Erfahrungsbericht von linnie
Dracula meets James Bond
Pro:
einige ganz nette Witze, David Wenham kann ein paar Lichtblicke setzen, Hugh Jackman ist manchmal schon recht cool, netter Soundtrack
Kontra:
peinliche Dialoge, schlechte Synchronisation, lächerliche Witze, keine überzeugende schauspielerische Leistung, Kulisse sieht oftmals eher aus wie ein Poster
Empfehlung:
Nein
** Inhalt
1887: Dr. Frankenstein hat im Schloss des Count Dracula sein Monster geschaffen und zum Leben erweckt. Gleichzeitig stürmen die Dorfbewohner das Schloss und wollen Dr. Frankenstein gefangennehmen und lynchen. Aber Dracula hat andere Pläne, denn er will das Monster zu seinen eigenen Zwecken benutzen und tötet daher Dr. Frankenstein. Das Monster kann mit seinem toten \"Vater\" fliehen und wird vermeintlich vom Feuer verbrannt.
Ein Jahr später kämpft Van Helsing in Paris gegen Mr. Hyde, der sich nun völlig von seinem anderen Ich, Dr. Jekyll, getrennt hat. Hyde ist ein übergroßes und gehässiges Monster, das ein wenig an Shrek erinnert. Es kommt zum entscheidenden Kampf zwischen Van Helsing und Hyde, bei dem Hyde selbstverständlich den Kürzeren zieht. Nach dieser erfolgreichen Mission kehrt Van Helsing zurück nach Rom in seinen Beichtstuhl. Dort wird er von einem Mönch erwartet und erhält seinen nächsten Auftrag zugeteilt. Van Helsing soll mit dem Ordensbruder Carl nach Transylvanien ziehen, um dort Dracula zu töten. Es leben nur noch zwei Mitglieder der Familie Valerious, nämlich Anna und Velkan, wenn Dracula diese getötet hat, so müssen 9 Generationen dieser Familie auf ewig in der Hölle schmoren.
So ziehen Van Helsing, der unter Alpträumen und Gedächtnisverlust leidet, und Carl los gen Osten. Im Dorf in Transylvanien werden sie sofort misstrauisch von den Dorfbewohnern und von Anna Valerious empfangen. Anna hat soeben ihren Bruder Velkan im Kampf mit einem Werwolf verloren und trauert noch ihrem letzten Verwandten hinterher. Kaum sind Van Helsing und Carl angekommen und werden von den ängstlichen Dorfbewohnern bedroht, werden sie schon von den drei fliegenden Bräuten des Dracula angegriffen, die es auf Anna abgesehen haben. Doch Van Helsing kann eine der Bräute töten und damit Annas Vertrauen gewinnen, die ihn nun als Van Helsing erkannt hat.
Van Helsing bietet Anna seine Hilfe im Kampf gegen Dracula an, als Anna jedoch ihren Bruder wiedersieht, der zu einem Werwolf geworden ist, möchte sie ihren Bruder retten, da sie von einem Gegenmittel gegen den Werwolfsbiss weiß, das Dracula besitzen soll. Aber zumindest Van Helsing verliert nie das Ziel vor Augen, nämlich Dracula zu töten, doch wie ist das möglich, wenn Weihwasser, Pflöcke ins Herz und ähnliche Dinge versagen? Gleichzeitig verfolgt Dracula sein eigenes schreckliches Ziel. Die Zeit wird knapp, wer wird den \"Kampf der Giganten\" gewinnen? Und welches Geheimnis trägt Van Helsing mit sich, das Aufschluss über seine eigene Vergangenheit gibt, an die er sich nicht mehr erinnern kann?
** Cast & Crew
Hugh Jackman: Gabriel van Helsing
Kate Beckinsale: Anna Valerious
Richard Roxburgh: Count Vladislaus Dracula
David Wenham: Carl
Shuler Hensley: Frankenstein\'s Monster
Elena Anaya: Aleera
Will Kemp: Velkan
Kevin J. O\'Connor: Igor
Robbie Coltrane: Mr. Hyde
Regie & Drehbuch: Stephen Sommers
Produzenten: Bob Ducsay, Sam Mercer
Soundtrack: Alan Silvestri
Genre: Action
Länge: 131 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Offizielle Filmhomepage: http://www.vanhelsing.net/
** Kritik
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe den Film dank der Trailer völlig falsch eingeschätzt. Erwartet hatte ich einen Vampirsfilm im Stil von \"Underworld\", der in düsteren Bildern den Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen, gespickt mit weiteren Monstereinlagen, zeigt, doch weit gefehlt, denn Van Helsing nimmt sich an keiner Stelle ernst. Der Film möchte witzig und cool sein und dabei unterhalten. Was aber, wenn man mit falschen Erwartungen den Kinosaal betritt und schon in der ersten Szene eine Witzfigur von Mr Hyde sehen muss, die im Kampf gegen Van Helsing zerstückelt wird, ähnlich wie der schwarze Ritter in \"Die Ritter der Kokosnuss\"? Schon nach der ersten Szene kam ich mir daher veräppelt vor und harrte der Dinge, die noch folgen würden...
Van Helsing kommt mit finsteren Bildern und einigen Actionszenen daher und kopiert an vielen Stellen andere Filme. In Rom betritt Van Helsing beispielsweise Carls Labor, das stark an Q aus den James Bond Filmen erinnert, so macht Carl in dieser Szene Van Helsing mit der neuesten Technik und seinen spektakulären Erfindungen vertraut und kopiert dabei in nahezu lächerlicher Weise die legendären Bond-Besuche bei Q. Auch in Carls Labor sind einige Knalleffekte zu sehen, es gibt neue Munition und schreckenerregende Waffen zu bewundern. Natürlich fehlen auch nicht die üblichen Warnungen bezüglich der Gefahr, die von diesen Waffen ausgehen.
Auch im weiteren Verlauf sieht man Elemente, die dem Kinogänger bekannt vorkommen dürften, so zum Beispiel Kameraführung und Kampfelemente, wie man sie bereits in Matrix gesehen hat. Auch eine Szene, in der Van Helsing sich im Fallen dreht und seine beiden Waffen auf den Gegner richtet, hat Trinity schon vorgemacht. Leider finde ich es nicht mehr cool, wenn man bei Matrix klaut und keine neuen Elemente mehr in seine Filme einbringt. Die Kulissen waren in Van Helsing nahezu grauenerregend. Die zu sehenden Schlösser, in denen Dracula sein Unwesen treibt, waren zwar beeindruckend hoch und groß, doch sahen die Schlösser meist eher aus wie ein Poster, nicht wie echte Kulisse. An diesen Effekten hätte man vielleicht nicht so viel sparen sollen, denn da sahen die Bilder mehr als trashig aus.
Die Verwandlungen von \"Menschen\" in Vampir bzw. Werwolf waren ähnlich klischeebesetzt wie schon in Underworld. Werwölfe verloren bei ihrer Verwandlung nicht nur sämtliche Klamotten und liefen später in Schurzen rum, sie rissen sich auch ihre Haut vom Leibe, wenn sie zum Werwolf wurden. Ganz verstanden habe ich nicht, wie Van Helsing es geschafft hat, seine Verwandlung aufzuhalten. Etwas unlogisch fand ich auch, dass die Werwölfe sich zurückverwandelten, wenn eine Wolke den Vollmond verdeckte, da doch eigentlich die Anziehungskraft des Mondes entscheidend sein sollte, die sich doch nicht ändert, wenn eine Wolke vor den Mond zieht?! Unklar blieb auch der Zeitverlauf des Filmes, so hat man als Zuschauer mehr den Eindruck, dass nur wenig Zeit vergeht zwischen den einzelnen Szenen, dann aber verstehe ich nicht, wieso Velkan zum Werwolf wird und Van Helsing kurze Zeit später nicht, ist da wirklich fast eine ganze Mondperiode vergangen? Muss wohl, wird aber nicht deutlich.
Ein paar Worte möchte ich auch über die Synchronisation verlieren, die oftmals mehr als schlecht gelungen ist, so hört man z.B. einen Schrei, ohne dass der Schauspieler auch nur seinen Mund öffnet, David Wenham (Faramir aus dem Herrn der Ringe, hier in der Rolle des Carl) hab ich kaum wiedererkannt, da er etwas anders aussieht und eine Synchronstimme hat, die seiner echten leider nicht annähernd ähnlich ist. Und auch die Schauspieler schaffen es nicht wirklich, dem Film mehr Farbe zu geben. So ist Dracula doch eher lächerlich mit seiner übertriebenen Mimik, die wohl so gewollt ist, mir aber persönlich nicht gefallen hat. Hugh Jackman als Van Helsing schneidet hier noch am besten hat, er mimt den coolen Vampirs- und Monsterjäger, der praktisch alles kann und unschlagbar ist. Jackman überzeugt recht gut und soll angeblich an Blade erinnern, den ich persönlich allerdings noch wesentlich cooler fand. Bei Kate Beckinsale hatte ich das Gefühl, dass sie mehr damit beschäftigt war, in ihrer engen Corsage noch Luft zu holen, als wirkliche schauspielerische Leistung zu zeigen. Ihre Mimik ist starr und ausdruckslos und selbst in \"Underworld\" bewies sie mehr darstellerisches Talent. Aber ich möchte ihr mal zugute halten, dass es sicherlich nicht einfach ist, eine Rolle zu spielen, bei der man keine Luft holen kann. Denn bereits Keira Knightley zeigte eindrucksvoll in \"Fluch der Karibik\", was passieren kann, wenn man in einer zu eng geschnürten Corsage rumlaufen muss... Einige Highlights konnte dagegen David Wenham setzen, der den trotteligen Ordensbruder Carls spielte, der ab und an einen lustigen Spruch auf den Lippen hatte. Im Prinzip war er der einzige, über den ich wirklich lachen konnte. Sehr nervig dagegen fand ich die drei Dracula-Bräute, die meist nur fies am Lachen waren und deren einzige Aufgabe es scheinbar war, gemein aus der Wäsche zu blicken und dumme Sprüche zu reißen, anstatt die Menschen zu töten, wie es eigentlich ihre Aufgabe sein sollte.
Nett gemacht dagegen ist der Soundtrack, auch wenn er meiner Meinung nach nicht immer zur Atmosphäre des Filmes passte, so hätte ich mir mehr musikalische Elemente gewünscht, wie sie in Matrix oder \"Underworld\" vorkamen, hier hatte der Soundtrack an manchen Stellen eher Elemente wie aus \"Irgendwann in Mexico\", da die Musik ein wenig zigeunerhaft rüberkam.
Insgesamt hat Stephen Sommers (bekannt durch die Mumien-Filme) seinem Namen alle Ehre gemacht, denn auch seine Mumienfilme fand ich schon grauenhaft. Sicherlich bin ich mit falschen Erwartungen ins Kino gegangen, doch auch als mir nach der ersten Szene klar war, in welche Richtung der Film gehen würde und ich mich darauf eingestellt hatte, dass \"Van Helsing\" sich nicht ernst nimmt, konnte der Film mich nicht überzeugen. Ich fand den Film und seine Dialoge nicht kultig und witzig, sondern eher lächerlich. Damit widerspreche ich meinen Vorrednern, aber es ist eben meine persönliche Meinung.
** Fazit
Fast bin ich versucht, dem Film nur einen Stern zu verpassen, aber da er dank David Wenham einige witzige Elemente zu verzeichnen hat und der Soundtrack ab und an auch ganz gut gelungen ist, möchte ich doch 2 Sterne vergeben. Empfehlen kann ich den Film nur an diejenigen Kinogänger, die eine Satire auf Monsterfilme sehen möchten, denn Elemente aus Dracula, Jekyll & Hyde und Frankenstein werden hier mehr oder weniger gekonnt durch den Kakao gezogen. Insgesamt kann ich nur noch einmal betonen, dass der Film mir persönlich gar nicht gefallen hat und ich ihn mir sicherlich auch kein zweites Mal anschauen werde. Ich fand die Mischung aus verschiedenen Monsterfilmen und die eingesetzten Special Effects alles andere als gelungen und ärgere mich ein wenig über die bezahlten 4,50 Euro Kinoeintritt.
43 Bewertungen, 5 Kommentare
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27.05.2004, 17:13 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichBei mir hätte der Schrott schon um einen Punkt kämpfen müssen, bin genau deiner Meinung, mich wundert auch dass der Film hier so empfolen wird. Ich habe mir schon vom Trailer nicht allzu viel versprochen, also halt nen spannenden Actionfilm
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20.05.2004, 20:17 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichOder auch nicht ... Hallo Maike, na ja, ich habe, weißt Du ja, noch immer das Kino gemieden, wie der Vampir das Kruzifix / Knoblauch oder der Teufel das Weihwasser ... Erwartet hätte ich zwar einen Film à la alte Dracula-Verfilmungen oder sowas,
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16.05.2004, 10:01 Uhr von Tuvok
Bewertung: sehr hilfreichgute Effekte
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13.05.2004, 15:28 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchade, dass der Film bei dir so schlecht abgeschnitten hat, habe auch gedacht, dem Trailer nach der Film ist gut, nun werde mir trotzdem noch mein eigenes Urteil bilden. Bis bald LG Sven
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12.05.2004, 15:56 Uhr von klausalfred
Bewertung: sehr hilfreichErnst gemeinte Vampirfilme? So was gibt es auch? Staun. Gruß Klaus
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