Bärenbrüder (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von T_Goose

Elche gut, alles gut?

Pro:

Die beiden Elche Benny und Björn, tolle Musik

Kontra:

fade Geschichte, wirkt kitschig

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Community. Der Film „Bärenbrüder“ von Disney läuft zwar schon eine ganze Weile in den Kinos oder ist sogar schon wieder aus ihnen genommen worden. Ich habe ihn aber trotzdem erst in der letzten Woche gesehen, da mir die Filme trotz meines Alters immer noch gefallen. Die Vorschau war recht verheißungsvoll und im Allgemeinen sind die Filme von Walt Disney auch sehenswert.

.:: Story ::.

Kurz nach der Eiszeit leben drei Indianerbrüder zusammen in einer Gemeinschaft im Norden Amerikas. Die beiden ältern Brüder Sitka und Denahi sind bereits erwachsen und haben ihren Totem verliehen bekommen. Kenai ist der Jüngste von ihnen und steht gerade am Rande des Erwachsenwerdens, denn ihm soll bald sein Totem verliehen werden. Als die drei vom Fischgang zurückkehren, steht die Zeremonie für Kenai bevor. Aus Unachtsamkeit und Aufgeregtheit, versteckt der die Fische nicht richtig, so dass sie nach ihrer Rückkehr von einem Bär gefressen worden sind. Auch um zu zeigen, dass sein verliehenes Bärentotem, welches für die Liebe steht, für ihn nicht zutrifft, jagt Kenai dem Bär hinterher. Doch so gerät er in eine gefährliche Situation und scheint dem Bär hilflos ausgeliefert. Sein großer Bruder Sitka opfert sich, rammt seinen Speer in einen Eisblock, der daraufhin abbricht und mit ihm und dem Bär in die Tiefe saust! Sitka kommt dabei ums Leben, während der Bär überlebt.

Kenai jagt dem Bär weiter hinterher und kann ihn schließlich auch aufspüren. Er will nur noch den Tot seines Bruder rächen. Er jagt sie auch einen Berg und schafft es, die Bärin schließlich zu töten. Kurz darauf wird er von seltsamen bunten Lichtern erfasst und von diesen in emporgehoben. Kurze Zeit später kehrt er wieder auf die Erde zurück. Als er zu sich kommt, sieht er seinen Bruder Denahi auf sich zukommen und möchte ihm von seinem Kampf mit der Bärin erzählen. Doch da fällt ihm auf, dass er selbst in einen Bär verwandelt wurde und nur durch die Lichter zurückverwandelt werden kann, die ihm zuvor berührt haben.

Er flüchtet vor seinem Bruder Denahi, der ihn für den Mörder seines jüngeren Bruders Kenai hält. Unterwegs trifft er auf den kleinen Bären Koda, der von seiner Mutter getrennt worden ist. Auch wenn er eine gewaltige Quasselstrippe ist, machen sie sich gemeinsam auf den Weg zu dem Berg, wo die Lichter den Boden berühren...

.:: Meinung ::.

Bärenbrüder ist diesmal wieder komplett allein von Walt Disney produziert worden. Somit wurde wieder weniger Wert auf computeranimierte Szenen gelegt sondern mehr auf den Inhalt des Films. Sicherlich keine schlechte Idee, doch konnte ich mich mit dieser Lösung nur wenig anfreunden. Ich denke, dass es für Kinder deutlich mehr Sinn macht, mit diesem Konzept zu fahren.

Die Idee des Films, dass ein Junge in einen Bär verwandelt wird, um so seinen Fehler einzusehen, finde ich nicht so toll und auch nicht sonderlich neu. Der Anfang ist zwar noch sehenswert, aber dann aber die Jagd nach der Bärin gefällt mir überhaupt nicht. Sie wirkt auf mich auch recht brutal. Das ist für Kinder bestimmt kein schöner Anblick. Auch die Verwandlung durch bunte Lichter halte ich für sehr weit hergeholt und nicht gelungen. Es sieht einfach nur kitschig aus, wenn aus dem Indianer Kenai ein kleiner Bär wird. Die anschließende Suche nach dem Berg und eine Möglichkeit sich zurückzuverwandeln, gefällt mir dann aber wieder ganz gut. Trotzdem gab es innerhalb der 85 Minuten einige Stellen, die ich langweilig und überflüssig fand.

Was mir aber herausragend gefallen hat, sind die beiden Elche Benny und Björn. Allein wenn ich mit ihrem schwäbischen Dialekt höre, muss ich schon anfangen zu lachen. Sie sind es, die mich Zwischendurch immer wieder aufgemuntert und so dafür gesorgt haben, dass der Film doch ganz gut vorüber ging. Sehr gelungen fand ich ihre Version von „Ich sehe was, was Du nicht siehst...“ die bei ihnen „Ich blicke was, was Du nicht blickst...“ heißt. Das haben sie in der Steppe gespielt, wo es lediglich einen Baum gab, den natürlich beide immer als ihren Gegenstand ausgesucht hatten. Einfach nur köstlich ;-) Einen reinen Film über die beiden Elche wäre ganz bestimmt besser gewesen, aber vielleicht kommt da ja noch was...

Gezeichnet sind die einzelnen Figuren sehr gut. Sie sehen wirklich putzig aus und mir gefällt ihre Darstellung ohnehin. Vor allen den kleinen Koda finde ich putzig. Man möchte am liebsten mit dem kleinen Wesen knuddeln und es fest in die Arme schließen. Aber auch die anderen Tiere sind sehr gut gelungen und geben somit ein ausgezeichnetes Bild ab. Die Darstellung der Indianer gefällt mir allerdings nicht so sehr, dass sie doch sehr gefährlich und brutal aussehen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass Kinder sich davor erschrecken können.

Einen tieferen Sinn hat der Film auch noch. Werden die Bären anfangs als brutale Wesen dargestellt, die von den Menschen gejagt werden müssen, so ändert sich ihre Darstellung im Verlauf des Films. Doch durch die Wandlung von Kenai in einen Bären, wird dem Zuschauer der Bär als ein liebevolles Wesen präsentiert, die keinesfalls bösartig sind. Auch werden andere Tiere, die zuvor auch von Kenai gejagt wurden, nun zu Freunden. So ist alles doch ganz anders, wie es zu Beginn zu sein scheint.

Die Synchronisation der Stimmen finde ich sehr gelungen. Bei den drei Brüdern wurde auf bekannte Schauspieler zurückgegriffen. So spricht Daniel Brühl aus Good Bye Lenin Kenai, Moritz Bleibtreu spricht Denahi und für Sitka bleibt die Stimme von Gedeon Burkhard. Die Stimme von Koda spricht Johannes Bachmann, die mir aber bisher kein Begriff ist.
Die Idee, die Stimmen von bekannten Schauspielern sprechen zu lassen, finde ich sehr gelungen. Aber auch die restlichen nicht bekannten Stimmen, haben mir gefallen. Besonders die der Elche haben meine Hochachtung verdient, da diese mit solch einem Dialekt gesprochen worden sind. Eine ausgezeichnete Leistung!

Wie auch in anderen Disney Filmen, spielt auch hier die Musik eine große Rolle. Hierfür sang niemand anderes als Phil Collins und auch in der deutschen Version glänzte er mit einer deutschen Übersetzung seiner englischen Originale. Ich finde seine Stimme einfach genial und sie passt wirklich perfekt zu dem Film, wie auch schon in Tarzan. Seine Songs sind mit viel Gefühl und gehen richtig unter die Haut. Glücklicherweise waren es keine kitschigen Lieder, auf die ich bei einigen Disney Filmen gerne verzichtet hätte. Nein, die Musik ist hier mehr als gelungen. Auch Gracia Baur aus „Deutschland sucht den Superstar“ hat ihre Version des Songs „Great Spirits“, der im Original von Tina Turner gesungen wurde, sehr gut rübergebracht und so dazu beigetragen, dass es einen gelungen Soundtrack gibt.

.:: Daten zum Film ::.

Land / Jahr : USA 2003
Titel : Bärenbrüder ( Original : Brother Bear )
Regie : Aaron Blaise und Robert Walker
Musik : Phil Collins
Länge : ca. 85 Minuten
Hauptdarsteller : Kenai, Denahi, Sitka, Koda, Benny, Björn
FSK : ohne Altersbeschränkung
Kinostart : 18.03.2004
Internet : http://www.disney.de/DisneyKinofilme/baerenbrueder

.:: Fazit ::.

Bärenbrüder ist für mich nur ein mittelmäßiger Film, der mich nicht so recht überzeugen konnte. Die einzelnen Charaktere sind zwar gut gezeichnet und auch die Synchronisation stimmt, aber dafür gefällt mit die Geschichte leider überhaupt nicht. Daher vergebe ich auch bloß 3 Sterne. Wären die beiden Elche nicht gewesen, sehe es wohl noch schlechter aus. Ich denke, dass er für Kinder schon sehenswert ist, aber ein Muss ist es nicht.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit

Ciao T_Goose

34 Bewertungen, 1 Kommentar

  • kleenerknuffi

    12.06.2004, 21:06 Uhr von kleenerknuffi
    Bewertung: sehr hilfreich

    fand ich den Schluss. Der war so etwas von vorhersehbar und schmalzig. Aber den Rest des Films fand ich ganz in Ordnung und die Musik hat mir wirklich gut gefallen. Liebe Grüße Bine