarne treffen zwei Menschen aufeinander, die gar nicht unterschiedlicher sein können: Elling zum Beispiel ist überaus korrekt, legt auf ein gepflegtes Äußeres Wert und verbringt seine Freizeit am liebsten in der Wohnung. Die Außenwelt macht ihm Angst, so daß er sich so wenig wie möglich „Draußen“ sehen läßt.
Ganz anders ist Kjell Bjarne: Wasser und Seife sind für ihn Fremdwörter, er denkt hauptsächlich an Frauen und ans Essen. Er ist etwas weltoffener und schafft es schneller als Elling, zu einer anderen Person Kontakt zu knüpfen.
Doch die beiden raufen sich in ihrer neuen Wohnung zusammen und kommen prima miteinander klar.
Als sich Kjell Bjarne verliebt, öffnet sich auch Elling der Außenwelt: er besucht eine Dichterlesung und lernt einen berühmten Autor kennen. Danach beginnt er selbst, Gedichte zu schreiben. Anstatt sie zu veröffentlichen, Verpackt er sie in Sauerkraut - Packungen und stellt diese in den Supermarkt. Elling möchte ganz er selbst bleiben, deshalb verpackt er seine Gedichte im Sauerkraut.
Ich denke aber, es ist immer noch seine Angst vor anderen Menschen, die ihn zu diesem Schritt veranlaßt.

Zwei so unterschiedliche Menschen zusammen zu stecken liefert schon genug Stoff für einen Film, der gerade 89 Minuten lang ist. Dazu kommt noch, daß beide psychisch krank sind. Doch hat es Petter Naess sehr gut geschafft, aus diesem Thema einen Film zu machen. Langweilig ist der Film überhaupt nicht. Man muß schon sehr genau aufpassen, um den Anschluß nicht zu verlieren. Einige Stellen sind richtig zum Lachen, doch entsteht dieser Frohsinn aus der Situation und den Problemen von Elling und Kjell Bjarne heraus. Im ganzen Film gibt es auch keine Stelle, die sich über psychisch Kranke lustig macht oder sie verunglimpft. Vom Anspruch her stellt der Film hohe Anforderungen an den Zuschauer. Das Niveau ist auch sehr hoch, alles in allem ist „Elling“ kein Film, den man einmal sieht und dann wieder vergißt!

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • eulenfan

    04.06.2002, 19:48 Uhr von eulenfan
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein wirklich schöner film!